Beiträge von porteño

    Ich hatte leider keine Zeit die ganzen Diskussionen zu lesen. Daher hier eine immobilienwirtschaftliche Zusammenfassung:

    • Steigende Baukosten
    • Schwächelnde Bürovermietungsmärkte mit steigendem Leerstand (z.B. Berlin in 2025 die Hälfte des Flächenumsatzes vergleichen zu den Spitzenjahren vor Covid)
    • Nicht-existierender Büro-Investmentmarkt (nicht einmal den OpernTurm konnten die Eigentümer zu einem annehmbaren Preis verkaufen)
    • Brachliegender Finanzierungsmarkt für große Projekte (Signa & Co. Problemkredite belasten noch immer Finanzierungsbereitschaft der Banken) und alternative Darlehensgeber wie Debt-Funds sind noch teurer und damit zu teuer
    • Viele Investoren (als Geldgeber oder potentielle Käufer) meiden Büro als Nutzung gerade wie der Teufel das Weihwasser

      Diese Punkte sind am Ende ausschlaggebend. Alles andere mag irgendwo eine Rolle spielen aber nicht die Hauptrolle.

    Immerhin hat der Projektentwickler nach 2 Jahren und erfolglosen Verkaufsbemühungen als Grundstück mit "Baurecht" eingesehen, dass an dieser Stelle niemand Büros mieten möchte und niemand ein Büroprojekt kaufen möchte.

    Normale Wohnungen waren aufgrund von Lärm der Bahngleise bestimmt baurechtlich sehr schwierig, also Serviced Apartments.

    Wenn jetzt noch der architektonische Entwurf dieser Visualisierung überarbeitet werden würde...

    Naja sind wir mal realistisch - die Büromieten, die man für die Errichtung eines Bürohochhauses erreichen muss bei aktuellen Baukosten, Finanzierungskosten und gesunkenen Verkaufs-Multiplikatoren sind so hoch (> 50 EUR/m2), dass die Errichtung eines Bürohochhauses an dieser Stelle so wäre, als würde man man versuchen einen Luxus-Wohnturm am Frankfurt Berg oder einen Prada-Flagship Store in Bonames zu errichten.

    Dieses Hochhaus wird es abgesehen von mittelgroßen Wundern in absehbarer Zeit nicht geben. Und deshalb hat es CA Immo auch verkauft.

    Die AfD-Fraktion hat eine entscheidende Frage vergessen: "Wie viele Bebauungsplanverfahren für Wohnungsbau wurden seit Inkrafttreten des Baulandbeschlusses im Durchschnitt pro Jahr begonnen und wie vergleicht sich dies mit den Jahren vor Baulandbeschluss?". Diese Antwort hätte das Stadtplanungsamt und wäre wahrscheinlich der Beweis für die negativen Auswirkungen auf den Wohnungsbau in FFM.

    Hmm, auch wenn die Stahlkästen besser aussehen als die Betonklötze finde ich es sehr schade, dass dann dieser Zustand sich langsam verewigt. Wir sprechen hier schließlich von den bedeutendsten Plätzen der Stadt (Opernplatz, Hauptwache, usw.). Es muss doch hier mehr möglich sein als Stahlkästen. Außerdem ist der Abstand von 1,50m immer noch ein Problem für Radfahrer, Kinderwagen, Events, usw.

    Vor langer Zeit wurden mal versenkbare Poller angekündigt, usw., aber dann kommt doch die einfach Lösung mit den Kästen heraus. Soll die Stadt Frankfurt doch mal bei den Eigentümer vom Japan Center oder dem Galileo nachfragen, was die "EZB Poller" kosten, vielleicht weniger als 870.000 Euro und halten dann noch mehr aus und sind teilweise versenkbar.

    Ich kann diesen grauen Kästen eigentlich nichts positives abgewinnen. Sie zeigen nur das Unvermögen von den Ämtern Mobilität, Stadtplanung, ASE, Grünflächenamt,... Und dann grinst Mike Josef noch blöd in die Kamera wie sein korrupter Vorgänger.

    Noch eine Ergänzung hierzu: Die Basis der Grünen hat sich in 2020 gegen die Parteispitze bei den Günthersburghöfen durchgesetzt hat und ein fast fertiger Bebauungsplan für 1.500 Wohnung wurde gekippt. Günthersburghöfe und Einhausung der A661 waren nach meiner Auffassung immer auch ein bisschen als gesamtheitliches Konzept für den Nordwesten der Stadt zwischen Bornheim, Seckbach und Friedberger Warte zu sehen. Natürlich wird die gleiche Partei nun als stärkste im Parlament bei der Einhausung der A661 nicht den Wohnungsbau in den Vordergrund stellen. Würde das Planungsdezernat dies tun, wäre das Projekt vielleicht wieder sofort tot.

    ^ Ja, diese Beschränkung ist mir bekannt. Aber andere Städte/Metropolen verstehen es viel besser anstatt nur "Finger weg von der grie Soß!" mal weiter zu denken und zu sagen "Wir feiern oder zumindest integrieren die grie Soß" in einen gesamtheitlich gedachten Masterplan für das gesamte Gebiet mit einem Realisierungshorizont von 20-30 Jahren, weil das Gebiet ein unglaubliches Potential hat. Eigentlich verhält sich das Planungsdezernat bzw. Stadtplanungsamt an dieser Stelle wie ein Amt für Denkmalschutz, indem sie lediglich bestehende, manchmal nur in den Augen ganz weniger wertvolle, Substanz versuchen zu bewahren.

    Aus meiner Sicht fehlt in diesem großen Gebiet zwischen Goethering, Gerbermühlstraße und Offenbacher Landstraße ein "Masterplan". Es werden in diesem großen untergenutzten und nicht wirklich geplanten Gebiet - oder sollte man sagen "No man's land" zwischen FRA und OF - riesige Projekte diskutiert (Kaiserviertel, Multifunktionsarena, Europäische Schule, usw.), aber vor allem die Stadt Frankfurt schafft es nicht, sich mal wirklich Gedanken zu machen, was damit in den nächsten 10, 20 oder 30 Jahren passieren sollen. Es wird immer nur hier und da über einzelne Projekte gesprochen. Es ist mir absolut schleierhaft, warum man nicht größer denkt und mehr an die attraktive Vernetzung dieser beiden großen Städte. Man muss nur 1x mit dem Fahrrad durch das Gebiet fahren und denkt man wäre irgendwo in einer strukturschwachen Region in Deutschland und nicht 10 Minuten mit dem Fahrrad vom CBD entfernt. Es ist wirklich verrückt... aber man investiert die politische Energie lieber in Neubaugebiete an der Autobahn...

    Man sieht auf der rechten Seite zwei Aufzugsportale. Das sind entweder die Aufzüge für den Edeka in das 1. Untergeschoss und/oder die Aufzüge um auf die öffentlich begehbaren Grünflächen auf dem Dach des Sockels zu kommen. Würde Sinn machen, das zu kombinieren und die Grünfläche auf dem Sockel werden bestimmt nicht 24/7 begehbar sein.

    Man darf bei dieser Diskussion auch nicht vergessen, wie der aktuelle Hochhausentwicklungsplan in Bezug auf Höhen entstanden ist:

    - Anders als im Koalitionsvertrag vorgesehen gab es keine Beteiligung der Öffentlichkeit für den HEP

    - Höhen wurden im ersten Schritt ohne Beteiligung der Öffentlichkeit im stillen Kämmerchen zwischen beratenden Büros und dem Planungsdezernat festgelegt

    - Es gab keinerlei Beteiligung von Architekten bei der Höhenfestlegung, geschweige denn Wettbewerbe

    - Es gab (offiziell) keinerlei Beteiligung der Grundstückseigentümer und zukünftigen Bauherren (auch nicht in Bezug auf die Hochhaus-Nutzung)

    - Am Ende wurde für den Beschluss der ganze HEP durch den "Koalitionsfleischwolf" gedreht und noch sinnlos hier und da an Höhen herumgeschraubt.

    Natürlich hält man jetzt zu 100% Meter für Meter an diesen Höhen fest - wurden doch professionell und transparent ermittelt!

    - Extrem schleppender Vermietungsmarkt in Berlin mit stark steigendem Leerstand

    - Stark gestiegene Baukosten seit Projektbeginn

    - Stark gestiegene Finanzierungskosten

    - Investoren wollen derzeit nicht unbedingt zusätzliches Geld in Büroprojekte stecken

    - Selbst nach Fertigstellung, kein Investmentmarkt derzeit absehbar für ein Projekt dieser Größe, d.h. unsicheres Verkaufsszenario mit potentiellen Preisabschlägen

    Reicht das aus?

    Dekoratives Anführungszeichen

    (...) Es wundert mich immer wieder, dass die Stadt diesen Aspekt ausblendet und in ihrer Kommunikation so tut, als ob es diese indirekten Jobs nicht geben würde oder Rechenzentren gar eine Gefahr für die Beschäftigung darstellen.

    Ein Teil des Grundes könnte darin liegen, dass die Wirtschaftsförderung Frankfurt zur Wirtschaft von Frankfurt ungefähr so viel beiträgt wie ein Kaugummi auf dem Pflaster vor dem Römer...

    Kurioserweise ist der Betrag, den die Stadt der Helaba zahlt, sehr ähnlich zu der Summe, den die Helaba an die Frankfurt Sparkasse quasi von Mutter-zu-Tochter-Gesellschaft in 2018 für die 50% Beteiligung am CBT Tower Grundstück bezahlt hat:

    https://finanz-szene.de/banking/der-ir…und-der-fraspa/

    Nur damals hat die Helaba 50% an einem 94.000 m2 Bruttogeschossfläche Hochhaus gekauft und jetzt kauft die Stadt nur ein Grundstück für ein Theater. Die 63.500 m2 BGF laut Hochhausrahmenplan verbleiben aber alle bei der Helaba für das 175m Hochhaus...

    Muss noch hinzugefügt werden, dass die aktuelle wirtschaftliche Lage im Immobilienmarkt darüber hinaus einen erheblich niedrigeren Preis pro m2 BGF rechtfertigen würde? :/

    Hoffentlich lehnen die Stadtverordneten dieses MoU ab. Es ist ein absurder Preis und wäre sogar zu viel, wenn die Stadt das Grundstück ohne Erbpacht kaufen würden und das 175m Hochhaus noch dabei wäre. Wenn mal jemand von der Stadt mit einem echten Gutachter oder Marktkenner sprechen würde und vielleicht nicht öffentlich verkünden, dass es ein Herzensprojekt des OB ist und dann anfangen zu verhandeln... so werden Steuergelder verschwendet, die woanders fehlen.