Ökonomische Perspektiven Frankfurts

  • Neuer Tourismusrekord in 2015

    Wie die FNP berichtet, kann Frankfurt für 2015 einen neuen Tourismusrekord verzeichnen.


    • 5,1 Mio. Gäste übernachteten in Frankfurt (+6,6%) und verbrachten 8,68 Mio. Übernachtungen hier (+7,8%)
    • Frankfurt hat damit die höchsten Steigerungsraten aller deutschen Großstädte
    • Spitzenreiter bei den Übernachtungsgästen aus dem Ausland sind die USA (551.000 Übernachtungen), gefolgt von den Briten (300.000 Übernachtungen), den Chinesen (280.000 Übernachtungen), Reisenden aus den arabischen Golfstaaten (249.000 Übernachtungen), Italiener (169.000 Übernachtungen), Spanier (150.000 Übernachtungen), Schweizer (135.000 Übernachtungen) und Franzosen (130.000 Übernachtungen)
    • Mit 265 Beherbergungsbetrieben und 45.333 Betten sind auf der Angebotsseite ebenfalls Rekorde zu vermelden mit Tendenz nach oben, denn die Übernachtungsnachfrage wächst stärker als das Bettenangebot
    • Mit 52,4% (höchste Wert seit über 20 Jahren) und einer Zimmerauslastung bei ca. 71% gibt es an dieser Front ebenfalls neue Bestmarken, ebenso wie bei der durchschnittlichen Verweildauer von 1,7 Tagen
    • Für das Jahr 2016 wird ein Wachstum von 2% - 3% prognostiziert
  • So sehr ich mir die prognostizierten Auswirkungen eines Brexits für Frankfurt wünsche, ich denke es wird alles nur eine schöne Vorstellung bleiben.


    Wie auch beim Schottland Referendum vermute ich, dass die Menschen wenn es ernst wird beim altbekannten System mit der ungeliebten EU verbleiben werden. Sie emfpinden unsere Zeit mit ISIL, Anschlägen in Europa, den Flüchtlingen, usw. als zu unsicher um gerade dann das Boot zu verlassen. Auch wenn UK in manchen bereichen dann autonomer handeln könnte, "altbekannt" ist sicher und Neues ist mit zu viel potentiellem Risiko verbunden.
    Mein Tipp ist daher, das Ende Juni alles beim Alten sein und bleiben wird.
    Es wäre zu schön um wahr zu sein, 20.000+ Jobs die nach FFM wandern und ein neues Schwergewicht unter den europäischen Städten (abgesehen von der Einwohnerzahl).

  • Der Verbleib Großbritanniens ist langfristig aber die deutlich bessere Lösung - auch für Frankfurt. Man weiß nicht, welche Fliehkräfte ein Austritt in Bewegung setzt. Am Ende haut es uns den Euro und die EU insgesamt um die Ohren. Das würde UK/London wesentlich besser verkraften als wir, insbesondere würde das Frankfurt extrem hart treffen.

    Einmal editiert, zuletzt von Megaxel () aus folgendem Grund: Rechtschreibkorrektur

  • Das ist allerdings kein neues Thema. Thema Brexit gab es schon vor 10 Jahren als ich in UK Wirtschaftswissenschaften studiert habe...es gab sogar verpflichtendende Kurse an den Unis (UK vs EU Systeme)...und ja, ich muss sagen, UK funktioniert schon etwas anderes, deshalb auch die vielen Zugeständnisse seitens der EU.


    Sollte UK aussteigen, dann würde man trotzdem noch Teil des Wirtschaftsraumes bleiben, nur mit Sonderverträgen eben. Ich mach mir dann eher Sorgen, dass Europa ein ständiges Mitglied aus dem UN Sicherheitsrat verliert, eine schlagkräftige Armee / Atommacht und natürlich einen Nettozahler. Europa wäre politisch geschwächt. Frankfurt würde aber profitieren, die Frage ist nur wie stark, denn Paris ist ein harter Konkurrent...angeblich würde Frankfurt bis 20.000 Jobs aus dem Finanzsektor abgreifen, das ist schon sehr ordentlich.

  • Europa wäre politisch geschwächt..


    Nein, das sehe ich anders. Europa würde ENDLICH seinen grössten Quertreiber verlieren. Nur ein auf einen "Kernbereich" reduziertes Europa (ohne GB und ohne die Türkei) kann eine relative Stärke, vielleicht sogar einen gewissen "Corps-Geist" entwickeln. Ich fürchte aber, viele im "politischen Berlin" wollen ein solch konsolidiertes Europa in Wahrheit gar nicht (mehr). Viel zu schön haben sich die Tonangeber unseres Landes in den fernen Kuschelecken an der Spree eingerichtet, als dass man die "neue Bedeutung" durch ein reformiertes Europa wieder entwertet sähe. Aus dieser Geisteshaltung heraus kommt dann die fadenscheinige Behauptung, Europa bräuchte unbedingt GB. Speerspitze dieser Behauptung ist übrigens die Springer-Presse, die am Liebsten Berlin zum Nabel Europas hochschreiben würde. Die Konsequenz soll sein: Wir haben wieder ein Europa der Nationalstaaten, ein Europa der völligen Beliebigkeit. "19. Jahrhundert - Teil 2" eben.

  • UK ist doch der einzige Treiber, der diesen durch nichts legitimierten Bürokratiekraken der EU noch halbwegs Einhalt gebietet. Und die von Cameron vor einigen Monaten gestellten Forderungen, sind objektiv betrachtet auch zu 100% im Deutschen Interesse (nicht der Politik-Schauspieler, aber der Bevölkerung). Ein Brexit hätte für Deutschland und damit auch für Frankfurt mindestens mittelfristig extrem negative Folgen. Dann bestimmen nämlich zukünftig die Franzosen und die reformunwilligen Südländer während Deutschland weiterhin nur zahlt.

  • Wenn Großbritannien aus der EU austreten sollte, weiß bisher niemand was danach genau passieren wird, fast sicher ist es dass es in der Finanzwelt heftige Verwerfungen in fast allen Bereichen geben würde. Politisch und gesellschaftlich aber viel interessanter ist dass, Frankreich und Deutschland beide mit einer enger vernetzten Kern-EU liebäugeln. Besonders Frankreich geht mit dem Gedanken sehr offen um, Deutschland hält sich dabei zwar eher noch bedeckt aber die Strömungen sind auch hier zu erkennen. Das Finanzzentrum dieser "neuen" EU wäre dann höchstwahrscheinlich Frankfurt, da hier schon die EZB sowie fast alle wichtigen Finanz-Kontrollbehörden der EU sitzen, die geographische Lage sowie die schon vorhandene Infrastruktur an Finanzdienstleistern würde sein Übriges tun. Der Verlust Großbritanniens, kann meiner Meinung nach auch ein Segen für die EU sein, denn wie m.Ro80 schon angemerkt hat, ist GB ein extremer Quertreiber und schwieriger Partner mit dem man sich rumzuschlagen hat, dabei werden wichtige Belange wie bessere Zusammenarbeit untereinander und weitere Reformen, zugunsten der Sonderwünsche GB, aufgeschoben und vernachlässigt. Anzumerken ist natürlich dass die EU auf jeden Fall stärker mit GB ist, jedoch würde ein Wegfall mitnichten das Ende der EU und Frankfurts als Finanzplatz bedeuten.

  • ^ Die britische Idee von Europa ist letztendlich realistischer und nachhaltiger als die Merkels und Junkers, die vor allem von Pathos und Ideologie geprägt ist und Europa in die Spaltung treibt. Dass die deutsche Politik bereit ist, Deutschland für eine abgehobene, nichttragende Idee von Europa zu opfern, haben wir jetzt zur Genüge erlebt. Ein Austritt GBs, dem Land, das bisher in der EU für den Realitätssinn zuständig war, wäre folglich das Ende für Europa, das mit Merkel und Junker am Steuer nochmal richtig Gas geben und krachend gegen die Wand donnern würde. Selbst für Frankfurt kann ich in diesem Szenario keinen Nutzen erkennen.

  • UK ist doch der einzige Treiber, der diesen durch nichts legitimierten Bürokratiekraken der EU noch halbwegs Einhalt gebietet. ... Dann bestimmen nämlich zukünftig die Franzosen und die reformunwilligen Südländer während Deutschland weiterhin nur zahlt.


    Es ist wiedermal unglaublich wie Du dich selbst disqualifizierst durch solche Kommentare.


    m.Ro80 und Nonamee377 haben vollkommen Recht. UK ist der größte Quertreiber in der EU und darauf kann man gut verzichten. Ich sehe nicht ein, weshalb ein Land 27 andere mit seinem Extrawurstgehabe seit Thatcher erpressen können sollte. Nicht mal Schengen gilt in UK, auch bei der Frage von Datenübermittlung in Drittstatten (wie die USA) hat sich UK eine Hintertür organisiert. Die Datenschutzverordnung von Ende letzten Jahres ist somit schon wieder undicht.


    Es ist schwer abzuschätzen was ein UK Austritt in Bewegung setzen würde. Aber ein Ende der EU wäre es sicher nicht. Selbst wenn (hypothetisch betrachtet) es so wäre, würde sich sehr schnell ein neues Kerneuropa bilden für die Staaten die an einer weitergehenden europ. Integration interessiert sind. Ohne Bremsklötze wie UK die nur an einem Freihandel interessiert sind oder Osteuropäern wie Ungarn oder Polen die demokratische Prinzipien aushöhlen und das Solidaritätsprinzip nur bei Bedarf verstehen wollen.


    "reformunwilligen Südländer" zumindest wissen wir jetzt wer sich hier über den Wahlsieg der AfD oder besser genannt nach einem Politiker der "NPD für Besserverdienende" (und Frustrierte) gefreut hat.
    Traurig das solch unreflektierte Äußerungen hier eine Bühne bekommen, aber Demokratie hat wohl auch ihren Preis.


    Frankfurt wird jedenfalls nicht untergehen. Die Stadt hat über die letzten 1222 Jahre so viel überstanden und ist an ihren Niederlagen immer wieder gewachsen. Das wird auch in Zukunft so bleiben.


    (Zum Thema "Bürokratiekraken", in den gesamten Institutionen der EU in Brüssel arbeiten übrigens weniger Menschen als in der Stadtverwaltung von Köln!)


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    Mod: Bitte zurück zum Thema dieses Threads - den Perspektiven Frankfurts. Danke

  • Misslungener Versuch persönlich zu werden. Der Einzige der sich hier disqualifiziert, bist ja wohl eher du. 2 Beiträge im gesamten Forum, null zum eigentlichen Thema Architektur, aber sich direkt als der große Meinungszensor aufspielen wollen. Mal ganz abgesehen davon, dass es dich einen Scheißdreck angeht wen ich wähle oder über wessen Wahlsieg/niederlage ich mich freue.
    Wenn man keine Argumente hat, greift man halt zur Nazikeule - sorry, die Masche zieht nicht mehr.


    Das Ende der EU oder Frankfurts wäre der Brexit tatsächlich nicht, aber die Zukunft sieht ohne das britische Regulativ (und deren, trotz Britenrabatt, recht üppigen Beiträgen) deutlich schlechter aus - vor allem auch für Deutschland, und damit auch für Frankfurt und seine ökonomischen Perspektiven.


  • m.Ro80 und Nonamee377 haben vollkommen Recht. UK ist der größte Quertreiber in der EU und darauf kann man gut verzichten. Ich sehe nicht ein, weshalb ein Land 27 andere mit seinem Extrawurstgehabe seit Thatcher erpressen können sollte.


    Wenn man das ganze Objektiv betracht, dann ist die EU eine Franco-Germanische Welt, und dass muss UK nicht gut finden, der UK Markt funktioniert eben anders, man ist auch schon der EU in sehr vielen Dingen entgegengekommen, nicht nur umgekehrt...langfristig wird UK wohl aussteigen, wenn nicht dieses Jahr dann vlt in 5 Jahren und Frankfurt, Paris, evtl noch Dublin werden die einzigen Städte sein, die davon profitieren könnten.


    Aber eigentlich ist es auch egal, es geht nur um das Endresultat und Frankfurt macht genau das Richtige derzeit, da muss man die Verantwortlichen schon sehr loben, es werden so einige neue Bürotürme und Wohntürme gebaut, der Flughafen wird massiv ausgebaut, neue Hotels, auch für Kultur und Sport wird was getan (Multifunktionsarena, Aus/bau von Museen, usw) - mit MAX 2.0 hat man noch mal extrem nachgelegt (zusammen mit Tessuto, und dem gemeinsamen Square, ein Projekt mit absol. Internat. Niveau). Die Goldman Sachs und Morgan Stanleys dieser Welt werden sich zwischen La Defense, Dublin und Frankfurt entscheiden und Frankfurt macht aktuell seine Hausaufgaben, und kann dann hoffentlich auch einige Standortnachteile gegenüber Paris wettmachen.

  • ... würde sich sehr schnell ein neues Kerneuropa bilden für die Staaten die an einer weitergehenden europ. Integration interessiert sind.


    Ich darf in diesem <Gewitter> hier auch noch mal kurz wie folgt melden:
    Speziell aus deutscher Sicht wird bei der Betrachtung der Zukunft der EU auch geflissentlich der aufkeimende Separatismus in den Nationalstaaten übersehen ("Katalonien"; "Schottland"; "Lega Nord"). Nicht alle, aber die meisten dieser Separatisten sind Pro-europäisch, weil sie die EU als institutionellen Rahmen sehen, mit dessen Hilfe sie ihren jeweiligen verhassten Nationalstaat überwinden können. Diese Art der Betrachtung geht speziell uns in Deutschland völlig ab, weil wir eine starke restaurative Strömung in Deutschland haben ("Einheit"; "Berliner Republik"). Die Zukunft wird hier aber noch sehr interessante Wendungen beinhalten, denn diese starken Separatismen (überall 40 % plus - mitnichten sind das blosse "Splitterbewegungen") scheitern im Ergebnis bislang daran, dass die Separatisten nicht sicher sein können, nach ihrer Abspaltung auch (sogleich) Teil der EU sein zu können. Was wäre aber, wenn diese Regionen damit drohen, einfach eine Art "Alternativ-EU" zu gründen bis zur Klärung dieser Frage ? Dann wären die Bosse in Brüssel aber ad hoc mächtig unter Druck. Das sind m.E. alles sehr reale, keinesfalls theoretische Punkte. Wenn man dann auch sowohl in Bayern als auch in BaWü sich endlich mal besinnen würde, dass es auch jenseits des "Brandenburger Tores" eine sehr sehr schöne Zukunft geben kann, dann wäre das Thema eigentlich schon durch. Die Machtverhältnisse wären auf einmal axiomatisch verändert. Gegen einen derart geballten Veränderungswillen könnte niemand mehr etwas ausrichten - schon gar nicht irgendwelche "Verfassungs- / Völkerrechts-Interpreten".


    Und jetzt der kurze Turn zu Frankfurt: Etwa vergessen, dass wir vor 1866 rund ACHTHUNDERT JAHRE eine "Freie Reichsstadt" waren ? In dieser langen Zeit haben wir es ziemlich gut gemacht und es war GUT SO ! Warum also nicht davon träumen, eine "Freie Europastadt" zu werden ?.
    Weiterer Vergleich: Als Teil der Hanse ging es Hamburg über Jahrhunderte richtig gut, jedenfalls viel besser als Heute, wo HH nur noch der grösste Kiez einer "Berliner Republik" ist ?!
    Was ich sagen will: Vielleicht sollten wir auch im sog. "Nachwende-Deutschland" damit anfangen, "Staatlichkeit" neu zu denken. Überall woanders in Europa ist man längst dabei. Und jedenfalls der "Europa-Gedanke" leidet daran nicht.

  • Die Vorstände der LSE und der Deutschen Börse haben gestern die Fusion beschlossen. Rechtlicher Sitz der Holding namens "UK TopCo" soll London sein. Die beiden Einzelbörsen sollen ihren Haupsitz jeweils behalten. Gleiches gilt für die Mailänder Börse, deren Eigentümerin die LSE ist. Bis Ende des Jahres bzw. Anfang des Jahres soll die Sache (die Transaktion) vollendet sein. Die jeweiligen Hauptversammlungen müssen freilich noch zustimmen. Quellen: morgige FAZ und BBC.


    In den Aufsichtsbehörden werden jetzt wohl die Bleistifte gespitzt.

  • Die FAZ beleuchtet heute in einem Bericht die möglichen Auswirkungen eines Brexits auf Frankfurt, vor allem auf Basis eines Gesprächs mit Hubertus Väth, dem Geschäftsführer der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance. Er hält eine Migration von Arbeitsplätzen in fünfstelliger Höhe für wahrscheinlich. Nicht klar waren mir die aktuellen Größenverhältnisse. In London gebe es im Finanzsektor derzeit 700.000 Arbeitsplätze, in Rhein-Main dagegen 70.000.

  • UBS Europabank

    Frankfurt scheint sich als Standort für die UBS Europabank gegen Luxemburg durchgesetzt zu haben. Die UBS fasst in Frankfurt alle Tochtergesellschaften aus dem Euroraum zusammen. Bisher ist dies aber die einzige Quelle.


    http://http://www.cash.ch/news…12_1920_maerz-3431771-448


    Es gab zahlreiche Meldungen 2015 zu diesem Thema, wobei die Standortfrage damals noch nicht entschieden war. Das wäre natürlich einen wichtiger Schritt für Frankfurt als Finanzplatz.

  • ^ Sehr erfreuliche Nachricht, vielen Dank!


    Interessant in dem von dir verlinkten Artikel ist die Passage:


    "In einem schlecht ausgelasteten Bürohochhaus soll die Europabank für die Vermögensverwaltung entstehen."


    Welches Hochhaus das wohl sein könnte? Der Opernturm dürfte dann eher nicht in Frage kommen, weil dieser nicht schlecht ausgelastet ist.