Das Jahr für die Frankfurter Fintechs
Die Fintech-Branche in Frankfurt blickt auf ein äußert gelungenes Jahr zurück. Die Zahl der FinTechs im Raum Rhein-Main-Neckar stieg 2015 um 21 Prozent. Mit dieser Wachstumsrate weist die Region die größte Dynamik in der Fintech-Branche innerhalb Deutschlands auf. Die Rhein-Main-Neckar Region besitzt zum Ende des Jahres 2015 nun 58 Unternehmen und kommt damit auf Platz 2 hinter Berlin mit 69 Unternehmen, auf Platz 3 befindet sich die Region um München die aber abgeschlagen ist. Jan-Erik Behrens (Executive Director bei EY) berichtet dass die Region sehr viel weiter und dynamischer ist als gemeinhin angenommen wird.
Erwähnt wird in der Studie von Ernst und Young auch dass vor allem durch große Initiativen und Zusammentreffen Frankfurt sich einen wichtigen Platz als Hub in der Branche geschaffen hat, zu nennen wären hier Between the Towers, der Main-Icubator und das Dialogforum FinTech Frankfurt Rhein-Main oder Frankfurt Forward diese haben ganze Arbeit geleistet. Aber auch Frankfurt Main Finance die Stimme des Finanzplatz Frankfurts setzt sich stärker mit dem Thema Fintechs auseinander.
Auch interessant ist das Fintechs im Rhein-Main Gebiet weniger Konkurrenzprodukte zu Banken entwerfen sondern meist eng mit ihnen zusammenarbeiten. Damit steht die Region im Vergleich anders da als zum Beispiel Berlin oder München. Denn da streben Fintechs vor allem den klassischen Banking und Lending Markt an. In Frankfurt konzentrieren sich stattdessen viele der Fintechs auf die e-Marketplaces, Aggregators und Intermediaries sowie auf Enabling Processes and Technologys.
Jedoch wächst die Branche nicht nur durch Neugründungen sondern auch durch Zuzüge, so will der europaweit führenden Anbieter für rechtskonforme Online-Legitimation und Vertragsabschlüsse WebID Solutions seinen Sitz von Berlin nach Frankfurt verlegen: „Wir planen eine Versechsfachung unseres Umsatzes in 2016 und finden hier unsere Kunden. Zudem war das Engagement aller Akteure am Platz einzigartig. Der Finanzplatz bietet uns die jetzt notwendige internationale Vernetzung für unsere geplante Expansion. Davon konnten wir uns bei Delegationsreisen nach Indien und Korea aus erster Hand überzeugen. Von dort haben wir sehr konkrete Geschäftsansätze mitgebracht und sichern uns so enorme weitere Wachstumspotentiale.“ Hier sieht man wieder wie sehr es sich lohnt das Frankfurt in Südkorea und Singapur immer stark für die Stadt als Finanzplatz wirbt.
Aber ein erfolgreiches Jahr war es auch für die „großen“ Frankfurter Fintechs, die Fintech Group kaufte sich das Startup XCOM AG ein und ging erst vor kurzem eine strategische Partnerschaft für strukturierte Produkte mit Morgan Stanley ein. Damit erweitert man den Markt für die firmeneigenen flatex Produkte, auch erhofft man sich, durch die Architektur der Plattform und einer größeren Auswahl sowie von teils niedrigeren Handelskosten zu profitieren. Die Fintech Group erreicht nun knapp 200.000 Privatkunden und ist im B2B-Bereich der wichtigste Technologie-Partner deutscher und international tätiger Banken und Finanzinstitute. Ende Juni 2015 verwaltete die FinTech Group AG konzernweit ein Kundenvermögen (Assets under Administration) von 5,68 Mrd.EUR. Aber auch andere Frankfurter Startups sind weiter sehr erfolgreich Traxpay zum Beispiel ist im vergangenem Jahr zum Branchenführer für B2B PAYMENTS aufgestiegen, die Plattform ist 24/7/365 erreichbar und bietet damit Kunden wie Accenture, Commerzbank, MasterCard, NTT Docomo, SAP, Software AG und IBM eine exzellente Infrastruktur für die B2B PAYMENTS. Damit landet das Unternhemen sogar unter der FinTech50 List die die 50 innovativsten Fintechs listet. Ein Frankfurter Fintech Unternehmen was auch für Aufregung sorgte war 360T. Die weltweit 3.größte Devisenplattform wurde Ende 2015 für 725 Millionen Euro von der Deutschen Börse übernommen, was es das teuerste deutsche Fintech Unternehmen macht.
Hoffen wir mal das 2016 ein mindestens genauso erfolgreiches Jahr für Fintech Unternehmen in Deutschland wird
Wer mehr wissen will geht auf: http://www.ey.com/Publication/vwLUAssets/EY-FinTech-study-Germany/$FILE/EY-FinTech-study-Germany.pdf ((Englische Quelle)
http://rhein-main-startups.com/tag/fintech/
Auch lohnt sich immer mal auf den Webseiten der Fintechs selbst vorbeizuschauen.