Bahnhofsviertel auf Metaebene

  • ^^ Steile These der letzte Absatz. Würde ja im Umkehrschluss bedeuten das ich Sachverhalte rechtlich nicht zu regeln brauche und schon sind sie real nicht mehr existent.
    Wenn ich die Sanktionen der Regelüberschreitung abschaffe brauche ich folglich auch die Regeln nicht mehr.

  • Ja also wenn Mord und Steuerhinterziehung nicht unter Strafe stünden, dann würden das sicher viel mehr Leute begehen - das spricht eigentlich umso mehr für klare gesetzliche Grenzen.
    Das Frankfurter Bahnhofsviertel inklusive Bahnhof ist eigentlich für meine Begriffe viel schöner als das Münchner und könnte viel Atmosphäre haben. Dennoch sieht man solche Auswüchse in München nicht. Hat das Verbot vielleicht doch eine Wirkung oder sind die Kontrollen strenger oder liegen die Abgaberäume dezentraler?
    ich war kürzlich in Amsterdam. Auch hier gibt es an bestimmten Orten ein Verbot Alkohol und Drogen zu sich zu nehmen (trotz Coffeeshops). So eine Szenerie wie im Frankfurter Bahnhofsviertel habe ich auch dort nirgends gesehen. Nie solche Gruppen und Massen an Leuten wie beispielsweise in der Nidda- und in der Taunusstraße. Irgendwie muss das Bahnhofsviertel von F eine magische Anziehung auf bestimmte Gruppen ausüben und die anderen Städte haben das besser geregelt.

  • CDU Frankfurt schlägt „Züricher Modell“ für Polizei und Justiz vor

    Jetzt da die FAZ das Thema wieder aufnimmt, kommt nun dieser interessante Artikel hinzu mit einem bereits bekannten Lösungsansatz aus Zürich. Die Frankfurter CDU fordert hierin „schnelleres und härteres Durchgreifen“ von Polizei und Justiz gegen Dealer und aggressive Abhängige. Die Fraktion will nun einen Antrag hierzu einreichen.

    Den erfolgreichen Züricher Weg auf die Arbeit der Polizei und Justiz auch in Frankfurt anzuwenden, halte ich für durchaus überlegenswert. Man soll die Dinge ausprobieren, die sich woanders nachweislich bewährt haben. Gerade Zürich sah sich sehr lange Zeit mit einem ähnlich heftigen Drogenproblem in ihrer Stadt konfrontiert und scheint diese in den Griff bekommen zu haben. Also heißt es, was hat Zürich richtig gemacht und an welchen Stellschrauben müsste in Frankfurt gedreht werden?

    Einmal editiert, zuletzt von Golden Age (13. Juli 2020 um 08:58)

  • Dekoratives Anführungszeichen

    So lange der Wähler nicht erkennt, daß die Grünen nicht nur als Einzige die (Um)Welt retten, sondern vorrangig eine linksextreme, gegen das Bürgertum gerichtete Partei ist, wird sich an solchen Zuständen nichts ändern - im Gegenteil.

    Was an sich ziemlicher Unsinn ist, da die Grünen, abseits ihres Umweltthemas, Politik vor allem für besserverdienende Konservative machen.

  • Vorweg gesagt: Grüße an die Moderatoren: der Beitrag kann dann auch wieder gelöscht werden.

    Dekoratives Anführungszeichen

    So lange der Wähler nicht erkennt, daß die Grünen nicht nur als Einzige die (Um)Welt retten, sondern vorrangig eine linksextreme, gegen das Bürgertum gerichtete Partei ist, wird sich an solchen Zuständen nichts ändern - im Gegenteil.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Was an sich ziemlicher Unsinn ist, da die Grünen, abseits ihres Umweltthemas, Politik vor allem für besserverdienende Konservative machen.

    Ich weiss wirklich nicht, inwieweit Diskussionsbeiträge wie die beiden obigen die Diskussion in der Sache weiter bringen können. Das Viertel als Anlass zu benutzen, parteipolitische Statements zu vermitteln eröffnet meines Erachtens nach keinen Lösungsansatz.

    Das Thema ist doch Bahnhofsviertel auf Metaebene. Nun scheint mir in der letzten Zeit der Begriff "Metaebene" stark dazu zu verführen, irrlichternd einen ganzen Haufen allgemeinen Verdruss abzuladen.

    Die Beobachtungen der Beiträge #362 ff. sind ja treffend, es ist jedoch nicht das böse Bahnhofsviertel, das gemeinerweise seine selbst gemachten Probleme in unschuldige andere Bereiche abschiebt (soll das sie doch behalten, aber bitte gut verstecken, damit die "Vistenkarte" nicht dreckig wird?).

    Diese Aussagen benennen ein Problem der gesamten Stadt. Das Vorhandensein von Drogensüchtigen, Wohnungslosen, Bettlern sowie die allgemeine Vermüllung durch die guten Bürger im erweitereten Innenstadtbereich ist nicht neu, spätestens im Sommer taucht das jährlich in der Presse auf. Vielleicht wäre es sinnvoll, zu diesem Aspekt von Stadtentwicklung oder wie zu bauen sei einen eigenen Strang zu eröffnen.
    Zurück zum Bahnhofsviertel. Der Lockdown hat die Situation im Viertel auch nicht nur "verschlimmert". Er hat das vorhandene Elend, das sich ansonsten in der schieren Menge von Messegästen, Touristen, Partypeople und Tages- oder Wochenpendlern als Stückchen Lokalkolorit locker einbinden ließ nun jedoch einmal überaus deutlich ausgestellt. Die Frage ist doch, wie kann man diese Probleme lösen, nur mit Patenschaften zum Bürgersteig fegen sicherlich nicht. Ich muss zugeben, dass ich auch keine Idee dazu habe; aber gibt es überhaupt Interesse an einer wirklichen Lösung?

    Davon abgesehen, dass ein großes allgemeines Interesse daran besteht, das Entrée zur Stadt "clean" zu kriegen, ist das Bahnhofsviertel auch eines der wenigen, in dem es noch leerstehende Häuser/Grundstücke in sehr bevorzugter Innenstadtlage gibt, die durchaus Begehrlichkeiten wecken können. Die bisherige Entwicklung im Viertel legt jedoch keinem Moment nah, dass es darum gehen könnte, ein lebenswertes Umfeld für die vorhandenen Bewohner zu schaffen, mir drängt sich eher der Gedanke auf, durch Austrocknung vorhandener Strukturen, durch Vernachlässigung und Verelendung einmal gründlich reinen Tisch zu machen: weg mit Schaden!

    Was danach kommt? Ich fürchte, ein lebendiges Viertel sieht anders aus, aber das Stadtmarketing wird sich sicher auch dazu einen netten Slogan ausdenken..

  • Mich persönlich nervt und frustriert die zunehmende Vermüllung des gesamten Innenstadtbereichs mehr und mehr. Ein Spaziergang bzw. eine Radtour an einem Samstag- oder Sonntagmorgen entlang des Mainufers gleicht einer Slalomfahrt um Scherben und Müll.

    Vielleicht mache ich mir mit meiner Meinung nicht viele Freunde, aber ich würde drakonische Strafen wie in Singapur begrüßen (inkl. konsequentem Durchgreifen der Behörden und einer rigorosen Nachverfolgen der Straftaten mit entsprechenden Erhöhungen wenn Täter den ausgesprochenen Strafen nicht nachkommen).

    Persönlich würde ich auch eine Videoüberwachung des öffentlichen Raumes begrüßen, damit die Polizei etc. bekannte Hotspots genauer überwachen und gezielter eingreifen könnte. Es kann m.M.n. nicht sein dass bestimmte Gruppen das Lebensgefühl aller so beeinträchtigen.

    Ja, Frankfurt hat sich schon immer (mit Stolz) als "alternative" Stadt vermarktet. Aber alles hat seine Grenzen und ich persönlich will nicht in einer vermüllten Stadt leben.

  • Ein branchenübergreifendes Aktionsbündnis im Bahnhofsviertel hat sich unter dem Motto "Rettet das Bahnhofsviertel" (Link) zusammen gefunden, wie das Journal Frankfurt berichtete. Das Bündnis will mit einer Petition 10.000 Unterschriften sammeln um die Politik zu Verbesserungsmaßnahmen besonders bei der Fahndung von Klein-Dealern zu bewegen, mehr Polizeipräsenz zu ermöglichen und mehr in den Stadtteil zu investieren.

    Besonders mit der bekannten Crack- und Müllproblematik fühlen sich die Bündnis-Mitglieder leider immer noch allein gelassen. Seit der Corona-Krise sei besonders der Straßen-Strich und die bordellhafte Nutzung von Hotelzimmern ein neues Problem im Viertel aufgetreten. Zu dem Bündnis gehören u.a. der Besitzer des Kultkiosks Yok-Yok, der Immoblienentwickler Ardi Goldmann, die Pik-Dame Besitzer und Maximilian Coga, der das Bündnis ins Leben gerufen hat.

    Weitere Entwicklungen seit Juli:

    • Es wurde ein neues Präventionsprogramm (bzw. ein Ausbau des bestehenden Programms "Gewalt-sehen-helfen") für Bahnhofsviertel, Gutleutviertel und Gallus von der Polizei vorgestellt, bei dem u.a. dunkle, bedrohliche Ecken mit besserer Beleuchtung ausgebaut werden sollen (auch mit Hilfe von Hinweisen der Anwohner an kost-bhfv@stadt-frankfurt.de).
    • Der Hipster-Treff Bahnhofsviertelnacht musste dieses Jahr digital stattfinden, bei dem sich die unterschiedlichen Anwohner und Gewerbetreibenden mit YouTube Videos vorstellen durften, teilweise recht interessant (Quelle)
    • Die Task-Force Umwelt (TFU) führt ab sofort verstärkt Müllkontrollen durch nachdem besonders im Bahnhofsviertel die öffentliche Vermüllung kritisiert wurde. Ebenfalls kann per "Mängelmelder" der Stadt auf illegale Müllentsorgung online gemeldet werden, so dass es schneller zu einer Behebung kommen kann.
    • Wie die FAZ berichtet, nimmt die Debatte um den immer unzeitgemäßeren Frankfurter Weesch (d.h. Drogenhilfe bei kaum wahrnehmbarer Repression) vor der Kommunalwahl endlich Fahrt auf, da die CDU den Züricher Weg (bzw. das Modell "Zip Züri") nun auf Frankfurt übertragen will. Eine Online-Umfrage von 330 Lesern der FAZ zeigt, dass 76% für einen Züricher Weg mit aller finanzieller und rechtlicher Konsequenz sind und nur 14% dagegen sind (10% sind eher neutral). Die CDU hat also endlich ein Thema gefunden, dass ein erhebliches Backing bei ihren bürgerlichen Wählern zu haben scheint.

    3 Mal editiert, zuletzt von Golden Age (2. Oktober 2020 um 14:49)

  • Ich weiß nicht, ob das hier exakt der richtige Platz ist, aber das Ensemble Elbestraße 49 bis 53 steht derzeit zur Zwangsversteigerung. Meines Wissens lassen sich die entsprechende Formularseite sowie Gutachten und Exposee im Justizportal des Bundes nicht direkt verlinken und werden auch nach einer gewissen Zeit wieder entfernt, aber möglicherweise ist der Einblick in die Dokumente für einige hier interessant.

  • Danke, das ist wirklich interessant. Besonders weil die zur Zwangsvollstreckung stehenden Häuser denkmalgeschützt sind, die Vorderhäuser jedenfalls. In der Denkmalliste stehen sie als "Mietshäuser von 1892 mit nobler Neurenaissancefassade aus rotem Sandstein."

    Bild: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/3a/Frankfurt_Elbestra%C3%9Fe_53.20130323.jpg   Bild: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/6b/Frankfurt_Elbestra%C3%9Fe_49-51.20130328.jpg/2379px-Frankfurt_Elbestra%C3%9Fe_49-51.20130328.jpg

    Bilder: Epizentrum (mit Lizenz CC BY-SA 3.0 @Wikimedia)

    Bis zur zwangsweisen Schließung aufgrund der Corona-Pandemie wurden die Vorderhäuser, das zugehörige Hinterhaus und der Hof dazwischen vorwiegend als Bordell beziehungsweise Laufhaus namens "Crazy Sexy" genutzt. Einst im großen Stil, samt Großküche und Kantine. Im Gutachten für das Amtsgericht Frankfurt wurde ein Marktwert der Liegenschaft in Höhe von 14,5 Millionen Euro festgestellt.

    Man darf gespannt sein, was aus den Häusern wird. Das Zwangsversteigerungsverfahren lässt sich im Informationsportal der Landesjustizverwaltungen (Link) übrigens ganz gut mit dem Aktenzeichen 845 K 51/2018 des Amtsgerichts Frankfurt finden.

  • Das Gutachten weist einen Marktwert von 14,5 Mio € aus. Die SWOT-Analyse des Sachverständigen:

    Das Objekt steht schon länger unter Zwangsverwaltung, der Bordellbetrieb ist geschlossen, es besteht ein Räumungstitel.

    Versteigerungstermin ist am 28.5.2021.

  • Einen guten Bericht über die aktuellen Zustände im Bahnhofsviertel hat kürzlich die FAZ unter dem passenden Titel "Auf der dunklen Seite" veröffentlicht.

    Bekannter Tenor:

    • So schlimm war es noch nie
    • Die Zustände sind jetzt gerade nicht das, was man ankommenden Reisenden am Bahnhof präsentieren möchte
    • Die Polizei wird allein gelassen und die Stadt tut zu wenig

    Ich habe wenig Hoffnung, dass sich da jetzt was ändern wird. Man hat das Gefühl die Stadt hätte das Viertel abgeschrieben. Sehr schade.

  • Erschütternd das im Viertel die Ansicht vorherrscht das die Hells Angels vor ihrer Zerschlagung im nördlichen Teil des Bahnhofsviertels noch für eine 'gewisse Ordnung' gesorgt haben, denn nun herrscht, so die Wahrnehmung im Viertel, völlige Regellosigkeit weil Stadt und Land außer Stande dazu sind. Um Mißverständnissen vorzubeugen: Hells Angels (& andere) sind nicht okay weil OK (Organisierte Kriminalität)!

    Wie kann es sein, so eine weitere Wahrnehmung im Viertel, das sich mittlerweile die Anzahl der Drogenabhängige die sich dort aufhalten stark erhöht haben und anscheinend Drogenabhängige aus halb Europa dort an- und abreisen.


    Der Bericht erwähnt ebenfalls das ein Restaurant neu eröffnete und nach einem Monat wieder geschlossen hat weil der Wirt / Investor möglicherweise das skandalöse Umfeld unterschätzt haben. Soviel zum Thema Kipppunkt und aufgeben.


    Aussteller und Besucher der Eurobike, die bisher das beschauliche Friedrichshafener Umfeld gewohnt sind, sind zurecht schockiert ob dem hiesigen. Stellt sich die Frage wie lange unter diesen Umständen die Eurobike in Frankfurt bleibt. "Never seen this before", so das Zitat eines italienischen Messeausstellers im Bericht. In zwei Jahren sind die wieder am Bodensee - wetten?

    Einmal editiert, zuletzt von main1a (20. Juli 2022 um 19:41)

  • Aus meiner Sicht hat besonders Gesundheits-Dezernent Stefan Majer (Grüne) keine Argumente das sich ausbreitende Kriminalitätsproblem zu ignorieren oder schön zu reden. Sein Dezernat ist dafür zuständig die Bedingungen im Viertel zu verbessern, aber scheint kein Interesse hieran zu zeigen. Dieses Aussitzen wird nicht gut gehen und das darf sich Majer mal hinter die Ohren schreiben. Selbst in der globalen Hauptstadt der Woke-Kultur San Francisco wurde kürzlich der realitätsfremde District Attorney ersetzt, da sich die traditionell toleranten/progressiven Einwohner fassunglos zeigten über die desaströsen Zustände in ihrer Stadt (ausufernde Kriminalität, lasche Polizei, Wohnungslose ohne Unterstützung, offener Drogenkonsum).

    Zur Bahnhofsviertel Thematik hatte die FAZ schon die Woche zuvor zwei weiter führende Artikel veröffentlicht, die eher in die Richtung Lösungsorientiertheit gingen.

    Im ersten Artikel vom 15.07. („Drogenszene soll verlagert werden“) wurden folgende Punkte aufgeführt:

    • Das erfolgserprobte Züricher Modell, welches von der CDU favorisiert wurde, soll weiterhin in Frankfurt Anwendung finden. Es gab hierzu bereits einen regen Austausch mit den Amtskollegen aus der Schweiz.
    • Eine Verlagerung der Drogenszene sei als Teil dieser Lösung unausweichlich – so sollen Abhängige in speziellen Unterkünften abseits öffentlicher Straßen durch Sozialarbeiter betreut werden
    • Ein Hindernis könnte sein, dass Zürich Süchtige aus anderen Kantonen abweisen kann. In Frankfurt ist es hingegen (unerklärlicherweise) nicht denkbar die Süchtigen aus Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz oder Thüringen abzuweisen.
    • Dezernent Stefan Majer (Grüne) sollte die Herangehensweise umsetzen, aber hierzu ist es bislang nicht gekommen. Das hört sich nach Aussitzen an.

    Im zweiten Artikel vom 14.7. („Verschiedene Viertel, ähnliche Probleme“) wird davon berichtet, dass sich die Drogenszene merklich ausgebreitet habe.

    (Un-)Ordnungsdezernentin Annette Rinn (FDP) sagt wortwörtlich, dass sich die Probleme seit der Pandemie „sehr verschlechtert“ hatten, d.h. Zunahme Strassenstrich und sichtbarem Drogenkonsum. Die Stadt versuche angeblich, der Verschmutzung des Viertels mit mehr öffentlichen Toiletten und enger getakteten Reinigungen zu bewältigen. Die Säuberung durch die FES sei aber nur in Begleitung der Stadtpolizei möglich.

  • Für die Akte/ zur Vervollständigung, die Belegschaften der DekaBank (Skyper), Commerzbank (Fürstenhof und Gallileo) und Deutsche Bahn (Ex-Vorstandsgebäude Dresdner) sind auch schon oder in Bälde weg.


    Die Zustände werden eine Nachvermietung nicht einfacher machen, um es nett zu formulieren.

  • Ich kann den Exodus der CoBa, Deka & der Deutschen Bahn völlig nachvollziehen, wir sind wieder voll & ganz in Krankfurt-Zeiten angekommen. Der Bogen ist längst überspannt und Firmen / Restaurants / Messen / Touristen / Business Travelers stimmen mit den Füßen ab. Wenn New York ein „SoHo“ hat, wäre ich dafür das Bahnhosviertel aus gegebenem Anlass in „NoGo“ umzutaufen. Ok, im Ernst, Frankfurt muss hier gerade höllisch aufpassen und Dezernent Majer sollte schleunigst einen Krisenstab oder Taskforce „Züricher Weg“ einberufen um die selbst geschaffene Lethargie zu überwinden. Der Stillstand um den ohnehin desinteressierten Oberbürgermeister dürfte auch eine Rolle spielen.


    Gestern ereignete sich der folgende Vorfall an der Moselstrasse:

    Polizei erschiesst Mann im Bahnhofsviertel


    Hinter der Paywall der FAZ meldet sich ebenso der bekannte Gastronom Ardinast zu Wort und spricht ebenfalls von alarmierenden Zuständen.

    FAZ - Bahnhofsviertel steuert auf Katastrophe zu

    2 Mal editiert, zuletzt von Golden Age (2. August 2022 um 20:17)

  • Ich verstehe nicht, wogegen die Stadt im Bahnhofsviertel machtlos ist. Die Zeit der Rotlichtviertel ist vorbei, Drogensüchtige sollen da raus, sie sollen sich in einem geschlossenen Gebäude vergnügen und beglücken. Das ganze Viertel ist voll von schönen Altbauten und natürlich auch Nachkriegsbauten, aber es gibt Potenzial für die Umwandlung in ein Wohn- und Kulturviertel. Die Kaiserstraße sollte unbedingt eine Fußgängerzone zur Taunusanlage werden. Die Münchener strasse sollte saniert werden und es gäbe Ecken, wo Wolkenkratzer gut aussehen würden. Es sollte mehr auf die Sauberkeit des Quartiers geachtet werden. Die Niddastraße sollte auch wieder zu einer lebenswerten Straße werden.

    Hier könnte ich mir vorstellen, dass mehr Kinos, Restaurants, Cafés, Wohnungen, Wolkenkratzer, Einkaufszentren und ein schöner, beliebter Teil der Stadt entstehen würden ... aber das ist nur ein Traum von mir.

  • Auch wenn von deinen Ideen etwas überzogen ( da braucht man keine EKZ oder Kinos ), wäre ein ähnliches Konzept wünschenswert, ist allerdings das Gegenteil dessen, was der Frankfurter Wähler mehrheitlich will:

    Jetzt ist schon schön, aber es geht noch "besser". Toleranz ( oder Totentanz ? ) steht über allem, hauptsache bunt. Wie gewünscht, so geliefert.

    Ich hoffe, bei euch im CSU (?) regierten Passau ist die Welt noch i.O. Hier in Nordhessen passen wir uns rapide Offenbacher Verhältnissen an.

  • ^ Naja das Frankfurter Bahnhofsviertel war schon 2003 zu meiner ersten IAA so verelendet, da muss man selbst in Berlin nach suchen. Und damals hatte eine gewisse Frau Roth der CDU schon ein paar Jahre das Zepter in der Hand.

    Im Vergleich dazu stehen andere, ebenfalls eher links geführte Großstädte um einiges besser da, scheint also nicht zwingend am Parteibuch zu liegen, sondern mehr an der aktuellen Stadtregierung.

    Ich wünsche den Frankurter*innen und mir bei meinem nächsten Besuch auf jeden Fall eine Bürgermeisterin oder Bürgermeister die bzw. der sich dem Drama wirklich annimmt (und dazu muss man nicht zwingend den Kärcher rausholen). Wie richie_BR richtig festgestellt hat, grundsätzlichwäre es ein schönes, urbanes Viertel und der Bahnhof eine Augenweide.