Beiträge von Volker Thies

    Meines Wissens warten alle, die mit Immobilien und Projekten in passender Größe zu tun haben, darauf, dass die Bundesbank genauere Spezifikationen dazu veröffentlicht, was sie genau sucht. Angeblich laufen so lange auch erst mal keine konkreten Gespräche zu einzelnen Lösungen. Und auch der Zeitpunkt, wann die Bundesbank ihr Anforderungsprofil festlegt, sei unbekannt. Da scheinen relativ viele Akteure sehr gebannt drauf zu schauen, bis hin zu dem Grad, dass manche Projekte erst mal verzögert werden, weil man keine Planungen oder Vermietungen vornehmen will, um sich nicht des Potenzials für den Buba-Abschluss zu berauben.

    Naja, beim letzten Beispiel wird aber deutlich, wie viel die Maschine da rein phantasiert: Rechts oben ist auf der Zeichnung nicht zu erkennen, ob es sich bei der untersten Abstufung um eine Mauer oder einen natürlichen Felsen handelt. Die KI bepflanzt die Stufe beherzt. Der offenbar fünfeckige Risalit rechte unten wird einfach mal viereckig. Am gleichen Gebäude wird einfach mal ein großer, dunkler Fleck auf die Seitenwand gekleckst. Der Kirchturm dahinter wird sichtbar gestaucht. In den Hügel im Hintergrund werden irgendwelche Felsstrukturen rein gemalt, auf der linken Seite werden offensichtliche Bäume zu Felsen umgewandelt. Der Turm links bekommt Rechteckzinnen verpasst, usw.

    Um mal ein wenig Atmosphärisches und Nebensätze aus beiden PKs nach meiner Wahrnehmung darzustellen:

    - Es wird ein gewisser oberirdischer Bereich des Campus als Sperranlage bzw. "Perimeterschutz" über dem Geoldtresor abgesperrt und im Eigentum der Bundesbank bleiben. Es werden also keine Kinder auf dem Gold Springseil hüpfen.

    - Wie groß dieser Bereich im Detail und damit die restliche, für den Kauf durch die Stadt zur Verfügung stehende Fläche werden wird, mochte niemand sagen. Oberbürgermeister Josef erwähnte, dass eine frühere 4,5 ha große Fläche als eher zu knapp für die Schule bewertet wurde. Von daher würde ich vermuten, dass wir schon über deutlich mehr als die Hälfte der 10,7 ha Fläche reden, die die Stadt erwerben soll.

    - Entscheidend wird in mehrfacher Hinsicht sein, wie viele Etagen des Altbaus für die Schule genutzt werden. Und da wird der Bund ordentlich etwas mitzureden haben. Der muss den Umbau ja schließlich bezahlen. Josef erwähnte auch die Idee, in den Obergeschossen auch Mitarbeiter von EU-Behörden unterzubringen, die dann nahe bei ihren Kindern arbeiten könnten.

    - Theoretisch könnte durch mehr Schulnutzung in den höheren Geschossen im Bestand die zu kaufende Fläche kleiner werden. So recht glaube ich nicht daran. Ich habe den eindruck, dass die Stadt sich da schon relativ viel sichern will.

    - Ich habe auch den Eindruck, dass weitere Nutzungsformen, also etwa Wohnen, auf dem Gelände keinesfalls vom Tisch sind.

    - Die Schule soll ebenfalls Zuwachspotenzial bekommen oder vielleicht sogar gleich größer geplant werden als die knapp 2.600 Kinder, für die der Bund bauen muss. Explizit wurde darauf verwiesen, dass man den Anteil von Schülern aus der Umgebung, die zu den Privatschul-Kindern hinzukommen erhöhen könne.

    - Bundesbankpräsident Joachim Nagel ließ sich entlocken, dass man ein Objekt mit mehr als 50.000 qm Fläche suche. Das ist natürlich keine besonders verwunderliche Zahl.

    - Die Innensanierung soll im dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden.

    - Relativ konkret scheinen mir die Überlegungen zur Verlagerung des Geldmuseums zu sein. Mir erscheint es ein wenig wie ein Herzenswunsch von Herrn Nagel, dafür einen Standort mit mehr Passantenfrequenz zu finden. "Vielleicht gar nicht weit von hier", meinte er während der Pressekonferenz in der Hauptverwaltung Hessen in der Taunusanlage.



    Mod: Die Entscheidung steht: Die Bundesbank-Zentrale kehrt nicht auf ihr angestammtes Areal in Bockenheim zurück. Für die Wahl eines neuen Sitzes in der City lässt sich die Zentralbank Zeit, bis zu 18 Monaten. Für Spekulationen steht dieser Thread zur Verfügung. Hier ist vorerst geschlossen.

    Das erste Quartal ist doch immer ziemlich ruhig. In meiner Datenbank sehe ich derzeit Abschlüsse für gut 30.000 qm. Die Makler haben sicher nochmal umfangreichere Datensätze und außerdem fängt heute die Mipim an. Da wird ja gerne nochmal was verkündet. Die gut 200.000 qm vom Q1/25 werde es aber vermutlich nicht wieder werden.

    Shurgard hat mir noch ein bisschen mehr zu dem Projekt erzählt. Im ersten Quartal 2027 soll der Standort fertig werden und dann rund 5.150 qm Nutzfläche bieten. Das Unternehmen lässt für den eigenen Bestand bauen. Rund 11,7 Mio. Euro werden an dieser Stelle investiert. Neben dem Projekt in Niederrad und der bereits im Betrieb befindlichen Niederlassung in Rödelheim weist der Jahresbericht 2024 des Unternehmens noch einen weiteren in Entwicklung befindlichen Standort in Frankfurt auf, dieser mit 5865 qm, aber ohne Adressnennung. Mal schauen, ob man mir dazu noch etwas sagt.

    Nachtrag: Der erwähnte andere Standort befindet sich nach Unternehmensangaben in Offenbach und soll Anfang 2027 seinen Betriebsstart haben.

    Das ist aber keine ganz neue Erkenntnis. Bei Rechenzentren hat die Stromverfügbarkeit schon vor schätzungsweise knapp fünf Jahren die Flächenverfügbarkeit als Engstelle abgelöst. Das betrifft nicht nur Frankfurt und das direkte Umland, sondern abgeschwächt auch die weitere Umgebung. Bei dem, zugegebenermaßen sehr großen, Projekt von NTT in Nierstein war die Fläche ebenfalls deutlich vor der Stromkapazität gesichert.

    Während der Pressekonferenz war die Rede davon, dass durch die Einhausung Potenzial für schätzungsweise 2000 Wohneinheiten entstehen könnte, und zwar auf versiegelten Flächen, unter anderem auf dem Parkplatz des Katharinenkrankenhauses und auf dem Gelände des Blumengroßhandels. Dass das derzeit nicht prioritär behandelt wird, scheint mir nachvollziehbar. Erst mal müssen die Straßenbauprojekte ja zumindest deutlich vorangeschritten sein, um halbwegs terminsicher an die angrenzende Wohnentwicklung herangehen zu können.

    Soweit ich weiß, gab es da nach der Insolvenz von Advanced Bikes Leerstand. Die dadurch frei gewordenen Flächen will aber der Bestandsmieter Circle Hub teilweise übernehmen, hinter dem ja einige etablierte Unternehmen aus den Branchen Bau, Transport und Rohstoffe stehen. So hieß es jedenfalls auf der Expo Real. Möglicherweise hat es darüber hinaus kleinere weitere Vermietungen gegeben.

    Es war eine natürlich sehr freudige Atmosphäre während der Pressekonferenz, da man sich relativ sicher ist, das Projekt auch umzusetzen. Die ABG verweist darauf, schon mehrfach in ähnlicher Größenordnung gearbeitet zu haben und über eine stabile Eigenkapitalbasis zu verfügen. Der Offenbacher Oberbürgermeister hat die Oppositionsfraktionen CDU und Linke mit ins Boot geholt, so dass ein reibungsloser planungspolitischer Prozess erwartet wird. Das Land Hessen will beim Studentenwohnen auch seinen Beitrag leisten.

    Zum Kaufpreis mochte Frank Junker erwartungsgemäß auch auf mehrfache Nachfrage hin nichts sagen, hat aber angedeutet, dass Adler wohl von Größenordnungen abrücken musste, die mit Interessenten aus vorherigen Anläufen im Gespräch waren.

    Der Kaufvertrag soll noch im November unterschreiben und dann alles zügig beim Notar umgesetzt werden. 2026 soll der Abbruch beginnen und bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

    Für das hiesige Spezialinteresse wohl erwähnenswert: Der städtebauliche Entwurf stammt von AS+P. Das Büro soll auch im weiteren Planungsverlauf involviert bleiben.

    Naja, das ist aber eine Aussage, die man derzeit allenthalben für feststeckende Projekte und für Immobilien mit mehr oder minder großem Verkaufsdruck wegen auslaufender Finanzierung oder schon angelaufener Insolvenz hört: Auf dem Markt schauen sich viele um, aber niemand macht einen Deal (nicht zuletzt, weil die Banken kein Fremdkapital rausrücken). Daraus würde ich weder gute noch schlechte Nachrichten für eine Entwicklung des Präsidiumsareals ablesen.

    Mir wurde auf Nachfrage gesagt, dass es eine komplette Neuplanung mit 12.000 qm BGF geben wird. Die ist offenbar auch schon fertig, denn sofort nach Baugenehmigung soll es losgehen. Da auch 12.000 qm BGF als reine Büroarbeitsplätze für die genannten 300 Leute reichlich üppig wären, gehe ich davon aus, dass auch Räume für Lagerzwecke und als Elektronikwerkstätten eingeplant sind.

    Wozu man anmerken muss, dass das die erste Vermietung ist, nachdem das Gebäude schon 2024 fertig wurde. Und wie wirtschaftliche die teilweise Nutzung als Showroom mit den damit verbundenen Umbauten für welchen Beteiligten ist, wäre nochmal die andere Frage.

    Nutzungsmischungen sind auch mit Blick auf die Marktgängigkeit schwieriger. Viele Investoren und Finanzprodukte sind ja gezielt auf bestimmte Nutzungsformen ausgerichtet, also beispielsweise entweder Wohnen und Büro. Die Versorgungskammer wird zwar wahrscheinlich ein Bestandshalter und kein reiner Development-Investor sein, aber man weiß ja nie, was in Zukunft noch passiert. Dann wäre eine Vermarktung "nutzungsreiner" Einheiten trotz des gemeinsamen Sockels einfacher als bei einer Mischung innerhalb einer gemeinsamen Gebäudehülle.