Beiträge von Volker Thies

    Der Verzicht auf den Westen beruht ja im Wesentlichen darauf, dass die Nachbarkommunen bzw. die Mehrheit der Regionalversammlung sich dagegen gestellt hat. Insofern scheint es schon nachvollziehbar, dass man erst mal das angeht, was die Nachbarn nicht sofort auf die Barrikaden treibt und damit eine gewisse Chance auf Realisierung hat. Allerdings ist auch für die Ost-Variante eine Abweichung vom Regionalplan und damit eine Zustimmung der Regionalversammlung notwendig. Schauen wir mal, wie sich das in der politischen Gemengelage der kommenden Monate entwickelt.


    Josef hat gestern davon gesprochen, dass es "keine Hochhäuser, aber eine angemessene städtebauliche Dichte" geben werde. Das kann momentan noch alles oder nichts heißen, da der Plan noch auf der Schärfetiefe der Regionalplanung ist. Bis es wirklich an den Städtebau geht, ist es noch ein gutes Stück Weges. Gestern wurde mir auf Nachfrage gesagt, dass das Verfahren beim Regierungspräsidium wohl rund ein Jahr dauern wird, selbst wenn es vergleichsweise glatt läuft. Erst danach kann das eigentliche städtebauliche Entwicklungsverfahren zur Sicherung des Eigentums an Grund und Boden anlaufen. Wettbewerbe zum Städtebau kommen wiederum danach oder bestensfalls parallel, und die Bebauungspläne sind dann nochmal nachgeordnet.


    Wenn ich das richtig verstanden habe, wird dem RP auch noch eine Variante vorgelegt, die zusätzlich einen kleinen Ausbaucluster direkt an Steinbach angrenzend umfasst. Die wurde aber gestern in der PK überhaupt nicht thematisiert, dürfte also in ihren Realisierungschancen als unwahrscheinlich angesehen werden. Auf Nachfrage hat Josef aber nochmal bestätigt, dass mit der vorgelegten Variante nichts verbaut wird, falls sich die Mehrheiten doch mal ändern und eine Entwicklung westlich der Autobahn möglich wird.

    Für das Karstadt-Gebäude steht doch fest, dass es einer Neuentwicklung weichen wird. Das gehört schon länger Sahle, und die hatten sich auf ein Mischobjekt mit Einzelhandel und Hotel festgelegt. Ob das angesichts der Entwicklung beider Branchen noch aktuell ist, dürfte nochmal eine andere Frage sein, aber da kann der Eigentümer sicher flexibel agieren. Sahle ist ja primär Wohnungsentwickler.


    Der gesamte Gebäudeblock hat allerdings verschiedene Eigentümer, so dass eine komplette Neuentwicklung unwahrscheinlich erscheint. (Am meisten Bewegung dürfte neben dem Karstadt noch im Parkhaus stecken, das nach meinem letzten Stand Signa gehört.) Auch irgendwelche Ausweichpläne des Kaufhofs scheinen mir wenig wahrscheinlich, denn Sahle will seine Immobilie ab 2025 entwickeln, und eine Überarbeitung des Kaufhofs würde viel länger dauern. Natürlich ist das alles eine Frage von Verträgen und des wirtschaftlichen Umfelds. Aber dieses Umfeld könnte für Sahle genausogut dafür sprechen, eine Gelegenheit für den Projektbeginn schon 2023 zu nutzen.

    Zu ergänzen wäre noch, dass bei dem Termin eine Gesamtinvestitionssumme von voraussichtlich gut 250 Mio. Euro genannt wurde. Als Zielgruppe will man sich auf größere Unternehmen der Internetwirtschaft konzentrieren, aber wohl eher keine Hyperscaler. Einen bedeutenden Abschluss gebe es bereits. Dieser werde aber noch nicht öffentlich gemacht.

    Das zuletzt unter #356 erwähnte Umbauprojekt Lyoner Straße 11/11A wurde laut einer Pflichtmitteilung von Evan mehrheitlich an Unimo verkauft, allerdings mit aufschiebenden Bedigungen angesichts einer derzeit laufenden Restrukturierung. Außerdem wird das ganze Geschäft erst vollzogen werden, wenn die Projektgesellschaft den geplanten Verkauf der Einheiten im Teileigentum umgesetzt und abgerechnet hat.


    Die beiden Gesellschaften sind sich nicht vollkommen fremd: Evan entstand vor rund fünf Jahren aus einer Umstrukturierung von Unimo und bis heute gibt es Überschneidungen bei den Aktionären, wie mir auf Anfrage gesagt wurde.


    Zusätzlich war noch zu erfahren, dass derzeit die Baufertigstellung für das Ende des zweiten Quartals 2023 angestrebt wird. Drei der sieben Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss seien an Gastrokonzepte vermietet.

    Das Thema "Graue Energie" hatte ich bei dem Termin, von dem auch die FAZ berichtet, gegenüber CV RE angesprochen. Man habe auch den Umbau im Bestand intensiv geprüft, so die Antwort, aber ein Bürohaus nach heutigen Anforderungen sei mit der Substanz nicht machbar. Das fange schon bei den Raumhöhen an und scheitere darüber hinaus an vielen weiteren Punkten.

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    In den Geschäftsberichten 2018 und 2020 von Gateway Real Estate findet man unter dem Stichwort "Taunus" ein bisschen was zu der dahinter stehenden Projektgesellschaft. Offenbar wurde die mehrfach zwischen Gateway und anderen Gesellschaften von dessen Mehrheitsaktionär Norbert Ketterer gehandelt.

    Auf der Expo Real 2018 hat Aldi Süd ein Kleinflächenkonzept mit 500 qm Verkaufsfläche vorgestellt. Ende 2021 hieß es, dass bei Aldi Nord und Süd nun 600 qm als absolute Untergrenze gelten, wenn der Standort interessant ist. Letzteres würde ich an der Fressgass als gegeben ansehen. Ob die ehemalige Gastrofläche 600 qm umfasst, weiß ich natürlich nicht.

    Zur Erwerbung des Gewerbeparks Ost durch Interxion wäre anzumerken, dass es sich dabei im Wesentlichen um einen Rollenwechsel vom Mieter zum Selbstnutzer handelt. Interxion hatte den Erwerb der Fläche aus den Händen von Beos im Juli 2020 bekannt gegeben. Damals war nur in Erfahrung zu bringen, dass dort 20.000 qm Nutzfläche bereits durch Rechenzentren belegt waren und dass dazu noch 17.000 qm Büros und 5000 qm für Lagerflächen und sonstige Nutzungen kamen. Insgesamt war von 21 Mietern die Rede.


    Welchen Anteil davon Interxion schon selbst belegte, wollte man mir damals nicht sagen. Es dürfte aber klar sein, dass die RZ-Fläche von Interxion selbst belegt ist. Da auf dem Gelände auch die Verwaltung des Unternehmens sitzt, dürfte es auch einen erheblichen Teil der Bürofläche selbst abdecken. Unter den 21 Mietern werden auch noch einige Dienstleister sein, die unmittelbar an Interxion hängen. Aber es wurde damals schon angekündigt, nach Auslaufen der Mietverträge dort ebenfalls RZs hinzustellen.


    Da wird man also im Wesentlichen eine Füllung der wenigen noch bestehenden Lücken mit weiteren Rechenzentren sehen. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem ein Refurbishment der älteren RZs ansteht, der eventuell auch eine Änderung der Gebäudehüllen als geboten erscheinen lässt.

    Dass DLE inzwischen die treibende Kraft der Entwicklung darstellt, ist allerdings auch schon seit März 2020 bekannt. Damals hieß es, dass das Unternehmen die Hälfte des Cesa-Anteils übernommen habe, was 45% gewesen wären. Mitte vergangenen Jahres wurde dann bekannt, dass der regionale Entwickler Schultheis ausgestiegen sei. Was mit seinen 10% passiert ist, war damals nicht in Erfahrung zu bringen.

    Aus meiner Sicht wäre noch ein paar interessante Statements vom gestrigen Termin anzumerken:


    Das Hotel ist mit 280 Zimmern konzipiert, aber noch keinesfalls beschlossene Sache. Es kann also sein, dass die Hotelflächen den Büros zugeschlagen werden.


    Unterirdisch wird ein großer Wassertank verbaut, der zur energieeffizienteren Klimatisierung im Vergleich zu konventionellen Klimaanlagen genutzt werden soll. Das wird natürlich die Zahl der Stellplätze in der Tiefgarage verringern.


    Gemeinsame Erschließung für Hotel, Büros und andere Nutzungen im Hauptturm.


    Aus technischer Sich wird spannend, ob, wo und wie genau die geplanten Savoniusrotoren zur Erzeugung von Windstrom installiert werden.

    Der limitierende Faktor dürfte auf Sicht weniger die Fläche sein als die Leistungsfähigkeit der Energieversorgung. Zum Objekt, das die Deutsche Bank in Sossenheim aufgibt, hatte ich mich auf der Expo Real mit einem Marktbeobachter unterhalten. Der meinte, dass es da einige Interessenten wegen einer Umwandlung in ein RZ gegeben habe, dass diese aber nach genauerer Untersuchung der dort möglichen Stromversorgung Abstand genommen hätten.

    Mir ist nur bekannt, dass Cells Property Investors aus München das Objekt Mainzer Landstraße 49, auch als Main Fourty Nine bekannt, im April 2018 erworben hat. Zumindestz wurde das zu diesem Zeitpunkt öffentlich gemacht. Zu dem Zeitpunkt war Regus, wie auf dem Foto am Scheibenaufkleber noch zu sehen, dort mit einem angeblich langfristigen Mietvertrag Komplettmieter.

    Vielleicht noch ein paar schnöde Zahlen, die ich zum Olivetti-Campus erfragen konnte: 66.100 qm BGF sollen auf dem Gesamtareal am Ende in Neubauten und modernisiertem Bestand in Summe zur Verfügung stehen, davon 38.000 qm auf dem Grundstück, das derzeit noch die Blue Towers trägt. Insgesamt sind 42.500 qm Wohnfläche und 6.500 qm Gewerbemietfläche vorgesehen.


    Die vorhandene Tiefgarage soll beseitigt und eine neue unter beiden Teilgrundstücken angelegt werden.