• Ohne Polemik gefragt: Warum ist eigentlich der Breitscheidplatz seit dem Anschlag mit diesen hässlichen Barrieren abgesperrt, aber z.B. der Potsdamer Platz nicht? Mir fallen zig Orte mit Menschenansammlungen ein, wo jeden Tag jemand mit einem LKW oder Auto Leute zu Dutzenden überfahren könnte.

    Wie absurd ist es denn bitte, diese seit Jahren den Breitscheidplatz verunstalten zu müssen?

  • Vielleicht lohnt ein Blick nach Italien. Die Piazza del Campo in Siena gilt als Prototyp des Stadtplatzes schlechthin. (Siehe hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Piazza_del_Campo)

    Wenn man diesen Stadtplatz in Siena als Vorbild nimmt, fallen zwei Dinge auf:

    Erstens: Der Platz ist an seinen Rändern vollständig mit Gebäuden gefasst.

    Zweitens: Auf diesem Platz steht nichts! Man lässt die Freifläche einfach wirken. Und es funktioniert!

    Was können wir daraus für den Breitscheidplatz ableiten? Fazit: kein Weltkugelbrunnen. keine Buden. kein Schick Schnack ....

  • Nicht den Brunnen!🙁

    Die Eiermannbauten kommen wohl nicht weg. Braucht man also nicht drüber reden.

    Es braucht vor allem ein neues Europacenter. Aber nur der Sockel. Der Turm mit dem Mercedes-Stern als Wahrzeichen des Westens muss bleiben. Es ist innen wie außen runtergekommen und hat nichts zu bieten, außer der Wasseruhr. Man kann es zum Brunnen hin konkav gestalten, dann ist die Seite des Platzes nicht so eckig. Logisch...Natürlich darf der Neubau keinen Mikrowellen-Look bekommen.

    Und dieser 365-Tage Weihnachts/Winter/Frühlings/Oster/Sommer/Herbst/Weihnachtsmarkt ist auch ne unerträgliche Situation. Überall Kabel, blockierte Sicht von der anderen Straßenseite usw.

    2 Mal editiert, zuletzt von Ben (24. August 2025 um 17:07)

  • … tolle Ratschläge sind hier zu lesen. Im Ernst manchmal möchte man hier verzweifeln. Wie kann man denn allen Ernstes hier in einem Architekturforum den Abriss eines Brunnens fordern? Zudem noch meines Wissens die Einzige Brunnenanlage der Stadt die im Stil der Postmoderne gestaltet ist.

    Sowas gehört instandgesetzt und in Betrieb genommen, dann kommt man nicht auf solch törichte Forderungen.

    Der Budenzauber muss weg, wie Andernorts auch. Ordentliche Sitzgelegenheiten müssen her und die abgrundscheusslichen Absperrungen beseitigt werden. Wie auch in der Wilhelmstrasse. Man kann nicht die halbe Stadt verbarrikadieren aus einem falsch verstandenen Schutzbedürfnis heraus.

    Vielleicht müssen sich die Menschen auch ein Bisschen der Stadt anpassen und nicht ständig versuchen die Stadt den Menschen anzupassen. Abrissorgien gab es in der Vergangenheit zu Genüge.

  • ^ absolut richtig. Die Absperrung haben etwas infantiles, sie scheinen absichtlich klobig und hässlich zu sein, damit man sie nicht übersehen kann . Das ganze Gerümpel in Berlin muss weg.

    Kunstwerke abzureißen, um Platz für irgendetwas zu schaffen, sollte man tunlichst unterlassen.

  • Na am liebsten hätte ich einfach das Romanische Forum wiederauferstehen lassen. Dann wären alle ästhetischen Bedenken sofort verpufft.

    Aber ich bleibe mal sachlich: Die heutige Situation ist nunmal geprägt von architektonischen Ideen aus unterschiedlichen Zeiten, die ja auch ihre Daseinsberechtigung haben. Die Eiermanngebäude abzureißen wäre mMn jedenfalls ein architektonischer und historischer Verlust. @Camondos Einwand bezüglich des Brunnens als postmodernes Zeugnis finde ich auch berechtigt - mir war dieses Alleinstellungsmerkmal vorher nicht bewusst. Ich hätte zwar nichts gegen einen neuen Brunnen, doch wir sollten ja aus der Vergangenheit gelernt haben, dass man nicht alles gleich abreißen soll, weil es aktuell nicht in Mode ist.

    Dennoch muss etwas geschehen - und das wären für mich zwei Hauptmaßnahmen:

    1. Aufräumen: Der öffentliche Raum generell, aber nicht minder am Breitscheidplatz, ist geplagt von unnützem Gerümpel, Mobiliar und Objekten. Buden und Poller müssen weg, ja, doch der aus politischen Kreisen geforderte Ersatz mit irgendwelchen Betonschriftzügen und anderen Dingen wird den Platz vollkommen zustellen, als Projektionsfläche für Graffitis und Tags dienen, neue Pinkelecken erzeugen und zum Abstellen von Dosen und Flaschen aller Art einladen. Damit wäre nichts erreicht. Weniger ist dann doch oftmals mehr.

    2. Zwar nicht den Brunnen abreißen, aber dennoch umbauen. Abgesenkte Flächen im öffentlichen Raum haben noch nie funktioniert und tragen meist sogar zur Verwahrlosung bei. Am Besten man schließt das Loch so weit wie möglich und umschließt einfach den Brunnen. Die Kaskaden kann man ja beibehalten, doch ich könnte mir vorstellen, dass das Loch auf den Brunnen allein reduziert wird, ähnlich wie beim 9/11 Memorial. Oder man lässt die flankierende Treppe bestehen, doch führt sie dann einfach unmittelbar zu einem neuen Eingang ins Europacenter

    Ah und vielleicht 3.: Eine Dachterrasse auf dem Riegel des Europacenters. Damit wäre eine neue Attraktion geschaffen, womit sich zukünftig vielleicht auch andere Investitionen in die Modernisierung des Gebäudes lohnen könnten

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Wie kann man denn allen Ernstes hier in einem Architekturforum den Abriss eines Brunnens fordern?


    Der Abriss eines Brunnens ist nichts, was in irgendeiner Weise skandalös wäre.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Zudem noch meines Wissens die Einzige Brunnenanlage der Stadt die im Stil der Postmoderne gestaltet ist.


    Das ist kein stichhaltiges Argument. Nur, weil es der einzige Brunnen im Stil der Postmoderne ist, heißt das noch lange nicht, das er erhaltenswert ist.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Sowas gehört instandgesetzt und in Betrieb genommen, dann kommt man nicht auf solch törichte Forderungen.

    Der Brunnen ist schon mehrere Jahre außer Betrieb. Und er wird auf absehbare Zeit nicht in Betrieb genommen werden, weil niemand für Instandsetzung und Unterhalt bezahlen möchte.

    Zusammenfassend:

    Dem Brunnen wird das gleiche Schicksal zuteil werden wie der Unterführung vor dem Bikini-Haus. Die Unterführung wurde vor einigen Jahren zurückgebaut. Genauso wird auch der Brunnen in einigen Jahren zurückgebaut werden. Es ist nur eine Frage der Zeit.


    NEU - Bilder aus Berlin:

    Vom Axel-Springer-Campus zur südlichen Friedrichstraße (1)

  • Was hat der Brunnen mit dem Straßentunnel zu tun? Weil beides Löcher im Boden sind? Das eine ist "Kunst", das andere ist einfach nur Verkehr.

    Ja, es wird nicht instandgesetzt, deswegen muss es ja instandgesetzt werden.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Wenn man diesen Stadtplatz in Siena als Vorbild nimmt, fallen zwei Dinge auf:

    Erstens: Der Platz ist an seinen Rändern vollständig mit Gebäuden gefasst.
    [...]

    Was können wir daraus für den Breitscheidplatz ableiten? Fazit: kein Weltkugelbrunnen. keine Buden. kein Schick Schnack ....


    Mit 'Erstens' hast du den Unterschied auf den Punkt gebracht. Nur hat bisher keiner hier das ABSOLUTE Hauptproblem adressiert: Die urbane Dystopie heißt Straße! 4 Spuren auf jeder Seite des Platzes 🤯🤯🤯 Es gibt keinen aufenthaltsfeindlicheren Platz, als diesen menschenfeindlichen, von Lärm und Abgas terrorisierten Ort. Solange dort der MIV nicht verschwindet bzw auf ein absolutes Mindestmaß reduziert wird, kann man den Breitscheidplatz vergessen.

    Einmal editiert, zuletzt von KSN368 (24. August 2025 um 17:37)

  • Wenn der Platz Murks ist, dann bringt auch Grillenzirpen nichts. Wer hier herkommt, tut dies nicht weil er Stille und Entspannung sucht. Es ist an einem Boulevard mitten in der Großstadt und nicht der Dorfanger. Dafür kann man nach Lübars. Aufm Alex, dem Breitscheidplatz Ostberlins, ist kein Verkehr und ich meide ihn so gut es geht.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Was hat der Brunnen mit dem Straßentunnel zu tun? Weil beides Löcher im Boden sind?

    Genau so ist es!

    Dass es sich um verschiedene Nutzungen (einmal Kunst, einmal Verkehr) handelt, ist aus meiner Sicht sekundär. In beiden Fällen handelt es sich um unschöne Löcher im Boden, die man besser schließen sollte.


    NEU - Bilder aus Berlin:

    Vom Axel-Springer-Campus zur südlichen Friedrichstraße (2)

  • Warum werden hier falsche Informationen verbreitet? Ich stand heute 24.08.2025 gegen 11 Uhr auf dem Breitscheidplatz vor dem Wasserklops. Das Wasser plätscherte, der Brunnen ist definitiv in Betrieb! Es sah doch ganz ordentlich aus. Mir persönlich gefällt der Brunnen.

    Wer den Abriss der Eiermanngebäude fordert, kann auch gleich den Abriss des Fernsehturms fordern. Dies kann man nur tun, wenn man die Geschichte Berlins - insbesondere der beiden Stadthälften - nicht kennt.

    Wie man einen mittelalterlichen Platz in Italien mit einem Platz der Nachkriegsmoderne in Deutschland vergleichen kann, erschließt sich mir nicht.

    Zu den Buden: Da bin ich zwiespältig. Einerseits könnten sie schon weg. Andererseits müssen sie sich ja schon wirtschaftlich lohnen. Nicht jeder Tourist möchte während oder nach dem Shopping gleich in ein Restaurant einkehren, da kommen die Buden gelegen. Außerdem so viele Restaurants gibt es hier gar nicht.

    Zu den Absperrungen: Nach Auskunft von Sicherheitsfachleuten hat der Breitscheidplatz eine besondere Stellung. Durch den Straßenverlauf mit den Kurven können Fahrzeuge hier eine sehr hohe Geschwindigkeit erreichen, wie es an anderen Orten/Plätzen eben nicht der Fall ist. Ich bin aber kein Experte.

    Wer es gemütlich haben will, muss in einer Kleinstadt wohnen.

  • ^ Mit deinen Anspielungen meinst du vermutlich mich.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Warum werden hier falsche Informationen verbreitet? Ich stand heute 24.08.2025 gegen 11 Uhr auf dem Breitscheidplatz vor dem Wasserklops. Das Wasser plätscherte, der Brunnen ist definitiv in Betrieb!

    Als ich Ende Juli / Anfang August in Berlin gewesen bin, lief der Brunnen nicht. Aber es kann natürlich sein, dass er lediglich für einen kurzen Moment ausgeschaltet war.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Wer den Abriss der Eiermanngebäude fordert, kann auch gleich den Abriss des Fernsehturms fordern. Dies kann man nur tun, wenn man die Geschichte Berlins - insbesondere der beiden Stadthälften - nicht kennt.

    Du sprichst ganz pauschal von der Forderung nach Abriss der Eiermanngebäude.

    Es gibt insgesamt vier Eiermanngebäude. In meinen Beiträgen habe ich den Abriss von zwei dieser vier Gebäude gefordert, aber nicht von allen vier Gebäuden. Das ist ein Unterschied, findest du nicht?

    Ich würde dich um ein bisschen mehr Differenzierung bitten.

  • Ich glaube auch, der Breitscheidplatz ist so weit in die Jahre gekommen, dass er ein Update braucht. Ich kenne ihn noch als altes Zentrum Westberlins in der geteilten Stadt und er war ein belebter und funktionierender Ort, der das Wahrzeichen Gedächtniskirche mit der direkten Umgebung aus Zoo, Europa Center aber auch dem Marmorhaus und dem Zoopalast verband. Nun bräuchte er in meinen Augen ein Update, am besten als Gesamtkonzeption. Es ist in der Umgebung ja schon viel geschehen durch das neue Bikinihaus, das Zoofenster und Upper West und die zentrale Verbindungsfläche schlummert vor sich hin.

    Ich glaube Brunnen und Eiermanngebäude müssen integriert, aber nicht unverändert bleiben. Dies hat dann auch etwas mit dem respektieren der Architektur der Vergangenheit, die vllt heute als belanglos und unmodern angesehen wird, aber von der man sich bei Beseitigung in 50Jahren vielleicht sagt, hätte man nicht gleich alles in der Form beseitigt. Ich finde allerdings persönlich diese Eiermannbauten und der Brunnen sind irgendwie schlechter gealtert, als z.B. der Zoopalast, der ja auch aus den 50ern stammt.

    Ich glaube man kann bei einem solchen Platz nur ein Gesamtkonzept erarbeiten, dass auf die Umgebung abgestimmt und diese fortsetzen muss. Persönlich fände ich eine Reduzierung der Eiermannarchitektur durchaus wünschenswert. Aber ich weiss zu wenig über die Funktionen der einzelnen Gebäude. Ästhetik und Nutzen sind ja wieder unterschiedliche Dinge.

    Mit Schlagwörtern wird man hier nicht weiterkommen, sondern nur mit einem in sich schlüssigen Konzept, dass all die Fragen miteinander in Einklang bringt und viel kreative Arbeit und Fingerspitzengefühl erfordert.

    Im Moment ist der Bereich, auch durch die Abgrenzungen eher von der Umgebung isoliert:

    owip8enh.jpg

  • ^ … Bravo, das ist ein ausgezeichneter Kandidat für die geplante Internationale Bauausstellung in den 30er Jahren. Ich hoffe es bleibt dabei und wird nicht weggespart.

  • Absolut. Mir fällt da eigentlich nur ein noch schlimmerer "Platz" ein - Der Hardenbergplatz. Auch hier ist seit Jahren das Bewusstsein für eine nötige Veränderung mit zig Vorschlägen von Architekten. Angegangen wird leider nichts. Es wäre schön, wenn für die beiden Plätze ein mutiges Gesamtkonzept gemacht wird - Der City West kann es nur gut tun.

  • Den letzten Beiträgen ist die wiederholte Forderung nach einem Gesamtkonzept zu entnehmen. Daher möchte ich mal fragen, welche Vorteile denn eigentlich ein Gesamtkonzept bringen soll?

    Grundsätzlich besteht ein Gesamtkonzept aus mehreren Teilmaßnahmen, die aufeinander abgestimmt sind. Der Haken an der Sache: ein Gesamtpaket kann nur so gut sein wie die darin enthaltenen Teilmaßnahmen. Und bei der Vielzahl an hier geäußerten Anliegen wird es kaum möglich sein, all diese Themen in einem integrierten Gesamtkonzept unter einen Hut zu bekommen.


    NEU - Bilder aus Berlin:

    Bonus-Bild - Kurfürstenstraße 87

  • Dekoratives Anführungszeichen

    bei der Vielzahl an hier geäußerten Anliegen wird es kaum möglich sein, all diese Themen in einem integrierten Gesamtkonzept unter einen Hut zu bekommen.

    Der Versuch ein stimmiges Gesamtkonzept zu entwickeln bedeutet, die unterschiedlichen Belange untereinander abzuwägen, aber keines völlig unter den Tisch fallen zu lassen. Für einen Stadtplatz wie in diesem Fall sind die Prioritäten Aufenthaltsqualität und Integration ins Umfeld. Im speziellen in diesem Fall nochmal Sicherheit. Gerade wenn es viele „Anliegen“ gibt, ist eine stimmige Freiraumplanung entscheidend, da der Raum begrenzt ist und vorhandene Elemente beachtet werden müssen.

  • Gleichzeitig versanden solche Gesamtkonzepte aber auch gerne mal, oder ziehen sich ewig in die Länge, weil dann doch jeder mitmischen will.

    Diese unsäglichen, mobilen Poller durch ansehnlichere aus Granit zu ersetzen (oder auch ganz entfernen, sind sie doch eh meistens nur für die gefühlte Sicherheit da), Fressbuden nur noch im begrenzten Rahmen zuzulassen, oder einfach öfter mal durchzukärchern, hübsche Bänke und vielleicht mobile Pflanzgefäße aufzustellen etc. würde alles schon helfen und den Platz so viel ansprechender zu machen. Da brauchts doch nicht zwingend ein Konzept dafür?

    Muss ja nicht immer das Rad neu erfunden werden um etwas schöner zu machen.

    Hier in München will der OB jetzt die Fußgängerzone und angrenzende Straßen mit Bürgerhilfe bis Ende 2026 mit Bäumen bepflanzen. Paris hat gezeigt, dass was vorwärts geht, wenn man möchte. Aber es muss halt mal jemand mit Herzblut dabei sein (oder dringend wiedergewählt werden wollen).