Kulturforum

  • ^ und ^^

    Ich kann damit gut leben, wenn dir der Entwurf nicht gefällt. Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.

    Allerdings kann ich den Vorwurf nicht nachvollziehen, wonach der Entwurf nicht in die Umgebung passen soll. Wenn man eine Bestandsanalyse über den Gebäudebestand der näheren Umgebung durchführt, kann man nicht einfach bestimmte Gebäude unter den Tisch fallen lassen, die einem persönlich nicht gefallen. Die Gebäude in der Stauffenbergstraße (inklusive der Gemäldegalerie) existieren nunmal. Da spielt es auch keine Rolle, ob diese "altbacken" sind, oder nicht.

    Im Übrigen gefällt mir die postmoderne Gemäldegalerie ausgesprochen gut und empfinde diese ganz und gar nicht als altbacken. Aber darüber haben wir - vor langer Zeit - bereits gesprochen, dass wir bezügl. der Gemäldegalerie unterschiedliche Meinungen haben.

    Wenn man die Gemäldegalerie als altbacken empfindet, dann hat man wahrscheinlich ein grundsätzliches Problem mit der Postmoderne, weil man dann vermutlich alle postmodernen Gebäude als altbacken und nicht mehr zeitgemäß beurteilen wird.

  • Ich liebe die Postmoderne! Der Gemäldegalerie fehlen halt der Witz und die Leichtigkeit, wie es zum Beispiel bei der Staatsgalerie Stuttgart ins Extreme getrieben wurde. So etwas hätte das Kulturforum mit seinen vielen Extremen aber noch mehr wie einen exzentrischen Haufen von Einzelgängern wirken lassen. Die Bauaufgabe war sehr schwer lösbar, so haben Hilmer & Sattler und Albrecht einen zurückhaltenden Bau entworfen, den ich woanders auch ganz gut fände. Aber auf dem Kulturforum geht er wirklich unter, was für die sensationelle Sammlung im Inneren echt schade ist.

    Etwas Strengeres, Feierlicheres, hätte sich zugleich besser eingefügt und behauptet. Man stelle sich als Gemäldegalerie mal so etwas wie zum Beispiel das Hygienemuseum vor. Das ist von 1912. Zu der Zeit hat Mies van der Rohe noch richtig schön traditionell entworfen. :D

    Ich glaube, ein Hauptproblem ist das Vermeidenwollen von Feierlichkeit. Immer mit dem Argument, das würde die Leute abschrecken, obwohl "die Leute" die feierlichen Museums- und Hotelpaläste des 18. und 19. Jahrhunderts stürmen wie verrückt. Der Hotelentwurf nimmt etliche Elemente auf, die als repräsentativ codiert sind, und darin dürften sich eben viele Menschen wiedererkennen.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Dagegen spottet die Verwahranstalt, die GMP entworfen haben, wirklich jeder Fassadenkritik.

    Die Fassadengestaltung des Interimsgebäudes ist islang noch gar nicht bekannt. Im Baukollegium hatte GMP zu den einzig bekannten "Entwurfszeichnungen", die auch hier gezeigt wurden, gesagt, dass es sich um Platzhalter handelt. Da ging es allein um Volumen, Durchwegung, Freiraumgestaltung und Nachnutzung (das Gebäude soll der SPK auch in Zukunft bei weiteren Sanierungen als Interimsgebäude dienen).

  • Ah, gut zu wissen. Wir leben ja in Zeiten, in denen man einen ungestalteten Platzhalter von einem Gewinner hochkarätiger Architekturwettbewerbe oft nicht mehr unterscheiden kann.

    Hier noch ein paar Bilder von der GMP-Website, die hier noch nicht eingebunden wurden. Mit einer ausdrucksstarken Fassade könnte das schon gut werden:

    Erdgeschoss

    wuc53lsk.jpg

    Obergeschoss

    bajotjru.jpg

    Schnitt Ost-West

    xrx5b47s.jpg

    v2c6rfa7.jpg

    t6b2rksx.jpg

    hmdypdho.jpg

    Staatsbibliothek Berlin - Projekte - gmp Architekten

  • ^

    … verstehe ich nicht was Du uns sagen willst. du zeigst uns Grundrisse und Skizzen der StaBi.

    Die hat aber schon eine sehr ausdrucksstarke Fassade. Und bedarf keiner Neuen.

    Ich denke Dir sind die Örtlichkeiten nicht ganz präsent.

    Einmal editiert, zuletzt von Camondo (20. Februar 2026 um 10:27)

  • … nein, zuletzt sprachen wir hier über den Interimsbau. Auf den Du Dich ja wohl bezogen hast mit Deiner Kritik.

    Ich zitiere aus Deinem Post: > Dagegen spottet die Verwahranstalt, die GMP entworfen haben, wirklich jeder Fassadenkritik. <

    Dann hast Du Grundrisse der StaBi gepostet und Innansichten verbunden mit der Forderung ich zitiere wieder:

    > Mit einer ausdrucksstarken Fassade könnte das schon gut werden: <

    Nur zum besseren Verständnis für Dich, die StaBi bleibt äußerlich ausdrucksstark und gutgestaltet wie sie ist. An der Eingangssituation word etwas geändert.

    Aber all das hat nichts mit Deiner Kritik am Interimsbau zu tun. Bei dem die Fassadengestaltung nichteinmal geklärt ist , laut Forumsmitglied HarrySeidler .

    Zusammengefasst viel Trara um Nichts.

  • Ach Camondo, nun reg dich doch nicht so auf. Dass für den Interimsbau noch keine Fassade feststeht, hatte ich doch schon mit "Ah, gut zu wissen" kommentiert und damit für mich abgehakt. Weil ich aber nochmal auf der GMP-Website gestöbert hatte, war mir aufgefallen, dass dort Bilder sind, die ich aus dem Forum noch nicht kannte. Also habe ich die eingebunden. Die Freiraumgestaltung und die Ideen zur inneren Organisation finde ich ganz gut. Da die bisherige Rückseite der Bibliothek betroffen ist und offenbar geöffnet wird, die Außenansichten aber auch hier sehr vage sind, habe ich die Hoffnung auf eine attraktive Außenansicht geäußert. Mag sein, dass du keinen großen Änderungsbedarf siehst, vermutlich ist auch wegen Denkmalschutzes nicht viel möglich. Aber GMP scheinen ja durchaus eigene Akzente zu setzen, wenigstens im Eingangsbereich. Dass wir unmittelbar vorher über die Fassade des Interims diskutiert hatten, war missverständlich, aber das war ja mit Verweis, dass es dazu noch keinen Entwurf gibt, bereits abgeräumt.

    Man kann doch hier über Entwürfe diskutieren, auch wenn sie bereits gebaut wurden oder nie gebaut werden, dazu ist das Forum doch auch da, oder nicht? Du hast dich daran ja auch rege beteiligt. Wenn dich das Trara doch nicht interessiert, kannst du ja weiterklicken.

  • … alles okay Ziegel. … und doch das regt mich auf. Ich habe etwas gegen dieses reflexhafte Modernistenbashing. Kaum dass ein Entwirf gezeigt wird, der auch noch nichtmal die endgültige Fassadengestaltung zeigt, anders als es Dir behagt, weil zeitgenössisch, schon haust Du drauf, ohne besseres Wissen. Das war beim Erweiterungsbau des Bauhaus-Archivs ebenso.

    Einzig das wollte ich bemängeln. ansonsten bist und bleibst Du ein geschätztes Forumsmitglied.

    Einmal editiert, zuletzt von Camondo (20. Februar 2026 um 14:17)

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Allerdings kann ich den Vorwurf nicht nachvollziehen, wonach der Entwurf nicht in die Umgebung passen soll.

    Die Stauffenbergstraße ist eben gerade nicht durch Altbauten geprägt. Die genannte Nr, 41 (SPK) besteht nur zu einem Drittel aus einem Altbau, die Erweiterungsbauten links und rechts sind jüngeren Datums. Der einzige weitere Altbau in der Stauffenbergstraße ist der Eingang zum Bendlerblock/Gedenkstätte. Und an der Tiergartenstraße wäre das Gebäude zwischen dem Kunstgewerbemuseum und der Österreichischen Botschaft positioniert, beides Solitäre in ihrem eigenen Sinn.

  • ^

    Erstens: Auf die Tatsache, dass die Erweiterungsbauten links und rechts der Stauffenbergstraße 41 jüngeren Datums sind, habe ich in meinem Beitrag doch bereits selbst hingewiesen. Insofern ist deine Feststellung, wonach nur der mittlere Teil des Gebäudeensembles aus einem Altbau besteht, keine neue Erkenntnis.

    Zweitens: Es kommt nicht auf das Alter des Gebäudes, sondern auf den Baustil an. So sind die neueren Erweiterungsbauten - genauso wie der Altbau - in einem konservativen Baustil (Stichwort: starke Betonung des Sockels usw.) errichtet.

    Drittens: Ich habe nie behauptet, dass die Stauffenbergstraße in ihrer Gesamtheit durch Altbauten (oder einen konservativen Baustil) geprägt sei.

    Was ich gesagt habe, ist, dass die Stauffenbergstraße 41 mitsamt der neueren Nebengebäude bereits völlig ausreicht, um den Vorwurf zu entkräften, wonach ein Entwurf in konservativer Bauweise hier nicht hinpassen würde.

    Der ganze Bereich südlich des Tiergartens ist in seinem Charakter sehr inhomogen. Aufgrund dieser Inhomogenität kann man für die Vorgaben eines möglichen Neubauprojektes nicht viel herleiten oder ableiten. Und das heißt eben auch, dass man keinen Baustil kategorisch ausschließen kann.

  • ^ Laut dieses Spiegel-Artikels hat man beim Baustart im Jahr 2019 mit der Fertigstellung im Jahr 2026 gerechnet. Bereits ohne Verzögerungen hatte man stolze sieben Jahre Bauzeit eingeplant. Da stellt sich schon die Frage, warum ein Museumsbau in Deutschland eine so lange Bauzeit benötigt?

  • ^ Vermutlich gibt es bei Museumsbauten Besonderheiten zu beachten, die es bei normalen Gebäuden nicht gibt. Da denke ich insbesondere an die Klimatisierung und die Sicherheit für die Kunstwerke. Aber sind deswegen trotzdem 7 Jahre Bauzeit notwendig für ein Museum, das mit rund 9000 qm Ausstellungsfläche deutlich kleiner sein wird als das MoMA in New York (ca. 15000 qm) oder der Centre Pompidou in Paris (ca. 25000 qm)?

  • Die allgegenwärtige KI gibt dazu eigentlich ganz gute Antworten.

    In der Bauphase vor allem Fachkräftemangel und Materialengpässe sowie Schlechtwetterperioden und, ganz interessant, bei den eh schon langen Planungsphasen, dass wohl nicht alles durchgeplant wird (aufgrund von fehlender Expertise bei den Bauherren auch nicht durchgeplant werden kann) und dann erst in der Bauphase geklärt werden muss.

    Interessanterweise werden auch strenge Antikorruptionsgesetze als Verzögerungsgrund genannt.

    Einmal editiert, zuletzt von Baukörper (29. April 2026 um 08:02)

  • Ist das jetzt nur eine Erklärung der KI oder hast du die Quellen, die sie dir nennt, auch geprüft? Denn nur dann ergibt der Einsatz der KI bei so einer Frage Sinn: zur Recherche.

    Abgesehen davon schien mir hier zuletzt die Frage im Raum zu stehen, warum die ursprünglichen Planungen schon mit 7 Jahren Bauzeit angesetzt waren, nicht warum es Verzögerungen gab. Zu den Gründen der langen Umsetzung kommt sicherlich noch dazu, dass auch die Ausstellung selbst konzipiert werden muss. In den meisten Fällen sollten diese Planungen aber parallel laufen können, denn es handelt sich ja dabei um gänzlich anderes Personal - es sei denn, dieses ist noch gar nicht eingestellt, weil es ein komplett neu aufzubauendes Museum ist.

  • Ich vermute, dass die Tatsache, dass es sich um einen öffentlichen Auftrag handelt, ebenfalls eine Rolle spielt. Die lange Planungsphase spiegelt auch wider, wann die Mittel in den Haushaltsplänen bereitgestellt werden. Behörden und Stiftungen neigen dazu, die Verfügbarkeit von Mitteln zu strecken, um ihre mehrjährige Planung zu konsolidieren.