Ich sehe die bevorstehende Senatsbildung vorsichtig optimistisch. Linke/Grüne/SPD haben eine Mehrheit von 15 Stimmen im Abgeordnetenhaus. Zudem sehe ich bei allen drei Partnern den Willen zur Zusammenarbeit. Der Landesparteitag der Linken hat am Freitag mit über 90 Prozent Zustimmung die Aufnahme von Sondierungsgesprächen beschlossen, der SPD-Landesvorstand hat einstimmig für Sondierungsgespräche votiert. In den Sondierungsgesprächen wird sich zeigen, dass viele der angeblichen Streitthemen keine Streitthemen sind. Alle drei Parteien werden sich auf den Kampf gegen Antisemitismus und für den Schutz jüdischen Lebens in Berlin einigen, auch zum Kampf gegen organisierte Kriminalität wird es Einigkeit geben. Der größte Streitpunkt dürfte der Umgang mit dem Volksentscheid Deutsche Wohnen & Co. enteignen sein, weil hier Linke/Grüne auf der einen und die SPD auf der anderen Seite unterschiedliche Positionen vertreten. Aber auch hier wird es eine Lösung geben.
In ein paar Jahren wird die Arbeit des Senats an den realen Handlungen und nicht an spekulativen Befürchtungen gemessen werden, da werden viele Diskussionen viel entspannter ablaufen.
Neuwahlen halte ich für unwahrscheinlich, weil Linke/Grüne/SPD über eine große Mehrheit verfügen und deshalb kein Notstand herrscht, der solch eine Maßnahme rechtfertigen würde. Keine der drei Parteien dürfte Interesse an Neuwahlen haben.