Beiträge von Regent

    Naja, ob das Gebiet zwischen Marktplatz und Königstraße unbedingt für Wohnungen geeignet ist zweifle ich jetzt mal an. Zumal dort gerade in den Hinterhöfen auch viel Lieferverkehr unterwegs ist. Höchstens in den oberen Geschossen wären hier Wohnungen möglich, die Frage nach der Nutzung im Erdgeschoss bleibt trotzdem offen, entweder Gastronomie oder Gewerbeflächen. Warum es nie wieder Einzelhandel geben soll ist mir zudem schleierhaft, out sind eigentlich eher die großen Ketten. Das Problem sind Mietpreise die jeglicher Realität entbehren und Vermieter die eher Ramsch-Ketten den Vorzug vor originellen Konzepten geben.

    Gut, bei den 20.400 Wohnungen sind natürlich der Neckarpark, das Rosensteinviertel und der Eiermann-Campus eingerechnet, vermutlich auch das Gebiet um den Gaskessel oder z. B. das ENBW-Areal am Stöckach. Nachverdichtung im Bestand ist praktisch kaum noch möglich, sofern man nicht deutlich Höher baut wie bisher – was man in Stuttgart ja bekanntlich nicht will.

    Ich denke in der jetzigen Form wird die Schulstraße auch nach Corona kein Revival erleben und während der Marktplatz umgebaut wird gehts vermutlich noch weiter bergab. Ich finde Städtebaulich hat die Schulstraße durchaus Charme, gerade auch wegen den 2 Ebenen. Aber ganz ohne Umbauten wird es wohl nicht funktionieren, gerade die Hinterhöfe sind Städtebaulich eine Katastrophe – da ergibt sich die Chance mit neuen Durchbrüchen auch das Umfeld der Schulstraße aufzuwerten. Ansonsten müssen sich die Vermieter wohl auch von den astronomischen Mieten verabschieden und es benötigt dringend einen bessere Mieter. Die Läden in der Schulstraße sind einfach extrem outdatet. Billig-Chinesen, Ramsch-Läden und Nordsee ziehen halt einfach nichtmehr. Was z. B. möglich ist hat man in der Calwer-Passage bis vor kurzem gesehen. Kleine, originelle Läden, Hippe Cafés und Bars, oder moderne Restaurant-Konzepte. Man könnte aus der Schulstraße z. B. auch einen Streetfood-Court machen. Man könnte die Schulstraße auch komplett mit einem Glasdach überspannen und so für ganzjährige Aufenthaltsqualität sorgen. Ladenflächen sollten zusammengelegt oder einzelne Gebäude neu gebaut werden. Möglichkeiten gibt es sicher viele, aber mit einem "weiter so" wird es nur weiter bergab gehen. Und es benötigt eine deutliche Aufwertung des Marktplatzes um wieder für mehr Kundenfrequenz in der Schulstraße zu sorgen.

    Ich denke mal hier kommen einige Faktoren zusammen: Die ganzen Gastronomischen Einrichtungen wie McDonalds, Nordsee, Bäcker etc. dürften einen massiven kundenrückgang wegen Corona haben. Dazu kommt ein schlechter Ladenmix, der aus Handyshops und Billig-Läden besteht. Läden wie GameStop sind ohnehin weltweit in der Krise, denn Computerspiele werden vermehrt einfach per Download gekauft und nicht mehr im Laden. Der Wegfall des Karstadts, oder war’s Kaufhof, und dem Supermarkt Eingang in der schulstraße war eher suboptimal, die Klientel die Primark jetzt dort anzieht geht nach ihrem Einkauf bei Primark höchstens noch zum McDonalds, wird sonst aber kein Geld in der Schulstraße lassen. Dazu kommt noch das ohne Veranstaltungen auf dem Marktplatz auch einfach die passantenfrequenz gesunken ist.

    Naja, so unwichtig ist die Zugverbindung nach Zürich nun auch wieder nicht. Das die Bahnstrecke da eher Suboptimal ist ist schon klar, man könnte mit dieser Fläche in bester Lage sicherlich besseres machen. Tatsächlich halte ich hier einen Radschnellweg mit Ausflugslokalen an Aussichtspunkten für eine der interessanteren Lösungen, sofern die Gleise verschwinden. An einigen Stellen, wo die Trasse im Trog liegt, könnte man diese Überdeckeln und den Deckel dann begrünen oder auch bebauen. Als Rad- und Fußweg hätte die Strecke dank Stadtpanorama und moderater Steigung gute Möglichkeiten, gerade auch an Wochenenden. zum Ausflugsziel zu werden, über das Kreativquartier am Nordbahnhof kommt man dann direkt in die Innenstadt. Im Bereich Vaihingen müsste man natürlich schauen wie man die Strecke gut ans Radnetz anbindet, da bieten sich aber sicherlich Möglichkeiten.

    Das mit der Steigung wird wohl das Problem sein, das ist mir klar. Man müsste auf der Trasse selbst mehr Steigung hinbekommen, bis zu einem gewissen grad würde das in offener Bauweise gehen, irgendwann muss die Trasse ja eh in den Tunnel. Vermutlich stehen hier aber die Zahlreichen Brücken, bzw. Unterführungen im Weg. Vermutlich wird's dann wohl doch die Variante über den Flughafen und die Gäubahntrasse wird dann zum Radschnellweg.

    NEIN – genau so meine ich es eben nicht!!! Mein Vorschlag beruht darauf die Gäubahn eben nicht wie bisher über den Nordbahnhof zu führen und einen zusätzlichen Kopfbahnhof unter dem neuen Bahnhof zu errichten, sondern die Gäubahn ähnlich der heutigen Trasse zu führen, aber dann durch den neuen Feuerbacher Tunnel in den neuen Durchgangsbahnhof einzufädeln. Im Prinzip würde die Gäubahn dann einfach von der entgegengesetzten Richtung wie aktuell geplant in den neuen Durchgangsbahnhof geführt. Der Hintergrund der Idee ist, das man so vermutlich mit weniger neuen Tunnel auskommen würde wie wenn man jetzt nochmal Unteraichen und Filderstadt komplett untertunneln würde. Einen Haltepunkt der Gäubahn am Nordbahnhof macht ja keinen Sinn, sie verläuft dort auf einem Viadukt, zudem ist die Gäubahn ja hauptsächlich für den Fernverkehr zuständig – da benötigt es keinen Halt 5 Minuten vor dem Endziel. Mit einem Anschluss der Gäubahn über die Feuerbacher Seite in den Durchgangsbahnhof hätte man, zusammen mit der Rohrer Kurve und dem Bau des Filderbahnhofs wie aktuell geplant einen Ringschluss, der es auch der S-Bahn ermöglichen würde über die Gäubahn den Durchgangsbahnhof zu benutzen sofern es Störungen auf der Stammstrecke gibt.

    Tatsächlich frage ich mich aber langsam ob es nicht sogar einfach wäre die Gäubahn weitestgehend auf ihrer Trasse zu belassen, die Trasse dann aber irgendwo im Bereich Killesberg in die Tiefe zu legen und mit einer Kurve in den Feuerbacher Tunnel einzufädeln und an den Hauptbahnhof dann über diese Seite anzubinden. Zusammen mit der Rohrer Kurve hätte man dann tatsächlich auch einen durchgehenden Ringschluss der Gleise. Wenn die Gäubahn dann am Regionalhalt S-Vaihingen halten würde, und von hier eine Express-S-Bahn zum Flughafen pendeln würde, dann hätte man meiner Meinung nach eine ganz gute Lösung.

    Die Hauptbestandteile von S21 sind der Durchgangsbahnhof und die Tunnel nach Feuerbach und der Fildertunnel – letzterer wird von der Gäubahn mitbenutzt aber nicht wegen der Gäubahn gebaut. Warum das Projekt also ohne Gäubahn – die natürlich nicht eingestellt wird – zum Kopfbahnhof werden soll erschließt sich mir nicht!

    Schwachsinn, da hast du das Konzept von S21 nicht verstanden. Die Gäubahn war nie Hauptbestandteil des Projektes. In erster Linie ging es um eine sinnvolle Anbindung der Neubaustrecke nach Ulm, die durch das Neckartal nicht geführt hätte werden können. Erklärtes Ziel war immer eine möglichst durchgängige Schnellzugverbindung durch Europa zu schaffen und da gibt es nun mal bestimmte Korridore, in diesem Fall Wien-München-Stuttgart-Paris, wo Stuttgart bisher das Nadelöhr war. Zu diesem Ausbau hat man sich der EU gegenüber auch verpflichtet. Die Gäubahn war bisher lediglich ein Ad-On, aber niemals ein Hauptbestandteil.

    Ich denke eins der Hauptprobleme in Stuttgart ist einfach, dass viele Menschen verzweifelt nach erschwinglichem Wohnraum suchen und dieser ja auch von der Politik gefordert wird. Unter dieser Prämisse kann man natürlich jeden Schund als "erschwinglichen Wohnraum" deklarieren, und unterm Strich natürlich immer noch astronomische Preise verlangen. Ich würde sogar mal behaupten, dass sich mit solchen Kisten, wie in der Möhringer Landstraße 26, bessere Renditen erzielen lassen wie mit den viel kritisierten angeblichen Luxuswohnungen oder -Sanierungen. Wobei 550.000 € für 84qm wohl in so ziemlich jeder deutschen Stadt als absolute Luxuswohnung gelten würde – hier in Stuttgart bekommt man dafür so eine Renditekiste ohne jeglichen Luxus an einer vielbefahrenen Straße.

    Ich würde auf die Aussagen der SÖS jetzt auch nicht viel geben. Die fordern viel – vor allem viel Unsinn – und sehen ohnehin hinter allem einen Skandal. Das die Verträge allerdings schlecht verhandelt sind und der zeitliche Rahmen ohnehin Lachhaft ist sind natürlich andere Themen. Da die Stadt bei der Planung des Rosensteinviertels allerdings eher wenig ambitioniert an die Planung geht dürfte vor 2035 hier ohnehin kein Haus stehen.

    Ich habe ohnehin das Gefühl das in Stuttgart oft unterdurchschnittlich gebaut wird. In anderen Städten scheint da oft mehr drin zu sein. Vielleicht liegt es auch daran das Politik und Bürgerinitiativen sich hier um andere Ziele bemühen wie qualitative Neubauten in der Nachbarschaft. Oder ist der Kostendruck hier so hoch das einfach nur noch Mist dabei rauskommen kann?

    In der Möhringer Landstraße 26 fällt zur Zeit das ehemalige Hotel Gambrinus. Errichtet wird ein nichtssagender Neubau mit Wohnungen. Das einzig positive ist, dass damit wohl die komplette Baulücke bis zum Nachbargebäude durchgehend geschlossen wird. Zudem wird die Gebäudekante wohl um mehr als 4 m nach hinten verschoben um so Platz für breitere Gehwege und Fahrradspuren zu schaffen. https://www.immobilienscout24.de/expose/116572627#/

    Ich denke auch das man mit mobilem grün und mobiler Stadtmöbelierung durchaus eine deutliche Verbesserung der aufenthaltsqualität des Marktplatzes verbessern könnte. Oder man macht in einer Ecke eine Pop-up bar oder ähnliches auf. Ideen und Beispiele gibt es weltweit viele, man müsste einfach mal die Scheuklappen ablegen und über den Tellerrand rausschauen.