Beiträge von Regent

    Langsam geht es in bei der Hornschuchpromenade in die heiße Phase: Die Bürgerbeteiligung zur endgültigen Planung startet am 08. Mai und natürlich gibt es bereits erste Gegenstimmen. Diese sind meiner Meinung nach an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Etwa dass es unzumutbar ist, mehrere hundert Meter zu seinem Auto zu laufen und dass man die Stadt verklagen will stehen im Raum.

    Ich weiß jetzt nicht was daran so lächerlich sein soll wenn z. B. mobilitätsmäßig eingeschränkte Menschen mehrere hundert Meter zu ihrem Auto laufen müssen. Es ist ja nicht jeder Mensch körperlich super fit.

    Aus allererster Hand kann ich berichten das es hier Mitte nächsten Jahres losgeht. 3 Baukörper, mit 7 – 8 Stockwerken der Höchste davon ein kleiner Wohnturm an der nordbahnhofstraße zum Hang hin. Zwischen den Gebäuden ein kleiner Platz mit Treppe zu den Hochhäusern hoch.

    Wie sicher ist es denn das der 135m Wohnturm kommt? Ich finde es erstaunlich das in den britischen ehemaligen Industriestädten wie Manchester oder Birmingham im Zentrum ein Hochhaus nach dem anderen aus dem Boden schießt und sich auch sonst viel im Stadtbild tut – und das trotz Brexit. Da wirken die deutschen Ruhrgebietsstädte wie Bochum, Duisburg oder eben Essen in der Zwischenzeit ziemlich abgehängt. Wie kommt's?

    Der Berliner Mietendeckel war doch von vornherein als politisches Manöver geplant und als dieses auch ziemlich clever. Denn tatsächlich stehen jetzt nicht die beteiligten Parteien im Fokus, nein – die bösen sind jetzt CDU und FDP, denn diese haben nach linker Lesart dafür gesorgt das Millionen Mieter jetzt in der Patsche sitzen. Bestimmte Kanäle und Aktivisten werden dies im Wahlkampf geschickt benutzen und CDU und FDP und am besten noch das Bundesverfassungsgericht gleich mit in die nähe von Miethaien und Heuschrecken-Investoren zu rücken. Nachtigall ick hör dir trapsen!

    Das ist insgesamt eine recht spannende Ecke da gleich 2 Areale in der Nähe, das Postareal sowie das Seecarrè, entwickelt werden. Weitere Flächen im Zentrum der Böblinger Innenstadt sollen danach folgen.Und dann ist ja dort auch direkt das Flugfeldareal, auf dem in den letzten Jahren schon einiges entstanden ist und immer noch zahlreiche Projekte in Vorbereitung sind, z. B. die Flugfeldklinik oder die "Pier" genannte Seepromenade. Zusätzlich bietet die Überdeckung der A81 auch längerfristig interessante Entwicklungsperspektiven.

    Ich hab nur Fotos von Modellen gesehen, vielleicht verwechselt du mich jetzt auch. Jedenfalls sieht es so aus als ob man das Maximum an Baumasse aus dem Entwurf rausgeholt hat. So sind die Gebäude jetzt höher als die nachbargebäude in der Eberhardtstraße, das war meines Wissens am Anfang noch anderst vorgesehen.

    Ich finde die neuen Visualisierungen schon deutlich ansprechender. Sieht jetzt doch auch nach etwas mehr Baumasse aus wie am Anfang vermutet. Das die Fassaden im Prinzip überall die Gleichen sind stört mich nicht so sehr sofern die in den Renderings angedeutete Wertigkeit so umgesetzt wird.

    Für zuhause nehmen Sprüher eher die Miniaturversion auf Leinwände, gemalt mit Lackmarkern. Gerne werden auch Leinwände anderer Sprüher gesammelt und zuhause aufgehängt. Dabei muss man aber nochmal zwischen talentlosen schmierfinken und Sprühern die einen künstlerischen Ansatz verfolgen unterscheiden.

    Und trotzdem ist der Asemwald kein Ghetto während z. B. das Nordbahnhofviertel mit seinen Altbauten und in Innenstadtnähe trotz direktem Anschluss an Stadt- und S-Bahn als Problemviertel gilt. Ich denke es ist auch dieses Schwarz/Weiß denken mit dem wir es uns in Deutschland künstlich schwer machen. Wohnhochhäuser ermöglichen z. B. großzügigere Grünflächen zwischen den Gebäuden und machen einen ÖNV-Anschluss eigentlich auch rentabler wie eine Einfamilienhaussiedlung. Man hat aber auch verschiedenen Gründen Hochhaussiedlungen an den Stadtrand verbannt, dort bevorzugt einkommensschwache Bevölkerungsschichten einquartiert und vernünftigen ÖNV teilweise sogar absichtlich sabotiert. Beim Asemwald ist ein Stadtbahnanschluss übrigens seit Jahren im Gespräch. Das Problem ist das es schon eine parallel verlaufende Linie gibt und das Fahrgastpotential daher zu niedrig wäre. Und vor kurzem gab es sogar eine Initiative die Siedlung um einen weiteren Wohnblock zu erweitern um eine neue Einfamilienhaussiedlung in der Nähe zu verhindern. Am Ende wurde aber beides vorerst gekippt, was im Umkehrschluss aber auch bedeutet das eben überhaupt keine neuen Wohnungen dort entstehen.

    Sorry, aber da liegst du falsch. Gerade das Projekt Asemwald war seinerzeit sehr ambitioniert, im obersten Stock ist z. B. ein Schwimmbad untergebracht mit Blick über die angrenzenden Wälder. Beton war halt damals schick und für die späten 60er Jahre ist die Architektur durchaus noch herausragend. Das die Gebäude eine schlechte Reputation haben kam erst als man das Konzept für den Sozialbau kopiert hat und Gebäude dieser Art aufgrund der ungünstigen Bewohnerstruktur Schlagzeilen gemacht haben. Aber die Siedlung Asemwald funktioniert bis heute – im Gegensatz zu machen Altbaugebiet. Ein weiteres Beispiel einer funktionierenden Wohnsiedlung ist Alterlaa in Wien https://de.wikipedia.org/wiki/Wohnpark_Alterlaa.


    Die Siedlung erfüllt - trotz ihrer, nach deiner Aussage besseren Bewohnerstruktur - alle Merkmale des Ghettos. Es gibt als Nahverkehrsanbindung nur Buslinien, die Verbindung ins Stuttgarter Zentrum ist nicht umsteigefrei und dauert zwischen 40 und 50 Minuten, selbst zur nächstgelegenen Grundschule gibt es keine sicheren Fußwege - das ganze ist als Autopendleranlage im Grünen konzipiert.

    Komisches Argument. Es gibt in Stuttgart sehr viele gehobene Wohngegenden die nur über ein Busanbindung verfügen. Sind das jetzt auch Ghettos?

    Ich glaube in Deutschland hat man generell eher einen Hang zum Eigenheim und zur Natur. Bis vor 30 Jahren war das Leben in der Stadt eher ein Auslaufmodell. Wenn man in den 80ern gesagt hat man kauft sich eine Wohnung in der Stadt wurde man doch eher schräg angeschaut. Alle in meiner Familie haben sich damals in irgendwelchen Käffern Häuser gekauft. Wie lang man pendeln musste hat da selten eine Rolle gespielt. Wohnhochhäuser werden daher schon von Grund auf als eher negativ gesehen, da sie sozusagen das Gegenteil dieses Idealbildes darstellen. Hilfreich ist dabei natürlich nicht das in Wohnhochhäusern tatsächlich eher Menschen aus sozial schwächeren Schichten wohnen. Es gibt in Stuttgart das Beispiel der Asemwaldsiedlung https://de.wikipedia.org/wiki/Asemwald. Viele Menschen denken das sein ein Ghetto. Dabei handelt es sich hier ausschließlich um Eigentumswohnungen die nicht gerade billig sind. Viele Bewohner wohnen dort bereits seit er Errichtung der Gebäude, die Wohnlage ist ruhig und doch eher gehoben. Es gibt sogar eine sehr aktive Hausgemeinschaft, also nix mit Vereinsamung und Anonymität http://www.asemwald.de/index.htm. Aber der Anblick der Gebäude alleine löst bei Menschen sofort die Assoziation "Ghetto" aus. Dieses Denken muss man eifach mal aus den Köpfen der Leute bekommen.

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    Wie gesagt, über 2 Ecken. Was erwartet ihr was ich da für eine Stellungnahme erhalten soll? Es ist einfach Dummheit, und sonst nichts. Es gibt normalerweise auch unter Sprayern eine Art Kodex das man Baudenkmäler nicht besprüht. Attraktiver sind ohnehin Betonflächen wie an Autonbahnbrücken oder Metall/Kunststoff wie bei Lärmschutzwänden. Auch innerstädtisch sucht man sich eher Flächen die man als weniger attraktiv empfindet, das sind dann meistens irgendwelche Zweckbauten wie Stromverteilerhäußchen oder verputzte Wände an Nachriegshäusern. Graffities auf Neubauten sind zu 90% politisch motiviert (Kampf dem Kapital usw.) und hat mit der normalen Sprüherszene auch nicht viel zu tun. Altbauten, insbesondere Sandstein oder Fachwerk sind eigentlich Tabu. Auch wenn das hier viele nicht hören wollen, politisch sind viel Sprayer links bis sehr weit links verortet. Meine Erfahrung, je weiter links die einzelnen Gruppierungen sind, umso eher sind diese bereit Baudenkmäler oder als Prestigebauten empfundene Gebäude zu verunstalten.

    ^^


    War jetzt eher auf die äußeren Umstände bezogen. Serienmörder gehen teilweise auch jahrelang als "nette Nachbarn" durch. Kenne übrigens auch relativ normale Typen die als Investment-Banker und Manager arbeiten und für das verbraten von Steuergeldern teilweise noch mit Boni belohnt werden. Tja, so ist die Welt halt.

    Wenn es dabei wirklich nur um ein wenig Fame und Anerkennung innerhalb der Sprayer-Szene geht, wäre das ja echt ein wenig armselig, oder? Hier sind ja anscheinend auch einige Leute mit Verbindungen in die Szene dabei, ich lasse mich sehr gerne eines Besseren belehren.

    Doch genau darum gehts. Es ist übrigens ein weit verbreiteter Mythos das es sich bei Sprayern um Jugendliche oder Kids handelt. Viele die ich kenne sind so Mitte 30, teilweise sogar mit guten Jobs. Die PSE Crew die im Bild von hans.maulwurf zu sehen ist kenne ich über 2 Ecken, das sind soweit ich weiß relativ normale Typen mit normalen Jobs.