Hochhaus „EDGE East Side“ + „East Side Mall“ (140 m | in Bau)

  • Das ist doch mal ein sehr interessantes Interview. Damit sollten viele Fragen und Kontroversen hier im Forum geklärt sein, auch wenn es natürlich die gegensätzlichen Ansichten nicht beseitigen kann.


    Ich finde Sie erklärt die Beweggründe für oder gegen Hochhäuser sehr gut und man muss nicht gleich wieder so schimpfen wie z.B. mein Vorredner Plotzhotzen ...

  • Lieber Plotzhotzen. Ich hoffe, dass dein Blutdruck mittlerweile wieder normales Niveau erreicht hat. Ebenso hoffe ich, dass die Diskussion hier auch wieder normales Niveau annehmen kann. Dass es Verhandlungen gibt ist doch normal und deine Beispiele taugen auch nur bedingt. Weiß nicht, wann du zuletzt in Madrid warst aber die 4 Türme außerhalb der Stadt sind meiner Meinung nach kein gutes Beispiel. In einem Punkt muss ich dir zustimmen, dass eine Stadt von Kontraste lebt. Ob diese Kontraste allerdingse durch ein paar Hochhäuser geschaffen werden? Da hab ich so meine Zweifel. Zweifelsohne sind Hochhäuser wünschenswert, wenn Sie einen Zweck haben. Einfach nur um auch wie alle anderen Hochhäuser zu haben, also zum Selbstzweck, ist doch reichlich kindisch. Und was sollen eigentlich solche pauschalen Aussagen wie "armes Berlin"? Einzig weil über die ausgestaltung von Hochhäusern zwischen Investor und Senat verhandelt wird. Ich muss doch sehr bitten diese Plattitüden aus einer sinnhaften Diskussion herauszuhalten.


    Hochhäuser erfüllen genauso einen Zweck, wie andere Gebäude auch: es leben und arbeiten Menschen in Ihnen.
    Es wird über die Ausgestaltung verhandelt: was dabei raus kommt sieht man ja in nur zu oft. Leider nur Durchschnitt.
    Madrid jetzt als Beispiel rauszunehmen nur um seine Argumentation zu stärken ist schwach, den jede europäische Stadt ist eine flache Stadt, nur ändert sich das gerade überall. Ich wollte damit nur diese Argumentation dieser Dame widersprechen.
    Ich hoffe, dass das Gebäude, um das es hier geht, nicht kaputt verhandelt wird
    ( so jetzt habe ich auch auf das Gebäude Bezug genommen Architektenkind)

  • @Cuatro Torres und die Situation hier in Berlin

    ... Weiß nicht, wann du zuletzt in Madrid warst aber die 4 Türme außerhalb der Stadt sind meiner Meinung nach kein gutes Beispiel. ....


    Jein - es ist nicht außerhalb der Stadt, sondern am Nordrand der Innenstadt, nicht weit vom Bahnhof Chamartin. Das Problem der Cuatro Torres (#24) ist die mangelnde Urbanität der nahen Umgebung - die Dinger stehen neben einer mehrspurigen Straße und öden Wohnblocks, kaum mit der Umgebung verknüpft (die aber auch nicht wirklich ein urbaner Ort ist). Gestalterisch sind sie schön.


    In Sevilla (#30) steht das Hochhaus Torre Cajasol (mit 180 Metern viel höher als hier geplant) gleich gegenüber der Altstadt mit Welterbe-Baudenkmälern.


    Wie sieht das in Berlin aus? Die Lage im weitgehend dichten Quartier, ohne breite Autoschneisen. Die nahe S-Bahn-Station sichert die Erschliessung. Mit Läden/Gastronomie im EG könnten Hochhäuser hier schon sinnvoll nachverdichten - eine nach Außen abgeschottete Mall fände ich schlechter als Landenfensterfronten um EGs.

    Einmal editiert, zuletzt von Bau-Lcfr ()

  • ... . Warum geht das im kleinteiligen Frankfurt aber nicht im weiten Berlin. In Wien, Mailand, Warschau, Madrid überall geht das, nur in Berlin muss es zum Beispiel auf 130 Meter gestutzt werden...lachhaft. ...


    Es gibt auch zahlreiche Städte, die sich gegen Hochhäuser ab einer bestimmten Höhe entschieden haben (z. B. München) oder ihr traditionelles "niedriges" Stadtbild nicht planlos verbauen (z. B. Paris, London).

  • Also ich denke wenn eine Stadt völlig planlos gebaut hat, dann ist es London.
    Hunderte von Hochhausprojekte durch die ganze Stadt verteilt, einziges Kriterium Profitabilität. Ein abschreckendes Beispiel, finde ich

  • ^Irrtum, überhaupt nicht planlos. Es gibt ein striktes Regelwerk, das zum Beispiel dafür Sorge trägt, das die Sichtachsen auf die St-Pauls Cathedral nicht verbaut werden dürfen.

  • ... die sich gegen Hochhäuser ab einer bestimmten Höhe entschieden haben (z. B. München)...


    Es scheint, in München wird vom Bürgerbegehren abgewichen - und es werden auch intensiv Hochhäuser bis 100 Meter Höhe geplant sowie gebaut.


    oder ihr traditionelles "niedriges" Stadtbild nicht planlos verbauen (z. B. Paris, London).


    In Paris gilt das für die Altstadt, doch am Innenstadt-Rand (allerdings am U-Bahn-Netz) geht man schon in die Höhe - wie mit dem neuen Justizpalast.


    In London gehören City-Hochhäuser längst zum Stadtbild dazu, besonders im Osten der City um die U-Bahn-Station Bank und die Straße Bishopsgate. Es mag ein wenig chaotisch wirken, aber andere Bezeichnungen wären: Dynamisch, vital. Hier findet man einen Artikel, wie die Skyline 2026 aussehen könnte - der höchste neue Turm würde 290 Meter erreichen.


    Hier an der Spree gibt es keine Altstadt, derer Bild man schützen müsste (es ist mehrere Kilometer von der Stelle, wo Berlin ebenso keine Altstadt hat, aber mal hatte) und Hochhäuser in der Umgebung gibt es bereits. Qualitativ würde sich hier im Stadtbild wenig ändern - die vorhandene Skyline wäre nur dichter.

  • Hallo zusammen,
    Im Bereich der zukünftigen Eingangssituation wurde am Montag ein Turmdrehkran aufgebaut und mit den Gründungsarbeiten begonnen.
    Hoffentlich geht es danach gleich mit dem Tower weiter.


  • ^Kann ich mir nicht vorstellen. Ein 140 Meter Turm der so geräuschlos in Berlin einfach gebaut würde - und das obwohl es bisher nur ominöse grobe Entwürfe gibt: Unrealistisch! Leider.

  • Ich denke mal das werden die Bauvorbereitenden Maßnahmen für die Plattform zwischen Mall und Warschauer Brücke sind.
    Die muss zur Eröffnung der Mall fertig sein, sonst können die Leute nicht rübergehen. Und erst wenn das Ding steht, kann man den Bau des Towers beginnen....

  • ^Werden die 140m für den Turm eigentlich vom Straßenniveau der Warschauer Straße aus gezählt oder von dem der Helen-Ernst- und Tamara-Danz-Straße. Ich schätze letzteres oder? Das würde dann ja bedeuten, dass der Turm wegen der Plattform zur Mall, die davor errichtet wird, und der Warschauer Brücke von den meisten Perspektiven aus eigentlich nur ca. 130 Meter hoch sein wird. Wäre dennoch erfreulich, wenn er tatsächlich kommen würde.

  • ^ Da kann ich nur die Antwort geben, dass die Bebauung am Gipfel der Zugspitze auch keine knapp 3.000m hoch ist.
    Und was ist, wenn man ein einzelnes Gebäude nur aus der großen Ferne betrachtet, wenn man also den unteren Bereich auf
    Grund der Erdkrümmung nicht sehen kann?

    Einmal editiert, zuletzt von Betonrüttler () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Das ist dennoch ein interessanter Ansatz, um die Höhendiskussion zu relativiern.


    Es kommt weniger auf die tatsächliche Höhe an, 10 bis 20 Meter mehr oder weniger kann man doch eh nicht erkennen, sondern mehr auf den Standpunkt des Betrachters.


    Die Möglichkeit das Gebäude von einem erhöhten Standort aus direkt zu betrachten (in diesem Fall die Warschauer Brücke) hat aber städtebauliche Bedeutung und es wäre schön, wenn die Fassadengestaltung diesen Umstand berücksichtigen würde.

  • ...Die Möglichkeit das Gebäude von einem erhöhten Standort aus direkt zu betrachten (in diesem Fall die Warschauer Brücke) hat aber städtebauliche Bedeutung und es wäre schön, wenn die Fassadengestaltung diesen Umstand berücksichtigen würde.


    :confused: Häh? Es fällt mir schwer, diesen Beitrag einzuordnen. Das „Betrachten des Gebäudes aus der Nähe von einem erhöhten Standort hat städtebauliche Bedeutung und man sollte dies berücksichtigen bei der Fassadengestaltung“?
    Mal ganz abgesehen davon, ob dieser Turm realisiert werden wird, ich bin übrigens dafür, Berlin sollte keine Pizza bleiben, aber welchen Bezug hat denn die noch nicht publizierte Fassadengestaltung mit der „Höhendiskussion“ zu tun?
    „Städtebauliche Bedeutung“ zu nennen scheint mir da auch etwas zu hoch gegriffen zu sein.

  • Na ja, es gibt bislang nur grobe Pläne und es wäre schon ein großer Unterschied, ob der Turm sich zu Warschauer Brücke hin öffnet, evtl. gar mit der in manchen Visualisierungen sichtbaren, dirkten Anbindung, oder ob es mehr Hinterhof wird.
    Durch den Erhöhten Standpunkt kann man auch mehr Details erkennen als wenn man am Fuße des Hochhauses steht. Daher meine Hoffnung, dass das positiven Einfluß hat auf die Gestaltung.

  • Nur weil die Pläne der Öffentlichkeit nicht präsentiert wurden, bedeutet das nicht, dass die Planung noch nicht abgeschlossen ist. Wenn ich so einen Turm in dieser Stadt bauen würde, insbesondere in Friedrichshain, dann würde ich mich davor hüten, damit mehr als nötig an die Öffentlichkeit zu gehen.

  • Das glaube ich nicht. Ein Unternehmen das ernsthaft vorhat einen 140 Meter Turm zu bauen und die nötige Finanzkraft dahinter, lässt sich von ein paar Steineschmeißern und Graffitischleudern nicht einschüchtern.


    Das ist eine geradezu lächerliche Bedrohung für solch ein Unternehmen.


    Nein, der jetzige Stand bedeutet für mich, das man frühestens über diesen Turm diskutiert wenn das EKZ und Max und Moritz fertig ist.

  • Wenn ich so einen Turm in dieser Stadt bauen würde, insbesondere in Friedrichshain, dann würde ich mich davor hüten, damit mehr als nötig an die Öffentlichkeit zu gehen.


    Nein. Zum einen liegt das Gelände zwar verwaltungstechnisch in Friedrichshain, gehört aber nicht zu den umstrittenen (Gentrifizierungs-)Gebieten. Das ist Media Spree, und der Streit um die dortige Bebauung ist seit langem entschieden (was Du unschwer erkennen kannst, wenn Du Dir die Umgebung anschaust). Zum anderen tut das Marketing gut daran, so früh wie möglich an die Öffentlichkeit zu gehen: Um für Akzeptanz zu sorgen und um langfristig planende Unternehmen für die Büroflächen zu interessieren. Ersteres gehört sich übrigens auch so in einer demokratisch verfassten Stadtgesellschaft. Über Großbauten muss man diskutieren können, alles andere ist Gutsherrenmanier.


    Nein, der jetzige Stand bedeutet für mich, das man frühestens über diesen Turm diskutiert wenn das EKZ und Max und Moritz fertig ist.


    Ich glaube auch, dass man sich mit der Präsentation des Entwurfs Zeit lässt, bis das Einkaufszentrum fertig ist. Einen Wettbewerb scheint es ja nicht zu geben. Auf Max & Moritz wird man dagegen sicher nicht warten: Das gehört a) nicht zum Anschutz-Areal, hat b) einen anderen Bauherren, soll c) Wohnungen beherbergen statt Büros und wird d) erst in drei bis vier Jahren fertig. Solange dürfte sich der erste Spatenstich an der Warschauer Brücke nicht mehr hinziehen.

  • ^ Da kann ich nur die Antwort geben, dass die Bebauung am Gipfel der Zugspitze auch keine knapp 3.000m hoch ist.
    Und was ist, wenn man ein einzelnes Gebäude nur aus der großen Ferne betrachtet, wenn man also den unteren Bereich auf
    Grund der Erdkrümmung nicht sehen kann?


    ^Was soll dieser unqualifizierte Beitrag? Meine Frage war durchaus berechtigt. Das Gebäude wird auf einem Grundstück gebaut, das an zwei unterschiedliche Straßen angrenzt, die Helen-Ernst- und die Warschauer Straße. Beide Straßen haben ein unterschiedliches Höhenniveau. Da eine Gebäudehöhe in der Regel ab dem Straßenniveau gerechnet wird, ist es doch völlig legitim zu fragen, welche der beiden angrenzenden Straßen in diesem Fall als Referenz genommen wird. Die Warschauer Straße (an der vermutlich der Haupteingang des Gebäudes liegen wird) befindet sich hier auf dem Höhenniveau der Bebauung im angrenzenden Simon-Dach-Kiez und der Bebauung entlang der Warschauer Straße in Richtung Oberbaumbrücke. Die Helen-Ernst-Straße befindet sich auf dem Höhenniveau des Einschnittes der Bahnanlagen, also niedriger. Für die Wahrnehmung der Gebäudehöhe im Stadtbild hat diese Frage durchaus Relevanz.

  • Und ich verstehe hier die Zweifel nicht. Ich denke, es ist klar, dass sich die Gebäudehöhe auf das Grundstück bezieht, auf dem es gebaut wird. Also hier sicher nicht auf die Brückenebene. 😉