Beiträge von mescha

    @Comondo: Aber darum geht es doch gar nicht. Ich habe nirgends gesagt, dass ich mir ein selbstzweifeldes Land wünsche, dass sich selbst ständig in Frage stellt. Ich habe nichts dagegen, wenn Deutschland selbstbewusst auftritt und wenn gewünscht auch in manchen Feldern eine Führungsrolle einnimmt. Aber nicht zu erkennen, dass die Entscheidung, die bundesdeutsche Armee zukünftig aus dem größten Nazibau der Welt zu kommandieren, zumindest eine sehr, sehr merkwürdige Entscheidung wäre, ist schon ziemlich ignorant, wenn es denn nicht naiv ist. Nationales Selbstbewusstsein hin oder her, aber das ist doch wirklich offensichtlich.

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    … Eure Argumentation ist zumindest scheinheilig.

    Wenn du uns Scheinheiligkeit unterstellst, würde ich deine Argumentation als zumindest naiv bezeichnen.

    Die anderen Gebäude, die du aufgezählt hast, sind nun wirklich absolut unbekannt im Ausland (was du dem Flughafengebäude unterstellst) und sie wurden einfach kontinuierlich als Verwaltungsgebäude verwendet. Muss man nicht gut finden, aber der Drops ist gelutscht, würde ich sagen. Beim Flughafengebäude wäre es ja eine aktuelle, bewusste Entscheidung, dieses als Verteidigungsministerium umzunutzen. Selbst wenn, so wie du es sagst, sich jetzt niemand im Ausland für das Flughafengebäude interessieren sollte, spätestens dann würde so etwas doch medial weltweit Wellen schlagen. Mal von individuellen Gefühlen von Opfern des NS-Regimes abgesehen, die für dich als Argument offenbar nichts taugen, würden wir uns doch keinen Gefallen damit tun, wenn wir z.B. in der britischen Boulevard-Presse Schlagzeilen wie "Germany's Army now commanded from largest Nazi building in the world" oder ähnliches lesen würden. Auch den Narrativen Moskaus über den Westen, würde man mit einer solchen Entscheidung doch eine Propaganda-Steilvorlage bieten. Aus PR- und Imagesicht wäre eine solche Entscheidung zumindest maximal ungeschickt und nicht unbedingt vorteilhaft für Deutschland. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Du das nicht sehen oder nachvollziehen kannst, lieber Comondo.

    Das mag ja sein. Es gibt aber ja nicht nur Frankreich, Frankreich ist eben das Land, das wir beide offenbar am besten kennen und beurteilen können. Aber wie sehen das Menschen in den Niederlanden oder in Polen oder Tschechien? Im Osten ist Deutschland ja noch etwas riguroser verfahren als in Frankreich. Oder wie sehen das Menschen in Israel? Das kann ich nicht beurteilen. Aber müssen wir es unbedingt provozieren? Es hat schon etwas mit dem Thema zu tun, da du in mehreren Beiträgen Deine Idee für das Gebäude wiederholt vorgetragen hast. Ich habe jetzt verstanden, dass deiner Meinung nach niemand was gegen Deine Idee zu haben scheint, aber was jetzt genau FÜR Deine Idee spricht, leuchtet mir immer noch nicht ein. Wie kommst du ausgerechnet auf dieses Ministerium in diesem Gebäude? Und warum sollte das jemand wollen? Du scheinst die Idee ja sehr gut zu finden.

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    Kein anderes Land auf der Welt stellt sich diese Frage.

    Ok, das ist logisch. Ich glaube auch kein anderes Land der Welt, hat es in Bezug auf Weltkriege, Massenvernichtung etc. so dermaßen übertrieben wie die Deutschen :) Aber mir geht es jetzt auch nicht darum, dass wir uns alle wegen unserer geerbten Schuld wieder mehr schämen sollten, aber kann eine deutsche Führung, die von uns meinetwegen auch im militärischen Bereich erwartet wird, nicht auch aus einem unbelasteten funktionalen Ministeriumsneubau aus erfolgen? Warum muss es ausgerechnet dieses Ministerium in diesem Gebäude sein? Geht deutsche Führung etwa nur in Gebäuden, die der Führer errichten ließ? ;) Das ist doch irgendwie albern.

    Und ich würde dir auch widersprechen, dass das allgemein in Frankreich so gesehen wird, wie du es beschreibst. Das mag für Deine Generation zutreffen, aber ich habe französische Verwandtschaft und gerade bei der älteren Generation, war die Beziehung zu Deutschland immer noch ein sensibles Thema in den letzten Jahrzehnten. Verständlicherweise, wenn man die persönlichen Erfahrungen kennt, die diese Generation durchgemacht hat.

    Ich kann dir in deiner Argumentation zwar einigermaßen folgen, aber es geht mir ja in erster Linie nicht darum, was DU über die Umnutzung von Nazi-Gebäuden denkst, sondern was das für eine Wirkung auf andere hätte, insbesondere auf Nicht-Deutsche in unseren Nachbarländern. Ich weiß natürlich nichts über deine Familiengeschichte, aber falls du Deutscher bist, hat Deine Verwandtschaft wahrscheinlich auch nicht unter deutscher Besatzung gelitten. Deshalb hast Du kein Problem damit und kannst ja ruhig so denken, aber so viel Sensibilität sollte man als gebildeter Mensch, der sich mit unserer Geschichte auskennt, doch haben, um zu erkennen, dass das eine ziemlich geschmacklose Idee ist.

    Und ich meine mich zu erinnern, mal in einem Deiner Beiträge gelesen zu haben, dass Du in Frankreich lebst oder gelebt hast. Hast Du Dir mal überlegt, was Deine französischen Nachbarn und Bekannten und deren Familien von Deiner Idee halten würden? Also meine französische Großmutter würde wahrscheinlich eine Panikattacke bekommen, wenn sie so eine Nachricht lesen würde.

    Warum muss es denn ausgerechnet das Verteidigungsministerium sein? Fast alle Ministerien haben doch einen Zweitsitz in Bonn, da könnte doch auch jedes andere Ministerium einziehen, wenn es denn unbedingt ein Bundesministerium sein muss, aber das Nachfolgeministerium des Reichskriegsministerium im größten Nazi-Gebäude der Welt unterzubringen, ist schon sehr markaber und unsensibel.

    Camondo : Normalerweise finde ich deine Beiträge hier im Forum meistens sehr gut, aber warum du so auf dieser Idee mit dem Verteidigungsministerium im Flughafengebäude herumreitest, leuchtet mir überhaupt nicht ein. Ich finde ein ehemaliger Nazi-Prestigebau in gigantischen Ausmaßen, dem man seinen faschistischen Ursprung heute noch auf den ersten Blick ansieht und man quasi noch jedes entfernte Hakenkreuz identifizieren kann, inklusive Nazi-Figurensprache (Adler etc.) ist so ziemlich der unpassendste Bau für ein Verteidigungsministerium der modernen Bundesrepublik als direkter Nachfolgestaat des 3. Reiches! Was sendet das für eine Botschaft aus an die Welt und vor allem an unsere Nachbarländer, die unter der Kriegsherrschaft Deutschlands leiden mussten?!? "Seht her! Wir sind wieder groß! Wir bauen die größte Armee Europas auf und unser Verteidigungsministerium (a.k.a Kriegsministerium) ist eines der größten Gebäude der Welt, beauftragt von unserem ehemaligen Führer in feinster faschistischer Architektur." Das kannst du doch nicht wirklich ernst meinen?

    Ich stimme Camondo voll zu. Das Messegelände und das ICC sind verkehrlich optimal angebunden mit mehreren S-Bahnhöfen und Autobahnanachluss in unmittelbarer Nähe. Das ist auch notwendig für solche Großevents wie Messen und Kongresse. Wenn sich diese Publikumsströme alle über die U6 am Platz der Luftbrücke drängeln und sich die Autos über den Tempelhofer Damm stauen, der heute schon ein Nadelöhr ist, wird das nicht funktionieren. Es wäre auch keine Nutzung, die zu den angrenzenden Kiezen in Tempelhof, Kreuzberg und Neukölln passen würde. Die Messe sollte mal schön an ihrem Standort bleiben, dort passt sie optimal hin. Sonst würde man am jetzigen Standort nur wieder neue umzunutzende Riesengebäude leerstehen lassen, für die Jahre lang nach einem neuen Konzept gesucht werden müsste. Für das Gebäude in Tempelhof würde ich mir viel mehr eine kulturelle Nutzung wünschen. Am logischsten, wäre es meiner Meinung nach die Hangars aufzuteilen und portionsweise an verschiedene Clubs der Stadt zu vermieten, die z.B vom Bau der A100 oder sonstiger Verdrängungen bedroht sind. Da es wenige direkte Anwohner gibt, gäbe auch kein Lärmproblem. Auch neue Museen oder Gallerien oder Theater könnten Mieter werden. In der zentralen Flughafen Halle könnte eine Markthalle oder ähnliches entstehen. Dachgärten mit Bars auf den Hangardächern etc. Das könnte eine ikonische Sehenswürdigkeit für Berlin werden und man würde 2 große Probleme der Stadt lösen, der Leerstand des Flughafengebäudes und das große Club- und Kulturortsterben in der Stadt, das sich bereits durch immer weiter sinkende Tourismuszahlen in Berlin auswirkt. Die Stadt hat für Besucher einfach nur noch wenig spannendes, neues zu entdecken.

    Camondo Bist du Dir sicher, dass Du Humboldthain und nicht Friedrichshain meinst? Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie etwaige Hochhäuser am Humboldthain in irgendeiner Beziehung zum Fernsehturm stehen würden. Der Humboldthain ist doch viel zu weit vom Alex entfernt, als dass es da irgendwelche Beziehungen oder Beeinträchtigungen geben könnte. Es sei denn ein Hochhaus würde mitten auf der Brunnenstraße entstehen und dadurch die Sichtachse auf den Fernsehturm verstellen, aber davon ist ja wohl kaum die Rede.

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    Ich bin an sich kein Freund des Wirkens von Regula Lüscher in Berlin und frage mich daher, ob diese städtebauliche "Komposition" bewusst herbeigeführt wurde, oder ab da rein zufällig und unwahrscheinlicherweise etwas entstanden ist, das tatsächlich interessant werden könnte.

    Immerhin ist es Lüscher und dem damaligen rot-rot-grünen Senat zu verdanken, dass es überhaupt eine gewisse Höhenstaffelung bei den Hochhäusern rund um den Alex geben wird. Der ursprüngliche Plan von Kollhoff war es ja der eine einheitliche Höhe von 150m für alle Hochhäuser vorsah (inklusive Abriss des bestehenden Par Inn) und damit diese "Wand"-Situation geschaffen hätte. Unter Lüscher und RRG wurde das Park Inn mit 125 Metern erhalten, die jetzigen in Bau befindlichen Hochhäuser Mynd und Covivio auf 138m verkürzt und die Baugenehmigungen für Hines und Monarch-Tower mit 150m erteilt. Erst dadurch kommt höhenmäßig ein bisschen Abwechslung in die Skyline. Das sagt aber natürlich noch nichts über die Architektur, Kubatur und Fassadengestaltung aus, die nach dem Kollhoff-Plan vielleicht anders geworden wäre. Aber ich finde die jetzt genehmigte Höhenstaffelung deutlich besser als eine einheitliche Wand von 150m.

    Camondo : Der Alex liegt (leider 😉) auf meinem täglichen Arbeitsweg, deshalb sehe ich die Musterfassaden recht häufig in real bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen und muss sagen, dass die unterschiedlichen Grau-Töne in Realität etwas weniger drastisch wirken als auf den Fotos. Mir waren sie aber auch schon aufgefallen und ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass beide Grau-Töne genau so verwendet werden sollen, also dass die Fassade keinen einheitlichen Grauton erhält, sondern verschiedene Abstufungen. Meiner Meinung nach könnte das in der Fläche durchaus gut aussehen und weniger monoton als ein einheitlicher Farbton.

    Lageplan und maselzr

    Natürlich wollte ich mit meinem Beitrag nicht sagen, dass der Entwurf des Sockelbaus die gleiche gestalterische Qualität wie Pariser Altbauten hat (schön wär's! Ich würde mich darüber freuen, auch wenn ich am Alex einen modernen Entwurf bevorzuge, trotzdem wäre etwas Orientierung an bewertem Design aus der Vergangenheit bestimmt nicht schlecht)

    Ich habe das Paris-Beispiel und das Beispiel der Oderberger Straße nur gewählt, um zu verdeutlichen, dass graue und weiße Gebäude nicht per se schlecht sein müssen und warme Farben nicht automatisch besser sind, weil einige Vorredner hier (wenn du ein paar Seiten zurück blätterst) geschrieben haben, dass sie sich an dieser Stelle "warme Farben" wünschen würden und grauen oder weiße Gebäude grundsätzlich abgelehnt haben.

    Also die Ansicht

    "Warme Farben = Schönes Gebäude

    Grau oder weiß = hässliches Gebäude" ist mir zu einfach und dem stimme ich nicht zu.

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    mescha Da die Diskussion nun doch weiter geht und Du laut der PM meinen ursprünglichen (zugespitzten Beitrag) durchaus richtig zu nehmen wusstest, reproduziere ich ihn mal sinngemäß. Dann kannst Du Deine ausführliche Antwort auch gerne hier einfügen ;)

    [...]

    Der von Dir beschriebene "Lichtrahmen" macht diese Erscheinung mE gerade aus der hier dargestellten Perspektive auch nicht besser. Die doppelte optische Betonung wirkt mE eher sinnbefreit bis absurd/ kontraproduktiv. So ein illuminiertes, dunkles Grau (hier im Bild noch untermalt von den Lichtreflexionen in den Pfützen) erinnert mich eher an expressionistische Großstadtlyrik als dass sie für mich zu Deinem "Lobgesang der eleganten Grautöne" passen würde [...]

    Danke für Deine Rückmeldung. Und vollständigkeitshalber kopiere ich meinen Beitrag wieder hier rein (Ich hatte ihn zwischenzeitlich auf Grund des zuvor von ihm gelöschten Posts an Jan als PM geschrieben, er war aber eigentlich ursprünglich für hier gedacht :) )

    "Interessante Sichtweise, aber da überinterpretierst Du mich ein bisschen. Ich schrieb bewusst, dass ich auf dieser Visualisierung zum ersten Mal die großen Stärken dieses Entwurfes erkannt habe, weil ich den Entwurf bisher auch nicht sonderlich überzeugend fand. Außer diese Zweiteiligkeit des Hochhauses, die hat mir irgendwie von Anfang an ganz gut gefallen. Den Sockelbau fand ich aber aus anderen Perspektiven eher unproportional. Aus dieser Perspektive funktioniert er für mich aber ganz gut. Und aus dieser Perspektive erscheint mir der Bau als gutes Zitat der Behrensbauten, ich finde den Entwurf nicht umwerfend oder wahnsinnig aufregend, aber er rundet den Alex finde ich ganz unaufgeregt ab.

    Ich bin auch kein Grau-Weiß-Fetischist, verstehe aber die grundsätzliche Ablehnung von weißen und grauen Gebäuden bei vielen hier im Forum nicht. Es muss doch nicht immer alles kunterbunt sein. Ich habe ja Paris als Beispiel genommen und will dieses Beispiel weiter ausführen, damit vielleicht besser verstanden wird, was ich meinte. Ich finde die Pariser Fassaden weitestgehend sehr elegant, zeitlos und stilvoll gerade weil sie eher in zurückhaltenden Farben gehalten sind, überwiegend weiß, grau, ein bisschen beige, aber insgesamt stimmig und als Ensemble meistens wunderschön und urban. Hier einige Beispiele: Voilà, voilà et voilà ;)

    Dagegen finde ich wirkt z.B. die Farbexplosion in der Berliner Oderberger Straße etwas geschmackloser und ein bisschen zu sehr "into your face", wie man hier, hier und hier vielleicht ganz gut sehen kann. Dieses knallige Orange, dieses unsägliche hellblau, dann haben wir noch Mintgrün und ganz viel rosa. Auf dem zuletzt verlinkten Bild finde ich sieht man auch ganz gut wie elegant und zeitlos das einzige weiße Gebäude im Vergleich zu seinen Nachbarn wirkt.

    Paris ist trotz seiner weiß-grauen Fassaden übrigens trotzdem nicht trist und farblos. Diese Beispiele überwiegend vom Montmartre zeigen (klick, klick), dass dort die Farben durch die Geschäfte, das Stadtleben und die Cafés hinzugefügt werden, trotz überwiegend weißer Fassaden wirkt das auf mich farbenfroh und freundlich, aber eben auf etwas elegantere, subtilere Weise als das in Berlin häufig der Fall ist.

    Auch in der Vergangenheit wurde der Berliner Stil häufig als preußischer Prunk und Kitsch wahrgenommen, während Paris unter den meisten Architekturkennern als elegant und stilvoll gilt. Das ist vielleicht einfach das alte "Socken in Sandalen"-Ding, was viele Deutsche haben, während die Französin im stilvollen Chanel-Kostüm verreist ;) (bewusste Übertreibung). Stilbewusstsein und Geschmack sind nicht per se deutsche Eigenschaften und das sieht man finde ich einfach an vielen sanierten Berliner Altbaufassaden in knalligen Bonbon-Farben. Ich würde mir für Berlin einfach manchmal ein bisschen mehr Pariser Eleganz und Zurückhaltung wünschen. Also weiße und graue Gebäude sind für mich einfach nicht per se abzulehnen, sondern können durchaus gut wirken."

    Deshalb kann ich mit dem Grauton an dieser Stelle ganz gut leben.

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    Auch die Visualisierungen auf der Projektseite von Sauerbruch Hutton zeigen relativ eindeutig das Sockelgebäude in einem mausgrauen Farbton [...]

    Auch wenn du hier im Originalbeitrag die Visualisierung auf der Projektseite verlinkt hast, um zu verdeutlichen, wie wenig Dir das Gebäude gefällt, muss ich gestehen, dass ich persönlich gerade auf dieser Visualisierung mit abendlicher Beleuchtung zum ersten Mal die großen Stärken dieses Entwurfes erkenne und erstaunt bin, wie gut sich das Gebäude aus dieser Perspektive in das Ensemble aus den beiden Behrensbauten einfügt. Die beleuchtete Lücke zwischen den beiden Hochhaushälften zitiert meiner Meinung nach wunderbar die ikonischen Lichtbänder der Behrensbauten und komplettiert damit ein wenig die ursprüngliche Idee die Behrens wohl vom Alexanderplatz hatte. Das Lichtband am Hochhaus bildet quasi das "Point de vue" der Blickachse durch das von den Behrensbauten gebildeten Lichttores. Zumindest am Abend und in der Nacht, wenn die Gebäude beleuchtet sind, ergibt sich so eine interessante städtebauliche Ansicht. Der Sockelbau zitiert seinerseits die horizontale Gliederung und die durchgehende Fensterfront im 1.OG der Behrensbauten. Insgesamt ergibt sich so für mich ein wirklich würdiger Abschluss des modern gestalteten Alexanderplatzes. Der Sockelbau wirkt auf mich auch um vieles hochwertiger als zum Beispiel das eher billig wirkende Saturn-Gebäude.

    Auch das dunkle grau finde ich eleganter und "zeitgemäßer" als irgendwelche warmen Beige- oder Pastelltöne. Ich verstehe die von vielen hier geteilte Ablehnung von grauen oder weißen Gebäuden nicht. Mir ist das tausendmal lieber als irgendwelche Terracotta-Töne, Sandgelb oder Puderrosa wie etwa das Alexa oder die zahlreichen Bonbon-farbenen Altbauten in Prenzlauer Berg. Auf mich wirken Grau- und Weiß-Töne an Gebäuden meist sehr viel eleganter und stilvoller. Paris z.B. wird wohl allgemein als eine sehr schöne, urbane und elegante Stadt wahrgenommen und auch dort sind die meisten Gebäude eher in dezentem weiß oder grau gehalten. Ich finde das sehr viel geschmackvoller als die "warmen" Pastell-, Terracotta- und Bonbon-Töne, mit denen man leider so viele Altbauten in Berlin bei ihrer Sanierung verunstaltet hat.

    Ich gebe zu, dass mein Kommentar etwas provokant und polemisch war. Ich wollte niemanden aus dem Berliner Nordosten beleidigen, sondern nur etwas überspitzt formulieren, dass mir das Gesamtkonzept zur Anbindung des BER nicht wirklich durchdacht erscheint und die Begründung für diese plötzlich aufkommende Idee einer neuen S-Bahn-Linie etwas fadenscheinig erscheint.

    Und das eine hat mit dem anderen sehr wohl etwas zu tun, da es in der gleichen Senatsverwaltung für Verkehr beschlossen wird, weil diese den Nahverkehr in Berlin bestellt. Und diese Senatsverwaltung entscheidet, dass ab kommenden Jahr der wichtigste Bahnknotenpunkt im Berliner Norden vom BER abgehängt wird und verkündet dann für mehrere Millionen EUR eine neue S-Bahnlinie bauen zu wollen, um lediglich den Nordosten der Stadt besser an eben jenen anzubinden.

    Das erscheint mir einfach nicht sonderlich durchdacht. Ich vermute eher, dass die autoaffine CDU-Senatorin dadurch die Gegner der von ihrer CDU heißgeliebten TVO-Schnellstraße beruhigen will, nach dem Motto „Schaut, wir bauen jetzt zwar eine autobahnähnliche Schnellstraße durch Eure Nachbarschaft, aber dafür planen wir ja auch parallel dazu eine neue, tolle ÖPNV-Verbindung, die dann irgendwann ab 2030 gebaut wird…“

    ^Ich halte das für eine ziemlich unsinnige Planung. Warum genau muss jetzt der Berliner Nordosten besser an den BER angebunden werden? Damit der gemeine Durchschnittsmarzahner oder -hellersdorfer einmal im Jahr bequemer seinen Malle-Flug erreicht? Also ich habe ja im Grunde nichts dagegen, wenn man gewisse Stadtteile besser mit dem BER verknüpft, aber wieso plant man diese S-Bahn-Linie, während man parallel nach Fertigstellung der Dresdner Bahn den FEX ab kommenden Jahr dann von Süden kommend im Berliner Hauptbahnhof enden lassen will und somit den Bahnhof Gesundbrunnen und damit den kompletten Berliner Norden von einer attraktiven Verbindung zum BER abhängt? Ich schätze, dass im nördlichen Mitte, in Prenzlauer Berg, Pankow, Frohnau etc. weitaus mehr Geschäftsreisende wohnen, die regelmäßig Bedarf nach einer guten Verbindung zum BER hätten, als die Anlieger dieser neu geplanten Linie.

    ^Ich stimme Dir zu, dass die Ecke großes Potential hätte in Bezug auf die vorhandene Gebäudesubstanz mit den vielen historischen Industriebauten, aber auch schönen Gründerzeitwohnbauten in den Seitenstraßen. Was die Ecke allerdings sehr unattraktiv macht, sowohl als Wohn- als auch als Büro- oder Kulturstandort ist die für die relativ zentrale Lage miserable ÖPNV-Anbindung. Wer hier in den letzten Jahren regelrecht verschnarcht hat, ist die Verkehrspolitik. Ich kenne Unternehmen, die in der benachbarten Kaiserin-Augusta-Allee ihren Standort haben und große Probleme haben, ihre Mitarbeiter nach dem Corona bedingten Homeoffice wieder ins Büro zu locken, einfach weil die alleinige Anbindung mit (nicht immer zuverlässigen) Bussen und trotzdem langen Fußwegen zu den nächsten Haltestellen die Anfahrt unnötig lang macht. Ich selbst bin vor 15 Jahren genau aus diesem Grund aus der Gegend weggezogen. Aber seitdem hat sich an der Anbindung nichts verbessert (eher verschlechtert durch den Wegfall des Expressbusses TXL). Hier wäre die ursprünglich geplante U5-Verlängerung wirklich notwendig gewesen oder zumindest die schon seit 20 Jahren geplante und niemals realisierte Straßenbahnanbindung, um diesen eigentlich ganz schönen Kiez attraktiver zu machen. Innerhalb des S-Bahnrings findet man eine solch schlechte ÖPNV-Anbindung sonst nur noch selten in Berlin.

    Da der Thread zum Monarch-Tower leider geschlossen wurde, würde ich meinen Hinweis hier posten: In dem Thread wurde gemutmaßt, dass ein Baustopp eingeleitet wurde ohne irgendeine offizielle Quelle dafür zu nennen. Begründet wurde diese Mutmaßung dadurch, dass die Büro-Baucontainer der Baufirma abgebaut wurden. In der 3. Etage des Alexa-Einkaufzentrums auf der Etage, auf der sich auch das Bowlingcenter befindet und die Zugangstreppe zum Fitnessstudio, wurden seit einigen Wochen die ehemaligen Räumlichkeiten des Escape-Rooms angemietet und dort ein Baubüro für den Monarch-Tower eingerichtet. Jedenfalls befindet sich dort ein entsprechendes Schild. Ist es nicht möglich, dass das der Grund für den Abbau der Container war, da diese dann nicht mehr benötigt werden, anstatt dass ein Baustopp der Grund dafür war? (Ich habe als ich vor Ort war kein Foto gemacht, aber dieser Bereich des Shoppingcenters ist für jeden zugänglich)

    [mod]Bitte einfach mal etwas Geduld haben, bis der Thread wieder geöffnet wird. Danke. [/mod]

    Der erstplatzierte Entwurf hat meiner Meinung nach zurecht gewonnen. Es ist der einzige Entwurf der wenigstens ansatzweise einen Platz vor dem Alten Stadthaus andeutet und wenigstens eine Sichtachse zu dessen Mittelrisalit und Turm offen lässt, sodass dieses schöne Gebäude zumindest nicht vollständig hinter Neubaublöcken verschwindet. Das ist meiner Meinung nach der Schwachpunkt der gesamten Planung seit Beginn des Planungsprozesses: Dass das Alte Stadthaus, als eines der wenigen erhaltenen historischen Gebäude in dem Areal, das einzige Gebäude, das in dem Areal als charakteristisches Landmark angesehen werden kann, hinter diesem Neubaublock versteckt werden soll. Meiner Meinung nach sollte auf eine Bebauung dieses gesamten Blockes verzichtet werden, um vor dem Alten Stadthaus einen seinen Proportionen angemessenen Vorplatz zu bilden. Schade, dass die freie Sicht auf dieses schöne Gebäude zukünftig von Neubauten verstellt sein wird.

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    Der Hines Turm benötigt schon deshalb keine Tiefgarage, da vis a vis unterhalb der Alexanderstr. 650 Tiefgaragenstellplätze von Qpark zur Verfügung stehen, welche man auch auf Dauer anmieten kann.

    Das ist absolut korrekt. Ich verfolge die Berichterstattung und Diskussion zur Hochhausbebauung am Alex schon seit mindestens 15 Jahren und ich erinnere mich noch sehr genau, dass vor dem Bau der Tiefgarage unter der Alexanderstraße darüber berichtet wurde, dass diese als Parkplatzfläche für die drum herum geplante Hochhausbebauung vorgesehen sei. Es sei sogar möglich, dass direkt angrenzende Hochhäuser eigene unterirdische Zugänge zu dieser Tiefgarage errichten und für ihre zukünftigen Mieter Kontingente an Parkplätzen dauerhaft pachten könnten. Das heißt weder Hines noch Covivio und die gegenüberliegenden TLG-Türme bräuchten unbedingt eigene Parkhäuser, sondern könnten sich direkt an die vorhandene Tiefgaragen anschließen.

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    Na, jetzt bin ich aber mal gespannt, ob du für diesen kreativen Vorschlag auch nur einen Like bekommst. Der Fahrgastverband würde dich vermutlich mit einer Truppe von Männern mit goldenen Schneidezähnen besuchen, um sich für dieses kecke Meanderband in rot persönlich zu bedanken. ;)

    Mir völlig unverständlich, wie man urban freaks Vorschlag so abbügeln kann. Das zeugt nur von eingeschränktem Verständnis für Verkehrsplanung. Meiner Meinung nach ist es nur eine Frage der Zeit, dass es irgendwann so kommen wird, dass die Straßenbahn um den Platz herumgeführt wird. Spätestens, wenn der unsägliche Autotunnel in der Otto-Braun-Str. zugeschüttet wird. Es ist nämlich eigentlich so, dass die Straßenbahn um den Platz zu erreichen aktuell zu einem "Mäanderband" mit zwei sehr engen 90°-Kurven in der Wadzeckstraße und Bernhard-Weiß-Str. gezwungen wird. Die logischere Führung der M4-Strecke wäre wohl von der Greifswalder Str. kommend geradeaus durch die Otto-Braun-Str. und vor der Alexa vorbeizufahren, so bräuchte es nur eine Rechtskurve an der Diercksenstr. anstatt heute zwei Kurven. Solch enge Kurven wie in der Wadzeckstr. sind sehr wartungsintensiv wegen hohem Verschleiß. Außerdem fahren auf der M4 schon heute 40-Meter lange Bahnen im 3-Minutentakt, gerade hat die BVG neue 50-Meter lange Bahnen geordert und alle Bahnsteige entlang der M4 für 60-Meter lange Bahnen verlängert, das heißt auch diese werden bei kontinuierlich steigenden Fahrgastzahlen auf der M4 früher oder später kommen und sicher wird auch der Takt in Zukunft auf Berlins meistgenutzter Tramstrecke in den Stoßzeiten nicht mehr ausreichen. Irgendwann ist die Kapazität der heutigen Variante mit Schritttempo durch eine Fußgängerzone einfach überstrapaziert. Schon heute bilden zwei hintereinander stehende 40-Meterbahnen eine unüberwindbare Barriere für Fußgänger über den Platz, sobald es sich an den Haltestellen vor dem S-Bahnhof staut. Zukünftige 60-Meterbahnen werden das noch verschlimmern. Auch eine eigentlich notwendige Taktverdichtung ist bei der heutigen Streckenführung nicht mehr möglich. Also wenn nicht doch noch eine U-Bahn durch die Greifswalder kommt, muss man früher oder später mindestens eine der heute über den Platz führenden Linien um den Platz herumführen.