Fischerinsel / Petriplatz / Breite Straße

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Die Hochhäuser sind nicht wegen ihrer Ästhetik oder Einmaligkeit hier entstanden, sondern aus ideologischem Hass auf die Vorkriegsstruktur.

    Der Vorwurf ist hart formuliert und faktisch genau so ideologisch.

    Die Fischerinsel hatte damals einen völlig miserablen Ruf und man fand diese "Behausungen" für die arbeitende Bevölkerung nicht zumutbar. Daher strebte man an, würdige Wohnumstände zu kreieren.

    (Sage ich, der die Fischerinsel für nicht zukunftsweisende Stadtplanung hält.)

  • „Die Fischerinsel“.... hört sich romantisch an war aber das genaue Gegenteil. Ein stinkender, dunkler Slum mit haarsträubenden hygienischen Verhältnissen, die Häuser von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen eher Buden und windschiefe Verschläge voller Ungeziefer und Ratten. Keine Kanalisation. Die Menschen eng zusammen gedrängt mit Haustieren. Alleine aus gesundheitspolitischen Gründen war es ratsam hier „tabula rasa“ zu machen. Ähnlich wie die Moderne der frühen 20er Jahre Licht und gute sanitäre Verhältnisse in die Berliner Mietskasernen brachte, stellte die neue Bebauung der Fischerinsel gute, helle Wohnungen mit Elektrizität, fliessendem Kalt/Warmwasser, Toiletten und Bädern innerhalb der Wohnung einen echten Fortschritt dar. Der regelrechte Hass einiger Foristen hier gegen diese Häuser ist unter dieser Prämisse für mich absolut nicht nachvollziehbar. Ich bin auch kein Freund dieser Architektur jedoch wenn man die Umstände betrachtet unter denen schnell moderner Wohnraum für viele Menschen gebaut werden musste ... wie gesagt es gab schlimmeres zuvor an dieser Stelle. Das hat nur bedingt mit Ideologie zu tun wie hier mehrmals geäussert sondern eher mit blanker Not!
    Was die Hochhäuser in der Leipziger Strasse betrifft die hier von Bau-Lcfr gepostet wurden um die „nicht menschengerechte Stadt“ zu illustrieren, so kann ich nur sagen, dass gerade diese Hochhäuser zu den hippsten der ganzen Stadt gehören, Gerade bei jungen kreativen sind die Wohnungen absolut beliebt und angesagt. Aber sowas weiss man natürlich nicht wenn man aus dem Rheinland kommt und mit seiner Gattin schaudernd durch die Strasse fährt und undercover schnell ein Foto schiesst unter Berohung von Leib und Leben natürlich ;)

  • Hier stimme ich Camondo in allen Punkten zu. Ein befreundeter Architekt wohnt in einem der Hochhäuser in der Leipziger. Aus diesem Grunde konnte ich schon des Öfteren den genialen Ausblick und die Großzügigkeit zweier zusammengelegter Wohneinheiten im und aus dem 13. Stock über die Stadt genießen. Fantastisch. Alle Wohnungen sind vermietet und wo da irgendetwas lebensfeindlich sein soll, bleibt ein Geheimnis oder eine Projektion von Bau-Lcfr.

  • Den Status eines qualifizierten Wohnens kann ich nur bestätigen.
    Einladend zum Flanieren ist diese Gegend jedoch nur noch begrenzt.
    Und zum Erlebnis des Flanierens sind gewachsene Stadtstrukturen nötig, die dieser Bereich nicht mehr bieten kann.
    Die ehemals belebten und sehr geschäftigen Bereiche wie Dönhoffplatz, Spittelmarkt, Petri-Kirchplatz, mit in über Jahrhunderten gewachsenen und sicher nicht immer passenden Bauformen, sind nicht mehr vorhanden.
    Die sozialistische Moderne hat die Slums beseitigt, leider aber auch die verbliebenen Reste großstädtischer Urbanität.
    Das konnte letztlich auch das Ahornblatt nicht mehr reißen, auch wenn ich mich inzwischen den Meinungen anschließe, es wäre besser geblieben.

  • ^^ Der "geniale Ausblick" spricht nicht für die Blöcke, sondern zunächst für ihre Lage. Die Hochhäuser selbst sorgen ja durchaus nicht für einen genialen Ausblick, sondern verstellen ihn. (Und wenn die Geschichte, wonach sie in Antwort auf und gegen das Springer-Hochhaus erbaut wurden, richtig ist, war das sogar die Absicht: Den Blick zu verstellen.) Der urbanistische Wert von Bauten kann sich daher nicht nach dem schönen Blick bemessen, den sie auf die Umgebung gewähren, sondern danach, was sie selbst dazu beitragen, dass in der Umgebung gute Ausblicke erhalten bleiben. Was mich an vielen modernen Bauten stört, ist genau diese stadtlandschaftsprengende Asymmetrie: Dass sie parasitär von bestimmten Bedingungen (Höhenbegrenzungen) profitierten, indem sie selbst die Maßstäbe sprengten. Ohne die Leipziger Straße grundsätzlich schlecht zu reden: Das Argument der schönen Aussicht würde ich nicht als Qualitätsmerkmal gelten lassen.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    „Die Fischerinsel“.... hört sich romantisch an war aber das genaue Gegenteil. Ein stinkender, dunkler Slum mit haarsträubenden hygienischen Verhältnissen, die Häuser von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen eher Buden und windschiefe Verschläge voller Ungeziefer und Ratten.

    Ja, und weiter? Das traf einst auch mal auf andere Gebiete Berlins (und andere Altstädte allgemein) zu. Schon mal in der Spandauer Vorsadt gewesen? Die Neubauten bekämen Wasser- und Heizungsanschlüsse.

  • Hm, ElleDeBE. Jetzt bin ich etwas ratlos. Gründerzeitbauten verstellen den Blick, wohin eigentlich, nicht? Also, mir ist es bisher noch nicht gelungen über die Berliner Traufe hinauszuschauen. Ich gebe aber zu, dass das kein kriterium sein kann. Mir ging es aber um die angebliche Lebensfeindlichkeit der Hochhäuser, die ich nach wie vor nicht erkennen kann. Zumal die Blöcke im Erdgeschoss auch noch Gewerbe bereit halten.

  • Nochmals - egal ob man es als Slum oder historischen Kiez bewertet: Die Altbebauung der Fischerinsel ist nun einmal weg - dem hinterherzutrauern bringt nichts.

    Klarenbachs Fotos zeigen sehr schön die Attraktivität der Grünflächen und Uferwege auf der Fischerinsel, die ich persönlich sehr schätze und wirklich als Oase empfinde und wo ich häufig und gerne bin. Trotz vieler Bausünden (womit ich weniger die Hochhäuser meine) ist die nähere Umgebung sehr vielfältig und teils attraktiv. Wallstraße, historischer Hafen und Nikolaiviertel sind nur eine Katzensprung entfernt.

    Zu den weiß-blauen Hochhäusern an der Leipziger Straße: Diese sind m. E. auch optisch sehr ansprechende Wohntürme. Auch ich kenne mehrere Leute, die dort wohnen und allesamt sehr angetan sind. Bau-Lcfr: das "etwas alte zwischen den Bäumen" sind die Spittelkolonnaden. Das Problem ist für mich der tatasächlich autobahnähnliche Straßenzug Grunerstraße-Getraudenstraße-Leipziger Straße, der wirklich sehr unwirtlich ist - hier stimme ich Bau-Lcfr bzw. seine Frau absolut zu. Die Passier- und Aufenthaltsqualität wird dadurch gegen Null gedrückt. Aber das hatten wir ja schon ausführlich im Mokenmarkt-Thread diskutiert.

  • Auch zum Thema Aussichten kann ich etwas beitragen. Ich finde die Aussichten von der Fischerinsel grandios, und es gibt meiner Meinung nach in Berlin nur wenige Wohnhäuser, die solch spektakuläre Aussichten bieten wie die Hochhäuser auf der Fischerinsel.

    Weiterhin will ich auch der Meinung widersprechen, nach der die Fischerinsel bei den Bürgern keine Akzeptanz mehr finden würde. Auf der Fischerinsel gab es nie Leerstandsprobleme, und auch heute sind die Wohnungen sehr gefragt, obwohl die Nettokaltmieten teilweise sogar mehr als 10 Euro pro Quadratmeter betragen. Das alles spricht dafür, dass die damaligen Konzepte auch heute noch funktionieren.

    Alle Fotos: Klarenbach

  • Die Fotos sind in der Tat sehr schick, danke dafür!

    Das "Phänomen" des geringen Lehrstandes hatten wir doch aber auch schon in der Diskussion zur Frankfurter Allee und kann mE (seit einigen Jahren) nicht für die Akzeptanz oder Qualität eines Viertels herangezogen werden. Insofern ist es mal wieder etwas weit hergeholt. Allerdings halte ich die Akzeptanz für dieses Viertel ebenfalls nicht für gering. Nur die Argumentation ist nicht richtig.

  • Das steht doch völlig ausser Frage, dass es einen guten Blick aus den oberen Stockwerken von Hochhäusern gibt und die Dinger aufgrund der Lage bestens vermietet sind (warum aber nimmt die WBM über 10 Euro/qm - sollte Mitte nicht sozial durchmischt werden?).

    Die Kritik bezieht sich darauf, dass hier wertvollster innerstädtischer Boden mit einen Minimalausnutzung von Wohnfläche für offenbar Gutbetuchte auf Staatskosten verwendet wird, und das ganze noch städtebaulich autofetischorientiert, ästhetisch fragwürdig und dazu den Anspruch erhebt duch seine Türme die Reurbanisierung der Stadt sogar ausserhalb der Fischerinsel zu verhindern.

    Deshalb ist eine Ergänzung der Fischerinsel mit einer Blockrandbebauung sinnvoll, sozial gerechter und das Gebot der Stunde. Dass das die Bewohner, die wohnen wie am Stadtrand aber zu Fuss in die Oper gehen können (wenn sie möchten), sicher ablehnen ist bei dieser Debatte nachranging.

  • Erstmal danke Klarenbach für die Bilderstrecke und die, wenn auch etwas blumig dargelegten, Details zu damaligen Planungsabsichten.

    Meine Hauptkritik, dass wir es hier mit einer totalitären Planung zu tun haben, bleibt aber erhalten. Schon allein die Tatsache, dass du die beabsichtigten Sichtbeziehungen recht ausführlich erklärst, zeigt doch, dass sie in Natura kaum jemand als gewollt wahrnimmt. Diese Planung benötigte die Auslöschung alles Alten (nicht nur der Gebäude!) und ist daher auch im nachhinein nicht gut zu heißen.
    Warum jetzt hier wieder einige mit dem katastrophalen hygienischen Zuständen von Altbauquartieren ankommen, um den Abriss zurechtfertigen, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Wahrscheinlich rügen hier einige auch noch die im Vergleich zu ähnlichen Maßnahmen hohen Kosten, die seit den 70ern aufgewandt wurden, um Altstädte zu sanieren.

    So ein Ausblik ist in einer ansonsten eindeutig nicht von Hochhäusern geprägten Gegend natürlich immer etwas parasitär. Das Haus von wo ich einen unverstellten Ausblik genieße, versperrt natürlich anderen den Blick und die Sonne.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Weiterhin will ich auch der Meinung widersprechen, nach der die Fischerinsel bei den Bürgern keine Akzeptanz mehr finden würde. Auf der Fischerinsel gab es nie Leerstandsprobleme, und auch heute sind die Wohnungen sehr gefragt, obwohl die Nettokaltmieten teilweise sogar mehr als 10 Euro pro Quadratmeter betragen. Das alles spricht dafür, dass die damaligen Konzepte auch heute noch funktionieren.

    Also das ist doch nun wirklich Kokolores. Erfurt, Roter Berg - da siehts ganz ähnlich aus aber da will man nicht tot überm Zaun hängen. Es liegt (auch schon tausendmal erwähnt) schlichtweg an der Lage. Daraus nun etwas über die "Funktionsfähigkeit" damaliger Konzepte abzuleiten, ist hanebüchen. Man könnte dutzende Beispiele aufzählen, wo ähnlich Konzepte offensichtlich völlig versagt haben, einfach weil sie in Weißwasser, Eisenhüttenstadt oder Suhl umgesetzt wurden.

    Einmal editiert, zuletzt von Saxonia (19. Juni 2014 um 19:58) aus folgendem Grund: R

  • Dekoratives Anführungszeichen

    ...Also das ist doch nun wirklich Kokolores. Erfurt, Roter Berg - da siehts ganz ähnlich aus aber da will man nicht tot überm Zaun hängen. Es liegt (auch schon tausendmal erwähnt) schlichtweg an der Lage. Daraus nun etwas über die "Funktionsfähigkeit" damaliger Konzepte abzuleiten, ist hanebüchen. Man könnte dutzende Beispiele aufzählen, wo ähnlich Konzepte offensichtlich völlig versagt haben, einfach weil sie in Weißwasser, Eisenhüttenstadt oder Suhl umgesetzt worden.

    Ich glaube dann verkennen Sie die Sitution dort absolut. Wir sind hier eben nicht in einer Ost-deutschen Vorstadt. Die Mieterzusammensetzung ist eine völlig andere. Wie schon beschrieben: Junge Familien, mittelständig. Ebenso junge gutsituierte Kreative. Die es mögen so dicht am Zentrum zu wohnen, Die Familien eher auf der Fischerinsel mit dem grün drumherum und die hippen youngster in der Leipziger Strasse. Alle sind zufrieden. :daumen:

  • Es sieht aber aus wie in einer ostdeutschen Vorstadt.
    Ich habe auch nicht bestritten, dass die Wohnungen dort Abnehmer finden aber was hat das mit dem dort vorherrschenden Städtbau zu tun? Junge Familien, Rentner, Wohlhabende, Hippis - findet man im Rest der Stadt doch auch und die Wohnungen werden umso begehrter, je weiter man sich dem Zentrum nähert. Heutzutage völlig normal. Daraus gerade ein besonderes "funktionieren" der damaligen Vorstellungen abzuleiten, halte ich für Quatsch. Denn wie sich immer wieder zeigt, stinken solche Neubaugebiete immer noch ab, wenn adäquate Alternativen in Altbauquartieren vorhanden sind.

  • Saxonia
    Ich denke es handelt sich hier um ein Klientel die ganz bewusst dorthin gezogen ist. Deswegen kann von „abstinken“ garkeine Rede sein. Und wie Klarenbach ja in seinen Bildern sehr schön gezeigt hat ist das Umfeld sehr attraktiv gestaltet und nicht die Spur verwahrlost.. Meines Wissens verfügt auch jedes Gebäude über einen Concierge im Eingangsbereich.

  • Die Klientel zieht dort hin, weil für die Lage die Mieten vergleichsweise niedrig sind, richtig.

    Ansonsten ist die Bilderauswahl natürlich stark selektiert. Immer wenn ich dort in der Gegend bin, bin ich über den ganzen Müll, Uringestank und die vielen Ratten erschüttert.

    Cafés, Kinos, Restaurants, Geschäfte und co. suchen die Anwohner auch an anderer Stelle auf, daher ist der "Vorstadt-Vergleich" nicht so abwiegig. Ähnlich bei den Plattenbauten rund um die Karl-Marx-Allee.

  • ^ tut mir leid, das kann ich nicht bestätigen! mir bot sich zum „erschüttert sein“ keiner dieser Eindrücke. Und wenn dann stammt solches wohl eher von Horden umherstreunender Touristen. Aber über deren Hinterlassenschaft kann mann sich auch in Altbauquartieren aufregen und Ratten sind allüberall in Berlin zu bewundern, das hat jetzt nichts spezifisch mit der Fischerinsel zu tun denke ich.

  • Zunächst mal gilt die Qualität der Lage für so ziemlich jeden Gebäudetyp. Auch ein stuckverzierter Gründerzeitler kann gottverlassen und öde sein, wenn er in Forst, Schwarzheide oder Gelsenkirchen steht - auch da will man nicht "tot über'm Zaun hängen".

    Sorry Siegrief, aber dein Bild ist doch genauso "selektiert":

    Müll, Uringestank und Ratten findet man auf der Fischerinsel nur, wenn man kleinlich und bewusst danach sucht und die Gegend prinzipiell nicht mag. Zudem handelt es sich bei der Fischerinsel um ein Gebiet von gerade mal ca. 8 ha Fläche mit einer Handvoll Hochhäusern und wenigen Ergänzungsbauten - da ist es kaum zu erwarten, dass es von Cafés, Kinos, Restaurants und Geschäften nur so wimmelt. Zudem gibt es einen großen Edeka an der Straße Fischerinsel, einen Inder, und auf der anderen Seite des Spreekanals zahlreiche Restaurants u.v.m.
    Zum Kino Cubix sind es gerade mal 700 m, auch zum International kann man durchaus laufen. Als ob es in jedem Altbaukiez direkt vor der Haustür ein Kino gibt und nirgendwo Müll rumliegt!

    Wer unbedingt schwarz sehen will, sieht auch schwarz.

  • Ich möchte den Hochhäusern ihre Wohnqualität gar nicht absprechen. Ich bin mir auch sicher, dass sich die Bewohner dort sehr wohl fühlen und dass es Leute gibt, die explizit nach Wohnungen in solchen Hochhäusern suchen. Andererseits möchte ich behaupten, dass die Bewohner auch von der Tatsache profitieren, dass die Umgebung andersartig bebaut ist. Den Interessen der Bewohnern entgegen steht auch das Interesse der Allgemeinheit nach einem zusammenhängenden Stadtraum. Das Gebiet liegt nunmal im Zentrum der Stadt und trennt das historische Zentrum städtebaulich von den südöstlich anschließenden Gebieten.

    Wer nach dieser Art Wohnumfeld sucht, hat nicht den Anspruch, diesen im Zentrum zu finden, sondern muss sich weiter ausserhalb umsehen. Dieser zentrale Bereich hat nunmal grundlegend andere Funktionen, nicht die Bereitstellung eines ruhigen und grünen Wohnumfeldes und die Menschen, die ins Stadtzentrum fahren und sich dort aufhalten, suchen auch nicht nach diesen Funktionen. Für sie ist dieses Gebiet folglich eine Barriere, das Gebiet stört die Einheit und Funktionsfähigkeit des Stadtzentrums. Für jede Nutzung gibt es einen geeigneten Bereich und hier hat sich ganz einfach eine Nutzung in ein Gebiet verirrt, wo sie nicht hingehört. Wenn, wie einige hier meinen, dieser Bebauungstyp an dieser Stelle so überlegen ist, warum wird dann seit den 80ern nicht weiter so gebaut? Es gibt noch so viele zentrale Bereiche, die man durch Plattenbauten aufwerten könnte. Warum hat man sich denn entschieden, in der Luisenstadt nicht so weiter zu bauen, wenn doch die Menschen nach Wohnungen in Großwohnsiedlungen suchen? Am Bedarf vorbeigeplant?

  • Ich sagte ja schon, Argumente sind immer dann berechtigt, wenn sie nicht an den Haaren herbeigezogen oder ideologisch sind. Das Argument mit dem Slum, der alternativlos weg musste geht jedoch genau in diese Richtung, von daher finde ich es unseriös. Rußige Öfen und halbe Treppe-Klos gabs doch fast im gesamten Altbau-Osten. Das Rattenargument gehört natürlich auch dazu. Schon mal an der Warschauer gewesen...? ;)

    Noch habe ich in keinem Post von Freund oder Gegner der Hochhäuser auf der Fischerinsel gelesen, dass diese abgerissen gehören - hier würde ich fast von einem Konsens sprechen. Mich interessiert, wie man mit den Flächen drumherum umgehen soll, wo ich für eine moderate Nachverdichtung wäre. Also kein schwarz-weiß ALLES zuklotzen, sondern eben Grünflächen neu fassen. Ob nun Abstandsgrün vor den Häusern unbedingt so wertvoll ist, wäre die Frage. Ich stelle mir eine Blockrandbebauung, wo ein Hochhaus in einem begrünten Innenhof steht sehr spannend vor. Man erhält die Oasen bzw. macht sie überhaupt erst zu welchen.

    Die Frage also an die "Fans": sind die Grünflächen wie sie jetzt sind unveränderbar? Sind sie historisch zu wertvoll? Würde jegliche Entspannung und Oasenfeeling durch eine hochwertige moderate Nachverdichtung flöten gehen?