Ich denke, dass es zu billig ist, Frau Lüscher zu kritisieren, ohne Alternativen vorzuschlagen. Fakt ist: Bei der jetzigen Dominanz privater Investoren gibt es seitens der Stadt wirklich wenig Möglichkeiten, Qualität in Sachen Architektur und Städtebau durchzusetzen.
Sicher gibt das Baurecht Möglichkeiten für weitergehende Eingriffe. Ein Instrument wäre die Ausweisung eines Städtebaulichen Entwicklungsgebietes beispielsweise für den Bereich Heidestraße. Dann könnte das Land Berlin seine Vorstellungen durchsetzen, es müsste dann allerdings auch bereit sein, Immobilien von unwilligen Eigentümern zu erwerben. Das Problem dieser Lösung besteht wohl darin, dass sie derzeit aus finanziellen Gründen nicht durchsetzbar ist. Aber dann sollte man nicht Frau Lüscher für die Misere verantwortlich machen.
Im Falle Heidestraße hat zudem der Bund ein großes Stück Mitschuld, schließlich handelt es sich bei den Vivico-Grundstücken um ehemals bundeseigene Grundstücke, die 2007 ohne Rücksicht auf städtebauliche Belange privatisiert wurden. Nun gibt es überall Probleme - von der Heidestraße bis zum Mauerpark - weil die Vivico mit ihren Grundstücken Maximalrenditen erzielen will. Auch diese Fehlentscheidung des Bundes kann man kaum Frau Lüscher anlasten.