Beiträge von Japher

    Entschuldigung, aber solch eine Argumentation rechtfertigt jeden Müll, der gebaut wird und das kann doch hier nicht der Anspruch sein. In den 1920er-Jahren waren die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sehr viel schlechter als heute und es wurde ein Siedlungsbau betrieben, der heute aufgrund seiner gestalterischen Qualitäten zum UNESCO-Welterbe zählt. Wer über die Grenze in die Niederlande, in die Schweiz, nach Skandinavien oder auch Spanien schaut, stellt fest, dass dort auch beim geförderten Wohnungsbau ein Gestaltungswillen besteht, der ein lebenswertes Wohnumfeld hervorbringt.

    Es geht mir darum, der städtebaulichen Bedeutung des Gebäudes gerecht zu werden. Diese steht einer baulichen Verdichtung nicht per se entgegen, es braucht nur einen intelligenten Entwurf, der beide Aspekte angemessen berücksichtigt. Im Entwurf von Herrn Langhof kann ich dies nicht erkennen.

    Ich wüsste auch nicht, was gegen eine bauliche Verdichtung in den Randbereichen des Tempelhofes Felds spricht. Dabei sollte aber unbedingt die städtebauliche Bedeutung des Flughafengebäudes im Blick behalten werden. Der markante Schwung, der sich vom Feld aus erleben lässt, ist ikonisch. Diese Ansicht sollte nicht durch kleinteilige Gebäude im unmittelbaren Umfeld verbaut werden!

    Das letzte Bild zeigt das Bauvorhaben in seiner ganzen banalen Monströsität. Da schimpft die Stadtgesellschaft permanent auf den Wohnungsbau der Nachkriegszeit, vor allem auch in den Stadterweiterungsgebieten von Marzahn und Hohenschönhausen, aber verkennt völlig, dass heute Wohngebäude entstehen, die in ihrer minderwertigen Belanglosigkeit nicht zu übertreffen sind. Die sogenannten Plattenbauten der DDR hatten wenigstens noch eine strukturierte Oberfläche, es wurde Wert auf Kunst am Bau gelegt und auch mit Farbe gespielt. Das, was Ten Brinke hier hochzieht, ist maximalem Profit verpflichtet und wird die Gegend für Jahrzehnte entwerten.

    Argh, ich kann es nicht glauben! Den Berliner Wohnungsbaugesellschaften sollte man jegliche Bauaktivitäten verbieten. Sie haben schon so viel kaputt gemacht und wüten immer weiter. Im ersten Augenblick dachte ich mir: Die Neubauten könnten durchaus akzeptabel werden. Doch dann die böse Überraschung: Für diese letztlich auch nur 0815-Kisten werden ohne Not zwei vielleicht nicht unbedingt denkmalwerte, aber ohne Frage erhaltenswerte Häuser platt gemacht. Wieso? Weshalb? Warum? :confused:

    Es bleibt sehr zu hoffen, dass der Denkmalschutz des Gloria-Palastes mit allen Mitteln verteidigt wird. Abgesehen von dem drohenden Verlust eines Baudenkmals (auch der Abriss des benachbarten 80er-Jahre-Baus wäre schade!) ist der vorgelegte Entwurf alles andere als überzeugend. Das Gebäude ist ohne erkennbaren Bezug zur Umgebung und vor allem viel zu überdimensioniert. Irgendwer hatte weiter oben mal geschrieben, dass der Ku´damm von einer kleinparzellierten Bebauung lebt. Dies zeigt sich deutlich angesichts dieses Entwurfs. Ein derartiger Riegel ist viel zu monton, um ein abwechslungsreiches Stadtbild zu erzeugen.
    Erfreulich sind einzig die Dachschrägen, wobei die Dacheindeckung in der Visualisierung nicht sehr hochwertig scheint und zu allem Überfluss offenbar der des Gründerzeitaltbaus links gleichen soll.

    Die Gesobau hat sich die Mühe nur gemacht, weil das Gebäude unter Denkmalschutz steht, eine Billigsanierung mit dem üblichen Baumarktsortiment, wie sie bei Wohnungsbaugesellschaften sonst bevorzugt wird, nicht ohne weiteres durchzusetzen gewesen wäre.
    Die eigentliche Einstellung des Unternehmens gegenüber historischer Bausubstanz offenbart sich ein paar Meter weiter in der Kavalierstraße 19, einem ebenfalls erhaltenswerten, aber nicht denkmalgeschützten Vertreter des Reformwohnungsbaus. Dort ist komplette Zerstörung angesagt: Vernichtung der feingliedrigen Kastendoppelfenster, Zerstörung der Fassadenornamentik durch Außendämmung, ein den Außenanblick beeinträchtigender Ausbau des Dachgeschosses...
    Weitere Informationen gibt es hier: http://www.kavalierstrasse.de/

    Dekoratives Anführungszeichen

    Hier noch einmal ein Abschlussfoto der Plattenbausanierung in der Friedrichstr.:

    In der Friedrichstraße droht eine weitere Entstellung eines m. E. unbedingt erhaltenswerten DDR-Baus. Dieses Mal betrifft es das Wohn- und Geschäftshaus schräg gegenüber des Friedrichstadtpalastes mit den markanten Schriftzügen auf den Dach, die auf das naheliegende Deutsche Theater hinweisen. Das Haus ist derzeit eingerüstet. Es bekommt offenbar eine dicke Dämmung verpasst. Außerdem war ein knalliger Orangeton durch die Abdeckungsplanen zu erkennen. Ich hoffe nicht, dass es sich dabei um die endgültige Fassadenfarbe handelt...

    Das Objekt vor der Sanierung: https://goo.gl/maps/z1aGbhAxcy22

    Wenn man genauer hinsieht, lässt die Qualität der historisierenden Sanierung des gezeigten Eckhauses am Helmholtzplatz jedoch zu wünschen übrig.
    Die Stuckelemente repräsentierten halt das, was das Baumarktsortiment gerade hergab (das betrifft auch die Balkongeländer). Ihre Auswahl erfolgte recht beliebig und hat wenig mit historischen Vorbildern gemein. Sehr störend wirkt sich außerdem aus, dass der Dachausbau ohne Rücksicht auf die Fensterachsen der Fassaden erfolgte und auch ansonsten keine Rücksicht auf Proportionen und Symmetrie nimmt. Da die Wohnungen offenbar unterschiedlichen Eigentümern gehören, besitzt das Haus inzwischen viele verschiedende Fenstermodelle - angefangen vom historischen Holzkastendoppelfenster bis zum schnöden Pastikrahmen.

    Alles in allem eine durchschnittliche Sanierung, die m. E. nicht unbedingt Lob verdient. Auf ein viel bewundernswerteres Beispiel hatte ich vor einigen Wochen im Wedding-Strang hingewiesen. Wundert mich, dass das damals niemand kommentiert hat, denn das Sanierungsergebnis lässt sich WIRKLICH sehen:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Ein beeindruckendes Sanierungsergebnis lässt sich aus der Schönwalder Straße im Wedding vermelden: Dort wurde eine schon recht verstümmelter Altbau nicht nur vom Dämmwahn verschont, sondern obendrein die schon längst verloren gegangene Stuckfassade wiederhergestellt. Da ich über keine eigenen Bilder vefüge, kann ich den Vorher-Nacher-Vergleich nur verlinken. Nichtsdestotrotz bitte ansehen, es lohnt sich :)

    KLICK MICH

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    Welche Hetzerei? Gegen den bemitleidenswerten Makler etwa, der angeblich nicht wusste, dass die Stuckfassade wegkommt und alles am Ende anders aussehen wird, als auf den Visualisierungen aus dem Hochglanzkatalog?
    Der Dachaufbau ist eine gestalterische Frechheit. Skandalös ist außerdem, die Originalgestaltung einer über 100 Jahren alten Fassade grundlos zu zerstören. Hinzu kommt die dreiste Werbung für das Objekt :Nieder:

    Altbauzerstörung Lychener Straße 75

    Dekoratives Anführungszeichen

    Heute Morgen habe ich durch Bauplanen des gerade im Sanierung befindlichen Hauses an der Lychener Straße Ecke Raumerstraße (Helmholtzplatz) zufällig erkennen können, dass man dort offenbar die gesamte prächtige Stuckfassade abgeschlagen hat. Es handelt sich um dieses Gebäude Das gesamte Mauerwerk ist derzeit freigelegt. Die anwesenden Bauarbeiter wollten/konnten mir keine Auskunft geben, wie das Haus künftig ausehen wird. Auch hier hängt die Entstuckung wohl mit dem Anbringen einer Außendämmung zusammen, anders kann ich mir diesen barbarischen Akt nicht erklären. Was mich allerdings wundert ist die Tatsache, dass der Helmholtzplatz in einem Milieuschutzgebiet liegt und aufgrund dieser Tatsache Außendämmungen eigentlich nicht ohne Weiteres möglich sind.
    Selbst wenn es zu einer Wiederbestukcung kommen sollte: Das Original ist dahin.

    Die Wohnungen des Hauses werden übrigens auf der Seite http://www.lychener35.de zum Verkauf angeboten. Man liest dort von einer behutsamen und sorgfältigen Sanierung. Angepriesen wird die "traumhafte Stuckfassade".

    Die Sanierung des vor einem halben Jahr komplett entstuckten Altbaus in der Lychener Str. 75 neigt sich dem Ende entgegen. Während der Verkäufer der Wohnungen, die "Kolarski real estate & trading GmbH" , das Objekt weiterhin dreist mit der ursprünglichen Stuckfassade anpreist, haben sich alle meine Befürchtungen bestätigt: Der Altbau wurde totsaniert. Ärgerlich ist nicht nur der lieblose, völlig unstimmge Restuckurierung, sondern der potthässliche Dachaufbau, der an dieser Straßenkreuzung doppelt zur Wirkung kommt. Wie kann man einen wunderschönen Gründerzeitaltbau nur derart zerstören?!

    AKTUELL (Bild von mir)

    VORHER

    Übrigens war in diesem Sanierungsfall noch nicht einmal Polystyrol im Spiel. Die willkürliche Entstuckung bleibt also ein Geheimnis des Eigentümers.

    Ein beeindruckendes Sanierungsergebnis lässt sich aus der Schönwalder Straße im Wedding vermelden: Dort wurde eine schon recht verstümmelter Altbau nicht nur vom Dämmwahn verschont, sondern obendrein die schon längst verloren gegangene Stuckfassade wiederhergestellt. Da ich über keine eigenen Bilder vefüge, kann ich den Vorher-Nacher-Vergleich nur verlinken. Nichtsdestotrotz bitte ansehen, es lohnt sich :)

    KLICK MICH

    Dachausbau in der Prenzlauer Allee

    Vor einiger Zeit wurde hier über den Dachausbau eines Altbaus in der Prenzlauer Allee Ecke Raabestraße diskutiert. Fotos vom Endergebnis hatten wir glaube ich noch nicht.
    Das neue Dachgeschoss sieht sehr hochwertig aus. Zum restlichen Baukörper will es dennoch nicht so richtig passen...



    Wie auch immer, immerhin gibt es im Gegensatz zu dieser ebenfalls frischen Aufstockung ein paar Blöcke weiter wenigstens eine gewisse Gestaltungsqualität:

    [die Bilder sind von mir]

    Dekoratives Anführungszeichen

    es kann ja nur besser werden in dieser Schmuddelecke....

    ...nur schade, dass sich die vermeintliche Aufwertung ausschließlich aus dem Massentourismus speist. In den letzten Jahren sind in direkter Alexanderplatznähe bereits zig banale Hotelklötze entstanden. Es folgten Souvenirläden, ein Ableger des Hofbräuhauses, "Rent-a-bike"-Filialen...Der Alex entwickelt sich mehr und mehr zum Hotelghetto und sein Umfeld damit zum Abenteuerspielplatz für Easy-Jet-Touristen, während der Berliner die Gegend meidet. Schade, dass die Stadt für diese zentrale Stadtlage keine ambitionierteren und nachhaltigeren Stadtentwicklungsansätze formuliert. Das Ramschniveau wird der Platz in absehbarer Zeit so nicht nicht los :mad:

    Das gezeigte, nicht verwirklichte Haus in Taipai erinnert mich an diese zwei Neubauten aus Lyon am Saone-Ufer:



    Die Häuser gefallen mir vor Ort sehr gut, wären für das Hauptbahnhofs-Umfeld allerdings in der Farbgebung zu grell. Fakt ist jedenfalls, dass die aktuellen Berliner Bauvorhaben ein wenig mehr kreative Abwechlung vertragen könnten.

    [Die Bilder sind von mir]