Leipzig: St. Trinitatis (realisiert)

  • ^ Die im August beginnende Neugestaltung des Rad- und Fußweges bezieht sich ausschließlich auf den Martin-Luther-Ring und den Petersteinweg, jedoch nicht auf die Nonnenmühlgasse. Das ging so aus dem LVZ-Artikel (Zitat: "...werden die Fuß- und Radwege rund um die nahezu fertig gestellte Propsteikirche neu gestaltet.") nicht eindeutig hervor.

    Wie dem auch sei, die neue/alte Nonnenmühlgasse ist wieder auferstanden und schafft somit die Voraussetzung für eine Neubebauung des ganzen im Krieg verloren gegangenen Areals. Ein paar Bilder von gestern:

    Blick von Westen auf St. Trinitatis und der Nonnenmühlgasse.


    Zoom


    Die Nonnenmühlgasse verläuft südlich der Propsteikirche. Dunkles und helles Granit-Kleinpflaster, Granit-Gehwegplatten sowie die gepflanzten Linden vermitteln einen hochwertigen Eindruck.


    Auch der Kirchhof macht weiter Fortschritte.


    Ich hätte vorher nicht gedacht, dass ein Gebäude mit einer vollständigen Verkleidung aus Porphyr so edel wirken würde. Das haben die Schulz-Brüder klasse hingekriegt.
    Bilder: Cowboy

  • Ein Blick auf den Bau im Abendlicht. Ein Teil der Fassade zum Leuschnerplatz ist frei, und wir gewinnen langsam einen Eindruck von der Wirkung dieses Baus in Richtung Osten.
    Sorry für die lichtbedingte Minderqualität.

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  • Die Freie Presse berichtet heute über ein Statikproblem am Kirchturm (Link). Bei einem Schwingungstest für die Glocken habe sich gezeigt, dass der Kirchturm den Schwingungen der kleinsten der sechs Glocken nicht standhalte. Drei Lösungsvorschläge würden untersucht.

  • Stimm ja. Wo du es jetzt sagst, fällt er mir erst auf.

    Was mir gerade einfällt. Diese Fläche hätte man gut als Videoleinwand bespielen können. :daumen: Aber dann käme sicher wieder das Argument bei der HaB-Wand: "Die Autofahrer könnten abgelenkt werden." Fußgänger wohl nicht. :D Aber anlässlich "1000 Jahre Leipzig" wäre das echt super gewesen.

  • Ohne jetzt klugscheißen zu wollen, aber das mit der Sichtbarkeit des Schriftzuges ist ganz arg eine Frage des Zeitpunktes. So sah es heute gegen halb eins aus:

  • Das Problem mit den zu starken Schwingungen der kleinsten Glocke (siehe Beitrag 384) wurde dadurch "gelöst", dass die Glocke nur starr aufgehängt und von außen angeschlagen wird (Freie Presse). Ich würde das mal als Behelfslösung ansehen, die Statikplanung ist aber definitiv kein Aushängeschild. Vielleicht bekommt man dann wegen der unvollständig umgesetzten Anforderungen eine Kompensation vom Planungsbüro.

  • Das dem Stahlbetonturm eine kleine schwingende Glocke ernsthafte Probleme bereitet, finde ich auch etwas eigenartig. Es werden ja derzeit recht viele kriegsbedingt unvollständige Geläute ergänzt oder minderwertige komplett durch neue aus Bronze ersetzt. Dort habe ich von derartigen Problemen noch nie etwas gehört.

  • 8. Februar 2015


    Im Pfarrhof - links geht es zur Nonnenmühlgasse und rechts zum Martin-Luther-Ring.


    Im Flur des Kirchraums ist noch jede Menge zutun.


    In der Sakristei wurde der Bodenbelag verlegt und die Wände verputzt.


    Nun ist auch dieser Bereich des Kirchenraums verputzt.


    Im neuen Tagungsraum mit Rundum-Holz-Verkleidung. Auf der rechten Seite gibt es eine Schallschutz-Aussicht zum Neuen Rathaus.


    Blick zur Decke.


    Im Flur des ersten Stockwerks westlich vom Pfarrhof.


    In einem der fast fertig gestellten Räume für Büros und Wohnungen.

    5. April 2015


    Ein- und Ausfahrt der Nonnenmühlgasse am Martin-Luther-Ring.


    Der Grünstreifen wurde bis auf große Bäume gerodet und der jetzt asphaltierte Gehweg wird später neu gepflastert.


    Zugang zum Pfarrhof.


    Der Gehweg unter dem Kirchenbauwerk wird gepflastert.


    Und vom Wilhelm-Leuschner-Platz aus. Hier muss nur noch eine Seite verkleidet werden.


    Die Gehweg- und Straßenbauarbeiten haben es nun bis hierher geschafft.

  • Das mit dem Schriftzug und dem Wechsel zwischen deutlicher Sichtbarkeit und beinahe vollständiger Unsichtbarkeit je nach Wetter, Uhrzeit und Standpunkt finde ich eigentlich ganz spannend gelöst. Kurz gesagt: der von der Kubatur her nicht unbedingt optimale Entwurf ist wenigstens im Detail ganz interessant - siehe auch die Bronze(?)-Tür im Innenhof. Wenn nebenan in der Nonnenmühlgasse die bereits geplanten weiteren Gebäude den Blockrand wiederherstellen und der WLP irgendwann mal bebaut ist, wird das Ganze m.E. auch nicht nicht mehr so wuchtig und monolothisch wirken.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Für die weitere Diskussion wäre es vielleicht ganz hilfreich, wenn Rundling endlich mal konkreter wird, was ihm an dem Neubau stört.

    Mhmja... tut mir leid, aber es wird noch bissel dauern, bis ich Zeit (und Lust :D ) habe, mich ausführlich damit zu befassen.
    Auch nach Besichtigung des Innenhofes, der ein paar interessante Perspektiven zu bieten hat, bleibt der insgesamt unbefriedigende Eindruck erhalten, der sich insbesondere aus der völlig missratenen Einpassung ins Stadtbild ergibt.


    Aber sehen Sie selbst - urteilen Sie selbst!

    Der Brunnen sähe ebenerdig und ohne Rand wahrscheinlich besser aus...

    ...und deshalb endet die kleine Hofbesichtigung an dieser Stelle. :)



    Jetzt noch ein paar Bilder, die die Kirche im Stadtbild zeigen:

  • Beschrieben wid das eher schlichte Innere der neuen Propsteikirche mit weißen Wänden und eckigen, schnörkellosen Kirchenbänke aus hellem Eichenfurnier. "Diese eher romanische Nüchternheit ist Absicht", sagt Propst Giele. "Wir sind hier in der Innenstadt. Die ist quirlig, lebendig, laut. Hier komme ich in einen Raum, der reduziert ist auf das Wesentliche."

    Die Welt, 4.5.2015
    Größter Kirchenneubau im Osten wird geweiht
    http://www.welt.de/regionales/sac…rd-geweiht.html

  • ^ der romanische Charakter war schon in den ersten Abbildungen des geplanten Projekts vollends erkennbar, und war sicher auch die richtige Herangehensweise. Von der Qualität der Gestaltung und der Ausführung bin ich aber überrascht. Das toppt meine Erwartungen.

    Über den städtebaulichen Kontext ist schon viel geschrieben worden. Mir fehlt hier immer noch der geschlossen Blockrand rings um die Kirche, um den architektonischen Mehrwert für den Ring und den WLP richtig darzustellen. Trotzdem bin ich der gefühlt einzige, dem das Projekt gefällt.

  • Dekoratives Anführungszeichen


    Über den städtebaulichen Kontext ist schon viel geschrieben worden. Mir fehlt hier immer noch der geschlossen Blockrand rings um die Kirche, um den architektonischen Mehrwert für den Ring und den WLP richtig darzustellen. Trotzdem bin ich der gefühlt einzige, dem das Projekt gefällt.

    Nein, mir geht es ganz genau so. Ich war beim Entwurf skeptisch, bin aber von der Ausführung mehr als angetan. Und man kann in der Tat erst davon reden, wenn ein städtebaulicher Kontext besteht, der nicht nur Neues Rathaus ist.

    Ich freue mich zudem, das ein Ort religiöser Öffentlichkeit in die Mitte der Stadt zurückgekehrt ist, und nicht nur Konsum und Büro. Wenn man bei anderen Religionsgemeinschaften nicht so abweisend wäre, ich könnte mir am Leuschnerplatz auch noch Moscheen und asiatische Tempelchen vorstellen. Undenkbar allerdings, die müssen ins Gewerbegebiet... [Polemik aus]

  • Aus historischer Sicht wäre sicher eine Synagoge eher angebracht. ;)
    Zumindest wäre ein entsprechendes Bauvolumen, vulgo: genug Geld, vonnöten, um diesem Ort gemäß zu bauen - "Tempelchen" passen da weniger als "Tempel"!
    Zurück zum Thema: mit der neuen Kirche wurde ein wertvolles Stück Stadtreparatur würdig vollendet.