Beiträge von Cowboy

    ^ Ich finde es auch nachvollziehbar, dass der Bedarf an Stellen im öffentlichen Dienst in einer wachsenden Stadt wie Leipzig mitwächst und dies auch Zeichen einer wirtschaftlich prosperierenden Entwicklung ist. Aber hierzu haben wir ja keine Zahlen. Der verlinkte Arbeitsmarktbericht sieht klar andere Bereiche als Treiber dieser Entwicklung.

    ^ Mich dünkt, du versuchst krampfhaft das Haar in der Suppe zu suchen. Ich beziehe mich auf den aktuellen Arbeitsmarktbericht, den LEonline in #1703 verlinkt hat. Dieser beleuchtet hauptsächlich die Situation im Juni im Vergleich zum Vormonat sowie zum Vorjahresmonat. Jetzt kommst du mit Zahlen neu geschaffener Stellen im öffentlichen Dienst zwischen 2010 und 2020. Was soll das?


    Derweil steht in besagtem Artikel doch klar drin, wer Treiber beim Jobaufbau in Leipzig ist.

    Eine positive Entwicklung des Arbeitsmarkt anhand der unbesetzten Stellen zu konstruieren, ist auch ohne tiefere Analyse und Informationen möglich, aber nicht zwingend korrekt...


    Die im Artikel verlinkte Grafik des Stellenaufbaus gibt genügend Anhaltspunkte zur positive Entwicklung des Arbeitsmarkt in Leipzig. Allein in den zwei Corona-Jahren wuchs die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in der Messestadt um 7752, davon allein im letzten Jahr um 5443. Das sind dann zwar immer noch nicht ganz die vom OBM lange vor Corona und diversen anderen Krisen dieser Welt angepeilten 6.000 Beschäftigten, aber wir sind auf einem guten Weg, diese Zahl in diesem Jahr zu erreichen. Und da gibt die Zahl der unbesetzten Stellen, die erstmalig (in einem Juni) die 10.000 überschritten hat, durchaus den entscheidenden Hinweis darauf.



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    Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

    ^ Besagte Physiotherapie ist vor ein paar Monaten in die frisch sanierte und jüngst von LEonline hier gezeigte GSS 38 schräg gegenüber gezogen, und bewohnt ist die GSS 45 schon viel länger nicht mehr.


    Und wer regt sich denn immer noch über das Marketing-bla-bla auf? Wenn es nicht "Lofts" hieße, dann irgendwas mit Residenz, Palais, Höfe, Gärten etc. Das wäre genauso unpassend gewesen.


    Die Preise sind natürlich gepfeffert und ich frage mich auch, wer bereit ist, an der Georg-Schwarz-Straße 5500 Euro auf den Quadratmeter hinzublättern. Egal wie toll so ein einfacher Gründerzeitler saniert wird, die Erschütterungen der vorbeidonnernden Straßenbahn kann man nicht "wegsanieren" und wird die Wohnqualität stark einschränken. Die angepeilte Zielmiete von 9,50 bis 10,50 Euro pro qm entspricht hingegen schon dem heutigen Niveau an der Georg-Schwarz-Straße für Erstbezug nach Sanierung. Wer diese Wohnungen kauft, dem sind die Abschreibungsmöglichkeiten wichtiger als das Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Bruttomietrendite ist hierbei auf lächerliche 2 Prozent zusammengeschrumpft, wenn die Zielmiete erreicht wird. Vor 10 Jahren war man hier noch bei 6 bis 8 Prozent (ohne Inflation wie heute).

    ^ Es bleibt spannend, wie sich der Immobilienmarkt mit deutlich höheren Hypothekenzinsen weiter entwickelt. Noch dominiert das Problem der Angebotsknappheit aufgrund eingebrochener Lieferketten den Markt sowie explodierende Grundstückspreise, und das trifft besonders den Neubausektor. Die versprochenen 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr können aus besagten Gründen gar nicht gebaut werden, so dass die Preise vor allem in den Großstädten weiterhin hoch bleiben dürften. Auch dann, wenn die Bevölkerung stagniert oder, wie in Stuttgart, sogar um einige Prozent pro Jahr zurückgeht, ergo die Nachfrage sinkt.

    In einem LVZ-Bezahlartikel mit der Überschrift "Tourismusaufschwung in Leipzig" steht geschrieben, dass die Übernachtungszahlen in diesem April (301.219) bereits über dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019 (295.764) gelegen haben und LTM-Chef Volker Bremer davon ausgehe, dass wenn sich "die Signale bestätigen", die Stadt bis zum Spätherbst so sehr ausgebucht sein wird wie nie zuvor. Dazu beitragen würde auch die Einführung des 9-Euro-Tickets über den Sommer, das Leipzig zusätzlich zu einem attraktiven Ziel machen würde. Bremer gehe weiter davon aus, dass mehrere Branchen trotz höherer Energiepreise, Inflation und angespannter Personalsituation vom Aufschwung profitieren würden.


    Von Januar bis April zählte Leipzig 705.425 Übernachtungen, was Corona-bedingt noch unter dem Niveau von 2019 (976.559) liegt.

    ^ Ja, das ist wirklich irre, wie schnell die Bauzinsen in die Höhe schießen. Da habe ich mich gewaltig geirrt, als ich im März noch schrieb, dass 4 oder 5 Prozent auch langfristig eher unwahrscheinlich seien.


    Dass die Hypothekenzinsen in Vorgriff auf eine erwartbare Leitzinsanhebung erfolgt, ist sicher nachvollziehbar. Jedoch wer glaubt daran, dass die EZB die Leitzinsen auf 3 oder 4 Prozent und höher erheben kann, ohne dass der Euroraum in eine tiefe Rezession stürzt? Wir haben in erster Linie eine Schuldenunion, allein eine geplante Anhebung von 25 Basispunkten (0,25%) bringen die Südländer und Frankreich in Bredouille.


    Jetzt haben wir neben explodierenden Grundstücks- und Energiepreisen, gestiegenen Baukosten und einer Rekordinflation also auch verdreifachte Bauzinsen innerhalb weniger Monate. Wahnsinn...

    Allerdings muss ich bei dem Gebäude auch immer sofort an die rechtskonservative Burschenschaft Germania denken, die seinerzeit in dem Haus residierte. Die hatten damals ne riesige Reichsflagge (zufällig auch die Farben der Verbindung) in der Nikolaistr. gehisst.

    Ich kann mich dran erinnern, dass besagte Burschenschaft eine Zeitlang die Fahne des Dt. Kaiserreiches gehisst hatte, lange bevor das rechte Wutbürgertum ab 2015 in Sachsen aufbegehrte und diese Fahne für sich wiederentdeckte.

    ^^ Danke für die Info bezüglich der Einwohnerentwicklung in Leipzig und Sachsen. Interessant ist, dass nicht mehr jede Umlandgemeinde von Leipzig partizipiert. Es kommt sicher auch auf die ausgewiesenen Baugrundstücke drauf an, aber beispielsweise Markkleeberg (-0,1% Rückgang) ist voll und von den Preisen her teurer als Leipzig. Dafür profitiert inzwischen auch das erweiterte Umland: Kitzscher, Böhlen, Wiedemar jeweils über 1% Wachstum.


    Wer jetzt noch ein Haus kauft, der muss viele Kröten schlucken und den Weg weit außerhalb der Stadt in Kauf nehmen. Vor 15 Jahren, als hier das Leipzig-Subforum an den Start ging, haben wir uns noch über sog. Stadthäuser in begehrter Lage in Gohlis-Süd beispielsweise unterhalten. Was haben die damals gekostet: 250.000 Euro inkl. Villengrundstück mit Altbaumbestand?

    ^^^ Herrgott, schau dir mal den Müll nach nem Dynamo Dresden Spiel an 😅


    Dünamö ist in negativer Hinsicht eben immer spitze.



    ^ Gespielt wird aber in Sevilla. :P


    Ja, aber jedes Spiel der Eintracht in der Europa League ist ein Heimspiel, egal ob zu Hause oder woanders

    ^ Ja, mag sein, die Zinsen bei den Immobilienfinanzierungen hierzulande sind inzwischen auch gestiegen, wohl im Durchschnitt um 0,5 Prozent.


    Vor ein paar Jahren hieß es noch, dass der Immobilienmarkt sich deutlich abkühlen wird, wenn die Renditen auf unter 4 Prozent sinken. Jetzt liegen die Renditen in vielen Großstädten und Ballungszentren bei unter 2 Prozent (bei aktuell 7,3% Inflation) und die Nachfrage ist dennoch ungebrochen. Der Anstieg der Immobilienpreise soll im 1. Quartal dieses Jahres nach ersten Meldungen auch wieder höher ausgefallen sein als im Vorjahr. Corona, Zinsanhebung, Energiekrise oder Baukostenexplosion: Die Preise für Wohneigentum steigen trotzdem, und ich habe so eine Ahnung, dass der Immobilienmarkt zusätzlich als Gewinner aus dem Krieg in der Ukraine hervorgehen wird.

    Lt. Schätzungen in einem LVZ-Bezahlartikel befinden sich etwa 5.000 Geflüchtete aus der Ukraine in Leipzig. Das wären dann schon etwa 50 Prozent derer, die 2015/2016 den Hochpunkt an Geflüchteten in der Messestadt ausmachten. Die Landesregierung erwartet bis zu 70.000 Flüchtlinge in Sachsen, was meiner Meinung nach sehr davon abhängt, wie lange der Krieg andauert.


    Während sich jetzt einmal mehr herausstellt, dass die von Hass und einfachen "Wahrheiten" getriebene AfD, in Sachsen immerhin Volkspartei, für Russlands Politik nichts weiter war als ein nützlicher Idiot (wer konnte das denn hier und da schon ahnen, waren doch alle so lieb?), machen sich andere ernsthafte Gedanken, wie man die Kriegsflüchtlinge menschenwürdig im Freistaat und in Leipzig unterbringt. Zeltstädte soll es nicht geben, dennoch werden diese Woche zwei Zeltstädte in der Messestadt gebaut. Die derzeitige Unterbringung in der Arena Leipzig sowie in der Messehalle 4 und ebenso in einigen Hotels sei nur vorübergehend. Die Stadt will deshalb weitere Gemeinschaftsunterkünfte bauen und anmieten. Kurzfristig schafft die Stadt die Unterbringung, weil auch große Wohnungsunternehmen Wohnungen explizit für ukrainische Flüchtlinge anbieten und viele der Geflüchteten derzeit auch in Privathaushalten unterkommen. Die Untervermietung in Mietwohnungen sei rechtlich meist auf nur zwei Monate beschränkt und die Gastfreundschaft in den eigenen vier Wänden währt ja nicht ewig, so groß das Herz für Bedürftige auch ist. In meinem Wohnviertel sehe ich inzwischen einige private PKW mit ukrainischen Kennzeichen.


    Ersten Befragungen nach wollen die meisten der Geflüchteten in den Großstädten Dresden und Leipzig bleiben, weil sie dort bereits auf eine ukrainische Community stoßen und weil sie von dort aus schneller in die Heimat kämen. Die Landesregierung präferiert allerdings eine Verteilung mehr auf dem Land und verweist auf die gute Infrastruktur dort und den öffentlichen Nahverkehr (weiß jetzt allerdings nicht, ob das als Witz gemeint war).

    ^ Es ist ein schmaler Grad der Notenbanken: Heben sie die Zinsen an, laufen sie Gefahr, die (nach wir vor gut laufende) Wirtschaft abzuwürgen und ein Heer an Arbeitslosen wäre auf Hilfen vom Staat angewiesen. Belassen sie die Zinsen weiterhin auf sehr niedrigem Niveau, laufen sie Gefahr, die Inflation nicht mehr einfangen zu können.


    Aus meiner Sicht wird die Fed die Zinsen auch weiterhin nur sehr moderat anheben und sehr darauf bedacht sein, dass der Realzins in den USA auch auf lange Sicht negativ bleiben wird. In der Euro-Zone ist eine Zinsanhebung frühestens für 2023 vorgesehen. Die offizielle Begründung lautet, wie du schon geschrieben hast, dass ärmeren EU-Ländern sonst die Pleite drohe. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass eine Zinswende hierzulande zu großen Verwerfungen in der Wirtschaft führen wird. Ich denke dabei an große Unternehmen wie VW oder Lufthansa, die dann ihre massiv angehäuften Schulden nicht mehr reduzieren können (nicht begleichen, denn das werden sie wahrscheinlich nie mehr können). Also wird weiterhin viel Geld aus dem Nichts geschaffen und zu geringen Zinssätzen in die Wirtschaft gepumpt, und damit der Inflation weiter Vorschub geleistet. Pandemie, Krieg und Lieferkettenprobleme wirken sich verstärkend aus.


    Für die Immobilienwirtschaft sehe ich in dieser Dekade keine hohe Zinsen mehr. 4 oder 5 Prozent, wie sie noch in den 00er-Jahren üblich waren, wird es auch langfristig nicht geben, so dass auch hier die Preise weiter ansteigen werden. Nun gibt es noch andere Faktoren als die Höhe der Zinsen und einige Experten glauben, dass aus demographischen Gründen die Immobilienpreise ab 2025 wieder sinken. Ich glaube nicht daran, aber wir werden sehen. Ein Crash auf dem Immobilienmarkt schließe ich ohnehin aus, auch wenn die Bundesbank jüngst davor gewarnt hat, dass die Immobilien in einigen Städten 20 bis 30 Prozent überbewertet seien und in internationalen Rankings das Crash-Potenzial in München und Frankfurt weltweit am Höchsten sei. Was vor allem gegen einen möglichen Crash spricht, ist die Tatsache, dass die Finanzierung im Gegensatz zu den USA und Spanien, als dort die Immo-Blase platzte, hierzulande immer noch sehr solide ist und auch die Banken im Vergleich gut aufgestellt sind.

    Ja, ich hatte es auch schon woanders vor der offiziellen Bekanntgabe vernommen gehabt, dass in Sachsen Leipzig als Standort für Intel in Frage kam. Allerdings soll Intel lt. Aussagen von Insidern sich überraschend schnell für Magdeburg entschieden haben. Über die Beweggründe kann man nur spekulieren. Intel soll den Flughafen Leipzig/Halle als Standort präferiert haben. Zwei weitere Beweggründe für die Ansiedlung sollen die Nähe zu VW in Wolfsburg und zu Tesla in Grünheide gewesen sein. Und jetzt schaut, wo sich das Unternehmen niedergelassen hat: Genau zwischen VW, Tesla und unserem Flughafen mit bester Anbindung über A2 und A14.


    Die Intel-Ansiedlung ist natürlich der Jackpot für Magdeburg. Meines Wissens war das Gewerbegebiet Eulenberg, wo sich der Chiphersteller jetzt niederlässt, auch für die BMW-Werksansiedlung vorgesehen, bei der bekanntlich Leipzig den Zuschlag erhielt. Aber das Warten hat sich gelohnt, denn Intel ist noch einmal eine ganz andere Hausnummer.

    Es geht mir vielmehr auch um Menschen, die einfach nur eine Wohnungen suchen - und die haben diese Städte zu bieten.


    Die Annahme, Städte / Gemeinden im Umland hätten bessere Wohnungen zu günstigeren Preisen als Leipzig zu bieten, wird hier seit Jahren immer mal wieder geäußert, ohne sie zu belegen. Ich habe dazu auch schon mehrfach geschrieben, dass diese Annahme nicht stimmt. Wir haben in Leipzig im Gegensatz zu jeder Umlandgemeinde oder Kreisstadt nicht nur deutlich mehr Wohnungen (ob zur Miete oder als Eigentum) auf dem Markt, sondern auch ein deutlich breiteres Angebot mit unterschiedlichen Qualitäten und Preisen. Klar wohnt man in Borna oder Eilenburg günstiger als in Leipzig-Gohlis, aber wohnt man dort auch günstiger als in Leipzig-Grünau, Paunsdorf oder, wenn's nicht die Platte sein soll, in Thekla oder Anger-Crottendorf? Noch dazu, wenn der Arbeitsplatz in Leipzig liegt?


    Wir sehen in Leipzig eine zunehmende Abwanderung von Familien mit Kindern, die sich vor der Stadt im Grünen ein EFH bauen / kaufen wollen. Der wichtigste Grund dafür ist noch nicht einmal der, dass sich die Familien ein EFH im Stadtgebiet nicht mehr leisten könnten, sondern vielmehr der, dass es dafür schlicht keine Angebote in der Stadt mehr gibt. In den Anfängen unseres Wohnungsbau-Threads wurden noch viele sog. Stadthaus-Projekte vorgestellt. Damit ist es längst vorbei, Gott sei Dank. Wie meine Vorredner schon geschrieben haben, präferieren viele Häuslebauer dabei die Nähe zur S-Bahn, wenn sie aus Leipzig rausziehen, und sind entsprechend auch bereit, dafür mehr fürs Grundstück zu zahlen. Ich hatte das Beispiel in Rackwitz mit S-Bahn-Anschluss erwähnt, dass dort schlichte EFH aus den 90er-Jahren für satte 800.000 Euro angeboten werden. Und die gehen weg. Die Preise sind nicht das primäre Problem in Leipzig, sondern das fehlende Angebot.


    Die Stadt Leipzig hat das Problem erkannt und, kurzsichtig wie sie ist, macht sie sich jetzt stark für neue Ausweisungen von EFH-Siedlungen in den Randgebieten: Heiterblick, Seehausen oder jenseits der A14 in Portitz. Das ist natürlich für die Statistik gut, schließlich bleiben so die Einwohner in der Stadt, de facto ist man von dort aber schlechter ans Stadtgebiet angebunden als von so mancher Umlandgemeinde.



    Und ja, es SOLLTEN EIGENTLICH jährlich 1000 Bäume gepflanzt werden, mal rechnen wann wir da das Ziel erreicht haben ... :S Aber ganz aktuell stellte man sogar fest, dass Leipzig beim Baumverlust gar nicht mehr hinterher kommt. In den 3 Jahren 2019 bis 2021 wurden allein 5000 Bäume in Straßen, Parks und Grünanlagen gefällt (...)

    Für 23 Prozent der Bevölkerung Leipzigs war bereits 2015 keine Grünfläche im Umfeld von 250 Metern zum Wohnort zu erreichen (INSEK 2017a). Seitdem sind wieder zahlreiche Grünflächen verschwunden. Es gab allein 2016 einen Grünflächenverlust von über 50 Hektar.


    Ich finde, man sollte hier Wohnungsbau und Grünflächenverlust mehr voneinander trennen. Die Grünflächen verschwinden ja nicht, weil neue Wohnungen gebaut werden, schon gar nicht dann, wenn sie in Baulücken entstehen, sondern weil es an der Umsetzung hapert, ausreichend neue Bäume zu pflanzen und Grünflächen zu pflegen, zu erhalten und neue zu schaffen.

    ^ Wobei immer bedacht werden sollte, dass die 700.000 Einwohner um 1930 herum deutlich weniger Wohnraum zur Verfügung hatten. In Arbeitervierteln wie Lindenau lebte man zu Fünft, zu Sechst oder noch mehr auf 70 Quadratemeter. Irgendwo habe ich eine Statistik gelesen, dass in Leipzig im Schnitt 40 Quadratmeter Wohnraum pro Einwohner kommen. Mit steigenden Preisen wird sich in erster Linie wohl diese Quadratmeterzahl pro Einwohner verringern. Wir haben Bekannte in München, die zu Viert in einer 70qm-Wohnung leben. Das ist dort wohl keine Ausnahme, hier schon.


    Die Abwanderung von Familien ins preiswertere Umland treibt inzwischen ziemliche Blüten. Dafür nimmt man auch sämtliche Hürden in Kauf, wie ich weiter oben schon geschildert habe. Mit 3 Kindern in eine Gemeinde ohne Infrastruktur zu ziehen, finde ich schon waghalsig. Selbst wenn dir das Geld für die viele Fahrerei schnurz ist, dann ist es die liebe Zeit, die für Arbeit, Schule, Kita, Vereine, Einkaufen, Haus, Hof und Garten usw. drauf geht. Es kommt ja noch dazu, dass die Preise für olle Butzen auch im Umland rasant gestiegen sind. In einer 300-Seelen-Gemeinde 15km nördlich von Leipzig kriegst du jedes baufällige Haus mit großem Grundstück für 250.000 Euro los. Vor 20 Jahren waren es vielleicht 30.000 Euro. In Rackwitz mit guter Infrastruktur und S-Bahnanschluss werden 20 Jahre alte Einfamilienhäuser inzwischen für 800.000 Euro angeboten usw.


    Und noch etwas fällt mir auf: Die Bereitschaft, ins grüne Umland zu ziehen, haben zunehmend Paare, die schon über 40 sind und deren Kinder zumindest schon in der Schule sind. Puhhh, aber natürlich soll jeder da glücklich werden, wo es ihn hinzieht. Es ist nur meine Meinung und ich beziehe das nur auf mich (der auch schon über 40 ist und drei große Kinder hat), dass das der Alptraum schlechthin ist :-)

    Wohl in dieser Stunde soll es eine Pressekonferenz zu der geplanten Mega-Investition von Intel in Magdeburg geben. Dann erfahren wir, was Insider schon vorher wussten, ob Magdeburg tatsächlich den Zuschlag für die Giga-Fabrik bekommt. Es geht um Investitionen in Höhe von 80 bis 90 Milliarden Euro und langfristig um 20.000 neue Arbeitsplätze. Das ist wahrlich eine Hausnummer.


    Also Daumen gedrückt für Magdeburg :thumbup:


    Soeben bestätigt: Intel kommt nach Magdeburg

    Leipzig hat eine etablierte Ukrainische Community, einen nicht gesättigten Arbeitsmarkt, und Personen welche aus Kriegsgründen flüchten müssen.

    Hier können sich ganz schnell Situationen wie 2015/2016 wiederholen. Und dann hat Leipzig auf einmal wieder ein jährliches Einwohnerwachstum im fünfstelligen Bereich mit 10.000+.


    Ich glaube sogar, dass das, was da jetzt auf uns zukommt, die Situation von 2015/2016 noch weit übersteigen könnte. Und je länger dieser Krieg dauert und umso brutaler er geführt wird, desto stärker wirkt sich die Migration aus der Ukraine hierzulande aus. Und ich denke auch, dass auf Sachsen und besonders auf Leipzig allein schon aufgrund der geographischen Lage eine besondere Rolle bei der Aufnahme dieser Menschen zukommen wird. Dasselbe gilt natürlich für Berlin.