Beiträge von Cowboy

    ^^ Vielen Dank für die Fotos. Das Mietsgebäude in der Torgauer Straße ist wahrlich ein Schmuckstück geworden und zeigt eindrucksvoll die Bauweise Anfang der 30er-Jahre. Ich hätte angesichts des Zustands und der schwierigen Lage eher mit einem Abriss gerechnet.


    Die Georg-Schwarz-Straße 130 in Leutzsch ist aus der gleichen Zeit und ähnelt architektonisch der Torgauer Str. 94-98. Auch hier beginnt jetzt die Sanierung und ich bin gespannt, ob das Ergebnis auch so gut wird. Das Gebäude ist glücklicherweise auch in der Denkmalliste aufgeführt, mit einem verblüffend langen Text.


    Auszug daraus:


    • Endlich erfolgte 1934 die Erbauung des als steuerbefreiten Kleinwohnungsbau anerkannten Hauses. Alle Mietparteien konnten ein Innenklosett nutzen, zudem ein Gemeinschaftsbad und die Waschküche im Keller. Das im Januar 2020 noch unsanierte Haus besitzt eine Putzfassade über Klinkersockel und einen baulichen Zusammenhang mit dem links angrenzenden Doppelhaus. Eine Klinkerrahmung besitzt die Hauseingangstür, über der nicht die Treppenhausfenster, sondern die schmalen Toilettenfenster der Mittelwohnungen eingeordnet sind. Neben der Innenausstattung sind beinahe alle alten Fenster der Vorder- und Rückfront original erhalten. Das Gebäude zeigt den Bruch der historistischen und gründerzeitlichen Straßenbebauung, zeigt sich als Beispiel sozialen Wohnungsbaues zu Beginn der 1930er Jahre und besitzt somit einen baugeschichtlichen Wert. LfD/2020
      Quelle: Wikipedia


    Beginnende Sanierung: Georg-Schwarz-Straße 130


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    Weiter in Eutritzsch:



    Seitengasse 1A alt


    seitengasse1af9k1m.jpgBild: LEonline



    Seitengasse 1A neu


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    Die Seitengasse mündet seit ein paar Jahren in der Rückseite vom Aldi. Städtebau vom Allerfeinsten


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    Weiter hinten wurschtelt man weiter am ehemaligen Fachwerkhaus rum, bei dem nur noch die Fassade zur Gasse hin steht.


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    Bilder: Cowboy








    Ellernweg 2 ist äußerlich fertiggestellt. Man sollte nicht zu viel erwarten, wenn 51 mietpreisgebundene Wohnungen in der Georg-Schwarz-Straße entstehen, dennoch stimmt mich das Ergebnis insgesamt positiv, was die Einbindung des Gebäudes im Kontext zur Hauptstraße anbelangt. Im Detail gibt es freilich einiges zu kritteln.



    Neubau Ellernweg in der GSS. Schön, wie die Dachpartie des Altbaus daneben aufgenommen wird.


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    Na gut, mit dieser Art von Eingängen kam ich noch nie klar. Für mich stellen diese immer klassische Dreckecken dar. Keine Ahnung, warum man darauf immer wieder gern zurückgreift.

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    Ortswechsel nach Gohlis


    Die Otto-Adam-Straße 11 ist fertiggestellt. Die Wohnungsgenossenschaft VLW hat den Altbau aus grauer DDR-Zeit abgerissen und in der grauen Jetztzeit durch einen Neubau ersetzt :-)


    Mir gefällt, dass die Geschosszahl den Altbauten angepasst und hierbei auch die horizontale Betonung herausgestellt worden ist. Die VLW hätte auch den Altbau sanieren können und hätte somit mehr Wohnraum gehabt. Jetzt ist sogar die Hälfte der des EG für Wohnzwecke passé, wobei ich nicht weiß, was ich von der fensterlosen Ecke halten soll. Lt. Visu soll dort noch ein Schriftzug hin (bevor es andere machen).



    Otto-Adam-Straße 11


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    Sieht schon ein weng trostlos aus, obwohl ich der Farbgestaltung was abgewinnen kann

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    IMG_6627(2).JPGBilder: Cowboy

    ^ Es ist sicher etwas sehr überspitzt und polemisierend, aber deine Kritik ist nicht von der Hand zu weisen. Im Prinzip ist noch keines der größeren Wohnbauprojekte derzeit, die im internationalen Vergleich weder besonders groß und noch weniger zukunftsweisend sind, vorangekommen. In Leipzig wird nach wie vor lediglich saniert und Lücken bebaut. Wobei ja der City-Tunnel und das WM-Stadion realisiert worden sind. Meine Güte, was wurden diese Projekte schlecht geredet.


    In Marseille oder Lyon, größentechnisch eigentlich mit Leipzig vergleichbar, herrscht eine ganz andere Stimmung. Beneidenswert.

    Hossa, grad aus dem Italien-Urlaub zurück und, durch Zufall, die fertige Sanierung der Markranstädter Straße 19 entdeckt. Ist mir irgendwie entgangen, dass überhaupt saniert werden soll. Da ich ganz in der Nähe aufgewachsen bin, weiß ich, dass das Wohnhaus in den 80er-Jahren als "rotes Haus" bezeichnet wurde und aufgrund des vergleichsweise guten Zustands recht beliebt war. Aber nach der Wende verfiel das nach und nach leer gezogene Gebäude zusehends und es ist wohl einmal mehr dem Denkmalschutz zu verdanken, dass es jetzt gerettet worden ist.


    Markranstädter Straße 19 heute


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    So sah das Wohnhaus vorher aus


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    Bild: LEonline





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    Das 2. OG bekam auf der Westseite wieder Fenster


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    Im Flachbau zieht vermutlich eine Firma ein


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    Auch die Rückseite sieht ansehnlich aus. Die Kastanie kenne ich noch aus Kindheitstagen :-)


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    Der Ausblick auf einen Gebrauchtwagenhändler und den Baumarkt dürfte aber wenig erbaulich bleiben. Zu Ost-Zeiten gab es hier eine Fülle an industriell genutzte Bruchbuden und ungefähr dort, wo der Grünstreifen die Grenze zum Parkplatz bildet, fuhren vor allem nachts Güterzüge zu den VEB.


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    Im Nachbarhaus, der Nummer 21, ist eine Bautür eingezogen worden. Könnte also sein, dass auch hier die Sanierung bald startet.


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    Auf dem benachbarten Grundstück ist ein Bürogebäude geplant, das LEonline hier vorgestellt hat.




    Die Gießerstraße 25 eine Ecke weiter geht hingegen etwas schleppend voran. Inzwischen ist aber auch das EG fertig, fehlen also noch die Balkone.


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    Ob das EG lange so blütenweiß bleibt, wenn ich mir so die Nachbarschaft angucke?


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    Erste Mietanfragen sind schon mal gestellt und geschmiert wird grundsätzlich, was irgendwie Fläche bietet.


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    Bilder: Cowboy

    Irgendwie wieder bezeichnend, dass hier wegen eines Solarparks die Diskussionen um Umwelt und Landschaftsverunstaltung losgehen, während ich mich nicht erinnern kann, dass beim weiteren Abbau von Braunkohle und der damit verbundene Eingriff in Natur und Landschaft sowie die Beseitigung von jahrhundertealten Ortschaften aufgrund einer schmutzigen und rückständigen Energiegewinnung hier groß Anklang fand.


    Aber ob man in Malaga Tomaten in Gewächshäusern anbauen muss und im fruchtbaren Mitteldeutschen Raum Hektare zupflastert mit diesen dunklen Platten, is schwer zu verstehen (für mich).


    In Málaga und Andalusien werden Obst und Gemüse in riesigen Gewächshausplantagen so groß wie halb Sachsen angebaut, was Klima, Böden und die Umwelt nachhaltig schädigt, betrieben von windigen Geschäftemachern im Auftrag deutscher Supermarkt-Ketten, wo Flüchtlinge ohne Rechte unter wirklich schlimmen Bedingungen schuften und in Elendslagern abgeschirmt von der Bevölkerung vor sich hin vegetieren, damit wir Deutschen bei Rewe & Co. auch morgen noch billig einkaufen gehen können. Wo genau siehst du da jetzt die Parallelen zum geplanten Energiepark?

    Corona hat ja die Hotellerie auf dem kalten Fuß erwischt. Alle die von DrZott aufgezählten Projekte befanden sich zu Beginn der Pandemie bereits in der Planung oder gar schon in der Realisierung. Das kann man nicht einfach mal so abbrechen. Abgesehen davon sind Hotels immer für einen langfristigen Zeitraum ausgelegt. Die derzeitigen Einbußen wegen Corona spielen künftig in der Bilanz der Ketten keine Rolle mehr. Vielmehr von der geringen Auslastung derzeit sind Hotelangestellte betroffen, die sich noch in Kurzarbeit befinden oder sich beruflich schon längst anderweitig umgeschaut haben.

    Und was spricht denn dagegen die Hochhäuser so zu bauen, wie das in Frankfurt am Main??


    Eine ganze Menge. Abgesehen von der nicht vorhandenen Flächenverknappung in Leipzig, den vergleichsweise günstigen Grundstückspreisen, den geringen Mieten usw. hat Frankfurt als traditioneller Hochhausstandort Nr. 1 eine ganz besondere Qualität, die hierzulande unerreicht bleibt. Nur in Berlin sehe ich Potenzial, Hochhäuser bzw. Cluster mit einer gewissen Qualität zu realisieren, alle anderen Städte mit viel größerer Flächenverknappung laufen auch künftig unter ferner liefen. Warum sollte das ausgerechnet in Leipzig anders sein, noch dazu bezahlbar?

    Gestern war Pressetermin bei der Hauptfeuerwache (zuletzt hier im Thread). Für Furore sorgte einmal mehr ein Graffito eines Leipziger Fußballvereins auf dem Dach des Gebäudes. Spekuliert wird nun, ob die Schmiererei etwas mit der Farbgebung des Gebäudes zu tun haben könnte, die an die Vereinsfarben des Stadtrivalen erinnern. Ich vermute eher, dass die Sprayer einfach nur die Gunst der Stunde ,die das seitliche Gerüst und die Schräge des Dachs boten, genutzt haben. Rooftop-Graffiti sorgen schließlich für viel Fame in der Szene.


    Beim Pressetermin erklärte Projektleiterin Grit Pläging, dass die Fassade, und somit die Farbgebung, genauso rekonstruiert wurde, wie sie Stadtbaurat Hubert Ritter von 1928 bis 1930 gestaltet hatte. Der Denkmalschutz führte dazu aufwendige Putzanalysen durch.


    Die ursprünglichen Kosten i.H.v. 19,1 Mio Euro stiegen auf 26,3 Mio Euro, weil bei der Arbeiten viel größere Schäden des im Kern 140 Jahren alten Gebäudes aufgefallen waren, als die Planer vermutet hatten. Die Fördermittelquote konnte aber auf 75 Prozent erhöht werden.


    Bauleiter Matthias Fromme vom Planungsbüro S+P erläuterte, dass die Holzbalken im Dach teilweise zerbrochen waren und somit das ganze Dach ausgetauscht werden musste. Die Zwischendecken mussten durch Stahlträger verstärkt werden, um das Abstellen der Rettungswagen in den Fahrzeughallen gewährleisten zu können. Kurios außerdem, dass metergroße Löcher durch Brandschäden entdeckt worden sind, obwohl kein Brand in der Geschichte des Gebäudes bekannt sei. Wahrscheinlich stammten sie von Bomben im WK II.


    Das ganze Haus wurde energetisch erneuert, barrierefrei umgestaltet und mit modernster Technik versehen. 80 bis 100 Kameradinnen und Kameraden verrichten bereits seit diesem März ihren Dienst im sanierten Gebäude.


    Quelle: LVZ






    ^ Mir gefallen irgendwie diese ollen gelben Dächer aus grauer DDR-Zeit. In Höfgen war ich auch schon, die Ruhe und Abgeschiedenheit nur etwa anderthalb Stunden mit dem Fahrrad von Leipzig ist fast unheimlich. Das Dorf wirkt wie aus der Zeit gefallen, wie ein Museumsdorf ohne Besucher. Industrialisierung, zwei Weltkriege, 40 Jahre DDR und jetzt die hektischen Zeiten konnten / können dem Dorf nichts anhaben. Vor 150 Jahren sah vermutlich fast alles genauso aus wie auf deinen Bildern. Auch schön zu sehen, dass dieses Jahr wieder ausreichend Regen fällt (leider in manchen Teilen Deutschlands wieder zu extrem) und die Wiesen jetzt noch im Sommer saftig grün sind. Das hatten wir lange nicht mehr gehabt.


    Höfgen gehört zu den ursprünglichsten und schönsten Dörfern in Sachsen.

    Ist hier sicher nicht der richtige Thread dafür, was mir aber außerdem in Deutschland neben der "Baumarktisierung" der Städte gegenüber anderen Ländern auffällt, ist der mangelnde Gestaltungswille und die akzeptierte Verwahrlosung des öffentlichen Raums hierzulande. Sicher gibt es gerade in Ländern südlich der Alpen hässliche Trabantenstädte vor allem in der Suburbia der Großstädte en masse, aber wenn es um die Gestaltung von Plätzen und Straßen in den Innenstädten geht, egal ob in Italien oder in Südfrankreich, dann sind die uns Lichtjahre voraus. Ganz zu schweigen von den Calçadas Portuguesas, die nicht nur in Lissabon überall vorkommen, sondern in jedem noch so kleinen Nest in Portugal säumen die wunderschönen Mosaikpflaster Gehwege und Plätze. Hier hingegen muss oft alles so aussehen, als ob der Sachbearbeiter im Stadtplanungsamt auch gleich die Gestaltung des öffentlichen Raums übernimmt.


    In Leipzig sieht es auf den ersten Blick dank großflächigem Denkmalschutz noch ganz gut aus. Sobald man jedoch die Stadt verlässt, beispielsweise nach Schkeuditz, hat es schon ein anderes Niveau. Aber auch hier in der Stadt wird zunehmend aus Kostengründen gespart (Beton- statt Granitpflaster, Flächenversiegelung statt Begrünung usw.) und demonstrativer Nichtwille bei der Gestaltung des öffentlichen Raums an den Tag gelegt.


    Um noch einmal abschließend auf die Becker-Website sprechen zu kommen. Die schalten Mietangebote zu einem Neubau irgendwo in NRW und fügen solche Bilder bei - wie einladend! Ist man hierzulande wirklich schon so abgestumpft, dass man nicht mal den Müll bei Wohnungsanzeigen aus dem Weg räumen kann? Da wird im Ausland die Ordnungsliebe der Almans nachgesagt. Aber das muss schlicht ein Mythos sein.

    ^ Oh Gott!!!


    Es gab Zeiten, da hat man sich wenigsten bei den Visualisierungen noch etwas mehr Mühe gegeben, aber jetzt wissen wir nun gleich, was für ein banaler Schrott dort gebaut werden wird. Zumindest entsteht das Wohnhaus in einer kleinen Sackgasse irgendwo in Gohlis, in der sich ohnehin niemand verirrt. Fürs Stadtbild stellt dieser Neubau somit kaum eine Beeinträchtigung dar.


    Ich frage mich beim Preis von knapp 5000 Euro pro Quadratmeter allerdings einmal mehr, wer bereit ist, für so eine bemerkenswert hässliche Immobilie so viel Geld hinzublättern. Es können doch nur Leute sein, die von hiesigen Gegebenheiten wenig Ahnung haben. Derweil gibt es abseits des gehypten Neubaumarkts, der immer schwindelerregendere Höhen erreicht, noch einen 2. Immobilienmarkt, auf dem es beispielsweise schöne Altbauwohnungen für um die 2.000 Euro oder sogar noch darunter pro Quadratmeter zu kaufen gibt. Dabei handelt es sich meistens um vor 10 Jahren sanierte Altbauten, die aufgrund auslaufender Abschreibungsmöglichkeit der Denkmal-AfA wieder abgestoßen und auf den Markt gespült werden. Die werden nur kaum auf den einschlägigen Immo-Portalen angeboten.



    Ein Foto vom Neubau muss zähneknirschend sein. Übrigens, das verantwortliche Immobilienunternehmen hat sonst nur Angebote aus Brilon, woher die Firma auch stammt, oder aus der näheren Umgebung. Ich frage mich schon, warum die jetzt ausgerechnet in Leipzig bauen müssen. Die Anzeigen auf deren Website sind schon abschreckend genug.


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    Bild: becker-immobilien.de

    ..und nochmal: Wie kann es überhaupt sein, dass bei einigen Bauprojekten an den Leipziger Seen bis an das Wasser gebaut werden darf und was bringt das eigentlich - außer vielleicht für ganz, ganz Wenige, die die ehemaligen Strände der Besucher zubauen. Warum lässt man die Ufer nicht komplett unbebaut und hält für die Bebauung Mindestabstände zum Wasser (50m? 100m?) ein um somit weiterhin Platz für Strände und natürliche Uferbereiche zu haben. Das wäre langfristig der gesündere und attraktivere Weg für alle. Statt einiger Seen für ein paar Reiche und Geschäftemacher..


    Möchte auch gern wissen, an welchem See im Leipziger Umland der Uferbereich privatisiert, zugebaut und der Öffentlichkeit entzogen wurde. Bis auf einen vergleichsweise kleinen Bereich am Hainer See ist mir nichts bekannt, weder am Cossi, noch am Schladi, am Markkleeberger See oder am Störmthaler See und anderswo. Ein Hauptanliegen bei der Entwicklung der neuen Seenlandschaft war doch, dass die Seen, sofern nicht im Naturschutzgebiet liegend, der Öffentlichkeit vorbehalten bleibt.


    Das ist nicht zwingend selbstverständlich, wenn ich die fortschreitende Privatisierung der Seen vor allem in Westdeutschland sehe. Vor ein paar Jahren war ich am Wannsee. Ich habe im Ortsteil Wannsee keine einzige Stelle gefunden, an dem ich bis ans Ufer gelangen konnte, was ich ziemlich frustrierend fand.

    Der Stadtrat stimmte gestern für den Bau des neuen Gymnasiums am Hauptbahnhof zu. Bis zum Schuljahr 2024/2025 soll das fünfzügige Gymnasium fertiggestellt sein. Anders als beim geplatzten Schulbau in der Kurt-Eisner-Straße stimmten diesmal die Fraktionen dem Investorenmodell einstimmig zu. Die Otto-Wulff-Schulhausbau Leipzig GmbH kann somit mit dem Bau beginnen. Nach Fertigstellung würde die Stadt das Baugrundstück samt Schule und Dreifeldersporthalle für 76,17 Mio Euro kaufen, exklusive Erwerbsnebenkosten und Honorare beim Notar.

    Quelle: LVZ


    Hier im Beitrag ist noch einmal der genaue Standort des Gymnasiums eingezeichnet.



    Eine erste Visualisierung für die neue Schule ist bereits zu sehen. Das Büro RKW zeichnet offensichtlich für die Architektur verantwortlich.

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    Bild: Otto Wulff / RKW

    ^ Hinten rechts vom Neubaukomplex steht übrigens das neue Flugsimulatorenzentrum für die DHL-Pilotenausbildung, das vor knapp 2 Jahren in Betrieb ging. Ein Ich fange bei DHL an heißt dann nicht mehr zwangsläufig, Pakete sortieren zu müssen, sondern womöglich Pilot zu werden. Weil hier ja einige bei jeder Gelegenheit schreiben müssen, dass DHL ja nur ein Arbeitgeber im Niedriglohnbereich sei.

    Gestern war offizieller Baustart des DHL Office Campus. Auf 22.000 Quadratmeter Bürofläche in vier Gebäuden, die hohen ökologischen Ansprüchen genügen sollen, werden 700 Arbeitsplätze bis 2023 eingerichtet. Hauptmieter ist die DHL, die ihre Mitarbeiter aus verschiedenen Außenstandorten in Schkeuditz zusammenfasst, um die Abläufe noch effizienter gestalten und den Beschäftigten bessere Arbeitsbedingungen bieten zu können.


    • Bauherr: Leipziger Stadtbau AG
    • Bauausführendes Unternehmen: Goldbeck GmbH
    • Nutzer: DHL, AeroLogic
    • Kosten: zwischen 65 und 70 Mio Euro


    Zu den 700 Jobs im "LEJ Campus" gehören Bereiche, die sich um die Netzwerk-Planung der Express-Flüge in ganz Europa sowie um die Zollabwicklungen für Frachtgüter kümmern. Ebenso wird die gemeinsame Tochter von DHL und Lufthansa, die AeroLogic, die neuen Gebäude nutzen.


    Neben den drei Bürogebäuden und einem Mehrzweckgebäude entsteht noch ein Parkhaus mit 604 Stellplätzen und 80 E-Ladesäulen für Elektroautos, die später auf 200 erhöht werden können. Ein eigenes Blockheizkraftwerk, das mit Erd- und Biogas und evtl. Wasserstoff betrieben wird, sowie Solardächer auf allen Gebäuden sollen den Klimaschutz unterstützen. Das Regenwasser werde vor Ort gespeichert und verdunstet, Wände und Fassaden begrünt.


    Den künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stehen optimale Bedingungen zur Verfügung, so Stadtbau-Vorstand Koefer, die beispielsweise Café-Bar, Erholungs- und Sportbereiche umfassen. Die Raumaufteilung der Büros und Besprechungszonen lasse sich flexibel verändern und bei der Planung wurden Erkenntnisse zu den Arbeiten unter Pandemiebedingungen und Homeoffice berücksichtigt.


    Quelle: LVZ




    So sieht der künftige DHL-Campus aus der Vogelperspektive aus.


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    Quelle: LVZ

    ^ Ich finde das immer ein bisschen Jammern auf hohem Niveau. Du kommst alle zwei Stunden mit dem Zug bequem in gut 3h vom Leipziger Hauptbahnhof direkt ohne Umsteigen zum Frankfurter Flughafen. Der Anschluss nach BER und MUC ist auch okay. Die gute Erreichbarkeit zu den innerdeutschen HUBs ist sicher ein Grund von vielen anderen, warum das Linienflugangebot hier auch in 20 Jahren noch sehr beschränkt sein wird. Ich sehe darin aber keinen Standortnachteil für Leipzig.

    ^ Naja, ein Grund für die 10 Jahre ist der, dass die Containerschule bis 2028 verbleibt und die Erweiterung des Robert-Koch-Platzes erst danach in Angriff genommen werden kann.


    In einem weiteren LVZ-Artikel (Bezahlschranke) werden die Pläne weiter konkretisiert. Demnach starte der Neubau der RB-Geschäftsstelle für 350 Mitarbeiter schon im nächsten Jahr und soll 2024 fertiggestellt sein. Interessant bei der Errichtung der neuen Geschäftsstelle des Bundesligisten dürfte nicht nur die enorme Aufwertung dieses Geländes sein (noch ohne Schrottplatz-Feeling im Streetviewbild), sondern vor allem, dass der jüngst nach dem amerikanischen Kriegsfotograf Robert Capa umbenannte Teil der Erich-Köhn-Straße eine prominente Adresse erhält, die zumindest in der deutschen und europäischen Fußballwelt bald deutlich an Bekanntheit gewinnen sollte. Das war ja immer so ein bisschen der Kritikpunkt, dass Robert Capa eine Straße in Leipzig bekommt, in der nüscht ist - außer ein Schrottplatz. Direkt daneben, in den sog. Auenlofts Erich-Köhn-Straße 9 wohnen wohl schon länger Mitarbeiter von RB, zumindest kann man das vermuten, weil dort seit Jahren Autos eines Wolfsburger Autoherstellers mit L-RB-Kennzeichen auf dem Grundstück parken.


    Nachdem die neue RB-Zentrale in der Capastraße steht, verschwindet der Containerbau am Cottaweg. Auf diesem sowie auf dem Gelände vom BSV Schönau sollen 1,5 weitere Trainingsplätze entstehen. Das Greenkeeper-Haus wird durch einen größeren Neubau für 60 bis 70 sehr sportnahe Beschäftigte ersetzt. Die Kleinmesse verbleibt vorerst bis 2026 am Standort. Mittelfristig sucht die Stadt jedoch eine andere Fläche. RB möchte sich vergrößern, um auch Frauen- und Jugendmannschaften künftig an einem Ort zu haben.


    Auf dem kommunalen Areal in der Nordanlage baut der Tennisclub 1999 eine Tennishalle, die Stadt möchte zudem zwei weitere Hallen für Leichtathleten bauen sowie einen Fußweg vom Waldstraßenviertel zum Elsterflutbett, wie ich gestern schon schrieb.


    Das Eingangsgebäude (im RB-Besitz, jedoch von der Stadt gemietet) möchte der Bundesligist bis 2025 sanieren. Darüber, ob die neue Straßenbahnschleife in der Feuerbachstraße kommt, wird im Herbst informiert.


    Der wohl größte Batzen im direkten Stadionumfeld wird wohl die Errichtung des Sportmuseums plus Café auf dem Gelände des alten Schwimmstadions für 20 Mio Euro werden sowie der Bau einer Grundschule samt Sporthalle für 25 Mio Euro gegenüber. Während Finanzierung und Termin für das Sportmuseum noch ausstehen, möchte die Stadt "zeitnah" mit dem Bau der Schule beginnen. Jener Teil der Friedrich-Ebert-Straße zwischen der neuen Grundschule sowie der bestehenden Max-Planck-Schule soll künftig für den Verkehr komplett gesperrt werden. Zwischen beiden Schulen entsteht ein gemeinsamer Campus, die doppelte Lindenallee wird über den gesamten Vorplatz gezogen.


    Das neue Parkhaus mit 1000 bis 1800 Auto- und Radstellplätzen auf dem Parkplatz neben der Arena wird erst mittelfristig nach 2026 in Angriff genommen.


    Der Festwiesen-Vorplatz an der Jahnallee soll wiederum schon viel eher neu gestaltet werden. Derzeit entsteht dort bis Oktober dieses Jahres das neue RB-Fanhaus. Für den samstags stattfindenden Trödelmarkt werden neue Toiletten gebaut. Die Bahnsteige der Tram werden vergrößert und die Stadt möchte auf dem Platz noch Kletter-, Boulder-, Skater- oder Parcoursanlagen schaffen.


    Alles in allem kann man schon konstatieren, dass hier zum großen Wurf angesetzt wird, der so sicher niemals gekommen wäre, wenn RB ein neues Stadion irgendwo außerhalb der Stadt errichtet hätte. Das war ja vor ein paar Jahren ernsthaft im Gespräch. Auch gut, dass RB und die Stadt getrennte Zuständigkeiten haben statt - wie beim Sportmuseum angedacht - gemeinsam finanzierte Projekte zu stemmen.




    Paukenschlag am Stadion!


    Wie OB Jung heute vor Journalisten erläuterte, wird RB Leipzig das Grundstück, auf dem das alte Schwimmstadion steht, nicht kaufen. Es verbleibt in Händen der Stadt und die setzt jetzt zum großen Wurf an. Statt eines Parkhauses soll ein Sportmuseum mit tausend Quadratmetern Fläche gleich hinter der Tribüne entstehen. Gegenüber ist eine dreizügige Grundschule mit Turnhalle vorgesehen. Auf dem Parkplatz der benachbarten Arena soll ein Parkhaus gebaut werden und ein Café kommt dort auch noch irgendwo unter.


    Der Hauptzugang zur Spielstätte von RB Leipzig entsteht auf der Festwiese, der dann mittels eines befestigten Weges erreicht wird. Die LVB-Haltestellen sollen breitere Bahnsteige erhalten. Nördlich des Stadions soll zudem auf Höhe der Goyastraße ein Fußweg zum Elsterflutbett führen.


    In den Studien ist auch eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer eingezeichnet, die das Stadion mit dem RB-Trainingsgelände auf der anderen Seite des Elsterflutbettes verbinden soll. Die Finanzierung sei aber noch nicht gesichert.


    Der heutige Robert-Koch-Platz wird in den nächsten Jahren erweitert werden. Ab 2028 stehe dafür die Fläche der Container-Schule zur Verfügung. Gestärkt werden soll auch das Band der doppelten Linden-Allee an der Friedrich-Ebert-Straße. Ob die Alte Elster geöffnet werden soll, bleibt jedoch unklar. Darüber wird im Stadtrat entschieden.




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    Bild: Stadt Leipzig


    RB Leipzig soll zudem ein Grundstück für den Bau seines Verwaltungsgebäudes an der Cappastraße gekauft haben.


    Quelle: LVZ