Beiträge von LE Mon. hist.

    "Kino der Jugend" in Sellerhausen - Konzeptverfahren im Erbbaurecht für künftiges Kulturzentrum startete am 4. Juli 2020


    Für das ehemalige Kino der Jugend in der Eisenbahnstraße 162 gibt es am 20. Juli 2020 einen Besichtigungstermin.

    https://www.leipzig.de/news/ne…4-juli-besichtigungsterm/


    Ziel ist es, das Objekt im Erbbaurecht an einen künftigen Nutzer zu übergeben, der das denkmalgeschützte Gebäude saniert und ein kulturelles Begegnungszentrum für die Bürgerschaft im Stadtteil Volkmarsdorf eröffnet. Der zu schließende Erbbaurechtsvertrag mit der Stadt Leipzig sieht eine Laufzeit von 60 Jahren sowie eine Bau- und Nutzungsverpflichtung vor. Interessensbekundungen können bis zum 30. September 2020 eingereicht werden.


    Schon länger entwickeln die Verwaltung und Initiativen Ideen für die Wiederbelebung des Hauses. Langjährige Unterstützer sind ebenso eingeladen, sich mit konkreten Nutzungsplänen an dem Konzeptverfahren zu beteiligen, wie weitere Kulturbegeisterte, Ideengeber und gesellschaftlich Engagierte.


    Im Oktober 2020 wird sich eine Jury aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung sowie Mitgliedern aus den Fachausschüssen für das überzeugendste Konzept entscheiden. Anschließend erhält dessen Einreicher Zeit bis voraussichtlich Januar 2021, um die Planungen zu verfeinern, den Bauantrag oder Fördermittelanträge zu erarbeiten.


    Das Gebäude in der Eisenbahnstraße 162 gehörte bis in die 1920er Jahre zur Leipziger Gasanstalt, wurde dann jedoch nicht mehr benötigt. Es folgte der Umbau zum Kino mit 990 Sitzplätzen. Zwischen 1928 und 1987 war es als solches in Betrieb. Seitdem steht die Immobilie leer.


    Dazu auch:


    Kino der Jugend: Konzeptverfahren für künftiges Kulturzentrum startet endlich

    https://www.l-iz.de/politik/br…um-startet-endlich-338760

    Konzeptverfahren: Schlüssel für die Weiterentwicklung der Leipziger Wohnprojektkultur


    Mit dem 07.07.2020 startet ein aktuelles Konzeptverfahren zur Bereitstellung von fünf Grundstücken der Stadt Leipzig und einem Grundstück der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH (LWB) im Erbbaurecht.

    https://www.netzwerk-leipziger-freiheit.de/ausschreibungen/


    Welche Grundstücke stehen zur Auswahl?


    Grundstücke Stadt Leipzig:


    • Gothaer Straße 42 in Gohlis, 580 m² Grundstücksfläche

    • Wittenberger Straße 55 in Eutritzsch, 490 m² Grundstücksfläche

    • Braustraße 22, Zentrum-Süd, 500 m² Grundstücksfläche

    • Breitschuhstraße 28/30 in Großzschocher, 880 m² Grundstücksfläche

    • Breitschuhstraße 31 in Großzschocher, 640 m² Grundstücksfläche


    Grundstück LWB:

    • Walter-Albrecht-Weg 111-115 in Mockau, 2620 m² Grundstücksfläche:


    Je nach Grundstück sollen innerhalb von drei Jahren jeweils acht bis zwanzig Wohneinheiten entstehen. Alle Konzeptverfahren sollen mit Erbbaurechten zum gutachterlich ermittelten Verkehrswert (Festpreis) erfolgen.


    https://www.netzwerk-leipziger…ratives-bauen-und-wohnen/

    Unmittelbare Coronafolge oder der Beginn einer Veränderung oder beides gleichzeitig?


    Im ersten Halbjahr sank die Zahl der Einwohner_innen Leipzigs mit Hauptwohnsitz um 585 - von 601.668 auf 601.083. Davon -862 Deutsche und +277 Ausländer_innen.

    In Quartale unterschieden:

    1. Quartal: +17 Einwohner_innen mit Hauptwohnsitz, davon Deutsche -122, Ausländer_innen +139

    2. Quartal: - 602 Einwohner_innen mit Hauptwohnsitz, davon Deutsche -740, Ausländer_innen +138


    Kommunale Registerdaten: https://statistik.leipzig.de/s…le.aspx?cat=2&rub=4&per=q


    Das StaLa zählt noch:


    1. Quartal 2020:


    Leipzig: + 153 (0,0 %) - von 593.145 auf 593.298


    Zum Vergleich:
    Dresden: -716 (-0,1 %) - von 556.780 auf 556.042
    Chemnitz: -738 (-0,3 %) - von 246.334 auf 245.618


    https://www.statistik.sachsen.…einwohnerzahlen-monat.pdf

    Laut der kürzlich veröffentlichten Studie "Untersuchung der Zweckentfremdung von Wohnraum in Leipzig - Endbericht. Quaestio - Forschung und Beratung, Bonn, 10.07.2019" hatte Leipzig vor Anfang einen Leerstand von 12.000-12.500 Wohnungen und eine Leerstandsquote von 3,7 %.

    https://ratsinfo.leipzig.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1014240


    Die Umzugsreserve/Fluktuationsreserve wird häufig mit 3 % angeben, manchmal auch mit 2 % oder 5 %. Das sind bei ca. 340.000 Wohnungen in Leipzig ca. 10.000, 7.000 oder 17.000 marktaktive (sic!) Wohnungen.


    Laut der Studie von Quaestio beträgt der fluktuationsbedingte Leerstand nach Einschätzung der Stadt Leipzig und des Gutachters rund 1,5 % - ca. 5.000 marktaktive Wohnungen. Etwa 3.000 Wohnungen (0,9 %) liegen in komplett leerstehenden, zumeist [stark] sanierungsbedürftigen Gebäuden und für verbleibenden ca. 4.000 Wohnungen (1,2 %) wird das Aktivierungspotential von Quaestio kurzfristiger eingeschätzt.


    Dabei entfielen Ende 2018/Anfang 2019 5.392 leerstehende Wohnungen - etwa jeweils 2.700 marktaktiv und nicht marktaktiv - auf die LWB und die großen Wohnungsgenossenschaften und entsprechend etwa 7.000 leerstehende Wohnungen auf private Eigentümer_innen.


    Die acht bzw. neun großen Genossenschaften im VSWG hatten Ende 2019 bei insges. 53.723 (2018: 53.774) WE einen Leerstand von 3.788 WE / 7,1 % (2018: 3.878 WE / 7,2 %), davon 1.409 / 2,6 % (1.438 WE / 2,7 %) wegen mangelnder Nachfrage und 1.729 WE / 3,2 % (2.440 WE / 4,5 %) wegen "sonstigen Leerstandsformen". Der Rückgang bei den "sonstigen Leerstandsformen" um 711 WE dürfte in erster Linie damit zu tun haben, dass 650 WE / 1,2 % wegen "geplanter Instandhaltung/Modernisierung" leerstehen. Diese Kategorie wurde neu eingeführt (vorher Leerstand wegen "Rückbau/Abriss). Hierzu gehören v.a. die Sanierung der Bestände der VLW eG, darunter die seit ca. 15 Jahren leerstehenden Wohnsiedlung aus dem Jahr 1928 in der Krokerstraße 14a / Wustmannstraße 1–11 in Gohlis, die vor ca. 20 Jahren abgebrochene Sanierung der 7 Wohnhäuser in der Credéstraße 1-13 in Lindenau, 17 zuvor überwiegend leerstehende Wohnungen in der Fuchshainer Straße 5 und 7 in Reudnitz und die nun "Gohliser Kleisthof" genannte Wohnanlage in der Kleiststraße, Coppistraße, Lützowstraße und Dinterstraße. Laut Wolf-Rüdiger Kliebes, Vorstandsvorsitzender der VLW eG Ende April 2020, investiert die VLW eG bis 2024 gut 100 Millionen Euro in die Revitalisierung von 500 bisher überwiegend stillgelegten Wohnungen sowie die Instandhaltung des bereits sanierten Bestandes.


    Leerstandszahlen für Anfang 2019:


    insges. 12.000-12.500 WE (3,7 %), davon

    ca. 5.000 WE (1,5 %) Fluktuationsreserve,

    ca. 4.000 WE (1,2 %) kurzfristig aktivierbar und

    ca. 3.000 WE (0,9 %) in komplett leerstehenden Gebäuden


    ca. 1.500 WE gehören der LWB, davon 1.274 Wohnungen zum vermietbaren Kernbestand (3,8 % Leerstand) und 240 zum unsanierten Kernbestand bzw. Kernbestand mit Sanierungsplanung (überwiegend nicht marktaktiv, 14,8 % Leerstand),

    ca. 3.800 WE gehören den VSWG-Genossenschaften, davon 1.409 wegen mangelnder Nachfrage, 650 wegen "geplanter Instandhaltung/Modernisierung" und 1.729 WE wegen "sonstigen Leerstandsformen" (Ende 2019),

    ca. 7.000 WE gehören privaten Eigentümer_innen.



    Laut Geomap werden 18.995 neue Wohneinheiten in den nächsten Jahren in Leipzig und den Umlandgemeinden entstehen. Analysiert wurden die in der geomap-Datenbank eingetragenen geplanten und im Bau befindlichen Wohnbauprojekte in ausgewählten Städten und Umlandgemeinden mit Angaben zur Anzahl der zu realisierenden Wohneinheiten.

    https://geomap.immo/wohnungsbau-in-deutschland/


    In der "Wohnungsbauförderkonzeption 2020 der Stadt Leipzig" (Stand 30.4.2020 - https://ratsinfo.leipzig.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1014783) findet sich die Angabe, das in der Kulisse des Flächennutzungsplans (Wohnbauflächen, gemischte Bauflächen) Flächen für ca. 9.000 Wohnungen im Geschosswohnungsbau zur Verfügung stehen, für die noch kein Aufstellungsbeschluss gem. § 2 Abs. 1 BauGB gefasst wurde oder für die im Rahmen der Aufstellung des Bebauungsplans städtebauliche Verträge zur Schaffung von mietpreis- und belegungsgebundenem Wohnraum geschlossen werden oder wurden (z.B. B-Plan Nr. 323.2 „Westlich des Hauptbahnhofes, Teilbereich südlich der Parthe“, Stadtraum Bayerischer Bahnhof, B-Plan Nr. 416 „Freiladebahnhof Eutritzscher Straße/Delitzscher Straße“). Wenn 30 % dieser 9.000 Wohnungen als mietpreis-und belegungsgebundener Wohnraum geschaffen werden, entspricht dies 2.700 geförderten Wohnungen, die in neuen Wohngebieten entstehen können. Allein die drei großen innerstädtischen Stadtentwicklungsprojekte auf ehemaligen Bahnflächen kommen zusammen auf etwa 4.450 Wohnungen, davon voraussichtlich ca. 1.400 Sozialwohnungen:
    - "Westlich des Hauptbahnhofes, Teilbereich südlich der Parthe" (B-Plan Nr. 323.2), neuerdings "Löwitz-Quartier": rund 750 Miet- und Eigentumswohnungen, davon um die 30 % als sozial geförderter Mietwohnungsbau (ca. 225 WE);

    - "Eutritzscher Freiladebahnhof": ca. 2.100 Wohnungen, davon ca. 700 Sozialwohnungen mit Mietpreis- und Belegungsbindung;

    - "Stadtraum Bayerischer Bahnhof": ca. 1.600 neue Wohnungen, davon ca. 480 mietpreisgebunden.

    PM Stadt Leipzig, 22.06.2020

    Statistischer Quartalsbericht IV/2019: Leipzig weiter auf Wachstumskurs

    Der Statistische Quartalsbericht IV/2019 nimmt neben den gängigen Kennzahlen zu Leipzig unter anderem auch die Einwohnerentwicklung der Stadt in den Blick.

    https://www.leipzig.de/news/ne…weiter-auf-wachstumskurs/


    Statistischer Quartalsbericht IV/2019

    https://static.leipzig.de/file…ericht_Leipzig_2019_4.pdf


    Weniger Geborene durch geringere Fertilität

    Im Jahr 2019 wurden in Leipzig 6.444 Kinder geboren, 335 weniger als noch ein Jahr zuvor. Der Rückgang ist ausschließlich auf ein sich änderndes Gebärverhalten zurückzuführen. Die sogenannte Zusammengefasste Geburtenziffer (Kinderzahl je Frau) ist im dritten Jahr in Folge gesunken: 2016 bekamen Leipziger Frauen im Alter von 15 bis 49 im Mittel 1,47 Kinder, 2018 dann 1,39 Kinder. Aktuell liegt die Fertilitätsziffer bei 1,31 Kindern je Frau. Die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter ist in den letzten Jahren unterdessen nicht rückläufig. Nach wie vor sind die Altersjahrgänge im typischen Familiengründungsalter stark besetzt. Zum Jahresende 2016 lebten 135.147 Leipzigerinnen zwischen 15 und 49 Jahre (fertile Lebensphase) in der Stadt, 2019 waren es sogar 141.941. Würde die Fertilitätsrate noch wie vor zwei Jahren bei 1,45 Kindern je Frau liegen, wären 2019 nicht nur 6.444 Kinder, sondern gut 7.100 zur Welt gekommen.



    Andrea Schultz: Erste aktuelle Trends zur Einwohnerentwicklung

    Zusammenfassung: Das Wachstum der Stadt Leipzig hat sich 2019 vor allem durch eine zunehmende Zahl an Fortzügen in das Leipziger Umland etwas abgeschwächt. Trotz gesunkener Geburtenzahlen übertraf die Zahl der Geborenen weiterhin die der Sterbefälle.


    Zu- und Fortzüge

    Eine Komponente der Einwohnerentwicklung sind die Wanderungen. Im Jahr 2019 sind 33962 Personen zu- und 27849 fortgezogen. Per Saldo wuchs die Stadt somit durch Wanderungen um +6113 Personen. Ein Jahr zuvor lag der Wanderungsgewinn noch bei knapp 7000 Personen. Er ist im Vergleich zu den Vorjahren somit erneut zurückgegangen. Die Wanderungsgewinne Leipzigs folgen seit 2016 einem rückläufigen Trend. Die Ursachen liegen zum kleineren Teil an rückläufigen Zuwanderungen, zum größeren Teil an steigenden Fortzugszahlen, insbesondere ins Leipziger Umland. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Wanderungsgewinne mit allen innerdeutschen Regionen rückläufig.


    Der negative Wanderungssaldo mit dem Umland Leipzigs hat sich nochmals deutlich verstärkt. Per Saldo verlor Leipzig an die fünf Umlandkreise gut 2500 Personen (siehe Tab. 2). Allein an den Landkreis Leipzig und nach Nordsachsen gab Leipzig circa 2700 Personen ab. Insbesondere die hohen Wanderungsverluste nach Nordsachsen sind evident und auf vergleichsweise hohe Abwanderungen nach Schkeuditz (Saldo -496), Taucha (-215), Rackwitz (-127) und Krostitz (-113) zurückzuführen. Im Landkreis Leipzig haben die Gemeinden Markranstädt (Saldo -255) und Markkleeberg (-179) am stärksten von der Suburbanisierung profitiert. Der Wanderungssaldo mit dem Ausland hat im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Per Saldo zogen 2019 gut 4100 Personen aus dem Ausland zu, insbesondere aus Ländern Ost- und Südeuropas (Rumänien +761, Polen +298, Ukraine +135, Bulgarien +114), aber auch aus Russland (+146) und Fernost (Indien +137, Vietnam +120). Der Wanderungssaldo mit Syrien lag 2019 nur noch bei +131 Personen.


    Tab. 1: Wanderungssaldo Leipzigs nach Herkunftsgebieten


    Wanderungssaldo: 2018 - 2019


    Insgesamt: 6974 - 6113


    davon:

    Deutschland: 3474 - 1991


    davon:

    Westdeutschland: 1741 - 1686


    Ostdeutschland: 1733 - 305

    davon:

    Berlin: 53 - 23

    Brandenburg: 262 - 189

    Mecklenburg-Vorpommern: 203 - 63

    Sachsen: -484 - -1620

    Sachsen-Anhalt: 757 - 709

    Thüringen: 942 - 941


    Ausland: 3500 - 4122


    Quelle: Einwohnerregister/Ordnungsamt

    Amt für Statistik und Wahlen Leipzig



    Tab. 2: Wanderungssaldo Leipzigs mit dem Umland (Landkreis Leipzig, Nordsachsen, Burgenlandkreis, Saalekreis, Stadt Halle)


    Wanderungssaldo: 2018 - 2019


    Umland insgesamt: -1288 - -2548

    davon:

    LK Leipzig: -1018 - -1433

    Nordsachsen: -449 - -1270

    Halle (Saale): 285 - 335

    Saalekreis: -139 - -139

    Burgenlandkreis: 33 - -41


    Quelle: Einwohnerregister/Ordnungsamt

    Amt für Statistik und Wahlen Leipzig

    Das überrascht umso mehr, als dass der tatsächliche Anstieg der Einwohnerzahl in der Messestadt in den letzten zwei Jahren doch wieder deutlich zurückgegangen ist und selbst die sehr forsche und zuletzt stark kritisierte städtische Prognose noch deutlicher zurückhaltender geworden ist und seit letztes Jahr nur noch von einem jährlichen Anstieg von etwa 4.000 Einwohnern in Leipzig ausgeht.


    Was ist denn da in Kamenz passiert? Neuer Chef?

    Nö, Annahmen bzw. Methodik einer Wenn-Dann-Rechnung. Es handelt sich eben nicht um Vorhersagen bzw. Prognosen, sondern um „Wenn-Dann-Aussagen“, die aufzeigen, wie sich die Bevölkerungszahl und deren Struktur unter den getroffenen Annahmen verändern würde. Die Annahmen werden kurz beschrieben unter:


    7. Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung für den Freistaat Sachsen 2019 bis 2035
    Datenblatt Kreisfreie Stadt Leipzig

    https://www.bevoelkerungsmonit…isfreie-stadt_leipzig.pdf


    Annahmen für natürliche Bevölkerungsbewegungen

    Geburtenverhalten

    Gemeinden über 25 000 Einwohner

    Ausgangswert:

    gewichteter Mittelwert der Jahre 2015 bis 2018

    Variante 1: Anstieg bis 2029 um Veränderungsfaktor, danach konstant

    Variante 2: Rückgang bis 2025 um Veränderungsfaktor, danach konstant


    Sterberaten/ Lebenserwartung bei der Geburt

    Gemeinden

    Ausgangswert: gewichteter Mittelwert der Sterberaten der Jahre 2016 bis 2018

    Variante 1 und Variante 2

    • Berechnung der Sterberaten der Annahme 2035 für jede Gemeinde durch lineare Veränderung der jeweiligen Ausgangsrate hin zur (einheitlichen) Basisannahme der 14. kBV bis 2060.

    für die Altersjahre ab 90 Übernahme der sächsischen Sterberaten


    Annahmen für räumliche Bevölkerungsbewegungen

    Gemeinden

    Verteilung des Wanderungsaustausches auf Gemeinden erfolgt über Fortzugsraten und Zuzugsquoten (Verteilung der Zuzüge nach Sachsen auf die Gemeinden).

    Ausgangswert: gewichteter Mittelwert der Jahre 2014, 2017 und 2018

    Variante 1:

    • Absenken der Raten und Quoten bis 2030 auf Mittelwert der Jahre 2014, 2017 und 2018 (gewichtet) ohne der Raten von Wanderungsfällen aus den definierten Hauptasylländern

    Variante 2:

    • Absenken der Raten und Quoten bis 2025 auf Mittelwert der Jahre 2014, 2017 und 2018 (gewichtet) ohne der Raten von Wanderungsfällen aus den definierten Hauptasylländern


    Binnenwanderungen

    Gemeinden über 5000 EW

    Ausgangswert: gewichteter Mittelwert der Fortzugsraten der Jahre 2012 bis 2014 sowie 2017 und 2018

    Variante 1 und Variante 2

    • Absenken bis 2030 auf gewichteten Mittelwert 2012 bis 2014 sowie 2017 und 2018 ohne Einbeziehung der Raten von Wanderungsfällen aus den definierten Hauptasylländern


    Es ist wie gesagt keine Prognosen, sondern es sind Wenn-Dann-Aussagen. Wenn es Prognosen wäre, dürfte sie deutlich zu hoch ausfallen, weil das Wachstum der nächsten Jahre aufgrund der geringeren TFR, vor allem aber aufgrund des geringeren Zuzugs und des höheren Wegzugs in die Speckgürtel deutlich geringer ausfallen wird als 2012 bis 2014 und 2017 und 2018 - das "Wenn" wird so sicherlich nicht eintreten.


    Für 2019 wird in der 7. rBV von einem Wachstum von 587.857 auf 596.120 EW (Var. 1) bzw. auf 595.140 EW (Var. 2), also um 8.263 (+1,4 %) bzw. 7.283 (+1,2 %) ausgegangen. Tatsächlich waren es Ende 2019 593.145 EW, also + 5.288 (+0,9 %). Die Abweichung zwischen 7. rBV und realer Entwicklung dürfte in diesem und den nächsten Jahren noch höher ausfallen - sofern nicht wieder eine stärkerer Zuzug aus den Ländern der EU, dem übrigen Europa und der ganzen Welt einsetzt.


    Bemerkenswert ist, dass in der 6. rBV, Variante 1, von einem Plus von 5.300 EW ausgegangen wurde, was sehr nahe an dem realen Plus 5.288 liegt. Laut dieser Vorausberechnung würden zwischen 2019 und 2030 24.600 Einwohner_innen hinzukommen. Damit würde Leipzig 2030 etwa 612.500 EW (612.457) haben.

    Zu dem geplanten Hotelneubau in der Merseburger Straße 98/100 in Lindenau, einst Auto-Naumann, noch mal ein etwas süffisanter Artikel aus dem Immobilienmagazin von W&R Immocom vom 15.04.2020:


    Ein neues Hotel für Leipzig – oder etwa nicht?

    https://www.immobilien-aktuell-magazin.de/topics/neues-hotel-leipzig-merseburger-strasse-lenzwerk-betreutes-wohnen/


    Die Berliner LenzWerk Development GmbH hat ein 1.780 Quadratmeter großes Baugrundstück in der Merseburger Straße 98 / 100 erworben mit dem vorrangigen Ziel erworben, hier ein weiteres Hotel zu errichten. Für einen Neubau mit circa 6.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche liegt bereits eine Baugenehmigung vor. Geplant sind ein achtstöckiges Vorderhaus und ein dreistöckiges Hinterhaus.


    Jasper Hannan, Geschäftsführender Gesellschafter der LenzWerk Development: „Aktuell wagen wir uns, auch wenn das momentan angesichts der derzeitigen Situation die wenigsten tun, an Ideen für ein Hotel. Da gerade in den neuen Bundesländern der Demografische Wandel fortgeschrittener ist, sehen wir alternativ auch den Bedarf, an diesem Standort eine Anlage für betreutes Wohnen zu errichten.“


    Die Fertigstellung des Hotels oder der Anlage für betreutes Wohnen soll für Mitte/Ende 2022 geplant. Vermutlich wird der Komplex in modularer Bauweise errichtet werden. Schlussatz des Artikels: "Dahingehend gilt die LenzWerk Development GmbH als Expertin."

    https://www.lwd-group.com/

    https://www.immobilienmanager.de/leipzig-lenzwerk-development-erwirbt-baugrundstueck-fuer-hotelbau/150/75850/


    Acht Etagen halte ich für einen sehr ambitionierten Plan. Das benachbarte Haus Merseburger Str. 102/104 und das große Eckhaus Merseburger Str. 94 (https://gseins.noblogs.org/, https://sowo-eg.org/haeuser/ ) haben jeweils vier (gründerzeitliche) Vollgeschosse und z.T. ein ausgebautes Dachgeschoss. Die Integration einer Anlage für betreutes Wohnen in die Nachbarschaft - unter anderem eine 7d/24h-Tanke direkt gegenüber - könnte ebenfalls eine Herausforderung für einen künftigen Betreiber darstellen. Wir sind gespannt.

    ^^ Gibt es überhaupt eine verlässliche Quelle für die Behauptung, dass der OB Leipzig nicht mehr wachsen sehen möchte? Mir ist lediglich ein Artikel in Erinnerung, in dem er zitiert wurde, dass ein Wachstum der Stadtbevölkerung nicht mehr oberste Priorität genieße.

    Ich darf an die neue kommunale Bevölkerungsvorausschätzung 2019 - Ergebnisbericht - erinnern, die nach ihrer Fertigstellung lange Zeit auf dem Tisch unseres OBM rumlag, bevor er sie freigab. Vermutlich hat er sich in dieser Zeit lange und intensiv damit auseinandergesetzt ;-)-


    Hier findet man auch Überlegungen und Zahlen zur erwarteten Neubautätigkeit in Abhängigkeit von der tatsächlichen Bevölkerungsentwicklung (bzw. umgekehrt).


    https://ratsinfo.leipzig.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1013701

    Leipzig


    Bevölkerungsbewegungen in der Hauptvariante:

    2018: 597.000

    2030: 644.300

    2040: 665.500


    Stuttgart


    "Die Stadt Stuttgart wird bis Ende des nächsten Jahrzehnts [2030] so viele Einwohner haben wie noch nie. Dann werden knapp 650 000 Menschen in der Landeshauptstadt leben. Heute sind es laut Statistischem Amt rund 614 000. Auf der Basis von 2017 werde die Bevölkerungszahl damit um 6,1 Prozent oder 38.000 Menschen steigen, so das Ergebnis der aktuellen Einwohnerprognose des Statistischen Amts der Stadt. ...


    Wenn die hohe Anziehungskraft Stuttgarts bleibt, wird die Einwohnerzahl zwischen 2017 und 2030 um 6,1 Prozent anwachsen. Die Zunahme um knapp 38 000 Menschen wird im Jahr 2030 mit 649 300 Einwohnern zu einem historischen Höchststand führen. Das größte Plus gibt es bis 2024 mit einem jährlichen Zuwachs von 3000 bis 4000 Menschen, danach schwächt sich das Wachstum auf Steigerungen von jährlich 2000 bis 3000 ab. ... ."

    https://www.stuttgarter-nachri…e2-b1dc-038282cf232f.html

    Methoden und Ergebnisse der Bevölkerungsvorausschätzung 2019

    Bevölkerungsvorausschätzung 2019- Ergebnisbericht

    Vorlage - VI-DS-08231

    https://ratsinfo.leipzig.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1013701


    Wenn ihr die Visualisierung der Front seht, werdet ihr euch möglicherweise noch viel mehr wundern und vielleicht sogar Auto-Naumann zurückwünschen.


    Die ART-PROJEKT-CONSULTING Ltd und Art-Projekt-Plan GmbH haben ihren Sitz in Leipzig, die Art-Projekt GmbH & Co. KG in Lützen. Lützen ist für Leipzig so etwas wie Zossen für Berlin - Stichwort "Immobilien-Nester".

    Nach der LVZ am 26. Oktober (https://www.lvz.de/Leipzig/Sta…-Einwohnerzahl-nach-unten) hat nun auch die BILD in die neue Bevölkerungsvorausschätzung des Amtes für Statistik geschaut:


    „Im Jahr 2030 wäre gemäß der Hauptvariante eine Einwohnerzahl von rund 644 000, im Jahr 2040 von rund 665 000 zu erwarten.“


    Und weiter in der BILD: "Dabei hängt die Zahl maßgeblich von über 14 Faktoren ab. Wie: Arbeitsplätze, Wegzug ins Umland, Lohnniveau, Wohnungssituation, Kriminalität. So dass es, wie in der letzten Schätzung von 2016, auch eine untere Variante (645 000 Einwohner in 2040) und eine obere (713 000 Einwohner in 2040) gibt. ... ."


    Über die Überschrift und den Gesamttenor des Artikels "Nur ... " lohnt es sich nicht aufzuregen.


    https://www.bild.de/regional/l…wartet-66159824.bild.html

    600.000 Einwohner_innen, neue Prognose: ca. 665.000 im Jahr 2040

    Die LVZ nimmt den geplanten Pressecoup des OBM voraus und meldet schon mal, dass am Montag der/die (offiziell) 600.000er Einwohner_in mit Hauptwohnsitz in der kommunalen Einwohner_innenstatistik begrüßt werden wird.


    Der Zeitung liegt außerdem die neue kommunale Bevölkerungsvorausschätzung für die Stadt Leipzig 2019 vor. "Aus einem mehrseitigen Papier ... geht hervor, dass sich die Einwohnerzahl im Jahr 2040 wohl um die 665.000 Menschen eingependelt haben wird. Dieses Szenario beschreibt die Hauptvariante der jüngsten Prognose."


    https://www.lvz.de/Leipzig/Sta…-Einwohnerzahl-nach-unten