Alexanderplatz: Diverses

  • ^

    Selbst in Shanghai oder Taipeh wird teilweise schon ab 22 Uhr die Festbeleuchtung runtergedimmt...

    Um die beleuchteten Kirchen ist es schade, geb ich zu... was allerdings an der nur frontseitigen Beleuchtung des Rathauses "billig" sein soll, erschließt sich mir nicht.

    Ich finds eine symphytische Eigenart dass bei uns nichts grell beleuchtet ist.

  • Den geplanten Sockel kann man nicht höher machen, ohne den Brandschutz fürs Park Inn zu überarbeiten? Wird nicht passieren - wer hat schon freiwillig Lust auf so eine Bürokratie-Odyssee?


    Aber was wäre mit großen Leuchttafeln auf dem Sockel, die die Ecke optisch in die Höhe ziehen und evtl. interessanter machen könnten? Oder eine zweistöckige Pergola? Würde sowas ebenfalls den Brandschutz des Park Inn so einschneidend betreffen?

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ich finds eine symphytische Eigenart dass bei uns nichts grell beleuchtet ist.

    Die Beleuchtung war vor Jahren noch ganz anders (also "grell"), da wurde Berlin aber auch noch nicht als "Stadt ohne Ausstrahlung" wahrgenommen. Ganz tragisch für den Alexanderplatz ist dass die Lichttürme der Behrensbauten auch in Folge der Verdunkelung abgeschaltet wurden, was nun sogar dem Platz seine einzigen historischen Zeugen der sogenannten "Lichtarchitektur" genommen hat. Aufenthaltsqualität gleich Null ist das Ergebnis, aber wer es "sympathisch" findet...

    Bezüglich des Umbaus der Sockelbereiche Park Inn D2 würde ich mir mehr Fantasie von den Architekten wünschen. Es können doch durchaus auch Zimmerfenster in einen entstehenden Innenhof schauen?! Ich würde mir hier eine Art Freistellung des Hochhauses im Kern des Sockels wünschen, ähnlich wie beim Projekt Fürst ehem. Kudamm Karree.

  • Die Aufenthaltsqualität des Alex leidet sicher nicht an der fehlenden Beleuchtung der Behrensbauten…


    Dort könnte die schönste Lichtinstallation der Welt stehen und der Platz wäre unwirtlich und unansehnlich.


    Wie viele andere schon gesagt haben, weg mit den fürchterlichen Buden, neuer Bodenbelag, mehr Grün, mehr Pflege und vielleicht gepflegte Außengastro und gut ist.

    Beleuchtete Lichttürme wären dann maximal das i-Tüpfelchen.

  • Ich wusste schon was er meint, die sind auch tatsächlich toll und ich wundere mich, dass die Beleuchtung unter einem CDU Bürgermeister nicht zurückgekommen ist? Vielleicht haben die Eigentümer auch kein Interesse daran?

    Aber ich bleibe dabei, die retten den Zustand auch nicht.

  • ^^ OlympiaFlo, wir meinen verschiedene Dinge. Ich spreche von einem "Weltstadtplatz", sie meinen einen Dorfanger. Die Lichttürme am Alex waren nicht irgendein "i-Tüpfelchen" sondern Grundlage und Grundidee von Martin Wagners Gesamtkonzept bei dem die beleuchtete Nacht überhaupt erst Weltstadtplatz denkbar macht. Ich möchte nicht arrogant wirken aber ohne dieses Grundverständnis vom Stellenwert des künstlerischen Lichts ("Architektur der Nacht") in Berlins Moderne bleibt einem die Entwicklungslogik des Alexanderplatz und wohl auch die Moderne selbst verschlossen.

    Hier sei der Schwenk zum zweiten "Weltstadtplatz" dem Potsdamer Platz erlaubt. Auch die Lichtbänder des Bahn Towers waren ebenfalls keine belanglose Spielerei sondern zeichneten Mendelsohns Lichtbänder des ehemaligen Columbushaus nach. Es wurde an beiden Plätzen nicht einfach nur Licht abgeschaltet, es wurde buchstäblich Architektur abgeschaltet. Aber solche Feinheiten verwirren manche Zeitgenossen wohl heute nur noch.

  • Du willst nicht arrogant wirken aber haust dann den letzten Satz raus? :D


    Glaubst du wirklich deine akademischen Ansätze würden den Alex weltstädtisch wirken lassen, während zeitgleich Buden, ein abgeranzter Boden und ein generell ungepflegter Allgemeinzustand das Bild des Platzes maßgeblich bestimmen?

    Ich meine Times Square wirkt auch weltstädtisch, aber kopieren würde ich ihn bei aller Liebe nicht…


    Und was hilft die Beleuchtung des Bahntowers wenn der Potsdamer Platz als Platz auch nicht funktioniert und maximal als tolle Instakulisse herhalten kann?

  • … vielleicht zu sehr überspitzt was Du schreibst am im Prinzip richtig. Allerdings da wo mehr Licht ist ist auch weniger Schatten … ich kann mir gut vorstellen durch interessante, kreative Lichtkonzepte ersteinmal die Grundlage für attraktivere Stadträume zu schaffen. Das betrifft den Alex wie den Breitscheidplatz und erst Recht den Stadteingang West.

  • Wofür steht der Alex jenseits einer reinen Durchgangsstation und eines einmaligen Besuchspunkts ohne Wiederkehranreiz überhaupt noch?

    Solange diese Grundfrage nicht beantwortet ist, bleibt jedes gestalterische Konzept reine Kosmetik an einem fragmentierten Raum. Erst wenn klar ist, welche Funktion und welche Identität dieser Ort im 21. Jahrhundert eigentlich erfüllen soll, lässt sich eine schlüssige Gesamtlösung erarbeiten – von den Erdgeschossnutzungen über die Freiraumgestaltung bis hin zu einem passenden Lichtkonzept.

    Gibt es bereits eine Antwort auf meine Grundfrage, die mir noch nicht geläufig ist!?

  • Vielleicht irre ich mich, aber ich dachte, es sei ziemlich offensichtlich, dass der Alexanderplatz viele Funktionen erfüllt, darunter die eines Verkehrsknotenpunkts, eines Einkaufsortes, eines Treffpunkts und Ortes des gesellschaftlichen Lebens, ein Touristenort sowie – für Nostalgiker – eines Fensters kommunistischer Stadtraumgestaltung. Und das wird es im 21. Jahrhundert auch so bleiben. Und es ist klar, der Alex hat für sehr viele eine "Wiederkehranreiz".

    Eine „schlüssige Gesamtlösung“ für das „gestalterisches Konzept“ klingt zunächst einmal vielversprechend… aber ist das wirklich ein erstrebenswertes Ziel? Wozu? Eine Reihe kleinerer Pläne, die sich schnell an Entwicklungen anpassen lassen, entspricht sicherlich eher dem Zeitgeist.

    Ich habe in diesem Land oft beobachtet, dass eine Tendenz zur Mikroplanung besteht … verbunden mit dem Wunsch, Entwicklungen bis ins kleinste Detail kontrollieren zu wollen. Ich hoffe daher sehr, dass Sie nicht genau darauf hinauswollen, denn eine solche Mikroplanung ist oft mit hohen Kosten verbunden und zum Scheitern verurteilt. Innerhalb bestimmter Grenzen muss man auch zulassen, dass sich manche Dinge auf natürliche Weise entwickeln.

  • Die Funktion ist völlig irrelevant dafür ob ein Raum schön oder sehenswert ist. Eine säkularisierte Kirche bleibt schön, völlig ohne Funktion. Außerdem wird hier unterstellt ästhetischer öffentlicher Raum sei ohne Funktion nicht möglich (ist Ästhetik eine Funktion?). So dreht sich der Kreis zu Verbrechen und Ornament und zum Niedergang der gelebten schönen lebenswerten Stadt.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    ... der teilweise Rückbau der Alexanderstraße und die Öffnung der Keibelstraße ...

    Die Öffnung der Keibelstraße ist erst möglich, wenn der TLG-Riegel (vormals Haus der Elektroindustrie) (teil-)abgerissen wird. Die Alexanderstraße wurde in diesem Bereich aber schon vor über 15 Jahren auf das heutige Maß zurückgebaut, von weiteren Rückbauten der Straße wüsste ich nichts. Die Ersatzbauten für den heutigen TLG-Riegel sollen aber bis an die Straßenkante (heutige Freifläche vor dem Riegel) heranrücken. Die südliche Alexanderstraße zwischen Alexa und Jannowitzbrücke wurde damals ebenfalls deutlich auf die heutige Breite zurückgebaut. Beide Straßenabschnitte waren als Hinterlassenschaft der DDR wirklich gigantische Schneisen.

    Schön ist das Ganze auf diesen Bildern aus dem DDR Bildarchiv zu sehen:

    https://www.ddrbildarchiv.de/info/ddr-fotos…itte-59118.html

    https://www.ddrbildarchiv.de/info/ddr-fotos…blik-63963.html

  • ^Es war aber nicht schön anzusehen. Ich kenne es noch von früher. Gerade der Alexanderplatz war ein öde weite Fläche. Das Spiralmuster der Betonplatten konnte man nur von oben aus dem Fernsehturm erkennen.

    Durch das Covivio-Gebäude ist die Fläche gut eingerahmt und jetzt erst wieder als Platz zu erkennen.

  • Rainer Tee, ja ich habe sie auch noch live erleben dürfen, diese schiere unendliche Weitläufigkeit und zugleich beklemmende Leere dieser Umgebung. Man muss Kollhoffs Konzept für den Alexanderplatz auch aus dieser damaligen Raumerfahrung heraus verstehen. Der Wunsch diesen leeren und völlig uferlos weiten Raum zwar in seiner Großmaßstäblichkeit zu belassen, aber ihn räumlich einzubinden um überhaupt so etwas wie ein städtisches Raumgefühl, platzähnliche Strukturen und Urbanität herzustellen.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    (...) von weiteren Rückbauten der Straße wüsste ich nichts. (...)

    Ich glaube, die Vision ist, den erwähnten TLG-Riegel abzureißen oder aufzubrechen, die Alexanderstraße auf ca. 30-40 m Breite zu bringen und die eventuellen Nachfolgebauten des Riegels ganz an den Blockrand heranzuholen. Da müsste also tatsächlich noch mehr kommen.

    Leider ist das ganze Vorhaben irgendwie relativ unkonkret und es gibt wenig Daten dazu. Aber es geistert immer mal wieder in der Debatte herum. Ich versuche morgen mal was zu finden.

    Die Ecke kenne ich auch noch wie auf den Bildern. Ich war dort 1996. Ich kann mich nicht mehr Details erinnern, aber es war alles wirklich gräßlich riesig und verloren. Das Wetter (Anfang März, kurz nach Anbruch der Dunkelheit) half da auch nicht wirklich. ;)

    Das sieht heute schon wesentlich besser aus. Ich bin gespannt, den Hochhaus-Fortschritt mal wieder live zu sehen (möglicherweise diesen Oktober).


    EDIT: Ich glaube ich weiß jetzt, was du meinst. Ein Rückbau der Straße im eigentlichen Sinn ist es wohl nicht – eher schon die Verschmälerung des Straßenraums durch Überbauung der Abstandsfläche (oder so). Aber wie gesagt: Es scheint derzeit keine große Dringlichkeit zu haben.

  • Bevor die Diskussionen los geht, ob das hier noch Alexanderplatz ist: Ich habe leider keinen besseren Thread für dieses Projekt in der Karl-Liebknecht-Straße 33 gefunden, das wirklich nicht weit vom Alex ist. Backstein Vielleicht könnte man einen Thread "Bauprojekte rund um den Alexanderplatz" einrichten, wo solche Projekte Platz finden könnten.

    Büroumwandlung BOB W

    In der Karl-Liebknecht-Straße 33, also hier:

    wird von Aroundtown ein Büroriegel aus den 60er Jahren bis Ende des Jahres zu 265 Serviced Appartments umgewandelt. Betreiber wird BOB W sein.

    Lieder gibt es nur dieses Foto von Aroundtown:

    Copyright: Aroundtown