Beiträge von wallstreet

    Während hier wieder Grundsatzdebatten geführt werden, geht Konstantins Einwand fast unter – und der hat mit Parteifarben erst einmal wenig zu tun:

    Das Abwandern oder Herunterfahren privater Projektentwickler ist kein Phantomschmerz über eine noch nicht gebildete Regierung, sondern schlichte Betriebswirtschaft. Wenn Groth Großprojekte abgibt, Bauwens sich zurückhält und Entwickler Insolvenz anmelden oder ins Umland ausweichen, dann liegt das am Zinsniveau im Zusammenspiel mit einer Berliner Planungspraxis, die Verfahren über Jahre verschleppt und zusätzliche Auflagen draufpackt.

    Zu glauben, die landeseigenen Wohnungsunternehmen könnten diese Lücke ausgleichen, ignoriert die Realität der Landesfinanzen: Die Landeseigenen bauen weder billiger noch zaubern sie Eigenkapital aus dem Nichts. Sie tragen exakt dieselben Baukosten – müssen am Ende aber durch den Landeshaushalt gestützt werden, der ohnehin vor massiven Sparrunden steht.

    Man kann private Bauträger politisch geringschätzen. Man sollte sich dann nur darüber im Klaren sein, dass ohne sie die ohnehin verfehlten Neubauziele endgültig zur Makulatur werden – ganz egal, wer am Ende im Roten Rathaus regiert.

    Von 2021 bis 2025 sacken die Geburten real um fast 1.800 ab – von 6.252 auf 4.458. Und exakt ab dem laufenden Jahr dreht die Kurve in der Prognose plötzlich wieder nach oben und legt zehn Jahre lang jedes Jahr wie mit dem Lineal gezogen rund 100 Geburten zu.

    Nur: Was sind 100 Geburten mehr im Jahr bei einem aktuellen Melderegisterstand von gut 630.000 Einwohnern? Das sind 0,016 % – statistisches Grundrauschen.

    Selbst wenn dieses Konstrukt eins zu eins eintrifft, bleibt das natürliche Saldo tiefrot: 2026 stehen 4.520 Geburten gegen 5.860 Sterbefälle, also allein in diesem Jahr ein biologisches Minus von über 1.300 Personen. Das frisst die paar zusätzlichen Wiegenkinder sofort auf.

    Auch der Verlass auf das 4. Quartal durch Studierende täuscht: Erstsemester polstern zwar kurzfristig den Herbst auf, ziehen nach dem Abschluss aber im selben Rhythmus wieder ab. Angesichts kleinerer Abiturientenjahrgänge und spürbar gestiegener Mieten ist auch dieser Hebel kein Selbstläufer mehr.

    Um bei dauerhaftem Geburtendefizit und schrumpfenden Wanderungssalden am Ende trotzdem bei 680.000 oder 700.000 Einwohnern zu landen, braucht es schon sehr viel Phantasie beim Zusammenrechnen der Annahmen.

    Kommunale Prognosen müssen fast zwangsläufig das Prinzip Hoffnung atmen, sonst geraten Investitions- und Schulentwicklungspläne ins Wanken.

    Dass ausgerechnet jetzt eine Trendwende bei den Geburtenzahlen herbeigeschrieben wird, während die Lebenshaltungskosten drücken, der Wohnungsmarkt auch hier anzieht und die gebärfähigen Jahrgänge bundesweit schlicht kleiner werden, wirkt reichlich optimistisch.

    Leipzig ist in den letzten 15 Jahren rasant gewachsen, aber jede Welle bricht sich irgendwann an der Demografie. Wenn sich die Stadt am Ende bei soliden 630.000 bis 640.000 stabilisiert, ist das kein Drama, sondern eine überfällige Verschnaufpause für Infrastruktur, Kitas und Schulen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Es ist ein schlauchartiges Grundstück von 18 m Breite und 57 m Tiefe ( laut google-Maps), das von beiden Seiten von Brandwänden eingerahmt wird. Ich fühlte ich da ein wenig an einen Gefängnishof erinnert.

    Zur Knesebeckstr. 10 und den Nachbarn sowie gegenüberliegende Straßenseite habe ich noch ein paar Bilder von Anfang August in meiner Galerie gefunden.


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    Man darf weiter gespannt auf die endgültige Umsetzung sein. Viel ist noch nicht passiert.

    In Berlin-Siemensstadt ist es in der Nacht zu Dienstag, dem 29. September 2026, am Wernerwerkdamm zur Havarie einer 300-Millimeter-Hauptwasserleitung gekommen – das Areal liegt im direkten städtebaulichen Umfeld der Quartiersentwicklung Siemensstadt Square. Die konkrete Ursache für die Havarie wird von den Berliner Wasserbetrieben derzeit noch untersucht; im Fokus steht dabei die Baustelle für einen neuen Wasseranschluß am Werkstor Wernerwerksdamm, sowie eine mögliche Materialermüdung der Bestandsleitung. Infolge des Bruchs traten über eine Million Liter Trinkwasser unter hohem Druck aus, was zu massiven Ausspülungen des Erdreichs unterhalb von Straßen und Gehwegen sowie zum Volllaufen von 14 Kellern anliegender Wohnhäuser führte. Aufgrund gravierender Bodenabsackungen im Fundamentbereich wurde ein Mehrfamilienhaus am Hefnersteig vorsorglich geräumt und einer statischen Begutachtung unterzogen, während Einsatzkräfte der Feuerwehr Sicherungs- und Abpumparbeiten durchführten; die B.Z. berichtet über die baulichen Folgen und die Notmaßnahmen unter:

    https://m.bz-berlin.de/berlin/spandau…icksearchbox%2F

    Über das Ausmaß der Überflutungen, den Einsatz vor Ort und die Schäden an Straße und Bausubstanz informiert der rbb-Bericht:

    Siemensstadt - Hausräumung nach Wasserrohrbruch | rbb https://share.google/dnI1a5J68MEU2dYlx

    Ergänzend dazu präzisieren die bau- und einsatztechnischen Lagemeldungen der Berliner Feuerwehr sowie der Bauaufsicht die bodenmechanischen Schadensbilder vor Ort: Der hydrodynamische Druck führte unter anderem dazu, dass das Fundament der Werkszufahrt absackte und eine unmittelbar darunter verlaufende Versorgungsleitung gefährdete. Neben der Flutung einer Industriehalle zeigten sich an weiteren Nachbarbauten Rissbildungen im Mauerwerk. Am Hefnersteig führten die Auskolkungen im Gründungsbereich schließlich zu so akuten Setzungsrisiken, dass die Prüfstatiker des bezirklichen Bauamts das vorangenannte, evakuierte Gebäude vorerst für unbewohnbar erklärten. Den detaillierten Einsatzverlauf sowie die Dokumentation der Maßnahmen zur Bauwerkssicherung fasst die Berliner Feuerwehr in ihrem offiziellen Einsatzbericht zusammen unter:

    https://www.berliner-feuerwehr.de/aktuelles/eins…mensstadt-5527/

    Königs Wusterhausen/Niederlehme:

    Im historischen Ortskern von Niederlehme droht ein handfester Konflikt zwischen städtischer Planungshoheit und privatem Baurecht zu eskalieren. Wie die Märkische Oderzeitung unter https://www.moz.de/lokales/koenig…-79509242.htmlx berichtet, stehen an der Ecke Kirchstraße/Dorfanger bereits die Bagger für ein Doppelhaus bereit, während das Rathaus versucht, das Vorhaben auf den letzten Metern per Eilantrag zu stoppen.

    Der alte Dorfkern ist bislang geprägt von ein- bis zweigeschossigen Bauten aus Backstein und lokalem Kalksandstein. Um diesen Charakter zu sichern und wuchtige Vorhaben – zeitweise standen vier dreigeschossige Gebäude mit Tiefgarage im Raum – zu verhindern, beschloss die SVV Königs Wusterhausen bereits Ende 2021 die Neuaufstellung des Bebauungsplans „Ortskernerweiterung Niederlehme“. Zur Sicherung der Planung wurde damals eine Veränderungssperre verhängt. Ende 2024 erließen die Stadtverordneten eine erneute Veränderungssperre mit angepasstem Geltungsbereich und konkreteren Zielen zum Erhalt des Angers, obwohl die Stadtverwaltung bereits auf deren rechtliche Unzulässigkeit hinwies.

    Die untere Bauaufsicht des Landkreises Dahme-Spreewald teilte diese Bedenken offenbar: Trotz der im Juni 2026 durch den Hauptausschuss verweigerten Zustimmung wegen fehlender Ortsüblichkeit erteilte die Behörde am 20. August 2026 die Baugenehmigung für das Doppelhaus – und zwar auf Basis des noch gültigen Alt-B-Plans von 2001. Vor Ort befürchten Anwohner, dass mit dem geplanten Baubeginn vollendete Tatsachen geschaffen werden, die über Zufahrten und Leitungsnetze die künftige Erschließung des gesamten Areals prägen und die Ziele des neuen städtischen Konzepts dauerhaft untergraben. Die Stadt hat nun beim Landkreis die Aussetzung der Vollziehung beantragt; Bauherrin und Landkreis haben sich bislang nicht zu dem Verfahren geäußert.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Während das eine Gebäude auf Dynamik, Fluss und das Aufbrechen von Gewohnheiten setzt, folgt das andere den Prinzipien von Ordnung und Struktur.

    Genau dieser bewusste Kontrast ist es doch: Statik trifft auf Dynamik, orthogonales Raster auf fließende Kurven.

    Man muss dafür kein neues Label wie „Retro-Modernismus“ erfinden – das ist schlicht das klassische Prinzip der komplementären Wirkung - im Volksmund als YinYang bekannt. Das eine Gebäude profitiert optisch von der Strenge des anderen. Dieser Gegenpol verhindert schlicht eine wahllos zusammengewürfelte Wirkung der Gebäude. In der Fernwirkung ergeben sich genügend Gemeinsamkeiten für ein annehmbares optisches Miteinander.

    Während hier noch Theorie-Seminare über kritische Rekonstruktion abgehalten werden, zeigen die Abendbilder von Merlin und Johannes doch ganz pragmatisch, woher der plötzliche Sinneswandel kommt:

    Neben der verbindenden Fernwirkung des Rasters und der Nahwirkung der ausreichend unterschiedlichen Fassadengliederung ist es schlicht die Reflexion des Fernsehturms im Glas des Berlinian. Die Nadel spiegelt sich im Neubau, bindet den Platz optisch zusammen und sorgt im Gegenlicht für genau die Romantik, die hier gerade die Gemüter besänftigt. Selbst das Design der BVG ist stimmig in diese Umgebung eingepasst.

    Manchmal reicht eben ein gelungener Spiegeleffekt im Abendlicht, um dreißig Jahre Architekturstreit für einen Moment vergessen zu machen. Dit is Berlin.

    Absolut. Verdient hätten es beide.

    Für einen Bürgerantrag an den Stadtrat wäre die Ehrenmedaille der Stadt Leipzig der aussichtsreichere Vorschlag. Das Ehrenbürgerrecht ist politisch ein extrem dickes Brett, die Medaille hingegen ist genau für solche Verdienste um Stadtbild und Kultur gedacht.

    Vorschlagen darf das formlos jeder Leipziger beim Büro des OBM.

    Dass ein Turm ohne riesige Grundfläche oben zum unrentablen „Wohnzimmer“ schrumpft, widerlegt der Kollhoff-Tower am Potsdamer Platz: kompakter Fußabdruck über Sockel, gestaffelt, voll vermietbar. Oben schrumpft durch wegfallende Aufzüge ohnehin der Kern – machbar ist das also durchaus, wenn der B-Plan es verlangt.

    Nicht der Masterplan, sondern die Festsetzungen des B-Plans sind entscheidend. Wenn dort keine Setbacks vorgeschrieben sind, wird der komplette Raum genutzt – wirtschaftlich wohl für jeden nachvollziehbar.

    Wer meint, der Gebäudetypus sei egal, schaut eben nur auf den Scherenschnitt am Horizont und ignoriert den eigentlichen Stadtraum. Ein Hochhaus steht nicht im luftleeren Raum, sondern am Boden – genau da liegen Welten zwischen den Konzepten:

    Die Leipziger Straße ist das klassische DDR-Muster der aufgelösten Stadt – freistehende Punkthochhäuser, zurückgesetzt von einer überbreiten Magistrale, ohne Blockrand, entworfen für die Fernsicht und das fahrende Auto. Am Alexanderplatz passiert das Gegenteil: Über den Sockel entsteht eine dicht gefasste Raumkante nach europäischem Vorbild, die den Straßenraum reparieren und Fußgänger binden soll. Nur weil zwei Bauten oben eckig enden, macht das noch keine Typologie.

    Was den oberen Abschluss betrifft, bin ich bei Schwammkopf: Kleihues liefert ein handwerklich extrem diszipliniertes Raster, allerdings geht dem Entwurf nach oben hin die Puste aus. Wo die baukünstlerische Sinnlichkeit fehlt, bleibt es am Ende doch nur nüchterne, mechanische Pflichterfüllung – ein sturer Monolith, der das maximal zulässige Baufeld voll ausreizt und als reines Nutzflächenvolumen in den Himmel stößt.

    Ein dramatischerer, plastischerer Abschluss hätte mir das Vergnügen am Gesamtbild erst ermöglicht. So bleibt es beim sauberen Ende der Mietfläche – solides Handwerk, aber ohne jede Verführungskraft.

    Danke an DerMaDeBu für die differenzierte Betrachtung der Platzfassung. Bei der städtebaulichen Herleitung lohnt sich jedoch ein genauerer Blick auf die Genese des Masterplans:

    Der Kollhoff-Wettbewerb von 1993 forderte die prägnanten Sockelbauten primär zur Wiederherstellung der europäischen Stadt – also zur Reparatur des im Sozialismus aufgelösten Straßenraums und zur Definition klarer Raumkanten entlang der historischen Fluchten. Dass Sockel Fallwinde abfangen, ist ein bautechnischer Nebeneffekt, war aber historisch nicht die städtebauliche Ursache der Festsetzung.

    Vor allem aber bedeutete die Homogenität der Traufkanten im Sockelbereich nie, dass die Hochhauskörper selbst stumpfe, monotone Kisten sein mussten. Kollhoffs Leitbild bezog sich explizit auf die klassische Hochhaustektonik – Bauten, die durch plastische Fassadentiefe, vertikale Pfeilerordnung und definierte Abschlüsse glänzten, ohne das städtische Gefüge zu sprengen.

    Eine tektonische Verfeinerung oder ein skulpturaler oberer Abschluss hätte dem Fernsehturm keineswegs „die Show gestohlen“. Ein differenzierter Baukörperabschluss konkurriert nicht mit einer monolithischen Betonnadel, sondern entlässt die Masse maßstäblich in den Himmel. Dass der Berlinian nun als 146 Meter hoher, ungebrochener Quader dasteht, ist kein bewusstes städtebauliches Unterordnungs-Konzept, sondern das Resultat moderner Flächenökonomie: Wenn der Bebauungsplan zwar Sockelhöhen und maximale Hüllmaße festlegt, aber keine plastischen Rücksprünge zwingend vorschreibt, baut der Projektentwickler aus Renditegründen das maximal zulässige Baufeld als reines Nutzflächenvolumen aus.

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke…e-16081247.html

    Der Tagesspiegel berichtet über die personelle Neuausrichtung im Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf mit Folgen für die örtliche Baupolitik. Durch das BVV-Wahlergebnis steht der Linken im Bezirk erstmals ein Stadtratsposten zu. Spitzenkandidat Egginger-Gonzalez strebt im Falle einer grün-rot-roten Zählgemeinschaft das Ressort Stadtentwicklung an, das bislang von Patrick Steinhoff (CDU) geführt wird.

    Inhaltlich kündigt Egginger-Gonzalez eine Abkehr von reinen Einfamilien- und Reihenhaussiedlungen an. Bauten wie die geplanten Reihenhäuser auf dem ehemaligen Coca-Cola-Areal an der Osdorfer Straße oder in Lichterfelde-Süd lehnt er wegen hohem Flächenverbrauch bei geringer Wohndichte ab; Priorität sollen dichtere Wohnformen und städtische Gesellschaften haben. Bei Grundstücken im Villenbestand, etwa der 2023 ausgebrannten Ruine am Weddigenweg in Lichterfelde-West, befürwortet er zwar Nachverdichtung, kritisiert jedoch hochpreisige Eigentumssegmente. Als erste Maßnahme stellt er die Ausweitung von Milieuschutzgebieten in Aussicht, mit Prüfungen für Südende, die Bergstraße und das Umfeld des Augustaplatzes. Dem Personalmangel im Planungsamt will er mit einer inhaltlichen Neuausrichtung begegnen.

    Kommt es stattdessen zu einem Bündnis aus CDU und Grünen, bliebe das Ressort voraussichtlich bei der CDU.

    Die Kritik von KaBa1 am oberen Abschluss trifft einen Punkt, den man nicht mit dem Verweis auf „wohltuende Schlichtheit“ marginalisieren kann.

    Einem klassischen Hochhausentwurf liegt seit Louis Sullivan das tektonische Prinzip der Dreiteilung zugrunde: Sockel, Schaft und ein definierter Abschluss.

    Beim Berlinian bricht genau dieses Gefüge nach oben hin ab. Die Fassade läuft über die gesamten Regelgeschosse als additives Raster durch – was bis dahin durchaus Eleganz und Ruhe besitzt –, um dann auf den letzten Etagen unmotiviert den Rhythmus und die Achsenhöhe zu wechseln. Das ist weder eine schlüssige Fortführung des Schafts noch eine plastische Bekrönung, sondern wirkt wie ein nachträglich aufgesetzter Kastenabschluss.

    Der Kollhoff-Plan hatte seinen Reiz nicht primär wegen historisierender Dekoration, sondern weil er durch plastische Verjüngung und Setbacks eine gestaffelte Höhenentwicklung und eine differenzierte Fernwirkung für den Platz vorsah. Was jetzt entsteht, schöpft schlicht das maximale Baufeldkubaturmaß als gerader Quader ab. Das mag im Sinne der Büroflächeneffizienz konsequent sein – aus städtebaulicher und tektonischer Sicht bleibt es aber ein vertikaler Monolith ohne wirklichen Ausklang nach oben.

    Im DB-BauInfoPortal unter https://bauprojekte.deutschebahn.com/p/fangschleuse-bf/pdf (Bereich „Details – Informationen für Anwohnende“) ist die Präsentation zur Bürgerinformationsveranstaltung vom 10. Februar 2026 als PDF hinterlegt, die den genauen Bau- und Zeitplan aufschlüsselt:

    Die neue Personenverkehrsstation rückt rund 1,5 km nach Westen direkt an das Industrieareal Freienbrink-Nord heran und wird mit zwei Mittelbahnsteigen und vier Bahnsteigkanten für achtteilige RE1-Züge (220 m Nutzlänge) sowie einer 16,50 m breiten Personenunterführung dimensioniert. Ab August 2026 soll die Station zunächst mit zwei Gleisen in Betrieb gehen, ehe mit der Gesamtinbetriebnahme im Dezember 2026 alle vier Personengleise sowie die drei neuen Gütergleise bzw. Übergabegleise für bis zu 24 Güterzugpaare am Tag vollständig ans Netz gehen. Eine fünfte Bahnsteigkante existiert in den offiziellen DB-Plänen schlicht nicht.

    Entscheidend für das Baujahr 2026 sind zwei mehrwöchige Streckenvollsperrungen: Vom 24. Juli bis 14. August 2026 ruht der Zugverkehr für die Einbindung des neuen elektronischen Stellwerks; zeitgleich wird der alte, schienengleiche Bahnübergang an der L23 dauerhaft geschlossen, während der Landesbetrieb Straßenwesen rund 100 Meter östlich die neue Straßenüberführung errichtet. Nach der Inbetriebnahme der neuen Bahnsteige im August beginnt der Rückbau des bisherigen Bestandsbahnhofs, bevor vom 27. November bis 11. Dezember 2026 eine zweite Vollsperrung für die finale Einbindung folgt.

    Wie aufwendig der Bau unter rollendem Rad vonstattengeht, veranschaulicht auch das im März 2026 von der DB veröffentlichte Zeitraffervideo „Fangschleuse Bahnhof – Tunneleinschub im Juli 2025“, das den Einschub des Tunnelmittelteils sowie den anschließenden Wiederaufbau des Gleiskörpers dokumentiert.

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    Schöne Bilder aus Straßburg, KaBa1 – Vielen Dank dafür! 🙂 Konstruktiv ist das dennoch eher ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen.

    Die BNU und der Reichstag sind wilhelminische Monumentalbauten: meterdickes Mauerwerk, schwere Sandsteinfassaden und im Kern eine riesige, vertikale Kuppelhalle. Wenn da eine schlanke Spindeltreppe drin hängt, dient die nur zum Hoch- und Runtergehen. Der Schall verpufft im massiven Raumvolumen.

    Am Alex haben wir ein flaches 60er-Jahre-Kaufhaus: reines Stahlbetonskelett, niedrige Geschosshöhen, schallharte Decken. Wenn man da Löcher reinschneidet und eine breite Sitztreppe reinklatscht, ist das kein sakraler Kuppelraum, sondern eine Tribüne mit direktem Anschluss an die Etagen.

    Dazu kommt das Publikum: Die BNU ist eine klassische Forschungsbibliothek, wo man Stecknadeln fallen hört. Die ZLB am Alex soll ein wuseliger „Dritter Ort“ mit Maker-Spaces, Veranstaltungen und zwei Etagen U-Bahn-Shopping samt Gastro direkt im Sockel werden.

    Massives Mauerwerk mit reiner Erschließungstreppe funktioniert akustisch anders als ein offenes Betonskelett mit bespielter Sitztribüne.

    Dass moderne Bibliotheken keine reinen Lesesäle mehr sind, sondern Maker-Spaces, Gruppenarbeit und Veranstaltungen brauchen, steht völlig außer Frage.

    Das Problem ist nicht das Konzept, sondern die Bauphysik offener Lufträume: Man kann Lärm und Ruhe nicht im selben Luftvolumen stapeln.

    Schall macht an Brüstungen nicht halt. Sobald man über mehrere Stockwerke Decken aufreißt, wirkt dieser Trichter nach oben wie ein Lautsprecher. Wenn unten reger Publikumsverkehr herrscht, Workshops laufen oder auf der Treppe geredet wird, steht dieser Pegel auf allen Galerien bis unters Dach.

    Die Annahme, man verlege die stillen Arbeitsplätze einfach in andere Bereiche, klingt in der Theorie logisch. In der Baupraxis heißt das aber: Man muss diese Bereiche komplett einhausen. Wenn man dafür nachträglich schwere Schallschutz- und Glaswände einzieht, ist das großzügige, offene Raumgefühl aus den Entwürfen sofort wieder dahin.

    Entweder man hat den offenen Trichter mit dem Dauerpegel aus dem Sockel – oder man baut Wände ein. Beides zusammen geht nicht.

    Da das eine Umnutzung im bestehenden Betonskelett wird und kein Neubau, fangen bereits hier die planerischen Hürden an.

    Atelier Oslo und Lundhagem verweisen gern auf Deichman in Oslo. Das war allerdings ein Neubau, bei dem Lichtschächte, Decken und Akustik von Beginn an aus einem Guss für eine Bibliothek konstruiert wurden.

    Überträgt man dieses Prinzip nun auf ein Kaufhaus, schneidet man offene Lufträume in massive Stahlbetondecken. Warenhäuser sind schallhart und wurden gebaut, um Licht draußen zu halten. Eine Landesbibliothek braucht dagegen für hunderte Arbeitsplätze, Büros und Leseräume zwingend Tageslicht und Sichtverbindung nach außen. Dass man die geschlossene Hülle dafür aufbrechen muss, ist schlichte Notwendigkeit im Bestand – völlig unabhängig davon, wie man die versetzte Anordnung der Fenster optisch bewertet.

    Das größere Problem sehe ich bei der Vertikalakustik: In der Theorie schlucken Holz und Textilien den Schall. In der Praxis eines solchen Massenbetriebs verbieten sich empfindliche Teppichböden in den Hauptzonen eigentlich schon aus Unterhalts- und Reinigungsgründen von selbst. Wenn auf den Laufwegen am Ende wischbarer Estrich oder Kautschuk liegt, fehlt unten jeder Trittschallabsorber – dieser Lärm wandert über herausgeschnittene Decken und offene Sitztreppen ungefiltert nach oben. Nach VDI 2569 verträgt sich das schlicht nicht mit den Anforderungen an einen ruhigen Lesesaal.

    Eine Sitztreppe taugt als Tribüne für Veranstaltungen, als tatsächlicher Arbeitsplatz kollidiert sie mit dem Publikumsverkehr. Ob man in diesen tiefen Geschossen die nötige Ruhe für konzentriertes Arbeiten hinbekommt, ohne das offene Raumkonzept nachträglich mit Glaswänden zu zerpflücken, wird man an den Detailplänen erst noch beweisen müssen.

    Bei aller verständlichen Diskussion über Fassadenraster und Fensterteilungen: Entscheidend ist am Ende auch, welche Raumatmosphäre dieses Vorhaben im Inneren erzeugt.

    Wenn die ZLB tatsächlich an den Alexanderplatz zieht, darf hier kein unterkühlter, seelenloser Modernismus entstehen. Genau das passiert leider heute schnell – wie etwa bei der Stadtbibliothek am Mailänder Platz in Stuttgart: Ein klinisch weißer, monochromer Raumtrichter, der auf Architekturfotos beeindruckt, im Alltag aber die Kälte und Distanz eines Operationssaals ausstrahlt.

    Dass es ganz andere Vorbilder für echte Buchkultur gibt, zeigt der Blick auf die traditionsreichen Bibliotheken Europas:

    https://www.reisebloggerin.at/2026/08/schoen…theken-europas/

    Ob man an die großen britischen Säle denkt oder an historische Lesesäle mit Holzvertäfelungen, warmen Lichtzonen und Rückzugsnischen: Es sind genau diese behaglichen, fast sakralen Räume, die Geborgenheit ausstrahlen, die Fantasie anregen und zum wirklichen Verweilen und Lesen einladen.

    Gerade am hektischen, grauen und zugigen Alex braucht Berlin im Inneren keinen weiteren kühlen Funktionsraum. Wenn dieses Projekt gelingen soll, muss es ein einladender, warmer Zufluchtsort mit Seele werden – ein Gegenentwurf zur Kälte draußen auf der Platte.

    Ein Ort, der alle abholt: die alteingesessenen Berliner genauso wie das internationale, akademische Publikum. Vor allem aber ein Raum, der neugierig macht, statt einzuschüchtern und zugänglich und offen für junge Generationen aus wirklich jeder Bevölkerungsschicht ist. Ein Haus, das die typische Berliner Wesensart baulich einlöst: robust, unprätentiös, mit viel Herz und schaffendem Pragmatismus.

    Wofür steht der Alex jenseits einer reinen Durchgangsstation und eines einmaligen Besuchspunkts ohne Wiederkehranreiz überhaupt noch?

    Solange diese Grundfrage nicht beantwortet ist, bleibt jedes gestalterische Konzept reine Kosmetik an einem fragmentierten Raum. Erst wenn klar ist, welche Funktion und welche Identität dieser Ort im 21. Jahrhundert eigentlich erfüllen soll, lässt sich eine schlüssige Gesamtlösung erarbeiten – von den Erdgeschossnutzungen über die Freiraumgestaltung bis hin zu einem passenden Lichtkonzept.

    Gibt es bereits eine Antwort auf meine Grundfrage, die mir noch nicht geläufig ist!?