Umgang mit Bauerbe

  • Da ich da häufig an der Merseburger Str. 77 vorbeigehe - die wird heftig gedämmt. Viel war da sowieso nicht mehr dran, aber die letzten "überstehenden" Fassadenteile wie Fensterbänke und -faschen wurden alle abgeschlagen.


    Zum neuen Kaufhaus Held:


    Antrag - VIII-A-01636,

    Betreff: Quartiersgarage im alten Kaufhaus Held

    https://ratsinformation.leipzi…DNR=2026478&refresh=false


    "3. Sollten die Gespräche mit dem Eigentümer scheitern oder nicht zustande kommen, informiert der Oberbürgermeister den Stadtrat bis zum 2. Quartal 2026 über die rechtlichen Möglichkeiten der Stadt zur Nutzbarmachung des Objektes Kaufhaus Held sowie den allgemeinen kommunalen Handlungsspielraum bei mutmaßlich spekulativem Leerstand von Gewerbeimmobilien.


    ...


    Das zweite Kaufhaus Held in Lindenau an der Kreuzung Lützner/Merseburger Straße steht seit vielen Jahren leer. Jegliche Bemühungen aus der Bürgerschaft, dem einstmals prachtvollen Gebäude eine sinnvolle (Zwischen-)Nutzung zu geben, sind bisher am Eigentümer gescheitert.

    ...

    Der Leerstand des alten Kaufhaus Held ist insgesamt sehr bedauerlich. Nicht nur aus historischen Gründen, sondern auch im Sinne der Stadtentwicklung würde eine Wiederbelebung dieses ehemals prestigeträchtigen Ensembles das Viertel bereichern. Wenn es sich bei den oberirdischen Etagen vielleicht auch etwas schwieriger gestaltet, so sollte aber doch wenigstens die Tiefgarage mit vergleichsweise wenig Aufwand wiederhergestellt und nutzbar gemacht werden können.

    Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass seitens des Eigentümers überhaupt kein Interesse an einer Entwicklung des Gebäudes im Sinne der Stadtgesellschaft besteht, sollten vorsorglich auch alle Möglichkeiten geprüft werden, die einen weiteren spekulativen Leerstand effektiv unterbinden. Für Wohnungen gibt es mit dem Zweckentfremdungsverbot bereits ein Rechtsmittel dagegen und nicht zuletzt §14 GG Abs. 2 gilt auch für Eigentum von Gewerbeimmobilien uneingeschränkt."

  • Nachdem ich gestern dran vorbeigelaufen bin und das Denk-Ai Banner gesehen habe, habe ich mal auf ihrer Website nach einer Visualisierung geschaut jedoch nichts gefunden. Das ist wirklich komisch. Aber vielleicht haben wir ja Glück und die Fassade wird wirklich wiederbestuckt.

  • ^ ...zur Merseburger 77:


    Bei DENK-Architekten findet sich die Merseburger Straße 77:


    merseburgerstrae772au9mkli.jpg


    http://www.denk-ai.de/projekte…r-str-77-leipzig-lindenau


    ...dazu hatte ich auch schon mal einen Bildvergleich gepostet:


    9w7hvgfx.jpg
    größer


    Außerdem Bilder aus dieser Woche:


    sg7f53b2.jpg


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    Das weiter oben angesprochene Kaufhaus, im Hintergrund die Lützner/Ecke Endersstr.:


    w2myh69s.jpg


    Der Aufbau lässt nichts Gutes ahnen:


    wd53axxc.jpg


    ...zurück zum ehemaligen Kaufhaus:


    o7v7q36u.jpg


    ogzz2a29.jpg


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    Vorsätzliche Zerstörung eines Baudenkmals durch jahrelanges Unterlassen von Instandsetzungsmaßnahmen - nach wie vor kein Problem. :cool:



    Ein Stückchen weiter sieht es in der Merseburger so aus:


    uracl834.jpg


    y6k5ecba.jpg


    pezjvvbu.jpg


    r6m97rml.jpg

    größeres Bild


    Abschließend noch erwähnt, beginnende Sanierung am Lindenauer Markt 18:


    pajrl4vx.jpg

  • Denk hat sich bei den Altbausanierungen und vor allem Umbauten bisher sehr ordentlich hervorgetan. Deswegen habe ich da gerade wenig Bedenken. Auch wenn die Fassade auf der Grafik eher eklektisch wirkt. Das kann aber auch die Darstellung selbst sein.


    PS: so am Rande - ist mir nun schon mehrmals auf den alten Bildern aufgefallen, wie stark die Gehwege wohl zu DDR-Zeiten auch in den Wohnvierteln zurückgebaut wurden. Ich dachte bisher es wäre eher nur in der Kernstadt passiert. Es ist ja fast schon maßgeblich wie schmal mitunter die Gehwege in den Jahrhundertwende-Wohnvierteln in Leipzig sind.

  • Sanierung Kohlgartenstraße 18 - das Haus sieht nicht nur eigenartig kahl und entstuckt aus - der Klopftest vor Ort bewies auch, daß die alte Lady gut in Styropor eingepackt ist:

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    hgyac3uo.jpg

  • Das Haus in der Kohlgartenstraße genießt leider keinen Denkmalschutz. Es war ja schon vor der Sanierung entstuckt und dieser wurde leider, wie es so oft bei Häusern ohne Denkmalschutz ist, nicht wieder angebracht.

  • Eine gute historische Aufnahme des Gebäudes habe ich nicht gefunden. Nur dieses Bild des zerstörten Kuchengartens, daneben in der oberen linken Ecke der untere Teil des Gebäudes.


    Kuchengarten

    Quelle: Wikipedia

  • Das LWB Projekt Kochstraße 13-15 entwickelt sich langsam. An der Südseite kann man bereits die Farbauswahl bewundern. Ich hoffe, dass man sich beim Erdgeschoss final für eine etwas gedecktere Farbe entscheidet.

  • Lützner Str. 105 entrüstet und schick gemacht im Abendlicht.

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  • Neues von der Katharinenstraße 19 (Hansen´sches Haus). Derzeit finden Sicherungsarbeiten am Dach statt. Eine Schuttrutsche, eine neue Rampe im ersten Innenhof und ein Dixi-Klo weisen darauf hin. Am 3.10. war das Tor aus unbekannten Gründen geöffnet und viele Passanten haben sich die Höfe angesehen - mir wurden dazu einige Bilder zugespielt, die ich hier im Forum mal zeigen will, wenn es mit Pic-Upload funktionieren sollte.

    Bild21.jpg.html

    Bild24.jpg.html

    Bild23.jpg.html


    Ebenso gibt es Neuigkeiten von der Käthe-Kollwitz-Straße 50. Neben einem Video des Investors, in dem man sehen kann, dass sie im Jahr 2024 im eingestürzten hinteren Gebäudeteil sämtliche Decken und Wände erneuert haben, gibt es jetzt eine Pressemitteilung der "ISIHOME":


    PRESSEMITTEILUNG

    Käthe-Kollwitz-Straße 50, Leipzig: ISIHOME

    stellt Projektfortschritt und Perspektiven vor

    Bebra, 30.09.2025


    Die Diskussion um

    leerstehende Gebäude in Leipzig beschäf-

    tigt Stadt, Politik und Öffentlichkeit. Auch

    die Leipziger Volkszeitung (LVZ) hat dieses

    Thema aufgegriffen und dabei das Objekt

    Käthe-Kollwitz-Straße 50 in Leipzig, welches

    sich im Besitz der ISIHOME Group befindet,

    in den Fokus gestellt. Um das Bild zu vervoll-

    ständigen, möchten wir die Hintergründe

    darstellen und den aktuellen Stand des

    Projekts einordnen.

    Marktlage und Verantwortung als Fami-

    lienunternehmen

    In den vergangenen drei Jahren sind die

    Bauvolumina in Deutschland durch den

    Rückzug kapitalgetriebener Investoren deut-

    lich zurückgegangen. Zahlreiche Projekte

    wurden gestoppt oder verzögert. AAls mit-

    telständisches Familienunternehmen gehen

    wir bewusst einen anderen Weg: Seit 2007

    sind wir spezialisiert auf die Sanierung denk-

    malgeschützter Immobilien und den Neu-

    bau hochwertiger Wohngebäude. Wir sind

    kein Investor im klassischen Sinn, sondern

    im Kern ein Bauunternehmen mit eigener

    Bauabteilung – unser Ziel ist es, Gebäude zu

    sanieren, neu zu bauen und langfristig zu er-

    halten. Im Mittelpunkt steht für uns stets der

    langfristige Erhalt und die Weiterentwick-

    lung wertvoller Bausubstanz.

    Allein in den letzten fünf Jahren haben wir in

    Leipzig über 200 Wohnungen gebaut und

    saniert – trotz herausfordernder Marktlage.

    Ebenso realisieren wir in diesem Jahr rund

    50 Neubau- und 50 Altbauwohnungen. Seit

    2007 konnten wir insgesamt über 2.000

    Wohneinheiten sanieren und erfolgreich

    vermarkten – mit weiter steigender Tendenz

    in den kommenden Jahren.

    Projektstand und Baugenehmigung

    Für das Objekt liegt eine gültige Baugeneh-

    migung vor, die aktuell von ursprünglich vier

    auf acht Wohnungen erweitert wird. Diese

    Umplanung ist notwendig, um das Projekt

    wirtschaftlich und städtebaulich sinnvoll um-

    zusetzen.

    Das Gebäude wurde in den Jahren 2023

    und 2024 konserviert und stabilisiert: Der

    Rohbau wurde fertiggestellt sowie unter

    anderem das beschädigte Dach entfernt,

    brandgefährdete Bauteile ersetzt und das

    wertvolle historische Biedermeier-Treppen-

    haus gesichert. Damit ist das Gebäude

    heute konserviert, stabilisiert und vor Witte-

    rung, Brand und weiterem Verfall geschützt.

    Die vollständige Sanierung und Fertigstel-

    lung des Objekts ist für 2026 vorgesehen.

    Ebenso ist der Vertrieb der acht geplanten

    Wohnungen angelaufen und erste Vertriebs-

    erfolge wurden bereits erzielt.

    Besonders hervorzuheben ist die enge Ko-

    operation mit den Denkmalschutzbehörden

    der Stadt Leipzig, ohne deren Engagement

    und Unterstützung solche Projekte nicht

    möglich wären. Gemeinsam leisten wir

    einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des

    Leipziger Stadtbildes. Die Erreichbarkeit

    der ISIHOME Group ist dabei jederzeit ge-

    währleistet: Am Gebäude selbst finden sich

    unsere Kontaktdaten, und auch über Presse-

    stelle und Geschäftsführung stehen wir im

    Austausch mit Interessierten.


    Nachschub: Hier das Drohnen-Video: Link

  • Kleiner Hinweis:
    Dima ist nur beauftragter Makler, ISI-Home ist der Bauträger, der das Objekt wie üblich in einzelnen WE an Anleger als Eigentumswohnung(en) verkauft.

  • Die Wolfgang-Heinze-Straße 28...

    Auf das Objekt gab es wieder Angriffe, vermutlich durch die üblichen Verdächtigen in diesem "Kiez".

    Lt. Artikel kostet eine WE dort bspw. 1040 € kalt (!) für 77 qm (2012 habe ich für lächerliche 480 warm für 82 qm in bester Lage in Gohlis Süd gewohnt und es gab Fernwärme, nix Ofenheizung...). Das, was heute immer öfter sogar von Genossenschaften und LWB verlangt wird, finde ich auch für die Masse unbezahlbar und eine schädliche Entwicklung für die gesamte Bevölkerung, aber deswegen zerstöre ich kein fremdes Eigentum...


    https://www.lvz.de/lokales/lei…F7MVDJLALXID4KTT4HJQ.html

  • Alle Ratsfraktionen haben die Drohungen gegen die Mieter des sanierten Hauses verurteilt.

    https://www.lvz.de/lokales/lei…UPPFFNHJGGSMI6CUQCIQ.html


    Das Haus stand vorher leer, weil es unsaniert war. Hier wurde Wohnraum geschaffen, zudem denkmalgerecht saniert. Wer meint, dass 13,50 Euro Miete/m² zu teuer seien, kann vormachen, wie es günstiger geht.


    Ich sehe Gentrifizierung positiv, denn sie ist Ausdruck einer wirtschaftlich attraktiven Stadt. Davon gibt es in Ostdeutschland eher wenige. Schön, dass wenigstens Leipzig nicht mehr "Armutshauptstadt" ist. Die Auswahl an Städten ohne Gentrifizierung ist riesig, auch im näheren Umfeld: Zeitz, Weißenfels usw. usf. Da kann man sich ansehen, was in Leipzig vor 20 Jahren los war und überlegen, ob das wirklich so toll war.


    Der Zuzug von Besserverdienenden kann das soziale Gefüge eines Stadtteils auch durchaus positiv beeinflussen. Ich würde behaupten, dass die Südvorstadt oder Plagwitz durch Migration eine gesündere Zusammensetzung und mehr Lebensqualität erhalten haben, ähnliches erhoffe ich mir auch für Neustadt/Neuschönefeld und Reudnitz.


    Die Leute, die in Connewitz gern unter sich bleiben möchten, können mehr soziale Kontrolle gut gebrauchen, wie man sieht.

  • Da waren die Kommunisten vor 100 Jahren schlauer. Die hätten die Mieter des Hauses als ihr potentielles Klientel betrachtet, statt sie anzufeinden. Wer bezahlt schon gerne 13 Euro kalt? Aber irgendwo müssen die Leute ja wohnen und wer das Geld hat, beißt halt in den sauren Apfel.

  • ^ Zur Südvorstadt: Ein ganz klares NEIN. Die "Besserverdiener", um nicht das primitive Wort Bonzen zu nutzen, haben der Südvorstadt, aber auch Connewitz und das Zentrum-Süd, sehr geschadet. Die Studenten und Arbeiter gingen oder wurden gegangen und kamen nicht wieder. Stattdessen werden unzählige Neubauklötzer überall in die Baulücken gekracht, welche nicht nur optisch eine Zumutung sind, sondern auch das Klientel!


    Ich habe bis vor einigen Jahren in Leipzig seit meiner Geburt an der Löffelfamilie gewohnt und habe daher die Entwicklung hautnah miterlebt. Auch in den Jahren, in denen ich Leipzig besuchte, als ich schon in DD wohnte, konnte man die massiven Veränderungen zum schlechteren beobachten...


    Um es abzukürzen. Ja, lieber Ziegel, man möchte in Connewitz unter sich bleiben. Aber nicht wie du denkst, dass man in seiner antifaschistischen Ghettoblase bleiben will, sondern nicht von irgendwelchen reichen Wessistudenten irgendwelche Anzeigen, wegen Ruhestörung bekommen, weil man nach 22 Uhr noch vorm Späti den Abend ausklingen lässt. Oder, wie mir schon auf der Merseburger in Plagwitz, irgendwelche Zitronen oder Tomaten an den Kopf geworfen werden und Worte wie "ihr scheiss Ossis" oder "verpisst euch von hier, keiner wil euch hier haben" , weil wir noch vorm Späti sitzen.


    Und da soll ich ja und Amen sagen, und diesen Leuten noch den roten Teppich ausrollen??? Ne danke! (Ich rate aus deiner Blase rauszukommen Ziegel !)

  • Ach, in der Südvorstadt habe ich auch gewohnt, als ich 2009 nach Leipzig gezogen bin, da war die Gegend aber schon längst aufgewertet. Dass arbeitende Menschen in der Stadt wohnen (die einst 20% Arbeitslosigkeit zu stemmen hatte), darunter viele Familien mit Kindern, beides Bevölkerungsgruppen, die nachts schlafen möchten, das ist mir sehr viel mehr wert als laute Studenten vorm Späti. Wobei die Zahl der Studierenden auch gestiegen ist. Und hässliche Neubauklötzer in Baulücken sind der Hass, aber dass überhaupt gebaut wird, ist auch Ausdruck der Prosperität Leipzigs.


    Man kann eben nicht alles haben.