Beiträge von Altbaufan_

    Es gab hier vor einiger ZEit mal eine Diskussion um Gebäude, die nicht renoviert / aufgefrischt werden, da man selbst "heruntergekommene" Gebäude zu immer höheren Preisen vermieten könne - kann ich nicht bestätigen. Ich sehe in der Stadt unglaublich viele Zweitsanierungen (sowohl bewohnt als auch entmietet) im Altbausegment v.a. bei Fassade, Hausfluren und Dächern, dass wir weitgehend darauf hoffen können, dass die Altbausubstanz erhalten bleibt. Leider werden v.a. bei Kernsanierungen viele Altbauten völlig entstellt, so dass nur noch die Fassade und ggf. der Flur erhalten beibt. Stuck etc. in den Wohnungen wird leider bei einigen Anbietern eiskalt entfernt, da kein Denkmalschutz (aber eigentlich sehr gefragt...). Findet man bei manch Bauträgern schöne vorher (Stuck, Dielen, Kamin,...) /nachher (Optik wie im Neubau mit 0815-Altbau-"like"-Türen) Fotos.

    Die LVB braucht dringend genug Personal, endlich den Bau der teils seit 20 Jahren nur "freigehaltenen" Strecken (selbst die Verlegung der Linie 9 in Mockau bekommt man nicht gebacken, obwohl es längst fertig sein sollte) und ausreichend Fahrzeuge sowie ein Ausbau der bestehenen Strecken z:B. durch mehr Abbiegebeziehungen.
    Stattdessen kürzt man diese weiter weg (z.B. aktuell am Liebknecht-Platz, wo die 9 nicht mehr Richtung Zoo umgeleitet werden kann bei Baustelle o. Störung am Hbf/Westseite!), wollte sogar die Verbindung am MDR (Linie 9 <> Linie 16) stilllegen. Und man findet bei den LVB immer wundervolle Ausreden und PR-Sprech, dass selbst die dümmsten Entscheidungen toll klingen. Leider (oder zum Glück) steigen genug Leute, die sich nicht nur fragen "wie komme ich von A nach B" dahinter.

    Am Hbf. wurde schon vor Corona festgestellt, dass der Knotenpunt auf 6 Gleise erweitert werden müsste. Das ist knapp 3 Jahre her. Passiert auch nur ansatzweise etwas in diese Richtung, z.B. konkrete Umsetzungspläne? Nein... wahrscheinlich prüft man sich wie bei der Linie 4 zum Herzzentrum zu Tode, entwickelt 100 Alternativen und baut am Ende gar nichts. Selbst mit jetzt beginnender konkreter (!) Planung wäre ein Bau wohl erst in 5-6 Jahren drin, da man aber noch gar nicht "konkret" plant, wird wohl vor 2032 null passieren. Aus meiner Sicht muss das Management der LVB dringend ausgetauscht werden, da sie alles schönreden, bei der Stadt nicht energisch auftreten und alles hinnehmen, wenn man sie wie bis vor wenigen Jahren mit ca. 40 Mio./Jahr unterfinanziert, obwohl es zuvor mal 60 Mio. waren (zum Glück wurde dieser Missstand vor einiger Zeit beendet). Wenn man sich anschaut, was Dresden, Berlin, Magdeburg, Bielefeld und andere Städte in Dtl. und Europa in Neubaustrecken investieren (einige Städte sogar NEU die "Tram" (wieder)einführen), kann man in Leipzig nur im Boden versinken!

    Zudem fährt die LVB seit Jahren auf teils massiven Kürzungen des Regelfahrplans, die Attraktivität steigert man so nicht und ist damit auch allein auf weiter Flur - auch andere Städte kürzen hier und da durch Personalmangel Verbindungen, aber *nicht* in diesem Ausmaß.


    Einen Ost-West-Tunnel für die "S" hätte man schon vor Jahren bauen können, mittlerweile wohl bei den Kosten völlig utopisch...


    Eine Art Hochbahn ist in vielen Bereichen nicht praktikabel, da der Platz in sehr engen Straßen wohl kaum noch für zusätzliche Pfeiler auf der Straße reichen würde.


    Dennoch benötigt z.B. die Anbindung des Stadions oder auch von stark befahrenen Strecken dringend eine Alternative, da durch die häufige Mischnutzung -oft bedingt durch aufgepinselte Rad"wege" - mit dem Individualverkehr (PKW; LKW, ...) viel zu viele Verspätungen v.a. im Berufsverkehr entstehen. Ansonsten sehe ich für die LVB auch weiterhin keinen wirklichen Anstieg ihres Anteils am Verkehr.

    Die citynahe Lage des Bereiches um die Hst. "Wilhelminenstraße" am südlichen Zipfel von Eutritzschist wohl den Investoren auch schon vor einiger Zeit aufgefallen.

    Zahlreiche bereits fertiggestellte oder in Bau befindliche Neubauten sorgen dafür, dass bald alle Lücken geschlossen sind:


    Neuestes Objekt mit dem, sorry bescheuerten, Namen "Petzscher Emporen" (der Investor sollte mal das Lexikon befragen, was eine Empore ist, garantiert keine weitere weiße Kiste, von der es schon hunderte gibt, aber die Namen dieses Anbieters waren schon bisher sehr, nunja, "kreativ"...):

    Petzscher Straße 9-11

    Quelle: https://isihome.de/immobilien/…neubau/petzscher-emporen/


    Petzscher Straße 12-16

    Auf den Grundstücken wurde beräumt, auch hier deutet sich also bald eine Bebauung an, im Web gefunden habe ich dazu allerdings nichts.


    Wittenberger Str. 67

    Dieser Neubau ruht seit Monaten, vor 2 Wochen das letzte Mal vorbeigekommen - seit Mai keine Veränderung, teils hat sich die Natur schon wieder die Baustelle begonnen zurückzuerobern. Weiß jemand warum es hier nicht weitergeht? Man hat ja unbedingt die Verbindung des kleinen Parks kappen müssen, um jetzt nicht weiterzubauen... Grandios.:D

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    Ergänzend noch ein Artikel aus dem Juni 2022 zur Leipziger Str. 22

    https://www.taucha-kompakt.de/…r-der-anleger-gefaehrdet/


    800.000 € hat man für Crowdfounding eingenommen... und nun Abriss statt Sanierung bis 2020 (da waren die Preise noch gar nicht so hoch gestiegen...) https://www.homerocket.de/leipziger-strasse-62-taucha


    Hier kann man noch lesen, dass alles supertoll ist ;-)

    https://www.denkmalimmobilien.info/leipzig/villa-taucha


    Und hier noch die ominöse Firma... hat auch andere Objekte im Angebot, wo genauso nichts passiert seit vielen Jahren,. z.B. Neubau Gothaer Str. 12 (Gohlis), der dortige Dönerimbiss hat vor mind. 3 Jahren geschlossen, passiert ist nie was.

    https://q-invest.de/objekt/leipziger-strasse-62/

    Immovaria hat die Website nach langer Zeit aktualisiert. Leider kann man die Bilder dort weder speichern/herunterladen, noch geplante Projekte anklicken (kommt sofort "Login").


    Die Hans-Oster-Straße 18 in Gohlis-Mitte, seit über 10 Jahren zugenagelt, wird nun wohl endlich gerettet.

    Bild:

    https://de.wikipedia.org/wiki/…-Oster-Stra%C3%9Fe_18.jpg


    Projekt, Stand 26.06., rechts unten mit der Luftaufnahme und dem Titel "H90", erkannt habe ich es an der Tiefgaragenzufahrt und den Klinkerbauten weiter links im Bild, wofür die 90 steht, bleibt wohl Immovarias Geheimnis :-D

    https://www.immovaria.net/projekte

    Auf dem Areal herrschte bis Anfang Juni viel Betrieb, die Beräumung schritt voran.


    Heute jedoch war dort alles verstummt, Baumaschinen sind deutlich weniger als bisher, Arbeiter waren nicht zu sehen. Noch immer liegen dort einige Schuttberge herum, zudem hat man Unmengen Sand (wofür auch immer?) abgelagert.


    Weiß jemand, wie es da weitergeht? Angeblich sollte doch noch in diesem Jahr Baustart sein, ein Bürgerforum gab es im April oder Mai auch, wo allerdings bisher wenig nach außen gedrungen ist ("vor" Corona war es mal üblich, dass Protokolle dieser Veranstaltungen etc. auf der Website veröffentlicht wurden).


    Besonders "spannend", dass laut den ersten Ankündigungen von CG das Projekt 2017-2021 realisiert werden sollte und im Jahr 2022 noch nicht einmal die Beräumung abgeschlossen ist. Es läuft also -unabhängig von Eigentumsverhältnissen- ähnlich wie am Bayr. Bahnhof... viel Wind um nichts und jahrelanger Verzug - zum "Glück" für den Wohnungsmarkt ist die Dynamik des Wachstums mit "Covid" erstmal eingebrochen, so dass die Notwendigkeit der tausenden neuen WE in kurzer Zeit nicht mehr ganz so akut ist. Guttun würden sie der Stadt m.E. dennoch, da der (marktaktive) Leerstand weiterhin sehr gering ist und nach allen Quellen doch (teils deutlich) unter 5% liegt. Problem ist wohl zunehmend auch die Bezahlbarkeit, da selbst Genossenschaften etc. im Neubau 9-12 Euro kalt verlangen und viele mit geringem Einkommen (trotzdem) nicht in den Genuss der "Sozialwohnungen" kommen.

    Im Bereich der Wittenberger Straße 67 (ehem. Baulücke, die den seit Jahren bestehenden Zugang zur Freifläche hinterm Einkaufszentrum dauerhaft abschneidet, da die Stadt das Grundstück sich nicht frühzeitig gesichert hat) herrscht seit Wochen Ruhe. Der Neubau schreitet nicht voran, auch wochentags sieht man dort keine Arbeiter...

    Im Bereich der Malteserstraße 2-8 (zwischen An der Querbreite und Mosentinstraße) entstehen Stadthäuser.


    Die Kaufpreise sind wie alle Kaufpreise drastisch gestiegen, als die Stadthäuser Mitte der 2000er in Gohlis-Süd etc. aufkamen, waren sie für teils 200.000 € (!) zu haben. Mittlerweile hat sich die Kaufsumme selbst in weniger attraktiven Lagen vervier- bis verfünffacht, was man von den Gehältern in Leipzig kaum behaupten kann. Diese Art zu leben ist somit heutzutage nur Spitzenverdienern vorbehalten, ähnlich wie bei Eigentumswohnungen im Erstverkauf, die zunehmend vor 6.000-7.000 €/m² oder mehr nicht Halt machen.

    Beispiel:

    https://www.1a-immobilienmarkt.de/expose/6826185.html

    Angebot zum Kauf

    Kaufpreis: 896.540,00 EUR
    Stand vom:21.06.2022

    Die Delitzscher Straße 120 in Eutritzsch ist aktuell eingerüstet und in Sanierung, nachdem die 122 und 124 einige Zeit vorher bereits saniert wurden.


    Zudem wurden der Block 138-146 saniert (Fassade+Dach).


    Ebenso saniert wird die Kochstraße 42 / Ecke Scharnhorststraße in der Südvorstadt.

    Spannend finde ich ja, dass am Bayr. Platz und der gesamten Umgebung bis heute einiges nicht passiert ist, was bereits 1991 diskutiert wurde.


    Schön sieht man das am Bildarchiv von Armin Kühne. Von der Windmühlenstraße entlang bis zum Dt. Platz waren viele Bäume geplant. Rund um die Windmühlenstraße und den Bayr. Platz hat man es bis heute nicht umgesetzt, genauso wie eine grundhafte Sanierung der Geh- und Radwege sowie Straßen und (teilweise) Schienen auf sich warten lässt. Das "Geflicke" der LVB dort vor wenigen Jahren sowie die Umlegung der Haltestellen kann man kaum als Sanierung bezeichnen (z.B. hält die Buslinie 60 bis heute nicht an der Hst. der 16/9, obwohl diese nicht als Rasengleis angelegt ist).

    "Schneckentempo" ist wohl in einigen Bereichen der Stadt noch zu schnell als Bezeichnung, viele weitere Beispiele kann man anfügen (z.B. Sanierung Schumann-Str. ab Chauseehaus, Neubau Straßenbahn zum Herzklinikum, Verlegung Linie 9 in Mockau uvm.) :sleeping:. Aus meiner Sicht entwickelt sich die Stadt von der Vorzeigekommune (Wächterhäuser, Stadthäuser, kreative Baulückenzwischennutzungen usw.) zu einer Stadt wie jede andere - schon seit mind. 5-8 Jahren. Baulücken werden "planlos" mit meist 0815-Bauten gefüllt, (grüne) Zwischennutzungen in ohnehin wenig grünen Stadtteilen oder Straßenzügen nicht in dauerhafte Nutzungen (z.B. durch Grundstückstausch, Aufkauf o.ä.) überführt, die LWB hat hunderte an Altbauten abgerissen oder für lächerliche Preise (teils 100% bewohnt und mind. teilsaniert, ich war selbst von betroffen!) vertickt, viele gute Projekte werden nicht weitergeführt...

    bayrbahnhof19916zksx.jpg

    Du meinst sicher Armin Kühne? Sein langjähriger "Mitakteur", der für die Hintergründe und Fakten der Bücher zuständig war (Niels Gormsen) ist ja bereits 2018 gestorben.

    Nachruf in der LVZ:

    https://www.lvz.de/lokales/lei…NRXDXILY2HTLINQEXM2A.html

    Der Sonntag

    https://www.sonntag-sachsen.de…f-armin-kuehne-verstorben


    Auf jeden Fall ein Verlust für die Architekturfotographie in der Stadt, vor allem in Bezug auf Altbauten, ich habe viele Bücher von ihm zuhause.

    Diverse Bücher (bei den lokalen Verlagen gibt es ausnahmsweise mehr Auswahl als bei Amazon) findet man in den folgenden Links.

    Sein letztes Buch ist noch gar nicht lange her und drehte sich um den Lockdown 2020:

    https://www.passageverlag.de/produkt/menschenleer/


    https://www.passageverlag.de/?s=Armin+K%C3%BChne


    https://lehmstedt.de/kuehne_leipzig.htm


    https://www.amazon.de/s?k=Niel…Caps%2C424&ref=nb_sb_noss


    Also ich habe noch sehr gute Sehkraft und auf diesem Bild erkennt man 7 Wohngeschosse + ein EG mit was auch immer als Nutzung.

    https://viridis.4imedia.com/wp…uploads/lumis-leipzig.jpg


    1 EG - 5 normale Geschosse, 1 Etage mit Dachgauben und 1 mit schrägen Dachfenstern, macht in Summe 8 - der Unterschied zum Nebengebäude ist mehr als deutlich zu erkennen - der Neubau ist höher, insgesamt knapp 3,5 Etagen (!) über dem Altbau, der incl. EG nur 4 Etagen hat und selbst mit ausgebautem DG wäre er a) flacher und b) bei 5 Etagen...


    Auch in deinem Bild https://viridis.4imedia.com/wp…/lumis-leipzig-street.jpg sehe ich 1 EG + 7 Etagen drüber, 5 "normale", 1 mit Dachgauben und 1 mit schrägen Dachfenstern. Macht in Summe ebenso 8, zudem ist im EG hier der Verbau normaler Fenster zu sehen. Keine Front, die auf Geschäfte o.ä. hindeutet, d.h. an einem so wichtigen Umsteigeplatz mit vielen Menschen wird zudem eine komplett tote EG-Zone geschaffen.


    Und 5 verschiedene Fassaden, die alle den gleichen Einheitsbrei der modernen Architektur darstellen, ist jetzt auch nicht die optische Abwechslung.. Immerhin keine weiße Kiste, da muss man heute anscheinend schon jubeln und applaudieren *Ironie off*. Anspruchsvoll ist dieses Gebäude nicht, es dient bei den überteuerten Studentenapartments nur zu einem: Gewinnmaximierung. Das Studenten-Wohngebäude ggü. ist architektonisch bereits genauso unspektakulär.

    Und nur, weil es woanders noch wesentlich schlimmer geht, muss ich o.g. Entwurf weder toll finden oder als architektonische Meisterleistung bejubeln... anscheinend sind die Ansprüche allgemein gesunken, dass die immer gleichen Fassaden (so ähnliche gibt es in Leipzig oder anderen Städten bereits genug) ernsthaft positiv hervorgehoben werden. ?(

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    Es tut mir Leid, aber ich finde da sieht nichts gut aus. Die gleichen 0815-Fassaden auf lange Strecke eintönig und einheitlich wie überall, in die gleiche Höhe eines Gründerzeitlers, der meist 4 Etagen + ein DG hat, werden 7-8 Etagen reingepresst.


    Gebaut wird dort ganz sicher erstmal gar nichts, denn die LVB und Stadtwerke reißen dort gerade Haltestellen und Wege weg, so dass eine parallele Baustelle unmöglich ist. Aber hier merkt man schon wieder fehlende Koordination - es wird alles teuer saniert (Wege, Schienen etc.) und wenn das fertig ist, reißt man den frisch sanierten Fußweg wieder weg, weil man die Baugrube aushebt. Ein hoch auf unnötige (Doppel)Ausgaben. Erst vor kurzem das gleiche gesehen - Straße saniert und 2 Wochen später wieder aufgerissen (war kein "Akutfall" wie Wasserrohrbruch o.ä.)...

    Die Anwohner dort tun mir Leid, seit 2019 durchgehend Lärm durch div. Neubauten, Schienenbau usw.

    ^Der Neubau ist mit seinen Schwarztönen, die wohl "Gestaltung" darstellen sollen, eine Katastrophe. Wer baut sowas? Oder eher: Wer genehmigt sowas? Fassadenstruktur erkenne ich dadurch trotzdem nicht, es sieht einfach nur unästhetisch aus und hat mit Architektur wenig zu tun. Kann man vielleicht im Gewerbegebiet bauen, aber nicht in eine Altbaustruktur hinein. Die Qualität zu vieler Neubauten ist aktuell leider unterirdisch bis banal.

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    Wieso erinnert mich der Schwimmhallenentwurf irgendwie immer wieder an Kaufland Gohlis?

    - fehlender Gestaltungswille

    - Flachbau mit völlig chaotischer "Dachlandschaft" (Tetris-Style?)

    - Klotz-Charakter

    - nackter Beton, der sich wunderbar NICHT in die Umgebung einfügt

    - rote "Streben" als lachhafte "Farbtupfer" (bei Kaufland sind das die "Fake-Klinker")


    Das war jetzt die Laien-Ausführung, aber die Ähnlichkeiten sind tw. schon verblüffend...:thumbdown: