Matthäusareal - Neuentwicklung mit 135-m-Hochhaus geplant

  • Als Metropolit nehme ich mir heraus, über den Kirchbau-Plan zu urteilen, wenn auch lieber nicht über die sonstige Architektur.
    In Anbetracht der stetig schrumpfenden Mittel der Kirchen in Deutschland ist es geradezu ein Glücksfall, etwas Neues an so einer Stelle bauen zu können - das Kreuz zur Straße hin bringt das scandalon crucis weiterhin in Erinnerung und als Traditionsbewahrer gibt es noch reichlich weitere (ev. Kirchen-)Bauten in Frankfurt. Für die Benutzer*innen auch nicht ganz unerheblich ist die Frage, ob man die Räume gerne benutzt. Wenn man bei der Durchführung am Ball bleibt, hält man mit zeitgemäßer Ästhetik die eine oder den anderen bei der Stange.

    Und für die Außendarstellung bindet dieses Gebäude eben andere Zielgruppen als diejenigen im Stil der frühen 1900er.

  • Kurz zu den Finanzen der Kirchen in Deutschland. Richtig ist, dass sie beginnen zu schrumpfen. ABER: die letzten Jahre waren Jahre mit den höchsten Kirchensteuereinnahmen ever! Also sage niemand, dass die Kirchen weniger Geld hätten. Es ist eben nur die Frage, wofür das Geld ausgegeben wird.

    Eine Gemeinde kann vom normalen Budget natürlich keinen Neubau finanzieren. Das ist klar. Aber die Landeskirche und der Regionalverband können das. Schliesslich investieren die Kirchen auch viele viele Millionen jedes Jahr in Anlage-Fonds oder in Immobilien in Bestlagen direkt...

    Man schaue sich nur einmal die Aachener Grundvermögen und Kapitalanlagegesellschaft an. Voll mit Kirchengeld; in diesem Fall zumeist katholisches.

    Im Fall von Matthäus: es kommt ja auch Geld rein durch den Grundstücksverkauf.

  • Ich kann mich bei weitem dem Bedauern um den Turm nicht anschließen. Das hat meiner Meinung nach auch nichts mit dem Wesen Frankfurts zu tun, da braucht man nichts zu rationalisieren. Als einer der in der Gegend ein halbes Jahrzehnt wohnte, war es mir jedes Mal eine Erleichterung beim auf der Friedrich-Ebert-Anlage gen Nordwesten Spazieren, diesen schrecklichen Block endlich zu verlassen, mit seinem versiegelnden und abweisenden Polizeipräsidium und diesem -- ich kann es nicht anders beschreiben -- hässlichen Schrott, der sich Kirche schimpft. Alt ist nicht immer grundsätzlich schön. Ist ja genauso wie die Kornmarktarkaden.

    Der gewählte Entwurf wertet für mich durchaus die Gegend auf und ist ein erster Schritt in eine gute Richtung, die hoffentlich irgendwann den kompletten Block erfasst.

  • Heute habe ich die Ausstellung besucht. In der Wettbewerbs-Auslobung war nachzulesen, dass der Erhalt des Kirchenturms oder von Teilen der Kirche keine Muss darstellte, entgegen unserer bisherigen Annahme.

    Die komplette Berichterstattung dauert diesmal etwas länger, da meine Zeit dafür momentan begrenzt ist. Vollständige Dokumentation dürfte im Laufe der nächsten Tage komplett online sein, also immer wieder hereinschauen.

    Einige Büros haben bereits hochauflösendes Bildmaterial online gestellt, das qualitativ über den abfotografierten Grafiken aus der Ausstellung liegt; diese setze ich entsprechend vollständig ein.

    Zuerst eine grobe Übersicht über den Verlauf des Wettbewerbs mit den verschiedenen Phasen und den Entwürfen der ersten Phase, später gibt es dazu noch etwas mehr an Material, die ZIP Datei kommt im Lauf der Woche:


    Bild: https://i.ibb.co/nqMFWSGt/uebersicht01.jpg Bild: https://i.ibb.co/Y716S2NH/uebersicht02.jpg[/thumb Bild: https://i.ibb.co/vxMkrwqK/uebersicht03.jpg

    Entwurf Meixner Schlüter Wendt VOR der Überarbeitung:

    Bild: https://i.ibb.co/WCHzxgM/msw01.jpg Bild: https://i.ibb.co/pjFbsnx4/msw02.jpg Bild: https://i.ibb.co/S7DTDg4C/msw03.jpg Bild: https://i.ibb.co/tMF61gb1/msw04.jpg Bild: https://i.ibb.co/V0gCWf3T/msw05.jpg Bild: https://i.ibb.co/TjTzBBQ/msw06.jpg


    Zunächst einige Bilder des großen Modells: Hier wird erstmals deutlich, welche Form das Hochhaus erhalten soll. Insbesondere der interessante Grundriss fällt auf. Kein spektakulärer „Schau-mich-an“-Effekt, aber ein stimmiger Hochhaus-Entwurf mit durchdachten Details. Insgesamt gut gelungen.

    Nach dem Lesen aller Beschreibungen und Begründungen kann ich auch der Lösung mit der neu gedachten Kirche zustimmen. In diesem Fall muss man das Ensemble als Ganzes betrachten, es geht darum, dass das Gesamtbild an diesem Ort funktioniert, denn die Anforderungen haben sich gravierend geändert. Schade ist es natürlich dennoch. Im Übrigen finden sich eine Vielzahl an Räumlichkeiten der Kirche im obersten Geschoss des Hochhauses (Lounges, verglaste Terrasse, Räume der Stille usw.):

    modell00gr.jpg


    Bild: https://i.ibb.co/sYddNt4/modell01.jpg Bild: https://i.ibb.co/rGMWrhJP/modell02.jpg Bild: https://i.ibb.co/jPtqvmWg/modell03.jpg Bild: https://i.ibb.co/DDjvtMHp/modell04.jpg Bild: https://i.ibb.co/WvPjXcVz/modell05.jpg Bild: https://i.ibb.co/5gWw71Zk/modell06.jpg Bild: https://i.ibb.co/Z60s5QMN/modell07.jpg Bild: https://i.ibb.co/pB8gQwL0/modell08.jpg Bild: https://i.ibb.co/JRLc39wS/modell09.jpg Bild: https://i.ibb.co/VYdZh4wD/modell10.jpg Bild: https://i.ibb.co/4wjVyXbm/modell11.jpg Bild: https://i.ibb.co/TyyZynJ/modell12.jpg


    Überarbeitungsphase aus der das Büro Meixner Schlüter Wendt dann schlussendlich mit seinem Entwurf als Gewinner hervorging, hier gibt es noch zusätzliches Bildmaterial der Ausstellung:

    Die beiden 2. Preisträger als auch die beiden 3. Preisträger aufgearbeitet:

    Ein 2. Preis, jetzt Gewinner:

    Meixner Schlüter Wendt Planungs-GmbH, Frankfurt:

    Meixner Schlüter Wendt Planungs GmbH, Frankfurt am Main
    Florian Schlüter
    Mitarbeit: Mark Etling, Kevin Henkel, Julia Hoffmann, Tu Ly Quang, Ružica Mikoliċ,
    Fernando Caballero, Martin Goldhammer, Ulrich Domnick, liana Angelou,
    Arno Noack, Dorothée Wilhelmi, Leon Wnuck


    Bild: https://i.ibb.co/jk42P9cm/meixner-01.jpg Bild: https://i.ibb.co/bYxDw93/Meixner-02.jpg Bild: https://i.ibb.co/SwfPpPLJ/Meixner-03.jpg Bild: https://i.ibb.co/0VQnP6dN/msw01.jpg Bild: https://i.ibb.co/cSf4zD9T/msw02.jpg Bild: https://i.ibb.co/GfF4Mq8r/msw03.jpg Bild: https://i.ibb.co/jZqDhrRP/msw04.jpg  Bild: https://i.ibb.co/7JVmhCcc/msw05.jpg Bild: https://i.ibb.co/TMdkM469/msw06.jpg Bild: https://i.ibb.co/knCjp13/msw07.jpg  Bild: https://i.ibb.co/DHFkK2bc/msw08.jpg  Bild: https://i.ibb.co/gMbncR7C/msw09.jpg  Bild: https://i.ibb.co/SXXnf4Cx/msw10.jpg Bild: https://i.ibb.co/7DLrjsD/msw11.jpg


    Ein 2. Preis:

    Boltshauser Architekten AG, Zürich / meck Architekten gmbh, München:

    Bild: https://i.ibb.co/xQ80TbM/Boltshauser-meck-01.jpg Bild: https://i.ibb.co/wFqfWSH3/Boltshauser-meck-02.jpg Bild: https://i.ibb.co/Y4VhhmLK/Boltshauser-meck-03.jpg Bild: https://i.ibb.co/MxD7JvTx/Boltshauser-meck-04.jpg Bild: https://i.ibb.co/chYMyGhW/Boltshauser-meck-05.jpg Bild: https://i.ibb.co/wF3SbGFT/Boltshauser-meck-06.jpg Bild: https://i.ibb.co/1tCPR6T3/Boltshauser-meck-07.jpg Bild: https://i.ibb.co/fVL7sS1k/Boltshauser-meck-08.jpg


    Ein 3. Preis:

    Morger Partner Architekten GmbH, Frankfurt / Manuel Herz Architekten, Basel:

    Bild: https://i.ibb.co/yczg7654/Morger-Herz-01.jpg Bild: https://i.ibb.co/TMRCBzc2/Morger-Herz-02.jpg Bild: https://i.ibb.co/1YPBbhSh/Morger-Herz-03.jpg Bild: https://i.ibb.co/Rk4g20MC/Morger-Herz-04.jpg Bild: https://i.ibb.co/xtGyfTM0/Morger-Herz-05.jpg Bild: https://i.ibb.co/DPqKM6x2/Morger-Herz-06.jpg Bild: https://i.ibb.co/Z6JZfSw7/Morger-Herz-07.jpg Bild: https://i.ibb.co/hnFskcC/Morger-Herz-08.jpg Bild: https://i.ibb.co/TQ5CqMw/Morger-Herz-09.jpg Bild: https://i.ibb.co/hFJHnY9J/Morger-Herz-10.jpg Bild: https://i.ibb.co/cXFJbhmr/Morger-Herz-11.jpg Bild: https://i.ibb.co/dJsdj3dr/Morger-Herz-12.jpg Bild: https://i.ibb.co/gLjs2Zkb/Morger-Herz-13.jpg

    Ein 3. Preis:

    blrm Architekt*Innen, Hamburg / NL Architects, Amsterdam:

    Bild: https://i.ibb.co/cSMG2Bzr/blrm-nl-01.jpg Bild: https://i.ibb.co/GfRp9Lwm/blrm-nl-02.jpg Bild: https://i.ibb.co/LG6DhyH/blrm-nl-03.jpg Bild: https://i.ibb.co/1FVCqB8/blrm-nl-04.jpg Bild: https://i.ibb.co/bp9xv8m/blrm-nl-05.jpg Bild: https://i.ibb.co/h1fSKhpQ/blrm-nl-06.jpg Bild: https://i.ibb.co/hxZxtGdt/blrm-nl-07.jpg Bild: https://i.ibb.co/0jHcNFBR/blrm-nl-08.jpg Bild: https://i.ibb.co/fPwd4Cj/blrm-nl-09.jpg Bild: https://i.ibb.co/4ZD7KQ0g/blrm-nl-10.jpg Bild: https://i.ibb.co/QjNDVKZJ/blrm-nl-11.jpg Bild: https://i.ibb.co/ZRLzynCf/blrm-nl-12.jpg Bild: https://i.ibb.co/WvKb7qvx/blrm-nl-13.jpg


    Weitere Teilnehmer des 3. und finalen Rundgangs, wird im Laufe der nächsten Tage stetig erweitert:

    Barkow Leibinger Gesellschaft von Architekten mbH:

    Bild: https://i.ibb.co/8LkjBkH5/bwl01.jpg Bild: https://i.ibb.co/h1YMF17N/bwl02.jpg Bild: https://i.ibb.co/pcV30wP/bwl03.jpg Bild: https://i.ibb.co/mF9zNz0S/bwl04.jpg Bild: https://i.ibb.co/8gSk0dn5/bwl05.jpg Bild: https://i.ibb.co/5XqDwXnh/bwl06.jpg Bild: https://i.ibb.co/xKmN64yS/bwl07.jpg Bild: https://i.ibb.co/N2mnvVs8/bwl08.jpg Bild: https://i.ibb.co/ZQDCtns/bwl09.jpg Bild: https://i.ibb.co/j94FpQDf/bwl10.jpg


    HPP Architekten GmbH:

    Renderings: moka-studio GbR

    Bild: https://i.ibb.co/skb3GTx/hpp02.jpg Bild: https://i.ibb.co/6065x9x6/hpp01.jpg Bild: https://i.ibb.co/8gTV81cv/odboabfoioiwebv.jpg


    Hertl Architekten in Zusammenarbeit mit AllesWirdGut Architektur (war uns seit längerem schon bekannt):

    Renderings: Bloomimages

    Bild: https://i.ibb.co/Z6Ptthhq/HAWG01.jpg Bild: https://i.ibb.co/fd93NFVs/HAWG02.jpg Bild: https://i.ibb.co/k2M1BmpN/HAWG03.jpg

    Hennig Larsen Architects, München / Kopenhagen:

    Bild: https://i.ibb.co/mV5jhpFX/HL01.jpg Bild: https://i.ibb.co/B5ttkxNW/HL02.jpg Bild: https://i.ibb.co/2w2ywT5/HL03.jpg


    Nieto Sobejano Arquitectos, Berlin:

    Bild: https://i.ibb.co/1fxw5XFQ/ns01.jpg Bild: https://i.ibb.co/tPF177fq/ns02.jpg Bild: https://i.ibb.co/6cw1mtRY/ns03.jpg


    Kleihues + Kleihues Gesellschaft von Architekten mbH:

    Bild: https://i.ibb.co/hFbwGVS8/kleihues01.jpg Bild: https://i.ibb.co/S48kScgT/kleihues02.jpg


    Bilder:

    Alle Bilder entsprechend genannte Architekturbüros, bzw. wo bekannt Visualisierer; Schautafeln und Modelle teilweise abfotografiert von Adama


    14 Mal editiert, zuletzt von Adama (9. Juni 2025 um 03:19) aus folgendem Grund: Beitrag wird noch erweitert!

  • Ich muss ehrlich sagen, dass ich die teilweise Kritik hier an dem Siegerentwurf und der neu konzeptionierten Kirche nicht ganz nachvollziehen kann. Klar, das Hochhaus wird kein Landmark werden, aber es wird den Block erheblich aufwerten. Es handelt sich um einen modernen Entwurf, der durchaus seine Reize in seiner ein wenig verdrehten Form hat. Ein derartiges Hochhaus haben wir in Frankfurt bislang nicht, daher gefällt mir der Entwurf ganz gut. Auch das Bedauern, dass die Kirche nicht erhalten werden soll vermag ich nicht ganz zu teilen. Der Kirchturm mit dem Kreuz war doch nur deshalb so ikonisch und uns ans Herz gewachsen, weil er vor dem Hintergrund der nahen modernen Türme einen klasse Gegenpart gespielt hat und insbesondere auch den Wandel von Frankfurt bzw. die hier herrschenden Gegensätze zwischen Alt und Neu so deutlich illustriert hat. Aber um ehrlich zu sein war doch die in sehr einfachen Formen wiederaufgebaute Kirche nicht gerade eine Schönheit und auch keine Augenweide. Die neue Kirche dagegen hat etwas, offen, transparent und einladend. Kurz gesagt, ich bin recht zufrieden.

  • Ich persönlich finde es echt schade, dass Frankfurt einerseits versucht, einen Teil seiner Geschichte durch den Wiederaufbau des Dom-Römer-Areals und bald auch des Langen Franz zurückzugewinnen, aber sich hier gleichzeitig dazu entscheidet, ein historisches Gebäude abzureißen.

    Gerade hier gäbe es eine großartige Gelegenheit, Vergangenheit und Zukunft Seite an Seite zu integrieren, ähnlich wie es New York mit der St. Patrick’s Cathedral vorgemacht hat, die heute ganz schön eindrucksvoll zwischen modernen Wolkenkratzern steht. Die Matthäuskirche wäre, historisch rekonstruiert, ein echter Gewinn für die Authentizität der Stadt und auch für ihre Skyline.

  • Die Höhe ist unglücklich gewählt. Entweder unter 110m oder über 220m. Maximal 110m hätten dem Cluster mehr Dynamik verliehen und das ist auch die Maximalhöhe, die ich diesem sehr durchschnittlichen Hochhausentwurf zugetraut hätte.

  • Danke Adama für die umfassende Dokumentation.

    Tatsächlich finde ich hier das kirchliche Kleinod wesentlich spannender als den (noch-ein-)Turm.

    Die Kirchenräume stellen das Gesicht des Areals dar und sind sehr ansprechend gelöst.

    Nachdem die Visualisierungen vor der Überarbeitung auch vorliegen, finde ich schade, dass bei MSW das gläserne Erdgeschoss verschwunden ist.

    Diese Offenheit und Transparenz würde dem Stadtraum und auch der Kirche guttun. Vielleicht lässt sich dieses Rad ja noch zurückdrehen.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Naja, von der Kirche ist da eh nichts zu erwarten, insbesondere nicht von der evangelischen, die sich in Deutschland eher nur noch ...

    Was spricht gegen die linken Parteien? Besser als den rechten Parteien zu dienen. Und was hat das mit dem Thema zu tun?

    Ich bin jedenfalls froh dass dieser Turm endlich aus dem Stadtbild verschwindet, und an seiner Stelle etwas modernes, offenes und einladenderes entsteht.

  • Um auf den Wettbewerb und seine Ergebnisse zurückzukommen: Bemerkenswert erscheint mir das von MSW für das Hochhaus vorgeschlagene Fassadenkonzept. Wie für das Kirchengebäude ist hier eine Natursteinverkleidung geplant (was die Visualisierungen nicht/kaum erkennen lassen). Zudem Fenster aus Holz. Vor diesem Fassadenaufbau, also auch vor den Naturstein, ist eine einzelne Glasscheibe als Außenhaut vorgesehen. Der gesamte Fassade - mit Sonnenschutz im Zwischenraum - soll extern in modularen Elementen vorgefertigt und dann als Vorhangfassade montiert werden. Das ergibt sich aus einer Beschreibung der Architekten, die bei der Ausstellung im Planungsamt eingesehen werden kann.

    MSW erwartet, dass das Hochhaus dadurch "insgesamt eine warme, natürliche Aura" erhält. Das könnte gelingen, denke ich, sofern die vorliegende Scheibe ("Prallscheibe") hinreichend Ein- und Durchblicke zulässt. Sollte es funktionieren, dürfte bei der Hochhausfassade die Bänderung als solche nicht stören.

  • So wirklich überzeugend finde ich hier persönlich aber fast keinen Entwurf, besonders für die Türme.

    Der erste Platz ist okay, vor allem nachdem man jetzt die Form erkennt, aber die horizontale Gliederung lässt es trotzdem irgendwie wie aus den 60ern wirken. Naturstein finde ich aber super, so wird es am Ende wenigstens nicht nach einem Low-Budget-Projekt wirken.

    Die neue Kirche, hat jetzt das Rad nicht neu erfunden, wirkt aber sehr einladend und freundlich.

    Platz zwei finde ich sowohl Turm als auch Kirchengebäude eine Katastrophe, quasi ein noch üblerer Dudler.

    Bei Morger und Partner finde ich den Turm ganz spannend, aber die Kirche ist ein seltsames Durcheinander.

    blrm sehe ich als komplett unrealistisch an. Zwei Hochhauskerne dürfte die Kosten explodieren lassen und die Mietfläche stark verkleinern.

    Barkow Leibinger haben einen unförmigen Zwitter aus Spin und One abgeliefert, für mich das zweitschlechteste Ergebnis. Das begrünte Glasdach der Kirche hätte aber vielleicht interessant werden können.

    Von allen Turmdesigns finde ich den von HPP mit Abstand am besten. Vertikale Gliederung, spannender, nicht zu monotoner Rhythmus in der Fassade, angedeutete Dreiteilung in Basis, Schaft und Spitze... Das sieht für mich sehr elegant und gelungen aus.

    Nur bei der Kirche bin ich unsicher, die erinnert mich zu sehr an St. Trinitatis in Leipzig. Nicht schlecht, aber doch zu ähnlich.


    Danke für den Hinweis Adama und danke für die tolle Aufarbeitung!

    Hertl sieht für mich tatsächlich eher nach Low-Budget aus und ich kann einfach keine versetzten Fensterreihen mehr sehen... :D

    Hennig Larsen finde ich spitze, vor allem die Kirche ist der Hammer. Der Turm wirkt ein wenig klobig, aber die Form spricht mich sehr an, sehr modern.

    Nieto Sobejano... wieder die versetzten Fenster... und ansonsten, die Form ist speziell, aber irgendwie auch unentschlossen? Der runde Kirchenbau könnte cool sein, hat man aber auf den Visualisierungen gut versteckt.

    Kleihues würde mir gefallen, hätte der Turm 20 Etagen mehr und die Kirche bräuchte dringend mehr Glas, so hats was von nem Bunker und ich weiß nicht, ob das hilfreich ist, wenn man wieder mehr Menschen in die Kirche locken will.

    HPP für mich auf die Eins, Hennig Larsen Zwei und der Sieger MSW für mich auf die Drei.

    Einmal editiert, zuletzt von OlympiaFlo (4. Juni 2025 um 12:30)

  • Danke Adama!

    Die Idee von Birm-Architekten einen Kirchturm quasi als Hohlform oder Stanze im Gebäudekörper darzustellen finde ich spektakulär. Leider ist der Gesamteindruck trotzdem zu erdrückend

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Niemand braucht dort ein neogotisches Kirchenmonster, die Ev. Kirche am allerwenigsten. Rekonstruktion in allen Ehren, aber nicht immer und nicht überall.

    Die alte ursprüngliche Bauform der Matthäuskirche als "Kirchenmonster" zu bezeichnen, finde ich nicht angemessen. Wenn die Kirche so sparen will/muss, könnte sie auch komplett auf den Neubau verzichten. Der Entwurf von MSW lässt bis auf das Kreuz die Kirche äußerlich nicht erkennen. Die sehr aufgeregte Fassade mit der Greenwashing-Wandbegrünung ist aus meiner Sicht unpassend, eine Verirrung moderner Architektur.

  • Die Entwürfe müssen sich an dieser Stelle in meinen Augen an der Gestaltung der Kirche messen. Nicht an der des Hochhauses. Und da versagen alle Entwürfe. Die meisten Hochhausentwürfe sind in Ordnung. Etwas Spektakuläres war nicht zu erwarten. Die Entwürfe für die Kirche sind in meinen Augen - unabhänigig von dem Abbruch der Baumasse - jedoch unterirdisch. Einzig die Idee, den Kirchturm in der Lücke abzubilden, ist etwas pfiffig.

    Zum Abriss. Die Kirche wurde mit der bekannten New Yorker Kirche in den Häuserschluchten verglichen. Diese Qualität hat die Kirche hier jedoch nicht. Den Ist-Zustand finde ich optisch furchtbar. Eine Einbindung des Kirchturms hätte jedoch eine spannende Gestaltung ermöglicht. Auch historisch wichtig, nicht nur Interieur zu erhalten. Alt und Neu verbinden, wäre möglich gewesen. Ein Kirchturm ist oft das Wiedererkennungsmerkmal einer Kirche.

    Es ist traurig, dass der Siegerentwurf so gar nicht an eine Kirche erinnert. Kirchen sind Orte der Andacht und des Glaubens. Beides strahlt dieses Ding nicht aus. Es ist beliebig. Ich bin mir nicht mal sicher, an was mich dieses Ding erinnern soll. Eine Konzerthalle vielleicht? Ein Kino? Ganz sicher sehe ich hierin keine Kirche.

    Für die Kirchengestaltung leider eine vertane Chance. Schade.

  • Die FAZ widmet sich heute noch einmal der Planung rund um die Matthäuskirche. Ein paar neue Fakten erfährt man, vor allem der Zeitplan ist interessant. Insgesamt viel länger als erwartet und vielleicht baut dann Becken dann doch einmal tatsächlich selbst:

    An der Friedrich Ebert Anlage entsteht ein neues Kirchengebäude. Die evangelische Hoffnungsgemeinde baut auf einem verkleinerten Grundstück eine moderne Kirche, nachdem ein Großteil der Fläche an einen Immobilienentwickler (Becken) verkauft wurde. Dort soll künftig ein Wohn- und Bürohochhaus entstehen.

    Der Neubau ersetzt die bisherige Matthäuskirche, die zwischen Hauptbahnhof und Messe liegt. Ursprünglich sollte das gesamte Areal dem Hochhausprojekt weichen. Doch nach Protesten aus der Gemeinde wurde ein Teil der Fläche für kirchliche Nutzung gesichert. Die Erlöse aus dem Verkauf werden auf rund 30 Millionen Euro geschätzt und reichen nicht nur für den Bau, sondern auch für den langfristigen Betrieb der neuen Kirche.

    Der Entwurf stammt vom Frankfurter Architekturbüro Meixner Schlüter Wendt. Auffällig ist, dass ein klassischer Kirchturm nicht vorgesehen ist. Stattdessen werden die Glocken in einer 27 Meter hohen Spitze untergebracht, die direkt in das Kirchengebäude integriert ist. Das Kreuz des alten Turms soll gut sichtbar am neuen Bau angebracht werden, um die Verbindung zur früheren Kirche aufrechtzuerhalten.

    Das Gebäude selbst besteht aus einem hölzernen Innenraum, der von einer schützenden Betonschale umgeben ist. Diese Kombination sorgt für Wärme im Inneren und Schutz vor dem Verkehrslärm der Umgebung. Der Kirchenraum liegt im Erdgeschoss und ist von außen einsehbar. Es wird Platz für bis zu 200 Personen geben. Darüber hinaus entstehen Gruppenräume und eine Empore in den oberen Stockwerken. Die farbigen Glasfenster aus der alten Kirche sollen wiederverwendet werden.

    Besonders betont wird die städtebauliche Einbindung des Gebäudes. Der Neubau soll nicht isoliert wirken, sondern als Teil eines größeren städtischen Ensembles. Ein Dachgarten im ersten Obergeschoss verbindet die Kirche direkt mit dem angrenzenden Hochhaus und schafft Raum für Begegnung.

    Kritik gibt es vor allem wegen des fehlenden Turms. Viele verbinden damit ein sichtbares Zeichen von Orientierung und Beständigkeit im Stadtbild. Einige Architekturbüros hatten im Wettbewerb Entwürfe mit Turm eingereicht, konnten die Jury jedoch nicht überzeugen. Die Planer argumentieren, dass ein Turm seine Fernwirkung verliert, wenn er neben einem Hochhaus steht, das fünfmal so hoch ist.

    Bis zur Fertigstellung rechnet die Gemeinde mit etwa acht Jahren. Fünf Jahre sind für die Planung angesetzt, drei für den Bau. Die neue Kirche soll ein offener Ort für Glauben, Begegnung und modernes städtisches Leben werden.


    Q: https://www.faz.net/aktuell/rhein-…-110567989.html

  • #116 Zumindest wissen wir jetzt warum der Kirchenturm nicht erhalten werden soll. Anders wie man vermutete wäre dieser wohl auf dem Areal integrierbar gewesen, doch das Architekturbüro wird in dem besagten FAZ mit den Worten zitiert „Ein Kirchturm ist auf Fernwirkung ausgelegt“. Diese Fernwirkung gebe es demnach nicht mehr, wenn der etwa 27 Meter hohe Kirchturm direkt neben dem 130-Meter-Hochhaus stehe. Merkwürdige Begründung - schon jetzt steht der Turm ja schon vor einer Hochhauskulisse und die Blickrichtung ist ja in der Regel von der (fernen) Straßensituation aus.

    Und noch etwas aus dem FAZ-Artikel: Der Ortsbeirat 1 ist wohl dem Antrag der GRÜNEN für den Erhalt der Matthäuskirche gefolgt.

  • Mit Verlaub, aber das Argument der Fernwirkung eines Kirchturms mag zwar sachlich richtig sein, aber im Zusammenhang mit (auch bereits bestehenden Hochhäusern) wirkt es ein wenig dümmlich.

    Mich wundert es eh, warum sich das Architekturbüro argumentativ vor den Karren spannen lässt. Ist es denn nicht so, dass der Projektentwickler NICHT ausdrücklich den Erhalt und die Integration des Kirchturms in Anforderungen an das Projekt geschrieben hat? Warum bedient man sich also seitens des Büros eines fadenscheinlichen Arguments, wo man doch ganz einfach hätte sagen können: geliefert wie bestellt.

    Das Wort "dümmlich" bitte ich zu entschuldigen. Vielleicht sollte man sagen: in einer Stadt, in der der Kirchturm das bildprägendste Bauwerk ist, kann man (wie bspw. in Köln) entscheiden, keine höheren Häuser zu bauen. Aber wenn ein Kirchturm deshalb weichen soll, weil er beim Weiterbestehen neben Hochhäusern seine Fernwirkung verliert, dann ... ja, dann suche ich noch nach einem treffenderen Wort als "dümmlich".

  • Hmmm...ich bin eben erst auf das Projekt gestoßen und habe mir mal die Entwürfe und parallel die Street-View Aufnahmen der Kriche angeguckt.

    Die Einwände, die Kirche zu erhalten, oder spitzer gesagt, das Alte zu erhalten, verstehe ich auf der einen Seite. Allerdings habe ich auch nichts gegen

    die Neugestaltung des Areals.

    Warum soll alles Alte erhalten bleiben?

    Meistens hat das nur einen romatisch-nostalgischen Hintergrund...

    Sicher, es gibt hässlichere Bauten in der Stadt, die man mal gegen etwas neues, schöneres ersetzen könnte, doch fände ich es falsch, "nur" weil es eine

    Kirche is, diese bis in den Sanktnimmerleinstag stehen zu lassen.

    Die Argumentation mit der Fernwirkung finde ich allerdings auch etwas hanebüchen...so wie es Ryan-Fra schon gesagt hat: geliefert, wie bestellt...fertig...

    Zudem wird noch etwas Wasser den Main runter fließen, bis der erste Stein hier gesetzt wird...vielleicht kommt man dem Wille vieler Stimmen noch nach

    und passt das Dach der Kirche für ein "Glockentürmchen" noch an...