Kulturforum

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Hätte man den Kasten aufs doppelte herausgehoben, wäre es wesentlich besser geworden und die Nachbarn würden sogar profitieren, auch wenn sie überragt würden.

    Hätte man den Kasten aufs Doppelte herausgehoben, würde die Sankt Matthäus Kirche erschlagen werden.

  • Die Sankt Matthäus Kirche wirkt leider sowieso schon wie bestellt und nicht abgeholt an dem jetzigen Ort. Sie macht keinen Sinn mehr an dem Platz. Da ist es schon egal, wenn sie vom Neubau fast erschlagen wird.

    Schade um die eigentlich schöne Kirche.

  • Ich glaube nicht, dass man so ein schönes Kirchlein erschlagen kann. Ebensowenig wie nie Neue Nationalgalerie.

    Es ist mangelnder Mut und Gestaltungswille, der zu diesem Ergebnis geführt hat. Die neue Wache zB wirkt auch sehr erhaben, obwohl die Nachbarn viel größer Volumen haben. Oder hier in New York: https://de.wikipedia.org/wiki/St._Patri…_2006-06-18.JPG

    Keine Weltstadt würde existieren, wenn man den Bestand nie in den Schatten gestellt hätte.

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    Die Sankt Matthäus Kirche wirkt leider sowieso schon wie bestellt und nicht abgeholt an dem jetzigen Ort. Sie macht keinen Sinn mehr an dem Platz.

    Das ist jetzt aber eine steile These.

    Um die Sankt Matthäus Kirche und ihren Kirchplatz sind die Gemäldegalerie, das Kupferstichkanbinett, der Kammermusiksaal und das neue Museum der Moderne positioniert. Diese Kirche mit ihrem Kirchplatz gehört zu den wenigen Elementen im Kulturforum, die eine integrative Wirkung haben, weil sie die anderen Gebäude mit einem unsichtbaren Band zusammenhalten. Durch den Museumsneubau wird der Kirchplatz endlich zu einem richtigem Stadtplatz, der umschlossen bzw. gefasst ist. Dieser Kirchplatz wird vielleicht sogar das neue Herz des Kulturforums werden, mit hoher Aufenthaltsqualität (z.B. Außengastronomie). Das wird eine wunderbare Sache werden.

    Insofern machen Kirche und Kirchplatz sehr viel Sinn an dieser Stelle!

  • Darüber hinaus stellt die St.-Matthäus-Kirche eine wichtige Verbindung zur Vorkriegszeit her. Zusammen mit der Villa Parey ist sie das einzige Gebäude, das noch heute einen lebendigen Eindruck von der Schönheit des Stadtviertels direkt an diesem Standort vermittelt.

  • Betrachten der Webcam hatte ich in den vergangenen Tagen schon den Eindruck, dass beim Betonieren des Daches in Richtung der Neuen Nationalgalerie ein Malheur passiert ist. Wenn ich mir nun das Foto von OlympyaFlo nun genauer betrachte, sieht es tatsächlich danach aus als sei das Dach an dieser Stelle während des Betoniervorgangs eingebrochen. Der Bereich wurde abgesperrt. Das wäre für ein so exponiertes Bauprojekt natürlich sehr peinlich!

    Vielleicht täuscht auch mein Eindruck. Weiß zufällig jemand Genaueres?

    Einmal editiert, zuletzt von DickesB (9. November 2025 um 14:42)

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    Keine Weltstadt würde existieren, wenn man den Bestand nie in den Schatten gestellt hätte.

    Exakt!! Leider ist das aber doch überall in Deutschland die Philosophie: Sog. „Denkmalschutz“ macht jedem Fortschritt einen Strich durch die Rechnung – nichtmals die abgrundtief hässlichsten und mittelmäßigsten Bauten dürfen in irgendeiner Form in den Schatten gestellt werden, wenn irgendein Ideologe beim Denkmalamt meint, es hätte eine schützenswerte Bedeutung. Nicht alles ist der Kölner Dom!! Hier am Kulturforum mit Kronjuwelen wie der Neuen Nationalgalerie verstehe ich ja im Gegensatz zu vielen anderen Bauten und Plätzen noch die Diskussion, aber dennoch hat man sich auch hier wieder mit dieser Philosophie die Chance auf einen noch eindrucksvolleren Bau im wahrsten Sinne des Wortes „verbaut“.

  • Spezifisch gesehen ist es doch so: Philharmonie und Neue Nationalgalerie haben als Nachbarn Freiflächen bzw. Grünflächen hoher Qualität nämlich den Tiergarten bzw. den Landwehrkanal. Sie würden durch einen aufragenden Zentralbau anstelle der Kulturscheune nicht vollständig eingebaut und hätten weiter Luft zum Atmen.

    Man hätte HdM sagen sollen: Wir wollen für 1/2 Mrd. ein weiteres Berliner Wahrzeichen, einen schönen Klopper, bitte nicht unter Einsatz von jeder Menge Kohlenstoff vergraben! (Natürlich denke ich an Hamburg 👍)

    Vergraben werden wir stattdessen lieber die neue UBahn unter der Potsdamer.

    Hat man aber leider nicht.

  • Oh weia. Wo sind wir denn mittlerweile hier gelandet? "Sogenannter Denkmalschutz?" Es wird immer absurder. Und das , weil das Museum nicht nach dem Geschmack einiger User gebaut wird. Dieses ewige gefällt mir nicht, deshalb Scheisse, ist doch abgeschmackt. Wiederholungen ohne Mehrwert, nichts weiter.

  • DerBe Wie gesagt, die Diskussion verstehe ich an diesem Ort schon, aber dennoch schwenkt die Denkmalschutz-Ideologie für mich auch hier wieder mit. Und ja, es ist für mich Ideologie, es ist mit keiner Legitimationskette oder dem Demokratiegedanken vereinbar, was da immer wieder entschieden wird. Ich bin und bleibe übrigens Fan des neuen Berlin-Modern-Baus, finde ihn gar nicht so schlecht (wie auch mehrfach erwähnt hier im Thread), kann aber nachvollziehen, dass man sich ärgert, dass man die volle Kreativität der teilnehmenden Architekten von Anfang an aus oben genannten Gründen gestutzt hat.

  • Der Denkmalschutz wird hier zu weit ausgelegt, wenn dieser von vornherein ausschließt, dass an der Stelle ein wuchtigerer und markanterer Bau entstehen könnte. Zumal hier kein UNESCO Erbe vorliegt.

    Das sind immer noch freie politische Entscheidungen, für deren Kritik hier keiner von anderen beschimpft werden sollte. Es sei denn, diese haben einen Freifahrtschein und natürlich die Weisheit mit Löffeln gefressen wie Derbe.

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    Keine Weltstadt würde existieren, wenn man den Bestand nie in den Schatten gestellt hätte.

    Ich würde dir zustimmen, wenn es nicht um das Kulturforum gehen würde.

    Normalerweise gibt es in einem Stadtviertel maximal ein Gebäude als Solitär (z.B. eine große Kirche oder Denkmal oder ähnliches). Aber im Kulturforum hast du halt gleich mehrere Solitäre direkt nebeneinander. Das macht die ganze Sache so schwierig.

    Einmal editiert, zuletzt von Architektur-Fan (10. November 2025 um 22:26)

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    © Johannes_9065 / heute.

    DSC_1030.jpg

    Ich finde ja, das Nachhaltigkeit eine gute Sache ist. Aber wenn man wegen eines einzelnen Baumes solche Aussparungen am Gebäude vornimmt, darf man sich über zu hohe Baukosten nicht beschweren.

    Es wäre sinnvoller gewesen, diesen Baum zu fällen, die Aussparung am Gebäude wegzulassen, damit Kosten zu sparen und im Tiergarten einen Ersatz-Baum zu pflanzen.

  • ^Dem stimme ich absolut nicht zu. Die Situation mit dem Baum ist ausgerechnet das, was mein Auge beim Betrachten der Gebäudepläne am meisten anzieht. Ohne den Hof hätte das Haus nur vier gigantische, glatte Außenwände. Die Kleinteiligkeit und Intimität des Hofes ist dringend nötig, vor allem in einer Umgebung, die quasi keine Räume mit ähnlichen Qualitäten zu bieten hat. Nicht aus Zufall hat HdM dort Gastronomie mit Außenbestuhlung vorgesehen. Die Entscheidung wurde also nicht nur aus Nachhaltigkeitsgründen getroffen, sondern hat auch ganz klar eine architektonische und städtebauliche Dimension.

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    Die Entscheidung wurde also nicht nur aus Nachhaltigkeitsgründen getroffen, sondern hat auch ganz klar eine architektonische und städtebauliche Dimension.

    Nachhaltigkeitsgründe ...

    architektonische und städtebauliche Dimension ...

    Und das Kostenargument spielt in deiner Argumentation keine Rolle.

  • Die 150 Jahre alte Platane hat den ersten Weltkrieg überlebt, die wilden 20ger-Jahre in Berlin, den zweiten Weltkrieg, die Teilung und Wiedervereinigung des Landes.

    Sie ist ein Symbol, an diesem Ort.

    Ich bin froh, dass sie nicht gefällt, sondern erhalten wird. Und ich freue mich schon in ihrem Schatten einen Tee zu trinken. Nach dem Besuch der Ausstellung.