Unter den Linden

  • Update "Unter den Linden", fotografiert am 10.06.2021 durch mich


    An "Unter den Linden 62-68" stehen nun Baucontainer

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    Die "Testbepflanzung" inkl. Umfassung etc. für die Umgestaltung des Mittelstreifens, direkt vorm Adlon, ist wohl weitgehend fertig

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    Die Dachlandschaft der Nordseite zwischen Friedrich- und Glinkastraße ist wieder komplett und macht zusammen mit den Fassaden durchaus was her

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    d.

  • Da bin ich heute auch vorbeigekommen


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    Das Gebäude liegt ganz genau gegenüber dem zurückgesetzten Mittelteil der russischen Botschaft.

    Wenn man die Situation so sieht, kommt einem unwillkürlich der Gedanke, dass es durchaus reizvoll wäre, keine Bebauung vorzunehmen sondern lediglich den linken Flügel das kurze Stück bis zur Straße zu ergänzen und einen rechten Flügel ansetzend bei dem oberen Bild vor der Brandwand bzw. dem gläsernen schwarzen Anbau bis zur Straße zu setzen. Dadurch entstünde eine kleine Platzsituation, die ich gar nicht mal schlecht fände. Klingt vielleicht seltsam, aber wenn man vor Ort ist und diesen freien Raum sieht, dann wäre das durchaus überlegenswert und kann das besser nachvollziehen Entsprechend die Lindenreihen unterbrechen dieser Stelle und man hätte einen völlig neuen Platz geschaffen.


    Ich bedauere es auch zutiefst, dass man nicht auf die Baumreihen auf den Gehwegen verzichten will. Der freie Blick der sich jetzt gerade an der Kreuzung Unter den Linden bietet, lässt endlich mal die gesamte Architektur erkennen und die Linden als großen Boulevard und nicht als Waldweg.

    Vor allem jetzt, wo so langsam alles wieder ganz ordentlich aussieht und viele Gebäude wieder im alten Glanz erstrahlen - ob Staatsbibliothek oder dann das Palais neben dem Zollernhof dazu die ganzen Neubauten mit polnischer Botschaft oder komischer Oper usw usw. Alles wird wieder hinter diesen grotesken vierreihigen Monsterlinden verschwinden. Ich find's furchtbar. Und gegenwärtig sieht es nur wüst aus mit kleinen, großen oder gar keinen Bäumen.


    Ebenso ist es für mich nicht mehr nachvollziehbar warum man drei Jahre lang Blumenbeete testen muss vorm Adlon bevor man sich entscheidet ob man die ganzen Linden damit bepflanzen kann. Das ist einfach nur lächerlich. Wir sprechen hier von einer 0815 Bepflanzung, die jeder Kleingartenbesitzer hinbekommt und nicht von einem neuen Impfstoff dessen Wirkung unabsehbar ist.

  • Och gerade auf dem Ende bin ich für die Baumreihen vor der Bebauung mit überwiegend eher leblosen Fassadenbildern fast dankbar. Die Platzidee find ich auch reizvoll - was kommt da hin ? Noch so ne Bürokiste? Dann her mit dem Platz 😁 Der würde gut mit der hofartigen Anlage der Russischen Botschaft korrespondieren - den gegebenen Altbaubestand komplettieren und am besten zum Trottoir hin besonders akzentuieren vielleicht mit nem Giebelfeld oder einer Loggia😊 mittig dann paar lebhafte Wasserspiele aber ob da die Russen mitmachen🤔


    Die Bepflanzung sieht recht struppig aus das wird bestimmt ein pflegeleichtes Wildblumenensemble sein das in letzter Zeit gerne gesetzt wird - die Bienen, sofern noch vorhanden wird’s freuen aber an der Stelle vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, erst recht mit der doch recht hohen Einfriedung dem sogenannten Tiergartengitter.

    Das hat schon etwas von Friedhof ist aber wohl eine Referenz an den wilhelminischen Zustand allerdings wohl mit hübscherer Bepflanzung, bevor er wie die Linden Opfer der Räumung durch die Nazis wurde,für Fahnenmasten zu Olympia 36.


    Die Vierreihigkeit der Linden geht bis auf den Ursprung des Boulevards zurück nur standen da eher einzelne Palais und Landhäuser die sich im Laufe der Zeit mal zu einem Prachtboulevard mit opulenter Blockrandbebauung entwickelt haben.

    Der existiert eigentlich ab Friedrichstrasse kaum noch, hier wirken die Linden für mich schon fast wie ein Wundpflaster.


    Die Linden sind doch der Namensgeber des Boulevards, Schatten- und Kühlespender auf dieser Überbreiten Straße. Eigentlich möcht ich Unter den Linden schon unter Linden sein.

  • Update vom 29.07.2021, fotografiert von mir


    Zuletzt hatte ich Bilder von der Straßensanierung direkt am U-Bahnhof Museumsinsel immer im U5-Strang veröffentlicht, da ich aber im Umfeld auch weitere Bilder von Unter den Linden gemacht hab (und die U5 ja fertig ist), veröffentliche ich die Bilder nun hier.


    Die Asphaltschicht wurde auch auf der nördlichen Fahrbahnhälfte komplett entfernt, die Straße wird neu aufgebaut.

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    Hier wird wohl deutlich, die bauliche Trennung der nördlichen und südlichen Spur endet auch künftig auf Höhe des Prinzessinenpalais

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    Der alte Straßenbahntunnel wird im Bereich der nördlichen Fahrbahn neue abgedichtet

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    Am anderen Ende der Linden blühen die Pflanzen in den frisch angelegten Beeten. Leider werden die Ziergitter tlw. zur Fahrradabstellung "missbraucht"...

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    d.

  • Die 'moderne' Bepflanzung mit Wildblumen wie Echinacea finde ich allerdings richtig super. Man gestattet sich, von all dem abgedroschenen roughem, kantigen Edgy-Schnickschnack wegzugehen und einen zeitgemäßen Einzug von Natur in den Stadtraum zu erlauben, der fast eine südländische Leichtigkeit verströmt.

  • Schade das man die Fahrbahnneugestaltung nicht gleich gemacht hatte, während auch der U-Bahn Tunnel noch in Arbeit war. So bleibt UdL eine Dauerbaustelle - ich hätte mich sehr über einen Sommer ohne Baustellen gefreut aber so wird das wahrscheinlich erst etwas in 2022...

  • Nur fürs Verständniss: Soll der ganze Boulevard vom Brandenburger Tor bis zum Stadtschloss mit der Bepflanzung wie im foto dargestellt werden, oder nur ein bestimmter abschnitt ?

  • Das hier ist der Testballon in dem man die Vegetation ausprobiert und optimiert, perspektivisch wird dann ganz Unter den Linden der Mittelstreifen so gestaltet...


    d.

  • Nur fürs Verständniss: Soll der ganze Boulevard vom Brandenburger Tor bis zum Stadtschloss mit der Bepflanzung wie im foto dargestellt werden, oder nur ein bestimmter abschnitt ?

    Natürlich "nur" bis zum Ende der Mittelpromenade, also bis zum Reiterstandbild.

  • Update vom 21.08.2021, fotografiert von mir



    Frisch gestrichen ist inzwischen die Bertelsmann-Repräsentanz

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    Die nördliche Fahrbahnhälfte ist nun auch wieder gemacht, Markierungen inklusive...

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    Die gleiche Fläche in der Gegenrichtung

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    Nachdem ich beim letzten mal noch die Erneuerung der Abdichtung der alten Tunnel auf der Nordhälfte fotografiert habe, ist diesmal die Baustelle auf die Südhälfte übergegangen

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    Und auch hier nochmal in die Gegenrichtung aufgenommen

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    d.

  • Da bin ich aber beruhigt. Die Bertelsmann-Repräsentanz sah ja kurze Zeit gar nicht mehr nagelneu aus. Und auf ganz hartem Weiß sehen auch die Neon-Dekos an Weihnachten dort viel spaciger aus. ;-)

  • Wirklich schade, dass zwischen Zeughaus und Kronprinzenpalais/Bertelsmann-Repräsentanz die Fahrstreifen in der Mitte nur durch aufgemalte hässliche weiße Streifen und nicht baulich durch Bordsteinkanten und Pflasterung wie im restlichen Bereich getrennt sind. Im vielleicht nobelsten Bereich Berlins ist das doch ein Armutszeugnis. Wahrscheinlich hat die U-Bahn-Baugesellschaft exakt den gleichen Zustand wie vor der U-Bahnbaustelle hergestellt und in der Senatsbauverwaltung hat keiner daran gedacht, die bauliche Fahrstreifentrennung in Auftrag zu geben.

  • [E: Der Kommentar auf den ich mich bezog, wurde gelöscht]


    ^Inwiefern stellen die Vorschläge für sie eine "Verunstaltung" dar?


    Ich denke, wir können uns einig darüber sein, dass die jetzige völlig suboptimal genutzte und in schlechtem Zustand befindliche Asphaltwüste einer Änderung bedarf. Eine wichtige Verkehrsader für den MIV stellen die Linden eh schon länger nicht mehr dar. Hier ist die Reduktion auf eine Spur pro Richtung völlig unproblematisch.

  • Fragen Sie doch zunächst lieber mal, warum mein Beitrag gelöscht wurde . Seit nun 30 Jahren ist die gebotene Ausweitung der Gehbahnen in Anlehnung an den bereits realisierten Abschnitt Höhe Lindenoper, auch auf Kosten einer Fahrbahn, im Gespräch. Das wurde von mir immer befürwortet; die nun hier aber vorgeschlagene, zusätzliche Unterteilung mit zwei weiteren Baumreihen halte ich für mißlungen.


    Mod: Beschäftige dich besser erstmal mit unseren Richtlinien. Diese sollten nach über 7 Jahren DAF-Mitgliedschaft langsam mal zur Kenntnis genommen werden.

  • Fragen Sie doch zunächst lieber mal, warum mein Beitrag gelöscht wurde.

    Weil er außer einem "NEIN" nichts konkretes zur Diskussion beigetragen hat und man gezwungen war nachzufragen, was Sie denn nun meinen.


    Seit nun 30 Jahren ist die gebotene Ausweitung der Gehbahnen in Anlehnung an den bereits realisierten Abschnitt Höhe Lindenoper, auch auf Kosten einer Fahrbahn, im Gespräch. Das wurde von mir immer befürwortet; die nun hier aber vorgeschlagene, zusätzliche Unterteilung mit zwei weiteren Baumreihen halte ich für mißlungen.

    Okay... Den Vorschlag kenne ich nicht. Wie muss man sich das vorstellen? Breiter Gehweg/MIV-Spur/Promenade/MIV-Spur/Breiter Gehweg? Eine andere Verteilung erschließt sich mir nach einem schnellen Blick auf Google Maps nicht. Man wird ja nun sicherlich nicht die Promenade opfern wollen...Und die Fahrradwege, Stellplätze, Ladezonen etc. werden dann in den "Gehweg" integriert oder einfach weggelassen wie bei der Oper? Letztes wäre offensichtlich eine fatale Fehlplanung.


    So richtig erschließt sich mir Ihre Kritik nicht. Die oben gezeigten Vorschläge beinhalten 5+ Meter Gehweg pro Seite und die breite Promenade. Das ist mehr als komfortabel. Und sehen Sie die Fahrradwege als eine Art Lückenschluss auf der Achse Alexanderplatz <-> Ernst-Reuter-Platz/City-West. So hat man eine sichere und schnelle Fahrradverbindung zwischen zwei wesentlichen Zentren der Stadt. Jemand der bspw. in Charlottenburg wohnt und in der Nähe vom Alex arbeitet, kann sich aufs Pedelec schwingen und entspannt durchrauschen. Das wäre aus meiner Perspektive die dem MIV und ÖPNV deutlich zu bevorzugende Option. Das ist ganz konkrete und sinnvolle Verkehrswende!


    Und die Bäumchen? "Verunstaltung"? Naja...

  • Da muss ich schon etwas Wasser in den Freudenwein schütten. Also die Linden als letztes Exerzierfeld einer missglückten Verkehrssenatorin, die außer Symbolpolitik nichts zustande brachte.


    Die dritte Baumreihe kann der Denkmalschutz nicht akzeptieren, zudem würde man dann nur noch Wald, jedoch keine Bauten mehr wahrnehmen. Der ganze Wahn der Grünen Verkehrs-symbol-politik zeigt sich in der Beibehaltung der Autobahn ähnlichen Dimension des Abschnittes Leipziger/Gertraudenstraße/Molkenmarkt (ich weiß mit ordentlich Tram-Krach und Fahrradstreifen). Auf der anderen Seite sind Friedrichstraße und Linden vom indiv. Verkehr ausgenommen - verstehe wer will. Zudem finde ich persönlich raubt man den Linden und der Friedrichstraße damit ein Stück Urbanität, das sie auszeichnete. Es sind kein Naherholungs- sondern zwar nicht nur, jedoch auch Verkehrsorte.


    Ich, als passionierter Fahrradfahrer wäre schon froh gewesen, wenn in Berlin Fahrradwege zumindest durchgehend saniert oder geplant worden wären. Das Berliner Baumwurzelwerk baute auch in den letzten fünf Jahren die meisten Fahrradwege in Berlin zu alpinen Hüpfpisten um. Aber wer nur Symbol kann, kann halt nicht Tagesgeschäft.


    Und was für eine Eile beim (hoffentlich bald scheidenden) grünen Verkehrssenat,

    • Mühlendammbrücke als Autobahn bleibt bestehen, Architektur gibt’s nicht,
    • Gertraudenbrücke bleibt ebenfalls als Autobahn bestehen, Städtebau brauchts nicht,
    • Molkenmarkt ein reiner Verkehrsplatz, Aufenthaltsqualität brauchts nicht,
    • Leipziger muss DDR-Breite behalten, verschmälern brauchts nicht,
    • U-Bahn-Bau gibt’s nichts, ist irgendwie böse, Krokodil und so…
    • Doch die Linden werden Fahrradstraße, der schon erfolgte Umbau bis Standbild ist dann wieder hinfällig.

    Für mich nicht mehr ernst zu nehmen.


    Zum anderen habe ich ein ungutes Gefühl dabei, wenn man solche bedeutenden Straßen einfach so umwidmet und private Autos ganz ausschließt. In Deutschland hat schon mal ein Rentner die Steuerpflicht für Rentner eingeklagt. Wenn Fahrradfahrer immer mehr werden, und sogenannte Fahrradaktivisten von sich behaupten in der Mehrheit zu sein, dann lässt dies den Schluss zu, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis Fahrradfahrer zu folgendem verpflichtet werden:

    • Einen Führerschein,
    • Eine Haftpflichtversicherung mit Abgrenzung zur Privathaftpflicht
    • Eine Art Kfz- bzw. Fahrradsteuer

    Wie Talleyrand solche Entwicklungen richtig einordnete: „…davor behüte uns der Himmel“, kann ich nur ergänzen, hätten sie doch die letzten fünf Jahre die Fahrradwege in ganz Berlin auf Vordermann gebracht (Berlin ist mehr als Mitte oder PBerg), dann hätte man als Fahrradfahrer zumindest was davon. Und bitte lasst die Vision eines ganz autofreien UdL nicht Wirklichkeit werden. Eine Spur würde reichen genau wie in der Leipziger eine Spur Auto reichen würde - das könnte man dann auch Verkehrswende nennen.