Wiederaufbau Alte Stadtbibliothek (fertig 10.05)

  • Leider keine Ahnung, habe nichts gehört oder gelesen. Ich wünschte mir, das Schwesternhochhaus würde bald verschwinden, aber ich vermute auch hier, dass es nicht morgen passieren wird.
    Von mir aus kann das Ding auch stehenbleiben, solange es ordentlich generalsaniert wird. Die oben auskragenden Balkone sind einfach eine optische Zumutung für jeden Betrachter!

  • Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, dann sollte das Schwesternhochhaus nur teilweise zurückgebaut werden. Somit sollte der schlimmste Teil dann verschwinden. Leider hat man sehr lange nichts mehr dazu gehört. :(

  • Na ja wenn man das so weit zurückbauen würde, dass es von vorne betrachtet die Bibliothek nicht mehr überragt - dann wäre schon viel gewonnen ! ;-))


    Und wie siehts mit dem Umbau der Strassen vor der Bibliothek aus? Da sollte doch wieder so etwas wie ein Vorplatz entstehen . .

  • Am übernächsten Montag beginnt endlich der Umbau des Straßenknotens vor der Alten Stadtbibliothek! Im Jahr 2005 hieß es, dass ein dreieckiger Platz entstehen soll, orientiert am historischen Vorbild (Foto oben in #6). In die Mitte des Platzes sollte wieder das heute in der Obermainanlage stehende Lessingdenkmal zurückkehren, der Bürgersteig vor der Stadtbibliothek verbreitert werden. Auch ist MagBeams Link in #185 noch aktiv. Die heutige Pressemeldung der Stadt:



    [INDENT]Das Amt für Straßenbau und Erschließung teilt mit, dass der Knotenpunkt vor der alten Stadtbibliothek umgebaut wird. Am Montag, 23. Juni, beginnen die Arbeiten vor dem Literaturhaus. In einem ersten Bauabschnitt wird die Schöne Aussicht vor der Lange Straße in Richtung Osten auf eine Spur und die Lange Straße von drei auf zwei Spuren reduziert. Auf der Flößerbrücke entfällt die Linksabbiegerspur, es bleiben aber zwei Fahrstreifen geradeaus in die Obermainanlage sowie die Rechtsabbiegespur in die Oskar-von-Miller-Straße bestehen. Die Straße "Schöne Aussicht" vor dem Literaturhaus wird in Richtung Westen komplett gesperrt. Diese Verkehrsführung gilt voraussichtlich bis zum Ende der Sommerferien.


    © Stadt Frankfurt am Main – Presse- und Informationsamt[/INDENT]


    Edit: Scheinbar gibt es doch keinen dreieckigen Platz. Die umsetzende Planung wird sich wohl aus dieser Magistratsvorlage von 2007 ergeben. Auch einen Lageplan gibt es. Übrigens wird in der Grünanlage östlich der Alten Stadtbibliothek zur Zeit ein neuer Biergarten gebaut.

  • Es ist natürlich Schade, das dieser dreieckige Platz nicht wiederhergestellt wird, aber das ist wohl auch der veränderten Verkehrssituation geschuldet, vor allem der höheren Verkeherdichte und der Großen Bedeutung der Oskar-von Miller Straße für den Ost-West Verkehr in Frankurt.


    Den Umbau finde ich gut, vor allem werden die großzügigen Abbiegespuren reduziert, so das der Verkehr an dieser Stelle nicht mehr ganz so "Autobahn-ähnlich" daherkommt, es sind ja schon doch einige Fahrspuren dort.

  • Na wenn die Verkehrsführung geändert wird ist ein Schritt getan. Bleibt zu hoffen, dass das Schwesternwohnheim hinter der Bibliothek dann doch irgendwann einmal zurückgebaut oder ganz entfernt wird.


    Ich nehme an in dieser Richtung hat sich noch nichts weiter getan?

  • Hallo,


    es ist nun mehr als ein Jahr her, seitdem die Bauarbeiten an der Verkehrsfuehrung vor der alten Stadtbibliothek gestartet haben (sollen).


    Da ich persoenlich keine Moeglichkeit habe an der alten Stadtbibliothek vorbeizukommen, waehre ich sehr dankbar wenn jemand Bilder von diesem Bereich im Forum veroeffentlichen koennte.


    Vielen Dank im Voraus und schoene Gruesse.

  • Mole als Tauschobjekt zur Tilgung des Schwestern Hochhauses

    Eine Kurz-Zusammenfassung aus der FNP vom 24. Juli:


    Das Wohnhochhaus der Stiftung des Hospitals zum Heiligen Geist, welches hinter der rekonstruierten Alten Stadtbibliothek steht, ist wieder ins Visier der Stadtplaner geraten. Planungsdezernent Edwin Schwarz (CDU) möchte den Molenkopf im Osthafen als Grundstück zum Tausch anbieten. Auch das Sudfass Areal wurde als Alternative genannt. Wie realistisch dieser Tausch werden kann, ist nicht ab zu sehen, da eine Reaktion der Stiftung noch aus steht.


    Quelle: http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/rmn01.c.6284529.de.htm


    -----------------
    Mod: Ging nicht verloren, sondern wurde in das Stadtgespräch verschoben, weil die Diskussion in kürzester Zeit abdriftete und das Hochhaus auch nur bedingt Bezug zum hiesigen Thema hat.

  • Mittlerweile gibt es eine Reaktion der Stiftung, namentlich durch deren Geschäftsführer Jürgen Sprekelmeyer, wie in der FR vom 30.Juli zu lesen ist.


    Dort wird auch konkreter benannt, wie sich Stadtrat Schwarz die Verwendung des Verkaufserlöses (von Molengrundstück oder Sudfass-Areal) vorstellt: Er schlägt vor, den Wohnheim-Klotz "bis zur Hälfte abzureißen" und die verlustig gegangenen 50%, also ca. neun Stockwerke, "daneben zu setzen", wie er im Artkel wörtlich zitiert wird.


    Laut Stiftung "wurde noch kein Pfad gefunden, der trägt". Und so lange heißt es laut Sprekelmeyer: "Wir warten ab."

  • Kunst an der Alten Stadtbibliothek

    Gegenüber der Alten Stadtbibliothek, am nordöstlichen Kopf der Bubis-Brücke, bahnt sich eine Posse an. Für ein Kunstwerk an dieser Stelle mit Bezug zum Literaturhaus wurde im vergangenen Jahr ein Künstlerwettbewerb ausgerichtet. Im Dezember 2009 entschied sich die Jury für den Vorschlag von Marko Lehanka (FR-Bericht).


    Lehankas grandiose Idee ist es, an der Brücken-Bastion eine künstliche Straßenbahn-Station zu errichten. An deren Rückwand soll "Literaturhaus" dran stehen. Eine "überdimensionierte Haltestellen-Attrappe", wie die FR in diesem Artikel schreibt. Kulturdezernent Prof. Felix Semmelroth meinte nach der Jury-Entscheidung jedenfalls, dass der Entwurf "die Beurteilungskriterien in hervorragender Weise erfüllt." Wer stählerne Nerven hat, der klickt hier für eine Visualisierung (Link geändert).


    Jetzt ist im Römer die Not groß, denn keiner will dieses Ungetüm haben. Sondern den zweitplatzierten Entwurf von Städelprofessor Tobias Rehberger. Dieser sieht Landschaftskunst vor, nämlich ein Gärtchen mit bunter Blütenpracht am Brückenkopf. Im Römer wird nun hin und her geprüft, zumal man davon ausgeht, dass die Bürger Rehbergers Vorschlag wünschen. Besonders findig die Grüne Heike Hambrock, die sich das Protokoll der Jury-Sitzung vorgenommen hat und nun sicher ist, dass die Auswahlkommission eigentlich den Rehberger-Entwurf wollte.


    Das ist Rehbergers Entwurf:



    Bild: Studio Rehberger

  • Zu Schmittchen's Vorpost:


    "Leider" (oder Gott sei Dank?) hat der Autor der Homepage die Verlinkung seiner Bilder verboten.


    Er wird schon wissen warum...


    Man kann nur hoffen, dass die Entscheider letztlich mit klarem Menschenverstand entscheiden. Glücklicherweise besteht keinerlei Verpflichtung, die 1. Plätze bei Wettbewerben umsetzen zu müssen.


    Wenn es denn wirklich ausgemachter Unfug von Lehanka ist (ähnlich der "Treppe ins Nichts" in Kassel damals), dann sollte man davon absehen, den 1. Preis zu realisieren, sondern eben den 2. Kann doch nicht so schwer sein:)


    Die "Welt-online" schrieb am 16.11.2000 zur "Treppe ins Nichts":
    "Mit moderner Kunst ist schnell die Stadt verhunzt." Das reimt sich so schön, weil es den Paragrafen 14 im Urheberrechtgesetz gibt. Daran knabbern gegenwärtig die Stadtoberen von Kassel. Dieser Paragraf dekretiert nämlich, dass der Urheber das Recht habe, eine Entstellung oder eine andere Beeinträchtigung seines Werkes zu verbieten. Das gilt auch und gerade für die Kunst im öffentlichen Raum, ungeachtet dessen, wer der Eigentümer ist."


    Es gilt daher umsomehr, an der Schönen Aussicht kein Ungetüm zuzulassen...daß man danach nicht mehr wegbekommt...

    Einmal editiert, zuletzt von skyliner () aus folgendem Grund: erweitert um "Welt"-Artikel

  • Vielleicht sollte man ein Gelände in der Stadt finden, wo dann die Haltestelle gebaut werden kann, aber nicht dort. Und wenn man schon dabei ist, gäbs da noch den Tisch von der Schirn, den kann man dann als Dach drüber machen...

  • Ohne Worte...

    Wenn es wenigstens eine besondere Haltestelle wäre! Soweit man das Kunstwerk entschlüsseln kann, ist es eine ganz normale Bushaltestelle. Und den Witz, oder besser gesagt die Kunst verstehe ich nicht, weil die Haltestelle direkt an den Straßenbahngleisen der Linie 14 liegt.


    Dann lieber sowas: Erste Phantomhaltestelle in Frankfurt


    Wer den Lehanka-Link nicht öffnen kann klickt einfach mal hier.

  • Gerade an dieser Stelle sollte man zudem wegen des unsäglichen Schwesternwohnheim-Turms aufpassen. Es besteht ja durchaus die Aussicht auf einen Abriss oder zumindest Rückbau auf erträgliche Größe – nun sollte man nicht an der gegenüberliegenden Seite ein neues Ärgernis eröffnen, das eine der letzten historischen Landmarken aus der großen klassizistischen Zeit Frankfurts in seiner Wirkung so schmälern könnte. Denn steht sie erst einmal, muss man sich hierzulande ja mindestens mal als Faschist beschimpfen lassen, wenn man sich gegenüber derartiger Kunst kritisch äußert oder sie gar irgendwann wieder einmal aus dem öffentlichen Raum haben möchte (siehe Kunstverein-Kubus am Steinernen Haus und der schon fast legendäre Tisch des Herrn Bangert).

  • Obwohl mein Toleranzspektrum bezüglich des Bereichs Kunst relativ weit ist, bin ich über das Lehanka-"Kunstwerk" mehr als entsetzt. Es wirkt auf mich, als ob sich jemand eine halbe Stunde lustlos an den PC gesetzt und mal eben ein "Kunstwerk" entworfen hätte. Wenn das in der Nähe der Alten Staatsbibliothek aufgestellt wird, entsteht ein viele, viele Jahre überdauerndes Streitobjekt, über das sich m. E. die große Mehrheit der Frankfurter ärgern wird. Noch nicht einmal Documenta-Rang hat so etwas Einfallsloses. Ganz zu schweigen von den Tramreisenden, die vergeblich zu der vermeintlichen Haltestelle gelaufen sind.


    Beim Betrachten anderer Kunstwerke (z.B. dieses oder jenes) von Marko Lehanka wird deutlich, aus welcher künstlerischen Richtung er kommt. Bei seinen Kunstwerken steht weniger das handwerkliche Können als die Möglichkeit zur Interpretation im Vordergrund. Dagegen gibt es prinzipiell nichts einzuwenden, Joseph Beuys ist damit sehr berühmt und reich geworden. Es kommt aber auf den Standort einer derartigen Installation an und die Alte Staatsbibliothek ist kein passender Standortnachbar, weder optisch noch aus anderen Gründen.

  • Hier noch zwei Bilder zum Werk:
    http://www.frankfurt.de/sixcms…9708&template=bildanzeige
    http://www.adbk-nuernberg.de/KALENDER/2009/images2009/Modell-Abgabe.jpg"]http://www.adbk-nuernberg.de/K…ges2009/Modell-Abgabe.jpg[/URL]


    Wenn das Haltestellen-Schild nicht die Ansicht des Literaturhauses zustellen würde und der Rest der Haltestelle wirklich sehr überdimensional wäre, fände ich das Projekt gar nicht so uninteressant.


    Der Rehberger-Entwurf ist gefällig und harmlos, tut keinem was. Er ist massenkompatibel, weil gegen ein hübsches Gärtchen, das sich dann auch noch Kunstswerk nennt, niemand was haben kann. Allerdings dürfte das im Herbst/Winter Mimikry-Kunst werden, sprich: fällt nicht groß auf (oder sollen das bunte Kunstbäume und -rasen sein?).


    H.

  • Ne überdimensionale Haltestelle mit überdimensionalem Haltestellenschild - tolle Kunst! Wollte man nicht den "Vorplatz" neu gestalten? Scheint mir eher, als hätte jemand in der Jury ne Wette verloren.


    Dann doch lieber das "fast konservative" Gärtchen mit bunter Blütenpracht von Städelprofessor Tobias Rehberger. Au weia!

  • Gut, dass es keine Neuigkeiten von Lehanka & Co. gibt - oder habe ich etwas verpasst?


    Ein Nachtrag zum Biergarten. Der neue Pächter, der das Restaurant "Goldmund" betreibt, hat den Biergarten fertig eingerichtet. Leider hat er auch einen ausgewachsenen Ausschankwagen an den östlichen Rand gestellt, der nun ein nicht ganz so schöner Blickfang von der Obermainanlage und vom Vorplatz aus ist.


    Apropos Blickfang: Die aktuelle Situation der Alten Stadtbibliothek mit Vorplatz (Hat der eigentlich einen Namen?) und weiterhin ungerührt stehendem Schwesternwohnheim habe ich heute von der Ignaz-Bubis-Brücke aus fotografiert:



    Zwischen Vorplatz und Brücke hat die Stadt kleine Bühnen wohl für Bänke bauen lassen. Auf die Bänke warten wir allerdings noch...:



    (Bilder von mir)