Infrastrukturprojekte - Bahn

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    Schön dass Du diskutierst.

    Der kleine Tunnel der Stadtbahn dürfte aber komplexer und teurer werden, als die U4 entlang der Georg-Wilhelm-Straße bis an die Kornweide weiterzubauen. Das eine muss im laufenden Betrieb unter einer Bundesstraße und eine Hauptbahnlinie (mit unterirdischen Bahnhof?) gebohrt werden, das andere kann Abschittsweise entlang einer Bezirksstraße gebaut werden.

    Und jetzt vorsicht, Idee: Man könnte ja vom S-Bahn Wilhelmsburg eine Stadtbahn über Kirchdorf Süd und Binnenhafen nach Harburg führen, mit Kornweide als Umstieg von U- auf Stadtbahn.

  • Man unterhält sich ein bisschen über "Wolkenkuckucksheime" und ungelegt Eier, aber statt einem Tunnel wäre am S-Bahnhof Wilhelmsburg ein Brücke definitiv sinnvoller und wohl "einfacher" zu bewerkstelligen. Man muss sich nur mal die Höhenlage der Neuenfelder Straße ansehen (= angedachte Trasse für die Stadtbahn).

    Umstieg zur S-Bahn wäre nicht ganz ideal, könnte aber durch Anpassung der Brücken sicher optimiert werden. Auch heute hat man zwischen S-Bahn und Busbahnhof Wilhelmsburg recht lange Wege.

  • Die Elbbrücken-Bahnverbindung in Hamburg ist stark ausgelastet und anfällig für Störungen, weshalb seit Jahren über eine zweite Bahnquerung im Westen Hamburgs diskutiert wird. Eine Machbarkeitsstudie der Technischen Universität Hamburg und Planungsbüros prüfte 14 Tunnelvarianten für eine zusätzliche Elbquerung zwischen Altona und dem Raum Harburg/Fischbek. Die Studie zeigt, dass alle Varianten technisch machbar wären, jedoch mit hohen Baukosten zwischen 1,9 und 5 Milliarden Euro. Wirtschaftlich wären sie nicht rentabel, da der Nutzen-Kosten-Faktor äußerst gering ausfällt (zwischen 0,03 und 0,62). Hauptprobleme sind die nötigen langen Tunnelrampen aufgrund von Höhenunterschieden und die Konflikte mit bestehender Infrastruktur. Die Untersuchung empfiehlt daher keine Umsetzung einer Westquerung, da der verkehrliche Nutzen nicht die enormen Kosten rechtfertigt. Am Donnerstag wird die Studie offiziell im Verkehrsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft vorgestellt.

    Fazit: die Gutachter werden von einer Westquerung abraten.

    Die Gztachter verweisen darauf, dass die Entlastung des Hauptbahnhofs und der sich erhöhende Verkehr im Großraum Hamburg durch den Fehmarnbelttunnel keine Bewertungsgrundlage der Studie war.

    Hinter Paywall:

    https://www.nahverkehrhamburg.de/gutachten-kein…hamburg-205662/

    Einmal editiert, zuletzt von Hanse82 (17. November 2024 um 17:11)

  • Ich habe leider nichts anderes erwartet. Einer Stadt dessen Ehrenbürger #1 einmal den Satz prägte "wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen". Die Bewertungsparameter + den Zeithorizont einer solchen Kosten-Nutzen-Faktoren Analyse hätte ich gerne mal gesehen. Offenkundig haben sämtliche Verkehrsplaner noch nie in der Woche über die Elbbrücken oder durch den Tunnel gefahren. Alle Elbquerungen sind bereits ohne Baumassnahmen am absoluten Kapazitätslimit angelangt. Eine Umgehungsalternative der Schiene im Westen ist aus meiner Sicht dringend geboten, gerade wenn man sich die anstehenden, Jahrzente langen Baumassnahmen zB der Norderelbbrücken kalkuliert und sich den städtbaulichen "Sprung über die Elbe" anschaut, der bereits begonnen hat. Der Verkehrsbedarf wird nicht weniger, sondern mehr. Volkswirtschaftlich + ökologisch kommt der aktuelle Verkehrsinfarkt Hamburg bereits heute teuer zu stehen, dass ein "weiter so" an Dauerstaus und xxl-Fahrtzeiten durch die Stadt billiger sein sollen, als eine weitere Elbquerung ist daher aus meiner Sicht völlig absurd. Das 1990er-Dauerprojekt Hafenquerspange ist ja wohl auch am Wackeln, wie man hört.
    Es ist schockierend und völlig unverständlich warum einer Millionenmetropole empfohlen wird, weitere lange Jahrzehnte ohne nachhaltige Entlastung von Stau zu Stau und von Sperrung zu Sperrung weiter herumzuwurschteln, nur weil ein Kostenindex angeblich nicht hoch genug ist.
    Hamburg hängt sich ab. Sehr schade.

  • Ich erachte es auch als vertane Chance. Zumal die Gutachter selbst dem Verkehrsausschuss vorgetragen haben, dass diese gesamte Studie NICHT die Entlastung des Hauptbahnhofs als Bewertungsgrundlage hatte. Da stellen sich für mich immense Zweifel an der sinnhaftigkeit der Studie

  • Die Elbe selbst ist dort 17m tief und der Elbhang bedeutet halt noch viel längere Tunnel. Dann will man auch noch den Bahnhof in Altona umbedingt abreißen. Damit verbaut man sich quasi die Chance dort eine sinnvolle Elquerung zu Bauen. Ich glaube die schönste Lösung wäre den Bahnhof in Altona nach unterirdisch neu zu Bauen und mit dem Süden grob entlang der Auto Elbtunnels mit der Y-Trasse zu verbinden.

    Allerdings frage ich mich ernsthaft, warum man nicht auch andere Optionen geprüft hat. Im Osten hat man schließlich keine Elbhang und die Elbe ist auch nicht so tief. Es gibt auch viele Industriegebiete, wo es weniger Probleme mit Anwohnern gibt. In etwa Kattwykbrücke und dann Richtung A1 und der nach Moorfleet oder Rothenburgsort folgen um dann auf die Magistrale nach Berlin zu gehen. Alernativ nicht aus dem West von der Kattwykbrücke, sondern eine neue Eltbquerung bei der A1 für die Eisenbahn bauen um Züge nach Maschen durchzuleiten. Damit würde man den Güterverkehr aus dem Hafen gut umleiten können und auch teilweise den Personenverkehr.

  • Hmm...wir konnten also in den 1990ern einen 50 km-Tunnel von Calais nach Dover bauen, werden in absehbarer Zeit den Fehmarnbelt-Tunnel 18 km mit Schienen durchqueren. Aber ein 1,9 km Bahntunnel unter der Elbe würde an 17 Metern Tiefgang und dem Elbhang scheitern?

  • Dazu muss man aber auch sagen, dass an jedem der genannten Projekte mehrere Länder beteiligt sind, dadurch ist der Bund da immer schnell mit drin und die übergeordnete Relevanz der Bauprojekte ist viel gewichtiger. Ich befürchte, dass die Elbquerung zu sehr aus der Hamburger Sicht betrachtet wird, als auf lange Sicht den sich erhöhenden Verkehr aufgrund des Fehmarntunnels mit einbezieht.

    Wie gesagt, die Entlastung des Hauptbahnhofs hat ebenfalls in der Studie keine Rolle gespielt. Finde ich sehr merkwürdig. Grade die Verkehrsbehörde sollte daran ein maßgebliches Interesse haben

  • Ich bin jetzt mal ehrlich. Ein Bahntunnel von Altona unter der Elbe hindurch kann ich mit überhaupt nicht vorstellen. Von daher kann ich das Ergebniss der Studie gut nachvollziehen. Und ich denke, auch die weiteren Faktoren, die hier aufgezählt wurden, ändern daran nichts.

    Wie soll es den südlioch der Elbe weitergehen? Durch die Harburger "Innenstadt" oder durch die Harburger Berge?

    Gab es nicht mal die Überlegung die Containerzüge südlich um Harburg herum zu führen um die Trasse aus Harburg raus zu bekommen?

    Von der Begeisterung in denn Umlandgemeinden ganz zu schweigen. Selbst eine neue Hannovertrasse wurde bekämpft, obwohl diese für den Nahverkehr in diesen Gemeinden klare Vorteile mit sich gebracht hätte.

    Bei einem Elbtunnel dürfte der Widerstand aber schon vor der Stadtgrenze anfangen. Im Bezirk Harburg wäre man wohl auch wenig begeistert.

  • Die einzige (halb-) relalistische Chance, da zu unseren Lebzeiten etwas zu entwickeln waere in meinen Augen eine Ost-Bypass von Moorfleet nach Maschen.

    Auch das waere allerdings ein Riesen-Projekt...

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    Bild: openrailmap / ich

    Einmal editiert, zuletzt von Midas (18. November 2024 um 21:02)

  • Midas

    Eine wirklich gute Idee, die nur einen Bruchteil kosten würde. Ist da schon mal an anderer Stelle drüber nachgedacht worden ?

    Das sehe ich als Gedankengang zum ersten Mal.

  • ^^ Das weiss ich nicht, aber es gab so viele Gutachten in den vergangenen Jahrzehnten, dass so etwas in der Art bestimmt schon mal irgendwo skizziert worden ist. Und ja: es waere deutich 'billiger' als eine Querung im Westen. Allerdings waere es keineswegs 'billig'. Wir reden hier immernoch von einem Milliarden-Projekt samt mehreren Kilometern Tunnel.

    Wuerde man die jeweiligen Abzweige noch zu 'Dreiecken' aufwerten (was natuerlich noch mal EUR 100-200 Mio extra kostet'), dann haette man ausserdem eine sehr flexible Umleitungs-Strecke fuer Notfaelle:

    Hannover - Berlin - via die Hamburger Osttangente fuer ICE's mit Nothalt in Hamburg-Bergedorf**

    Hannover - Copenhagen - via die Hamburger Osttangente fuer Gueterzuege

    Cuxhaven - Hamburg Hbf (bei Streckensperrung auf der Elbinsel) - via die Hamburger Osttangente ohne Richtungswechsel in Harburg**

    Bremen - Hamburg Hbf (bei Streckensperrung auf der Elbinsel) - via die Hamburger Osttangente

    Bremen - Berlin - via die Hamburger Osttangente fuer ICE's mit Nothalt in Hamburg-Bergedorf**

    (** nur mit 'Dreiecken' moeglich)

    und so weiter.

    Man darf ja traeumen :D

  • Bei den Umleitungen für Hannover - Berlin bleibt immer über Magdeburg. Bremen - Berlin eher über Salzwedel.

    Aber ansonsten passt es. Ob man wirklich soviele Tunnel braucht glaube ich nicht.

    Möglicherweise könnte man die Linienführung eher entlang der A1, statt durch das Naturschutzgebiet Vierlanden führen - aber grundsätzlich denke geht das in eine realistische Denkrichtung mit Umsetzungschance.

  • Das Dreieck wäre bei einer Osttangente sicher sinnvoll. Schon allein für den Güterverkehr aus dem Hamburger Hafen Richtung Osten.

    Bei solch einer Querung würde sich auch ein Bahnhof am Berliner Tor anbieten, welcher neue Gleise von der Strecke nach Lübeck mit der nach Berlin verbindet. Gerade mit dem Fehrman Sund Tunnel bietet sich dort etwas sehr praktisches. Allerdings würde man dann ICEs wenigstens teilweise nicht durch den Hauptbahnhof fahren lassen.

  • Als Ortskundiger halte ich auch diese Variante für unrealisierbar, vorallem wegen der Verknüpfung in Meckelfeld.

    Schon die Neubaustrecke stieß ein der Gemeinde Seevetal und im Kreis Harburg auf massiven Widerstand.

    Und das obwohl der ÖPNV an der Strecke nach Lüneburg massiv davon profitiert hätte.

    Deine Variante Midas, würde die Gemeinde noch weit stärker tangieren und hätte keinerlei Verbesseungen für sie.

    Ich würde eine Umgehung noch weiter östlich als realistischer ansehen: Den zweispurigen Ausbau der Strecke Lübeck-Lüneburg.

    Damit könnte man zumindest beim Fernverkehr einen Notbetrieb Kiel/Lübeck-Hannover betreiben können.

    Ansonsten führt meiner Auffassung kein Weg am Engpass Elbrücken vorbei. Dieser sollte in der Leistungsfähigkeit gestärkt werden (sechsgleisig).

    Naja, und dann gibt es ja noch die U4, die selbst der Bürgermeister langfristig bis Harburg verlängern möchte.

    Jeder hat halt seine Träume ... ;)

  • Es gäbe noch eine Lösung, um bei einem Ausfall der Elbbrücken für den Fernverkehr vorübergehend Abhilfe zu schaffen. Man könnte am Südeingang des Alten Elbtunnels einen Interims-Kopfbahnhof errichten. Gleise liegen schon bis zur Grevenhofbrücke, wenn auch nur ein einzelner Schienenstrang. Der Anschluss an den Hauptbahnhof wäre dann per U-Bahn-Transfer via Landungsbrücken möglich. Immerhin wäre diese Lösung für den Ernstfall ganz ohne Tunnel umsetzbar. Wollte ich nur der Vollständigkeit wegen anmerken.

  • Wer Lust und Zeit hat, kann sich uebrigens die Studien der TUHH auf der Website der Uni herunterladen.

    Studie zur Machbarkeit einer Westquerung der Elbe in der Freien und Hansestadt Hamburg und deren Auswirkungen auf den Deutschlandtakt

    https://www.tuhh.de/vpl/forschung/…elbe-in-hamburg

    Es gibt eine kompate Version (8 MB PDF) sowie ein PDF mit reichliuch Anlagen (81 MB PDF).

    Wer sich langweilt, darf gerne hier ein paar Karten aus der Studie teilen. Der Winter ist ja lang...

  • Die monatelange Sperrung der Bahnstrecken Hamburg-Berlin wurde übrigens auf für einen Austausch der Brücke Wendenstrasse in Hammerbrook genutzt:

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  • Was hat man da nur in der ersten Minute im Film gemacht ? Gleise abgerissen und wieder neuverlegt um dann ab 1.30 alles abzureißen ?

    Vielleicht hätte man bei dem Aufwand gleich die neue Brücke einsetzen sollen ohne Provisorium....