Dass der Kommentar von Constantin Wirth hier so viel Beifall findet, irritiert mich doch etwas. Der besprochene Entwurf ist Ergebnis eines Wettbewerbs unter Bauingenieurstudenten. Wenn die den kompletten Straßenraum des östlichen Altstadtrings samt Platzräumen städtebaulich mit betrachtet hätten, hätte das die Aufgabe auch komplett überfrachtet.
Ja, das müsste tatsächlich zwingend seitens des Stadtplanungsamtes mit thematisiert werden. Aber wenn ich mir allein den oben stehenden Kommentar durchlese, besteht dazu für mich keinerlei Hoffnung auf einen tragfähigen Kompromiss. Wenn die eine Seite das historische Stadtbild samt alter Carolabrücke als einzig richtige Lösung ansieht, auf der anderen Seite aber nur die Sekunden zählen, die man per Auto benötigt, um vom Hauptbahnhof zum Albertplatz zu gelangen, wird das NIE etwas!
Zum Vorwurf, dass dieser Studentenentwurf den autobahnähnlichen Charakter der DDR- Brücke fortschreiben würde, möchte ich ein nochmaliges Beschäftigen mit dem Entwurf nahe legen. Hier wird eine Brücke mit 2 parallelen gleich breiten Zügen vorgeschlagen, von denen einer Straßenbahn und Straßenflächen aufnehmen würde und einer nur Fußgängern und Radfahrern dienen würde, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Dimensionierung der Tragglieder der Brücke in Richtung Altstadt. Das mit dem Brückenvorgänger gleich zu setzen, ist aus meiner Sicht reine Polemik.


