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PS: Wir hätten eine zweispurige Grassl-Brücke haben können ...
Sehe ich auch so. Aber meine Argumentation wäre eine andere, da ich zur MIV-Fraktion gehöre.
Schade finde ich, dass sich alles nur noch auf die Brücke konzentriert. Nach dem Einsturz wurde großartig davon gesprochen, dass dies eine einmalige Situation sei, um die Verkehrs- und Stadtplanung für das Zentrum mehr oder weniger komplett neu zu denken. Und dazu gab es , sehr gute Ideen, die nun niemand mehr auf dem Schirm hat und die aus der ganzen Diskussion verschwunden sind.
Nur stellenweise ploppt mal das Thema Venezianisches Haus oder Sankt Petersburger Straße auf.
Und (vielleicht aus Kostengründen oder der Angst vor weiteren Brückendiskussionen) erscheint die Idee einer neuen Elbbrücke als Verlängerung der Erfurter Straße über den Alexander-Puschkin-Platz auf die Pieschener Allee im Ostragehege/Messe/Sportpark mit Anschluss an die ausgebaute Weißeritzstraße und Löbtauer Straße gar nicht mehr (vielleicht sogar mit Straßenbahntrasse).
Für mich wäre eine zweistreifige Carolabrücke nach Grassl ideal. Dabei könnte die Sankt-Petersburger-Straße im "historischen" Bereich zurückgebaut und die Freiflächen zur (möglichweise historisierenden) Bebauung und Zentrumsverdichtung genutzt werden. Hierbei könnten auch urbane Bauprojekte mit Renaturalisierung verbunden werden, um einerseits die Aufenthalts- und Lebensqualität zu verbessern und zum Klima- und Umweltschutz beizutragen. Und eine attraktive Innenstadt lockt auch Touristen an, was wiederum der Wirtschaft dient.
Und hier muss ich mich wieder als MIV-Befürworter outen und rege an, um das Zentrum herum einen Ring an öffentlichen/teilöffentlichen Tiefgaragen zu bauen, mit deren Parkticket man (sagen wir mal für 8 Stunden und fünf Personen - erstmal nur ein Vorschlag) den ÖPNV kostenlos (also mit den Parkgebühren) innerhalb der Innenstadt/Zentrum (muss natürlich auch noch festgelegt werden) benutzen kann.
Ich denke, dass Kompromisse machbar sind. Aber Einschränkungen werden von vielen als Verlust oder negativ wahrgenommen. Wenn man sich nicht nur auf die Carolabrücke selbst fokussiert, sondern diese in ein größeres Planungsvorhaben mit Ausgleichsmaßnahmen einbindet, könnten wahrscheinlich einige Bedenken beseitigt werden.
Die Verkehrsachse Bergstraße - Fritz-Löffler-Straße - Sankt-Petersburger-Straße - Carolabrücke - Albertstraße - Königsbrücker Straße zerschneidet als eine Art innerstädtische "Autobahn" wertvolle und zusammengehörende Viertel. Eine Art 26er-Ring (an die aktuellen Verkehrsbedingungen und -stöme angepasst), könnten das Zentrum vom Durchgangsverkehr entlasten und durch ordentliche Verkehrsführung, trotz km-Umweg einen flüssigeren und schneller Fahrtweg ermöglichen und somit auch noch positiv zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen und die Aufenthalts- und Lebensqualität im Zentrum erhöhen.
Zugegeben, ich bin etwas vom eigentlichen Thema abgekommen, aber m.E. hängt hier vieles zusammen und eine kleine Entscheidung kann weitreichende und dauerhafte Konsequenzen beinhalten.