Beiträge von Masumania

    Dekoratives Anführungszeichen

    Auch die Verlegung des Radwegs von der Neustadt Richtung Altstadt sei demnach vorerst vom Tisch. Zur Erinnerung: Dieser ist westlich der Gleise geplant, sodass Radfahrer wieder zweimal die Gleise kreuzen müssen (hinter dem Carolaplatz und vor der Synagoge). Dies hatte u.a. der ADFC scharf kritisiert - alle anderen Büros hatten den Radweg Richtung Altstadt östlich der Gleise angeordnet. Vergaberechtlich sei es schwierig, den Radweg nun zu verlegen, heißt es.

    Wenn es sich tatsächlich um ein Wertungskriterium gehandelt hat, dann ist es vergaberechtlich absolut bedenklich, diesen Punkt im Nachgang so schnell zu beerdigen. Zur Erinnerung: GRASSL hatte den Prozess ja schon vergaberechtlich gerügt. FHECOR/TSSB verstoße gegen die Bedingungen der Ausschreibung, die insbesondere eine Genehmigungsfähigkeit der Entwürfe forderte. In diesem Vorwurf dürften sie sich jetzt bestätigt sehen. Ich bin aber kein Jurist und weiß nicht, ob nicht ggfs. schon Fristen verstrichen sind, nachdem der Zuschlag für FHECOR/TSSB bereits vor Wochen erteilt wurde.

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    Bezogen auf das Jahr 2026 könnte die Einwohnerzahl auf Basis des Melderegisters für Leipzig erstmals seit Jahren sinken.

    Als ich vor einigen Monaten von sinkenden Einwohnerzahlen in Leipzig sprach, gab es einigen Gegenwind hier im Forum.

    Wenn man sich die neuen Annahmen der Bevölkerungsvorausberechnung 2026 der Stadt Leipzig hernimmt, liest man auch dort eher das Prinzip Hoffnung. Warum sich die Nachholeffekte bei den Geburten nun ausgerechnet bereits im aktuellen Prognosejahr zeigen sollen, warum unmittelbar nach dem Stichtag die Zahlen plötzlich steigen sollen - ohne, dass sich an den multiplen Krisen in der Welt, der sinkenen Außenwanderung, der fehlenden Familienförderung, dem steigenden Preisdruck auf dem Immobilienmarkt, den entleerten ländlichen Räumen im weiteren Umland usw. etwas ändert - bleibt mir unverständlich.

    Zumal die Stadt mittelfristig einen immer weiter steigenden negativen natürlichen Saldo ausgleichen muss.

    ^ Und du glaubst nicht, dass GRASSL oder LAP juristische Schritte einleiten würden? Wenn mit FHECOR ein Entwurf gewinnt und am Ende im PFV landet, in einem Verfahren, dass dies vergaberechtlich klar ausgeschlossen hatte? Ein Entwurf, der sich mit dem zusätzlichen Pfeiler, der deutlich anderen Konstruktionsweise, der deutlichen Abweichung in der Höhe, bewusst dagegen entschieden hat, diesen Kriterien zu genügen? Während andere Büros sich brav daran hielten? Und du glaubst weiterhin nicht, dass damit das Verfahren dann tatsächlich für die Tonne wäre, würde diese Einschätzung vor Gericht so geteilt werden? Und dass damit auch die Zeitschienen deutlich länger als "12 Monate" verrutschen würden?

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    Taukri scheint bislang recht zu haben, man scheint sich auf konservativer Ratsseite bockig zu stellen.

    Die SäZ (pay) greift den Disput unter dem Thema "berechtigte Zweifel oder Panikmache?" auf, und befragte die Stadträte-Sprecher.

    Allein die Einleitung dieses Artikels macht mich sprachlos, Zitiat: "Die finale Entscheidung, nach welchem Entwurf die neue Carolabrücke gebaut wird, soll der Stadtrat am 3. September treffen. Wenige Tage vor dieser Abstimmung scheinen die Nerven bei den verbliebenen zwei Planungsbüros blank zu liegen."

    Aha, zwei Planungsbüros "verbleiben" also nur noch, so so. Ich will es gar nicht so hoch hängen, aber langsam ist das Muster schon deutlich, Und das ist nur ein winzig kleiner Tropfen in einem Meer der Inkompetenzen, Schussligkeiten, Halbwahrheiten, Unsachlichkeiten usw. die man hier von ALLEN beteiligten Akteuren - von Parteien und Stadträten, von der Verwaltung, von Kühn, von der des eigenen Denkens unfähigen Presse, von der Landesdirektion, damals vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe, von den sogenannten Fachexperten usw. zu hören bekommt.

    Die einzigen Akteure, die von Anfang an stringent und sachrichtig argumentieren, sind die Bürgerinitiativen und Umweltverbände.

    Das Gutachten hat doch schon vor Monden ganz sauber herausgearbeitet, wie man diesen difizilen Rechtsbegriff des Ersatzneubaus zu verstehen habe. Aus dem juristischen ins Deutsche übersetzt haben uns die Experten darin gewarnt, es bei den Abweichung des Ersatzneubaus gegenüber dem Vorgängerbau nicht zu übertreiben. Etwas höher, für sich gesehen, ja. Etwas breiter, für sich gesehen, auch ok, Ein Pfeiler mehr, anscheinend für sich betrachtet auch kein Problem. Eine Busgarage, wo vorher keine war, als einzelne Abweichung machbar. Aber in der Summe, bei ohnehin schon geänderter Konstruktionsweise, geänderter Spuranordnung etc. ist das eben dann kein Ersatzneubau mehr. Die neue Brücke muss sich im Brückenschatten der alten Brücke bewegen, sonst wirds problematisch.

    Und schon damals haben alle vernünftigen Akteure eindringlich appeliert, doch zumindest in der Zahl der Fahrspuren dieser Gefahr entgegenzuwirken und auf eine Spur zu verzichten, um hinter diesen Brückenschatten zurückzutreten und zumindest in diesem Aspekt den Anforderungen eines Ersatzneubaus zu entsprechen. Diese erste Chance hat die unfähige rechte Ratsmehrheit ohne Not weggewischt. Dann kamen der nächste Schlag in Gestalt des unsachlichen Urteils des Fachgremiums, das bauplanungsrechtlich überhaupt nichts substanzielles beizutragen hatte, weil man statt dessen meinte, Wirtschaftlichkeitsaspekte beurteilen zu müssen. Ersatzneubaufähigkeit wurde dort nicht beurteilt, dabei wäre das der wichtigste Aspekt des Gremiums gewesen. Hier wäre die letzte Chance gewesen, das zu heilen, aber Kühn hat damals bereits die Probleme beiseitegewischt und Kraft seiner Wassersuppe behauptet, es gäbe hier überhaupt nichts zu sehen, bitte gehen Sie weiter meine Damen und Herren

    Und dann haben die Bürger - logisch - für den schönsten Entwurf gestimmt und die rechten Fraktionen tragen das jetzt wie eine Monstranz vor sich her. SZ und DNN sind nicht in der Lage, kritisch diesen Prozess zu begleiten. Und zu guter Letzt macht die Verwaltung das, was sie dann immer macht - sie versucht, ungeschickt, Einfluss auf die Entscheidung zu nehmen und fällt damit wie immer auf die Nase. Statt aufzuklären kommt dort nur halbherzig die Wahrheit heraus: dass TSSB ein hohes Risiko darstellt, dass das Verfahren eine Farce wäre, wenn man im Nachgang die Entwürfe erstzneubaukonform biegen müsste, obwohl dies inheränter Bestandteil der Ausschreibung war, dass das ein juristische Nachspiel haben MUSS.

    Es ist zum Haare raufen in dieser Stadt. Mir für meinen Teil reicht es. Meine Mitgliedschaft bei der CDU Dresden hänge ich an den Nagel, meine Beiträge gehen an den BUND.

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    Richtig ist, dass es keine Verschiebung aus dem Umland in die Städte gibt, sondern umgekehrt mehr Menschen aus der Stadt ins Umland ziehen (u.a. Folge der angespannten Wohnungsmärkte*). Daraus folgt aber nicht zwingend ein prozentual stärkeres Wachstum des Umlands, da die Zuwanderung von außerhalb der Region in die Stadt die regionalen Wanderungsverluste ausgleichen oder überkompensieren kann (bspw. in M der Fall, und ich schätze auch in B, HH und F) (von Abwanderung aus dem Umland in andere Regionen mal ganz abgesehen).

    Auch hier nur kurz eine Korrektur, das BBSR hat hier erst vor kurzem eine schöne Anwendung zum Wachstum und Schrumpfung deutscher Gemeinden veröffentlicht, die zeigt, dass (bezogen auf die reine Bevölkerungsentwicklung) tatsächlich München, Frankfurt, Hamburg, Berlin etc. schwächer wachsen, als ihr unmittelbares Umland (bezogen auf den Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2024, aktueller geht es offenbar noch nicht).

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    Die ostdeutschen Bundesländer und Sachsen verlieren ja nicht nur Einwohner sondern findet auch eine starke Verschiebung vom Land in die Stadt statt. Dominant nach Leipzig. Auch wenn die Länder stark an Einwohnern verlieren, bedeutet es im Umkehrschluss kein zwingendes "Schrumpfen" von Leipzig.

    Nicht mehr. Leipzig verliert im Saldo massiv ans Umland, etwas weniger deutlich im Saldo an Sachsen (ohne diese beiden Umlandkreise) und auch der (noch) positive Saldo mit Ostdeutschland (ohne Sachsen) ist niedriger als die Verluste innerhalb Sachsens. Ich rechne hier also nicht nur banal die deutschen oder sächsischen Entwicklungen platt auf Leipzig hoch, wie du insinuierst. Ich glaube, deine Analyse basiert mehr auf Vibes. Zu behaupten, es fände aktuell eine "starke Verschiebung vom Land in die Stadt statt" ist falsch, im Gegenteil. Berlin wächst schwächer als sein Umland, Hamburg wächst schwächer als sein Umland, München, der Ruhrpott, Frankfurt, in allen diesen Fällen wachsen die Kernstädte aktuell schwächer als das erweiterte Umland.

    Zum Thema wirtschaftlichem Leistungsverfall bleibt abzuwarten, wo die großen Autobauer in naher Zukunft gedenken, ihre Stellen abzubauen. Ob das spurlos an Leipzig vorrüber geht, ist offen. Dass davon "keine Rede" sein können, stimmt so also nicht.

    Was ein "negativer Zuzugssaldo" ist, bleibt dein persönliches Geheimnis. Davon abgesehen verzichte ich mal auf eine Replik deines zweiten Wortschwalls, da fehlt mir leider die Lesbarkeit.

    Entscheidend ist nicht die natürliche Bevölkerungsentwicklung - die ist deutlich negativ und bleibt auch (wohl über Jahrzehnte) erst mal negativ.
    Entscheidend ist auch nicht die Binnenwanderung - die ist aktuell auch negativ und auch hier wird diese Entwicklung wohl anhalten, wenn die entsprechenden Quellgebiete selbst demographisch stärker unter Druck geraten. Ich sehe hier etwas Hoffnung auf eine zukünftig deutlich stärkere Zuwanderung aus Westdeutschland, aber das macht das Kraut aktuell nicht fett.

    Entscheidend ist die Außenwanderung. Wenn Leipzig da dem deutschen Trend folgt, dann läuft es auf eine weitere Halbierung des Außenwanderungssaldos hinaus und dieser halbierte Saldo könnte dann die negativen Komponenten nicht mehr kompensieren.

    Ich stimme zu, dass wir wohl erst mal nur eine Stagnationsphase sehen werden, gefolgt dann von echter Schrumpfung in den darauffolgenden Jahren. Aber schon diese Phase der Stagnation hieße ja, bei anhaltendem Neubau: Leerstand. Und das ist zunächst für den Wohnungsmarkt und die Mieter und ggfs. auch die Bauherren gar nichts schlechtes, man sollte nur irgendwann aufhören, den Schweinezyklus zu exzessiv zu reiten. Man könnte stattdessen etwas großzügiger bauen.

    ^ Die These stützt sich auf die seit Jahren schrumpfende Außenwanderungsbilanz Deutschlands, die stark sinkenden Geburtenraten, auch in Leipzig (TFR von 1), die inzwischen deutlich spürbaren Effekte des demographischen Echos aus der Nachwendezeit, weshalb inzwischen nicht mehr nur die Kinder fehlen, sondern bereits die Mütter, die diese Kinder bekommen könnten und die inzwischen entleerten ostdeutschen Quellgebiete der Bildungswanderung nach Leipzig (Mittelsachsen, ländliche Räume Thüringen, Sachsen-Anhalt etc.).

    Alles, was aktuell noch unter der Prämisse der sog. Wohnungsnot and Wohnraum errichtet wird, wird in 5 Jahren direkt in den wachsenden Leerstand einzahlen. Die zweite Leerstandswelle kommt, auch nach Leipzig.

    ^ "Nicht im Vergleich zu einem Altbau", sondern im Vergleich zu der ohnehin schon gestauchten Vorgänger-Visu. Das macht dann im Vergleich mit den Altbauten zwei Etagen - und ja, das ist gequetscht. Wohnraum als Argument für diese Art der Proportionsverzerrung herzubeten klappt auch in Leipzig vielleicht noch ein bis zwei Jährchen, dann kommt die Schrumpfung auch dort an. Dann werden sich diese sozialen Wohnraumargumente als das herausstellen, was sie immer waren: Blendwerk des Kapitals.

    Ich empfinde die gesamte Konzeption des Expertengremiums und dessen Einbindung in den Prozess als äußerst unglücklich.

    Die Zusammensetzung des Gremiums spricht für mich eher für eine grundsätzliche Prüfung der Entwürfe auf bauordnungs- und bauplanungsrechtliche Erfüllung der gestellten Anforderungen: entsprechen die Entwürfe den Vorgaben eines Ersatzneubaus (besonders gut, gerade so?), sind die Traglasten realistisch, wie hoch ist der Sanierungsaufwand, sind alle formellen Anforderungen berührter Vorschriften, Gesetze, Normen etc. eingehalten worden usw.

    Das haben wir zum Teil auch so bekommen, scheint aber nicht den Ausschlag für das Ranking zu bestimmen. Was wir in überwiegender Form als Rückmeldung aus dem Gremium erhalten haben, sind (für mich schlecht begründete) Meinungen und Gefühle zu Themen wie der "gestalterischen Umsetzung", dem "Aufgreifen der Entwicklungsgeschichte beider Vorgängerbauten", einer vermeitlich vorhandenen oder nicht vorhandenen "eigenständigen Identität", dem pflichtschuldigen abarbeiten aller noch so unwichtigen "Nutzungsarten und -anforderungen", einer gefühlten "Aufenthaltsqualität" usw.

    Zusätzlich dazu hat man es fertig gebracht, diese Meinungen und Gefühle in ein Ranking zu gießen und dieses Ranking vor der Abstimmung durch die Öffentlichkeit und vor der Meinungsbildung der Stadträte in die Welt zu setzen, in denen genau diese weichen Faktoren erfahrungsgemäß die zentrale Rolle spielen sollten. Aussagen zu möglichen Konsequenzen von Abweichungen von den Vorgaben des Ersatzneubauverfahrens blieb die Kommission dagegen schuldig - da wird es dann plötzlich sehr unkonkret.

    Man hätte klar trennen sollen: gebt dem Experten, was des Experten ist, und dem Volke, was des Volkes ist.

    Wann erlangt eigentlich die Öffentlichkeit Kenntnis und Informationen zu den Ergebnissen der Fachexpertensitzung vom 5. Juni 2026 zu den vier Entwürfen der beteiligten Planungsbüros? Der TOP wird heute im Bauausschuss beschließend behandelt, aber Informationen, Dokumente, Anträge dazu findet man im Rathausinformationssystem keine. Bei allen anderen inhaltlichen TOPs gibts für den Bürger transparent die zu behandelnden Dokumente einzusehen...

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    Was ich zur Sache des zusätzlichen Pfeilers hörte, deckt sich mit dem Interview in der SäZ pay, wonach dieser Pfeiler kein Problem für die Machbarkeit/Planverfahren Ersatzneubau sei. Insofern war der Vorwurf aus der BI wohl falsch, wovon ich bereits seitdem ausging.


    Diese Aussage würde ich so pauschal nicht unterschreiben:

    1. Auch ein Baubürgermeister kann sich irren.
    2. Das Rechtsgutachten sieht zusätzliche Pfeiler durchaus kritisch, eine Ersatzneubau-Planverfahren wäre damit immerhin grenzwertig; im Zusammenhang mit weiteren wesentlichen Abweichungen wohl nicht mehr genehmigungsfähig. Der Vorwurf wird durch das Gutachten bestätigt.
    3. Die BI forderte nebenbei bemerkt auch "gleiches Recht für alle" - wenn zusätzliche Pfeiler jetzt plötzlich kein Problem mehr sind, dann wäre das eine Info, die die anderen Büros jetzt auch für sich nutzen können sollten. Dieser Umstand bleibt wahr, auch wenn juristisch die obrige Frage zugunsten des Baubürgermeisters ausgehen würde. Insofern ist auch hier der Vorwurf nicht falsch, im Gegenteil.
    4. Auch wenn die Landehauptstadt und vielleicht auch die Landesdirektion sich gegenseitig in die Tasche lügen, dass ein zusätzlicher Pfeiler den Brückenschatten schon nicht so stark tangieren möge, so wäre es immer noch ein gefundenes Fressen für all jene Akteure, die so eine Brücke im FFH-Gebiet und den dadurch induzierten PKW-Verkehr kritisch sehen - warum sollten die Umweltverbände nicht klagen gegen einen Entwurf, der es Ihnen so leicht macht? Dann wäre nichts gewonnen und diejenigen, die von Anfang an zur Vorsicht bei der Auslegung des gesetzlichen Rahmens warnten (allen voran die BI) wären im Recht - übrigens auch hier unabhängig vom juristischen Ausgang. Die Klage würde verzögern, so oder so.

    ^ Liegts an den Bildern oder wirken die Decken wirklich etwas gedrungen. Gefühlt hätte da eine repräsentative Erdgeschosszone und jeweils ein halber Meter höhere Decken je Etage die äußere Würde des Hauses deutlich besser nach innen übersetzt. Äußerlich ist das Gebäude ein Gewinn für die Stadtlandschaft.

    ^ Sehr interessant, danke! Für die Ecke bin ich ehrlich gesagt über jede Entwicklung froh, aktuell ist die Situation dieser tollen Lage absolut unangemessen (drei der vier Ecken an der Kreuzung sind ungefasst). Es ist wohl der gleiche Entwickler, der auch schon die City-Lofts an der Weißeritz verantwortete, insofern passt das.

    Ich nehme an, dass die verantwortliche Person im Bereich der Stadtplanung/Stadtentwicklung das Projekt so abgesegnet hat, nach Art und Maß fügt es sich ein, mehr kann man dem Entwickler nur höflich zu bedenken geben. Die liegenden Fensterbändern zur Straße sind natürlich ein NoGo in der Gründerzeit, auch die Balkonwut verstehe ich nicht, das doppelte Staffelgeschoss ist skurril, die fehlende Traufkante ist traurig, der verbastelte Innenhof ist abschreckend - aber hey, besser als nichts, non?

    Die Baugenehmigung besteht schon seit einer ganzen Weile, die wäre demnächst auch verstrichen...

    Ich war bei der Vorstellung der Entwürfe und Ideen im Vorfeld der Podiumsdiskussion und konnte mit einigen Büros auch ins direkte Gespräch kommen.

    Mein Eindruck deckt sich mit dem von Joe angedeuteten Sentiment: Die Leute, die dort waren, wollten ganz überwiegend keine "vierspurige Stadtautobahn", sondern einen klaren Fokus auf den ÖPNV, auf den Fuß- und Radverkehr, auf ortstypische Materialität, auf Originalität und eine stadtbildverträgliche Integration des Brücke. Ich, weiß, alles keine repräsentativen Stimmungsbilder, aber die intererssierte Öffentlichkeit favorisierte andere Lösungen als der Stadtrat...

    Das Konsortium von TSSB hat deshalb bewusst als Variante die Straßenbahn in der Mittellage konzipiert - mit allen Anforderungen, die das dann an den beiden Knoten mit sich bringt - um im Falle eines Falles MIV-Spuren rechts und links dieser Mittellage in Rad- und dann weiter in Fußverkehrsspuren umzuwandeln. Man bereitet sich also konzeptionell schon darauf vor, diese Vierspurigkeit zukünftig aufzugeben.

    Ich hatte den Eindruck, dass die Planer insgesammt mit den Vorgaben des WSA und des Stadtrats nicht unbedingt glücklich waren. Diese Anforderungen der Ausschreibung wurden aber von allen Büros ernst genommen, das war der klar ablesbare Entwurfsrahmen, an dem es aktuell auch nichts zu rütteln gibt. Insofern deckt sich diese Beobachtung nicht mit den Hoffnungen einiger hier im Forum (und auch der Gestaltungskommission und anderer Akteure der Stadtgesellschaft), dass diese Vorgaben vielleicht "weicher" ausgelegt werden könnten oder eben ein Kriterium unter vielen sein könnten. Sie sind zwingend zu beachten und führen in der Konsequenz dazu, dass wir aktuell eine Black-Box bekommen haben (GRASSL) und einen guten Entwurf (TSSB) bei zwei Totalausfällen (einer aus der Not, der andere aus Überzeugung...).

    Dekoratives Anführungszeichen

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    Interessant ist diese im Vergleich zur heutigen Situation deutlich lebendigere Dachlandschaft, allein in diesem Bild sieht man vier kleine Türmchen mit langen Spitzen. Was muss das für ein Anblick gewesen sein, wenn man damals wie mit der Drohne über diese Stadt der 1000 Türmchen hätte fliegen können - es sieht ja heute schon phantastisch aus.