Beiträge von Arwed

    Ja, der Film ist sehr sehenswert. Sieht alles wirklich gut und richtig schön urban aus. Chemnitz stellt hier die richtigen Weichen. An der Hartmannstraße sieht man gegenüber dem Polizeipräsidium auch schon den Neubau der Oberschule.

    Oh, das sehe ich aber anders. Den Tunnel hätte man nicht freundlicher gestalten können. Das indirekt strahlende Licht, das hell geschlämmte Ziegelgewölbe und die steinsichtigen Sandsteinwände finde ich ziemlich gut gemacht. Da hätte die dunkle rot leuchtende Röhre schon ein ganz anderes Gefühl ausgelöst.
    Ich hoffe, dass die Röhre jetzt für Auge und Nase in dem Zustand bleibt oder zumindest immer wieder in diesen Zustand gebracht wird.

    Himmel, der Haupteingang der neuen Schwimmhalle wendet sich dem Freiberger Platz zu. Wenn Du zur Situation vor dem Neubau keinen Unterschied erkennen kannst, kann ich Dir leider wirklich nicht helfen. So sieht es jetzt aus:

    (https://www.codeunique.de/asse…nerkennung_2-2a812917.jpg)
    OK, ich weiß schon worauf Du hinaus willst. Nein, das ist nicht der Neumarkt und wird es auch nicht.

    Ein Platz definiert sich nicht ausschließlich über eine straffe Fassung, das ist nur eine Möglichkeit von vielen.

    Bezüglich der zur Bebauung anstehenden Flurstücke habe ich mich durch die im Lageplan markierten Flächen täuschen lassen. Mir wird aber selbst jetzt noch nicht klar, um welche Anteile der städtischen Flurstücke es nun genau geht. Tatsächlich ist es wohl wirklich so, dass der gestaltete Kirchvorplatz nicht angetastet wird, gut so. Dass Dach- und Fassadenbegrünung automatisch schlechte Architektur bedeuten, sehe ich nicht so.

    Zum Thema Freudscher Versprecher will ich dann eben deutlicher werden: Selbstverständlich bin ich der Meinung, dass es sich bei dem Schwimmbadkomplex um herausragende Architekturen handelt. Damit ist eine der Platzflanken gestaltet und gibt zusammen mit der Annenkirche den Rahmen vor, auf den sich bezogen werden muss. Der dem Bad gegenüberliegenden Seite fehlt heute jegliche Fassung. Hier besteht Handlungsbedarf. Ob das eine strikte Orientierung am ehemaligen Blockrand oder eine ebenfalls eher eine lockere Bebauung sein könnte, müsste man zukünftigen Planungen überlassen.

    Der Schwimmbadkomplex samt seiner aktuellen Erweiterungen ist definitiv ein wertvolles Beispiel moderner Architektur auf die Dresden stolz sein kann. Die Platzfläche selbst ist wunderschön gestaltet worden. Wann aber jemals jemand die sonstige Randbebauung des Platzes als herausragend „herbeikonstruiert“ hätte, wüsste ich nicht. Die gibt es einfach nicht. Eine zu planende mögliche Bebauung vor der Annenkirche müsste selbstverständlich auf die heutige Bebauung des Platzes Bezug nehmen, genauso wie aber auch auf die Annenkirche selbst. Der Freiberger Platz hat das Zeug zu einem richtig tollen Platz, wenn man alle Platzseiten weiter entwickeln würde. Wie das aber genau aussehen könnte, müsste man sehen.

    Ein wunderbares Beispiel für Stadtplanung in Dresden! Die Fläche wurde erst vor gut 10 Jahren hochwertig als Grünfläche gestaltet. Dem ging die Entscheidung voraus, hier keine Bebauung mehr anzustreben. Hier kann ich keine konsequente Stadtplanung erkennen und zudem sehe ich auch einen zu fahrlässigen Umgang mit öffentlichen Geldern. (https://www.competitionline.com/de/projekte/47768).
    Grundsätzlich finde ich es zwar auch jetzt noch reizvoll, den Freiberger Platz vom Annenkirchhof zu trennen. Die Gebäude dürfen dabei aber nicht zu hoch werden, weil die Annenkirche sichtbar bleiben muss (es ist schon schlimm genug, dass sie vom Postplatz aus verdeckt wurde). Zudem muss die Bebauung so gut werden, dass die heutige Grünfläche mindestens gleichwertig ersetzt wird.
    Falls das aber nicht gegeben ist, würde ich die Bebauung der Fläche ablehnen.

    Das ist wirklich witzig: Erst letzte Woche hat mir eine Kollegin, eine waschechte Marseillerin erzählt, wie schrecklich langsam oft Bauvorhaben in ihrer Heimatstadt ablaufen, wie aufgebläht und ineffizient die Verwaltung in ihrer Heimatstadt im Vergleich zu deutschen ist und wie dunkel die finanziellen Kanäle sind. Ich denke man kann in Leipzig wie überall Licht und Schatten finden. Aus Dresdner Perspektive kommt mir vieles in Leipzig richtig toll vor: wenn ich an die Freilegung der Wasserläufe oder den großartigen Zoo denke, bin ich ein wenig neidisch.

    Die oben gezeigten Studentenentwürfe für das Matthäiviertel hauen mich noch nicht vom Sockel. Doch immerhin bringen sie mal aufs Blatt, was bisher nur verbal überlegt wurde. Macht Euch mal locker und gebt dem ganzen Prozess eine Chance.

    Civitas fortis, Dein Modell gefällt mir vom städtebaulichen Ansatz her sehr gut. Die Rekonstruktion von Gebäuden verstehe ich zwar nur als Platzhalter (dass jemand den Kaiserpalast rekonstruiert, halte ich für ausgeschlossen und würde es auch ablehnen). Aber warum sollte es an diesen Köpfen der Ringbebauung keine tollen neuen Entwürfe geben.

    ABER: Abgesehen davon, dass ich der Stadt Dresden diesen großen Wurf und Willen dazu absolut nicht zutraue (und da will ich nicht einmal die Entscheidungsträger der Stadt komplett für unfähig erklären, wie das im Nachbarforum stets und auch hier bisweilen getan wird). Vor allem kann mir aber auch aus ökologischen Gründen die Abholzung von fast 150 (allein zwischen den beiden Richtungsfahrbahnen zwischen Georg- und Rathenauplatz) und knapp 40 Jahre alten Lindenbäumen nicht vorstellen. Kurz nach der Wende wäre das Zeitfenster für diesen großen Plan offen gewesen, nun aber leider nicht mehr.

    Ich denke, dass der richtige Ansatz eine radikale Reduzierung des Durchgangsverkehrs, inkl. des Rückbaus einer Fahrspur, sowie eine Bebauung lediglich direkt an den 3 Plätzen wäre. Dazwischen sollten die Bäume stehen bleiben.

    Ich wurde zwar nicht gefragt, antworte aber trotzdem: eine Brache im hier gemeinten Zusammenhang ist eine Fläche mit einer verschwundenen Bebauung, die einen nicht oder wenig genutzten Ort zurück gelassen hat. Das trifft auf den Hartmannplatz zu.

    Wir sollten uns aber bitte nicht in Definitionen von Begriffen verlieren. Ich akzeptiere die Meinung, dass der Hartmannplatz als große innerstädtische Freifläche vielfältige Nutzungen zulässt. Ich bin aber der Meinung, dass ein so zentraler und geschichtsträchtiger Ort eine hochwertige und dauerhafte Nutzung verlangt.

    Ehrlich gesagt, fände ich persönlich es sogar sehr wünschenswert, wenn der Festplatz hier komplett aufgegeben würde und entlang des Kassberghanges und als Fortführung der Schlossteichanlagen eine hochwertige Freiflächengestaltung erfolgen würde.
    Vielleicht nimmt man es aber hier als Kompromiss an, dass der Festplatz bleibt, aber eben in verkleinerter Form.

    Bisher gibt es vom neuen Investor nur 2 hübsche Visualisierungen und ein paar nette Worte.

    Vorbehalte gegenüber Peter Kulka als Person sind wahrscheinlich berechtigt. Ich habe mir damals den Vortrag zum damaligen Projektstand im Stadtmuseum angehört und er kam da ziemlich arrogant rüber. Bei dem Vortrag war ich aber insgesamt sehr angetan von dem Projekt. Städtebaulich ist (war?) das Projekt toll. Die Blöcke bilden schön gefasste Straßen aus, sind aber nach innen zu den Höfen hin geöffnet und die Gebäude staffeln sich höhenmäßig ab. Dazu war eine echte Kleinteiligkeit zu erwarten, weil die Gebäude gut durchgemischt von 3 Architekturbüros realisiert werden sollten: Kulka, Kister Scheithauer, sowie Mäckler. Insbesondere letzterer hatte auch durchaus klassische Fassaden geplant. Die recht bekannten Visualisierungen von Kulka waren daher nie Planungsstand. Sehr gefiel mir auch die Planung, die Erdgeschosszonen so hoch zu bauen, dass da Gewerbe drin Platz hat.

    Der neue Investor hat bisher noch nicht erkennen lassen, dass diese Punkte von ihm ebenfalls umgesetzt werden würden. Bisher bin ich daher eher skeptisch, ob das eine gute Entwicklung ist.
    Ach ja, das Thema Palais Oppenheim ist an der Stelle für mich komplett nachrangig. Das Palais war wunderbar, ist aber für Wohl und Wehe dieses Stadtviertels nicht entscheidend.

    Was ist so schwer daran zu verstehen, dass die vorhandene Hartmann-Sporthalle standortentscheidend war. Chemnitz spart damit ca. 4-5 Mio. € ein.
    Der überbaute Teil des Hartmannplatzes diente außerdem zumeist als Parkplatz.

    Kauz komm mal aus dem Wald!

    Das Dach prägt aber die Erscheinung des Bahnhofs grundlegend. Mit einer anderen Bedachung wäre es ein komplett anderes Gebäude. Richtig ist, dass das ein Totalschaden ist. Falsch ist aber, dass es an der Wahl des Materials selbst liegt, sonst würde es nicht durch dasselbe ersetzt werden. Somit handelt es sich entweder um einen Planungs- oder um einen Ausführungsfehler, vielleicht auch um eine Kombination von beidem. Das weiß ich aber nicht und werde es auch nie erfahren. Das werden Gerichte klären. Meines Wissens werden die Bahnen bei der Komplettsanierung um 90 Grad gedreht eingebaut, was die Spannungen hinreichend reduzieren wird. Was mit der Verschmutzungsproblematik wird, habe ich keine Ahnung.

    Es ist wahnsinnig ärgerlich, nein, es ist fast skandalös, dass hier ein so großer Schade passiert ist. Das wird uns Dresdnern auf Jahre eine Baustelle bescheren. Die Kosten werden irgendwie auch am Steuerzahler hängen bleiben. Doch bleibe ich dabei, dass die grundsätzliche Entscheidung, den Bahnhof so zu gestalten, ein Glücksfall für das Gebäude und die Stadt ist.

    Mit dem Teflonmaterial ist einiges schief gegangen. Die Schäden an den Tiefpunkten, wie generell auch die Schmutzanhaftung sind ärgerlich. ABER: der Bahnhof ist großartig geworden. Innerhalb der letzten 20Jahre hat er sich von einer dunklen Höhle zu einer Abfolge lichter wunderschöner Hallen verwandelt. Da von „schlimmer, als erwartet“ zu schreiben, verstehe ich nicht.