Port One Berlin (ehem. Thirty Eight)

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Hans Stimmann war zwar der prägende Senatsbaudirektor der 1990er und frühen 2000er Jahre, aber die konkrete Entwicklung der Europacity lief überwiegend unter Lüscher weiter.

    Fast richtig. Das Projekt Europacity begann bereits in den 90er Jahren. Der Prozess für den Masterplan Heidestraße wurde 2006 - noch während Stimmanns Amtszeit - gestartet und von Lüscher weitergeführt. Das war noch zu Zeiten, als Neuankömmlinge im Amt nicht einfach alles auf links gedreht haben, was ihnen politisch nicht passte. Und selbstverständlich hat das Wirken eines so einflussreichen Stadtplaners wie Stimmann noch weit über seine Amtszeit hinaus Wirkung. Wer 2007/08 in Berlin einen Masterplan für ein Innenstadtquartier erarbeitet hat, arbeitete im Paradigma der "kritischen Rekonstruktion" - das war zu diesem Zeitpunkt Planungsroutine, nicht Einzelmeinung.

    Wenn man sich den Masterplan Heidestraße in seiner Version von 2009 anschaut, ist der Einfluss Stimmanns eklatant , bis hin in die kleinteiligen Parzellierungen, die erst sukzessive im weitern Verlauf den ökonomischen Realitäten geopfert wurden. Und - wie nun mehrfach dargelegt - die DNA Stimmanns zeigt sich auch deutlich im fertiggestellten Quartier. Die von euch suggerierte klare Trennung von Stimmann und Lüscher ist doch völlig realitätsfern.

    Edit:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Den Masterplan für die Europacity hat das Büro ASTOC gewonnen, Collignon wurde später mit der Planung eines (!) Gebäudes beauftragt (Colonnades).

    Korrekt, das habe ich durcheinander gebracht. Der Masterplan stammt von KCAP/ASTOC/Studio Urban Catalyst. Ändert aber nichts am Argument.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Die von euch suggerierte klare Trennung von Stimmann und Lüscher ist doch völlig realitätsfern.

    Und wieder nein, Hans Stimmann hat mit der Planung zur Europacity nichts aber überhaupt nichts zu tun. Du phantasierst dir etwas zusammen. Frau Lüscher hat ab 2007 mit dem Wunsch der Vivico Real nach Verwertung dieser Flächen dies als ihr Prestigeprojekt für Berlin erklärt. Keine Planung aus ihrer Vorzeit floss in die Europacity ein. Warum du da immer Hans Stimmann dazu mischen willst bleibt dein Geheimnis. Ebensowenig wie Frau Lüscher etwas mit der Potsdamer Platz Planung zu tun hat, hatte Hans Stimmann etwas mit der Planung zur Europacity zu tun. Punkt für heute.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ich glaube nichts davon ist richtig. Diese Hypothesen sind geprägt von einer - wirkclih nicht böse gemeint - gewissen Naivität. Ja ich meine auch ablesen zu können das die kritische Haltung gegenüber Institutionen des Staates immer wieder durchblitzt während man Investoren und knallharte Marktmechanismen indirekt positiv bewertet oder unterbewertet. Das ist für mich sehr auffällig hier im Forum.



    Wegen des doch etwas böswilligen Missverständnis, muss ich doch einmal antworten.


    1. Hatte ich die Hypothese zwei, dass die anderen nicht stimmen aufgestellt. Diese würde also stimmen.

    2. Natürlich geht die Kritik zu allererst gegen politische Entscheidungsträger, denn diese haben wir gewählt. Sie sind dem Gemeinnutz verpflichtet. Investoren geht es um ihre Eigeninteressen. Dabei sollte das Allgeimeinwohl sicher eine größere Rolle spielen.

    3. Hier wurde ein großes Viertel entwickelt. Es war zuvor im Besitz der Staatsbahn. Die Politik kann sich also nicht aus der Verantwortung ziehen. Und natürlich war Frau Lüscher massgebend. Schon lustig, dass gewisse Personen dies jetzt verdrehen wollen. Stimmann hätte das nicht abgeliefert. Es ist zu großen Teilen schweizerisch gefärbte Neomoderne, oder so was. Mit kritischer Rekonstruktion hat das nichts zutun.


    4. Ich finde die Vorstellung naiv, dass die Politik nichts mitzureden hat. Da war jemand zu eifrig im Studium des Marxismus-Leninismus Seminars.

  • ^^Das stadtplanerische Leitbild der "Kritischen Rekonstruktion" zielt auf die Wiederherstellung historischer Stadtstrukturen (Blockrand, Parzelle, Traufe) verbunden mit moderner Architektur ab.

    Das Gebiet der heutigen Europacity war früher größtenteils unbebautes Bahngelände. Hier konnte daher auch nichts "kritisch rekonstruiert" werden.

    Ich persönlich hätte mir auch einen anderen städtebaulichen Entwurf vorstellen können. Mit der Europacity sollte aber auch nie eine dritte City in Berlin entstehen, neben dem Zentrum Ost und der City West, anders als bei der Hafencity in Hamburg.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Das stadtplanerische Leitbild der "Kritischen Rekonstruktion" zielt auf die Wiederherstellung historischer Stadtstrukturen (Blockrand, Parzelle, Traufe) verbunden mit moderner Architektur ab.

    So selektiv und eindimensional war Stimmanns Ansatz nicht. Städtebauliche Leitbilder dienen dazu, die Stadtentwicklung als Ganzes zu prägen und so wurden die grundlegenden Prinzipien der Kritischen Rekonstruktion auch bei Neubaugebieten angewandt, bei denen kein historischer Grundriss vorlag, auf den man sich im Idealfall gerne berufen hätte. Deswegen finden wir in der Europacity ja vorwiegend den markanten Blockrand, die klassische Berliner Traufhöhe, Straßenraum als Stadtraum, die Steinfassaden, etc. vor.

    Ich kann nicht ganz nachvollziehen, was daran so schwer zu verstehen ist, bzw. wie man diesen offensichtlichen Sachverhalt nicht anerkennen kann. Es gibt keinen harten Cut, wenn die Amtszeit von Senatsbaudirektoren endet. Die in die Wege geleiteten Projekte und Leitbilder wirken z.T. langfristig nach, das sieht man ja aktuell auch bei Lüscher/Kahlfeldt.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ich kann nicht ganz nachvollziehen, was daran so schwer zu verstehen ist, bzw. wie man diesen offensichtlichen Sachverhalt nicht anerkennen kann.

    Ich erkenne dies durchaus an. Der Begriff "Kritische Rekonstruktion" wurde bereits in West-Berlin in den 1980er insbesondere im Rahmen der IBA 1987 populär als Gegenentwuf zur "Kahlschlagsanierung" der Moderne. Der Begriff wurde später von Hans Stimmann übernommen, die Vorstellungen mündeten letztendlich im Berliner Planwerk Innenstadt.

    Ich bin durchaus ein Befürworter der Kritischen Rekonstruktion, da diese sich an der europäischen Stadt orientiert und nach der Wende für ein städtebauliches Zusammenwachsen der beiden Stadthälften sorgte. Die Kritische Rekonstruktion orientiert sich an etwas, verlangt aber keine Eins-zu-eins-Umsetzung. Dies bedeutet, es kann Ausnahmen geben (z.B. prominent und umstritten das Marx-Engels-Forum).

    Allein die Fläche der Europacity mit ca. 60 Hektar hätte eine Ausnahme gerechtfertigt. Die Planungen sind inzwischen Geschichte und man braucht hierüber nicht weiter diskutieren. Neben meiner Kritik an bestimmten monotonen Fassaden muss ich feststellen, dass die Europacity vom Rest der Stadt ziemlich isoliert ist. Insbesondere ist sie vom Gründerzeitquartiert an der Lehrter Straße (westlich) abgeschnitten. Dies liegt nicht nur an den Bahngleisen. Eine städtebauliche Idee gab es hierzu nicht. Auch das die Heidestraße mittig durchs Quartier verläuft ist nicht unbedingt optimal, eine Verlegung wäre möglich gewesen.

    Ansonsten ist es seit der Wende in Berlin usus, dass Großinvestitionen nur mit politischer Absprache möglich sind.

  • Gibt es eigentlich ein Rendering, das "Port One" aus der Richtung vom Hauptbahnhof aus zeigt?
    Ich habe nichts dergleichen gefunden.
    Dabei wäre es doch interessant zu sehen, wie weit das Gebäude aus dem Brückengewusel hinaus ragt!

  • Ein Update auf der Vorderseite. Heute wurde weiter Betoniert.

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    Höhe: Perleberger Brücke ⬇️

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    Einmal editiert, zuletzt von Johannes_9065 (21. Mai 2026 um 22:46) aus folgendem Grund: Kleine Korrektur ( Rechtschreibung)

  • Rund statt eckig - das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass auch bei diesem Projekt Gewinnmaximierung betrieben wird (die Masse bringt's - auch rund).

  • ^

    Ach was! Schätze das dürfte den meisten klar sein. Wenn das Ergebnis hält was es verspricht, dürften die wenigsten im Forum damit ein Problem haben.

  • Blick heute kurz vor 19:30 Uhr. Die ersten Fenster wurden eingebaut am EG Bereich.

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    Beim zukünftigen große Gebäude, wurde eine Betonpumpe eingebaut , die sich selbst in die Höhe zieht. ⬇️

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    Aus der Perleberger Brücke / Straße ⬇️

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    Einbau der Fenster ⬇️

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  • Von etwas hinten aus der fahrenden S-Bahn heute.

    ich bitte um Verzeihung für die etwas schlechte Qualität. Der Rohbau auf der Rückseite ist so gut wie fertig. Das 2 Bild gemeint.

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  • Das "Port One" liegt innerhalb des Schienen- und Straßengewusels leider recht ablandig.
    Mit seinen Bögen im Erdgeschoss, den versprüngen in der Fassade und den abgerundeten Ecken hat es mehr Charakter
    als mancher "Würfelhusten" in bevorzugter Lage.
    Schade!

  • Bilder von heut Abend.

    Blick von der Perleberger Brücke:

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    Die Arbeiten an der Fassade beginnen:

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    Blick aus der S-Bahn:

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    Alle Bilder von mir © Merlin

  • Heute auf der Vorderseite.

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    Ein Blick von hinten - Rückseite.

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    Perleberger Brücke.

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    Nebenseite.

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    Beim etwas kleineren, fertigen Rohbau ist das erste Fenster eingebaut.

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