Deutsche Oper am Rhein

  • Ich finde es um absolut unverständlich, ein potenzielle Milliardengrab wie eine Oper (ohne Übertreibung: siehe Oper Köln oder Hamburg), die ja dazu noch ein kulturelles Nischenangebot ist, trotz Coronaschulden anzugehen. Womit will man das rechtfertigen?! Dazu kommt, dass in Duisburg eine exzellente Operpartnschaft besteht. Mit einer kleinen Reduzierung des Angebots könnte man bestimmt das komplette bisherige Programm in Duisburg alleine darstellen.


    Ein Neubau der Oper macht ja nur Sinn, wenn ein architektonisches Meisterwerk geschaffen wird, also mit touristischem und Reputationsgewinn, aber dann hat man halt ein potenzielles Milliardengrab. Ein "sparsamer" und kleiner Operneubau für vielleicht "nur" 200 Millionen Euro würde Düsseldorf international nicht voranbringen, dann kann man gleich die Duisburger Oper stärken. Abgesehen davon, spielt die Deutsche Oper am Rhein nicht in der internationalen Spitze mit, man muss da auch mal realistisch bleiben.

  • Du verkennst das institutionelle Gefüge der Opernehe. Die Oper am Rhein wird primär aus der Düsseldorfer Stadtgesellschaft getragen, die über ihre Steuern den Großteil des Betriebes finanzieren. Das finanzschwache Duisburg wollte vor ein paar Jahren die "exzellente Opernpartnerschaft" aufkündigen, weil der hohe Schuldenstand die Stadt zwingt an allen Ecken und Enden zu sparen. Man konnte sich letztlich zu einer Fortführung durchringen, hat aber den Beitrag reduziert. Ohne die Düsseldorfer Infrastruktur wäre das Duisburger Stadtheater schon längst ein reines Gastpielhaus.


    Insofern läuft deine Forderung nach Stärkung der "Duisburger Oper" ins Leere. Es gibt sie nämlich gar nicht. Es gibt eine Düsseldorfer Oper - hoffentlich auch in Zukunft - und eine Nebenspielstätte in Duisburg, die davon abhängt. Ohne einen Opernneubau in Düsseldorf gibt es in Zukunft auch keine "Duisburger Oper" mehr.


    Was das Renomee betrifft irrst du auch. Der scheidende Ballettdirektor Martin Schläpfer hat das Haus in die allererste Liga weltweit geführt.

  • Danke für die Details. Ja ich verstehe schon, dass es eigentlich nur eine Düsseldorfer Oper gibt, die netterweise Duisburg unterstützt. Trotzdem: Düsseldorf könnte sich ja solidarisch zeigen, und das Duisburger Haus querfinanzieren. Es sind zwei unterschiedliche Aspekte: 1x das Gebäude und 1x die laufende Finanzierung. Das Gebäude in Duisburg ist sehr gut, also liegt es nur an der Finanzierung, und da könnte man ja mal richtig uneigennützig kooperieren (Düsseldorf trägt ja eh schon die Kosten, sogeschen ist es wahrscheinlich sogar ein Gewinn für Düsseldorf). Ich sage das ja nicht aus Liebe zu Duisburg, sondern einfach weil es dort ein top Opergebäude gibt und die Investitionskosten nicht irrelevant sein können. Es könnte ja auch eine NRW-Oper oder sowas werden.


    La Scala, Royal Opera House, Sydney, Bolshoi Moscow, New York, Paris Opéra, Wien; das ist allererste Liga. Nur weil man ein paar Mal in Düsseldorf gute Bewertungen bekommen hat, heißt das doch nicht, dass man wirklich ganz oben ist. Das ist wirklich absurd. Selbst Kopenhagen oder die Semperoper in Dresden sind viel bedeutender. Das ist wie im Fußball: Manchmal hat ein Zweitliga Club eine starke Saison, aber trotzdem ist man noch kein Manchester United oder Bayern München die weltweit bekannt sind und wirklich Geschichte schreiben.

  • ^ Wo sollte denn noch ein "Gewinn" für Düsseldorf da sein, wenn man auf ein eigenes Opernhaus verzichten würde und dann noch das in Duisburg voll finanzieren würde?

    Solidarität in allen Ehren, aber da, wo es an meinen eigenen (Steuer-)Geldbeutel geht, hält sich diese doch sehr in Grenzen (das aktuelle Opern-Modell ist noch ok).

  • La Scala, Royal Opera House, Sydney, Bolshoi Moscow, New York, Paris Opéra, Wien; das ist allererste Liga. Nur weil man ein paar Mal in Düsseldorf gute Bewertungen bekommen hat, heißt das doch nicht, dass man wirklich ganz oben ist.

    Ballett, Ballett, ich redete von Ballett! Oper/Musiktheater macht nur einen Teil des Spielplans aus. In der Intendanz von Martin Schläpfer (2010-2020) war Düsseldorf 4x Kompanie des Jahres und Schläpfer wurde 2014 zum besten europäischen Regisseur gewählt. Und von der New York TImes gelobt, gerade weil er Schwanensee auf links gedreht hat und sich nicht sklavisch an alte Traditionen gehalten hat.


    Auch deine Fußballanalogie hinkt ein wenig. Nur weil eine Stadt wie Sydney oder Kopenhagen ein neues Haus baut, heißt das nicht, dass sie was das Künstlerische angeht Geschichte schreibt. Ihre Häuser sind einfach als Postkartenmotiv bekannter. Die Semperoper ist auch nicht "viel bedeutender". Sie war es vielleicht mal. Aber das waren Rot-Weiß Essen und der MSV Duisburg auch. Nur von Tradition allein kann man nicht leben.

  • Ich halte den südlichen Teil des Rheinparks für einen guten Standort und hielte es für vertretbar hier einen vielleicht 9.000qm großen Neubau (Bodenfläche) zu realisieren. Der südliche Teil ist nicht so stark frequentiert, der Boden ist seit Jahren ausgedürrt und wird eher wenig genutzt.

    Wie oft bist du eigentlich im Rheinpark? Der südliche Teil ist am stärksten frequentiert, was auch die Bodenzustände erklärt.


    Im Zuge des Neubaus könnten evtl. die Autoparkplätze westlich (Rhein) und östlich (Cecilienalle) unter die Erde gelegt werden und die gewonnene Fläche dem Rheinpark zugeschlagen werden.

    Das würde allein aufgrund des Aushub wieder riesige Flächen (mittelfristig) zerstören und auch eine Tiefgarage neben dem Rhein ist sowas von teuer, das da schon Widerstand zu erwarten ist.


    Die ÖPNV-Anbinung wäre vorhanden, Parkraum könnte neuer geschaffen werden und der Parkplatz direkt am Rhein evtl. entfallen.

    Das ist aber etwas beschönigend ... ohne 10 Minuten Fußmarsch (man denke mal an schlechtes Wetter) von Fischerstraße oder Oberkasseler Brücke ist da alles vorhanden aber kein guter ÖPNV-Anschluss.


    Wie wäre es denn mit dem Standort zwischen Theatermuseum u. dem kleinen See mit der Fontäne "Jröner Jung" an der Jägerhofallee?

    Du weißt schon, dass der Platz dort maximal für nen Kiosk reicht, um nicht historische Baumbestände zu fällen?


    Bis jetzt würde ich daher zum Standort Kaufhof Wehrhahn tendieren, der diese nach dem U-Bahnbau und den Problemen der Kaufhäuser ziemlich gebeutelte Ecke aufwerten würde.

    In der Tat der zwar nicht architektonisch freieste aber dennoch wirtschaftlichste Standort. Kreuzungspunkt mehrerer Linien und dazu Laufkundschaft durch die Schadowstraße und dadurch wechselseitige Vorteile.

  • Wie oft bist du eigentlich im Rheinpark? ...

    Danke der Nachfrage :) im Sommer bin ich häufiger dort. Die Belegung dünnt sich meiner Beobachtung nach Richtung Süden aus und nimmt Richtung Norden/Parkmitte zu. Einzig beim Eisverkäufer am südlichen Ende ist ordentlich was los.


    Zum ÖPNV: 400m Fußweg vom Südeingang U Kleverstr./Victoriaplatz halte ich für durchaus zumutbar. Und das ist ne Stammstrecke mit 5min Takt und guter Anbindung auch abends. Das wären von dort 5min Fußweg am Ergo-Tower vorbei. Keiner kann einen Haltepunkt gleich vor dem Eingang erwarten.


    Wenn Düsseldorf ein stadtbildprägendes Leuchtturmprojekt haben will, muss es direkt am Rhein bauen. Der Rheinpark wäre da wohl die einzige darstellbare Option. Vielleicht muss man groß denken, zB auch im Zusammenhang mit einer Verlängerung der Promenade.

  • Du weißt schon, dass der Platz dort maximal für nen Kiosk reicht, um nicht historische Baumbestände zu fällen?

    Deswegen schrieb ich ja, dass man am jetzigen Standort aufforsten müsse.


    Aber an diesem Satz von deloro

    Wenn Düsseldorf ein stadtbildprägendes Leuchtturmprojekt haben will, muss es direkt am Rhein bauen.

    ist schon viel Wahres dran.

  • Danke der Nachfrage :) im Sommer bin ich häufiger dort. Die Belegung dünnt sich meiner Beobachtung nach Richtung Süden aus und nimmt Richtung Norden/Parkmitte zu. Einzig beim Eisverkäufer am südlichen Ende ist ordentlich was los.

    Ich fahre ebenso regelmäßig dort mit dem Rad entlang. Es gibt - vielleicht meinst du das - zwei frequentierte Bereiche. Einmal direkt die große Wiese an den Rheinterrassen und einmal den Bereich auf Höhe des Golzheimer Platzes. Dann stimme ich dem zu.


    Wenn Düsseldorf ein stadtbildprägendes Leuchtturmprojekt haben will, muss es direkt am Rhein bauen. Der Rheinpark wäre da wohl die einzige darstellbare Option. Vielleicht muss man groß denken, zB auch im Zusammenhang mit einer Verlängerung der Promenade.

    Unter Schwarz-Grün wird höchstwahrscheinlich keine Innerstädtische Grünfläche mehr zugebaut. Letzteres (fett markiert) hat SG im Rat noch letzte Woche abgelehnt.

  • Von wegen Anbindung. Warum kann Hamburg seine Musicalstätten per Boot anbinden und wir nicht? Ich verstehe bis heute nicht, warum man das Hamburger Modell, Wasserwege in den öffentlichen Nahverkehr einzubinden, hier nicht umsetzt.

  • sw-grisu und ich hatten uns im Thread gefragt, warum man die Oper nicht in das Bauprojekt Haroldstraße #654 integriert, also eine Kombi aus Hochhäuser und Oper. Dafür müssten dann mit BLB NRW und Stadt Düsseldorf zwei Behörden miteinander sprechen, schwierig...


    Link RP - Alternative Standorte


    Eine Oper mit Ausmaßen wie in Kopenhagen wird man dort nicht unterbringen können (was ich auf maps.duesseldorf.de messen konnte), aber der alternativ vorgeschlagene Adolph-von-Vagedes Platz ist deutlich kleiner und auch der Kaufhof-Standort kommt ebenfalls nicht an diese Kopenhagen-Fläche. Bliebe dann nur der Teil vom Rheinpark für eine innenstadtnahe Oper.

  • ^ Der Rheinpark sollte auf keinen Fall überbaut werden; nicht einen Quadratmeter. Das wäre ja sozusagen das Gegenteil des ansonsten permanent geforderten Social Return einer Baumaßnahme, wenn öffentliche Parkfläche für eine kommerzielle (ja, das ist eine Oper, wenn auch staatlich gefördert und mit dem Label " kulturell wertvoll" versehen) Nutzung verschwinden würde.


    M.E. alternative Standorte in Innenstadtnähe:

    1. Den hier schon vorgeschlagenen derzeitigen Standort der Musikhochschule finde ich äußerst interessant.

    2. Parkplatz zwischen Kaiserswerther Straße und nördlichem Ende der Fischerstraße.

    3. Grünstreifen zwischen Kunstakademie/Fritz-Roeber-Straße und Tonhalle/Hofgartenrampe.

    4. Der derzeitige Standort des Finzministeriums an der Jägerhofstraße wird ja mit dem Umzug an die Haroldstraße frei. Hier dürfte ausreichend Platz für die Oper sein; zudem Nähe zum Hofgarten, Schauspielhaus und gegenüber dem Theatermuseum (zukünftiger Standort der Komödie?).


    Meine persönlichen Favoriten sind 1 und 4.

  • Bei den im Artikel genannten Ausmaßen der Kopenhagener Oper (100 x 170m) ist der Rheinpark bis Höhe OLG kein Rheinpark mehr. Man müsste mind. 2/3 der Breite wegnehmen. Beider Größe wird es dann aber auch überall sonst schwer. Selbst die Landzunge Kesselstr ist nicht breit genug.


    Welche Größe man tatsächlich braucht, bleibt leider im Dunkeln. Das wäre ja evtl mal etwas, womit man sich auf die Suche geben könnte. Ein Überbau von Parks oder Spiel- und Bolzplätzen kommt eigentlich nicht in Betracht. Erst recht nicht im dicht besiedelten Pempelfort.

  • 100x170m? Das ist mehr als das Vierfache der jetzigen Grundfläche. Woher kommen solche Träumereien? Jeder vernünftige Bauherr definiert vor der Grundstückssuche, die Anforderungen an den Bau. Auch eine Stadt sollte idealerweise definieren, welche Oper sie sich leisten kann.

    Eine Elbphilharmonie schafft sich ihre Infrastruktur und ihr Publikum selbst. Eine Oper am Rhein, die wahrscheinlich nur eine lokale Perle bleibt, muss m. E. einen prominenten Innenstadtstandort haben, mit ÖPNV, Bars und Restaurants in der Nähe. Und mit Sichtbarkeit auch für die Mehrheit der Menschen außerhalb der Kernzielgruppe, damit nicht nur dieselben 5.000 Opernenthusiasten immer wieder die subventionierten Vorstellungen besuchen, sondern jeder mal über die Oper „stolpert“.

    Und dann werden idealerweise alle Alternativstandorte offen diskutiert und nicht etwa ein Kaufhof am Wehrhahn ausgeschlossen, weil einzelne Herren vor der Diskussion eine Meinung haben.

    Wo sind die mutigen Ideen? Ich fände die Flächen links und rechts der Oberkasseler Brücke (dort wo der Fischmarkt stattfindet oder eine Überbauung der Rheinufertunnelrampe) spannend. Sollte nicht das Parkhaus Moselstrasse schon lange verschwinden?

  • Der Rheinpark sollte auf keinen Fall überbaut werden; nicht einen Quadratmeter.

    Richtig, - nicht dort und auch nicht die Landzunge unterhalb des Rheinturms. Grün und Naherholungsflächen machen eine Stadt lebenswert.


    Jaa ich weis, die Rheinterasse steht unter Denkmalschutz. Aber meines Erachtens ist die Fläche dort sehr schlecht genutzt.


    Wenn man dort den Parkplatz und das untere Rheinwerft mit überbauen würde hätte man dort eine Fläche von 13-14000 qm,


    genug Platz für eine Oper und neuen Rheingoldsaal. Eine Oper mit Anlegestelle für Flusskreuzfahrtschiffe hätte doch was.