Beiträge von Gestalt

    Mucon Development ist auf den zweiten Blick gar nicht so unbekannt (wie sie es selbst vermutlich glauben machen wollen). Es handelt sich um eine ehemalige EuroAtlantic-Gesellschaft, also um jenen Projektentwickler, der zuvor mit dem Tadao Ando Tower & Campus gescheitert war.

    Laut Handelsregister ist der amerikanische EuroAtlantic Shareholder wirtschaftlich 100%-Gesellschafter (übrige Anteile werden als eigene Anteile von der Gesellschaft selbst gehalten und sind damit wirtschaftlich nicht relevant).

    Der Zwangsversteigerungstermin für das McDonald’s-Grundstück am Mörsenbroicher Ei am Amtsgericht Düsseldorf ist für den 14. August angesetzt. Hier wird Nexus versuchen, den Zuschlag für das noch fehlende Puzzleteil für den Nexus Sky Tower zu bekommen. Der Verkehrswert wurde auf EUR 8,76 Mio. festgesetzt.

    Nach Erwerb möchte Nexus, dann folgendes 105 Meter-Hochhaus errichten:

    https://www.tabanlioglumurat.com/project/dusseldorf-nexus-tower

    Ich bin entsetzt - nicht nur vom Siegerentwurf, sondern auch von allen anderen. Wirklich enttäuschend.

    Der Siegerentwurf: erdrückend, monolithisch und abweisend. Dachterrassen größtenteils ohne Aussicht. Die Innengestaltung: zwar originell aber in puncto organische Formen so übertrieben, dass fast eine Koloskopie-Anmutung entsteht. Ich frage mich auch, ob jenes Erdgeschoss irgendwie bespielt wird. Was man dringend vermeiden sollte, ist so ein musealer aber toter Raum. Da gehört ein Operncafé oder eine Bar hin.

    Besonders grotesk: die Politik wollte kein Hochhaus mit dem Hinweis auf Maßstäblichkeit. Jetzt bekommt sie so einen jeden Maßstab sprengenden Klotz…

    ^ Investor und Eigentümerin ist Nexus Investment, nicht Peker.

    Anscheinend wird im Hintergrund fleißig gearbeitet. In der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung 2 soll ein geänderter Durchführungsvertrag mit dem neuen Vorhabenträger geschlossen werden:

    https://ris-duesseldorf.itk-rheinland.de/sessionnetdueb…?__kvonr=109091

    Leider sollen Skybar und Skydeck entfallen. Ersetzt werden sie durch eine kleinere Lounge.

    Die Fassade ändert sich ebenfalls: Aluminium statt Keramik und die Farben sollen sich ebenfalls ändern (meine Meinung: das kann nur besser werden).

    Noch 2025 werden zunächst Arbeiten an der Sicherung der Baugrube und des bisherigen Gebäudes erfolgen.

    Es gibt ein paar Visualisierungen eines Entwurfs für den Nexus Sky Tower, der wohl ein Wettbewerbsbeitrag war:

    https://www.jandurcenka.com/en/portfolio/o…nexus-sky-tower

    Ausweislich der Homepage ist Urheber des Entwurfs das Architekturbüro Marggraf - also dasselbe Büro, das für den Investor Nexus Investment (https://www.nexusinvestment.de/) ausweislich deren Homepage den Phönix Tower plant:

    https://www.marggraf-architektur.de/neuer-standort-duesseldorf/

    Bezüglich Tuchtinsel: Das Grundstück gehört ja den Familien Cloppenburg und Böhmer. Interessanterweise ist auf der Expo Real im Oktober die James Cloppenburg Real Estate Holding KG Premiumpartner der Stadt Düsseldorf.

    Quelle: https://www.duesseldorf-realestate.de/messen/expo-re…?Informationen=

    Ich bin mal gespannt, ob es Neuigkeiten zur Tuchtinsel geben wird. Im Schuhgeschäft Böhmer ist ja gerade Ausverkauf. Der Laden schließt.

    ^ Naja, die dargestellte Begrünung der Balkone dürfte etwas unrealistisch sein; da kann man ja nicht mehr ohne Machete nach draußen treten. Und ob der Entwurf ohne das Grün immer noch so interessant ist… .

    Außerdem haben die gezeigten üppig begrünten Balkone allesamt Nordausrichtung. Entsprechend frage ich mich, ob es beim Siegerentwurf welche auf der bisher nicht gezeigten Seite geben wird.

    ^ Es gab da mal eine vorbereitete Ausschreibung der Stadt (Eigentümerin des Grundstücks). Politisch diskutiert wurden — kein Witz! — Sozialwohnungen. Das dürfte sich aber nach der Vereinbarung zwischen Stadt und Hafenwirtschaft, wonach Win Win das einzige Wohnobjekt bleiben soll, erledigt haben.

    ^ Wo kommt eigentlich bei einigen immer diese Vorstellung her, dass der stationäre Handel keine Zukunft hätte, sämtliche traditionsreichen Händler kurz vor der Insolvenz stünden, etc.? Karstadt/Galeria war einfach schlecht gemacht. Dieses Unternehmen hat 16.700 (!) Mitarbeiter aber in den Geschäften (also bei der Kerntätigkeit) sah man fast keinen davon. Das Sortiment war lustlos zusammengestellt, wahrscheinlich von einem Zentraleinkauf im Konzern-HQ ohne Kontakt zum Kunden. Die Verkäufer sahen schon nicht nach (Mode-)Kompetenz aus; dieser Eindruck täuschte selten.

    Gut gemachter stationärer Einzelhandel funktioniert weiterhin. P&C zum Beispiel hat sich mit dem E-Commerce verrannt und will sich wieder auf die physischen Geschäfte konzentrieren.

    Warum wir uns ausgerechnet an Asien orientieren sollten erschließt sich mir überhaupt nicht. Wir sollten doch eher froh sein, dass es den inhabergeführten Fachhandel bei uns gibt. Das schafft Identität und als Kunde war ich in solchen alteingesessenen Geschäften fast immer zufrieden.

    Aber nun zum Thema Galeria: eine Markthalle allein wird hier niemanden in die Ecke locken. Es gibt ja bereits auch schon Zurheide und den Carlsplatz.

    Einrichtungshaus fände ich gar nicht schlecht (vielleicht auch als Showroom a la Reuter.de). Sportladen a la Globetrotter in Köln wäre auch cool. Warum nicht beides; es gibt ja immerhin zwei Standorte, die hier entwickelt werden wollen.

    Dass man hinter der Fassade kräftig abreißen/umbauen muss, dürfte klar sein. Gerade die niedrigen Decken wirken in Kombination mit der riesigen Fläche eher abweisend. Und auch, wenn man da in Düsseldorf oft allergisch drauf reagiert, warum nicht an beiden Standorten (bei Galeria hinter der alten Fassade) jeweils ein Hochhaus?

    Wie man diversen Presseberichten entnehmen kann, wird Galeria (Karstadt) am Wehrhahn am 1. Januar 2024 schließen.

    Derweil ist noch immer nicht klar, was mit dem Signa-Grundstück nebenan (ehemals Kaufhof) passieren soll, weil seit fast 2 Jahren politisch darum gerungen wird - oder sollte man besser sagen „herumgeeiert“? Da sich immer deutlicher abzeichnet, dass die neue Oper nicht am Wehrhahn gebaut werden wird (Entscheidung immerhin noch vor der Sommerpause nach ewig langem Wettbewerb), stehen demnächst zwei riesige Objekte in dieser Ecke leer.

    Meiner Meinung nach trifft auch die Politik eine Teilschuld an dieser Situation. Die Keller-Administration ist mir persönlich trotz zahlreicher sprichwörtlicher Baustellen in punkto Stadtentwicklung viel zu langsam, scheint fast jedes größere Projekt auszubremsen und zu zerreden. Entscheidungen werden nicht getroffen, dafür umso mehr Scheinpartizipationen der Bürger veranstaltet (hat man bei der letzten Wahl einer Hand voll interessierten Bürgern ein Mandat erteilt oder den Politikern?!). Die Koalitionspartner scheinen hinter den Kulissen nicht an einem Strang zu ziehen.

    Was das alte Karstadtgebäude betrifft, hoffe ich, dass die Fassade in Gänze erhalten bleibt. Wenn man dieses unsägliche Vordach abreißt und durch etwas passendes ersetzt, ist das ein echter Blickfang.

    Boah! Ist das alles hässlich!!!!

    Klotzigkeit kennt keine Grenzen!

    Wenn das von 40 Entwürfen wirklich die sieben besten sind, möchte ich nicht die schlechtesten sehen…

    Man wünscht sich fast diesen unsäglichen Entwurf mit den Hochhäusern im Hofgarten zurück…

    ^ Nachtrag: Der Entwurf von Ingenhoven schafft es als einziger, nicht wie ein überdimensionierter Fremdkörper zu wirken.

    Hoffen wir, dass er sich durchsetzt.

    Aber mal ehrlich: das war das wohl langwierigste und komplizierteste Verfahren in Sachen Städtebau der letzten Jahre in Düsseldorf. Und dann kommt so etwas als Ergebnis raus?!

    ^ Es dürfte aber unmöglich sein, bei diesem Grundstück auf eine kleinteilige Entwicklung zu setzen. Da das Blockinnere bisher nicht erschlossen ist, kann das eigentlich nur durch einen Investor in „einem Rutsch“ erfolgen.

    Ich würde mir in der Stadtplanung auch mehr kleinteilige gewachsene Strukturen wünschen und bin ein Gegner dieser Großprojekte, die sich „Quartiersentwicklung“ aber oftmals das genaue Gegenteil sind. Aber an dieser Stelle, mitten in der City, habe ich wirklich nichts gegen eine gut integrierte Großform.

    Den Vergleich mit den ECE-Galerien kann ich zudem nicht nachvollziehen. Das waren architektonisch und vor allem bezüglich der dortigen Mieter eher zweitklassige und insbesondere vollkommen austauschbare Objekte, mit denen sich oft mittelgroße Städte gegen ihren Bedeutungsverlust gestemmt haben. Mit anderen Worten: es war einfach schlecht gemacht. Dass das Konzept „Mall“ aber am richtigen Ort, qualitativ gut umgesetzt und mit den richtigen Mietern durchaus funktionieren kann, dafür gibt es in Düsseldorf zahlreiche Beispiele: Schadow-Arcarden, Kö-Galerie, Sevens, Stilwerk…