Beiträge von Gestalt

    Die Homepage https://ando-campus.com/#/ wurde ebenfalls aktualisiert (Visualisierungen zeigen noch den höheren Entwurf aber in Bezug auf das Nutzungskonzept gab es eine Aktualisierung). Wenn das alles so umgesetzt wird wie geplant, darf man sich auf ein wirklich bereicherndes Gebäude freuen. Vielfältige Nutzung statt Büromonokultur - quasi ein vertikales Stadtviertel (nur Wohnungen fehlen). Ich bin gespannt, ob es bei Ankündigungen bleibt oder ob das Projekt hält, was es verspricht.

    Leider ist das Projekt Gateway am Kennedydamm endgültig abgesagt. Das Projekt Twist soll dagegen um 5m erhöht werden. Der Entwurf ist außerdem umfangreich überarbeitet worden. Dies ergibt sich aus den Unterlagen zur nächsten Sitzung der Bezirksvertretung 1.

    ^^ Wir leben halt in einem Rechtsstaat, in dem die öffentliche Hand an Regeln gebunden ist und einzelne Bürger Rechte haben, die es zu beachten gilt. Und wenn der Preis dafür teilweise langwierige Prozesse sind, kann ich im Ergebnis damit leben.


    Was ich viel bedenklicher finde, ist der zunehmende Einfluss angeblicher "Experten*"gremien (ZB Hochhausbeirat).


    * Bei der Besetzung gilt das alte Motto "Wer scheinbar mehr als andere weiß, zählt schon zum Expertenkreis".

    ^ Es gäbe 2 Alternativen:


    1. Echter, d.h. optisch und taktil von der Fußgängerzone getrennter Radstreifen in der Mitte. Man würde also quasi die Fahrbahn wieder herstellen, aber ausschließlich für den Radverkehr nutzen. Die Radfahrer könnten sich dann dort ungestört genau so verhalten wie sie sich meiner Beobachtung nach die Nutzung des neuen Radstreifens vorstellen. Der Vorteil der Verbannung von Bahn und Auto unter die Erde wäre damit aber dahin.


    2. Schadowstraße als reine Fußgängerzone. Schaffung eines parallelen Radwegs auf der Goltsteinstraße oder im Hofgarten. Die Schadowstraße wäre endlich frei von Verkehr (was ja auch ursprüngliches Ziel der Planung war) und die Radfahrer müssten nicht durch Menschenmasse manövrieren.


    Ich bin übrigens selbst Radfahrer. Aber eben auch Fußgänger, Bahn- und Autofahrer. Und in keiner dieser Rollen finde ich es erstrebenswert, mir Verkehrsflächen mit Menschen zu teilen, die in einer der jeweils anderen Rollen unterwegs sind. Sonst bremst man im besten Falle alles auf das Tempo des Fußgängers aus; im schlechtesten Fall gibt es Konflikte oder Verletzte.

    ^ Ein wirklich rundum gelungenes Konzept und ein sehr schöner Entwurf. Spektakulär aber irgendwie doch ohne sich aufzudrängen. Fügt sich in Gegend und Landschaft ein, sticht aber auch auf eine gewisse Art heraus. Genial.

    Ich stand dem Konzept des Radwegs auf der Schadowstraße während der Planung entschieden ablehnend gegenüber. Nach Fertigstellung entschloss ich mich, die tatsächliche Umsetzung eine Weile lang zu beobachten und dann möglichst neutral zu bewerten. Ich zwang mich selbst zu Neutralität, streifte alte Vorurteile ab und versuchte dem Konzept sogar mit etwas Wohlwollen zu begegnen.


    Nach dieser Phase der Beobachtung muss ich sagen: das Konzept ist gescheitert. Krachend. Wirklich niemand der Nutzer hat Spaß daran. Mit etwas Übertreibung könnte man sagen: der Radweg teilt nicht nur die Schadowstraße, er spaltet eine Gesellschaft. Leider fehlen in der derzeitigen Ratskoalition die Realpolitiker, die das einsehen werden.


    Bezüglich der Neugestaltung der Straße: die Qualität der Planung und Umsetzung (Asphalt statt Pflaster, sic!) fällt deutlich hinter die übrigen Bauabschnitte der neuen Innenstadt zurück. Sicher ist es sehr viel besser als der alte Zustand, aber Entwurf und Umsetzung bleiben weit hinter den Möglichkeiten, die durch Wegfall von Auto- und Bahnverkehr eröffnet wurden. insgesamt hat man das Gefühl, dass hier, um 20% Kosten zu sparen, 40% an Potenzial eingebüßt wurde (bevor mich jemand auf die Zahlen festnagelt; diese sind ein reines Bauchgefühl).

    Die Politiker der Bezirksvertretung 6 lehnen in ihrer letzten Sitzung den Plan der Verwaltung und der CENTRUM-Gruppe ab, einen Wettbewerb für ein Hochhaus auf dem Grundstück des ehemaligen Renaissance Hotels durchzuführen. Sie fordern

    - die Begrenzung der Höhe auf den Kirchturm der St Franziskus Kirche,

    - die Prüfung einer Wohnnutzung.


    Wer zum Teufel will denn da wohnen?! Zwischen zwei Autobahnzubringern, neben einer der größten niveaugleichen Straßenkreuzungen Deutschlands?!


    Wo ist denn bitte das Problem bei der Höhe in unmittelbarer (!) Nachbarschaft zu ARAG-Turm, Uppernord Tower, Tadao Ando Tower, ARAG 2. Bauabschnitt und Yrds?!

    Zu # 547: Was mich am meisten schockt, ist, dass der alte Kaufhof anscheinend ein grünes Glasdach statt Kupfer/Bronze bekommen soll. Schaut man sich die Visualisierungen genau an, erkennt man da nicht nur eine gewisse Transparenz, sondern auch Strukturen, die dort bisher nicht zu sehen sind.

    Es wäre geradezu lächerlich, das Konzept von BIG am Wehrhahn der Höhe wegen abzulehnen und dann dieses Ungetüm zu genehmigen. Ein furchtbarer Entwurf.


    Hoffentlich setzen sich BIG /Signa ohne Abstriche an ihrem eindrucksvollen Entwurf durch.

    ^ Ich würde sogar noch weiter gehen und behaupteten, dass ein solches Gremium zutiefst antidemokratisch ist. Wir sind keine Räterepublik und es kann daher nicht angehen, dass demokratisch weder legitimierte noch kontrollierte Parallelorgane geschaffen werden, die unter dem Label einer vermeintlichen Wissenschaftlichkeit quasi-unumstößliche Grundsatzentscheidungen fällen und diese öffentlich verkünden. Das hat mit Beratung politischer Entscheidungsträger und einem "Beirat" nichts mehr zu tun. Hier werden Fakten geschaffen und die Volksvertreter am Nasenring durch die öffentliche Manege geführt.


    Debatten gehören in den Rat der Stadt, nicht in irgendwelche Hinterzimmer. Wenn sich Ratsleute Ratschläge von Fachkundigen einholen wollen, dann bitte immer gerne. In der Auswahl der Berater sollte ein Volksvertreter aber immer frei sein. Kein demokratisch gewählter Abgeordneter sollte sich diese Zwangsberatung antun müssen - von nach politischem Geschacher ausgewählten Besserwissern.


    Das ist ein fieser Zeitgeist, politische Kompetenz auf Gremien außerhalb der Parlamente auszulagern.