Gotteshäuser in Berlin

  • ^ Danke für die Einstellung des Videos.

    Leider wird nur über den umgestalteten Innenraum berichtet. Die intensiven Arbeiten am Äusseren scheinen kein Thema zu sein. Für mich kann der aktuelle Zustand mit der fehlenden Kuppellaterne jedenfalls kein engültiger Zustand sein. (Gleiches gilt auch für den Berliner Dom)

  • Ich finde die Bilder und auch Worte des Eröffnungsgottesdienstes bringen es ganz gut rüber, besonders die des Evangelischen Geistlichen: Die eher schlichte Gestaltung in Kombination zur weißen Farbe betonen 3 Dinge:

    - die (Halb-)Kugelform...

    - ...sowie deren Öffnungen zu den Seiten und in Richtung Himmel...

    - ...und die daraus resultierende Lichtwirkung

    In dieser Klarheit und Konsequenz finde ich das durchaus beeindruckend. Es wirkt tatsächlich wie eine Art Lichtkörper oder auch Lichtdom. Dass der Altar dabei gewissermaßen als Pendant zur Kuppel fungiert und die vertikale Verbindung von Kirchensaal und Himmel nochmals betont, ist mE ein sehr gelungenes Detail und auch die darin verarbeiteten Steine eine interessante Idee.

    Und da in der katholischen Kirche ohnehin jeder Gottesdienst mit einer großen Portion Pomp vollzogen wird, wird es auch nach wie vor genügend Sinneseindrücke geben. Ich finde, dass es sich durch den Kontrast sogar besser abhebt als bei einer schweren, teilweise oft schon recht überladenen Inneneinrichtung wie in anderen Kirchen. Auch vor dem Umbau war es ja schon deutlich schlichter als bspw. der Berliner Dom, aber die neue Gestaltung spricht mich persönlich mehr an: Keine schweren Bänke, keine riesigen und einschüchternden Gemälde o.ä. Stattdessen total aufgeräumt und klar aber auch irgendwo freundlich und erhaben. Gerade in einer ruhelosen und reizüberfluteten Zeit tut es vielleicht auch mal gut, sich etwas zu reduzieren und auf die Klarheit zu besinnen.

  • Ok. Kein Lichtdesign oder sonstiger Lampeneinsatz. Innenarchitektonisch ist es eher reizlos.

    Wenn man die Liturgie, Reden, Persönlichkeiten plus Musikeinsatz als performativen-sinnstiftenden Akt bewerten sollte, kommt man wohl zum Schluss, dass täglich hunderte Veranstaltungen in Berlin mehr geistige, soziale und emotionale Erbauung bieten.

    Hoffentlich haben sie dort wenigstens eine Fußbodenheizung eingebaut, denn sonst bleiben auch noch alle Rentner weg.

    Einmal editiert, zuletzt von Arty Deco (24. November 2024 um 23:28)

  • Hier ist noch der Video Beitrag von RBB zur Eröffnung der St. Hedwigs-Kathedrale:

    https://www.rbb24.de/panorama/beitr…kathedrale.html

    Darin kommen auch einige der verantwortlichen Personen zu Wort.

    Hier ist ein kurzes Video zur Architektur, u.a. von dem offiziellen Instagram Kanal der Kathedrale:

    https://www.instagram.com/katholisch_de/reel/DCwnzN7N4Qc/

    Und hier sind noch einige Fotos aus verschiedenen Perspektiven, u.a. von dem offiziellen Instagram Kanal der Kathedrale:

    https://www.instagram.com/katholisch_de/p/DCw9NZYNyTG/

  • ^.... Fazit: Also genau das was in Berlin noch gefehlt hat.

    Ich finde den Innenausbau garnicht so misslungen wie hier einige Foristen bemerken. Schliesslich sind dies nicht die Zeiten der Gegenreformation, wo man versuchen musste, die Evangelischen durch grandios üppigen Figurenschmuck und überbordende Dekoration unter Verwendung von viel Gold, zur Rückkehr in den Schoß der katholischen Kirche zu bewegen.

    Die Zeiten sind hart die Zeiten sind karg. So bleibt sehr viel Raum für Kontemplation und das besinnen auf's Eigentliche. Ist ja nicht das Schlechteste.

    Auch wenn ich mir einen weiteren farblichen Akzent gewünscht hätte, sei es durch knallbunte Bestuhlung oder einen wunderbaren großen, alten Lüster, hervorgerufen, die die Strenge und Kälte ein wenig brechen würden. Es fehlt nur an wenigen aber guten Details. Und schon ist die Kuh vom Eis.

    ... und warum sollte dieser enorme Raum nicht auch für Glaubensübergreifende Veranstaltungen, natürlich dem Duktus der Kathedrale nicht zuwiderlaufende, genutzt werden können? Im Kölner Dom gab es auch Techno-Konzerte. In der Kathedrale von Reims ebenso.

    In Einem möchte ich Architektur-Fan Recht geben. Wenn irgendwann mal mehr Geld vorhanden sein sollte. stünde es diesem Gebäude gut zu Gesicht, und damit auch dem ganzen historischen Umfeld, wenn die Kuppelform äusserlich angepasst würde samt Rückkehr der Laterne.

    Gerne hier nochmal aus meiner Sammlung der Kupferstich von Ringle/Engelbrecht mit der Darstellung der Kuppel von Knobelsdorff, Foto von mir.

    https://model2.de/light/11473/img_0506wukih.jpg

    Einmal editiert, zuletzt von Camondo (25. November 2024 um 17:42)

  • St.-Hedwigs-Kathedrale

    Heute ein Update der St.-Hedwigs-Kathedrale neben an Rohbau & ein Tiel des fertigen Sanierten Kirche.

    © Johannes_9065

    Teil 1 : Neubau / Rohbau.

    Zuletzt hier

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    &

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    Teil 2 :

    Eingang/ Ausgang ⬇️

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    Inndrinnen

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    Rückseite

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    Ganz Hinterseite ⬇️

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    "Leucht Kuppel" ⬇️

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    Spenden ist Wünschenswert ( Kerze anzünden)

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    Kleine Info Tafel ⬇️

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    Wochenprogramm ⬇️

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  • Endlich mal eine Designerkirche!

    Mir gefällt sie ausnehmend gut.

    Die Madonna auf Steinblock mit dem gestylten Metallring inmitten des minimalistischen Weiss ist schon ein Hingucker! Die esoterisch angehauchte Decke mit der Lichtkuppel als Abschluss.

    Dazu der Steinblock als Altar.

    Da schlägt das Herz des Innendesigners gleich höher.

    Die Milchglasfenster sind etwas bieder, da hätte ich mir etwas Farbe oder so ne Art Gerd Richter Fenster wie im Kölner Dom vorstellen können.

    Würde mich nicht wundern, wenn in der nächsten Ausgabe der Architectural Digest ein bebilderter Durchgang und Interview mit dem owner erscheint (Tell us Jesus, are you happy with this new cool Hedwigstyle? Will it be an example for other residences of yours?)

    Sowas in der Art eben.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Endlich mal eine Designerkirche!

    Der Kommentar wirkt insgesamt sarkastisch auf mich, aber du scheinst es ja ernst zu meinen.

    Nichts gegen Designerkirchen bzw. ist es mir egal, wenn welche gebaut werden. Aber bei einem Gebäude des 18. Jh., noch dazu diesen Ranges, würde ich mir doch mehr Respekt vor der gestalterischen Leistung der damaligen Baumeister wünschen.

    Und nebenbei: sollte es nicht noch eine weitere Infotafel geben, die auf die einst denkmalgeschützte Gestaltung verweist, welche für das neue "Design" beseitigt wurde, wäre das schon frech. Wobei ich durchaus froh bin, dass der dunkle Innenraum samt Loch rückgebaut wurde. Aber diese Zeit gehört zur Geschichte dazu und sollte nicht übergangen werden.

    Übrigens: wird nun gar keine Forderung erhoben, etwaige anonyme Spenden zurückzugeben und bei namentlich bekannten Spendern Gesinnungsprüfungen durchzuführen?

  • Im Baunetz ist eine (für dieses Medium) ungewöhnlich deutliche Kritik am Umbau erschienen. Fazit: Der Raum ist nicht sehr katholisch geworden, da er Historie und Emotionalität negiert.

    Von den Fotos her würde ich das ähnlich beurteilen (mich enttäuschen fast am meisten die Fenster!). Aber ich muss wohl auch mal einen Ausflug machen.

  • Also ich finde, wenn man die Zeit hat , sollte man selbst mal ein Blick machen. Vlt. Ändert man die Meinung. In live sieht es m.M nach etwas besser aus als bei den Bildern. Was mir fehlt Ist, das kaum Bilder an der Wand sind bzw. Wie Propheten co. Gepasst hätte es oben an der Decke. Ehr sieht es Etwas kühl aus. Letztendlich Rest ganz Okey & schön sauber. Noch wird am hinteren Raum gebaut ( 4 Bild von inndrinnen gemeint). Und das gute Ist, Mann kann kostenlos die Kirche sich anschauen. Am Eingang sind Mitarbeiter die Info Blätter austeilen und Info die Gäste bieten.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    In live sieht es m.M nach etwas besser aus als bei den Bildern.

    Was den Innenraum gut aussehen lässt, ist einzig und allein die Tatsache, dass man die ursprüngliche Raumschöpfung wieder hergestellt hat. Wenn man mal davon absieht, dass man das Loch zur Unterkirche geschlossen hat, steckt in den aktuellen Umbaumaßnahmen keinerlei schöpferische Eigenleistung.

    Den Höhepunkt dieser Nicht-Leistung stellt die weiß getrichene Innenkuppel dar. Auf den Bilder kann man irgendwelche weißen Verzierungen erkennen. Die Erklärung für diesen Zierrat ist offensichtlich. Einerseits hatte man nicht den Mut, die Innenkuppel richtig zu gestalten. Andererseits war das Anstreichen mit bloßer weißer Farbe den Verantwortlichen dann doch ein bisschen zu unkreativ. Also hat man diesen nicht identifizierbaren weißen Zierrat in der Innenkuppel angebracht. Was sollen diese merkwürdigen Verzierungen in der Innenkuppel darstellen? Machen diese Verzierungen irgendeinen Sinn? Wenn die Hedwigskathedrale in fünfzig Jahren mal wieder neu gestaltet wird, wird solcher Zierrat aus dem Jahr 2024 wieder entfernt werden, weil er dem zukünftigen Geschmack nicht standhalten wird.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Letztendlich Rest ganz Okey & schön sauber.

    Nach einem Umbau sieht alles immer "schön sauber" aus. Auch das ist keine große Leistung.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Und das gute Ist, Mann kann kostenlos die Kirche sich anschauen.

    Der Zutritt zu katholischen Kirchen ist immer kostenlos. Es handelt sich um eine Kirche, und nicht um ein Museum.

  • ^ natürlich hast du ja Recht die Fakten nur wusste ich nicht, dass bei der katholische Kirche immer kostenlos Ist. Das es nicht ein Museum ist, ist ja klar. Aber heutzutage kostet alles nur noch Geld. Gegenüber der Kirche ist ein Weihnachtsmarkt Eintritt kostet 2 €...

    Aber das ist OT des Thema & möchte nicht, dass dieser Thread zur einer Diskussion wird ( allgemein gesagt). Wie gesagt man kann selbst ein Bild darauf machen und dann selbst beurteilen.

  • Umbau der Hedwigs-Kathedrale?!

    Die Katholischen Oberhäupter in der Hauptstadt haben das neue Konzept so schön erklärt. Ich finde, von den selben Architekten der Hedwigs-Kathedrale sollte dringend auch der Kölner Dom in eine "gesamtdeutsche, helle Version" umgestaltet werden. Warum immer nur bei uns in Berlin?!

  • Die Hedwigskathedrale kopiert das Pantheon in Rom. Ich finde in der jetzigen Ausführung wirkt die Kirche universeller und damit einladender als andere katholische Kirchen. Die meisten sind historisch und ein solcher Umbau verbietet sich, hier war aber eine radikale Abkehr vom Nachkriegszustand durchaus sinnvoll, eine Rekonstruktion einer früheren Epoche aber eher nicht.

    Die Kirche fungiert ab jetzt auch als katholische Staatskirche in der Hauptstadt, was ich mir bei der Gestaltung gut vorstellen kann. Ich werde mal eine sonntägliche Messe besuchen und mir ein Bild machen.

  • Rotes Rathaus Das sehe ich ähnlich. Sankt Hedwig wirkt zwar durchaus beeindruckend - aber weder von außen noch von innen einschüchternd oder gar bedrückend wie manch anderer Sakralbau. Eher verströmt es eine gewisse Leichtigkeit und Erhabenheit - und auch der menschliche Maßstab passt vergleichsweise doch ganz gut. Die Attribute "universell" und "einladend" finde ich daher sehr stimmig. Ich persönlich schaue mir zwar auch die düsteren Kirchen durchaus mal mit Interesse an, bin danach mitunter aber auch nicht traurig, wieder raus zu sein. Von daher trauere ich hier keiner der vorherigen Zeitschichten nach (auch wenn ich einen solchen Originalzustand sicherlich aus Respekt auch nicht antasten würde).

    Wo ich noch unsicher bin, ist beim Thema Buntglasfenster. Irgendwie finde ich diese Konsequenz ja erstmal ganz gut. So ein luftiger, heller, lichtdurchfluteter Raum passt doch ganz gut zur Grundidee von (christlicher) Religion, zwischen Mensch und Himmel zu vermitteln bzw. das Irdische zu erheben und zu erhöhen. Das Milchglas wirkt etwas neblig-wolkenähnlich und passt daher ins Bilde. Und ich ahne somit: Während ich bunte Fenster gerade in dunklen alten Kathedralen durchaus als auflockernde und belebende Elemente wahrnehme, könnte es hier die stringente Wirkung etwas stören. Eher könnte ich mir vorstellen, selektiv mal mit LEDs verschiedene Lichtstimmungen herzustellen. Das ist heutzutage ja keine große Sache mehr und es würde nicht dauerhaft das Erscheinungsbild verfremden.

  • jan85

    Dem möchte ich noch etwas zufügen. Generell war es ja so, dass Buntglasfenster in romanischen oder gotischen Kirchen ja die Aufgabe hatten den Gläubigen, die großteils nicht lesen konnten, erst recht nicht Latein, auf anschauliche Weise die Geschichten der Bibel bildhaft zu vermitteln. Und was auch sehr wichtig war, die Lebensgeschichte und Passion Jesu. Einige haben auch die Geschichte ihres Namensgebers/in in diesem Fall wäre es die der Heiligen Hedwig, auf den Glasfenstern erzählt.

    Und dies vermisse ich etwas sehr in dieser Kathedrale, die ja der heiligen Hedwig gewidmet ist. Wo ist der bildhafte Bezug?

    Wenn man es nicht mit den Fenstern machen wollte dann wenigstens mit einer Statue der Heiligen.

    Nun. was nicht ist kann ja noch kommen. Vielleicht spendet der Papst ja eine Darstellung der Hedwig.

    Die Fenster, Du hast es schon angesprochen, vernebeln das Licht ungemein, mir ist der Effekt hier zu metaphysisch.

    Wer sich in kirchlicher Glaskunst etwas auskennt, wird auf kurz oder lang, mit dem Künstler Pierre Soulages und seinem fantastischen Werk die Fenster der Abtei im französischen Conques betreffend, Bekanntschaft machen. Pierre Soulages hat hier in einer unglaublich schönen romanischen Abtei alle Fenster gestaltet. In weissem Glas nur unterbrochen von den schwarzen Linien der bleiernen Verglasungen. Das Ergebnis ist sehr beeindruckend, nobel und zurückhaltend. Die Art der Gestaltung hätte ich mir auch gut für Berlin vorstellen können.

    Wen es interessiert, hier eine Adresse mit vielen Fotos, der Fenster und der Arbeitsweise von Pierre Soulages in Conques:

    https://www.tourisme-conques.fr/de/de-conques/…-du-chromatisme

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Die meisten sind historisch und ein solcher Umbau verbietet sich, hier war aber eine radikale Abkehr vom Nachkriegszustand durchaus sinnvoll, eine Rekonstruktion einer früheren Epoche aber eher nicht.

    Kannst du das erläutern? Der Nachkriegszustand ist doch ein historischer Zustand, der aus meiner Perspektive sehr viel aufgeladener ist, als z.B. der bauzeitliche Zustand (der ja dann auch ohne "Not" Änderungen erfahren hat). Wieso verbietet sich hier der Umbau nicht?

  • Schön das Notre Dame wieder ganz ist. Der Brand dieses unglaublichen Kunstwerks war schrecklich.

    Ich war am 1. Advent um 12 Uhr in der Eröffnungsfamilienmesse in St. Hedwig mit Erzbischof Koch. Es war eine schöne Veranstaltung. Eine solche Messe - kreisförmig um den zentralen Altar, unter der hellen Kuppel, sogar die Sonne schien in die Kirche, wäre in der dunklen Halle mit Loch in der Mitte jedenfalls nicht möglich gewesen. Das ist so schon wesentlich besser. Gerade der katholische Kirche tut so eine kleine aber feine Kathedrale mit demokratischer Austrahlung ganz gut. Deshalb müssen ja nicht diverse andere umgebaut werden.

    Für Berlin ist es grandios, dass dort ein wichtiges Zentrum der Katholiken entsteht und damit eine weitere wichtige Institution in Mitte in den Reigen tritt!