Berliner Stadtverkehr kontrovers diskutiert

  • Ich bin wirklich gespannt, ob wir Ende des Jahres wieder eine sechsspurige Elsenbrücke sehen und ob dann die Verkehrsprognosen der Planfeststellung für den 16. BA der Realität standhalten. Mit dieser Situation wird man dann ja vermutlich über Jahrzehnte leben müssen.

    Der momentane Stau war ja absehbar und bereits vor der Eröffnung staute es sich hier. Umliegende Kieze entlasten ist da nur sehr begrenzt möglich. Wenn man mit dem Auto über die Spree muss, dann entweder hier rüber, oder aber erst über die Oberbaumbrücke oder weit südöstlich über die Minna-Todenhagen-Brücke. Mit der S-Bahn merke ich persönlich davon zum Glück wenig.

  • Da ist aber jemand sehr optimistisch. Wenn überhaupt, sehen wir 2 Fahrbahnen bis Ende des Jahres. Bis jetzt sind noch nicht mal alle Brückenteile da. Bis zum Brückenschlag dürfte es noch ein paar Wochen dauern. Dann erfolgt die Fertigstellung der Fahrbahn. Dem folgt der Abbau der Behelfsbrücke. Bis zum Jahresende wäre das schön. Ich glaub da nicht dran. Der Stau wird uns auf Jahre begleiten.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    ch finde schon, dass es jetzt auch noch den nächsten Bauabschnitt geben sollte, denn die Autobahn vor der Spree in dieser Lage dauerhaft enden zu lassen, führt dann auch dauerhaft zu nicht akzeptablen Einschränkungen an dieser Nahstelle

    Dekoratives Anführungszeichen

    Ich war dagegen aber die Verlängerung würde gut tun um den Stau im Zentrum zu "entlasten etwas ". Der Berliner Bürgermeister hat auch gesagt am Eröffnung : Ohne den 17 abschnitt ist das Projekt nicht abgeschlossen

    Dekoratives Anführungszeichen

    Es braucht außerdem noch verbesserte Ampelschaltungen im Umfeld der Autobahnauffahrt im das gegenwärtige Verkehrschaos an einigen Kreuzungen zu verhindern.

    Jap... genau so läuft das dann: Sunk Cost Fallacy. Jetzt wo der 16. fertig ist, müssen wir den 17. auch noch umsetzen, denn so ist die Situation ja nicht tragbar. Aber erstmal die Zubringer-Kapazitäten an den Anschlussstellen anpassen und erhöhen, dass dürfte die "Entlastung der umliegenden Kieze" sein, von der immer geredet wird.

    Dann Spree-Überquerung, Ostkreuz-Doppelstockuntertunnelung, raus mit den Milliarden! Wir schaffen Lösungen für Probleme, die nicht existieren und kreieren auf dem Weg dahin noch zig neue. Wenn der Abschnitt 17 dann fertig ist, geht das Theater an den neuen Anschlussstellen weiter.

    Ein 18. Bauabschnitt würde schon Sinn ergeben oder?

    Einmal editiert, zuletzt von JimmyMcGill (31. August 2025 um 14:39) aus folgendem Grund: "Beruhigung" durch "Entlastung" ersetzt

  • Da die Elsenbrücke seit vielen Jahren auf meiner sportlichen Fahrradstrecke liegt kann ich zumindest eines berichten: Hier wird ganz sicher nicht an jedem Tag gebaut. Es wird alles ganz gemütlich im typisch berliner-deutschen Schnarchtempo erledigt.

    :sleeping:

    Mir fällt es auch sehr schwer anzunehmen, dass noch in 2025 die Brücke mit 2x2 Spuren fertig wird. Die Sockelbauten auf den Uferseiten sind zwar schon sehr weit. Doch der Fahrbahnbau / Brückenschlag hat noch lange nicht begonnen. Vielleicht gibt es ja noch eine Art Endspurt.

    2 Mal editiert, zuletzt von Arty Deco (31. August 2025 um 15:25)

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ein 18. Bauabschnitt würde schon Sinn ergeben oder

    ^ das habe ich mir auch so " Fantasie" gedacht.

    17 Bauabschnitt wäre ja bis Prenzlauer Berg. ( Aktuell in Planung )

    Der "18 "könnte man gleich von Prenzlauer Berg bis nach Wedding ( Seestraße ) verlängern da wo die A 100 endet bzw. auch Beginnt.

    Dann wäre die A- 100 eine komplette Ring Strecke Innerhalb Berlins. Und die A- 10 was längst gibt's außerhalb Berliner Ring.

    Aber ein 18 Abschnitt denke ich kommt nicht in Frage.... Wer weiß in der Zukunft passiert.

  • Stichwort "Entlastung der Kieze": Das ist ein sehr unglücklich und missverständlicher Begriff für Auswirkung des 16.BA

    Entlastet wird in erster Linie die Gegend um die alte Anschluss-Stelle am Kreuz Neukölln. Also dort wo bis vor kurzem eine Mio Berliner aus dem Osten hin mussten, wenn sie mit dem Pkw zur Autobahn wollten. Belastet hingegen wird jetzt Nord-Treptow, Kreuzberg und Friedrichshain.

    Beim Zubau von Verkehrsinfrastruktur, egal welcher Art, geht es um die Mobilisierung der Bevölkerung und der transportieren Güter, also der Ausweitung und Beschleunigung von Verkehr. Das will heute politisch Niemand mehr sagen oder feiern, weil die grün-links dominierte Medienhoheit ein Verzichtsdogma in Sachen MIV aufgebaut hat.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Da ist aber jemand sehr optimistisch.

    Das ist kein persönlicher Optimismus, sondern mehr die Überlegung wie es weitergehen wird. Momentan wird es so kommuniziert, dass die Planung nach der Fertigstellung 3 Spuren stadteinwärts und -auswärts vorsieht.

    Siehe auch hier.

    „Der westliche Teilbau dürfte aber schon Entlastung bringen. Dann werden drei Spuren stadteinwärts auf der neuen Brückenhälfte frei und drei stadtauswärts nebendran. Der wird laut der Senatsverwaltung aber nicht vor Dezember 2025 fertig - etwa ein halbes Jahr nach Eröffnung der A100.“

    Ich bin da eher skeptisch und glaube es erst wenn ich es sehe.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Dann Spree-Überquerung, Ostkreuz-Doppelstockuntertunnelung, raus mit den Milliarden! Wir schaffen Lösungen für Probleme, die nicht existieren und kreieren auf dem Weg dahin noch zig neue. Wenn der Abschnitt 17 dann fertig ist, geht das Theater an den neuen Anschlussstellen weiter.

    Grundsätzlich stimme ich dir zu, aber die Problematik geht mindestens zurück bis in die 50er Jahre. Den Drachen, den man damals geweckt hat, werden wir nicht mehr einfangen. Wir können höchstens üben ihn zu reiten.

    Ich hoffe schon, dass der Effekt mit der Anschlussstelle an der Frankfurter Alle besser ist. Aber das alles hat ja noch ein paar Jahrzehnte Zeit.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Entlastet wird in erster Linie die Gegend um die alte Anschluss-Stelle am Kreuz Neukölln. Also dort wo bis vor kurzem eine Mio Berliner aus dem Osten hin mussten, wenn sie mit dem Pkw zur Autobahn wollten.

    Meintest du nicht, du würdest die Gegend kennen? Mitnichten kann die Rede davon sein, dass es dort signifikanten Verkehr in Richtung der Ost-Berliner Wohnviertel gibt. Der fließt über die großen Ausfallstraßen in Richtung Berliner Ring und zurück, was aufgrund der vielfältigen Fahrmöglichkeiten auch ganz gut funktioniert. Im Gegensatz zur chronisch zugestauten Stadtautobahn und ihren neuralgischen Punkten an den Anschluss- und Kreuzungsstellen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Belastet hingegen wird jetzt Nord-Treptow, Kreuzberg und Friedrichshain.

    Du hast es erfasst.

    Einmal editiert, zuletzt von JimmyMcGill (1. September 2025 um 10:51)

  • Nicht Bewohner , Autofahrer leiden sondern auch die BVG Buslinie M43 & 194 hat es erwischt. Durch den Stau an der Elsenstraße /Elsenbrücke kommen viele Bussen zu spät oder Fahrgäste müssen den Rest laufen bis zum S - Treptower Park oder mit der Bahn weiter Fahren / ausweichen . Ein Sprecher der BVG : ⬇️

    Die BVG beobachtet die Verkehrslage im Bereich Elsenstraße/Elsenbrücke sehr aufmerksam. In den vergangenen Tagen kam es in diesem Bereich zeitweise zu größeren Verspätungen. ( 30 min )

    Die BVG wird den Fall weiter beobachten Konsequenzen Ziehen, wenn es so weiter geht. Hier heißt es Geduld für Fahrgäste. Also nur, wenn es zu Stau kommt fahren die Bussen nicht in diesen Abschnitt weiter.

    Teils sogar musste ein Tunnel der A100 gesperrt werden durch den Stau.

    Quelle : BZ

    Auch Beim RBB ( Audio ) berichtet: Sollte es zu Stau Kommen wird kurzfristig ein Teil der Autobahn A 100 gesperrt, bis der Stau " Etwas nachlässt" .

  • Wenn ich mir die Presseschau zur Eröffnung des 16.BA anschaue sehe ich Niemanden in Berlin, der die Sanierung der Elsenbrücke, dem Nadelöhr schlechthin, mit schnellerem Tempo einfordert.

    Dit is Berlin. Zetern bis die Schwarte kracht, dass der Stau an der Autobahnauffahrt die Mobilität erstickt, doch Lösungsvorschläge gibt keiner. Weder Bezirk noch Senat, noch Medien, noch Wissenschaftler oder Bürgerinitiativen fordern das Offensichtliche: Nämlich einen Gang zuzulegen beim Bau der Elsenbrücke.

    2 Mal editiert, zuletzt von Arty Deco (3. September 2025 um 15:54)

  • Ute Bonde kündigt Anpassungen auf neuem A100-Abschnitt an.

    Wie das RBB & anderen Quellen heute berichten haben, hat Berlins Verkehrssenatorin : Ute Bonde (CDU ) eingeräumt, dass es nicht so läuft wie es " geplant war " bei der A 100 wegen den langen Stau & Fahrgästen der BVG - Busse die ein Teil der Strecke laufen müssen, und die Busse teils eingestellt werden, da man nicht wegen den Stau weiter fahren kann.

    Nun möchte man die Gegend bzw. Abfahrt im Treptow & Teils Friedrichshain entlassen.

    Wie wurde nicht gesagt. "Nun werde man Gegenmaßnahmen ergreifen" . Noch in dieser Woche sollen diese beschlossen werden.

    "Es müsse eine andere Verkehrsführung geschaffen werden" so : Ute Bonde .

    RBB &BZ

    Na dann bin ich mal gespannt.....

  • Momentan gibt es auf der Elsenbrücke anders als bisher öffentlich kommuniziert nicht nur 1 x 1 Fahrbahnen für Autos. Es gibt zusätzlich 1 x 1 Fahrradstreifen, die beide sehr breit sind. Außerdem gibt es eine separate Fußgänger/ Fahhradbrücke am Treptower Park. Hier wäre zu prüfen ob nicht ein oder zwei Fahrradstreifen zugunsten einer neuen Pkw-Spur aufgegeben werden kann. Man könnte die Brücke auch für Lkws sperren. Egal was jetzt politisch an Nachjustierungen kommt, ich erhoffe mir dass man doppelt so schnelles BauTempo zur Fertigstellung der Brücke an den Tag legt.

    2 Mal editiert, zuletzt von Arty Deco (8. September 2025 um 20:14)

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Es gibt zusätzlich 1 x 1 Fahrradstreifen, die beide sehr breit sind.

    Platz für Fahrräder? Das dürfen wir nicht dulden. Frau Bonde, übernehmen Sie!

    Im Ernst: Man kann doch nicht im 21. Jahrhundert als Lösung für Verkehrsprobleme Einschränkungen für jene Verkehrsmittel empfehlen, die erwiesenermaßen am wenigsten Probleme verursachen. Kaum Lärm, wenig Platzverbrauch, keine Emissionen – Fahrräder. Also weg damit! (Oder zumindest dafür sorgen, dass Radfahren in Berlin wirklich unangenehm bleibt.) Auf solche Ideen kommt Frau Bonde von ganz allein...

  • Also der noch einseitig vorhandene Fußgängerweg entlang des Provisoriums der Elsenbrücke ist so schmal, dass es bereits jetzt grenzwertig ist. Habe irgendwo gelesen, dass 2 breitere Kinderwagen nicht aneinander vorbeikommen. Ich bin im Hinblick der Fertigstellung bis Ende des Jahres optimistisch. Bin zwar kein Experte, aber so sieht es dort derzeit aus. Das Mittelteil muss wohl noch mittig positioniert werden (und sicher weitere Dinge, die ich nicht beurteilen kann 😁).

    bkem5qse.jpg

    Wie hier zu lesen ist, steht der Zeitplan wohl.

    Der Brückenschlag soll demnach im Oktober und die Eröffnung im Dezember erfolgen.

    Einmal editiert, zuletzt von Hurzel (9. September 2025 um 10:46)

  • Hier ist mal auf den Punkt beschrieben, warum Berlin an den einfachsten verkehrspolitischen Aufgaben scheitert. Thema: Maßnahmen rund um die Elsenbrücke um den Verkehrsfluss zu verbessern und den Teilstau bei der A100 Abfahrt zu minimieren. Das Land und die Bezirke haben in den entscheidenen Experten und Berater-Gremien keine Pragmatiker installiert. Bis heute gibt es keine Ankündigungen die Brücke schneller fertigzustellen.

  • ^ Der Kommentar von Gunnar Schupelius in der Bild-Zeitung zielt eigentlich "nur" auf einen Punkt ab: Etwa 60m östlich der Elsenbrücke gibt es die Parkwegbrücke. Diese könnte den Radverkehr zumindest in Teilen aufnehmen und somit könnte die Radspur für Autos freigegeben werden. Der Umweg für Radfahrer hielte sich in Grenzen, die Autospuren wären aber für Räder natürlich weiterhin nutzbar, was bei Tempo 30 auch keine allzugroße Gefahr darstelle.

    Grundsätzlich erstmal schlüssig, finde ich. Und da das Kind nun schon mal in den Brunnen gefallen ist, wäre es wohl pragmatisch das auch so zu handhaben. Für mich aber verständlich, dass Jarrasch damals die Radspuren vorgesehen hat, ist ja schließlich Kernthema ihrer Partei, dafür wurde sie gewählt. Naja, am Ende können alle auf die Politik meckern, aber jeder weiß heute, dass da Stau herrscht, also ist jeder, der die Autobahnabfahrt dort nimmt auch ein bisschen selbst dafür verantwortlich. Oder fährt man als Autofahrer in Zeiten von GoogleMaps noch sehenden Auges in einen Stau?

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    aber jeder weiß heute, dass da Stau herrscht, also ist jeder, der die Autobahnabfahrt dort nimmt auch ein bisschen selbst dafür verantwortlich. Oder fährt man als Autofahrer in Zeiten von GoogleMaps noch sehenden Auges in einen Stau?

    Korrekt. Der MIV ist vor allem Eines: Getragen von Selbstverantwortung der Fahrer. Bei Organisation im Stadtraum ist natürlich die Politik gefragt, wenn es um Lösungen für die Allgemeinheit geht.

    Ein Fakt, der übrigens kaum vermeldet wird, dass die Auffahrt auf den 16.BA deutlich weniger Stau verursacht. Warum auch immer. Heißt: Die A100 in Treptow ist nur zu 50% von Stauproblemen betroffen.

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    ^ Der Kommentar von Gunnar Schupelius in der Bild-Zeitung zielt eigentlich "nur" auf einen Punkt ab: Etwa 60m östlich der Elsenbrücke gibt es die Parkwegbrücke. Diese könnte den Radverkehr zumindest in Teilen aufnehmen und somit könnte die Radspur für Autos freigegeben werden. Der Umweg für Radfahrer hielte sich in Grenzen, die Autospuren wären aber für Räder natürlich weiterhin nutzbar, was bei Tempo 30 auch keine allzugroße Gefahr darstelle.


    Die Parkwegbrücke befindet sich hinter der Bahnbrücke und führt vom Park auf die Halbinsel Stralau. Sie ist für Fahrradfahrer, die von A nach B wollen, völlig ungeeignet. Bitte mal auf Google Maps ansehen.

  • ^ Hatte ich schon ;). Hier noch mal mit OSM-Ausschnitt:

    72o49wec.png

    Quelle: OpenStreepMaps

    Der Umweg beträgt also eher 250 m als die 60 m die Schupelius suggeriert. Naja, ist ja auch Bild... Ob die Brücke bei 250 m geeignet ist, hängt wohl vom Radfahrer ab. Auf jeden Fall wird die Fahrt durch den S-Bahn-Zugangstunnel inkl. Rampe nicht gerade für Begeisterung bei den Betroffenen sorgen.