Hauptbahnhof Frankfurt

  • Bahnhofsvorplätze

    Das Frankfurter Architekturbüro schneider+schumacher erhält den Auftrag eine Vorplanung zu erstellen. Gegenüber dem 2008/09 durchgeführten Ideen- und Realisierungswettbewerb von Stadt und Bahn (siehe oben) wird der Planungsbereich verkleinert. Zunächst soll es nur um den zentralen Vorplatz vor dem Hauptportal und den nördlich anschließenden Bereich einschließlich der Poststraße gehen. Dies weil erst die Frage eines zentralen Fernbusbahnhofs zu klären ist, bevor eine konkrete Planung für den südlichen Vorplatz erfolgen kann. Für die Erstellung einer "Vorplanungsvorlage" sollen Planungsmittel in Höhe von 500.000 Euro bereitgestellt werden. Das und einiges mehr steht in einer gerade erschienenen =22877051"]Pressemitteilung der Stadt.

  • So sehr mich ein neuer Anlauf in der Sache freut - will man nun nur ein paar kosmetische Aufbesserungen des Status quo umsetzen?

    Wie will man die großen strukturellen Änderungen in Angriff nehmen, wenn zunächst ein Drittel des Platzes unverändert bleiben soll? Wenn wie geplant die Straßenbahn vor das Hauptportal gerückt und die Fahrspuren an der Ostseite gebündelt werden sollen muss zwangsläufig auch auf dem südlichen Drittel etwas passieren. Und seit wann war überhaupt die Rede davon, dass ein (Fern-)Busbahnhof auf dem südlichen Vorplatz entstehen soll?

    Es ist die grauenhafte funktionale Gliederung des Vorplatzes, die dringend korrigiert werden muss. Mit ein paar neuen Bodenplatten ist hier niemandem geholfen, ich habe aber die Befürchtung, dass es genau dabei bleiben wird.

  • Genau das befürchte ich auch. Außerdem frage ich mich warum man überhaupt die Bürger zu dem Thema befragt hatte, wenn jetzt doch eins der Architekturbüros im Prinzip ohne Rücksicht auf irgendwelche Anregungen planen kann was es will...

  • Man darf sich ja noch glücklich schätzen. In München und Stuttgart ist die Bahnhofs-Vorplatzproblematik sogar noch eklatanter. Immerhin tut sich was, auch wenn es 20 Jahre zu spät kommt.

    Man kann (zunächst) auch mit wenigen Mitteln den Bahnhofsvorplatz menschenfreundlicher machen, wie z.B.:
    - Fahrradständer an weniger prominente Stellen verlegen damit die Dauerparker nicht als "Dauerbarrieren" erhalten werden
    - Tempo 30 einführen am gesamten Vorplatz mit Blitzern wie an der Messe
    - Taktung und Synchronisierung der Fußgängerampeln, die eine schnellere Querung erlaubt und nicht zu einem "Warten auf Godot" wird.
    - Weg mit allen 70er Jahre Planzenkübeln als Raumbegrenzer
    - Das ekelhafte Cafe mit den permanent abgestellten und meist leeren 50 Tischen wegräumen lassen und durch Starbucks ersezten (10 Tische reichen an der Stelle), da die derzeitige Lösung als Barriere wirkt.
    - Ein kleiner Brunnen wäre im Sommer ein netter Treffpunkt

  • Woraus soll sich denn ergeben, dass hier eine kleine Lösung mit lediglich oberflächlichen Aufhübschungsversuchen angestrebt ist? Aus der verlinkten Pressemitteilung ja mal sicher nicht. Die Planung für den "Fernbus-Bereich" an der Südseite wird eben verschoben, weil für diesen erst eine Lösung gefunden werden muss. Mehr aber auch nicht.

  • Es ergibt sich implizit aus den genannten Vorgaben:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Inzwischen haben wir aber vereinbart, den Planungsbereich zu verkleinern und zunächst nur eine Veränderung des zentralen Vorplatzes vor dem Hauptportal und des nördlich anschließenden Bereiches einschließlich der Poststraße voranzutreiben.

    Man kann keine strukturellen Änderungen am Platz vornehmen, wenn der komplette südliche Teil "zunächst" unverändert bleiben soll. Oder soll die verlegte Straßenbahn dann mitten auf dem Platz einen Schlenker zurück zur alten Trasse machen?

    Nur wenn lediglich der unmittelbare eng umrissene Bereich des heutigen Busbahnhofes ausgeklammert bleibt kann wie einst geplant eine umfassende Neuordnung der restlichen Funktionen erfolgen.

    Ich möchte wirklich nicht paranoid klingen, aber ich halte inzwischen alle Beteiligten für in der Lage, so durch die Hintertür eine kosmetische Minimallösung durchzudrücken.

  • Na ja, für Pessimismus hat die Bahn zwar schon Anlass genug gegeben, aber einen Beleg für Deine Befürchtung sehe ich weiterhin nicht. Insbesondere steht nirgendwo der "komplette südliche Teil", diese Formulierung stammt von Dir. Unter Südseite verstehe ich die Bereiche an der Mannheimer Straße. Schau Dir mal die gestern schon verlinkten Unterlagen aus dem Wettbewerbsverfahren an, der ursprüngliche Planungsbereich geht nämlich ganz schön weit "um die Ecke". Abgesehen davon ist aufgeschoben nun mal nicht aufgehoben. Das gilt auch für die Frage nach der Verlegung der Straßenbahnhaltestelle.

  • Wenn man den Hbf in Frankfurt mit denen anderer Großstädte in Vergleich setzt, finde ich die Situation in FFM gar nicht so tragisch wie die meisten anderen hier. Okay, repräsentativ geht anders, aber das Bild in Hamburg ist auch eher traurig: Ein großes, altes Vordach unter dem genau so Junkies, Obdachlose und Bettler hausen und den Weg für Passanten blockieren. In München mag es zwar etwas ordentlicher und aufgeräumter wirken, dafür ist der Bahnhof ansich ein ziemlich trister Zweckbau. Berlin lässt sich schwer vergleichen, weil es sich 1. um einen kompletten Neubau handelt der 2. nicht mitten in der Stadt steht. Düsseldorf ist ebenfalls eher ein tristes Pflaster.

    Vor einen Hauptbahnhof gehört weder eine Eventfläche noch eine parkähnliche Anlage zum Verweilen (dafür gibt es genug andere, schönere Orte).

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Oder soll die verlegte Straßenbahn dann mitten auf dem Platz einen Schlenker zurück zur alten Trasse machen?

    Die Verlegung der Straßenbahn in die Mitte des Platzes wird ja auch durch folgenden Satz in der Pressemitteilung ausgeschlossen:

    "Außerdem wird die Frage der Verlegung der Straßenbahnhaltestelle zunächst zurückgestellt."

    Ich gehe mal davon aus, dass damit die Haltestelle "Hauptbahnhof" gemeint ist (nicht die Haltestelle "Südseite"). Ohne Verlegung der Straßenbahn lässt sich auch an der Straßenführung praktisch nichts verändern. Ich verstehe das auch so, dass die großen strukturellen Veränderungen an der Verkehrsinfrastruktur damit wohl verworfen sind. Hat man die Straßen und die Haltestelle in ihrer jetzigen Lage erstmal "aufgehübscht", wird sich an dem Zustand wohl in den nächsten Jahrzehnten nichts mehr ändern.

    Die Formulierung mit "zunächst zurückgestellt" lässt jedoch noch hoffen, dass die jetzt zu erstellende Planung eine Verlegung der Straßenbahn in einer späteren Bauphase vorsieht und zulässt. Doch dann müsste man davon ausgehen, dass für den Bereich der Fahrbahn und Straßenbahn in der ersten Phase wenig Geld in die Hand genommen wird und sich dort zunächst auch wenig verändern wird. Das Planungsgebiet wäre dadurch sehr klein und eines der Hauptprobleme - die Barrierewirkung zwischen Stadt und Bahnhof - würde vorerst bestehen bleiben. Deshalb halte ich eine solche Lösung für unwahrscheinlich.

  • Ich gebe zu, dass die Formulierung einen gewissen Spielraum zur Interpretation lässt, aber auch mit dem von Torben genannten Passus zur Ausklammerung der Straßenbahn ist an sich alles gesagt - der Platz bleibt erst mal wie er ist, mit ein paar kleinen Änderungen hier und da. Der chronisch geldarmen Stadt Frankfurt wird es nur Recht sein, und der DB ist ihr Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit ja anscheinend eh egal.

    Ganz ehrlich, mir wäre es in dem Fall lieber man würde den derzeitigen Zustand noch 10 Jahre belassen und dann auf einmal alles richtig machen als sich nun mit noch mehr Stückwerk zufrieden zu geben. Aber sowas ist für Frankfurt ja leider nichts Neues.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    ... Vor einen Hauptbahnhof gehört weder ... noch eine parkähnliche Anlage zum Verweilen (dafür gibt es genug andere, schönere Orte).

    Wieso sollte es sowas nicht geben? Genau diese Denkweise ist schuld für die im Frankfurter Städtebau & Baugeschehen häufig vermisste Kreativität.

    Gerade Frankfurt kann ausser dem Opernplatz gar keinen Platz von Format vorweisen. Der Bahnhofsbau & -platz bieten sich hierfür sehr gut an. Es gibt nur wenige Bauten in der Stadt, die derart repräsentativ sind und zudem eine große Freifläche (damit meine ich "gebäudefrei") vorweisen können.
    Idealzustand wäre ja für mich ein Platz, der sich am Stuttgarter Schlossplatz orientiert, d.h. ein Platz ohne Strassenbahn und Strassenschneise mit Grünflächen, Cafés, Brunnen etc. ... zugegeben ist diese Vorstellung ziemlich utopisch :cool:

  • Der Hauptbahnhof ist aber kein Schloss wo man eine an den Barock erinnernde Parkanlage ohne jeglichen Verkehrsbezug davor setzen kann/sollte.
    Nein, nein, den Idealzustand für diesen Platz gab es schonmal, nämlich bis zum 2ten Weltkrieg. Genau so und nicht anders muss der Frankfurter Bahnhofsvorplatz aussehen. Breite Straßen und Straßenbahnen die der Bedeutung als Verkehrsdrehscheibe gerecht werden, und zusammen mit einer intelligenten Anordnung von Grünzeug zugleich extrem repräsentativ daherkommen!

  • Gleise 6/7, 8/9

    Die Plattform zwischen den Gleisen 6 und 7 ist planmäßig fertiggestellt, die zwischen 8 und 9 in Arbeit. Hier ist der letzte Beitrag dazu. Im Überblick sind aus sicherer Entfernung links die unsanierte Plattform 4/5, rechts daneben die frisch sanierte Plattform 6/7 und rechts die per hoher Holzwand abgesperrte 8/9:


    Bild: epizentrum

  • Hbf tief

    Man scheint bei dem Problem, die Säulen der D-Ebene mit Mosaiken zu verkleiden, eine Lösung gefunden zu haben (zur Problematik siehe hier). Wie ich heute aus der einfahrenden S-Bahn gesehen habe, wird gerade an einer der letzten (= stadtauswärts liegenden) Säulen an Bahnsteig 103/104 ein Mosaik aufgebracht. Soweit ich das auf die Schnelle erkennen konnte ohne vorgesetzte Schale und das silberne Modell, das hier auf dem ersten Foto im Vordergrund zu sehen war. Wenn ich demnächst mal Gelegenheit finde, schaue ich mir das aus der Nähe an, oder einer von euch schafft es eher :)

  • Abrüstung am Hauptportal

    Am Hauptportal fällt seit gestern nachmittag das Gerüst. Heute abend spätestens morgen gibt es freien Blick auf das wunderbar restaurierte Portal. Ich hoffe noch immer inständig, dass die DB dann auch diese runtergekommenen 70er Jahre Supermarkttüren in den historischen Rundbögen durch etwas Hochwertiges austauscht. Jaja, man wird ja noch träumen dürfen...

  • Tiefbahnhof

    Die ersten beiden neu gestalteten Säulen, die Robbi am Montag auf dem Bahnsteig 103/104 des Tiefbahnhofs entdeckt hat:


    (Bild von mir)

    Gestern abend war die dritte Säule (nicht im Bild) in Arbeit.

  • Ganz schick, sieht so aber etwas deplaziert aus, solange der Rest nicht auch gemacht wird (Böden, Wände). Ist das noch in Planung?

  • Was heißt in Planung? Man kann doch links des Fahrplans schon sehr gut die Wirkung des "Nebelwalds" erkennen: Es sieht aus wie Moos oder irgendein anderer Siff. Der Vorteil ist, dadurch wird man echten Siff für Deko halten.

  • Quo vadis, DB Netz?

    Über Decken, Wände, Böden, Beluchtung, Sitzangebote an den zentralen Frankfurter S-Bahnstationen sollte man lieber den Mantel des Schweigens legen. Hier wird sich bis ins Jahr 2037 sicher nichts mehr tun solange die DB Netz hierfür zuständig ist.

    Aber ohne hier zu nihilstisch zu werden. Es gibt immerhin die frohe Nachricht aus dem Journal Frankfurt (16. Mai), dass alle unterirdischen
    S-Bahnhöfe im Stadtgebiet barrierefrei werden sollen. Betroffen sind die Verkehrsstation Galluswarte, die S-Bahn-Station Ostendstraße und die unterirdischen S-Bahn-Stationen Hauptbahnhof Tief, Hauptwache, Konstablerwache, Lokalbahnhof, Mühlberg und Flughafen-Regionalbahnhof. Infolgedessen will man auch umfangreiche Modernisierungen der Stationen vornehmen. Der Haken an der Sache: Es handelt sich nur um eine Absichtserklärung zwischen Stadt und der Deutschen Bahn und die Realisierung erfolgt stückweise ab dem Jahr 2017, also erst in 3 Jahren geht's los. Mit dem Jahr 2037 liege ich also nicht unbedingt falsch.

    2 Mal editiert, zuletzt von Golden Age (21. Mai 2014 um 18:19) aus folgendem Grund: Mordswischdische Erläuterung

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Quo vadis, DB Netz?

    Kleine Korrektur: für die Bahnhöfe ist nicht die DB Netz AG zuständig, sondern die DB Station & Service AG. Die sind zwar beide im VRI ("Vorstandsresort Infrastruktur") bei der DB angesiedelt und firmieren beide mit dem Logo "DB NETZE", sind aber zwei ansonsten völlig getrennte Läden. DB S&S betreibt die Stationen und DB Netz den Rest des Netzes (Schienen, Brücken, Stellwerke etc.)