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Dein Beitrag kommt 30 Jahre zu früh.
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Dein Beitrag kommt 30 Jahre zu früh.
Fun fact: dieselben Architekten, die unseren Städten diese kostenoptimierte minimalistische Kistenstapelei zumuten, bevorzugen es für sich selber, in einem aufwändig gestalteten und der Umgebung sorgfältig angepassten Gründerzeitler im Musikviertel zu residieren. 😉
Fehlt nur noch eine überdimensionale Antenne auf dem Dach und dann haben wir einen neuen Stasibunker. Das macht zu sprachlos für konstruktive Kritik. Das muss doch schon beim Zeichnen schrecklich weh getan haben.
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Für die bevorstehenden Arbeiten wurde bereits ein Bauzaun aufgestellt und Teile der Fassade entfernt:
©555Farang

im direkten Vergleich umso absurder. Bildquelle: Schulz und Schulz auf der Webseite der Universität Leipzig
Ja, wirklich traurig und deprimierend.
Hier auch nochmal die ursprünglich geplante Fernsicht…

©schulz und schulz
… und die tatsächliche Umsetzung:
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[…]
©555Farang
Traurig, aber wahr. Ich verstehe nicht, warum man nicht mit dem Raster wenigstens einen anderen Farbakzent gesetzt hat, der aus der Kiste etwas hätte rausholen können?
Schulz/Schulz können über fehlende Mittel klagen, aber man muss ihnen schon vorwerfen können, dass sie auch keine einfachen Verbesserungen gesucht haben.
Man kann schon sagen, dass der Entwurf eine gewisse Leichtigkeit hatte, der aber bei der Umsetzung völlig verloren gegangen ist und somit ein ganz anderes Gebäude entstand. Das Gleich ist nur noch die Abmessung Höhe, Breite und Anzahl der Fenster.
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Verantwortlich für die starke Abweichung ist vermutlich nicht der Architekt, sondern der Bauherr, welcher hier Einsparungen u.a. in Form kleinerer und damit energetisch günstigerer Fenster vornehmen ließ.
Dass die Transparenz von Glas auf Visualisierungen nahezu immer auf einem unphysikalisch hohen Wert eingestellt ist - um eben jene "Leichtigkeit" vorzutäuschen - ist leider nichts Neues. Man müsste eigentlich bei allen Renderings vorab die Fenster um 2/3 abdunkeln um ein realistisches Bild zu erhalten.
Die schwulstigen Fensterrahmen aus der Baumarkt-Resterampe setzen dem ganzen natürlich die Krone auf.
Keine Ahnung wie knapp das Geld bei diesem Projekt gewesen ist, aber für einen niedrigen sechsstelligen Betrag wären ggf. für jedes Fenster kleine (Fallarm)Markisen drin gewesen, die dann nicht nur die nun ausschließlich sterile, nicht mehr aber filigrane Optik etwas auflockern, sondern auch farblich Abwechslung hineinbringen hätten können.
Ich hatte letztens Schulz/schulz eine Mail geschrieben, warum es so viele Abweichungen von der Visu gibt und wie Sie dieses Gebäude erklären können. Leider gab es hier keine Rückmeldung.
Auch wenn das Geld knapp oder gekürzt wurde, hätten die Architekten mehr rausholen müssen.
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An der Grünwaldstraße wird dieser hässliche Plattenbau aus den 60er/70er Jahren für ...
Ich kannte diesen Thread nicht und dachte echt, dass dieses hässliche Gebäude jahrzehnte-alt ist und demnächst abgerissen wird. Sorry, aber diesen Architekten sollte man ein Berufsverbot erteilen. Ein bisschen Rückgrat und Berufsethos muss man doch erwarten können. Stattdessen lassen sie sich für diese Scheußlichkeit zu willfährigen Handlangern degradieren. Pfui Teufel!
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Ich hatte letztens Schulz/schulz eine Mail geschrieben, warum es so viele Abweichungen von der Visu gibt und wie Sie dieses Gebäude erklären können. Leider gab es hier keine Rückmeldung.
Nach dem Nachhaken über Weiterleiten der ursprünglichen Mail kam bislang von den meisten Büros etwas zurück; passiert den Architekturbüros meiner Erfahrung nach nämlich häufiger, dass Mails durchrutschen (um es diplomatisch auszudrücken), wenn es nicht nur Lob ist.
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Sorry, aber diesen Architekten sollte man ein Berufsverbot erteilen.
Die "Schuld" ist hier m.E. keineswegs allein beim Architekten zu suchen, sondern min. zur Hälfte auch beim Bauherren, denn letztlich ist es dieser, der sowas absegnet. Hier kam m.E. schlechter Geschmack des Auftraggebers mit schlechtem Geschmack des Architekten zusammen.
Und wo ist da die Stadt, Gestaltungsvorgaben zu machen, zumal an so prominenter Stelle? Epic failure aller Beteiligten. Das sind die ersten Gebäude (zusammen mit dem IfL), die als Teil des Gesamtensembles Wilhelm-Leuschner-Platz errichtet werden, es sollten also besonders hohe Anforderungen an die Gestaltung gelten. Das Ergebnis empfinde ich als skandalös, und als schlechtes Omen für die weitere Quartiersentwicklung, wenn scheinbar so nachlässig auf die Gestaltung geachtet wird.
^"skandalös" trifft es hier wirklich.
Unfassbar, wie man von dem Entwurf auf DIESES Ergebnis kommen kann. Und das an dieser Stelle...
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Verantwortlich für die starke Abweichung ist vermutlich nicht der Architekt, sondern der Bauherr, welcher hier Einsparungen u.a. in Form kleinerer und damit energetisch günstigerer Fenster vornehmen ließ. [...] Keine Ahnung wie knapp das Geld bei diesem Projekt gewesen ist, [...]
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Global Hub: 5.681 Euro/m²
Sollte für eine ansehnliche Fassade reichen, die allerhöchstens 15% der Baukosten ausmacht. In dem Post, aus dem die Zahl stammt, wird zum Vergleich auf einen Forschungsbau aus Halle eingegangen.
Was ist zu so schwer daran, einfach mal zu benennen, dass die Architekten sich als hochgradig unfähig herausgestellt haben? Schon eine Farbe oder - mein Gott! - vielleicht sogar zwei verschiedene Farben hätten das Gebäude frischer oder gar kleinteiliger wirken lassen. Kostenpunkt: null Euro. Für Grau gibt es keine, gar keine Entschuldigung.
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Unfassbar, wie man von dem Entwurf auf DIESES Ergebnis kommen kann.
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Man kann schon sagen, dass der Entwurf eine gewisse Leichtigkeit hatte, der aber bei der Umsetzung völlig verloren gegangen ist und somit ein ganz anderes Gebäude entstand.
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Und wo ist da die Stadt, Gestaltungsvorgaben zu machen, zumal an so prominenter Stelle?
Eure Schlussfolgerungen kann ich nur blauäugig finden. Die Stadt und der Bauherr sind - wie überall in Deutschland - der Meinung, dass es die Krone der Baukultur ist, Wettbewerbe abzuhalten und man unseren großartigen Architekten vertrauen kann, dass sie gute Arbeit machen. Obwohl das Gegenteil wieder - und wieder - und wieder - vor aller Augen tritt.
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Dem Leipziger Entwurf fehlte von Beginn an die gestalterische Substanz, was sich nun gnadenlos offenbart.
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Nur weil das Holz hell statt grau war und die Glasscheiben größer, war der Wettbewerbsentwurf nicht besser, das war bereits der Schrott, den wir jetzt sehen. Es soll Altbauten geben, die einen grauen Anstrich und billige Fenster bekommen und dennoch großartig aussehen. Es ist mir ein vollständiges Rätsel, wie man für diese Katastrophe mit Ansage noch Ausreden suchen kann.
Ich gehöre hier sicher zu den eher streitbaren Teilnehmern und bin nur selten mit vielen anderen einer Meinung... 😁
In diesem Fal bin ich tatsächlich mal genau der Meinung aller anderen.
Das, was da gebaut wurde, ist der Stadt Leipzig und den Menschen die hier leben gegenüber ein Schlag ins Gesicht mit Ansage.
Meine Güte, das ist das alte Markthallenviertel. Wie kann man die Werte und die Historie einer Stadt nur so beschmutzen... Sind wir uns denn garnichts mehr wert?
Ich finde es aus einem weiteren Grund schade dass von der Eleganz der Visualisierung nichts geblieben ist. Die minderwertige Gestaltqualität wird in der gegenwärtig sehr reizbaren Zivilgesellschaft allzugern auf die Nutzer übertragen. Das hat keine Universität verdient. Welche Ausmaße ein individuelles Unbehagen (warum auch immer) hat, zeigen weite Teile der Halleschen Bewohner, welche ihr Zukunftszentrum noch mehr ablehnen als die Leipziger das Projekt City-Tunnel in den 90er und Nullerjahren.
Eigentlich müsste man seinen Frust, Enttäuschung und Zorn irgendwo publik machen. Aber mir würde ad hoc nichts einfallen.
Petition.
Ich möchte nur mal demonstrieren, was dort alles gestanden hat:
Merkhalle

neben dem Panorama

Panorama

vom Königsplatz zur Brüderstraße

der Königsplatz (heute der Leuschnerplatz) ist leider nur angeschnitten

Es ist nicht zu spät, um das Blatt zu wenden und bei den noch kommenden Neubauten etwas anderes einzufordern.
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Dass die Visualisierung elegant war, wie oben behauptet wurde, damit würde ich ja vielleicht noch mitgehen... aber der Entwurf war trotzdem mies.
Ich sehe keine essenzielle Abweichung vom Wettbewerbsentwurf, die nicht absolut im Rahmen des Üblichen wäre. Für die Wettbewerbsvisualisierung wurde scheinbar vorgeschlagen, Luft statt Glas zu verbauen. Zudem wurden statt Fensterrahmen Bindfäden eingezeichnet. Es war völlig klar, dass die Anmutung der Fenster niemals so sein würde wie angepriesen. Jetzt anzumahnen, die Fenster sollten aussehen wie in der Visualisierung, ignoriert Gesetze der Physik.
Man hätte sicherlich größere Scheiben einsetzen können. Aber wie viel teurer hätte das Bauwerk denn noch werden sollen? Dessen Preis bewegt sich schon jetzt auf einem gehobenen Niveau. Und vor allem: Wozu? Wozu wären größere Glasscheiben notwendig? Die Belichtung mit den jetzigen, großzügig bemessenen Fenstern dürfte mehr als ausreichend sein.
Die Holzbauteile sind nun nicht holzsichtig, sondern lasiert. Im Prinzip keine schlechte Entscheidung, denn auch hier im Forum wird oft angemerkt, dass Holz, welches ungeschützt Wind und Wetter ausgesetzt ist, schnell schäbig aussieht.
Bei der Farbe der Lasur wurde Grau gewählt. "Schulz und Schulz" haben es schon fertiggebracht, eine "Forschungskiste" aus Holz komplett schwarz anzustreichen, dafür erhielten sie den Architekturpreis der Stadt Leipzig.
Die Fassade ist bis auf diese zwei Details exakt so gekommen wie in der Wettbewerbsvisualisierung. Der Sockel, die vertikale und horizontale Gliederung, die Fensterteilung, der Dachgarten. Nur die Fensterrahmen sind dicker und die Farben andere. Völlig übliche Abweichungen im Rahmen einer Ausführungsplanung.
Seht doch der Wahrheit einfach mal ins Gesicht. Die Wettbewerbsversion zu loben und die gebaute Wirklichkeit abzulehnen, ist Realitätsverweigerung. Es war von Beginn an ein mieser, von Monotonie und Einfallslosigkeit geprägter Entwurf, der dem Auge wenig anzubieten hatte.
Um mal auszuprobieren, wie der Kasten in Farbe aussehen würde:

Und mit noch etwas mehr 1950s-Vibes, passend zur Nachbarbebauung:


Aber aus einem Trabbi wird halt kein Mercedes. Meinetwegen hätte man das Global Hub auch pink anstreichen können, nur eben nicht so:

(c) 555Farang

Oder wie ein Containerschiff. Meine Verzweiflung ist so groß, dass mir jede Entgleisung lieber wäre als dieses tödliche Momo-in-der-Stadt-der-grauen-Männer-Feeling.
