Umbau/Sanierung Alte Brücke und Kurt-Schumacher-Straße

  • Man hat das Mittelstück Mitte der 60er Jahre eingebaut, nachdem jahrelang ein zweispuriges Provisorium (mit Mittelpfeiler) den Verkehr auf und unter der Brücke behindert hatte. Natürlich hat man damals zu allererst an die Schifffahrt gedacht, statt an eine harmonische Erscheinung der Brücke.


    Die Mainschleusen haben eine einheitliche Breite von 12 Metern, wenn ich mir diesen Plan anschaue, sehe ich, dass erhebliche Platzreserven bestehen. Die Behinderung der Schifffahrt wäre also nicht so extrem, dass sich eine Wiederherstellung des Originalzustandes verbieten würde. Die Ursachen warum man es dennoch nicht unternimmt sehe ich vor allem in den Kosten und dem Aufwand, aber auch im chronisch unterentwickelten Geschichtsbewusstsein unserer Stadtväter... Immerhin hat auch Mäckler erkannt, dass der Ist-Zustand eine Verstümmelung darstellt.


    Auch wenn die "neue" Alte Brücke eine historistische Neuschöpfung der 1910er und 1920er ist, so steht sie doch stellvertretend für das Bauwerk, was die Stadt zu dem gemacht hat was sie seit über einem Jahrtausend bis zum heutigen Tage ist.

  • Sehe ich auch so, natürlich war das zunächst nach der Sprengung ein Provisorium. Seither hat sich aber der Schiffsverkehr auf dem Main erheblich weiter entwickelt und vergrößert.
    Die Breite der Mainschleusen kann man nicht als Maßstab für die Abstände von Brückenpfeilern in der Berufsschiffart heranziehen. In den Schleusen wird ja extrem langsam gefahren, da reichen sogar ca. 50 cm links und rechts vom Schiff noch aus. Schon in den langen Schleusenvorfeldbereichen aber ist der Schiffweg ganz erheblich breiter. Unter Brücken muss entweder eine breite Durchfahrt bestehen, oder zwei schmälere, jeweils eine dann für eine Fahrtrichtung. Das kann man auch an anderen Brücken beobachten. Zwei Durchfahrten würden aber heute bei der Alten Brücke insgesamt noch mehr Raum in der Breite einnehmen. Große Schiffe in Fahrt benötigen einen erheblichen seitlichen Sicherheitsabstand oder auch Manövrier-Bereich. Da reichen die verhältnismäßig schmalen Bögen der früheren Alten Brücke nicht aus. Mein Wissensstand, man möge mich gegebenenfalls gerne korrigieren.




    © Posted von RKWF am 02.03.2010 im DAF Strang "Mainufer und Mainbrücken" direkt hinter Fachwerkhaus #150


  • Die Mainschleusen haben eine einheitliche Breite von 12 Metern, wenn ich mir diesen Plan anschaue, sehe ich, dass erhebliche Platzreserven bestehen. Die Behinderung der Schifffahrt wäre also nicht so extrem, dass sich eine Wiederherstellung des Originalzustandes verbieten würde.


    Der Plan gibt ein paar Maße her:
    Die Lücke zwischen den beiden Pfeilern ist 65 Meter breit, die Breite des Pfeilers nördlich der Lücke beträgt 8m. Das ergäbe, wenn man einen identischen Pfeiler in die Mitte stellt, zwei Durchfahrtsöffnungen von (65-8)/2=28,5m.


    Wenn die Schiffe auf dem Main aufgrund der Schleusenbreite maximal 12 Meter breit sind besteht also eine Reserve von (28,5-12)/2=8,25m auf jeder Seite.


    Was gegen einen Pfeiler spricht, sind vermutlich die Kosten für seine Herstellung, die deutlich höher sein dürften als die für das selbsttragende Stahlstück.

  • Danke für eure Berechnungen. Dann liegt es also wahrscheinlich tatsächlich an den Kosten, wobei ich bei der momentanen Haushaltslage sogar verstehen kann, dass man an soetwas spart. Bedenkt man allerdings, wie lange man die Sanierung schon vor sich hinschiebt, ist es dennoch schade, dass man es jetzt nicht für etwas mehr Geld wirklich einmal richtig macht, anstatt wieder nur Flickwerk, was der Mäcklersche Entwurf, obwohl er auf jeden Fall eine Verbesserung darstellt, im Endeffekt auch nur wieder ist. Auch die jetzt offenbar angefressenen Gründungen sind kein neues Problem, genau deswegen musste man letztlich die "alte" Alte Brücke abreissen, weil man wiederum bei der Alten Brücke des 18. Jahrhunderts daran gespart hatte.


    Ansonsten kann ich nur noch mal Goethe zitieren, der, wie Fachwerkhaus schon andeutete, in Dichtung und Wahrheit schrieb: "[...] sie ist aus früherer Zeit beinahe das einzige Denkmal jener Vorsorge, welche die weltliche Obrigkeit ihren Bürgern schuldig ist."

  • Auch hier wieder ein Blick auf den Plan: Die bestehenden Pfeiler wachsen auf der der Stömung zugewandten Seite um etwa vier Meter dem Fluss entgegen. Damit verbunden sind Gründungsarbeiten und sicher auch eine Untersuchung der restlichen Bausubstanz jedes Pfeilers, auch auf der der Stömung abgewandten Seite.


    Vielleicht will man ja auch die praktische Denkweise der 50er-Jahre dokumentieren und die Alte Brücke, als ein Symbol der Stadt Frankfurt, soll deren Zerrissenheit zwischen Geschichte und Moderne abbilden.


    Nein, nicht hauen, das war ironisch gemeint, aua, aufhören.....;)

  • Bei der Ignatz-Bubis-Brücke sind die Durchfahrten 34 bzw. 32 Meter breit, das ist noch mal ein ganzes Stück mehr Raum für die Schiffe, insbesondere ist auch die Krümmung der Bögen geringer als bei der Alten Brücke, was bei der Passage hoher, quaderförmiger Lasten wichtig sein kann.

  • Ein Artikel, erschienen in der FAZ.NET vom 20. März 2010, über die bereits erwähnte Ausstellung im Karmeliterkloster zur wechselvollen Geschichte der Alten Brücke, der einen guten Vorgeschmack gibt. Sehr empfehlenswerte Ausstellung, in der die Bedeutung der Alten Brücke sehr anschaulich vermittelt wird. Wäre schön wenn sich noch mehr Frankfurter Bürger dafür interessieren würden und die geplante Neugestaltung nicht nur Professor Christoph Mäckler aufgelastet bleibt.
    http://www.faz.net/s/RubFAE83B7DDEFD4F2882ED5B3C15AC43E2/Doc~E64CEF0F0B9264BD285D300382A05C488~ATpl~Ecommon~Scontent.html


    Bereits schon in diesem Sommer werden unter der Wasseroberfläche die porösen Brückenpfeiler mit einer eingespritzten Zementemulsion verfestigt.
    Die fnp-online berichtet am 20.03.2010:
    http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/rmn01.c.7444942.de.htm

  • Bereits schon in diesem Sommer werden unter der Wasseroberfläche die porösen Brückenpfeiler mit einer eingespritzten Zementemulsion verfestigt.Die fnp-online berichtet am 20.03.2010:http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/rmn01.c.7444942.de.htm


    Ferner geht aus dem Artikel hervor, dass


    • die Alte Brücke in zwei Bauabschnitten für etwa 32 Millionen Euro saniert wird,
    • unter der Wasseroberfläche etwa 1,1 Millionen Liter einer Zementemulsion in die porösen Pfeiler gespritzt wird. Dieses geschieht mit 2.200 Bohrungen (ab Sommer) und wird etwa 9 Monate dauern,
    • die Grunderneuerung nach den Plänen von Christoph Mäckler im Jahr 2012 folgt, da das Land die zugesagten Mittel vorher nicht bereitstellen kann.


    Des Weiteren gehörte die Alte Brücke neben den mittelalterlichen Flussübergängen in Prag, Dresden und Regensburg zu den wichtigsten Europas.

  • Alte Brücke

    Ich habe heute die Ausstellungseröffnung der Alten Brücke im Karmeliterkloster besucht: "Es führt über den Main..."


    Das interessanteste an der Ausstellung ist neben der Geschichte, die Entwicklung der Brücke in den letzten vermuteten über tausend Jahren natürlich das große Modell von Christoph Mäcklers Sanierung. Leider gilt hier das Fotografierverbot, aber vielleicht gibt es hier einen Mutigen unter uns!


    Übrigens stehen hier die zwei zweiten Preise von Mäckler und Speer als Modell, direkt neben dem aktuellen überarbeiteten Mäckler-Entwurf. Hochkarätig besetzt war der Abend, neben Petra Roth und den Leiterinnen des Instituts für Stadtgeschichte und des ASE auch Herr Mäckler persönlich.


    Sehr sehenswert, wenn auch eine kleine Ausstellung.

  • Danke für den Bericht. Mit dem Fotografieren würde ich allerdings aufpassen, da durchaus ein urheberrechtlicher Schutz als "geistiges Eigentum" der jeweiligen Architekten gegeben sein könnte, sprich, bei Veröffentlichung geht man das Risiko einer Abmahnung ein.

  • Alte Brücke

    Für die Alte Brücke starte ich hier mal einen eigenen Strang. Ich denke dass dies zum einen der Bedeutung der Brücke gerecht wird und zum anderen die geplanten Umbauten in Zukunft noch etwas Stoff hergeben werden. Sofern die Mods dies z. B. mangels Masse grundsätzlich anders sehen kann der Strang ja gegebenenfalls wieder gelöscht werden. Ob man bisherige Beiträge aus dem Strang "Mainufer und Mainbrücken" hier herein kopieren oder verschieben sollte, sei naturgemäß ebenfalls den Mods überlassen.

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    In der Architektur sind ja wohl Brückenbauwerke im Hinblick auf architektonische Gestaltung scheinbar nur eine Randdisziplin, wenn nicht sogar eine eigene Sparte, bei der der Schwerpunkt überwiegend auf der Technik liegt, wobei aber ästhetische Gesichtspunkte und gestalterische Vielfalt durchaus auch ihren Platz gefunden haben. Sehr berühmte und allgemein bekannt gewordene Architekten hat diese Sparte aber wohl doch nicht hervorgebracht. Man möge mich gegebenenfalls gerne korrigieren. Sicherlich aber werden die Fachleute auch ihre bedeutenden Brückenbauarchitekten kennen.

    Hier bei der Alten Brücke hat sich nun mit Professor Christoph Mäckler ein sehr bekannter Gebäude-Architekt hervorgetan, indem er außerhalb seiner eigentlichen Domäne, für diese sehr bedeutende Frankfurter Brücke einen innovativen Entwurf abgeliefert hat. Dieser allseits bekannte Entwurf ist wohl auch beim Frankfurter Magistrat auf Zustimmung gestoßen und wird allenthalben als Favorit in den Präsentationen gezeigt.

    Wie, oder ob die Bürger und Fachleute überhaupt auf diese Brückenerneuerung reagieren bleibt abzuwarten. Die Stadt hat aber schon mal lobenswerterweise mit ihrer neuen und sehenswerten Ausstellung im Karmeliterkloster auf das Projekt aufmerksam gemacht.

  • Einverstanden. Die einschlägigen Beiträge habe ich hierher verschoben. Da stets nach zeitlicher Priorität sortiert wird, steht dein Beitrag nun am Ende.


    Weil mittlerweile alle das Umbauprojekt betreffenden Bilder aus dem Strang verschwunden sind, hier etwas Nachschub:



    Ergänzend sei noch auf die Bilder aus dem Wettbewerb von 2001 hingewiesen, der Link im ersten Beitrag ist noch aktiv.



    Offenbar der aktuelle Entwurf des Brückenturms:



    Älteres Modellfoto, auch hier noch mit anderem (m. E. deutlich passenderem) Entwurf des Brückenturms:



    Bilder: Prof. Christoph Mäckler Architekten


    Schließlich noch etwas zur reichhaltigen Historie der Alten Brücke. Die Brücke auf dem Merian-Plan von 1628:



    Brücke und Brückenmühle 1885:



    Foto von Carl Friedrich Fay, entstanden 1911, also noch vor dem Abriss der Mühle 1914 und dem Brückenumbau 1915-1926:



    Alle Bilder nach Ablauf der urheberrechtlichen Schutzdauer gemeinfrei

  • Ergänzend zu Schmittchen´s Post noch zwei Ansichten von 1770(Merian) und 1550 (Faber).Auf den beiden von mir colorierten Stichen ist sehr schön die Rücknahme der Fahrbahnüberbauung zu sehen.
    http://img405.imageshack.us/img405/6016/17701.jpg" style="float:left; width:auto; margin-right:10px; margin-bottom:10px;" alt="" />
    http://img267.imageshack.us/im…4/belagerungsplan1550.jpg" style="float:left; width:auto; margin-right:10px; margin-bottom:10px;" alt="" />

  • Schmittchen
    Danke für die Mühe und die neuen Bilder, ich denke es hat sich gelohnt. Schön jetzt die zusammengefassten Beiträge übersichtlich durchblättern zu können.


    Ganz sicher ist der ausgewählte Entwurf von Professor Christoph Mäckler Architekten wieder mal auch der beste, wenn man ihn mit den anderen Entwürfen (Link von Adama #1) vergleicht (meine Meinung). Leider ist nicht mehr bekannt, wer ausgewählt hat und unter welchen Umständen die Auswahl stattgefunden hat. Spielt jetzt auch keine Rolle mehr.

    Wie bereits in diesem Beitrag von mir ersichtlich, halte ich es in anbetracht der auch überregionalen Bedeutung der Alten Brücke dennoch für angebracht, den Entwurf durchaus noch einmal in Frage zu stellen und zu überdenken. Ganz sicher wirkt mein Vorschlag im vorletzten Absatz auf einige zunächst überspannt und unrealistisch.

    Heute würde ich sogar noch einen Schritt weiter gehen und entschieden gegen diese vier eckigen Türmchen mit den weißen Hauben plädieren. Wenn man sich den Entwurf von Mäckler (erstes Bild #35) ansieht und mit den historischen Bildern (ganz gleich aus welcher Zeit) vergleicht, fallen sofort diese kleinen Türme auf, die Mäckler als Übergang und Auflagermarkierung für das technisch bedingte und auch so geplante Mittelteil vorgesehen hat.
    Diese Lösung ist prinzipiell durchaus genial und allgemein stilistisch gelungen, weil sie eben die Unterbrechung, den "Übergang" "erklärt".
    Die Alte Brücke hat aber niemals, zu keiner Zeit so ein Element im Mittelteil getragen und war im Brüstungsbereich im Wesentlichen immer durchgängig in einer Linie. Von zeitweiligen kleineren Bildblöcken und Brückenhäusern, die den prinzipiellen Stil der Brücke nicht veränderten, mal abgesehen. Nun hat Christoph Mäckler schon ein Brückenhaus auf der Insel in seinem Stil errichten dürfen und schon einen weiteren im Entwurf für das gegenüber liegende Brückenhaus präsentiert. Wieder völlig verändert gegenüber seinen allerersten Visualisierungen (zweites Bild von oben in #35), die noch dem Stil der alten Brücke angepasst waren.


    Mit diesen versammelten neuen Stilelementen würde aus den Resten der ehrwürdigen Alten Brücke zukünftig eine Mäckler-Brücke werden.

  • Noch zwei Hinweise am Rande zur kleinen aber sehr empfehlenswerten Ausstellung zur Geschichte der Alte Brücke des Instituts für Stadtgeschichte im Karmeliterkloster:

    Freunde des makabren Geschehens können in der Hinrichtungs- und Straf-Abteilung neben dem mutmaßlichen Richtschwert auch Abbildungen der abgeschlagenen Köpfe von Fettmilch und seiner drei Mitverurteilten betrachten. Unser Goethe soll diese ja dort noch selbst gesehen und auch schriftlich erwähnt haben.

    Auf einer Abbildung des Frankfurter-Brückenturms sind sie ganz oben links auf Eisenstäben aufgespießt auszumachen. Mit einer Lupe oder Lesebrille sind die vier Charakterköpfe deutlich zu unterscheiden. Weiter unten sind die Namen noch fein säuberlich nummeriert vermerkt.
    Auf einer zweiten Abbildung ist nur noch einer vorhanden. Die drei anderen sind wohl im Laufe der Jahre witterungsbedingt heruntergefallen.


    Ganz hinten gibt es dann das bereits erwähnte neue großes Modell, Baujahr 2010, von Christoph Mäckler zur Neugestaltung der alten Brücke. Auffallend sind die Veränderungen am zweiten geplanten Brückenhaus auf der Insel und an den "Pylonen" zur Begrenzung des Mittelteils der Brücke.

  • Umgestaltung / Aufwertung der Kurt-Schumacher-Straße


    Ursprünglich sollte die Straße zwecks niedriger Verkehrsbehinderung gemeinsam mit der Alten Brücke saniert werden. Da sich der Brückenbau jedoch verzögert, soll die Kurt-Schumacher-Straße nun nächstes Jahr aufgewertet werden. Die Vorplanung ist bereits abgeschlossen.


    Die Aufwertung des Straßenraums soll durch zusätzliche Baumpflanzungen geschehen. Besonderes Augenmerk legen die Planer auf das Areal zwischen Kurt-Schumacher-Straße und Fahrgasse (Fischerplatz). Der Wendehammer wird zurückgebaut, es entsteht mehr Platz für Fußgänger und für Außengastronomie. Ein Teil der Fahrgasse wird zum verkehrsberuhigten Bereich (Spielstraße).


    Außerdem werden die Verhältnisse für den ÖPNV und für den Radverkehr verbessert. Konkret werden im nördlichen Abschnitt zwischen dem "Dominikanerkloster" und dem "Museum Judengasse" die Busse auf einer eigenen Spur in der Mitte der Straße geführt werden. Nötig sei dies für den künftigen Betrieb der Straßenbahn-Linie 18. Diese soll von Preungesheim kommend am Börneplatz in Richtung Zoo abbiegen. Möglicherweise wird die Straßenbahn-Linie 18 später auch direkt nach Süden über die Kurt-Schumacher-Straße und die Alte Brücke nach Sachsenhausen geführt. Man hält sich diese Option bei der Umgestaltung der Straße offen. Im südlichen Abschnitt der Straße hingegen werden die Busse nicht in der Mitte, sondern am Rand der Straße halten.


    Für Radfahrer werden auf beiden Seiten 1,60 bis 2,50 Meter breite Radwege angelegt. Für die Verbindung von der Innenstadt nach Fechenheim wird eine Querungsmöglichkeit in Höhe der Dominikanergasse geschaffen.


    Keine Änderungen gibt es für Autofahrer, es bleibt bei zwei Fahrspuren in jeder Richtung.


    Die Gesamtkosten der Umgestaltung belaufen sich auf 4,8 Millionen Euro. Das Geld steht im städtischen Haushalt (Schöneres Frankfurt) bereit. Ferner erhofft man sich, dass das Land Hessen rund die Hälfte der veranschlagten Baukosten übernimmt.


    Quelle: http://www.fnp.de/fnp/region/l…m_rmn01.c.7576899.de.html

  • Alte Brücke

    Gestern Abend hat Professor Christoph Mäckler seinen Vortrag "Die Neubauten der Alten Brücke – gestern, heute und morgen" im vollbesetzten Dormitorium des Instituts für Stadtgeschichte, im alten Karmeliterkloster, absolviert.

    Nachdem er die alten Merkmale der Brücke mit gezielten Schwerpunkten aufzeigte und bewertete ging er sehr ausführlich zunächst auf den fertigen Portikus ein und wie erwartet dann auf den geplanten Brückenumbau für den er ja den Zuschlag erhalten hat.

    Die Stilelemente des Portikus sollten Neuzeitliches mit historischen Bezügen verbinden, so etwa die bewusst stilbildende Außentreppe mit den vielfältigen Fenster- und Türformaten einerseits und andererseits der historisch abgeleitete Kubatur mit dem spitzwinkligen Schieferdach und der gerillten Fassadenstruktur, in der er auch noch eine Anlehnung an die Technik früherer Stuckfassaden sehen will. Die schräg farblich unterteilten Fensterläden hätten die Farben von Frankfurt am Main.
    Wie er selber durchblicken lässt, diese Bauweise und dieses Gebäude braucht Erläuterungen zum Verständnis. Nur so kommt man in eine Akzeptanz hinein.

    Gegenüber dem Portikus wird auf der Maininsel der so genannte "Brückenturm" entstehen. Mit Museum (Exponate Alte-Brücke), exklusiven Wohnungen (vom Straßenverkehr absolut abgeschottet), Restaurant und verglastem Aussichtstürmchen (Belvederche wie er sagt). Mieter/Betreiber stehen noch nicht fest.

    Zu dem neuen "Brückenturm" und dem Langen Franz leitete er über, nachdem er die alten Brückentürme vorstellte und deren Vorbild für den Langen-Franz und den kleinen Cohn erläutert. Sein Brückenbauverein setzt sich auch für deren originalen Wiederaufbau ein, sagt er. Weitere Mitglieder sind willkommen, 10€ Monatsbeitrag, begüterte Firmen dürften auch mehr geben.

    Die Brücke soll eigentlich wegen neuer Radwege und dem Erhalt der Fahrspuren verbreitert werden. Er sieht die Notwendigkeit einer Verbreiterung nicht und würde deswegen auf die separaten Abbiegespuren verzichten wollen. Die Stadt sollte die Neugestaltungen nur wegen der bisher noch fehlenden Landeszuschüsse nicht weiter verschieben.

    Könnte so noch zwei Seiten weiter ausführen, komme aber nun zum Ende. Ein älterer Herr fragte noch: Es würde sich ja heutzutage vieles ändern, ob denn auch geplant sei die Alte Brücke dann umzubenennen, z. B. in Mäckler-Brücke. Allgemeine Heiterkeit.

    Ein anderer fragte, warum das Metall-Mittelteil nicht durch einen Betonbogen ersetzt werden kann, mit Sandsteinverkleidung, gerade so wie die erhaltenen Teile der neuen Alten-Brücke und wie in der ersten Sanierungsplanung von 1959 schon einmal vorgeschlagen. Mäckler meint das würde nicht gehen, da er dann zu massiv würde, also der Betonquerschnitt im Mittelteil zu hoch würde. Gründe des Baustils führte er nicht an.

    Ich denke aber, darüber wird er noch nachgrübeln. So wie ich ihn einschätze, lässt ihm dieses vermeintliche Problem nun keine Ruhe mehr. Wenn er sich erst einmal mit seinen Bauingenieuren und Statikern zusammengesetzt hat, wird er vielleicht doch noch eine Lösung finden.

    2 Mal editiert, zuletzt von RobertKWF () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Führung durch die Fischergewölbe

    Noch bis kommenden Sonntag ist die Ausstellung "Die Geschichte der Alten Brücke – gestern, heute, morgen" des Instituts für Stadtgeschichte zu sehen. Aus diesem Anlass finden Führungen mit Björn Wissenbach, Kurator der Ausstellung, durch die Fischergewölbe unter der Brückenrampe statt. Am 25. April 2010 habe ich an einer Führung teilgenommen, die folgenden Fotos sind dabei entstanden.


    Durch diese Tür geht es hinein:



    Nach Aussage von Björn Wissenbach befindet sich heute eine rund zweieinhalb Meter dicke Schlammschicht auf dem Boden der Gewölbe. Diese waren früher also deutlich höher. Über Kanäle konnten die Fischer mit ihren Nachen in die Gewölbe fahren. Im Schutz des Gemäuers konnte der Fang angelandet und Wartungsarbeiten an den Booten vorgenommen werden. Durch - heute vermauerte - Türen gelangte man in die Keller der dahinter stehenden Häuser.



    Leitungen führen durch die Gewölbe und dann unter der Fahrbahn auf die andere Seite des Flusses:



    Hier direkt unter dem Brückenkopf sind auch Teile der Neuen Alten Brücke zu sehen:



    Der Wasserstandsanzeiger östlich der Brücke in gesamter Höhe (die Schrift ist auf main1as Foto in Beitrag #12 besser lesbar). Die Einheiten von links nach rechts sind Rheinischer Schuh, Frankfurter Schuh und, später angefügt, Meter. Ein Frankfurter Schuh (Fuß) entspricht 28,461 cm (Quelle), 21 Schuh also rund sechs Metern.


    Würde die Brücke beim bevorstehenden Umbau tatsächlich gemäß aktueller Beschlusslage verbreitert, müsste der Wasserstandsanzeiger versetzt werden.



    Bilder: Schmittchen


    Anschließend ging es in das seit den 1980er-Jahren verschlossene Treppenhaus auf der Frankfurter Seite, hier auf main1as Foto:



    Bild: main1a


    Über der Treppe:



    Treppenabsatz mit Grundstein im Bildvordergrund. Die rostige Tür führt ...



    ... in eine Kammer im Brückenpfeiler. Hier wäre es Prof. Mäckler zufolge denkbar, im Rahmen der Umbauarbeiten eine Bar einzurichten. Dies war bereits vor Jahren Vorschlag seiner Kollegin Marie-Theres Deutsch, die darüber hinaus Gastronomie in den Fischergewölben eingeplant hat. Letztgenanntes Projekt ist später gescheitert, die Hochwassergefahr dort wird mit ein Grund gewesen sein.



    Das Treppenhaus war in den 1970/80er-Jahren ein Treffpunkt von Obdachlosen. Um den Folgen zu entgehen, wird das Tor unten seitdem verschlossen gehalten. Der Ausgang der Treppe nach oben (innerhalb der hier zu sehenden Sandstein-Balustrade) erhielt einen Betondeckel.



    Zum Schluss noch ein Foto von der Sachsenhäuser Seite. Die Abschlusssteine des Bogens sind nach Osten doppelt vorhanden, weil die Neue Alte Brücke nach der Planung von 1911/12 zunächst nur 14 Meter breit werden sollte. Ab 1915 wurden am Müllermain die ersten beiden Pfeiler in dieser Breite gebaut. Wegen des Ersten Weltkriegs gerieten die Bauarbeiten aber ins Stocken. Als die Arbeiten 1924 wieder aufgenommen wurden, sollte die Brücke 19 Meter breit werden. Also mussten die bereits gebauten Pfeiler aufwendig umgebaut werden. Eröffnung der Neuen Alten Brücke war am 15. August 1926.



    Bilder: Schmittchen