Umbau/Sanierung Alte Brücke und Kurt-Schumacher-Straße

  • Liebe Stadt, Respekt! Von der öffentlichen Ankündigung letzten April bis zur Entwurfsfindung, der Ausschreibung und dem Baubeginn ging die Umgestaltung der unteren Kurt-Schumacher-Straße zügig voran. Und auch heute sieht der Straßenabschnitt nach ungebrochener Fortschrittslust aus:



    Bild: epizentrum

  • Alte Brücke

    ^ Na, das nenn' ich doch mal eine Großbaustelle! ;)


    Wie bereits in den Beiträgen #42ff. beschrieben, werden die Pfeiler der Alten Brücke von einem Ponton aus angebohrt und zur Stabilisierung mit Zement gefüllt. Laut FNP werden immerhin 2.200 Löcher gebohrt, über die rund 1,1mio Liter Zementflüssigkeit in die sieben Pfeiler gefüllt werden. Bis Ende August/Anfang September sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Um das ganze mal etwas anschaulicher zu machen hier zwei Bilder von heute Nachmittag:


    Der Bohrer...



    ...und die Gesamtansicht mit Ponton. Das zahlreiche Federvieh an dieser Stelle begegnete den lärm- und staubreichen Bauarbeiten mit freundlichem Desinteresse.



    Darüber hinaus wird in der FNP der letzte Planungsstand bestätigt (#16ff.), wonach der Beginn der eigentlichen Sanierungsarbeiten 2012 erfolgen soll. Fest steht nach wie vor, dass der Brückenturm gegenüber des Portikus gebaut wird, wohingegen die geplante zusätzliche fünfte Fahrspur weiterhin in der Schwebe ist.


    -Bilder von mir-

    Einmal editiert, zuletzt von Robbi () aus folgendem Grund: Links repariert

  • Im Zuge der Straßenbauarbeiten an der Kurt-Schumacher-Straße wurden Überreste des mittelalterlichen Mönchsturms gefunden. Das Denkmalamt untersucht die Fundstelle noch, die Rundschau berichtet. Später wird der Fund wieder unter der Straße verschwinden. Es wird daran gedacht, an den Mönchsturm nach Abschluss der Bauarbeiten mit einem Informationsschild und einem in die Straße eingelassenen Umriss zu erinnern, analog zum Ulrichstein am Schaumainkai. Ein Foto der Fundstelle:



    Ausschnitt in Originalauflösung und aufgehellt:



    Bild: Stadt Frankfurt am Main – Presse- und Informationsamt


    Der Wehrturm der Stadtbefestigung wurde 1356 erbaut und 1406 nochmals erhöht. Im Jahr 1795 stürzte der Mönchsturm ein, sein Turmstumpf blieb noch bis 1884/85 erhalten. Einzelheiten zur Historie des Turms in einem Artikel in Wikipedia. Auf Merians Vogelschauplan von 1628 ist der Turm hier in der Mitte zu sehen:



    Bild: Matthäus Merian (gemeinfrei)

  • Hier sind ein paar frische Fotos von der Sanierung der Alten Brücke. Die Pontons:



    Schadhafte Stellen scheint man kurzerhand herauszubohren...



    ...und anschließend neu zu verfüllen:



    An dieser Stelle wird in ein paar Jahren der östliche Brückenturm stehen - hoffentlich mit etwas überarbeiteter Architektur:



    Bilder: epizentrum


  • Schadhafte Stellen scheint man kurzerhand herauszubohren...
    ...und anschließend neu zu verfüllen:


    Das nicht ganz richtig.
    Wenn Du dir die Anordnung der Bohrlöcher auf deinem dritten Bild ansiehst, kannst Du erkennen, was passiert: Es handelt sich um die Bohrkerne aus den Löchern für die Betoninjektion in den Brückensockel. Diese werden nach der Injektion mit Mörtel wieder eingesetzt, um möglichst viel vom Originalstein zu erhalten.
    Also keine schadhaften Stellen sondern heiler Stein der angebohrt werden muss.

  • Richtig, das sind Kernbohrungen. Erst dann kann die Injektion in den Pfeilern beginnen, bzw. das Bohrgestänge der Lafettenbohrgeräte abgeteuft werden.

  • Sanierung der Alten Brücke wird um weiteres Jahr verschoben

    Die Frankfurter Neue Presse berichtete gestern zum neusten Stand der Maßnahmen an der Alten Brücke sowie der erneuten Verschiebung des eigentlichen Umbaus um etwa ein Jahr aufgrund der prekären Finanzlage der Stadt. Joachim Geiger, Referent von Stadtkämmerer Uwe Becker bestätigte diese Meldung gestern.


      Die Sanierung der Brückenpfeiler ist fertig und der Unterbau somit wieder voll belastbar. Die Kasseler Spezialfirma w + s hat die Arbeitsbühnen bereits abgebaut.


      Es wurden 2200 Einzelbohrungen vorgenommen und 1,1 Millionen Liter Zementflüssigkeit in die porösen Pfeiler gepumpt.


      Die Erweiterung der Fahrbahn wird aufgrund der Zusatzkosten in Frage gestellt.


      Die Kosten von 3 Millionen Euro für den zweiten Brückenturm werden durch Galerist Carlo Giersch finanziert.


      Nach einem Jahr Wartezeit soll das Projekt wieder auf den Prüfstand kommen.


      Während der voraussichtlichen Bauzeit von 22 Monaten würde die Brücke für etwa 16 Monate voll gesperrt werden. Weitere dreieinhalb Monate wären für eine Teilsperrung erforderlich.

  • Kurt-Schumacher-Straße

    ^ Auf der oben gezeigten Straßenseite liegen mittlerweile Asphalt und Platten. Der Verkehr fließt seit ein paar Tagen dort, und die andere Seite ist jetzt in Arbeit. Ein Schnappschuss über die heute ruhende Wimmelbaustelle:



    Ganz im Hintergrund sieht man gerade noch eine Straßenbahn von der Kurt-Schumacher- rechts in die Battonstraße einbiegen. Das kann eigentlich nur eine der ersten 18er gewesen sein. Vorne hat Cookie in the Box (sehr charmante Bedienungen übrigens) viel Raum für winterliche Freiluftplätze gewonnen:



    Bilder: epizentrum

  • Auch wenn es eine stark befahrene Ecke ist, bleibt zu hoffen dass die Stadt hier größere Außengastronomie erlaubt. Neben Cookie in the Box gibt es da ja auch noch Salvatore, einen Italiener (hier außerhalb des Bildes ungefähr auf Höhe des Hecks des Mercedes im letzten Bild).

  • Kleine Lösung: Nur beschränkte Sanierung der Alten Brücke

    Um Kosten zu sparen verzichtet die Stadt auf die geplante "große Lösung" für die Sanierung der Brücke. Es wird weder eine Verbreiterung der Fahrbahn, noch den Neubau des mittleren Teils der Brücke geben. Dadurch sollen sich die zuletzt auf 31 Millionen Euro geschätzten Kosten auf 4,5 Millionen Euro vermindern. Die Kosten für die "große Lösung" hätte die Stadt alleine tragen müssen, da seitens des Landes der erwartete Zuschuss von über 14 Millionen Euro nicht gezahlt wird.


    Es soll nun eine Instandsetzung der höher gelegenen Teile erfolgen, nachdem die Brücke unterhalb der Wasserlinie bereits saniert wurde. Das Verkehrsdezernat rechnet dadurch mit einer Verlängerung der Nutzbarkeit (bis zur nächsten Sanierung) um 15 Jahre. Auch das unansehnliche Metallgeländer soll wie geplant durch eine Sandsteinbrüstung ersetzt werden, eine neue Beleuchtung ist ebenfalls vorgesehen. In beiden Fahrtrichtungen sollen jeweils die Linksabbiegespuren zu Gunsten von Schutzstreifen für Fahrradfahrer entfallen. Der Verkehrsdezernent rechnet dadurch nicht mit Behinderungen, gleichwohl soll diese Änderung erst einmal getestet werden.


    Mehr heute in der FNP. Ich nehme an, dass die kürzlich bekannt gewordene Terminierung des Spatenstichs für den Brückenturm im Zusammenhang mit der geänderten Planung steht. Durch den Bau des Turms wäre eine Verbreiterung der Fahrbahn womöglich endgültig vom Tisch. Es sei denn, es wird ein entsprechender Abstand zur Brücke eingeplant, was ich aber für weniger wahrscheinlich halte, auch weil dies wohl Nachteile für den auf der Maininsel ansässigen Ruderclub mit sich bringen würde.


    Die Sanierungsarbeiten sollen in diesem Jahr beginnen und im kommenden Jahr abgeschlossen werden. Zeitweise muss die Brücke dazu vollständig gesperrt werden.

  • Eine gute Lösung, wie ich finde. Der Bedarf für eine breitere Brücke war ja doch fraglich. Zumal mit der neuen Mainbrücke im Ostend weitere Entlastung naht. Angesichts der aktuellen Finanzlage eine gute, pragmatische Entscheidung.

  • ^ Die Autofahrer wird die Entscheidung natürlich nicht freuen. Nicht nur, dass ihre Hoffnung auf eine zusätzliche Fahrspur unerfüllt bleibt. Für mindestens die nächsten 15 Jahre werden sie auf die Linksabbiegerspuren an beiden Enden verzichten müssen. Staus dürften vorprogrammiert sein. Dafür freuen sich die Fahrradfahrer, die auf der Straße einen abgetrennten Bereich erhalten sollen - à la Mainzer Landstraße.

  • In Würzburg wurde die Alte Mainbrücke nach dem Krieg wieder restauriert. Trotzdem ist der Main auch dort schiffbar. Vermutlich über die paralelle Schleusse.


    Würde dies auch auf eine in den Zustand von 1944 zurückversetzte Alte Brücke in Frankfurt zutreffen. Im Vorgriff auf die Sanierung in 15 Jahren. Der Mäckler-Entwurf sah ja eine meiner Meinung auch nur eine Notlösung für den Mittelteil vor.

  • Ein bisschen Hoffnung habe ich noch, dass man sich bei der nun verschobenen "großen" Sanierung ein wenig mehr auf die Ästhetik und historische Bedeutung der Brücke besinnt als das bei Mäcklers Entwurf der Fall war. Der Verbreiterung trauere ich nicht nach, ebenso wenig den seltsamen Türmchen die das Stahl-Mittelteil einrahmen sollten. Die vorzubereitende Straßenbahn-Option ist wohl ohnehin auf absehbare Zeit vom Tisch.


    Der Ausstellung im Karmeliterkloster vor einiger Zeit war zu entnehmen, dass Mäckler ursprünglich einen weiten Sandsteinbogen statt dem Stahl-Mittelstück einbauen wollte, das dann aber unterlassen hat. An die genaue Begründung erinnere ich mich nicht mehr, es waren aber rein gestalterische Überlegungen, keine technischen Notwendigkeiten.


    Abgesehen davon, wie schon zuvor in diesem Thread diskutiert (ab #21), die beiden ursprünglichen Mittelbögen wären, obwohl enger als die Durchlässe der anderen Frankfurter Mainbrücken, immernoch breit genug für die heutige Schifffahrt. Es würde lediglich die Bewegungsfreiheit ein wenig einschränken und eine geringfügig langsamerer Durchfahrt erfordern. Aber dem Schiffsverkehr kann man sowas wohl nur zu Zeiten des Fußballs zumuten... ;)

  • Fischerplatz

    Den offiziell namenlosen Fischerplatz (Karte) wollte der Ortsbeirat gerne in Arthur-Schopenhauer-Platz umbenennen. Der Magistrat legte dagegen Veto ein und begründete dies mit diversen Verordnungen, beispielsweise einer Kollision mit der Schopenhauer Straße. Der Platz gewinnt unterdessen an Konturen:



    Es liegen übrigens bereits die vorher erwähnten Airclean-Steine, welche die Kurt-Schumacher-Straße in eine Frischluftzone umwandeln (naja, sie sollen die Stickoxidbelastung um 25% senken):



    Bilder: epizentrum


    Schön wird der Platz. Besonders gefällt mir die Aufnahme der Fluchtlinien der Fahrgasse und des Gehwegs der Kurt-Schumacher-Straße. Für Radfahrer und Fußgänger ist genügend Platz zur Passage, und zum Verweilen bieten sich das dreieckige Platzinnere mit Sitzgelegenheiten an seinem Rand an. Zur Erinnerung, Übersichtspläne befinden sich an dieser Stelle.

  • Keine grundlegende Sanierung der alten Brücke

    Wie hier bereits erwähnt, berichtet die FNP in ihrem Artikel über das endgültige Aus des 500 Millionen Euro schweren ÖPP-Projekts, durch das 170 Brücken in Frankfurt saniert werden sollten. Wegen der "verschärften Finanzlage der Stadt", könne man sich das Projekt in dieser Form nicht leisten.


    Betroffen ist auch die Alte Brücke. Laut FNP soll es nun keine grundlegende Sanierung mehr geben. Die Alte Brücke soll nur noch "notdürftig" repariert werden. Dadurch soll die Stadt laut FNP Einsparungen in "zweistelliger Millionenhöhe" erzielen.


    Mit dieser Entscheidung sind die Entwürfe und Vorschläge von Mäckler wohl erst einmal vom Tisch. Schade. Ob und inwieweit die geplante Erweiterung des Brückenturms (siehe Beitrag #34) betroffen ist, wurde in dem Artikel nicht erwähnt.

  • Der aktuelle Stand der Dinge in der Kurt-Schumacher-Strasse. Soweit sieht alles fertig asphaltiert aus. Zur Zeit legt man letzte Hand an die Gehwege. Ein paar Eindruecke:




    Der Platz ist auch soweit fertig; vergleiche dazu Epi's Beitrag von Ende Mai: