Alexanderplatz: Diverses

  • Ich hab es jetzt in dem Vollmitschnitt der Abendschau gefunden.

    Die Initiatorin des Vereins behauptet einen Brief eines Spenders bekommen zu haben, der eine neue Berolina "bezahlen" will. Ob modern oder historische (der Verein hatte schon Wettbewerbe für eine moderne Interpretation durchgeführt) und ob hier Herstellungs- und Aufstellungskosten drin sind bleibt unklar. Auch wer das "Unternehmen" ist.

    Mit diesen Aussagen konfrontiert sagt BezBürgermeister Hanke das Erwartbare: erstmal müsse die die "AG Geschichte" des Bezirkes damit befassen. Dann brauche man eine "gesamtgesellschaftliche Debatte". Begeistert klingt anders.

    Der historische Standort vor dem Kaufhaus geht schon nicht mehr wegen der U-Bahn, deshalb ist die Berolina 1927 versetzt worden. Seitdem hat sich am Verlauf der Ubahnröhre nichts geändert. Am neuen Standort steht heute die Weltzeituhr. Insofern müsste ein neuer platz ür die neue oder alte Berolina gefunden werden - wenn die Spendenzusage belastbar ist. Auf der Website des Fördervereins findet sich hierzu keine Mitteilung.

  • Also ich habe mal bei Google-Maps geguckt und meine, daß da genug Platz für die Berolina wäre, deren Sockel übrigens recht schick aussieht.

    Als Gegenüber der Weltzeituhr ließe sich das machen. Es scheint genug Platz zu sein zwischen Wall-Klo und Schienen.

    Alternativ könnte man sie auch recht mittig hinstellen, das sähe prächtig aus. Mittig zum Platz bzw. Nordosten hin. Dort würde ihr auch mehr Aufmerksamkeit gebühren.

    Andererseits wäre eine Komplementärlösung zur Weltzeituhr wohl am besten. Ich hoffe, es gibt hier noch mehr als "zwei, drei Herren", die sich über die Rückkehr der Berolina freuen. Der Platz wäre wieder ein Stück humaner und gemütlicher.

  • Also eine Nachahmung des Originals find ich überflüssig.
    1. war Sie wohl nicht gerade ein Meisterwerk
    2. heutzutage völlig aus dem Rahmen gefallen, am modernen Alexanderplatz
    (ähnlich der Staue in LaDefense Paris, die wirkt doch sehr fehl am Platz; nur das die schon vor den Hochhäusern für diesen Platz geplant und gebaut wurde und später dann dort aufgestellt- das kann man dann noch nachvollziehen)

    Die Variante einer Neuinterpretation finde ich da schon sympatischer.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Der historische Standort vor dem Kaufhaus geht schon nicht mehr wegen der U-Bahn, deshalb ist die Berolina 1927 versetzt worden.

    Die Berolina ist wegen dem UbahnBAU (!) und nicht wegen der UBahn versetzt worden. Klar geht der Originale Standort vor dem Hertie. Sie wurde ja auch 1933 wieder dort aufgestellt bis zur Einschmelzung 42/43. Fehlt nur noch das Hertie ;)



    Bilder: Ich, Programm: Sketchup.

  • NdeSP ist aber nicht mehr unter uns und kann daher keine Neuinterpretation erstellen.

    Der Kauf irgendeiner Statue ist nicht der Sinn, sondern Neuentwurf für genau diesen Ort und genau diese Stadt.

  • Camondo kann mich gerne zu denjenigen zählen, die sich über die Rückkehr der Berolina auf den Alexanderplatz freuen. Zeitgenössische Objekte gibt es mit der Nuttenbrosche und der Weltzeituhr dort genug. Jedenfalls würde eine historische Statue dessen Attraktivität enorm steigern. Etwas anderes als eine ablehnende Reaktion seitens der Stadt hätte ich sowieso nicht erwartet.

    Neben dem Alexanderplatz könnte ich mir allerdings auch das Rathausforum als geeigneten Standort für die Wiederaufstellung der Berolina vorstellen. Sie wäre sicherlich ein passender Ersatz für den Neptunbrunnen, welcher nach einer ohnehin längst überfälligen Sanierung dann wieder den Schlossplatz schmücken könnte, für den Berlins berühmter Bildhauer Reinhold Begas ihn einst geschaffen hat.

    Von 1895 bis 1927 befand sich die vom Künstler Emil Hundrieser gestaltete und aus Kupfer getriebene Statue übrigens vor dem ehemaligen Warenhaus Tietz. Dort stand die siebeneinhalb Meter große und eine Tonne schwere Göttin auf einem gut sechs Meter hohen Sockel. Nach dem Bau der U-Bahn wurde sie 1933 auf der gegenüberliegenden Seite als Namensgeberin für das damals erst vor kurzem vollendete Berolinahaus wiederaufgestellt. Wie im Fernsehbeitrag des RBB erwähnt fiel sie 1942 als Beitrag zur sogenannten Metallspende den Kulturbarbaren des NS-Regimes zum Opfer und wurde zu Rüstungszwecken eingeschmolzen.

    Berolina vor dem Warenhaus Tietz um die Jahrhundertwende:

    Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-R75280 / CC-BY-SA

    Blick auf das Berolinahaus mit der namensgebenden Statue:

    Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-R94716 / CC-BY-SA

    Demontage des Denkmals als Beitrag zur sogenannten Metallspende:

    Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-J03164 / Hoffmann / CC-BY-SA

  • Schon, dass auch der ursprüngliche Standort ginge. Histomaps klärt auf.

    Das Argument, dass etwas Historisches hier nicht passt ist schwach, überall in den Altbaugebieten wird doch angeblich Modernes eingepasst mit der Arguementation man müsse Zeitschichten ablesen.

    Trotzdem wird die Berolina nicht wiederkommen, auch wenn ein Privater das Doppelte der Kosten an das Land spendet.

  • ^ Was genau hat die Stadt gegen die Berolina? Wenn die Statue in der NS-Zeit zerstört wurde, hätte dies Grund genug sein müssen, sie wiederherzustellen.

    Wenn man sich die Fotos unter #960 anschaut, bei der zweiten Aufstellung erhielt sie einen Sockel im Stil der Moderne. Bereits das müsste Kontrast genug (zur Statue) sein und insgesamt zum Rest des Platzes passen - u.U. könnte man noch einen dritten Sockel, beliebig zeitgenössisch, entwerfen.

    Eine ganz neue Statue hätte den historischen Touch nicht - dann könnte man genausogut irgend etwas aufstellen, egal was.

  • Ich verstehe echt nicht weshalb man eine historische Statue, einschließlich Sockel, nun wieder neu interpretieren muß/sollte.

    Schon der Sockel von 1933 war so eine fehlinterpretierte Sparversion.
    Kein Wunder, daß man diesen Sockel nach dem Krieg als Litfaßsäule mißbraucht hatte.

    Am originalen Standort (der vor 1927) wäre gerade Heute genug Platz und das wäre auch der passendste Aufstellungsort.

    Die im RBB-Beitrag geforderte gesellschaftliche Diskussion kann dann ja wieder heiter/absurd werden.
    Wenn man zwischen den Zeilen jetzt schon wieder heraushören kann, daß für einige das Kettenhemd (weil zu kriegerisch) ein Problem darstellen könnte, wird mir schon im Vorraus mittelprächtig schlecht.

    Falsch ist die Behauptung, daß der Aufstellungsort von 1933 dem Standort der Weltzeituhr entspricht.
    Richtig wäre, die Berolina stand in der unmittelbaren Nähe des heutigen Standortes der Weltzeituhr.

    Wo heute die Weltzeituhr steht war nach Umgestaltung des Alex zum Kreisverkehr (in den 30igern) eine Straße.

    siehe Link: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/comm…xanderplatz.jpg

    Vor der Berolina erkennt man das Geländer zum U-Bahnzugang und ziemlich genau dort wo der Doppeldecker-Bus zu sehen ist steht heute die Weltzeituhr.

    Übrigens hatten wir das Thema Berolina hier schonmal als libero seine Alexanderplatzgestaltung ausführlich vorgestellt hat.


    Gruß, Jockel HB

  • Eine Rückkehr der Berolina würde ich begrüßen. Bei der Standortfrage wäre ich jedoch offen auch für Neues. Ich könnte mir die alte Dame gut vorm Stadtschloss anstelle der ollen Einheitswippe vorstellen.

  • Vielleicht könnte man die Berolina etwas schmaler und gefälliger wirken lassen.

    @ Bato: Vor dem Humboldtforum. Den Vorschlag nimmst du wohl selbst nicht ernst ;)

  • @Standort
    Wieso nicht am Potse? Als ehemaliger Eingang nach Berlin, würde ihre willkommenheißende Geste doch gut passen. Ein leichtes Lächeln wäre natürlich nicht schlecht, aber jut, das wäre dann wieder zu beliebig. Aber an sich fände ichs ne gute Alternative zum Alex. Der ist mit Brunnen und Uhr schon voll genug. Am Potse/Leipziger siehts hingegen eher mager aus.

    @Neuinterpretation
    Es gibt doch bereits eine neuinterpretierte Berolina, nämlich am Hausvogteiplatz. Ich finde die Skulptur an sich recht ästhetisch. Aber was hat die mit Berolina zu tun?

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Vielleicht könnte man die Berolina etwas schmaler und gefälliger wirken lassen.

    @ Bato: Vor dem Humboldtforum. Den Vorschlag nimmst du wohl selbst nicht ernst ;)

    Kent: Jo, dann müßte man eigentlich die Grundgestaltung beibehalten, aber neue Maße und ne neue Dame aussuchen a la Berlin sucht die Superbraut. Solange es eine gegenständlich-realistische Interpretation bleibt, würde ich auch eine Neugestaltung in Kauf nehmen.

    @Bato: Da gehört sie definitiv nicht hin! @alle: Alles andere als Alex empfinge ich unangebracht. Da würd ich eher die Weltzeituhr an die Stelle des Neptunbrunnes versetzen. aber das hatten wir ja schon mal hier im Thread ;)

  • @ Bato;
    Man muss Berlin halt jeden Tag ein Stück schöner machen ;)

    @ Libero: Ich dachte nur an ein bisschen strecken, das würde schon reichen. Die Dame soll nur nicht so pummelig sein.

    @ Konstantin: Woher kommt die Gewissheit, dass die Figur niemals wiederkommt?

  • ^^
    Och, warum denn nicht? Die Dame hat sich doch auch schon in der Vergangenheit recht flexibel standorttechnisch gezeigt. ;)
    Potse ist m.E. zu viel Verkehrsgetöse. Ich fürchte, dass sie da etwas untergehen würde.

    Alex: wie wäre es mit einem Standort an der nördlichen Platzkante vor der Alex Oase? Quasi eine Dreifaltigkeit von Berliner Sehenswürdigkeit (Weltzeituhr, Völkerbrunnen, Berolina). So hätten alle genug Raum für sich.

  • Um mit dem "Wünsch´ dir `was" fort zu fahren:

    Die Berolina würde gut vor das Rote Rathaus passen.
    Schließlich kommt der Neptunbrunnen bald vor das Schloss/Humboldtforum! :lach:

    Das mit dem Strecken / Aufhübschen der Berolina fände ich gut.

  • Berlin im Stadtkern gegen die eigene Geschichte?

    Erst mal wrd es wohl Zeit, sich den Gönner genauer anzuschauen. Ist es ein anonymer Spender, bezahlt er Herstellung und Wiederaufstellung, hat er Vorstellungen vom Ort. Wenn ich das Geld übrig hätte und spendete hätte ich eine klare Vorstellung für den Ort der Aufstellung, und zwar am historischen Ort am Alex.

    Das Land Berlin hat sich bislang jeder Rückkehr von historischen Elementen verweigert. Nur die "Rest"-Projekte der Ära Stimmann wurden noch widerwillig abgearbeitet.
    Stattdessen ist das Land gegen
    - die Rückkehr des Schloßbrunnens
    - die Schloßterrassen
    - die Adlersäule
    - eine städtebauliche Wiederherstellung des Neuen Marktes
    - eine städtebauliche Wiederherstellung des Molkenmarktes
    - aus der Ära Stimman wurde die Wiederherstellung der Ratswaage am Petriplatz, eigentlich im B-Plan festgeschrieben, im nachhinein gestrichen
    - eine mögliche Rückkehr der Gerichtslaube aus Potsdam wurde durch die Entfernung der Fundamente und des EG des Originalbaus an der Spandauer Straße unmöglich gemacht
    - die Rückversetzung des Lutherdenkmal bis zum Jubiläum 500 Jahre Reformation wird mit einem aufwändigen Wettbewerbsverfahren für die Neuschaffung eines Sockels verbunden, um die Rekonstruktion desselben zu verhindern
    - die Wiederherstellung des Tympanon auf dem Neuen Marstall (zum Schloß hin) wird abgelehnt
    - eine Rückkehr des Großen Kurfürsten auf de Lange Brücke wurde verhindert
    - an der Breiten Straße soll bei den Neubauten nicht historisch parzelliert werden
    - der im Koalitionsvertrag festgeschriebene Wettbewerb zur Neugestaltung des Raumes zwischen Fernsehturm und Spree ist bis heute nicht ausgelobt. Nach nächstem Frühjahr beginnt der Wahlkampf für die berliner Wahlen am 18.9.2016 - dann passiert das auch nicht mehr
    - ob die Generalsstatuen wieder vor die Wache kommen - jetzt, wo sie es wieder dürften - bleibt ungewiss

    Das ist nur die Summe der Entscheidungen ür den kleinen Bereich des Stadtkernes, die eindeutig eine Richtung zeigen: eine Rückbindung zur Geschichte wird nicht gewünscht. Der Stadtkern ist hier offenbar eine Spielwiese der Moderne, auch einer Epoche der Vergangenheit, die nicht durch Rückbezüge zur 800 jährigen Geschichte gestört werden darf (bis auf die paar dekorativen Schmuckstücke Rotes Rathaus und Marienkirche). Parallel stellt man einen nach dem anderen Bau aus DDR-Zeiten unter Denkmalschutz, um das bisherige Bild zu zementieren.

    Ist das kein klares Bild?

  • Sie entspricht vielleicht nicht dem heutigen Schönheitsideal, aber sie ist eine Göttin und somit perfekt ;). Aber mal im ernst, so wird das ja alles ins Lächerliche gezogen...