Beiträge von Jockel HB

    Es geht mir nicht um den Denkmalschutz, es geht mir um die Entwicklung von Häusern.

    Das Schinkels Bauakademie für dich nur irgend ein Haus darstellt macht die Diskussion in einem Architekturforum fast unmöglich.

    Und das dich selbst bei einem Gebäude wie diesem (oder vergleichbaren Bauwerken) der Denkmalschutz nicht interessiert hast du ja schon oft genug geäußert.


    Wir bauen mit heutiger Technik und Wissen. Dann kann man einen Teil der Fassade verändern, ein anderes Dach aufsetzen oder auch was ganz neues bauen (und die Backsteinfassade nur teilweise oder in Bruchstücken wieder errichten) weil einfach der Badarf ganz anders ist...

    Deine Einstellung gegen Rekos sei dir unbenommen, nur schreib das doch auch ganz ehrlich.

    Du machst nämlich genau das, was Endell in einem seiner Beiträge so treffend dargestellt hat.

    Du schreibst über imaginäre Nutzungskonzepte und unterstellst dem originalen Schinkelbau diese zu behindern/verhindern.

    Erläutere uns doch bitte warum es einer "halben" Fassade bedarf um "deine" Nutzungskonzepte zu erfüllen.



    ...dennoch kann es dann Schinkels Bauakademie sein, aber eben im Jahr 2030 oder so...

    "Oder so" eben gerade nicht.

    Irgendwas kann eben nicht die Schinkelsche Bauakademie sein bzw. sich mit dessen Federn schmücken wollen.


    Übrigens bin ich der Meinung wenn man gerne "irgendwas" bauen will, dann könnte man das auch gerne "irgendwo" tun und müßte nicht den historischen Standort der Schinkelschen Bauakademie okkupieren.



    Gruß, Jockel

    Es ist aus städtebaulicher Sicht totaler Quatsch, dass die Gebäude direkt am Bahnhof, die diesen zentralen Ort markieren sollten, niedriger werden als der Bestand dahinter.

    Tja, das mit dem Quatsch ist halt so eine Sache.


    Man kann aus städtebaulicher Sicht sicher die Harmonie zum unmittelbaren Nachbarn als wichtiger empfinden als den städtebaulich fragwürdigen Zustand dahinter.

    Wenn ich aus dem Ostbahnhof komme sehe ich erstmal nur die gegenüberliegende Häuserfront, der fragwürdige Zustand dahinter bleibt zum Glück unsichtbar und da ist mir eine Fernwirkung erstmal völlig egal.



    ...mindestens 100m hoch zu bauen und insbesondere die dadurch verschwendete Gebäudefläche ist angesichts immer knapper werdendem innerstädtischen Raum nicht zu verantworten.

    Wird das jetzt zum Totschlagargument für alle Bauvorhaben unter 100m?




    Gruß, Jockel

    ^^Du hast natürlich recht, daß sich unsere Stadtbilder in ständiger Veränderung befinden und das auch ohne Kriege.


    Nur gilt bzw. sollte das nicht für "bedeutende" Denkmale gelten. (wir sind uns sicher einig welche Denkmale bestimmter Personen davon ausgeschlossen sein sollten)

    Mit seiner Bauakademie hat sich Schinkel nunmal höchst persönlich ein Denkmal von herausragender Bedeutung gesetzt und der Nachwelt hinterlassen, auch wenn er das damals vermutlich nicht ahnen konnte und vielleicht auch nie beabsichtigt hatte.


    Dieses Baudenkmal wurde so über Generationen seiner Bedeutung angemessen zumindest akzeptiert und keiner hat je sichtbar daran gerüttelt.


    Auch konnte/kann man der Schinkelschen Bauakademie nie irgend eine politische Belastung unterschieben, weil das Gebäude ansich völlig unpolitisch war/ist.


    Selbst zu DDR-Zeiten hatte man an von mir oben geschriebenem nicht gerüttelt und der baugeschichtlichen Bedeutung verpflichtet die Wiederherstellung schon weit voran gebracht, bis...


    ...ja, bis jemand um die Ecke kam der auf Historie und Kultur pfiff, solange er nicht bestimmt hatte was sein Volk unter Historie und Kultur zu verstehen hätte.


    Wenn wir Heute von Schinkel reden und uns ernsthaft an ihn erinnern wollen, dann funktioniert das nur mit der originalen Hülle mit möglichst originalem Inneren.

    Wie sollte man sonst einem über Architektur nicht informierten Besucher glaubhaft vermitteln, daß im gerade betrachteten "modernen" Gebäude aber überall Schinkel steckt, das klappt ja noch nichtmal bei vielen von uns Informierten.



    Gruß, Jockel

    Erstmal ein großes Dankeschön für deinen obigen Beitrag Endell.

    Dein Beitrag trifft genau das was auch ich empfinde und vorallem diesmal ohne die von dir gerne benutzten "zynischen" Überspitzungen.


    Zwei Abschnitte fassen dabei das nach meiner Ansicht Wichtigste perfekt zusammen und das möchte ich wie folgt zitieren.

    Seit 20 Jahren steht mit der Modellfassade von Schinkels Bauakademie ein anhaltend mahnendes, nicht eingelöstes Versprechen zum Wiederaufbau dieses Gebäudes.

    Die hier vorgestellte Fassade ist in ihrer Gesamtheit Schinkel - da gibt es nichts Wegzulassen oder zu interpretieren, die Fassade ist doch so modern strukturiert und für den Innenausbau damit äußerst flexibel - die Moderne findet hier ihren Ahnen in Konstruktion und Struktur wie die Tradition ihr Sentiment in Material und Dekor.



    Dabei ist der Bau seiner Natur nach im Inneren flexibel nutzbar -und die problematisierung absolut nicht nachvollziehbar.

    Das Problem liegt auch nicht in der Rekonstruktion der Fassade begründet sondern in der Fraktion der Stakeholder die eher mit der Eigenschaft der Rekonstruktion der Fassade ein Problem haben und daraus eine verschleppende Grundsatzdebatte konstruieren.


    In der ganzen Debatte sollte man sich grundsätzlich erstmal darüber im klaren werden, was man eigentlich will (oder nicht will) und sich dann damit ehrlich machen.


    Was sich für mein Dafürhalten als äußerst problematisch darstellt ist, wenn man sich am historischen Ort alles Mögliche vorstellen kann (es muß nichtmal was mit dem Original zu tun haben, Hauptsache irgendein Funktionsbau) und sich dann im schlimmsten Fall der Anmaßung hingibt alles sei im Geiste Schinkels.


    Grundsätzlich kann man ja der Meinung sein dort irgend etwas, einem vermeindlichen Zeitgeist entsprechendes haben zu wollen, nur sollte man dann auch dazu stehen.


    Weiterhin muß man sich grundsätzlich auch entscheiden ob man eine "Schinkelsche Bauakademie" oder eine "Bauakademie" haben will.

    Entscheidet man sich für die "Schinkelsche Bauakademie" ist die äußere Rekonstruktion ein Muß und die im Inneren erstrebenswert.

    Bei einer "Bauakademie" sollte man sich jedenfalls nicht mit Schinkels Federn schmücken und dessen Gebäude in Wahrheit ablehnen.

    (das gilt für irgend einen bezugslosen Funktionsbau natürlich erstrecht)


    Und noch grundsätzlicher geht es schon garnicht mehr...

    ...wir reden hier nicht von irgend einem historischen Gebäude, sondern von einem kulturhistorisch, für die Architekturgeschichte (zumindest für die deutsche) hoch bedeutsamen Bauwerk.



    Gruß, Jockel

    Die Kleinteiligkeit macht sich m.E. gut,...

    ...vor allem im Zusammenspiel mit...

    ...die wenn man ganz grob schätzt aus den 1890ern stammen und Sanierungen/Umbauten der 1990er sind.



    Gut, dass sich da was bewegt.

    Das sehe ich genau so.

    Wenn das Projekt hoffentlich so umgesetzt wird wie es die Computeranimation verspricht, wird das sogar richtig gut.



    Bleibt zu hoffen, daß die andere Seite (bezogen auf die drei Altbauten) ähnlich kleinteilig und anspruchsvoll aussehen wird.

    Dann könnte der Hermann-Stöhr-Platz durch eine gelungene Fassung endlich als wirklicher Platz zur Geltung kommen und nicht wie derzeit als ein Kriegsbrache füllendes Etwas neben noch größerer verwahrloster Kriegsbrache.


    Wenn man dann aus dem Ostbahnhof kommen wird, hat man endlich eine dem Ort angemessene Innenstadtkulisse.



    Gruß, Jockel

    ^ Bezüglich der Begrünung ist fast alles vorstellbar was die unsägliche Steinwüste aufbricht.

    Ja, auch vom Minimum mit Pflanzkübeln wie im Lustgarten bis zu erhöhten Beeten mit gemischter Bepflanzung bestehend aus Büschen, Sträuchern, Hecken und auch Blumen umgeben von Sitzbänken.


    Hoch- u. dichtwachsende Bäume würde ich nicht befürworten wenn diese dazu dienten die Fassade zu verdecken.

    Würden solche Bäume jedoch nur punktuell (z.B. Brunnen in der Mitte und östlich/westlich verteilt jeweils ein Exemplar) zum Einsatz kommen und in beispielsweise oben genannte Beete integriert, wäre auch das durchaus vorstellbar.


    Für die Wegebeziehungen ist das weitere Umfeld eben von entscheidender Bedeutung weil sich auch dort für Besucher Ziele ergeben.

    Der "alte" Schloßplatz wird selbst mit dem schönsten Brunnen und der perfektesten Begrünung nicht mit dem Lustgarten mithalten können.

    Soll heißen, er wird auch bei verbesserter erweiterten Umfeldgestaltung nie zum gleichrangigen eigentlichen Ziel für Besucher werden, im Vergleich zum Lustgarten.

    Wenn allerdings durch attraktivere Orte das erweiterte Umfeld aufgewertet ist, kann auch der sprichwörtliche Weg über den "alten" Schloßplatz das Ziel sein und zur Belebung beitragen.



    Gruß, Jockel

    Ich kann deine Einschätzungen weitestgehend teilen, doch zwei Punkte sehe ich völlig anders.

    Die Rotunde finde ich tatsächlich deplatziert, so als Übergang von Barock- zu Stella-Fassade.

    Die Rotunde wurde nicht als Übergang von Barock- zur Stellafassade platziert, sondern ist vorbildlicher Bestandteil der Barockfassade und kann somit faktisch nicht deplaziert zur Stellafassade sein.

    Wenn der Übergang trotzdem unharmonisch wirkt (und da würde ich dir zustimmen), muß es demnach andere Gründe haben.


    Ich finde ein harmonischerer Übergang wäre es gewesen mindestens zwei, oder besser alle vier Fensterachsen der barocken Ostfassade zu rekonstruieren und die Stellafassade entweder um diese Achsen nach Norden zu versetzen, oder um diese zu kürzen.


    Die Disharmonie kommt hauptsächlich deshalb zu stande, weil die Stellafassade der Rotunde zu sehr auf die Pelle rückt.



    Die Südseite mit dem eigentlichen Schlossplatz (heißt jetzt ja alles so), ist ein bißchen im Abseits. Die Portale sind zwar beeindruckend aber liegen halt auf der Rückseite. Ich glaube auch nicht, dass ein Brunnen das wesentlich ändern würde, es fehlt halt im Gegensatz zur Nordseite am Umfeld (vom Nicolaiviertel mal abgesehen).

    Die Südseite ist leider in der Wahrnehmung die Rückseite, historisch gesehen jedoch die eigentliche Vorderseite.


    Natürlich kann ein Brunnen (im besten Fall der Schloßbrunnen) alleine nichts wesentliches an der jetzigen Situation ändern, dennoch viel dazu beitragen.

    Ergänzend bräuchte es eine begleitende Begrünung (in ähnlicher Form der historischen) um überhaupt eine Aufenthaltsqualität zu erreichen.

    Das eine Teilbegrünung bessere Aufenthaltsqualität garantiert beweisen die Terrassen der Lustgartenseite (selbst in moderner Form) sehr anschaulich.


    Das weitere Umfeld selbst soll ja erst noch entstehen.

    Es wird nicht unwichtig sein was und in welcher Qulität in der Breiten Straße entstehen wird. Dort braucht es u.a. Gastronomie.

    Auch kann die zukünftige Straßenbahn durch die Gertraudenstraße (mit entsprechender Haltestelle an der Breiten Straße / Cöllnischer Fischmarkt) für zusätzliche Belebung sorgen.

    Ebenfalls könnte die wiedererrichtete Schinkelsche Bauakademie mit einer attraktiven öffentlichen Nutzung einen Beitrag zur Belebung leisten. (und mehr Werbung für die Austellungen in der Friedrichswerderschen Kirche und zum Gebäude selbst)

    Und nicht zu vergessen das Einheitsdenkmal in von mir nicht geliebter Form.


    Was ich eigentlich sagen will ist, daß es derzeit fast keinen Grund gibt sich auf den "alten" Schloßplatz zu begeben, außer kurz die barocke Fassade zu betrachten um darauf hin gleich wieder zu verschwinden.

    Durch meine oben genannten Beispiele könnte man Fußgängerströme automatisch über den "alten" Schloßplatz leiten.

    So gäbe es einen lohnenswerten Grund vom Roten Rathaus, vorbei am Nikolaiviertel, über den "alten" Schloßplatz mit verbesserter Aufenthaltsqualität, direkt zum Schloß, oder weiter zum Einheitsdenkmal, oder weiter zur Bauakademie und Schinkelkirche zu laufen.

    Gleiches gilt für einen Fußmarsch von einer künftigen Straßenbahnhaltestelle durch eine einladende Breite Straße zu den selben Zielen wie im vorigen Beispiel und immer über den "alten" Schloßplatz.

    Die Bedeutung der zukünftigen Straßenbahnanbindung, gerade Richtung Westen (und hoffentlich auch nach Kreuzberg), sollte man nicht unterschätzen.

    So wird die Straßenbahn dann auch die Museumsinsel (wozu ich auch das Schloß zähle) und das Kulturforum sehr attraktiv miteinander verbinden, gerade für reine Museumsbesucher sicher nicht ganz unwichtig.



    Gruß, Jockel

    Frau Jarasch hatte doch genau das gefordert.

    So auch meine Erinnerung, nun um so größer meine Verwunderung.


    Ein Gutachter hat beschieden, dass die alte Gertraudenbrücke die Tram und gleichzeitigen LKW-Verkehr nicht aushalten würde, trotz Sanierung.

    Daß die alte Brücke der zukünftigen Belastung nicht gewachsen sei wurde meiner Erinnerung nach von keiner Seite je ernsthaft angezweifelt, auch ohne Gutachten.


    Einige entscheidende Frage bleiben trotzdem offen...


    1. Was ist mit Sanierung gemeint und würde sich dies mit einer Ertüchtigung für zukünftige Belastungen in Einklang bringen lassen können?

    2. Wo findet man nähere Aussagen aus diesem Gutachten, oder gar das Gutachten selbst?

    3. Wenn man dem Gutachten die oben angeführte Aussage (der nicht tragfähigen Sanierung) unterstellen könnte, was sagt das über einen möglichen/unmöglichen denkmalgerechten Umbau (sprich Verbreiterung) der alten Brücke aus?

    4. Weshalb erklärt man das aktuelle Vorhaben auf der Seite der "Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz" (zu finden unter "Vorgeschaltetes Wettbewerbsverfahren") damit, daß man lediglich vom Planwerk Innere Stadt von 2011 abrückt, weil sich die bisherigen Festlegungen bezüglich der verkehrlichen und städtebaulichen Ziele überholt haben?


    Ich bleibe bei meiner schon früher geäußerten Vermutung...

    ...man wählt die vermeintlich billigere Variante des Ersatzneubaus um sich die Planfeststellung zu sparen und zieht Alternativen nicht ernsthaft in Betracht und erklärt das Ganze dann als "alternativlos".



    Gruß, Jockel

    Hendrik Blaukat von der Interessengemeinschaft Leipziger Straße ... kritisiert, dass Jaraschs Plan als „alternativlos“ vorgestellt worden sei.

    Dieser Kritik schließe ich mich an.

    Dieser Ktitik schließe ich mich auch unbedingt an.


    Da gäbe es für die gute Frau Verkehrssenatorin Bettina Jarasch schon mal mindestens zwei Alternativen.


    1. Man begnügt sich mit 22 Meter Breite der alten Brücke und ertüchtigt diese für zukünftige Belastungen, einschließlich Straßenbahn.

    2. Man verbreitert die alte Brücke um 7,3 Meter unter denkmalgerechter Einbindung der historischen "Brückenwangen" und ertüchtigt somit die Brücke für zukünftige Belastungen.


    Einen Tip gibt es für Frau Jarasch noch gratis dazu...

    ...bitte sich die erst kürzlich erfolgreich abgeschlossene Ertüchtigung der Roßstraßenbrücke für u.a. Busverkehr zu Gemüte führen, ist auch nur zwei Brücken weiter flußaufwärts!



    Gruß, Jockel

    Ich empfinde das Projekt (erstmal in Bezug auf die Visus) grundsätzlich als sehr gelungen.


    Das Gebäude selbst vermittelt mir durch die Geschosshöhen und die die Fenster sehr gelungen einrahmenden Betonträger /-stützen eine überzeugende Anlehnung an Industriebauten (von Innen wie von Außen).


    Am besten gefällt mir die sehr ansprechende Verschmelzung der alten Bahntrasse mit dem Gebäude, auch hier im Inneren wie von Außen.

    Durch die Verschmelzung stehen sich alte Bahnanlage und modernes Gebäude nicht als kongurierende Fremdkörper gegenüber.

    Auch wird nicht der Eindruck erzeugt, daß ein Teil den anderen dominieren will, im Gegenteil wird hier ein harmonisches Mitteinander gelungen angestrebt.

    Bleibt zu hoffen, daß die Harmonie dann auch in echt so überzeugen wird und nicht nur der Kunst der Computeranimationen geschuldet ist.


    Was ich persönlich grundsätzlich als abstoßend empfinde, sind diese (rohbaumäßig) offen gelassenen Decken in Räumen in denen man sich auch wohlfühlen soll.

    Das gilt für mich wie hier für Großraumbüros, als auch in andern Fällen z.B. ehemals Operncafe unter den Linden oder Hbf - Tiefebene. (fehlen ja hier quasi nur noch ein paar lustige Kabelkanäle)


    Ich kann mich bei solchen Decken nur noch nicht so recht entscheiden was ich davon halten soll.

    Soll das irgend eine Form von Stilmittel sein, oder doch nur das Unterjubeln von versteckten Kosteneinsparungen (natürlich nicht im bildlichen Sinne, weil eben nicht versteckt).


    OT: Eine Harmonie von altem S-Bahnviadukt und moderner Bebauuung hätte man am Gleisdreieck zukünftig auch haben können...

    ...doch leider hat man den Viadukt vor wenigen Jahren beseitigt.



    Gruß, Jockel

    Da ist der „Denkmalschutz“ im Maifeld noch das kleinste Problem.

    Das bleibt leider zu befürchten, weil auch in Berlin gerne mal gilt "Politik sticht Denkmalschutz".


    Mir als außen stehendem ist es relativ egal wo die Hertha meint in Zukunft spielen zu wollen, obwohl ich das Bedürfnis nach einem passenderen Stadion durchaus nachvollziehen kann.

    Doch darf das nicht bedeuten das Flächendenkmal Olympiastadion entscheidend anzutasten.

    Wenn das nun von einzelnen Politikern als "indiskutabele Variante" befeuert wird, will man nur hoffen, daß das wenigstens in diesem Fall keine Option sein wird.



    Gruß, Jockel

    Warum sollte es also in Berlin anders sein?

    Weil es in diesem Fall anders ist.


    Was du zum Allgemeintzstand von vielen Bahnhofsgebäuden schreibst ist unbestritten richtig, vorallem auch wenn es um historisch wertvolle Gebäude geht.


    Nur handelt es sich hier um einen nagelneuen und unfertigen Bahnhof, bei dem es offensichtlich ums Verrecken nicht möglich ist diesen zu Ende zu bauen, weil man scheinbar aufgegeben hat dieses Projekt zu einem Abschluß zu bringen.



    Gruß, Jockel

    Hatte tatsächlich die alte Planung im Kopf.

    Wobei dein Argument der nahen S1 genau der Grund war, weshalb die U10-Planungen verworfen wurden und das scheinbar endgültig. (auch in der von mir verlinkten Karte als verworfen gekennzeichnet)


    Interessant finde ich auch, daß der schon bestehende Tunnel der U4 von Nollendorfplatz bis Magdeburger Platz aktiviert werden könnte um dort einen Umsteigebahnhof zur "neuen" U3 zu errichten.


    Der Lückenschluß von Uhlandstraße zum Adenauerplatz ist wirklich überfällig.

    Das interessante dabei ist, daß wenn dies im Zusammenhang mit der "neuen" U3 geschehen würde, man von Wittenbergplatz bis Uhlandstraße auf Großprofil umbauen wollte, so zumindest der Plan.


    Auch scheint es so zu sein, daß man bei einer Weiterführung der U3 in die City West gezwungen wäre diese bis mindestens Uhlandstraße zu bauen, weil im Bahnhof Wittenbergplatz kein Platz für zwei zusätzliche Gleise (nämlich Großprofil) vorhanden wäre und eine sinnvolle Möglichkeit danach zu kehren überhaupt erst unter dem Kurfürstendamm bestünde.



    Gruß, Jockel

    Wie auch immer...


    Fakt ist, daß die Gertraudenbrücke (ob alte oder Ersatzneubau) eine Straßenbahn tragen wird.

    Ich persönlich finde das richtig, gerade auch wegen dem geplanten Abzweig nach Kreuzberg, aber auch wegen einer zukünftigen Verlängerung ab Kulturforum.


    Es geht bei allen denkbaren Verkehrsverbindungen (ob U-bahn, Straßenbahn oder Bus) doch nicht alleine um den Abschnitt zwischen Alex und Potsdamer Platz, sondern immer (und möglichst in alle Richtungen) darüber hinaus.

    Parallelverkehre in diesem Abschnitt wären einer Entlastung der (rammelvollen) U2 sogar äußerst dienlich, da hilft eben auch eine Straßenbahn.

    Und bis Wittenbergplatz könnte das vielleicht zusätzlich auch eine U3.


    Aber zurück zur Gertraudenbrücke.

    Einen Nachteil für den Stadtraum wegen der Straßenbahn, gerade am Spittelmarkt, sehe ich nicht.

    Was dem Stadtraum schadet ist der autobahnähnliche Zustand durch die neue Gertraudenbrücke und die Fortschreibung dessen durch einen eventuellen Ersatzneubau.


    Entscheidend wird demnach bleiben, was das angedachte Belastungsgutachten zur alten Brücke ergibt und vorallem was dann daraus folgen soll.


    Gruß, Jockel


    Mod: Bitte beim Thema bleiben. Hier geht es um die Gertraudenbrücke. Diskussionen zur geplanten Tram bzw. U-Bahn entlang der Leipziger können hier geführt werden.

    Ab dem Potsdamer Platz liefe sie parallel zur S1.

    Auch das ist falsch, weil deine Annahme der U10 Planung entsprach.

    Die U3 sollte vom Potsdamer Platz (mit neuer Streckenführung) über Wittenbergplatz und Uhlandstraße weiter zum Adenauerplatz führen. (siehe Karte zur Planung der U3) und (der erklärende Text dazu)


    Allerdings ging es hier ursprünglich um die Gertraudenbrücke und meine Einlassung dazu war pro Straßenbahn, weil in meinen Augen absolut sinnvoll und wichtig.

    Weiterhin wollte ich nur darauf hinweisen, daß ein pro Straßenbahn nicht zwangsläufig eine entgültige Absage einer U-Bahn (wie auch immer die mal aussehen könnte) bedeuten sollte und aus der Hüfte geschossene Einlassungen (ob pro oder kontra für Straßenbahn oder U-Bahn, wie oben geschehen) da nicht wirklich hilfreich sind.



    Gruß, Jockel

    Wie viel Stadtraum könnte hier gewonnen werden, wenn die Leipziger über die alte Gertraudenbrücke verschwenkt würde?

    Da du deinen Satz mit einem Fragezeichen beendet hast, versuche ich es mit einer Antwort (wäre der Satz durch einen Punkt beendet worden, würde ich der Aussage voll zustimmen).

    Natürlich sehr viel, denn man hätte den Spittelmarkt in seinem ursprünglichen Grundriß zurück.


    Imho ist das übrigens auch ein weiteres Argument gegen die an dieser Stelle unsinnigen Tram-Pläne und für den Weiterbau der U10.

    Das sehe ich überhaupt nicht so, denn...


    - schließt eine U-Bahn eine Straßenbahn (und umgekehrt) nicht zwangsläufig aus.

    - würde sich die Straßenbahn hinter Spittelmarkt auch nach Kreuzberg (Axel-Springer-Straße) verzweigen und muß auch nicht für immer am Kulturforum enden.



    Ja genau, damit dann die U10 als Lösung aller Verkehrsprobleme im Jahre 2050 den Potsdamer Platz erreicht, obwohl man heute schon die gleiche Verbindung mit der U2 hat, Hauptsache viel Geld unter der Erde verbuddelt...

    Dir ist aber schon bekannt, daß eine U-Bahn nicht am Potsdamer Platz enden würde/sollte und ab dort (Wittenbergplatz) überhaupt keinen Parallelverkehr mehr zur U2 hätte?

    Parallelverkehre sind auf gewisse Abschnitte beschränkt absolut üblich und durchaus sinnvoll, da diese vorallem im innerstädtischen Bereich auch für Entlastungen der einzelnen Linien sorgen.


    rakete, Baukörper: Die von Euch als U10 bezeichnete U-Bahn wäre übrigens nach aktuellen Planungen eine U3!



    Gruß, Jockel

    Mir stellt sich eher die Frage der Sinnhaftigkeit eines reinen Belastungsgutachtens.


    Daß die alte Brücke im jetzigen Zustand sanierungsbedürftig ist dürfte bekannt sein.

    Daß solch ein Gutachten, gemessen an den jetzigen baulichen Umständen, negativ ausfallen könnte ist sehr wahrscheinlich.

    Daß die alte Brücke in der jetzigen Form (Breite) den (leider) gewünschten zukünftigen Anforderungen nicht entsprechen würde wäre ebenfalls zu beachten.


    Was ist demnach der Plan den die Verkehrssenatorin verfolgt?


    Was würde ein negatives Belastungsgutachten bedeuten?

    Folgt darauf ein Gutachten wie ertüchtigungsfähig die alte Brücke sein könnte?

    Und wenn ja, was hieße das dann, nur tragfähig machen oder auch verbreitern?

    Oder hieße das automatisch Ersatzneubau der neuen Brücke?

    Oder stellt man dann beide Brückenkonzepte gegeneinander und bewertet nochmal neu?


    Was würde ein positives Belastungsgutachten bedeuten?

    Wäre das eine Absage zum Ersatzneubau?

    Wäre das der automatische Zuschlag für die alte Brücke und der Verzicht die Brücke zu verbreitern?


    Fragen über Fragen.



    Gruß, Jockel

    Worin läge der bauchtechnische Vorteil noch bis zum Erdgeschoss weiterzumachen?

    Bei einem jetzigen Baustopp müßte man trotzdem um die Baugrube herum ständig den Grundwasserspiegel niedrig halten, das hieße Grundwasser permanent abpumpen, um ein Aufschwimmen der "Bodenwanne" zu verhindern.


    Also muß in die Baugrube irgendwie Gewicht.

    Das erreicht man entweder durch Weiterbauen oder durch temporäres Verfüllen der Baugrube z.B. mit Sand.

    Bei einem späteren Weiterbau müßte man halt alles wieder ausbaggern.


    Eine weitere (für mich eher unwahrscheinliche) Variante wäre die Baugrube zu fluten.

    Bei dieser Methode müßte allerdings sichergestellt sein, daß die Baugrube so dicht ist/bleibt, daß es rundherum kein schleichendes "Auswaschen/Wegschwämmen" von Erdreich gibt um Schäden am z.B. angrenzenden Alexa zu verhindern.


    Desweiteren würde der Grundwasserspiegel im Verhältnis zur "Baugrubenoberkannte" vermutlich zu niedrig sein um die Baugrube weiterhin zuverlässig auszusteifen.

    Ich würde mal davon ausgehen, daß die jetzt verbauten "Aussteifungsrohre/-stempel" nicht für dauerhafte Belastung (und schon garnicht unter Wasser) geeignet sind.


    Bliebe demnach eigentlich nur Verfüllen und später wieder Ausbaggern.

    Übrigens ist man nach Abriß des Palast der Republik mit der verbliebenen "Palastwanne" ebenso verfahren, bevor der Schlossneubau begann.



    Gruß, Jockel

    Gibt es eigentlich Belege dafür, dass die Maßnahmen zur Gebäudedämmung der letzten Jahrzehnte maßgeblich zur Senkung der Heizkosten beitrugen?

    Ja, meine Heizkostenabrechnungen.


    Allerdings wohne ich in einem dünnwandigen Ziegelstein-Nachkriegsbau (Giebelwohnung, unter dem Dachboden) mit Holzböden und Strohmatten verputzten Decken. Nach Wärmedämmung der Fassaden, Fußboden des Dachbodens und des Daches haben sich meine Heizkosten fast halbiert.

    Weiter würde ich behaupten, daß bei z.B. dünnwandigen Plattenbauten eine Fassaden- u. Flachdachdämmung unbedingt etwas bringt.


    In der ehemaligen DDR bestehen z.B. viele der in den 60ern bis Anfang der 70er gebauten Wohnblöcke (die mit meist noch richtigen Ziegeldächern) aus recht dicken gemauerten Betonquadern (werden trotzdem oft fälschlich als Plattenbauten bezeichnet).

    Diese Mauerwerke verfügen zusätzlich noch über eine ebenfalls recht dicke Schicht Außenputz und üblichen Innenputz.


    In dem Wohnviertel meiner alten Heimat stehen solche Wohnblöcke, wobei jeder zweite der städtischen Wohngesellschaft und jeder zweite der örtlichen Genossenschaft gehören.

    Nach der Wiedervereinigung erhielten alle Wohnblöcke neue Fenster und Türen, danach begann man mit der Gebäudedämmung.


    Der Unterschied war nun, daß die städtischen Wohnblöcke rundum mit Dämmung verpackt wurden und die genossenschaftlichen nur eine Giebel- u. Dachdämmung bekamen.


    Meine Familie und Freunde wohnten damals in beiden Varianten der gedämmten Wohnblöcke und ein spürbar unterschiedlicher Effekt durch die verschiedenen Dämmungen war nicht feststellbar.

    Der größte wahrnembare Effekt ist und war optischer Natur.

    Die städtischen Wohnblöcke verfügten nun über noch massiver (fast bunkerartig) wirkende Fassaden in denen die Fenster fast verschwinden.

    Farblich aufgehübscht wurden selbstverständlich beide Varianten.


    Heute (nach fast 30 Jahren) sehen die ungedämmten Putzfassaden der genossenschaftlichen Blöcke noch recht ordentlich aus. lediglich an den originalen Beton-Fensterlaibungen beginnt die Farbe abzublättern.

    Bei den gedämmten städtischen Blöcken sieht die Fassade mittlerweile verheerend aus.

    Fast die gesamte Fassade neigt zum Grünspan, oberhalb der meisten Fenster sieht die Fassade aus wie nach Wohnungsbränden (also geschwärzt).

    Nur an den Stellen wo die Kunststoffdübel sitzen, die die Dämmplatten halten, scheint die Fassade allen Widrigkeiten wiederstanden zuhaben. Frei von Grünspan und anderen Verfärbungen sind diese Dübel nun als unverfärbte Kreise auf der gesamten Fassade verteilt zu betrachten.


    Während man bei den geputzten (ungedämmten) Fassaden irgendwann "nur" mal überstreichen müßte, bin ich mir sicher, daß die verwitterte Dämmung in absehbarer Zeit entfernt werden muß.


    Da gerade in den neuen Bundesländern die Gebäudedämmungen damals während eines relativ kurzen Zeitabschnittes geschahen und sich oft über ganze Wohnviertel erstreckten, heißt das im Umkehrschluss die Dämmungen müßten nun in einem ähnlich kurzen Zeitabschnitt wieder runter.


    Das Problem könnte nun sein, daß damals das Anbringen der Dämmung finanziell zwar ordentlich gefördert wurde, das Entfernen und teure Entsorgen des Sondermülls jetzt wahrscheinlich nicht.

    Ich denke das könnte für manch klamme Kommune noch zu unüberwindbaren finanziellen Nöten führen.



    Gruß, Jockel