Beiträge von Jockel HB

    ^ Die Höhe vom Sockel aus gemessen wurde in den Planunngen von 2020 mit 5,72 Meter angegeben.

    Wenn das vorher vielleicht einen Meter mehr war (entspricht in etwa der Geländerhöhe) wird das "Tieferlegen" auf den Gesamteindruck bzw. auf die Fernwirkung wahrscheinlich wenig bis keinen Einfluss haben., allerdings auf die Neigungswinkel der barrierefreien Zugangsrampen sicher.

    Sollten sich mal genug Leute finden um die Schale in maximale Bewegung zu versetzen, soll der Höhenunterschied der beiden äußeren Spitzen der Schale dann max. 1,5 Meter betragen.

    Somit könnten sich Gesamteindruck bzw. Fernwirkung eh immer mal verändern.


    In der Planung von 2020 heißt es, daß die Außenseite (Unterseite) der Schale aus "facettierten Leichtmetallpaneelen" bestehen soll.

    Die mir zuletzt bekannten Visualisierungen zeigen die Außenhaut (Unterseite) in goldenem Glanz, mit darauf befindlichen (geätzten?) bildlichen Darstellungen der Ereignisse von 89/90.

    Ich hoffe das die bildlichen Darstellungen auch wirklich ausgeführt werden und nicht irgendwelchen Einsparungen zum Opfer fallen.



    Gruß, Jockel

    ^Falls sich die Einwände auch auf meinen Post beziehen sollten, möchte ich mich dann doch nochmal zu Wort melden.


    Wenn es um die Standortfrage geht, habt ihr schon recht. Dieses Thema ist ja nun unabänderlich beendet.

    Auch wird es uns hier nichts mehr bringen uns über den grundsätzlichen Sinn bzw. Unsinn dieses Denkmals die Köpfe heiß zu reden.

    (Übrigens bin und war ich persönlich immer sehr für ein Denkmal zu den Ereignissen von 89/90, schließlich war ich damals in bescheidenem Umfang persönlich an den Ereignissen beteiligt)


    Mit meinem obigen Post wollte ich diese Themen nicht wieder aufzuwärmen, sondern habe versucht mich ausdrücklich auf den im Tagesspiegelartikel gezeigten Baufortschritt und dessen Umstände zu beziehen.


    Ich finde es schon legitim auf jetzt immer offensichtlicher werdende Abweichungen der Bautätigkeiten von den ursprünglichen Planungen hinzuweisen, gerade weil die ursprünglichen Planungen sich in "wörtlicher Formulierung" und bildlicher Darstellung in begrenztem Maße um Rücksicht auf den Denkmalschutz bemühten.


    Da kann man sich schon darüber wundern, daß die ursprünglichen Planungen von 2011 sehr detailreich öffentlich präsentiert wurden, wohl um überhaupt erstmal Zustimmung zu erlangen, die veröffentlichten Umplanungen von 2020 dann nur noch einen visualisierten Blick von Außen bzw. Oben gewähren ohne noch auf Details den Unterbau betreffend einzugehen und letztere Umplanungen (zumindest öffentlich) garnicht auffindbar sind.


    P.S.: Die Planungen von 2011 und 2020 hatte ich im früheren Verlauf dieses Strangs irgendwo verlinkt.

    Ich habe die entsprechenden PDF-Dateien auch vorliegen, weiß allerdings nicht ob man die hier einfügen kann und ob dies überhaupt zulässig wäre.



    Gruß, Jockel


    Nachtrag: Der Link zu den ursprünglichen Planungen von 2011 funktioniert nicht mehr, da die PDF-Datei auf der Seite vom "Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung" leider nicht mehr abrufbar ist.

    Es gibt wirklich nichts mehr originelles oder irgendetwas hinzuzufügen, was noch nicht gesagt wurde, es ist nur ermüdend, wiederholend, anstrengend und überflüssig.

    Dann hast Du das erste Bild vom "Baufortschritt" (ich würde es Zerstörungsfortschritt nennen) aber nur sehr oberflächlich betrachtet.

    Ich kann beim Betrachten des ersten Bildes durchaus Hinzufügendes, wenn auch wenig Originelles entdecken.


    In der ursprünglichen Planung (2011) hieß die jetzt sog. „Pfahlkopfplatte“ (Mulde) noch Lagerplatte welche eine Auskragung (zum besseren Verständnis auch Aussparung) über dem Mühlgraben besitzen sollte um dessen Gewölbe weder zu berühren, bzw. erstrecht nicht zu durchtrennen.


    Auf dem aktuell vorliegenden Bild ist gut zu erkennen, daß die Mulde/Lagerplatte jetzt das Mühlgrabengewölbe zumindest einschneidet, wenn nicht gar komplett zerschneidet.


    Die Annahme des kompletten Zerschneidens wird noch durch ein mir vorliegendes Bild (besitze leider nicht das Urheberrecht) vom Januar diesen Jahres bestärkt wo im komplett aufgebrochenen Mühlgraben zumindest drei erkennbare (vermutlich vier) Bohrpfähle in Reihe nun mehr oder weniger mitten im Mühlgraben stehen.

    Die Bohrpfähle enden gut erkennbar unterhalb der Gewölbedecke, also innerhalb des Gewölbes.

    Da die Mulde/Lagerplatte auf den Bohrpfählen aufliegen muß, kann man nun davon ausgehen, daß die Platte in den Mühlgraben hineinragt bzw. diesen durchschneidet.


    Laut ursprünglicher Planung hätten fünf Bohrpfähle in Reihe das Mühlgrabengewölbe von Außen lediglich leicht tangiert, aber niemals durchbohrt oder gar mitten im Mühlgraben gestanden, die Platte (mit Aussparung) hätte berührungsfrei über dem Gewölbe gelegen.


    Das Mühlgrabengewölbe komplett wieder aufzumauern ist damit nicht mehr möglich.


    Bei der ursprünglichen Planung waren ja die Neigungswinkel der Zugangsrampen nach berliner Vorschriften zu steil.

    Nun scheint man dies wohl durch ein Tieferlegen der eigentlichen Wippe korrigieren zu wollen.


    Dies scheint man wiederum durch ein Absenken/Tieferlegen der Mulde/Lagerplatte erreichen zu wollen, weshalb diese jetzt in das Mühlgrabengewölbe hinein ragt anstatt darüber zu liegen.

    Die Lagerplatte ist jetzt auch nicht mehr eine ebene Platte wie ursprünglich geplant, sondern besitzt nun eine Wölbung (deshalb Mulde bzw. "gebogener Tisch").

    Somit kommt man mit der eigentlichen Wippe nochmal tiefer.


    Sollte sich die Wölbung der Lagerplatte/Mulde auf der Unterseite ähnlich gestalten wie auf der gut sichtbaren Oberseite (was stark zu vermuten wäre) ist der darunter liegende Teil des Gewölbes ebenfalls stärker beeinträchtigt als ursprünglich geplant, bis unbrauchbar. Den (bei der Vorbereitung zum Bohren der Bohrpfähle abgerissenen) Unterbau vom ehemaligen Reiterstandbild wird man da sicher auch nicht wieder aufmauern wollen bzw. können.


    Ich bin echt fassungslos über das (Nicht-) Verhalten der berliner Landesdenkmalschützer.

    Nichts, aber auch garnichts was hier an denkmalschützerischen Maßnahmen beworben wurde, um den Bau an diesem Ort überhaupt einigermaßen denkmalgerecht zu rechtfertigen, wird nun eingehalten.


    Alles was wir jetzt zu sehen bekommen macht die denkmalgerechte Sanierung des Sockels, insbesondere der Gewolbe von vor gerademal drei/vier Jahren immer absurder.




    Gruß, Jockel

    Die optische Aufwertung der Gebäude wird von vornerein als "Plastik und Weißanstrich" diskreditiert. Den Ansatz verstehe ich nicht

    Ganz einfach...

    Wie diese "optische Aufwertung" aussehen kann ist am noch nobleren Plattenbau Friedrichstraße Ecke Mohrenstraße eindrücklich zu betrachten.

    Ich persönlich fand die originale Fassade der Edelplatte eher beeindruckend und empfinde die jetzige Fassade in "Plastik und Weißanstrich" eher als "0815".



    Gruß, Jockel

    Man muss die Kirche aber auch mal im Dorf lassen

    Das finde ich auch und sollte ebenso für dich gelten.


    Du machst hier genau das, was ich an der Argumentation bei zahlreichen Rekogegnern so absurd finde, nämlich jedes Gebäude/Bauwerk völlig sinnfrei zu politisieren und deren Existenzrecht daran zu messen.


    Desweiteren stellst du scheinbar alle Plattenbauten auf eine gleichwertige (oder besser unwertige) Stufe.


    Die Plattenbauten an der Wilhemstraße sind eben nicht Marzahn, nicht die Wohntürme der Fischerinsel und auch nicht die riesigen Riegel der z.B. Heinrich-Heine-Straße.

    Für dieses Ensemble hat man auch keinen im zeitlichen Zusammenhang stehenden Flächenabriß von historischem Bestand betrieben wie an so vielen anderen Orten der Stadt.

    Und es war kein Plattenbauviertel für Jedermann, nicht nur wegen der unmittelbaren Nähe zur Sektorengrenze.


    Jetzt könnte man natürlich "ziemlich verwegen" kritisieren, daß dort zu DDR-Zeiten nicht die Reichskanzlei und die Palais samt Ministergärten wieder entstanden sind, aber ebenso daß sie es Heute auch nicht würden.


    Dieses Ensemble versucht immerhin in seiner Kubatur (zur Wilhelmstraße hin) bewußt an die alten Palais zu erinnern.

    Im "Hinterland" An der Kolonnade könnte man mit viel Phantasie versucht sein sich in einem Gründerzeitviertel zu befinden.

    All das würde ich nicht für jedes Plattenbauviertel behaupten.


    Ob das ausreicht einen Denkmalschutz zu rechtfertigen mag ich nicht beurteilen. Allerdings reicht es für mich aus um hier nicht von einem x-beliebigem Plattenbauviertel zu sprechen, welches jetzt um jeden Preis verschwinden muß.

    Und wenn damit verhindert wird die Fassaden in "Plastik und Weißanstrich" schadstofffzubelasten, es wäre mir recht ebenso wie bei einem mit Stuck verzierten Gründerzeitler.



    Gruß, Jockel

    Auch wenn ich mich wiederhole, aber ich finde den Erhalt der alten Gertraudenbrücke so wie sie ist und ohne Erweiterung, Verstärkung und zur Hauptverkehrsstrasse zu werden eine sehr gute Entscheidung.

    Das sehe ich komplett anders.

    Dadurch daß man die historische Brücke nicht reaktiviert (und die neue nicht verschwindet), bleibt diese nun weiterhin von der Fischerinsel und der Wallstraße aus gesehen unsichtbar, weil sie von der neuen Brücke verdeckt wird/bleibt.

    Für das Stadtbild ist das schonmal die schlechteste Variante.



    Hier bietet sich dann die Möglichkeit mit einem Gebäude auf der Grünfläche westlich zwischen den beiden Brückenköpfen...

    Der Abstand zwischen beiden Brückenköpfen beträgt etwa 10 Meter.

    Und da siehst du die Möglichkeit ein Gebäude zu errichten?



    unabhängig davon, ob die Fläche auf Kosten von Verkehrsflächen vergrößert werden kann, zumindest den nord-östlichen Teil des alten Spittelmarktes wieder dartustellen.

    Verstehe ich dich richtig?

    Du bevorzugst demnach einen Spittelmarkt Nord/Ost und einen Spittelmarkt Süd/West und hältst das für eine gelungene Lösung.


    Und was meinst du eigentlich mit den nord-östlichen Teil des alten Spittelmarktes wieder darzustellen?

    Welchen alten Spittelmarkt meinst du damit?



    Das wäre mit der Verschwenkung der B1 und damit einhergehenden Vergrößerung der alten Gertraudenbrücke unmöglich.

    Den müßtest du nochmal genauer erklären, ansonsten verstehe ich das wie folgt.


    1.) Durch die Verschwenkung wäre demnach der Bau eines Gebäudes entland der Uferkante nicht möglich, auch nicht wenn dadurch aus etwa 10 Meter vielleicht 30 oder 40 Meter würden.

    2.) Durch die Verschwenkung wäre es demnach nicht möglich den "nord-östlichen Teil des alten Spittelmarktes wieder darzustellen" und (ich lehne mich jetzt weit aus dem Fenster) vielleicht den gesamten neuen Spittelmarkt auf fast identischem Grundriss des alten.



    Und da wiederhole ich mich jetzt, alle neu gebauten bzw. im Bau befindlichen Gebäude rund um die Gertraudenbrücke orientieren sich seit etwa 20 Jahren bis jetzt an der Verschwenkung über die historische Brücke.

    Bisher gab es nie einen Grund daran zu zweifeln, bis man federstrichartig mit einem Ersatzbauwerk der Gertraudenbrücke um die Ecke kam.


    Und um auch gerade hier unmißverständlich zu sein, das sind nicht nur meine Wünsche wie ich mir die Gertraudenbrücke und die Umgebung vorstelle, sondern eben auch seit mindestens 20 Jahren auf Vertrauen basierende gebaute Fakten.



    Gruß, Jockel

    Über die Nichtgestaltung der Brücke besteht ja scheinbar Einigkeit.


    Nur kann ich nicht verstehen weshalb man das Thema der Nichtgestaltung immer und immer wieder mit einer Ablehnung der Straßenbahn in Verbindung bringt.

    Die Straßenbahn ist doch nicht schuld wenn man nicht Willens ist der neue Brücke eine ansprechende Form zu geben.

    Eine neue Brücke könnte mit oder ohne Straßenbahn was hermachen.


    Ich schrieb weiter oben auch schon, daß die Breite der Brücke ebenfalls nicht alleine einer Straßenbahn geschuldet ist, sondern auch den uferseitig angrenzenden Blockrändern welche sich sicher nicht ändern werden.


    Und ich schrieb weiter oben auch schon, daß man eine breite Brücke genauso anspruchsvoll gestalten könnte wie eine schmalere.

    Wenn man sich z.B. Kolonaden (oder eine Bebauung der Brücke in welcher Form auch immer) vorstellen kann, wäre eine breite Brücke sogar eher förderlich.


    Also vermischt bitte nicht die leidliche Debatte über ein Für und Wieder der Straßenbahn im Zusammenhang mit der Nichtgestaltung der Mühlendammbrücke.



    Gruß, Jockel

    Mit "Verschlankung" ist nach jetzigem Stand eben nur eine Neuaufteilung der vorhandenen Verkehrsflächen gemeint, nicht deren Reduzierung.

    Das soll ja nun wohl für die Gertraudenstraße, die (neue) Gertraudenbrücke, den Spittelmarkt und die Leipziger Straße (bis Charlottenstraße) gelten.


    Gruß, Jockel

    Die Verkehrsfläche westlich der Brücke könnte so oder so nach Süden zurückweichen um dort mehr Platz für einen Neubau zu erhalten.


    Korrigiert mich, wenn ich falsch liege!

    Nein könnte eben nicht, weil man da wieder eine Planfeststellung bräuchte, was man ja unbedingt vermeiden will.

    Soll heißen, man darf/will von den jetzigen Verkehrsflächen nicht abweichen.


    Der schon mehrfach erwähnte Kritikpunkt ist, daß die derzeitige/zukünftige Trasse den Spittelmarkt durchtrennt.

    Bei der vormals geplanten Verschwenkung (die umgebenden Neubauten sind wie auch schon erwähnt darauf ausgerichtet) würde die Trasse am Nordrand des Platzes verlaufen, also dem Spittelmarkt seine räumliche Gestalt wieder geben ohne ihn zu zerschneiden.


    Dabei spielt es überhaupt keine Rolle ob mit oder ohne Straßenbahn.



    Gruß, Jockel

    Die neuen S-Bahnen sind grauenhaft.

    Dann korrigiere ich meine Anmerkung dahingehend, daß auf dem Bild keine neue S-Bahn der Baureihe 483/484 zu sehen ist, sondern eine ältere Baureihe in lediglich neuer Lackierung.

    Die neuen S-Bahnen wären hier zu betrachten.


    Arty Deco, so jetzt kannst du wieder übernehmen und mit deinen Rundumschlägen vielleicht den nächsten Strang zur Schließung durch einen Moderator treiben.



    Gruß, Jockel

    Bzgl. der Brücke finde ich, sollte bevor das ganze Wehklagen über alles Böse in der Welt so richtig los geht...

    Berechtigte Kritik bzgl. der Brücke als "Wehklagen" zu betiteln halte ich jetzt wieder für "Böse".


    ...vlt. doch erstmal die konkrete Planung abgewartet werden.

    Wie lange soll man denn mit den Einsprüchen warten, bis ein Wettbewerb entschieden ist, wäre das dann nicht zu spät?

    Und welche konkreten Planungen bei einem Ersatzbauwerk ohne Planfeststellung erwartest du denn?


    Die historische Brücke wird lediglich saniert und soll Fußgängerbrücke bleiben, also keine Änderung zum Istzustand.

    Die neue Brücke wird lediglich die jetzige Verkehrsbrücke ersetzen und ähnliche Ausmaße behalten.

    Soweit die erklärte Absicht der verantwortlichen Entscheider.

    Es wird sich also faktisch an der räumlichen Situation zu jetzt nichts ändern, ganz großer Wurf.


    Wenn man jetzt die von dir geforderte "konkrete Planung" abwarten würde, bleibt am Ende nur noch die gleiche Diskussion über Fahrbahnverteilung wie bei der Mühlendammbrücke, ich kann es kam erwarten.



    Gruß, Jockel

    Gerade die potenzielle Entwicklung einer Parkanlage in der Berliner Kernstadt am Nordrand der Leipziger Straße kann hier für die Grünen verführerisch sein.

    Einen wieder gefassten Spittelmarkt mit verschwenkter Straße könnte man ebenfalls dezent begrünen und dabei hätte man eine Fläche die durch keine überbreite Straße mehr geteilt würde, aber darauf müssten die dann ggf. erst mal kommen.



    Gruß, Jockel

    ^^Die Gertraude wurde nicht aus Sicherheitsgründen entfernt, sondern zum Zweck der Sanierung.

    Aus Sicherheitsgründen wird sie nun vorerst auf einem provisorischen Betonsockel aufgestellt.

    Dieser ist auf dem Bild unten im Dickicht zu sehen.
    brucke-1_1628012797-1024x576.jpg



    Das mit der Sanierung der alten, denkmalgeschützten Brücke halte ich wie Dexter für selbstverständlich.

    Die Straße nicht zu verschwenken und über die alte (verstärkte) Brücke zu führen halte ich für überhaupt keine positive Nachricht.

    Somit wird es an der Gertraudenstraße also auch in Zukunft keinen Blockrand bzw. keine einer Innen-/Altstadt würdige Fassung geben.

    Der Spittelmarkt bleibt somit ebenfalls für die Zukunft verloren.


    Nun hat man wohl das Sparmodell "Ersatzbauwerk ohne Planfeststellung" entgültig zum großen Wurf der Stadtplanung im historischen Kern der Stadt erhoben, na wenn das keine (positive) Nachricht ist.


    P.S.: Zum Glück kam man erst nach Verschwenkung der Grunerstraße und Molkenmart auf dieses wegweisende Vorgehen.



    Gruß, Jockel

    Ich befürchte, wenn wir nicht wieder zum eigentlichen Thema Mühlendammbrücke zurückkehren, daß hier von den Moderatoren auch bald geschlossen wird!


    Die vorgesehenen Straßénbahngleise auf der Brücke sollten bei nüchterner Betrachtung einer möglichen U3 doch nicht ernsthaft im Wege stehen.


    Die Breite der Brücke ist doch nicht alleine der Straßenbahn geschuldet, sondern auch dem vorhandenen bzw. gerade entstehenden Blockrand an beiden Ufern in Altberlin und Cölln.

    Nur kann die "vielleicht vorgegebene" Breite der Brücke kein Argument gegen eine architektonische Gestaltung selbiger sein.

    Denn auch eine "breite" Brücke muß nicht zwangsläufig nur die nichtgestaltete Fortführung der sich anschließenden Straßenräume bedeuten, im Gegenteil da bietet sich auch Platz für Gestaltung.


    Mir fehlt übrigens jegliches Verständnis, wenn man diese Brücke wie irgendeine rein technisch zu überbrückende Flußquerung behandelt und nicht ihre Stadthistorische Bedeutung berücksichtigt.

    Und dabei geht es nicht um eine (gerne vorgeworfene) Reko der alten Brücke, sondern den erstmal wertfreien und grundsätzlichen Anspruch eines dem Ort angemessenen Gestaltungswillens.



    Gruß, Jockel

    ^Es geht doch nicht alleine um Details und die Breite der Brücke.


    Den meisten Kritikern geht es hauptsächlich um einen architektonisch / gestalterischen Anspruch der hier überhaupt nicht zu erkennen ist.

    Selbst bzw. gerade die Rathausbrücke (ob man diese an ihrer Stelle passend findet oder nicht) zeigt doch deutlich, daß Architektur bei einem Brückenbauwerk möglich ist wenn man nur den Anspruch erhebt und den Willen zur Umsetzung hat.



    Gruß, Jockel

    Wenn ich das richtig verstanden habe war ja einer der Entscheidungsgründe, daß dieser Entwurf als Ersatzneubau (und somit ohne Planfeststellung) errichtet werden könnte.

    Mir stellt sich nun die Frage welcher andere Entwurf den das Kriterium eines Ersatzneubaus nicht erfüllt hätte und vorallem warum.


    Nach meiner Kenntnis muß ein Ersatzneubau an gleicher Stelle errichtet werden wie der Vorgänger und ggf. die gleiche Nutzung erfüllen. Weiterhin darf er keine zusätzlichen Flächen beanspruchen und Anrainer sowie andere Verkehrswege (in diesem Fall wohl den Schiffsverkehr auf der Spree) nicht nachhaltig einschränken, denn sonst wird eine Planfeststellung notwendig.


    Wenn meine Annahme zutreffen sollte, wäre das eine weitere Irreführung der Wettbewerbsentscheider nach dem Vorgaukeln der nichtvorhandenen Altstadtbebauung am Ostufer.


    Würde man jetzt (oder später) z.B. die Brücke teilweise überbauen bräuchte man auch keine Planfeststellung.

    Wären dafür ein (oder mehr) zusätzliche Brückenpfeiler notwendig müßte man diese gesondert planfeststellen weil zusätzliche Fläche beansprucht und der Schiffverkehr eingeschränkt würden.



    Was ich nicht verstehe:

    Entsprechend hätten doch die Fußwege an den Seiten als auskragendes Element in Leichtbauweise bis zum Jahr 20XX genutzt werden können, um diese dann wieder rückbauen zu können.

    Ich sehe das ähnlich, so hätte man z.B. auch vorgehen können.



    und bei der Gertraudenbrücke wird es nicht besser, will man verständlicherweise die denkmalgeschützte alte Brücke nicht antasten.

    Richtig, da wird es auf keinen Fall besser, zumal ja noch immer nicht entschieden ist wie man überhaupt vorgehen will.


    Allerdings hat man nach meinem bisherigen Kenntnisstand wohl die Absicht die historische Brücke anzutasten indem man diese für eine zukünftige Belastung (u.a. Straßenbahn) ertüchtigt.

    Das heißt diese müßte verstärkt und solle verbreitert werden.


    Dafür würde die nördliche "Brückenwange" vermutlich stehen bleiben, die südliche "Brückenwange" zwischenzeitlich entfernt und der Mittelteil vermutlich abgerissen.

    An die nördliche "Brückenwange" anschließend würde eine neue (tragfähigere, breitere) Betonbrücke gebaut und südlich mit der entfernten "Brückenwange" wieder verkleidet werden. (Ähnliches hat man jüngst mit der Roßstraßenbrücke gemacht indem die "Brückenwangen" stehen blieben und der Mittelteil mit Beton verstärkt bzw. neu gebaut wurde, nur in diesem Fall ohne Verbreiterung)


    Dieses Vorhaben wäre dann aber wahrscheinlich kein Ersatzneubau weil die historische Brücke kein Bestandteil der bestehenden Bundesstraße ist und müßte somit ein Planfeststellungsverfahren durchlaufen. (gleiches würde wohl ebenso für die Verschwenkung der Straße gelten)


    Denkbar wäre allerdings auch, daß man das Sparmodell ohne Planfeststellung wählt und lediglich die jetzige "moderne" Brücke als Ersatzbauwerk an gleicher Stelle neu errichtet.

    Hoffentlich kommt es so nicht, denn damit wäre auch der Spittelmarkt weiterhin verloren.



    Gruß, Jockel

    Auf den ersten Blick sieht der Entwurf der neuen Brücke der bestehenden zum verwechseln ähnlich, auf den zweiten Blick leider auch.

    Einzig bei den uferseitigen Unterquerungen der Brücke werden die schäbigen "Angsttunnel" durch filigranere Brückenpfeiler aufgelöst.


    Was will man aber auch erwarten, wenn man sich sogar ein vermeintlich lästiges Planfeststellungsverfahren erspart und somit eine wirklich gestaltete Brücke verhindert. Selbst eine umfassende nachträgliche Gestaltung auf der Brücke dürfte dann aus statischen Gründen fast unmöglich sein.


    Bei der Gertraudenbrücke wird man sich nicht so leicht aus der Affäre ziehen können. Schließlich soll die neue breitere Brücke (am Standort der historischen) mit den historischen Brückenelementen verkleidet werden.

    Das wird dann ohne umfangreichere Planungen (Planfeststellungsverfahren) nicht funktionieren.

    Da ist heftiger Streit quasi schon vorprogramiert.


    Übrigens, wie schon mehrfach erwähnt wird das mit der Straßenbahn erst was wenn beide Brücken fertig sind, oder selbige müßte am Petriplatz erstmal enden. Für die Gertraudenbrücke gibt es bisher nur unverbindliche Absichtserklärungen, also von irgendwelchen Planungen ist man noch meilenweit entfernt. Über dieses nicht unwesentliche Problem habe ich von verantwortlicher Seite noch nichts vernommen.



    Gruß, Jockel