Neuer Sitz der EZB :: Info- und Planungs-Thread

  • Neuer Sitz der EZB :: Info- und Planungs-Thread

    Hinweis: Inzwischen haben die Bauarbeiten begonnen, daher gibt es zu diesem Projekt nun einen gesonderten Bau-Thread
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    Der Thread zum internationalen städte- und hochbaulichen Wettbewerb für den Neubau der Europäischen Zentralbank einschließlich der Überarbeitungs- und Optimierungsphase (Beiträge von April 2003 bis Februar 2007) ist hier zu finden:


    EZB-Neubauten: Architekturwettbewerb bis Optimierungsphase


    Nach 966 Beiträgen wurde dieser Strang einfach zu groß, daher geht es nun hier weiter.


    Ergebnis der Vorplanungsphase


    Heute fand eine Pressekonferenz statt, bei der das Ergebnis der Vorplanungsphase für die EZB-Neubauten vorgestellt wurde. Gegenüber dem Entwurf aus der sogenannten Optimierungsphase (Details im oben genannten Thread) ergeben sich nach Angaben der Zentralbank vor allem folgende Anpassungen:


    • Entsprechend den Vorgaben des Landesamts für Denkmalpflege wurde die Rasterstruktur der bestehenden Betonfassade erhalten und das Hochhaus sowie das Eingangsbauwerk, das die Großmarkthalle mit dem Hochhaus verbindet, wurden westwärts verschoben, und zwar über den Gebäudeteil, der nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut worden war.
    • Mehrere der Funktionen, die in der Großmarkthalle untergebracht werden sollen (z. B. Konferenz-, Küchen- und Restaurantbereich), wurden so angepasst, dass sie den Denkmalschutzanforderungen und dem Raumbedarf entsprechen und dass insbesondere die Betonrasterfassade erhalten werden kann.
    • Die Fassade des Hochhauses wurde durch einen hochmodernen Sonnenschutz weiter verbessert; dies gewährleistet ein hohes Maß an Energieeffizienz und ermöglicht die Verwendung einer konventionelleren Klimaanlage.
    • Auch an der Landschaftsgestaltung wurde weiter gearbeitet, wobei das Augenmerk auf der Integration der Sicherheitsvorgaben der EZB in die modulierte Landschaft lag.
    • Schließlich wurde der obere Abschluss des Hochhauses in seiner Form verändert. Die neue schräge Dachfläche verbessert die Gesamtform und Klarheit des Gebäudes in seinem städtebaulichen Kontext sowie die Energieeffizienz des Hochhauses.


    • Der Antrag für eine Baugenehmigung soll im Oktober 2007 eingereicht werden.
    • Der Baubeginn ist für Anfang 2008 geplant.
    • Die Fertigstellung des Gebäudes soll vor Ende 2011 erfolgen.


    Quelle: Europäische Zentralbank


    Neue Bilder gibt es auch, zunächst die Ansicht von der City aus:



    © Stefan Laub


    Von Osten:



    © Stefan Laub


    Nahansicht des Turms (es scheint eine Glasfassade zu werden):



    © COOP HIMMELB(L)AU


    Ansicht von Westen:



    © Markus Pillhofer


    Ansicht von Südosten:



    © Markus Pillhofer


    Ansicht von Nordosten:



    © Markus Pillhofer


    Ansicht von Norden:



    © Markus Pillhofer

  • Und wie immer rasend schnelle Informationen im DAF! Vielen Dank dafür!!! :daumen:


    Wenigstens gibt es nun mal eine Nahansicht des Turms. Ob ich von der Glasfassade begeistert sein soll, weiß ich allerdings noch nicht ....

  • Endlich, Danke Schmittchen! Der Turm gefällt mir wirklich gut. Hat es noch Änderungen in der Höhe gegeben oder bleiben die 185 Meter so stehen?


    Schade, daß es keine befriedigende Lösung zu der Durchbruchproblematik gegeben hat. Eine Glasfassade hatte ich eigentlich von Anfang an vorausgesetzt, bei diesem Design.

  • Pläne

    Es bleibt bei etwa 185 Metern. Weitere Informationen folgen.


    Zu den Plänen - besonders interessant der Gesamtplan des Geländes:



    © COOP HIMMELB(L)AU


    Dieser Plan vergrößerbar als PDF (3,4 MB): http://www.deutsches-architekt…chen/Gelaendeplan@DAF.pdf


    Nordansicht als PDF (<0,3 MB):
    http://www.deutsches-architekt…tchen/Nordansicht@DAF.pdf


    Ostansicht als PDF (<0,3 MB):
    http://www.deutsches-architekt…ttchen/Ostansicht@DAF.pdf


    Südansicht als PDF (<0,3 MB):
    http://www.deutsches-architekt…tchen/Suedansicht@DAF.pdf


    Westansicht als PDF (<0,3 MB):
    http://www.deutsches-architekt…tchen/Westansicht@DAF.pdf


    Alle Pläne © COOP HIMMELB(L)AU


    Schließlich der heutige Pressetext zum Ergebnis der Vorplanungsphase (die Hervorhebungen sind von mir):


    Städtebau und Architektur
    Der Standort für den Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB) im Frankfurter "Ostend" hat das Potenzial, die Frankfurter Skyline um ein neues, weithin sichtbares Zeichen zu ergänzen. Ausgangspunkt für den Entwurf der Türme waren städtebauliche Blickbeziehungen zur Frankfurter City.


    Der rund 185 Meter hohe Doppelturm in polygonaler Form mit Ost-West-Orientierung verfügt über ein markantes Profil, das von allen wichtigen Standorten der Frankfurter Innenstadt wie auch vom Main aus sichtbar ist. Dank seiner Form und Präsenz wird der Doppelturm zu einem unverwechselbaren Fixpunkt der Frankfurter Skyline.

    Städtebauliche Einbindung
    Die die Stadtsilhouette und das Mainufer so prägende Großform der Halle verbindet sich mit dem vertikalen Profil der Türme zu einem signifikanten Ensemble, das sowohl das lokale städtebauliche Umfeld als auch den stadträumlichen Gesamtkontext berücksichtigt und somit ein Spannungsfeld zwischen dem Frankfurter Bankenviertel und dem "Ostend" aufbaut. Durch die Konzentration der Funktionen in der Großmarkthalle kann der dem Main zugewandte südliche Teil des Grundstücks weitgehend von Bebauung freigehalten werden. Der prominente Blick vom Mainufer auf die Südseite der Halle mit dem weithin sichtbaren Profil des Hochhauses betont deren Sonderstellung.


    Architekturkonzept Turm
    Das Turmensemble ist das Ergebnis eines Entwurfsprozesses, an dessen Anfang der städtebauliche Bezug zur Frankfurter City stand. Durch die klare Ausrichtung auf die wichtigen städtebaulichen Sichtbeziehungen tritt das Ensemble in Dialog mit den wichtigen städtischen Bezugspunkten Frankfurts: mit der Alten Oper, dem Museumsufer und dem Bankenviertel.

    Ausgehend von der ökonomischen Typologie eines Doppelscheibenhochhauses kombiniert ein zweiter Entwurfsschritt die städtebaulichen Festlegungen mit der geometrischen Transformation der Türme, um so einen vielgestaltigen Baukörper zu generieren, ohne die städtebauliche Präsenz aufzugeben.


    Die "vertikale Stadt"
    Das Atrium zwischen den Bürotürmen wird zu einer "vertikalen Stadt". Durch Plattformen schaffen wir zwischen den Türmen Räume, Plätze und Verkehrsverbindungen, wie sie auch in einer Stadt vorkommen. Die Verbindungs- und Umsteigeebenen unterteilen das Atrium horizontal in drei Abschnitte mit unterschiedlichen Höhen von etwa 45 bis 70 Metern.

    Diese Verbindungsplattformen, Stege, Rampen und Treppen vernetzen die Bürotürme. Sie schaffen kurze Wege zwischen den einzelnen Bürogeschossen und ermöglichen so größere, zusammenhängende Nutzungseinheiten auf einem oder mehreren Geschossen in beiden Türmen und fördern die informelle Kommunikation.

    Diese neue Typologie unterstützt eine dynamische Formentwicklung und ermöglicht differenzierte Büroräume mit verschiedenen Blickperspektiven.

    Diese städtebaulichen Vorgaben wurden im Vorentwurf aufgenommen und insbesondere in Bezug auf Kopf und Sockel des Hochhauses weiterentwickelt. Ohne die grundsätzlichen funktionalen Festlegungen der Optimierungsphase für diesen Bereich in Frage zu stellen, schlagen wir vor, beide Türme mit Hilfe einer gemeinsamen schrägen Dachfläche wieder deutlicher mit dem Atrium zu verbinden und so die Präsenz des Gebäudes im Stadtraum erheblich zu stärken. Dies verbessert zudem die räumliche Durchlässigkeit des Atriums in der Vertikalen und unterstreicht so das Selbstverständnis der EZB in Bezug auf ihre Werte Transparenz und Kommunikation.

    Die Großmarkthalle – das kommunikative Forum

    Das vorhandene Potenzial der Großmarkthalle als ein "urbanes Foyer" mit Konferenz- und Besucherzentrum, Bibliothek und Restaurant verstärken wir in unserem Entwurf durch einen in die Struktur der Großmarkthalle eingesetzten Baukörper für das Pressezentrum. Dieser schwebende Bügel, in dem in Zukunft die Pressekonferenzen der EZB stattfinden werden, nimmt sowohl inhaltlich als auch formal-räumlich eine Sonderstellung ein und markiert auf diese Weise den Eingang in die EZB.

    Da der westliche Teil der Großmarkthalle nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg wieder rekonstruiert wurde und somit keine originale Bausubstanz – auch nicht konstruktiv – darstellt, schlagen wir in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege in diesem Hallenteil den Einschnitt für den neuen Eingang zur EZB vor.

    Das in der Optimierungsphase vorgeschlagene Konzept der Integration großer Funktionsbereiche in die Großmarkthalle haben wir im Vorentwurf weiterentwickelt. Nach wie vor werden die erforderlichen neuen Nutzungen als unabhängige Baukörper in den geräumigen Innenraum der Halle hineingestellt ("Haus im Haus"-Konzept). Abweichend von der Optimierungsphase halten wir es aber für erforderlich, die funktionale und räumliche Eigenständigkeit der beiden anderen großen Funktionsbereiche in der Großmarkthalle stärker zum Ausdruck zu bringen. Die diagonal gestellten Baukörper ermöglichen das Erleben der Halle entlang dynamischer Raumsequenzen, und zwar sowohl in den öffentlichen Bereichen im Erdgeschoss der Halle als auch auf den oberen Ebenen, die mit Konferenzräumen und Restaurant überwiegend den Mitarbeitern der EZB vorbehalten sind. Als sichtbares Zeichen für die Verschwenkung der neuen Funktionsbereiche in der Halle orientiert sich der Restaurantbaukörper mit den Gasträumen für das Mitarbeiterrestaurant und Terrasse großzügig nach Süden zum Main hin.

    Durch diese Eingriffe erreichen wir einerseits einen repräsentativen Eingang und andererseits die stadträumlich-funktionale Verbindung zum urbanen Nahbereich des "Ostends". Eingangsbauwerk und Restaurant werden so zu sichtbaren Zeichen für den neuen Inhalt der Halle und verbinden sich visuell mit der Stadt, dem Quartier und dem Main.


    20.02.2007 Quelle: COOP HIMMELB(L)AU / EZB

  • Als Bonus ein Bild aus dem Inneren, es wird sich wohl um den Bügelbau über der Großmarkthalle handeln.


    Blick zur "Konferenz-Plaza" (Gummistiefelträger nehmen den linken Teil der Treppe):



    © ISOCHROM.com


    Zum Thema siehe auch den aktuellen Artikel in der FAZ: Hängende Gärten und natürliche Barrieren


    - Der Doppelturm wird oben breiter als unten, dadurch wird eine natürliche Beschattung entstehen.
    - Das neue Gebäude wird mit Abwärme aus dem integrierten Rechenzentrum beheizt.
    - Im Atrium zwischen den beiden Türmen werden "hängende Garten" schweben, die FAZ vergleicht sie mit Lavalampen.
    - Das Eingangsdach wurde gekappt.
    - Verglasungen an der Hallenfront wird es nicht geben, die Ziegel-Rasterfassade bleibt erhalten.
    - Die Kopfbauten erhalten weitere Fenster, hier soll die EZB-Bibliothek untergebracht werden.
    - Mauern oder Zäune wird es um das Gelände nicht geben. Das Mainufer bleibt öffentlich zugänglich.
    - Die Gebäude werden Platz für 2.300 Mitarbeiter bieten, derzeit beschäftigt die EZB 1.300 Menschen.

  • Und wie immer rasend schnelle Informationen im DAF! Vielen Dank dafür!!! :daumen:


    Ja, genau das hab ich mir auch gedacht. TOP! Vor allem das Bildmaterial. Ich kann nur hoffen daß das Erscheinungsbild auch so wie abgebildet sein wird, oft klaffen Vorstellung und Realität weit auseinander.
    Vor allem das abgeschrägte Dach gefällt mir gut. Das bedeutet daher wohl auch daß es definitiv keinen Hubschrauberlandeplatz am Dach geben wird.

  • Also ich finde, die Eingriffe in die Halle sind jetzt wesentlich subtiler und und durchaus vertretbar. Wenn es so bleibt, ist ein guter Kompromiss zustandegekommen. Hoffe, dass es nun endlich losgeht!

  • Zitat

    [INDENT]... tritt das Ensemble in Dialog mit den wichtigen städtischen Bezugspunkten Frankfurts: mit der Alten Oper, dem Museumsufer und dem Bankenviertel.
    [/INDENT]


    Aha :rolleyes:


    Aber sonst: es gab schon schlimmere Entwürfe. Auch die Türme sehen wieder etwas eleganter aus

  • Der Text aus dem Online-Angebot der FAZ (#10) basiert auf einem dpa-Text, den Original-FAZ-Beitrag werden wir erst später lesen.
    Zwei kleine Korrekturen:
    - Die Rasterfassade ist nicht aus Ziegel, sondern aus Beton.
    - Nur in den östlichen Kopfbau müssen Fenster gebrochen werden. Bisher gibt es keine, weil dort Kühlräume untergebracht waren. Im westlichen Kopfbau dagegen sind Fenster vorhanden, da waren schon immer Büros. Der ursprüngliche, von Elsaesser geplante Zustand soll wieder hergestellt werden.

  • ich finde diesen artikel schlichtweg dämlich und reaktionär:nono: von den leuten die alles schlechtreden habe ich in der ganzen diskussion keinen einzigen alternativen vorschlag zur nutzung gehört:Nieder: vor allem keinen den die nörgler bezahlen wollen........:nono:

  • In meinen Augen Augen hat man beim Spiel neu gegen alt die Chance vertan, die Balance verloren und jetzt ein lärmendes, unelegantes, krampfhaft originelles Ding erdacht.


    Ich habe Euro-put-Optionen geordert - natürlich über XETRA. ;)

  • Ich finde den Entwurf sehr ansprechend, ob er zur Umgebung passt kann ich von hier aus schlecht beurteilen. Allerdings wäre das Gebäude näher am Cluster sicher besser aufgehoben.

  • Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, sind die Annexbauten erst viel später hinzugekommen. Demnach schleicht der Vergleich mit einer Symphonie so daher wie Beethovens Unvollendete... außer Polemik findet sich nichts Brauchbares in diesem Artikel. Das hilft in der Sache wahrlich nicht viel.


    Wenn ich diese Thematik einfach mal ausblende, dann ist dieser Entwurf wirklich spitze und kann sich international sehen und messen lassen. Nichts anderes ist die EZB: international.

  • Ich bin gestern an der Großmarkthalle vorbei gekommen und habe mir die Annexbauten genau angesehen. Meiner Meinung nach wird ein Rückbau sogar sehr gut tun, die Annexbauten wurden - wie CYFI richtig schreibt - erst im Nachhinein an die Halle angebaut und stören deren Größe und Präsenz.


    Lediglich die Durchschneidung der Halle halte ich immernoch für sehr fragwürdig.

  • Bei dem Innenraum-Rendering finde ich schade dass man die Halle kaum noch erleben kann nachdem die Einbauten quasi press unter den Betonschale sitzen. Ein bisschen mehr Luft hätte dem ganzen schon gut getan, zum Dach hin, aber auch in Querrichtung. Man musste in der Optimieringsphase anscheinend ein erhöhtes Raumprogramm in der Halle unterbringen.

  • Ich denke auch, dass es in erster Linie um den Innenraum schade ist, da dieser doch das eigentlich besondere war. Die Backsteinbauten sehen zwar gut aus, sind gut proportioniert, aber nicht wirklich was besonders schützenswertes.
    Zum Artikel:
    Von außen die Halle mit einer Symphonie zu vergleichen ist schon irgendwie weit hergeholt aber nun gut. Die Hauptkritik in dem Artikel lautete ja auch, dass man dem Gebäude seine Monumentalität raubt. Da ist man dann wieder bei einem Punkt wo man sich fragen muss, ob das nicht schon so oder so durch das Hochhaus hinter der Halle geschieht.
    Wenn man die Außenwirkung also wirklich wahren möchte, so müsste die Halle dann quasi frei und einsam unüberragt auf der Wiese stehen, zumindest scheint mir der FAZArtikel diese Konsequenz zu fordern. Der Aufschrei erfolgt jetzt einfach zu spät. Ich hatte von Anfang an nichts anderes Erwartet, als dass es umbauten an der GMH geben wird und finde den Entwurf durchaus schlüssig. Dieser Querriegel ist bitter nötig um das Hochhaus mit der Halle zusammenzufügen und nochmal alle Planungen umzuwerfen kann sich doch kein Land der Welt erlauben!