Beiträge von Ahligator

    Danke für die Zusammenfassung. Ich hatte den Artikel auch gelesen und bin fassungslos ob dieses Desinteresses und trotzdem wundert es mich nicht. Mit was beschäftigt man sich in der Stadtregierung eigentlich den lieben langen Tag? Offensichtlich dringliche Probleme scheinen es jedenfalls nicht zu sein. Ein Trauerspiel.


    Was das Bahnhofsviertel betrifft: die Szene breitet sich immer weiter aus. Francois-Mitterrand-Platz, Am Hauptbahnhof Ostseite, westliche Niddastrasse, um nur einige zu nennen, werden immer schlimmer. Selbst ich, der sich als relativ schmerzfrei einschätzt, meide weite Bereiche mittlerweile so gut es geht.

    Die FAZ berichtet in ihrer morgigen Ausgabe:

    - das Bestandsgebäude wird aufgrund der Anforderungen an moderne Büros nun doch abgerissen (voraussichtlich ab Herbst)

    - Bauantrag ist eingereicht, mit der Baugenehmigung wird ebenfalls im Herbst gerechnet

    - Fertigstellung Ende 2025

    - Investitionsvolumen rund 500 Mio Euro

    - auf 30000 qm überwiegend Büros, im EG auch Gastronomie, Supermarkt und ein Raum für Kunstausstellungen

    - die Passage wird bestätigt

    - ein kleiner Wasserfall ist geplant, daher die Idee für den Projektnamen "Canyon"

    Schön zu sehen, dass man seitens der Stadt Frankfurt, die mit einer neuen Freiraumsatzung ein Schottergartenverbot erteilt hat, mit gutem Beispiel voran geht. Eine positive Entwicklung ist unverkennbar: immerhin ist es kein Plastikgestrüpp. Verhängt man nun gegen sich selbst ein Bußgeld von 15000 Euro?


    Dieser Beitrag könnte Ironie enthalten ....

    Die Euro-Skulptur am Willy-Brandt-Platz wird Mitte Oktober versteigert. Die Mittel von privaten Sponsoren zur Unterhaltung des Euro-Zeichens reichten nicht mehr aus. Vor allem Vandalismus habe dem beliebten Fotomotiv in den letzten zwei Jahren zugesetzt. Gespräche über die Zukunft der Skulptur mit Stadt, EZB und hessischem Finanzministerium seien nicht zustande gekommen, so die FAZ in einem Artikel vom 02.07.

    Heute beim Vorbeilaufen am Güterplatz ist mir aufgefallen, dass es rund um die künftige Station Aktivitäten gibt: alles was an Utensilien im Weg lag wurde weggeschafft, die Baustraße verbreitert und befestigt und der "Langarmbagger", bereits bekannt vom Rampenbauwerk, hat am östlichen Ende Stellung bezogen. Ein Zeichen dass es bald (endlich) mit dem Aushub der Baugrube beginnen könnte?

    Das mag ja alles stimmen und die Arena wäre natürlich in der Stadt besser aufgehoben als in Hattersheim, allerdings hat sich die Stadt Frankfurt das selbst zuzuschreiben. Seit wieviel Jahren wird über den richtigen Standort diskutiert? Ist man in all den Jahren überhaupt vorangekommen? Nein, man verheddert sich in parteipolitischem Klein-Klein ohne im Entscheidungsfindungsprozess Weichen zu stellen, geschweige denn eine Entscheidung zu treffen. Und wenn man selbst keine Entscheidung trifft, muss man sich nicht wundern, wenn andere dies für einen tun. Das wurde die vergangenen Jahre und nun auch mit der neuen Koalition nicht besser. Und es beschränkt sich ja nicht auf dieses Projekt (es steht nur symbolhaft für das allgemeine Nichts-Tun): die Abwanderung von Gewerbe- und Industriebetrieben ins Umland wurde vielfach beschrieben. In der Vergangenheit hätte vielleicht eine Oberbürgermeisterin Roth noch Impulse gesetzt, mit den richtigen Entscheidungsträgern Gespräche geführt, an einen Tisch gebracht und die losen Enden zusammengebunden. Mit der aktuellen Nullnummer "Pattex Peter" ist das natürlich undenkbar. Das ist letztendlich das Ergebnis dieser Lethargie.

    Die FAZ will erfahren haben, dass "The Dome" in Hattersheim entstehen soll. Eine Fläche an der A66 zum Frankfurter Stadtteil Sindlingen sei dafür vorgesehen. Weder der gestern wiedergewählte Hattersheimer Bürgermeister noch ein Vertreter von "The Dome" waren für Stellungsnahmen erreichbar, bzw. wollten die Nachricht kommentieren. Im Laufe des Monats Mai wolle man sich zum Standort äußern ....

    Liederbach - Quartier Mixte


    Am Ortsrand der Gemeinde befindet sich nach Jahren der Diskussion, Planung und zuletzt der Erschließungsarbeiten das ca. 4,8 ha große Neubaugebiet "Am Wehr - südlich des Augrabens" oder auch "Quartier Mixte" in Realisierung. Auf der Fläche sind verschiedene Wohntypen vorgesehen (Einzel- und Doppelhäuser, Geschosswohnungen, Kindergarten, Hotel, Seniorenwohnanlage). Den Bebauungsplan hat AS+P erstellt. Auf der Website ist von ca. 220 Wohneinheiten die Rede.


    Die Gebäude befinden sich derzeit in verschiedenen Entwicklungsstadien, von Brache, über Rohbau bis fast fertig. Ein paar aktuelle Eindrücke:


    Direkt am Liederbach zum alten Ortskern hin ein Projekt von Dietmar Bücher:

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    Wohnungen mir Kamin:

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    Nochmal das Bücher-Projekt:

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    Die mittlere Erschließungsstraße nach Süden geschaut:

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    Direkt nebenan die Baugrube für die Seniorenwohnungen:

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    Drei-Familien-Haus:

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    Mehrfamilienhäuser kurz vor Fertigstellung:

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    Von der anderen Seite:

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    Östliche Erschließungsstraße nach Norden:

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    Ein bunter Mix um es mal so auszudrücken (im Hintergrund 70er-Jahre Hochhäuser am Ortsrand):

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    Mit den Hochhäusern im Rücken des Fotografen. Im Vordergrund sollen Hotel und Kindergarten entstehen:

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    Mittlere Erschließungsstraße in die Gegenrichtung:

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    Bilder von mir

    So optimistisch bin ich leider nicht: eher >30 Jahre, siehe nordmainische S-Bahn, siehe RTW, siehe, Ausbau S6, siehe Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim (wo man übrigens letztens "seltene Käfer" gefunden hat .... was nichts gutes verheißt).

    Es ist halt so, dass Fahrradwege schnell und günstig auf Fahrbahnen gepinselt sind oder Strassen gesperrt werden. Aber Alternativen zu schaffen für all diejenigen die nicht mit dem Fahrrad fahren können/wollen, wie auch immer, und auf einen zuverlässigen ÖPNV angewiesen sind (wenn sie schon nicht mit dem Auto fahren sollen), das passiert viel zu selten und dauert viel zu lange.

    T1: die Dimensionen des Turms werden immer deutlicher erkennbar. Allein die Größe der Schalungselemente ist beeindruckend:


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    Zur anderen Seite hin wurde und wird die erste von zwei dort gelegenen Etagen mit Schrägen betoniert, dort wo der Sockel dann in den Turm übergeht:


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    Bilder von mir

    Ihr müsst das schon verstehen: in Frankfurt hat man derzeit wichtigeres auf der Agenda: wie beispielsweise der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Römer, der die Miquelallee umbenannt sehen möchte. Details lassen sich googeln oder in der FAZ nachlesen ("Cancel Culture" lässt grüßen). Da hat man für so lästiges Beiwerk wie Multifunktionsarenen, Schulbauten und ähnliches Zeugs natürlich keine Zeit.

    Marienturm


    Der Marienturm hat den Besitzer gewechselt! Käufer ist DWS. Der Turm wird in einen Immobilienfonds eingegliedert. Das bereichtet heute die FAZ. Da, wie die FAZ ebenfalls schreibt, sich Kaufpreise besonders schnell verbreiten wenn Stillschweigen vereinbart wurde, kursieren auch in diesem Fall Zahlen: von 800-830 Mio Euro ist die Rede.

    Interessantes Rechtsverständnis der Partie Die Linke übrigens zu dem Thema: fällt ein Gerichtsurteil nicht im Sinne der eigenen Ideologie aus, ist sogleich die Demokratie in Gefahr (HR-online). Man schlägt verbal wild um sich: "Neoliberales Denken schadet der Demokratie" und "In Frankfurt wird auch über die hessische Demokratie verhandelt". Bemerkenswert jedenfalls wie man in dieser Partei Demokratie interpretiert: Demokratie ist nur wenn es mir in den Kram passt. Sollte man sich vielleicht für die Zukunft merken ....