Eschenheimer Tor bis Katzenpforte (inkl. Wohnturm "Edge")

  • um mal etwas sachverstand in die diskussion zu bringen: das ist kirchheimer muschelkalk, mittellage. ein stein der schon seit dem 19. jahrhundert in frankfurt zu den traditionell bei hochwertigen gebäuden verbauten fassadensteinen gehört.
    das der stein hier verbaut wird ist natürlich eine reminiszens an das benachbarte beyer- haus (welches mit dem gleichen stein erstellt wurde) und bewirkt einen wünschenswerten ensemblecharakter.
    der stein wird mit dem alter durch oxidation leicht heller.
    im übrigen scheinen die natursteinarbeiten mit hoher qualität hergestellt zu sein.
    etwas besseres kann man sich für diese stelle nicht vorstellen.

  • ^ Zurück von den elysischen Gefilden der Fachwelt zu den Niederungen korrekter Grammatik und Rechtschreibung. Hier mal ein kleiner Rungang gegen den Uhrzeigersinn, beginnend an der Katzenpforte. Gizmo23 hatte 2008 zum Vergleich in diesem Beitrag einen ähnlichen Rundgang vor Beginn der Abrissarbeiten gepostet. Die Ecke Katzenpforte/Bleichstraße hat durch den Neubau sicher die größte Aufwertung erfahren.



    Entlang der Bleichstraße.



    Der dortige Eingangsbereich besticht momentan durch interessante Spiegeleffekte.



    Und abschließend die Seite zur Großen Eschenheimer Straße, links angeschnitten das Bayer-Haus.



    Und die Fassade etwas herangezoomt. Durch die Gerüste ergab sich ein interessantes Spiel aus Licht und Schatten. Dass es sich um Kirchheimer Muschelkalk handelt, war denke ich evident und bedurfte in diesem regelmäßig gut informierten Forum mithin keiner expliziten Erwähnung.



    -Bilder von mir-

  • Tatsächlich scheint der Fassadenstein sehr ähnlich wie beim gegenüberliegenden Fleming's Deluxe zu sein, allerdings einen Tick dunkler. Bei wolkenverhangenem Himmel ist der Gesamteindruck etwas düster, soweit ich das mit meinem Sachverstand beurteilen kann. Hoffentlich wird der Farbton nach dem Gerüstabbau noch heller.


    Direkter Vergleich mit Fleming's Deluxe:


  • Seit gestern wurde damit begonnen das Turm Carree auszupacken, der Stein ist wahrscheinlich tatsächlich einen wenig dunkler als auf der Visualisierung.
    Das tut der Fassade jedoch keinen Abbruch und macht alles in allem einen sehr hochwertigen Eindruck. Aber seht selbst...


    Hier erst mal ein paar Aufnahmen der bereits ausgepackten Flanken des Carrees.





    Gefolgt von einem Detail-Shot der Fassade und Close Ups des vormals so oft angesprochenen Steins...




    Alle Bilder sind von mir.

  • Gefällt mir an dieser Stelle sehr gut, da es sich einigermaßen dem Flemings sowie dem Tudor-Haus anpasst und somit ein harmonisches Ganzes ergibt. An anderer Stelle würde mir nicht gefallen, dass der Neubau durch die verwendeten Fassadenmaterialien schon jetzt irgendwie alt und verwittert aussieht (in wenigen Jahren ist das Haus sicher kaum noch als Neubau zu erkennen).

  • ^ Angesichts der Nahaufnahmen fällt mir nicht schwer, mein voreiliges Urteil ("sieht von weitem fast aus wie Sichtbeton") zu revidieren und dem Sachversteher rechtzugeben - auch wenn ich mit der aufgebrachten Art weiterhin wenig anfangen kann. Der Ton macht halt die Musik.


    Auf jeden Fall kommt ohne Gerüst die starke Lebendigkeit des Steins auch aus der Ferne durch. Es macht Spaß, den Blick über die Fassade schweifen zu lassen. Ein wunderschönes Material, und umso schöner zu wissen, dass es ein Kalkstein ist, der Tradition in Frankfurt hat. Wenn er jetzt noch aufhellt, kann man sich in etwa vorstellen, wie er mit dem Stein des Beyer-Hauses korrespondiert, auch wenn ich nur deswegen noch nicht ganz von einem Ensemble sprechen würde.


    Am Bau haben es mir auch die abgerundete Sockelecke - und die damit einhergehenden Vergrößerung der Gehwegsfläche - und die großen verglasten Öffnungen an der Stirnseite oben angetan.

  • Einer der seltenen Fälle in denen die Realität das Rendering (um Längen) schlägt!


    Insbesondere hätte ich mit einer deutlich "flacheren" Fassade gerechnet, die sich stark bei der modernen Nachbarschaft "anbiedern" würde. Aber im Gegenteil: Man erkennt sofort ein Gebäuse unserer Zeit, dass allerdings hervorragend mit dem Bestand harmoniert. Chapeau!

  • Als Ergänzung zu sweet_meats schönen Bildern noch den Neubau im Zusammenhang mit der Umgebung, alle Bilder können vergrössert werden:






    Das letzten Bilder für das letzte Pano waren leider etwas überbelichtet, egal, dank EBV kann man immer was rausholen:



    Alle Bilder: Adama

  • @ sweet_meat und Adama: Vielen Dank für die Bilder.


    Allerdings finde ich, dass das Gebäude auf allen Bildern von Adama (außer dem letzten) zu niedrig wirkt. An dieser Stelle hätten es auch ein oder zwei Stockwerke mehr sein können.


    Aber es ist trotzdem eine sehr gute Aufwertung zum Vor-Zustand.

  • Nutzungstechnisch eine krasse Abwertung

    Danke für die Bilder.


    Architektonisch und städtebaulich ist es zweifelsohne eine Aufwertung, nutzungstechnisch ist es aber eine krasse Abwertung. Diese Aspekte sollte man aber nicht voneinander trennen, sondern in die Gesamtbeurteilung einfließen lassen. Halten wir fest: Das einzige englischsprachige Kino der wohl internationalsten Stadt Deutschlands wurde mit dem Turm-Kino ersatzlos gestrichen und wird durch den gefühlt 328. Exklusiv-Fitness-Club ersetzt (die Hälfte dieser Clubs wurden innerhalb der letzte Jahre eröffnet). Ein x-beliebiger Wellnesstempel ersetzt eine jahrzehntelang liebgewonnene und stadtweit geschätzte Kulturstätte. Wo ist da der Fortschritt?


    Das völlig lieblose und angebotsarme Metropolis OV-Kino ist eine schallende Backpfeife für den Typus kosmopolitischer Weltbürger. Das ist für den Sitz der EZB, dem drittgrössten Flughafen Europas und dem Sitz eines der weltweit grössten Messegelände ganz einfach zu wenig. Dieser unerträgliche Provinzmuff muss sich ganz schnell wieder verziehen, wenn man als internationale Großstadt mit weichen Standortfaktoren ernst genommen werden will.

  • Auch meiner Meinung nach ist der Neubau zu niedrig für diese Lage. Zumindest an zB. einer Ecke hätte man durchaus massiver und/oder höher entwerfen/bauen können. Die Fassade gefällt mir wider Erwarten auch gut.
    Kleine quick and dirty Spielerei um zu verdeutlichen was ich meine:



    Bild: Adama

  • Gebäudehöhe

    Ja, genau das meine ich. Das sieht wesentlich gefälliger aus, wobei ich mir auch eine Variante mit zwei Staffelgeschossen vorstellen könnte oder auch durchgängig acht Stockwerke. An dieser Stelle mit einem derartigen Platz davor hätte das nicht gestört.
    Und wo soll der ganze Wohnraum denn herkommen, wenn man nicht mal in der Innenstadt in die Höhe geht? Da werden lieber auf dem Riedberg und in Harheim Einfamilienhaus-Gebiete ausgewiesen. Gut, alles hat seinen Abnehmer, aber hier hätte es nicht geschadet.

  • Das mag aus der Perspektive schon so sein, aber im Zusammenspiel mit dem mittlerer Weile denkmalgeschützten Nitribitt- aka Tudor-Haus ist die Staffelung so genau richtig.
    Der flachere Teil des Turm-Carees nimmt die Höhe des Nachbarn auf und der Linke Teil stellt ja bereits eine Erhöhung um 2 Stockwerke und 1em Staffelgeschoss dar.
    Ich fürchte mehr würde den recht flachen Nachbarn erschlagen und wäre zu massig.


    Wenn man direkt davor steht sieht man's glaube ich am besten. Ich kann Euch derzeit allerdings lediglich eine Aufnhame aus Richtung der Großen Eschenheimer Straße bzw.
    des Palais Quartiers dienen, da bekommt man zumindest eine Ahnung...



    Nachtrag... Hier noch eine Aufnahme aus Richtung des Eschenheimer Tor...

    Bilder von mir.

  • Und wieder eine Chance vertan, die Dachlandschaft zu verbessern – siehe Vordergrund gegen Hintergrund. Auch sonst bleibe ich trotz hochwertiger Materialität und handwerklicher Qualität im Detail dabei, tolle Architektur sieht anders aus. Kubatur und Gliederung würde ich bestenfalls als langweilig bezeichnen.

  • Zustimmung, diese Dachlandschaft wird wie so oft als großräumiger Pfützenkollektor verschenkt. Kein Solar, kein Grün, keine Dachterrasse. Die Einfallslosigkeit dieser selbsternannten Kreativbranche kennt gerade bei Dächern leider keine Grenzen. Man fragt sich manchmal was an den TU Darmstadts dieser Welt eigentlich unterrichtet wird, dass solch ein Dach-Gestaltungsunwillen dabei herauskommt.

  • Turm Carree

    Der Vollständigkeit halber --> Der linke Flügel an der Bleichstrasse ist nun auch komplett gerüstbefreit:

    Bild: skyliner

  • Mal wieder eine Gesamtansicht ohne Gerüste von Ost und von West




    von der Katzenpforte hat man den direkten Vergleich zwischen der steinernen Front und der einfach verputzten Rückseite, die auch noch Gerüste aufweist



    Bilder: thomasfra