Ich bin vorhin spontan auch dort vorbeigegangen und habe mir das schwebende Netz von allen Seiten aus angeschaut und auf mich wirken lassen. Bei der Ankündigung des Projektes hatte ich sehr gemischte Gefühle: Ausgerechnet an der versifften Konsti ein Kunstwerk? Warum nicht erst einmal alles herrichten und reparieren, insbesondere den Bodenbelag? Andererseits sah der Platz mit dem "Objekt" auf den Visualisierungen ansprechend aus. Also Füße stillhalten und abwarten. Beschlossen war die Umsetzung sowieso bereits.
Beim Rundgang heute kamen mir folgende Gedanken, die teilweise über das eigentliche Kunstwerk hinausgingen:
- Die Umsetzung sieht ansprechend aus. Man fühlt sich automatisch angezogen und verweilt mindestens einen Moment. Ein tolles Fotomotiv!
- Da das Netz fast über der Platzmitte hängt (mein innerer Monk rebelliert ob des leichten Offsets dennoch), gibt es der riesigen Fläche einen Halt, eine Fassung. Ähnlich einem großen Baum auf den meditarrenen Stadtplätzen oder einer Baumgruppe, an der man sich auf Bänken niederlassen kann.
- Ja, die aufwendig eingepflanzten Pylone sollten länger stehenbleiben und für eine aufgespannte Beschattung eingesetzt werden! Dann sind sie auch ihr Geld wert, zumal sie gleich mit Beleuchtung ausgestattet wurden.
- Unverständlch ist mir, warum der reparaturbedürftige Bodenbelag nicht hergerichtet wird. Sicher, das kostet Geld, aber sollte die Instandhaltung nicht eine Selbstverständlichkeit sein? Zumal schon lange klar ist, dass hier auf viele Jahre keine komplette Neugestaltung kommen wird. Was ich konkret meine: Die vielen hässlichen Asphalt-Flicken entfernen, gebrochene Bodenplatten ersetzen, Lücken in den Pflastersteinen füllen etc.
- Der überdachte Auf-/Abgang zur B-Ebene ist ein einziger Schandfleck. Auch hier: Warum Kaputtes nicht reparieren!?
- Die "neuen" Fahrradständer bilden einen "toten" Platz zwischen Konsti-Plateau und Kurt-Schumacher-Straße. Nebeneinander gestellt würden sie einen Teil der Sichtachse und Wegverbindungen freigeben.
- Mindestens eine der riesigen Litfass-Säulen entfernen bzw. im Sinn einer ästhetischen Platzgestaltung an einen südlichen Randplatz setzen.
- Außerdem: Die Konsti richtig saubermachen (auch Ecken, Auf-/Abgänge etc.) und verlassene Fahrräder entfernen
Meine hauptsächliche Feststellung aber war, dass das Netz ziemlich klein ist. Was ich meine:

Ganz nett und ein schöner Ankerpunkt für den Platz, aber eine eher bescheidene Geste im Vergleich zu der riesigen Fläche:

Sevilla hatte an der Plaza de la Encarnación (Google Maps) eine ähnliche Asphaltwüste und wagte vor ca. 20 Jahren (Umsetzung bis 2011) die bekannte große Geste mit dem "Metropol Parasol" (Sonnenschirm) bzw. den "Setas de Sevilla". Da die Forenbilder mit abload untergegangen sind, hier zur Erinnerung eigene Bilder von 2023:





















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