Frankfurts City-West-Thread

  • Ja, diese böse Immobilienwirtschaft und ihre Renditeorientierung, ChriSto. Schockierend: für Investitionen will sie Erträge, womöglich sogar Gewinne sehen. Das ist schon richtig mies, zudem widerspricht es unserem Wirtschaftssystem, in dem alle sonstigen Branchen aus reinstem Altruismus tätig sind.


    Wie oben schon angedeutet, das Wort "Problemimmobilie" wollte ich vermeiden, ließ sich das Bürohaus offensichtlich stets nur schwer vermieten. Warum auch immer. Es gab es kaum Zeiten, zu welchen kein Schild "Zu Vermieten" vor dem Gebäude stand. Zuletzt war es offenbar gar nicht mehr möglich, den Leerstand zu beseitigen. Selbst das Ladenlokal an der Ecke Heinrich-Hertz-Straße und Franklinstraße, hier war lange Zeit eine Subway-Filiale, stand zuletzt leer. Was also tun? Nicht jeder Standort und nicht jedes Bürohaus eignet sich, ob aus sachlichen oder/und rechtlichen Gründen, zum Umbau in ein Wohnhaus.


    Schauen wir doch mal in den Bebauungsplan, hier ist es der B550, rechtsverbindlich seit 1999. Das Grundstück ist dort mit "MK" gekennzeichnet, gilt also als Kerngebiet. Kurz: Es sind nur gewerbliche Nutzungen zulässig, damals wie heute. Serviced Apartments sind Gewerbe, herkömmliche Wohnungen sind es nicht.


    Schon in den Neunzigern wollten die städtischen Planer eine "gewerbliche Monostruktur" vermeiden. Daher setzten sie fest, dass ein Anteil von 30% der zulässigen Geschossfläche für Wohnungen zu verwenden ist, Seite 14 der B'plan-Begründung. Das sind die oben erwähnten, bereits vorhandenen Wohnungen an der Heinrich-Hertz-Straße. Wenn bezüglich der verbleibenden 70% Fläche nichts anderes als Gewerbe zulässig ist, sind auch Apartments dieser Art eine Entlastung des Wohnungsmarkts, denke ich. Denn "Büronomaden" sind durchaus konkurrierend im Bereich des konventionellen Vermietungsmarkts unterwegs.

  • Eine abweichende Verabredung vom B-Plan mit der Stadt in eine Wohnnutzung wäre wahrscheinlich möglich und damit der Lackmustest gewesen ob die Stadt interessiert ist zusätzlichen Wohnraum entstehen zu lassen. Das Wohnungen an dieser Stelle nicht vermietbar sind kann ich mir nicht vorstellen. Aber auch hier gilt: der Preis macht‘s und wenn er fair ist kaschiert er den einen oder anderen Nachteil. Eine gute Verglasung die den Straßenlärm da läßt wo er hingehört macht solchen Wohnraum nicht unattraktiver. Jedenfalls unterliegen Serviced Appartements keiner Mietpreisbindung da ja Gewerbe. Aber besser solcher Wohnraum als ein leerstehendes (Büro-)Gebäude.

    Ästhetisch ist m.E. eine leichte Verbesserung zum vorherigen Zustand. Eine Aufarbeitung der vorhandenen Steinplatten-Fassade von poliert zu gebürstet oder satiniert wäre möglicherweise auch ein Option gewesen. Die farblich abgesetzten bodentiefe Fenster im Mitfall sind eine Verbesserung zum Ohnefall. Dankenswerterweise werden nicht noch Balkone nachgerüstet.


    Die Voltastraße ist seit der Integration der Straßenbahn in ihrer aktuellen Form alles andere als einladend. Hier müsste dringend eine Umplanung erfolgen. Beispielsweise könnte eine der Kfz-Fahrspuren in eine der Parallelstraßen verlagert und die Straßenbahntrasse mit Rasengleisen ausgestattet werden. Möglicherweise könnte diese Fahrtrichtungstrennung auch für die Straßenbahn Anwendung finden dann würde alles weniger 'geknäult' wirken.

  • Eine abweichende Verabredung vom B-Plan mit der Stadt in eine Wohnnutzung wäre wahrscheinlich möglich

    Das würde aber voraussetzen, dass es einen Investor mit Interesse an einer Wohnnutzung an dieser Stelle gäbe. Wenn ich als Investor bzw. als Verkäufer die Chance auf einen gewerblichen Beherbergungsbetrieb habe, dann wäre es in der aktuellen Marktlage eine schwerwiegende unternehmerische Fehlentscheidung, stattdessen eine Wohnnutzung durchsetzen zu wollen. Dazu kommt der Zeitfaktor: Die Umwandlung zur Beherbergung soll im Sommer anlaufen. Die Abweichung vom B-Plan braucht hingegen ihre Zeit.

  • Eine abweichende Verabredung vom B-Plan mit der Stadt in eine Wohnnutzung wäre wahrscheinlich möglich

    Mit solchen Erwartungen ist während der Amtszeit des aktuellen Planungsdezernenten schon so mancher auf die Nase gefallen. Und ja, auch bei Wohnungsbauprojekten. Anschließend wurde streng nach Bebauungsplan oder eben gar nicht realisiert.


    Ein paar Bestandsfotos von heute:


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    Mehr als Thumbs: Blick entlang der Heinrich-Hertz-Straße, Ecke zur Franklinstraße mit Ex-Subway-Filiale im Erdgeschoss (Mitte), rechts der Innenhof.


    Bild: https://www.deutsches-architektur-forum.de/pics/schmittchen/4722_carat_buerocenter_voltastr.81.jpg Bild: https://www.deutsches-architektur-forum.de/pics/schmittchen/4723_carat_buerocenter_voltastr.81.jpg Bild: https://www.deutsches-architektur-forum.de/pics/schmittchen/4724_carat_buerocenter_voltastr.81.jpg

    Bilder: Schmittchen

  • Im Vergleich zu Bestand eine deutliche Verbesserung. Mit kleinen Mitteln wird eigentlich recht viel erreicht. Es wirkt aber immernoch sehr kühl und es riecht nach Bürogebäude, kein Wunder warum. Finesse und Gemütlichkeit fehlt. Für Leute die keine größere Ansprüche haben, vor allem für alle wunderbaren Pendler etc, wird das ein Top zu Hause sein. Auf jedem Fall x mal besser als vorher. Dafür mindestens :thumbup:







    Mod: Beitrag geteilt, die folgende allgemeine Diskussion ist jetzt hier.

  • Projekt "Double-U" und Mainova-Areal

    Beifang von gestern: Die Ecke Solmsstraße und An der Dammheide. Im Vergleich zu Serendips letztem Update in #255 hat sich links vom Brera wenig getan, rechts wurde die Fassade weitgehend fertig gestellt.


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    Der nördliche Teil, das zweite "U", Blick in den Hof:


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    ***


    Interessantes geschieht am Hauptsitz des Energieversorgers Mainova, genauer in der nordöstlichen Ecke des Areals zwischen Solmsstraße und Bahntrasse. Tätig ist Bauer Umwelt, eine u. a. im Bereich Altlastensanierung tätige Sparte der Bauer-Gruppe, Schrobenhausen. Und Altlasten gibt es hier, dazu gleich.


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    Unterirdische Teile eines ansonsten vor langer Zeit schon abgebrochenen Gasometers, nehme ich an. Alte Luftbilder zeigen in diesem Bereich zwei große und einen kleineren Gasbehälter. Auf dem Gelände der heutigen Mainova-Zentrale war das Gaswerk West, das wiederum auf ein 1869 in Betrieb genommenes Werk der Imperial Continental Gas Association zurückging. Rechts neben den Baucontainern kann man einen erhaltenen Wasserturm des früheren Gaswerks erkennen, heute ein Kulturdenkmal.


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    Bilder: Schmittchen

  • Kreuznacher Straße 50: Abbruch von 2 Wohn- und Geschäftshäusern

    Vom Westbahnhof aus zeigt sich eine Baulücke


    Vom Bauschild ist oben angeführtes Bauvorhaben zu erfahren

    Bauherrschaft: City Bauprojekte GmbH & Co. KG aus Neu-Isenburg

    Demnach ist wohl auch mit dem Abbruch des linken Hauses zu rechnen. Auf Google Maps ist der Vorzustand zu sehen


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  • Update: Trade (Theodor-Heuss-Allee 44-50)


    Hatte heute Gelegenheit im Vorübergehen mit einem Mitarbeiter der Firma Blitz -Abriss (Braunschweig) zu sprechen. Die umfangreichen Entkernungsarbeiten und Umstrukturierungsarbeiten (siehe Bauschild) im Inneren sind fast abgeschlossen. Die nun anstehenden Umbauten, die von der Firma isg durchgeführt werden, werden nach seinen Schätzungen sicher noch ein Jahr in Anspruch nehmen. Aufgrund der Corona-Pandemie habe es Verzögerungen gegeben.


    Das Bauschild gibt Auskunft über die bisherigen Arbeiten


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    das Unternehmen, das den weiteren Umbau übernimmt


    Kuriose Nebenbeobachtung. Das Gebäude hat wohl in der Nachbarschaft den Ruf, von einem asiatischen Investor umgebaut zu werden, was mir von zwei völlig unabhängigen Personen berichtet wurde.

  • Neubau Solmsstraße 2-22

    Heute erwähnt das Maklerhaus NAI apollo in einem Büroflächen-Marktbericht für das erste Quartal 2021 eine Anmietung der Mainova über 6.900 Quadratmeter im Büroneubau Solmsstraße 20-22 (Q). Das muss das Projekt sein, das zuletzt hier Erwähnung fand. Das ausführende Bauunternehmen Lupp schreibt an dieser Stelle von 8.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche auf neun oberirdischen Geschossen. Diese Angabe sollte zur vermieteten Bürofläche von gut 6.900 Quadratmetern passen, so dass der Neubau komplett an die Mainova gehen dürfte.


    Das Bürohaus ist weiterhin in Bau. Zur Zeit sieht es so aus:


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    Bild: Schmittchen

  • Wohnbauprojekt "Kuhlio", Voltastraße 23-25 und Kuhwaldstraße 51-55

    Die Eigentumswohnungen im südlichen Bereich des Baufelds sind bereits teilweise von Gerüsten befreit (letztes Update in #253). Die Mietwohnungen an der Voltastraße sind noch nicht so weit. Dort wurden an den Schmalseiten beige Riemchen angebracht, die Straßenfassade verbirgt sich weiterhin hinter einem Netz. Von Südwesten gesehen:


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    Bild: Schmittchen

  • Projekt "K50", Kreuznacher Straße 50

    Den Abbruch eines älteren Gebäudeensembles an der Kreuznacher Straße hatte Serendip entdeckt. Nun konnte ich etwas zur Planung des nachfolgenden Gebäudes herausfinden. Die City Bauprojekte GmbH plant einen Neubau mit 15 Wohnungen. Das Vorderhaus erhält eine Fassade mit Kammputz und, angepasst an die bauliche Umgebung, ein geneigtes Dach.


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    Das Hinterhaus grenzt an den Alten Friedhof Bockenheim, heute eine öffentliche Parkanlage.


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    Luftbildvisualisierung, die Kreuznacher Straße 49 (in #267 das "linke Haus") bleibt demnach vorerst erhalten.


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    Bilder: City Bauprojekte GmbH

  • Update Double U

    Gut 2 Monate nach Schmittchens letztem Besuch #266 ist der Innenhof von der Solmsstraße aus zugänglich. Erster Eindruck an einem regnerischen Tag


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  • Beim "Kuhlio" wurden nun auch zur Volta- und Kuhwaldstraße hin die Gerüste entfernt


    Danke Schmittchen fürs Foto. Das Projekt sieht auf den Renderings recht schön aus. Aber so ist es ja oft. Gerade diese Ecke hatte ich schon bei der Planung gezweifelt, insb. die rechte Seite. Da bekommt man jetzt, wie hier zu sehen ist, voll die 70er Vibes, Parkhaus-Feeling. Riesige Bentonflächen, leere Wände, dunkle Balkons. Ehrlich gesagt schön oder schick ist für mich leider was anderes. Pluspunkte für die Blockrandbebauung. Das rettet das Projekt. Das OF Projekt von den gleichen Architekten ist meilenweit besser gelungen. Das muss man hier leider sagen.


    Blockrandbebauung wirkt Wunder so ist es einfach. Es gibt sehr viele Städte die voll von furchtbarer Architektur sind wie z.B. Bangkok oder Athen aber die eigentlich nicht direkt hässlich wirken dank der Blockrandbebauung und generell enger Bebauung. Bei BRB wirken Bausünden weniger, verschwinden in die Masse (man schaut ja nicht ständig nach oben) und wegen der Enge und den lebendingen Strassen kann die Stimmung trotzallem sehr positiv sein.