Dresden: Postplatz - Planung und Bebauung

  • SZ-Artikel: "Abriss des Fernmeldeamts beginnt"

    SZ-Artikel


    Inhalt:
    - CG-Gruppe verhandelt immoment mit der Telekom über die Vorbereitungen für den Abriss
    - „Bevor wir es abreißen können, müssen zwei riesige Entrauchungsschornsteine im Innenhof neu angebunden werden“, sagt Wilde
    - laut Niederlassungsleiter soll der Abriss im Inneren schon dieses Jahr beginnen
    - Frühjahr 2016 soll der eigentliche Abriss losgehn und 3-4 Monate dauern
    - parallel erarbeitet CG den Bauantrag für seine MaryAnn-Apartments aus
    - 60 Mio. sind geplant, Fertigstellung ist für Frühjahr 2018 geplant

  • Fernmeldeamt - Baubeobachter


    letzter Besuch im Gebäude - Video


    Da es nun allmählich an das Verschwinden des Gebäudes geht, ist es soweit, meinen Diafund aus der Frühjahrsvisite in der Oberpostdirektion zu präsentieren:
    Bilder der Erbauung des Fernmeldeamtes:
    (falls jemand seine alten Dias vermisst, bitte hier melden)
    Die Dias fristeten samt Akten und Gerätschaften etwa eine Generation lang ein vergessenes Dasein im Ramsch, denn der Bau wurde nur bis Anfang der 1990er genutzt. Danach wurde alles Verwertbare durch Diebe entfernt - die Bilder allerdings wollte wohl niemand.


    Die Dias wurden eingescannt und bildbearbeiterisch (weil nötig) kräftig aufgemotzt.
    Die komplette Serie stelle ich noch im "Sonstiges"-Strang ein.
    Hier eine kleine Geschmacksprobe: Bauzeit 1979 - Ende 1981

    ^ hinter der weissen Barracke (Bildmitte) sieht man noch den letzten Altbau an der Schweriner Strasse




    Quelle Bilder: ist Unbekannt, Finder und Retter: ich

  • hier noch der Mopo-Artikel von vorgestern - betreffs CG am Postplatz:


    MOPO


    Mir neu ist, dass CG den Grünstreifen zum Promenadenring bereits der Stadt geschenkt hat.
    Da stellt sich doch gleich die Frage, ob auch die Stadt die Mauer erhalten will oder ob es dazu nun Änderungen geben wird?

  • ^ die SäZ berichtet (gesperrt und kurz) über die sechs Baumpflanzungen.


    erstaunliche Nebenbemerkung: für die Gestaltung des Promenadenrings werde nächstes Jahr erstmal noch ein Wettbewerb durchgeführt. Oho!
    Nunja, ich dachte, da sei man schon weiter, aber nungut, jetzt kommen ohnehin erstmal die großen Baustellen mit ihrem vermuteten Flächenbedarf. Aber eigentlich sollte der Promenadenring-West allmählich in Bau gehen - wo die Finanzen dafür doch schon vor Längerem angeblich im Haushalt eingetütet waren. Vielleicht wurde das Geld auch wieder umgebucht und überhaupt war ja seither nie von der Art der "Gestaltung" die Rede. Ich frage mich sowieso, was da "gestaltet" werden will - und das für einen Millionenbetrag? Scheint wieder so ne Geldvernichtungsmasche zu sein. Dreimal die Wiese umpflügen und dann partiell mit Carraramarmor versiegeln - Arbeitsbeschaffung für Landi-Architekten und am Ende paar neue Bäume. Es bleibt "spannend".


    Direkt am Merkur I sind im Übrigen einige Platanen erstaunlicherweise stehengeblieben und werden somit ein bisschen beim Verdecken des Maleurs dienen. :D Also auch da: nix zu tun für Promenadenring.

  • Elli Kny
    Meinst Du das ernst? Du siehst beim Promenadenring keinen weiteren Planungsbedarf? Nach welcher Planung sollte denn Deiner Meinung nach in Zukunft gebaut werden? Alle früheren Gestaltungsabsichten wurden doch durch die Verkehrsplanung und die Verschiebung der Baufluchten der Quartiere über Bord geworfen: Man legt an der Marienstraße gerade fröhlich eine neu gepflanzte Baumreihe wieder um. Für das Wasserbecken gibt es keinen Platz mehr. Vermutlich bleibt auch der alte Sockel der Post stehen. Ich halte mich eigentlich in Bezug auf die Planungen in der Innenstadt für gut informiert. Was hier aber in den nächsten Jahren zu erwarten ist, gleicht in meinen Augen einer Wundertüte! Selbstverständlich braucht es jetzt (eigentlich schon gestern) eine neue Planung für die Freiräume!

  • Der Freiraumwettbewerb wurde mittlerweile ausgelobt: http://www.baunetz.de/wettbewe…7.wettbewerbe.cid-4582525
    Der Kurztext der Auslobung geht auf die mittlerweile Realität gewordene Verkehrsplanung, den verfügbaren Platz (Stichwort Baufluchten) und das ganze weitere Elend nicht groß ein und spricht immer noch z.B. von Wasserflächen und der Sichtbarmachung der Festungsanlagen.
    Ich hoffe sehr, dass die Landschaftsplaner den Gordischen Knoten lösen können und aus dem ganzen Elend noch das Beste herausholen können.

  • ^+^^ Danke Arwed und ja, ich meinte es ernst - aber eher auf die strategische Entscheidung gemünzt.
    Im Prinzip ist das städtische Vorgehen nur mit einem Festhalten an einer aufwendigen Umgestaltung des Promenadenrings erklärbar, was nun bestätigt wird. Ich hingegen würde die monströsen 3,5 Millionen Euro kassieren (das sind mE alles klare Eigenmittel der Stadt) und diese anderweitig einsetzen. Da die Marienstrasse nicht verlegt wird, bleibt es eben bei einer 3-reihigen Baumallee (statt 4-reihig). Im abzusehenden meist gesichtslosen Umfeld halte ich die jetzige Rasenfläche für vertetbar und gar wesentlich ansehnlicher als ein wie auch immer gearteter Umbau mit allerlei Sperenzchen. Es soll ja ein "Grünring" sein und kein "Wasserring", der die Altstadt umschließt. Ich befürchte durch den Umbau ein schlechteres Gesamtbild als das Belassen im heutigen Zustand. Insofern sehe ich keinen Planungsbedarf (höchstens Kleinkorrekturen) und auch keine Erfordernis zur Geldversenkung. Das müsste wohl der Stadtpolitik erst klar werden und dann durch sie gestoppt werden. Über die Mehreinnahme dürften sich die Politiker durchaus freuen. Denkbar wäre auch eine abgespeckte Variante, wonach beispielsweise einige hunderttausend Euro verbleiben und man damit einige "Aufwertungen" vornimmt - zB eine weitere Baumallee oder eine bessere Gehwegpromenade. Viel mehr ist vor Ort doch nicht ernsthaft erforderlich. Der Mehrwert einer großen Umgestaltung hält sich doch arg in Grenzen.

  • Promenadenring
    ^ bezüglich Wasserbecken fand ich einen älteren Bild-Artikel (mangels Datum anhand der Kommentarzeit von vor 5 Monaten zu datieren).
    Wie oben berichtet wird nun quasi neu entworfen - die Marienstrasse scheint durch Erschließungszwänge kaum noch entbehrlich.
    Daher komme ich wieder auf meine Intention zurück: alles so lassen - kein Wettbewerb (Geldrausschmiss - aber jetzt eh zu spät) und (bald ganz wichtig:) die 3,5 Mille (minus Wettbewerbskosten) kassieren und SINNVOLL einsetzen (da gäbe es genug supertolle Grünprojekte). Natürlich wäre zunächst zu klären, ob eine Mittelverschiebung irgendwas entgegensteht oder nicht. Meinem Gefühl nach eher nicht. Ausgenommen bleibt selbstverfreilich die Flächenherstellung an der CG-Wunderkiste (ähm... Verwunderungskiste).

  • Nimm es mir bitte nicht übel, aber ich bin noch immer nicht Deiner Meinung ;-)
    Der Informationsgehalt des Bild- Artikels geht leider gegen Null: Natürlich bleibt für das Wasserbecken und die vierte Baumreihe kein Platz mehr, die Marienstraße muss bleiben - aber sonst? Ich wünsche mir hier einfach mehr als nur die Bäume und die Wiese. Vielleicht gibt es ja doch Platz für eine (nach innen gerückte) vierte Reihe für die Allee. Die Straße muss sicher sowieso grundlegend erneuert werden, da könnte man sie auch neu trassieren. Wie breit müsste sie aber sein, wo laufen Radwege? Reicht die Anbindung von Süden und lässt sich eventuell der nördliche Teil der Straße entfernen? Wie soll mit den Sockelmauern der Post umgegangen werden? Wie sieht der Übergang zum Külz- Ring aus? Was passiert auf dem noch verfügbaren Grünbereich (Wege, Wasser, Spielen, Kunst)?
    Also für mich besteht auf jeden Fall Bedarf für einen Freiraumwettbewerb (nicht, dass ich da Wunder erwarten würde). Jedenfalls handelt es sich hier ja um die stadträumlich wichtige Linie zwischen der inneren Altstadt und der Wilsdruffer Vorstadt. Vermieden werden sollte, dass so eine Banalität heraus kommt, wie die Vorkriegslösung. Statt eines Ringboulevards entwickelte sich damals eine normale Straße - wir sind heute jedenfalls wieder auf einem m.E. schlechten Weg.

  • Zander Architekten bewerben sich auch um Fläche MK1c


    http://m.sz-online.de/nachrich…am-postplatz-3256974.html


    Sie planen einen Multifunktionswürfel für Cafe, Kunst und Wissenschaft mit viel Glas und MultimediaFlächen an den Außenseiten.
    Kosten 750000+Grundstückskosten.



    Quelle: Zander Architekten


    Hoffentlich kommen noch bessere Entwürfe.
    Ich persönlich wäre ja sowieso dafür, dass wenn man dort baut wenigstens die ganze Häuserreihe bis zur Schweriner Straße baut und so wieder die Große Zwingerstraße vor dem Schauspielhaus herausbildet.
    Dieser kleine Würfel wirkt einfach verloren.

  • ^auf "bessere" Entwürfe zu warten, halte ich für naiv. Ein Würfel ist gefordert und ein Würfel wird's werden. Egal, was da jetzt für einer kommt, er wird ein Fremdkörper auf dem Platz bleiben und den Blick zum Zwinger versperren. Von der, wenn auch gut gemeinten Nutzung mal abgesehen, bin ich gegen eine Bebauung dort, ganz gleich welcher Art. Da gibt es geeignetere Bereiche für meine Begriffe.

  • Gefällt mir sehr gut. Und könnte mit den versprochenen Multimedia-Flächen auch ganz cool wirken. Wenn der Würfel es schafft, den Platz auch abends zu beleben, wäre es doch super.

  • Stimmt. Cool ist das Adjektiv dass es an dieser Stelle bedarf:nono:


    Am Wiener Platz ist dieser Würfelhusten auch schon gut schief gegangen. Und wer zum Teufel braucht so etwas unweit des kronentores? Zudem wird der Blick auf den Zwinger völlig verstellt. Wer denkt sich in Dresden nur immer diesen Unsinn aus? In dieser Stadt bleibt einem mal wieder nix erspart.

  • Unabhängig davon, ob dieser unnötige Würfel kommt: Der Postplatz zeigt, wie unfähig die Moderne ist, Stadträume zu gestalten. Vom Motel One bis zu den beiden geplanten Vorhaben der CG-Gruppe nimmt nicht ein Vorhaben Bezug zu der Umgebungsbebauung. Heraus kommen lediglich Solitäre, die an sich nicht mal alle per sé schlecht sind (vor allem wenn ich an das Fay-Vorhaben denke). Aber es kommt kein städtebauliches Ensemble heraus.


    Und was den neuen Würfel angeht: Ich hoffe, dass die Entscheidungsträger zur Vernunft kommen und dieses Baufeld freilassen.

  • Es ist manchmal echt erschütternd was grade in Dresden passiert. Wer glaubt, dass auch nur ein Gebäude welches am Wiener Platz oder aktuell am Postplatz gebaut wurden/wird in 70 Jahren noch steht? Es wird kein einziges sein. Es ist in Dresden als hätte man sich außerhalb des neumarktes komplett von den aktuell in fast alles deutschen Städten zu beobachtenden Entwicklungen abgekoppelt.


    Was man hier macht ist tiefster 70er Jahre städtebau und er wird exakt dieses Schicksal auch teilen. Schlimm ist nur dass man aus Fehlern eben doch nicht immer klug wird. Aber dann muss es eben die nächste Generation richten.

  • ^^ Tobschi: Generell teile ich deine Kritik. Persönlich glaube ich aber, dass (abgesehen vom CG-Projekt an der alten Post) der Postplatz im Endeffekt ein recht ansprechender Platz werden kann. Hier kommt es vor allem darauf an, wie die neuen Gebäude ausgeführt werden. Und im Gegensatz zu fast allen anderen Neubauprojekten in DD finde ich die einzelnen Solitäre am Postplatz (von den Visualisierungen her) sehr ansprechend. Ein riesiger Fehler war meiner Meinung nach die Erweiterung der Altmarktgallerie an der Willsdrufer Straße - damit werden wir aber leider noch ein paar Jahrzehnte leben müssen...


    @ Odysseus: Den Wiener Platz kann man nur schwer mit dem Postplatz vergleichen... Nur weil es hinkt, ist es kein Vergleich ;)