Beiträge von Tobschi

    ^ Kinder können bzw. müssen ohnehin (je nach Alter) den Gehweg zum Radfahren nutzen.

    Auch an den Anschlussstraßen der Carola, Albert- und St Petersburger Straße, ist doch der Radweg Richtung Altstadt zwischen Autospur und Gleisen. Was quer durch die gesamte Stadt funktioniert, soll auf den paar Brückenmetern aber für viele ein Problem sein, sodass ich lieber zwei zusätzliche Ampelphasen in Kauf nehme und zweimal die Gleise kreuze? Das ist doch komplett hanebüchen und nie und nimmer eine Mehrheitsmeinung unter den Radfahrenden. Wenn sich einzelne zwischen Gleis und Autospur unwohl fühlen, dann fahren sie doch gar nicht erst über die Achse Albertstraße - Petersburger Straße, sondern eher über die (nahezu autofreie) Augustusbrücke. Mir ist wirklich völlig unverständlich, wie man diesen Murks mit der neuerlichen zweimaligen Gleiskreuzung verteidigen kann.

    Unabhängig davon war es, wie Ziegel anmerkte, sogar eine Bedingung an die Planer, diese Stellen zu entschärfen. Es ist eigentlich unverschämt von TSSB/Fhecor, dies dennoch so geplant zu haben - und völlig ignorant von der Stadtratsmehrheit, für diesen teuren Murks- und Schummelentwurf auch noch zu stimmen.

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    Als Radfahrer wäre es mir lieber, rechts neben der Straßenbahn zu fahren. [...] Das ist, wieder mal, ein Konzept, was 3-4 Rennradfahrer schätzen, aber 95% der Alltagsradler fahren lieber am Rand neben dem Fußweg und kommen eben auch häufig vom Elbradweg, nicht nur über die Albertstraße.

    Deine persönliche Vorliebe in Ehren, aber diese 95%-Behauptung ist unhaltbar. Man hat vor dem Brückeneinsturz gesehen, als bereits eine Autospur Richtung Altstadt als Verkehrsversuch in einen Radweg umgewandelt wurde, dass dieser sehr gut genutzt wurde. Das zweimalige Gleiskreuzen vorher war ein riesiges Ärgernis. Es sind unnötige Gefahrenstellen (Sturzrisiko) und zusätzliche Ampelwartezeiten. Und wenn der ADFC als Radfahrer-Vertretung vehement dafür plädiert, den Radweg zu verlegen, finde ich es schon ziemlich kühn zu behaupten, dass dies nahezu kein Radfahrer wolle.

    Dass der Elbradweg in der jetzigen Variante neben dem Fußweg besser angeschlossen ist, ist zweifelsohne richtig. Aber diese Verbindung ist doch im Alltag für viel weniger Radfahrer relevant als eine schnelle Nord-Süd-Achse von der Neustadt Richtung Zentrum / HBF / Südvorstadt / Campus. Zumal Albert- und Augustusbrücke bereits sehr gut an den Elbradweg angebunden sind. Und neben der Sturzgefahr durchs Gleiskreuzen geht es hier auch um die Konfliktgefahr zwischen Fußgängern und Radfahrern, vor allem wenn auf der Carola viel los ist bei Konzerten etc. Auf der alten Carola erinnere ich mich an viele Konfliktsituationen. Da waren Fußgängergruppen, die zu viert und mehr nebeneinander liefen, Leute die Gruppenfotos mit Altstadthintergrund machten, Hobbyfotografen die mit sperrigen Stativen hantierten ... man wurde oft ausgebremst.

    Dresden braucht dringend eine schnelle und konfliktfreie Nord-Süd-Achse für Radfahrer. Man sieht es ja gerade, wie schmerzhaft die Carola fehlt: Das Gros der Radfahrer von der Neustadt Richtung Zentrum schiebt sich nun durch die Hauptstraße, wo eigentlich Schritttempo gefahren werden müsste. Manche Stadträte wollen dort deshalb das Radfahren schon untersagen. Und die Achse Albertplatz - Bhf Neustadt - Marienbrücke ist aus Radfahrersicht auch eine Zumutung.

    Carolabrücke wird breiter

    Wie die SZ heute berichtet, wird am Siegerentwurf von Fhecor/TSSB umgeplant: Die Stadtverwaltung hat die Mitglieder des Bauausschusses informiert, dass die Brücke breiter werden muss - statt der angegebenen 32,5 Meter knapp 1,5 Meter mehr. Die geplanten Breiten entsprächen nicht den Vorgaben. Die Radwege müssten breiter werden, ebenso der Sicherheitsabstand für die Masten. Zwischen Gleise und Rad-/Fußweg müsste überdies auch noch ein Geländer gebaut werden.

    Auch die Verlegung des Radwegs von der Neustadt Richtung Altstadt sei demnach vorerst vom Tisch. Zur Erinnerung: Dieser ist westlich der Gleise geplant, sodass Radfahrer wieder zweimal die Gleise kreuzen müssen (hinter dem Carolaplatz und vor der Synagoge). Dies hatte u.a. der ADFC scharf kritisiert - alle anderen Büros hatten den Radweg Richtung Altstadt östlich der Gleise angeordnet. Vergaberechtlich sei es schwierig, den Radweg nun zu verlegen, heißt es.

    Es hat also keine zwei Wochen nach Vertragsabschluss gedauert, dass massiv umgeplant wird und sich einer der größten Vorteile des TSSB-Entwurfs in Luft auflöst - nämlich die deutlich schmalste Brücke im Wettbewerb zu sein. Mit nunmehr 34 Metern ist TSSB kaum schmaler als die übrigen Entwürfe, die sich alle im Bereich der 35 Meter befanden - unter anderem auch deshalb, weil dort Geh- und Radwege sowie Sicherheitsabstände größer waren.

    Dass die Schmalheit von TSSB auf Kosten der Sicherheit geht, war schon vorher klar. Dass die veranschlagten Breiten offenbar nicht genehmigungsfähig sind und dass das in all den Monaten der Diskussion niemandem auffiel, ist skandalös und lässt mich wirklich sprachlos zurück. Jeder Meter zusätzliche Brückenbreite kostet Geld. Damit dürfte auch die Kostenobergrenze nicht mehr haltbar sein. TSSB hat hier (mutwillig?) die Öffentlichkeit getäuscht mit einem schmalen Entwurf, der so nicht genehmigungsfähig ist. Und niemand in der Stadtverwaltung oder im Expertengremium scheint das aufgefallen zu sein. Ich bin gerade wirklich fassungslos.

    Damit bekommt Dresden nun in Zeiten massiver Haushaltskürzungen eine überdimensionierte, massive Brücke,
    - die sehr wahrscheinlich den Kostenrahmen sprengt
    - die die höchsten Risiken in puncto Genehmigungsfähigkeit hat
    - die wegen der Steigung nicht als vollständig barrierefrei gilt
    - deren Radwegführung auf der wichtigen Achse Neustadt -> Altstadt/Uni höchstproblematisch ist
    - die wegen der Überhöhe Blickbeziehungen einschränkt
    - die im Gegensatz zu anderen Entwürfen auch keine Teileröffnung (zB für die Straßenbahnen) ermöglicht.

    Na herzlichen Glückwunsch, liebe Stadtverwaltung und liebe rechte/rechtsextreme Stadtratsmehrheit. Damit ist das Brückenfiasko komplett und eine Jahrhundertchance verschenkt.

    Zu 1.) Ja, die Brücke war der schmalste aller Entwürfe. Aber was machen 3 Meter bei einer Gesamtbreite von 32,50 Meter denn aus? Dass die Fhecor-Brücke so schmal ist, geht auf Kosten der Sicherheit: schmale Radwege, zu geringe oder keine Sicherheitsabstände. Grassl hatte die in Summe breitesten Radwege und auch Sicherheitsabstände. Hätte er die Breiten wie Fhecor, wäre auch Grassl schmaler. Als (überwiegender) Radfahrer hab ich lieber mehr Brückenbreite, wenn mein Sicherheitsgefühl größer ist.

    Zu 2./3.) Das waren PR-Ankündigungen des Büros - beschlossen ist das nirgends. Der eingereichte Entwurf stand zur Abstimmung und der ist 2,5 Meter höher und sieht die zweifache Gleiskreuzung für Radfahrer aus Richtung Neustadt vor. Woher nimmst du die Gewissheit, dass diese Änderungen kommen sollen? Auch im Ergänzungsantrag von CDU AfD und Co steht davon nichts. Eine nachträgliche Änderung der Gradiente wurde doch sogar ausgeschlossen?

    Zu 4.) Nach der Argumentation könnten wir ja auch sechs Spuren bauen und die Spuren 5 und 6 irgendwann in grüne Pflanzbeete umwandeln. Angesichts der hohen Zusatzkosten für jeden Meter Brückenbreite und die fatale (!) städtische Finanzsituation ist und bleibt dieser Vier-Spuren-Beschluss töricht und unverantwortlich. Dass man diese Spuren irgendwann mal umwidmen kann, ist sicher richtig, aber dennoch ein schwacher Trost.

    Zu 5.) Auch dass das so kommt, steht völlig in den Sternen und es gibt daran erhebliche Zweifel, zB aus Denkmalschutzsicht.

    Zu 6.) Wenn der Radweg tatsächlich umverlegt wird wie unter 3.) behauptet, dann kommen die Radfahrer vom Elberadweg oben auf der Brücke auf dem Gehweg an, der laut TSSB-Website für Radfahrer "freigegeben" werden soll. Was heißt: Schrittgeschwindigkeit, also schieben. Ob das jetzt der große Wurf ist? Zumal Augustus- und Albertbrücke bereits gut und ohne Treppen an den Elberadweg angebunden sind. Viel wichtiger, weil viel mehr genutzt, ist die schnelle Nord-Süd-Verbindung für Radfahrer. Und da wäre das zweifache Gleiskreuzen halt einfach totaler Mist.

    Zu 7.) Ja, "in deinen Augen". Über Geschmack lässt sich streiten. Von Weitem sieht die Brücke recht gefällig aus, aus ganz vielen anderen Perspektiven tut sie es (in meinen Augen 😉) nicht.

    ^ So geht es mir auch, allein mir fehlt der Glaube. Diese unsägliche blaubraunschwarze Stadtratsmehrheit schafft es verkehrspolitisch wirklich immer, den größtmöglichen Schaden zu verursachen. Als wären die 20-30 Mio Extrakosten für unnötige vier Autospuren nicht schlimm genug, gewinnt nun wohl auch noch der klobigste und dominanteste Entwurf, der sich nicht dezent vor die Silhouette und zwischen die historischen Brücken ein- und unterordnet, sondern wie ein aufgebocktes Ufo im Elbtal landet und mit seiner Höhe nicht nur optisch brutal ist, sondern auch für Radfahrer, Kinderwagen, Rollatoren, Rollstühle unnötige Erschwernisse liefert. Und die größten Zweifel bezüglich der Genehmigungsfähigkeit als Ersatzneubau kommen on top dazu. Es ist zum Verrücktwerden.

    Besonders entsetzt bin ich über das Agieren der Dresdner CDU: Kompromissfähigkeit? Seriöser Haushalt und Sparsamkeit? Zugänglichkeit für Argumente? Ist mit dieser Partei nicht mehr möglich. Offensichtlich ist es die oberste Strategie der Dresdner CDU, sämtliche Verkehrsthemen zur ideologischen Frage hochzujazzen und sich als Bewahrer der Autofahrer-Interessen zu gerieren, weil man darin das größtmögliche Wählerpotenzial gegen den eigenen Bedeutungsverlust vermutet. Nur die Folgen daraus sind städtebaulich und finanziell verheerend. Ich befürchte heute einen schwarzen Tag für Dresden. Wenn diese Brücke in drei (oder fünf oder zehn?) Jahren steht und das ganze Ausmaß klar wird, werden viele Menschen entsetzt sein, wie man so ein Monstrum beschließen konnte. Aber jene Parteien, die das durchgezogen haben, arbeiten ja fleißig dran, dass auch der Autoverkehr in Dresden wieder steigt, indem man das Bürgerbegehren gegen die DVB-Kürzungen ablehnt und eine auskömmliche Finanzierung der DVB verweigert. Dann können CDU , AFD und Konsorten immerhin ihren Vier-Spuren-Wahnsinn mit weiteren Fehlentscheidungen rechtfertigen.


    PS: Wir hätten eine zweispurige Grassl-Brücke haben können ...

    Bitte keine Fake News und/oder unbelegte Vermutungen verbreiten. Hier wird CDU-Stadtrat Veit Böhm wiefolgt zitiert: „Dieses Ergebnis hat für den weiteren Entscheidungsprozess ein besonderes Gewicht.“ Der Bürgerwille sei klar erkennbar. Man werde aber auch die Empfehlungen der Expertenkommission, die aktualisierten Kostenprognosen sowie die Einschätzung der Wirtschaftlichkeit und den Faktor Schnelligkeit sorgfältig berücksichtigen. CDU-Stadträtin Bettina Kempe-Gebert sagt, dass es nach der Sommerpause eine Entscheidung geben werde.

    Ebenso berichten die DNN wiefolgt: "Die CDU-Stadtratsfraktion will sich von allen vier Planern die Entwürfe vorstellen lassen und sich dann eine Meinung bilden. Neben dem Abstimmungsergebnis, das eine klare Sprache spreche, müssten auch die Baukosten, die Wirtschaftlichkeit und die Bauzeit berücksichtigt werden."

    ^ Ja, du hast recht: Perspektive von der Albertbrücke.

    Was man bei der Bürgerbeteiligung konstatieren kann: Hier haben LAP und Fhecor/TSSB einen besseren Job gemacht, was das Marketing angeht. Deren extra Websites zu den Entwürfen und animierte Videos waren sehr schnell online. Fhecor hatte wohl auch Anzeigen im Fahrgastfernsehen der DVB geschaltet. Nicht zu unterschätzen ist Social Media: LAP und Fhecor hatten bei reichweitenstarken Accounts wie Solebtdresden auf Instagram Anzeigen geschaltet und mit den Videos Zehntausende Leute erreicht. Grassl zog bei dem erwähnten Account Wochen später mit einer Anzeige zwar nach, aber das Video ging erst wenige Tage vor Abstimmungsende online. Da hatten schon weit über 20.000 Menschen abgestimmt...

    Der Effekt von all dem ist freilich nicht messbar, aber ich glaube, dass Grassl mit ein bisschen mehr Marketing hätte besser bei Carolavote abschneiden können. Das könnten die entscheidenden Prozentpunkte zugunsten LAP und Fhecor gewesen sein. Ich sehe städtebaulich und kostentechnisch immer noch sehr gute Argumente für Grassl, aber es hätte seitens der Stadtratsfraktionen schon ein Geschmäckle, wenn man sich für den nur drittplatzierten Entwurf ausspricht. Andererseits wurde von rechter Seite auch mal eben das DVB-Bürgerbegehren und damit weit über 40.000 Bürger-Meinungen mit einem Streich weggewischt - die Bürgermeinung interessiert diese Parteien im Zweifel nur dann, wenn es ins eigene Weltbild passt.

    Gespannt bin ich nun auf das Voting des Begleitgremiums. Deren Mitglieder werden mit Sicherheit nicht einstimmig entscheiden. Wird also jedes Mitglied eine eigene Top 4 aufstellen und dann wird daraus der Durchschnitt gewichtet?

    Ja, Grassl dürfte damit raus sein. Es wird nun auf LAP oder Fhecor hinauslaufen.


    Meines Erachtens spiegelt dieses Ergebnis wider, dass sich viele Leute von zwei, drei hübschen Visualisierungen haben blenden lassen und sich eben nicht detailliert mit den Entwürfen beschäftigt haben. Wie kann Fhecor sonst bei den Geh- und Radwegen auf Platz 1 landen? Das ist absurd bei den vielen Nachteilen für den Radverkehr.


    Der Fhecor-Entwurf sieht in der Visu aus der Luft zugegeben recht gefällig aus - aber das ist eine Perspektive, die kein einziger Dresdner jemals hat. Dieser Entwurf ist einfach viel zu hoch und sieht wie aufgebockt aus - ich find das optisch richtig schlimm. Von den anderen Nachteilen (Radwegführung von Neustadt Richtung Altstadt), rechtliche Zweifel (Zusatzpfeiler usw) mal abgesehen. Ich hoffe, dass es nun LAP wird. Vielleicht kann man dem Büro noch mitgeben, die Brückenauffahrten an Rathenau- und Carolaplatz zu überarbeiten und schmaler zu gestalten.

    ^ Dass die „Autofraktionen“ noch zu einem Umdenken kommen, halte ich für ausgeschlossen. Es gab in den vergangenen Monaten genügend prominente Stimmen, die vehement gegen vier Spuren plädierten - es hat alles nicht gefruchtet. Diese Fraktionen sind für rationale Argumente nicht zugänglich. Das ist eine ideologische, wahltaktisch motivierte Entscheidung: „Seht her, liebe Autofahrer, wir vertreten eure Interessen“. Maximal könnte OB Hilbert noch intervenieren, z.B. aus finanziellen Erwägungen. Man stelle sich etwa vor, dass der Belastungstest der Brücke Budapester Straße ergibt, dass die Brücke nicht mehr lange durchhält und sofort neugebaut werden müsste. Aber bisher hatte Hilbert ein Veto jedenfalls ausgeschlossen.

    Unterdessen hat sich heute die Gesellschaft Historischer Neumarkt in einer Pressemitteilung für den Grassl-Entwurf ausgesprochen. Außerdem hat der Verein beschlossen, sein Satzungsgebiet auf das Terrassenufer Ost auszuweiten. In dem Zusammenhang soll die Rekonstruktion folgender Gebäude ermöglicht werden:

    • Das Venezianische Haus
    • Das Gasthaus „Zum Schwarzen Bären“
    • Das Caspar-David-Friedrich- / Johan-Christian-Clausen-Dahl-Haus
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    "Das Ingenieurbüro Grassl hat dabei als einziger Akteur die zukünftige urbane Situation tiefgehend berücksichtigt. Trotz der größeren Brückenbreite erlaubt dieser Entwurf die Rekonstruktion des Venezianischen Hauses an seinem Originalstandort, da die Brücke mit den Fahrbahnen entsprechend nach Westen eingeschwenkt ist."

    Morgen (7. August) stellt die Stadtverwaltung im Übrigen die Ergebnisse der Bürgerbefragung „Carolavote“ vor, bei der etwa 26.000 Menschen abgestimmt hatten.

    ^ Passend dazu berichten die DNN, dass der LAP-Entwurf ohne Probleme auf zwei Spuren verringert werden könnte. Das bedeutet: 7m schmaler (28 statt 35) und vor allem 27 Millionen Euro günstiger. Das rein ideologische Beharren des Rechtsblocks im Stadtrat auf vier Autospuren ist schon an sich schwer zu ertragen. Dies aber auch noch angesichts diverser "Kürzungsorgien" (DVB, Schulsozialarbeit...), ungeklärter Finanzierungen für etliche wichtige Vorhaben (Straßenbahn zu den Chipwerken, Schwimmhallen in Klotzsche und Pieschen...), Haushaltssperren usw durchzudrücken, macht mich schier fassungslos. Von AfD und dem Zastrow-Trupp ist nichts anderes zu erwarten, aber dass die CDU sich gegen jede Vernunft und gegen wirklich jeden Expertenrat von rechts außen so treiben lässt, ist eine Schande. Die DDR-Carolabrücke war in ihren Ausmaßen schon viel zu monströs und ihr Einsturz eine einmalige Chance. Dass diese Chance für eine schmalere Brücke aus reiner Ideologie vertan wird und man nun eine noch breitere Brücke ins Elbtal setzt, das will mir einfach nicht in den Kopf.

    ^ Die Wohungen in der Talstraße 16 sind übrigens fast alle schon vermietet. Nur für eine findet sich noch ein Inserat im Web. 47m² für fast 900 Euro warm, also bald 20 Euro pro Quadratmter - und das für eine Wohnung im Erdgeschoss. Das sind schon bald Berliner und Münchner Verhältnisse... 🫣

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    Hätte, hätte Fahrradkette. [...] Ich hätte mir gewünscht, dass das (nun nicht mehr ganz neue) Stadion nicht mitten in der Stadt gebaut würde, sondern in Autobahnnähe (Elbepark?!).

    Merkste selber? :D

    Es ist weder für Mitforisten noch Mitlesende hier gewinnbringend, wenn jeder seine individuelle Mobilitätssituation darlegt - wem ist dadurch geholfen? Wie schon gesagt, kann nicht jede/r auf ein Auto verzichten und das ist völlig okay. Der Punkt ist: Eine Großstadt muss versuchen, Mobilität zu steuern und Anreize zu schaffen, die für die Stadtgesellschaft von Vorteil sind. In diesem Punkt ist der Autoverkehr nun mal die schlechteste Mobilitätsform wegen Flächenverbrauch, Abgasen, Lärm, Flächenversiegelung usw. Das ist auch alles schon zigfach in anderen Threads durchgekaut worden und müßig, diese Debatte zu führen.

    Deshalb zurück zur Südvorstadt: Fußläufig gibts eine Tiefgarage am Wiener Platz, die wie alle Tiefgaragen und Parkhäuser in der Stadt bis auf ein paar Adventswochenenden nie voll ausgelastet sind. Da dürfen sich alle Autobesitzer gerne einen Dauerparkplatz mieten. Debatte beendet :)

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    Aber was nützt die beste Anbindung an den ÖPNV wenn man beruflich aus Dresden raus muss? Da ist die Anbindung dann auf einmal gar nicht mehr so toll und man ist praktisch dazu verdonnert, dass Auto zu benutzen.

    Es ist eine Binsenweisheit, dass nicht für jeden Umland-Pendler der ÖPNV eine Alternative ist. Aber nicht jeder zweite Südvorstädter pendelt täglich nach Klingenberg, Pommritz oder Geringswalde. Die hohe Pkw-Dichte ist ein Zeichen 1.) für Wohlstandsverwahrlosung (sieht man auch daran, dass die Autos immer größer, schwerer und höhermotorisiert sind) und 2.) für eine verfehlte Verkehrspolitik, die für viele das Auto zur ersten Wahl macht (durch gratis Parken, schleppenden Radwegeausbau, jährlich steigende ÖPNV-Ticketpreise plus permanent Debatten um Angebotskürzungen). In vielen europäischen Städten sind Anwohnerparkgebühren von 300-500 Euro jährlich Standard, in Dresden zahlt man bis auf ein paar klitzekleine Zonen gar nichts. Wenn Kommunen dafür angemessen Geld verlangen und wenn keine Milliarden für E-Auto-Prämien oder Geschenke an die Luftverkehrsindustrie verpulvert werden, wäre umgekehrt auch genügend Geld für einen Ausbau des ÖPNVs da.

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    Und nicht zu vergessen, dass viele hier tagsüber parken, die hier gar nicht wohnen, sondern arbeiten.

    Auch das ist ein Argument für eine flächendeckende Einführung von Parkgebühren + Anwohnerparken. Viele, die von außerhalb mit dem Auto herkommen, werden sich es zweimal überlegen, ob sie keine Alternative zum Auto haben, wenn sie hier täglich 10-15 Euro Parkgebühren zahlen müssen.

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    Mir kann es egal sein. Wir haben einen eigenen Stellplatz. Aber wenn nur 10% von den künftigen Bewohnern mit dem Auto kommen sind das 30 benötigte Plätze. Mal ganz davon abgesehen was hier los ist wenn im Stadion ein Event ist (Fußball, Konzert, Rewe-Team-Challenge, usw.).

    Wer zu derlei innerstädtischen Großereignissen mit dem Auto direkt vor die Tür fahren will, dem ist ohnehin nicht zu helfen. Oft ist ein Nahverkehrs-Ticket ja schon im Fußball-/Konzertticket inbegriffen, zudem gibt es etliche Park-and-Ride-Plätze am Stadrand mit Anbindung an den ÖPNV. Oder sollen jetzt am Dynamostadion fünf Parkhäuser gebaut werden, weil an 17 Tagen im Jahr ein Heimspiel ist?

    ^ Selbst gewähltes Elend. Es gibt wohl kaum eine Gegend in Dresden, die verkehrstechnisch besser angebunden ist: etliche DVB-Busse und Bahnen halten hier, überregionale Busse, der HBF ist fußläufig erreichbar und Fernbusse ebenso, teilauto bietet mehrere Carsharing-Stationen. Wenn dann trotzdem fast jeder zweite Haushalt in der Südvorstadt meint, einen eigenen Pkw besitzen zu müssen, dann sollen sie zusehen, wo sie ihre Karren parken - so einfach ist das. Parkgebühren einführen, Anwohnerparken einführen, die Preisentwicklung fürs Parken an die Preisentwicklung im Nahverkehr koppeln: Schon reguliert sich der Autobestand von selbst. Solang dafür der politische Wille fehlt und die Verkehrswende von CDU, AfD, Zastrow und Co. torpediert wird, solang wird Dresden weiter mit Blechschüsseln verstopft sein.

    Dank Bundesfördermitteln gibts nun Geld für die Aufwertung des Bahnhofs. Nächstes Jahr sollen die Arbeiten beginnen. Der Eingangsbereich soll schöner werden: „Die Zugänge werden chic gemacht“, sagt Bahnhofsmanager Heiko Klaffenbach. Eine öffentliche Toilette und eine große Abfahrtsanzeige sind geplant, ebenso weitere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder. Ein Teil der Brückenbögen soll geöffnet werden, so entstehen rund 3000 m² Fläche – Mieter gibt es noch keine.