Beiträge von arnold

    Ich finde es gut, dass es am Getreidemarkt endlich losgeht und Bauaktivitäten starten - die gesamte Fläche ist der Innenstadt einer europäischen Großstadt überhaupt nicht angemessen. Schade finde ich aber, dass man sich hier architektonisch mit dem nun im Bau befindlichen Gebäude zufrieden gibt. Die "Mittelstandsmeile" zu Beginn der 2000er-Jahre nebenan hat doch gezeigt, dass es möglich ist, ein attraktives, durchmischtes und lebendiges Viertel zu bauen, dass immerhin eine gewisse architektonische Qualität besitzt, wenn man denn möchte. Stattdessen entsteht ein architektonisch anspruchsloser Wohnbau mit einem weiteren REWE im Erdgeschoss. Die generellen Planungen zum Getreidemarkt finde ich sehr gut - und erwarte mir hier auch die Maximallösung mit Rückbau des Plattenbaus zur Theaterstraße, Neubebauung und besserer Verbindung zum Rosenhof. Architektonisch steht und fällt aber alles mit dem nun im Bau befindlichen Gebäude.


    Warum wurde hier nicht die GGG verpflichtet? Warum nicht die "Mittelstandsmeile" weiter denken? Warum nicht mal einen hochwertigen Neubau, ein architektonisches Highlight, mit entsprechend teuren Wohnungen? Oder genau das Gegenteil: kleine Stadthäuser mit kleinen Gewerbeflächen im EG und Wohnungen darüber? Was jetzt entsteht ist im Grunde das schlechteste von beiden: ein Großblock, architektonische Stangenware in einer eh von Baukultur armen Innenstadt.


    Was mir an dem von Elli Kny gezeigten Stadtmodell gefällt, ist die Dichte, die die damalige Planung noch hatte. Tut der Innenstadt sehr gut. Allerdings wäre eine Quartiersentwicklung in dieser Form wohl in Chemnitz nicht möglich.


    Ich finde der Brunnen bereichert die Innenstadt und schafft - zumindest bei diesen Temperaturen - schon fast ein mediterranes Flair. Mir gefällt er sehr gut. Wenn sich jetzt die Gastor-Meile vielleicht noch vor in Richtung Markt (Peter Pane bald am Neumarkt; spricht mich zwar nicht an, aber wird den Markt weiter beleben) entwickelt, kann die Innenstadt nur davon profitieren. Das Argument, dass man die Innenstadt nicht weiter attraktiveren müsse, weil es in der Stadt noch viele Ecken gibt, die es dringender nötig haben, erschließt sich mir nicht. Ein attraktives Zentrum kommt der gesamten Stadt zu Gute.

    Das wäre doch eine schöne Idee für das Chemnitz2025-Nimm-Platz-Projekt, was seit ein paar Jahren regelmäßig zweimal im Jahr stattfindet. Vielleicht gemeinsam mit einer größeren Kunstinstallation am Platz oder so....

    Der Gebäudeteil zur Straße zu ist in gar keinem so schlechten Zustand - das Dach ist dicht, im OG wurden schon von einem früheren Eigentümer neue Fenster verbaut und im Gebäude sind sämtliche Zwischenwände entfernt. Es sind im Grunde große leere Hallen, die sich für eine Gewerbenutzung leicht aufteilen lassen. In schlechtem Zustand befindet sich der Verbindungstrakt, der das Hauptgebäude mit dem im 90° anliegenden Seitentrakt verbindet. Hier sind bereits die Decken durchgebrochen. Bei diesem Teil muss es sich meiner Meinung nach auch um den ältesten Bauteil handeln.


    Besonders schön: Im EG sowie im 1. OG sind offenbar noch alte Detail der Auto-Union vorhanden. Zum einen die hinerleuchtete Decke unter der die Autos präsentiert wurden (https://chemnitz-gestern-heute…hauptverwaltung-chemnitz/) und zum anderen das Direktorenzimmer mit den alten wunderschönen Holzvertäfelungen.

    Wie Tag24 berichtet, steht die ehemalige Auto-Union in der Scheffelstraße, nach dem Krieg als Krankenhaus genutzt und mittlerweile seit Jahrzehnten leerstehend, kurz vor einer Sanierung. Das Gebäude soll offenbar als Gewerbestandort entwickelt werden. https://www.tag24.de/chemnitz/…m-strassenwerbung-2530887


    Ich wünsche dem Projektträger viel Erfolg mit dem Projekt!
    Etwas schade finde ich, dass hier an dieser Stelle keine Wohnnutzung zugelassen werden kann. Von der Lage an sich keine unattraktive Wohnlage - direkt am Stadtpark mit guter Anbindung an den Südring bzw. an den ÖPNV der Stadt und zwei Schulen direkt am Gelände. Die gesamte Ecke dort könnte durchaus Wohnbau vertragen - vorausgesetzt man wird die ganzen kleinen Baracken und versiegelten Flächen dort in der Gegend los. Auch für benachbarte Villa von Otto Brückner wäre damit eine Nutzung wieder möglich. Eine Kombination aus nicht-störendem Gewerbe und Wohnnutzung - bspw. für mittelständisches Handwerk fände ich dort sehr schön. Dennoch: sehr schön, dass dort etwas passiert :)

    Wie die Freie Presse vor ein paar Tagen verkündete, gibt es wohl Pläne, aus der Zwickauer Straße eine Tempo 30 Zone zu machen, um dem Leerstand dort zu begegnen (https://www.freiepresse.de/che…r-strasse-artikel12274448). Zusätzlich soll ein Sanierungsgebiet im Bereich zwischen Kappler Drehe und Bahnstraße in Schönau ausgewiesen werden. Der Artikel befindet sich hinter der Bezahlschranke, deshalb kann ich den leider nicht lesen. Gestern meldete dann die Freie Presse (ebenfalls Bezahlartikel), dass es um das Sanierungsgebiet offenbar Streit gab und nun wohl doch nicht eingerichtet werden soll (https://www.freiepresse.de/che…hn-plaene-artikel12278057). Zudem seien durch die Tempo 30 Zone die Straßenbahnpläne nicht mehr durchsetzbar. Das verstehe ich nicht.


    Dazu meine Gedanken:

    1. Eine Tempo 30 Zone kann durchaus Sinn machen, jedoch ist die Geschwindigkeit der Fahrzeuge dort im genannten Bereich ab Kappler Drehe in Richtung stadtauswärts nicht das grundlegende Problem. Die Straße ist insbesondere nachts sehr gruselig - es fehlt in weiten Teilen der Straße an Beleuchtung. Auch der Straßenquerschnitt ist hier nicht wirklich attraktiv, es mangelt an Gestaltung und Gliederung im öffentlichen Raum. Meiner Meinung nach muss die ganze Straße dort anders gedacht werden: Tempo 30 Zone, Parktaschen an den Rändern mit Baumpflanzungen und Beleuchtung, Reduzierung der Spurbreiten und die Straßenbahn in Mittellage (ohne eigenen Gleiskörper). Es gibt für den überregionalen IV keinen Grund dort langzufahrend - dazu existiert die Neefestraße. Die Zwickauer Straße sollte als reine Quartiersstraße (wie die Zietenstraße) gedacht werden. Für mich persönlich besitzt die Zwickauer Straße ein unfassbar großes Potential.


    2. Ein Sanierungsgebiet ist dort natürlich notwendig. Mich würde der Grund für den Streit interessieren, der offenbar zum Aus für das Sanierungsgebiet geführt hat. Im Sanierungsgebiet sind neben der Sanierungsförderung auch Neubauten im Bestand förderfähig. Hier sehe ich - nach der Verkehrslösung als erstem Schritt, die ja aber zu Beginn auch mal temporär sein kann - die GGG als Akteur zur Nachverdichtung in gewissen Bereichen. Zur Nachverdichtung und Nutzung der vorhandenen Potentiale gibt es eine super schöne Studie zur Entwicklung der Zwickauer Straße mit einer Abfolge von Sanierungen, Neubauten und Grünflächen, sogenannten Pocket-Parks. Hier die Vorstudie: https://www.chemnitz.de/chemni…auerstr_praesentation.pdf

    Im Grunde liefert die Studie schon so viele tolle Ideen. Hier wäre es notwendig langsam mal zu beginnen und nicht wieder beim Urschleim zu beginnen... Offenbar ist es aber so, dass die Stadträte von CDU, AFD und rund um den Neonazi Kohlmann kein Interesse an der Entwicklung dieser für Chemnitz und für die Identität der Stadt wichtige Magistrale haben.


    3. Warum eine Tempo 30 Zone die Straßenbahnpläne durchkreuz erschließt sich mir nicht. Ich kenne allein in Wien hinderte Tempo 30 Zonen, in der trotzdem Straßenbahnen fahren. Hier werden Argumente vorgeschoben am am Status Quo nichts ändern zu müssen. Das ist feige.

    Ich war erst kürzlich an der Kirche und finde die Sanierung sehr gelungen. Auch die Nutzung des Gebäudes macht durchaus Sinn.


    ^ Welche weiteren Beispiele für 'ruins worshipping architecture' fallen dir denn in DD noch ein?

    ^ Da reden wir wohl über unterschiedliche Infrastrukturen. Ich hätte mich konkreter ausdrücken sollen. Bezogen auf die reine Verkehrsinfrastruktur Straße bzw. IV ist Chemnitz überdimensioniert. Ich kenne keine vergleichbar große Stadt (bezogen auf die EW-Zahl > Halle/ Wiesbaden/ Freiburg i. B./ evtl. noch Lübeck und Augsburg), die so viel Platz für den IV bereitstellt (1.437 ha laut https://www.chemnitz.de/chemni…nloads/jahrbuch_19_20.pdf) - also nur in Form von Straßen und Parkplätzen. Da sind noch keine Flächen beinhaltet, die der ÖPNV nutzt. Das ist schon recht massiv. Da sehe ich auch in Zukunft nicht den enormen Bedarf. Neue Verkehrs- bzw. Mobilitätslösungen lassen sich ohne Probleme auf den vorhanden Flächen realisieren. Großstädte mit deutlich dichteren Strukturen - meine Wahlheimat Wien beispielsweise - schaffen es ja auch ohne diese enormen Verkehrsflächen, einen hervorragenden öffentlichen Nahverkehr bzw. Mobilitätslösungen anzubieten.


    Ich habe mich bei der Infrastruktur - bezogen auf die oben erwähnte Kulturhauptstadt - eher auf weiche Faktoren bezogen, die auch für Besucher der Kuha von Bedeutung sein werden - Leitsysteme, Banken und Geldautomaten, Restaurants und Bars, Bus- und Bahnverbindungen in die Region, etc. Konkrete Beispiele vom Kosmos-Festival: aufgrund fehlender gastronomischer Einrichtungen im Bereich Brühl-Schillerplatz-StraNa musste man bei den Food-Trucks im Park knapp eine Stunde anstehen. Alle Geldautomaten in der Nähe (inkl. Innenstadt) hatten kein Geld mehr, Kartenzahlung war aber auch kaum irgendwo möglich. Hinzu kam der Ausfall des Mobilfunknetzes aufgrund der vielen Besucher. Eine Großstadt sollte aber 50.000+ Besucher aushalten können, ohne drohende Netzausfälle. Das sind auch Dinge, die meiner Meinung nach für den Erfolg der Kulturhauptstadt von großer Bedeutung sind. Das Kosmos-Festival war wirklich super - meine Freunde aus Österreich und ich waren aber von diesen Dingen dann doch recht genervt. Genervte Touristen sollte man aber definitiv nicht zurücklassen.

    Man hat am Wochenende zum Kosmos Festivals

    mit ca. 50.000 Besuchern schon gemerkt, dass die Stadt so vielen Besuchern gleichzeitig kaum gewachsen ist. Das Kosmos war wunderschön, aber es hat an allen Enden und Ecken gekracht.

    Was sagt denn die Dresdner Bauordnung zu straßenseitigen Balkonen? Hätte man die Seiten getauscht und die Balkone zur Straße ausgerichtet wäre es okay. So ist es in der Tat eine Katastrophe...

    Um ehrlich zu sein wünsche ich mir an den Parkhäusern der Innenstadt möglichst keine Investitionen in der Hoffnung, dass diese dann irgendwann mal einer passenden Innenstadt-Nutzung weichen... Ich bin immer wieder von der sehr geringen Auslastung der Innenstadt-Parkhäuser fasziniert und frage mich, wie die sich überhaupt rentieren.


    Gerade im Hinblick auf die Kulturhauptstadt könnte ich mir zum Beispiel am Parkhaus an der Theaterstraße eine intensive Begrünung des letzten und immer leeren Parkdecks vorstellen. Als eine Art Dachgarten mit Veranstaltungen mit Blick auf die Innenstadt bzw. als mögliche Interventionsfläche neben dem Stadthallenpark.

    ^ Wien - ich lebe seit ca. 9 Jahren parallel in Wien und Chemnitz - hat eine ganz andere Ausgangslage: die Stadt hat kaum Kriegszerstörungen, funktioniert in ihren Strukturen, hat keine großen Brüche seit dem Ende des Kaiserreiches erlebt. Die Stadt ist enorm dicht besiedelt (4.660 EW pro km2) in einer dann doch sehr kompakten Form und wächst noch dazu überaus rasant. Chemnitz hat quasi nichts davon: massive Kriegszerstörungen, starker Umbau der Stadtstruktur zu DDR-Zeiten, Brüche sind der Stadt im Grunde überall anzusehen, eine sehr geringe Bevölkerungsdichte (1.120 EW km2) und im Grunde seit der politischen Wende schrumpfend.


    Was in Wien hervorragend funktioniert ist die soziale Mischung seiner Bevölkerung - genau das was in Chemnitz nicht funktioniert. Es gibt die Dachgeschoss-Wohnung mit großer Dachterrase für 10.000 Euro pro Quadratmeter direkt neben dem Gemeindebau mit subventioniertem Wohnraum. In Chemnitz fehlt genau dieser teure Wohnungsmarkt. Grund für die günstigen Durchschnittsmieten in Wien sind die vielen Gemeindebaubauwohnungen der Stadt, die dann die ortsübliche Miete als Bemessungsgrundlage entsprechend niedrig halten. Trotzdem findet man in der Stadt Mietwohnungen für mehrere Tausend Euro pro Monat. Das Angebot an Wohnraum und die Mietpreise selbst sind sehr stark differenziert.

    Warum man im Chemnitz-Forum für Abrisse von Plattenbauriegeln plädiert und die Möglichkeiten der Stadtplanung, mit denen man auch ohne schnelle Umsetzung diesen gewünschten Zustand langfristig anstreben kann, richtigerweise formuliert, in Dresden aber Realitäten nicht änderbar sein sollen, würde ich gerne verstehen.


    Die Zeilenbauten haben den Vorteil, dass sie bzgl. Traufhöhe und Bauart gut nachverdichtet werden können, um sich einer geschlossenen Blockrandbebauung der Vorstädte wieder anzunähern, und bei anstehenden Sanierungen auch Umbau- oder Abrissentscheidungen getroffen werden können. Allein dieser Zielzustand müsste in Bebauungsplänen und Gestaltungssatzungen formuliert werden. So könnte sich statt eines radikalen Komplettumbaus langsam wieder ein dichter urbaner Stadtteil entwickeln, in den sich auch die Großbauten am Postplatz einfügen könnten.

    Auf den ersten Abschnitt bezogen: Chemnitz hat einen Wohnungs-Leerstand von knapp 17 Prozent, das entspricht einem Überhang an leeren Wohnungen von rund 25.000. Hinzu kommt, dass Chemnitz nach wenigen Jahren der Stagnation wieder Einwohner verliert, rund 1.000 Pro Jahr. Dresden hat diesen Leerstand und Überhang nicht und Dresden wächst. Deswegen kann ich in Chemnitz den Rückbau von Plattenbauten fordern - zugunsten der gewachsenen Strukturen, die in Chemnitz nach wie vor bedroht sind. Komplett andere Grundlagen.


    Im zweiten Abschnitt sind wir uns eh einig: Rückbau wird hier nicht funktionieren, ein Umbau der Siedlungen hin zu Blockrändern wäre möglich und würde ich sehr begrüßen. Leider - und auch das ist eine Realität - ist dazu der Flächendruck in DD noch zu gering und Preise für Bauland in der Gesamtstadt noch zu günstig. Bis es sich für Investoren lohnt in funktionierende Wohngebiete (ja, das Wohngebiet funktioniert für die Menschen die dort leben) wird noch viel Wasser die Elbe entlang fließen. Hinzu kommen neue Wohngebiet in peripheren Lagen der Stadt - Fehlplanungen der letzten Jahrzehnte.

    Wenn man die restlichen knapp 500.000 m² Zeilen-und-Plattenbau-Wüste ignoriert und nur die Schweriner Straße als "die Wilsdruffer Vorstadt" betrachtet, stimmt das schon. Wirklich eine sehr schöne "Vorstadt", mit so wenig Nutzen für Nichtanwohner, ohne historische Tiefe und ohne angemessenen Beitrag zum Stadtbild.

    Die restliche "Zeilenbau-Wüste" (Plattenbauten sind meiner Kenntnis nach nur sehr vereinzelt in der Wilsdruffer Vorstadt vertreten) wird man nicht loswerden können. Ein Rückbau ist in Zeiten von knappem und immer teurer werdendem Wohnraum illusorisch und wird weder politisch noch gesellschaftlich durchsetzbar sein. Das Stück Wilsdruffer Vorstadt, auf das ich mich in meinem Beitrag bezogen habe, hatte Flächenpotentiale, die meiner Meinung nach gut genutzt wurden. Historische Tiefe bietet die Innenstadt im Übrigen auch nicht wirklich. Ein Großteil der Gebäude in der Innenstadt ist jünger als die Zeilen, die du oben ansprichst.


    Versteh mich nicht falsch - ich würde mir von Herzen einen radikalen Umbau der öden und langweiligen Zeilen-Siedlungen zu Gunsten einer dichten Blockrandbebauung wünschen - mit Mischnutzungen und herausragenden Solitären als Ankerpunkte. In Anbetracht der Realitäten, die wir nicht ändern werden können und die wir anerkennen müssen, ist aber die Entwicklung um die Schweriner Straße durchaus gelungen.

    Stimmt so nicht ganz: über Bebauungs- bzw. Flächennutzungspläne kann die Stadt quasi eine Nutzung der Flurstücke vorschreiben und eine Bebauung verhindern bzw. eine gewisse Bebauung vorschreiben. Kombiniert mit einem Flächentausch würden auch die Eigentümer der Flurstücke nicht leer ausgehen. Wenn man das dann sogar noch so aufzieht, dass an den Flächentausch auch tatsächlich eine Bebauung gebunden wird, könnte man recht "schnell" (Stadtplanung besteht aus zahlreichen langwierigen Prozesse) für Lückenschluss in der direkten Umgebung sorgen. Davon abgesehen ist auch der Bodenpreis (Stand 2022) mit 125 Euro/m2 (Boris.Sachsen) nicht so enorm. Anfang der 90er war der Wert sicher um einiges niedriger ;) Heute kommt man an die Flächen eh nicht mehr ran. Deswegen hatte ich es ja auch als Off-Topic deklariert ;)

    Gerade das erste Bild zeigt, dass hier - entgegen der immer wieder starken Kritik am Postplatz - ein attraktiver und für Dresdner Verhältnisse dichter Stadtraum entstanden ist. Sowohl architektonisch als auch städtebaulich finde ich es durchaus gelungen. Wenn man es jetzt noch schafft, in Zukunft die Ecken der Zeilenbebauung zwischen Schweriner Straße und Grüne Straße zu schließen, ist die Wilsdruffer Vorstadt auch als Vorstadt wieder erlebbar.

    Schön, dass da investiert wird. Städtebaulich ist aber die Situation eine komplette Katastrophe. Neben den (leerstehenden) Bürogebäuden empfinde ich insbesondere den Plattenbau entlang der Dresdner Straße als großes Problem. Dieser verbannt die Jägerstraße in den Hinterhof, was maßgeblich zur tristen Situation beiträgt. Logische und richtige Konsequenz (GGG!) wäre es gewesen, diese Plattenbauzeile zurückzubauen und die beiden Ecken (Dresdner Straße/Jägerstraße) mit Neubauten zu schließen. Entstanden wäre ein kleiner Stadtplatz an der Dresdner Straße.

    ^ Was ist das denn bitte? Ernsthaft? Ich freue mich eigentlich über nahezu jeden Lückenschluss, geben diese doch der Stadt die dringend benötigte Dichte wieder. Aber das ist ja absurd!


    Etwas Off-Topic, aber aus meiner Sicht ein weiteres Zeichen für die mangelnde Weitsicht der Chemnitzer Planung als Chemnitzer Tradition: Gerade dieses Karree (Claus-/Dürer-/Kant-/Charlottenstraße) hätte sich damals in den 90er- Jahren perfekt als Stadtteilpark zur Aufwertung des gesamten Stadtteils angeboten (evtl. sogar in Kombination mit dem südlichen Karree). Das Karree ist quasi leer - den Neubau des Pflege- bzw. Altenheims hätte man gemeinsam mit dem zweiten Heim im Karree nördlich davon (Claus-/Bernhardstraße) "clustern" können. Die Industriebrache hätte gemeinsam mit dem Eigenheim in einen Stadtteilpark integrieren bzw. zurückgebaut werden können. Gerade in dem Teil der Stadt gibt es keine öffentliche Grünfläche, dabei stimmen die Lagemerkmale dieser Gegend eigentlich... Kombiniert mit ein paar Neubauten um Lücken zu schließen (GGG!) wäre dies ein attraktiver Stadtteil.

    Die Wandererwerke sind in Privatbesitz und sicher nicht günstig. Sofern der Eigentümer die Werke der Stadt bzw. der Kulturhauptstadt GmbH nicht zu günstigen Konditionen überlässt, wird man an die leider nicht rankommen. So verhält es sich übrigens mit fast allen Industrieruinen in der Stadt. Das Straßenbahndepot gehört (höchstwahrscheinlich) der Stadt bzw. ihren Verkehrsbetrieben… noch drei Jahre sind ja auch nicht mehr so viel Zeit um hier erst groß die Eigentumsverhältnisse zu klären. Ich kann mir aber vorstellen, dass aus einem vernünftigen Konzept zum Straßenbahndepot bzw. zum generellen Umgang mit der Zwickauer Straße in Zukunft auch die Eigentümer Anreize finden, in ihre Ruinen zu investieren.