Dresden: Postplatz - Planung und Bebauung

  • Dresden: Postplatz - Planung und Bebauung


    Der ganze Artikel: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=594287


    Bauliche Details finden im Artikel leider keine Erwähnung, um so interessanter sind die Photos vom Modell:


    http://www.sz-online.de/nachri…asp?artikel=594287&bild=1


    http://www.sz-online.de/nachri…asp?artikel=594287&bild=2


    http://www.sz-online.de/nachri…asp?artikel=594287&bild=3


    http://www.sz-online.de/nachri…asp?artikel=594287&bild=4


    http://www.sz-online.de/nachri…asp?artikel=594287&bild=5


    http://www.sz-online.de/nachri…asp?artikel=594287&bild=6

  • Sehr schön, daß sich auf dem Postplatz etwas tut. Er ist zur Zeit wirklich eine unansehnliche Brachfläche.


    Was mir besonders gefällt, ist daß der Blick vom Altmarkt durch die Wilsdruffer Straße zum Postplatz durch die neue Haltestelle etwas Halt findet. Das deprimierende an Dresden ist ja, daß kein städtisches Gefühl aufkommt, weil man überall ins Leere schaut. Jede Straße scheint spätestens nach zwei, drei Häuserblocks auf einer kahlen Fläche zu enden, so daß man nirgends das Gefühl bekommt, mitten in der Stadt zu sein. Irgendwie steht man immer scheinbar am Rand.

  • :applaus: Vom Modell her scheint das Projekt ja echt was herzumachen. :confused: Aber wie sieht es jetzt dort aus? :confused: Als ich in Dresden war ist mir die Ecke gar nicht aufgefallen. Daher wäre ich für Bilder vom derzeitigen Zustand echt dankbar. :lach:

  • Zuerst mal ein älteres Bild der Baustelle Wilsdruffer Kubus, welches einen Teil der neuen Zentralhaltestelle zeigt aber nicht den prägenden Zentralpylone. Der Blick geht aus der nun hier verengten Wilsdruffer Straße Richtung Postplatz. Links in der Wallstraße befinden sich die zwei Bahnsteige für die andere Richtung.
    Damit ist die sogenannte Zentralhaltestelle eigentlich gar nicht mehr zentral auf dem Postplatz gelegen, sondern umarmt quasi das Linde-Haus.



    Jetzt meine Bitte, kann man nicht diesen Thread in "Postplatz-Bebauung" umbenennen, da die Zenralhaltestelle nur einen Teil darstellt und der Thread nur zu diesem Thema nicht so viel hergibt. Am Postplatz gibt es neben dem Wilsdruffer Kubus auch noch den Abriss des Linde Hauses und nachfolgend die Erweiterung der Altmarktgalerie. Weitere Projekte sind in Planung.
    Im News-Thread würden die Einzelprojekte zu sehr untergehen.


    Mit dem Abriss des Linde-Hauses wurde begonnen. Es ist wohl aber erstmal nur ein Teilabriss für Baugrunduntersuchungen oder Ausgrabungen.



    Der Wilsdruffer Kubus ist fast fertig. Wenn man die vertikale Strukturierung der Fenster für das gesamte Gebäude gewählt hätte, könnte man mit dem Ergebnis eigentlich fast zufrieden sein. Besser als erwartet finde ich es allemal.
    Von der Wilsdruffer Straße aus gesehen gefallen die Arkaden, welche die Arkaden des Quartier M aufnehmen und hier weiter zur Straße hin versetzt fortführen. (Btw, solche Arkaden hätte ich mir auch für den Erweiterungsbau der Altmarktgalerie an der Wilsdruffer Straße als Fortführung der Altmarkt-Arkaden gewünscht. Siehe dazu hier den für die Wilsdruffer Straße verheerenden Entwurf: http://www.deutsches-architekt…php?p=181913&postcount=74 , dankenswerterweise von Samuel verlinkt)



    Vom Postplatz aus gesehen ergibt sich ein neuer Durchgang:




    Im Lückenbau zum Quartier M hin eröffnet demnächst ein Currywurst-Bräter, so wie sie jetzt überall in Mode kommen, seit "best worscht in town" Frankfurt in allen Fernsehsendern lief und sich nun entschlossen hat bundesweit Filialen zu öffnen. Das Konzept wird inzwischen überall mehr oder weniger gut kopiert.


  • Danke für das sehr umfangreiche Update. Den Titel habe ich dementsprechend abgeändert. Was den Wilsdruffer Kubus angeht (was'n bescheuerter Name, wenn auch passend), so will der mir überhaupt nicht gefallen. Dieses Gebäude ist so originell wie ein Bürohaus hinter 'ner Autobahnausfahrt. Die Arkaden entlang der Wilsdruffer Straße sind das einzige, was ich evtl. als annehmbar bezeichnen könnte, wenn sie fertiggestellt sind. Aber wie's drüber ausschaut, ist einfach nur zum Weglaufen, genau wie die ganze Front zum Postplatz hin.

  • Erweiterung der Altmarktgalerie

    Wie die Sächsische Zeitung am 29.11.2008 berichtete startet die ECE nun Anfang 2009 den Bau der Altmarktgalerieerweiterung. Begonnen wird mit dem Abriss des Linde-Hauses und dem Abriss des Anbaus an das sogenannte Intecta-Haus am Altmarkt.
    Ende März, Anfang April startet der Aushub der Baugrube und Juni/Juli 2009 beginnt dann der Hochbau. Da Zu- und Abfahrtswege für die Baugeräte nur eingeschränkt zur Verfügung stehen, könnte sich die Fertigstellung von ursprünglich geplant Herbst 2010 auf Frühjahr 2011 verzögern. Die neue Zentralhaltestelle sehe ich hier als ein recht großes Hindernis.
    Geplantes Investvolumen sind 150 Millionen Euro für 18000 Quadratmeter Verkaufsfläche in 90 zusätzlichen Läden.
    Der Entwurf wurde Gott sei Dank nochmal von Manfred Schomers und Andreas Teigeler überarbeitet.


    So der alte Entwurf: http://www.deutsches-architekt…php?p=181913&postcount=74
    Und so der neue Entwurf am Ende dieser Seite: http://www.das-neue-dresden.de/altmarkt-galerie.html


    Auch wenn auf den ersten Blick die Unterschiede nur marginal erscheinen, so wurde doch der neue Entwurf zur Wilsdruffer Straße weiter geöffnet. Das war die Hauptschwäche des vorherigen Entwurfes. Die Läden sollen nun separate Eingänge zur Wilsdruffer hin bekommen. Ob es sich an dem Modell um Arkaden handelt ist leider nicht auf dem Bild des Modells zu erkennen. Wenn sie die um die Ecke vom Altmarkt herumgezogen hätten und bis zum Postplatz durchgezogen, dann wären sie meine Helden ;). Ich hoffe ich kann Zeit finden für einen Besuch im technischen Rathaus, um mir das Modell anzusehen. Es sollen wohl zwölf weitere Eingänge in die Altmarktgalerie entstehen.
    Das Intecta-Haus wurde ebenfalls gekauft und soll umgebaut werden. Bevorzugt soll es wohl Gastronomie enthalten und den Eckeingang aus Richtung Kulturpalast bilden.

  • Hier Fotos der Zentralhaltestelle aus der Ferne und im Halbdunkel:




    Ausgrabungen hinter dem Linde-Haus zur Vorbereitung der Altmarkt-Galerie-Erweiterung. Rechts die Altmarktgalerie und hinten quer die Bebauung am Altmarkt aus den 50-er Jahren von der Rückseite:



    Bilder von mir

  • Dennoch kann ich nicht nachvollziehen, wie sie in Dresden einerseits penibel und mit ausgeprägtem Historismus den Neumarkt wieder hochziehen und gleichzeitig erlauben können, dass die restliche Stadt mit einem hässlichen Würfel nach dem anderen zugestellt wird, die man in ein paar Jahren nicht mehr von den DDR-Platten unterscheiden können wird. Ich verstehe zu gut, dass man diese furchtbaren Freiflächen weghaben will - sie sind auch für mein ästhetisches Innenstadtauge der größte Feind - aber ich finde, nicht um jeden Preis. Und außerdem hat man in Leipzig gezeigt, dass es geht, auch wenn man da meist nur Lücken füllen musste, was durchaus einfacher war. Dennoch, Städtebau in DD bleibt für mich widersprüchlich - und, mal subjektiv, nicht schön. Schade!
    PS. Mal ganz abgesehen von der ganzen Diskussion, finde ich die Waldschlösschenbrücke ebenfalls vor allem nur hässlich und grobmotorisch.

  • ^^^Wenn auch etwas vereinfacht ausgedrückt, kann ich Deine Meinung ganz gut nachvollziehen. Als Kaufhausarchitektur sind diese Würfel im Zweifel ja noch akzeptabel. Man hat es allerdings versäumt gewisse Vorgaben aus stadtplanerischer Sicht zu machen. Dazu gehört eben auch eine belebte Erdgeschoßzone zu fordern. Mir fallen auf Anhieb die Gassen zwischen Karstadt und P&C und zwischen P&C und Wöhrl und die Gasse bei C&A ein, wo man es geschafft hat ein Minimum an Eingängen zu platzieren. Somit ergeben sich unbelebte Zonen. Ich würde hier sogar von Angsträumen in der Innenstadt sprechen. Gleiches wiederholt sich nun beim Wilsdruffer Kubus, wo man es versäumt hat, der neuen Wegebeziehung zwischen Postplatz und Quartier M, ich nenne es mal Passage, Leben einzuhauchen. Es gibt in dieser Passage keine Eingänge ins Kundenzentrum der DVB und ins Cafe oder Reisebüro. Das Aussehen wird weitgehend von weißen Putzwänden bestimmt. Es öffnet sich ein Innenhof mit Robotron-Büroblock-Atmosphäre.
    Diese Lieb- oder auch Gedankenlosigkeit sowie fehlende Kreativität in der Stadtplanung geht einher mit einer gewissen Trotzigkeit, sich nicht von außen vorschreiben zu lassen, wie man eine Stadt gestaltet, wenn Rat von außerhalb angeboten oder gegeben wird. Ich sage nur "Tallage".
    Gepaart mit dem Gefühl nun alles nachholen zu müssen, was man jahrzehntelang scheinbar vorenthalten bekommen hat, entstehen dann solche Bauwerke wie die Waldschlösschenbrücke, A17-Zubringer an der TU oder auch wie seit neuestem der Aldi Markt angrenzend an die Elbterasse Laubegast im schönsten Naherholungsgebiet.
    So schön es zu beobachten ist, daß inzwischen ein Großteil der Straßen in Ordnung gebracht wurde, so war das doch gepaart mit einer massiven Rodung des gewachsenen Baumbestandes an diesen Straßen. Fuhr man früher durch eine grüne Stadt, so präsentieren sich inzwischen viele Straßen kahl. Zwar verweist man immer gern auf Ersatzpflanzungen, diese können allerdings in Zahl und final möglicher Größe nie mit dem ursprünglichen Baumbestand mithalten. Man hat fast das Gefühl, daß es heute technisch nicht mehr möglich ist eine Straße zeitgemäß instandzusetzen bei Erhalt des bisherigen Baumbestandes.
    So bewegt sich Städtebau in Dresden irgendwie immer zwischen der "Fortschritt um jeden Preis"- und "Hauptsache überhaupt was Bauen"-Fraktion und der Fraktion, welche ihr Dresden vor 1945 bis ins letzte Detail wiederhaben will. Es scheint immer nur eine Lösung im Sinne einer der beiden Fraktionen zu geben. Selten gibt es einen Kompromiss oder eine Lösung mit der beide Seiten leben können. Daher rühren auch diese endlosen Diskussionen um scheinbar auch kleinste Bauprojekte. Der gesunde Menschenverstand wird oft durch Argumente ersetzt, welche sich aus der Zugehörigkeit zu einem der beiden Lager ergeben und dem Gefühl diese sich daraus ergebende Position unbedingt durchsetzen zu müssen.
    Als aufgewachsener Ex-Dresdner glaube ich mir diese aus eigenem Erleben entstandene Meinung erlauben und hier äußern zu dürfen.
    Sorry wenn ich hier etwas verallgemeinert habe. Aber bei dieser Diskussion weiter ins Detail zu gehen würde den Rahmen dieses Forums sprengen. Den Rahmen dieses Threads hats ja nun schon gesprengt.

  • Ich stimme Dir in jeder Hinsicht zu, Torsten. Ich habe ein Jahr in Dresden verbracht und wenn man sich wirklich intensiv mit der dortigen Städtebaupolitik und den Meinungslagern auseinandersetzt, erkennt man, wie weit sich Dresden von seinem Vorkriegszustand entfernt hat: Von einer Stadt mit großem Kultur- und Bildungsbürgertum und einer Widerspiegelung dieser Struktur im Stadtbild kann man leider nur noch träumen.

  • Naja, und mit Leuten die die Synagoge, m.E. einer der wenigen wirklich gelungenen Neubauten, in breiter Mehrheit als 'Bunker' beschimpfen und sie am liebsten wieder abreißen wollen. Ansonsten komplett deiner Meinung.

  • Zwingerforum am Postplatz


    Aktuelle Aufnahmen von dem TLG-Neubau am Postplatz. Das Billighotel Motel One ist bereits eröffnet. Es hätte deutlich schöner, aber auch schlimmer kommen können! In meinen Augen ist die Baumasse zu ungegliedert, groß und blockhaft. Ebenfalls gefällt mir nicht, dass die Autos in einer Fußgängerzone durch Hotel und zwischen Tischen und Stühlen hindurch geführt werden (Bild 5).










  • Postplatz nochmals im Blick






    am ehem. fernmeldeamt wurde nun der bauzaun wieder entfernt. aktuell wurde bekannt, dass derzeit nur ein nutzungsgutachten für das telekom-gebäude erstellt wird, aber nichts geplant ist. auch von der benachbarten ruine des einstigen telegrafenamtes gibt es noch keine neuigkeiten.

    alle fotos von mir

  • Ein einziger Graus. Man fragt sich, warum man die sozialistische Ödnis nicht einfach gelassen hat. Die sah genau so aus, nur weniger ordentlich. Und letzteres scheint in DD ja oberstes und einziges Gebot zu sein. Dann doch lieber rekonstruieren oder auf eine neue Generation mit mehr Weitblick warten.

  • bin auch gestern dran vorbei gekommen. ;-)


    ein paar Infos von mir:


    Der Motel-One-Neubau mag von außen aus mehreren Perspektiven hässlich sein, den Platz zerschneiden, usw. (man hört darüber sehr vieles. Tatsächlich ist es aber von drinnen erstaunlich toll. Wir saßen unlängst zum Kaffee in der Lobby einfach so und haben uns plötzlich über diesen "urbanen" Touch gefreut. Man schaut also gern von drinnen besser raus. :-) Die Lobby ist übrigens gar nicht schlecht designed.


    Das alte DVB-Kartenhäuschen wurde von der Dresdner Kaffee-Manufaktur renoviert und zu einem Café umgestaltet, welches "immer" voll ist. Wer guten Kaffee trinken will, den stört auch nicht die vorbeirauschende Tram. :-)


    Das Kronentor des Zwingers ist fertig restauriert (siehe auch hier das Foto), sieht unschlagbar eindrucksvoll aus.















    Bilder von mir fotografiert, http://jessepinkmandresden.tumblr.com

  • Im Stadtgespräch gab es ja eine kleine Diskussion über den Postplatz.
    Dass das neue Gebäude nicht unbedingt das Gelbe vom Ei ist, ist ja nicht zu leugnen. Wenn's nur von außen so aussehen würde wie drinnen! Bezüglich Steinwüste hat man sich ja schon ein bisschen mit großen Blumenkästen Mühe gegeben. Dass so eine große Fläche mitten in der Stadt existiert, liegt denke ich wohl eher an der Denkweise der DDR bezüglich Architektur: Große weite Flächen und eher monumentale öffentliche Gebäude. Ist ja nicht unbedingt schlecht, wird jetzt allerdings zum Problem, wo jeder Platz gebraucht wird.
    Leider werden dann manche Stellen mit solchen Prachtbauten wie dem Motel One zugebombt. Mal sehen ob in Zukunft das vllt besser wird und nicht mehr solche Ausrutscher passieren.

  • Ich weiß bis heute noch nicht, ob ich den Neubau des Motel One gut oder schlecht finden soll. Ich glaube, die starke Kritik im Vorfeld hat wieder einmal dazu geführt, dass das Gebäude im Endeffekt reichlich banal daherkommt.
    Die leicht abgeschrägten Wandelemente zwischen den Fenstern kommen bei der Massivität des Bauvolumens überhaupt nicht zur Geltung. Da hätte man viel expressiver mit dem Relief arbeiten müssen. Außerdem wird durch diese Fassadengestaltung die Horizontale zu stark betont. Gerade bei dieser Länge des Gebäudes hätte man eher vertikal betonen sollen.
    Ich liebe Backsteinarchitektur, finde die Wahl von Backstein am Postplatz aber völlig unangebracht. Und einen Punkt möchte ich noch zu dem Schriftzug loswerden, der einmal das gesamte Dach umrundet. Eine gute Freundin erwähnte mal, dass sie es äußerst dreist findet, dass man mit diesem Schriftzug den weiter westlich liegenden Schriftzug "Dresden grüßt seine Gäste" (DER Blickfang in der Freiberger Straße) so billig imitiert. Der Spruch ist natürlich ein anderer, aber ihr Argument hat mich überzeugt.
    Städtebaulich hatte ich die Entscheidung für diesen Riegel immer als positiv angesehen. Der Postplatz wird dadurch stark gefasst und ist somit auch besser als Platz zu erkennen. Die Gestaltung des Platzes allerdings ist nicht ausreichend. Ich sollte eher von Bespielung als von Gestaltung sprechen.
    Für den normalen Bürger gibt es doch überhaupt keine Möglichkeiten sich hier aufzuhalten oder zu verweilen. Die Blumenbeete mögen ganz nett sein, sind aber auch nur die Fliegen, die der Teufel in der Not gegessen hat. ;)
    Hier müssen richtige Beete hin, die den Platz von den Schienen der Straßenbahn trennen. Büsche und Bäume fehlen, die auch intimere Bereiche auf dem Platz herstellen. Und wo sind Sitzmöglichkeiten?
    Und das Wasserspiel hat sich mal jemand ausgedacht, aber die Nutzung im öffentlichen Raum ist gründlich daneben gegangen.


    Ich finde, dass der Platz in den Augen vieler gescheitert ist, liegt weniger an den Gebäuden, die errichtet worden sind, als vielmehr an der eigentlichen Gestaltung, die überdenkt werden muss. (Das gleiche Problem hat ja auch der Altmarkt.)


    Auch bei dem Gebäude der Telekom würde ich nicht zu schnell auf Abriss plädieren. Ich finde diese Brutal-Architektur recht interessant und viel angenehmer als sein langweiliger, westlicher Nachbar. Außerdem sollte man die Fläche in Richtung Osten bebauen. Dadurch würde das Telekom-Objekt eh in den Hintergrund treten. Eine Gesamtplanung ist in dieser Hinsicht dennoch unheimlich wichtig.


    Und obwohl ich Rekonstruktionen immer sehr differenziert betrachte, halte ich das von Elli Kny weiter oben erwähnte Telegrafenamt in der Annenstraße für eines der wichtigsten Objekte, die wiederaufgebaut werden sollten. Das Wort sagt es ja schon. Es wäre ein Wiederaufbau und keine Rekonstruktion, da hier noch die Mauern des Erdgeschosses vorhanden sind sowie zwei große rückwertige Seitenflügel. Das Gebäude könnte so auch den Auftakt geben in das Gebiet um die Annenkirche.


    Übrigens habe ich gehört, dass bald zwischen Marienstraße und Wallstraße gebaut werden soll. Hat da jemand mehr Informationen?

  • die dresdner innenstadt ist historisch durch ihre 4 großen stadtplätze in unterschiedlicher charakteristika geprägt, ein bezug zur ddr ist keinesfalls gegeben.


    das baufeld MK9 (wallstrasse) wird ein paar meter verschoben um eine platanenreihe beizubehalten (sicherlich streitbar, aber ok) sowie infolge der gleichzeitigen entscheidung, auf den schürmannschen wassergraben zu verzichten (auch streitbar). einerseits ist die baumreihe tatsächlich von besonderer bedeutung für die wahrnehmung der wallstrasse am postplatz. ohne diese würde tatsächlich der steinwüste vorschub geleistet werden. andererseits stand die wirkung dieses wassergrabens in dieser umgebung ernsthaft in frage. es hätte vermutlich nur lächerlich ausgesehen und kaum die beabsichtigte funktion erfüllt. daher wurde wohl letztlich alles bis ins detail abgewogen und eine entscheidung gefällt. da es eine mehrreihige baumallee am dortigen "altstadtring" geben wird, kann eine ähnliche gute wirkung erzielt werden, die dem schlichten umfeld eher bzw. auch gerecht wird.
    das große baufeld des MK9 direkt am postplatz wird auch bereits als büro- und geschäftshaus beplant und setzt einen weiteren baustein des schürmann-plans um, auch mit ein paar metern verschiebung. diese platzfront wird entscheidend für den postplatz. für die hinteren baufelder entlang der wallstrasse musste durch eine b-plan-änderung eine wohnnutzung ermöglicht werden, da es dafür investoren gibt und für alles andere nicht. das südliche kleine baufeld des mk9 wird ab frühjahr 2014 durch die baywobau mit einem wohn- und geschäftshaus mit 7 etagen bebaut.
    das baufeld MK3 hinterm schauspielhaus stand nun auf der expo-real-messe zum verkauf. ebenso steht die quartiersfläche MK4 hinterm Zwingerforum durch die TLG zum verkauf.


    all das lässt erkennen: es kommt bewegung in die postplatzbebauung, das ist ein gutes zeichen. wie der platz letztlich aufgenommen wird hängt entscheidend von der qualität der nun kommenden neubauten ab, besonders der platzfronten. die nutzungsfindung und ausbildung für all die erdgeschosszonen könnte sich als schwierig erweisen.


    was die "steinwüste" der pflasterfläche betrifft muss die stadt die frist von 10 jahren abwarten, um keine fördergelder des platzumbaus zurückzahlen zu müssen. daher waren seither nur "oberflächliche massnahmen" wie die hochbeete möglich. läuft die fristbindung aus, liegt es im ermessen der stadt und ihrer finanziellen möglichkeiten, weitere begrünungen gemäß dem wunsch der dresdner(innen) umzusetzen.


    in kürze werden nur pflasterschäden an den fahrbahnen behoben.

  • wie kürzlich zu erfahren war, gibt es nach langen jahren eine leicht wachsende neue nachfrage nach modernen büroflächen in spitzenlagen in dresden. das könnte eine büronutzung für ein derzeit auf dem MK9 unter strenger vertraulichkeit geplantes büro- und geschäftshaus ermöglichen. zuvor wurde von einem möglichen baubeginn erst in zwei bis drei jahren gesprochen. vielleicht legt ein investor nun schon früher los. ein b-plan dafür ist jedenfalls in arbeit, welcher eine geschwungene fassade zum postplatz mit einer gewissen runden auskragung richtung marienstrasse aufweist. man kann also gespannt sein.


    der bisherige parkplatz auf dem MK9-baufeld liegt auf städtischem grund und stellt eine wahre goldgrube für die stadtkasse dar. die parkeinnahmen von über 1,5 mill. euro jährlich übertreffen alle sonstigen einnahmen aus stellplatzgebühren der stadt. diese einnahmen für den städtischen haushalt fallen mit einer bebauung weg, immerhin geht die stadt dies mit. ein problem für die mittlere wohnbebauung stellt gegenwärtig noch die regelung der zufahrt zur tiefgarage der altmarktgalerie dar, wo das einkaufszentrum wohl gehörig mitzureden hat. auch hier bleibt es spannend.


    die telekombauten sind derzeit in der tat zweitrangig, allerdings würde ich den zur strasse am see liegenden gebäudesockel in einen späteren neubau integrieren (steht eh unter denkmalschutz). hier mal ein kürzlicher eindruck, fast wie ein intaktes gebäude, herrlich die großen verglasten fensterbögen der zukunft (vision):


    und hier nochmal die monumentale front des zwingerforums zu bestaunen:

  • Auszug aus einem SäZ-Artikel (vom 15.9.2013) zum Postplatz:


    Die Zukunft: An der Wallstraße wird weitergebaut


    In den 90er-Jahren stritten die Stadtplaner noch darüber, ob Dresden fünf oder mehr große Kaufhäuser verträgt. So sollte auch der Postplatz von Handel und Büros geprägt werden. Doch es kam anders. In dieser Woche hat der Stadtrat weiteren Bauplänen an der Wallstraße zugestimmt. In der Mehrzahl entstehen in den künftigen Gebäuden nun Wohnungen. Nur im Erdgeschoss und in der ersten Etage ist Handel vorgesehen. Im nächsten Jahr sollen die Bauarbeiten beginnen. Auch für das Eckgebäude an der Wallstraße gibt es konkrete Pläne. So haben die Architekten des Büros nps - tschoban-voss und die Düsseldorfer Investorengruppe PPI ihre Pläne im Bauausschuss vorgestellt. Das Gebäude soll mit einer geschwungenen Form in den Platz hineinragen. Auch dort sind unten Handel und oben Wohnungen vorgesehen.


    Quelle: Sächsische Zeitung vom 14., 15.09.2013; Autor: Bettina Klemm